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Präsenzphase 2 - vorbei!


PantaRheia

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Und so schnell isses auch wieder vergangen. Was für ein Unterschied zur ersten Präsenzphase: statt Unsicherheit und der großen Unbekannten und lauter fremden Menschen nun bereits bekannte Gesichter und darüber hinaus definitiv ein Gruppen- und Zugehörigkeitsgefühl zu meiner Lerngruppe. Erste nervöse WhatsApps wurden bereits in der Früh vor unser aller Ankunft ausgetauscht – im Hörsaal gab’s dann ein erfreutes Wiedersehen und ein ganz natürliches Beieinandersitzen als Gruppe. Ein tolles Gefühl – und für mich einer der Haupt-Vorteile gegenüber der FernUni Hagen… wo das Fremde auch immer fremd blieb, egal, wie oft man sich vor Ort zu einer Prüfung einfand. Es fühlt sich – auch über meine Lerngruppe hinaus – an wie ein Klassenverband. Beinahe wie in der Schule. Das mag ich sehr.

 

Was meine Lerngruppe betrifft, jedenfalls, bin ich wirklich extrem zufrieden. Ohne es genauer zu wissen und nachgefragt zu haben, sondern schlicht basierend auf meinen allgemeinen Beobachtungen zur Gruppendynamik, lehne ich mich ein wenig aus dem Fenster und wage zu behaupten, dass das gute Gruppengefühl vermutlich nicht auf alle Gruppen gleichermaßen zutrifft. Umso mehr freue ich mich, dass unsere Lerngruppe die Vorgabe aus Selbstmanagement und Teambuilding, nämlich aus einer Gruppe im Lauf der Zeit zu einem Team zu wachsen, mit Bravour erfüllt zu haben scheint. Da wir die nächsten drei Jahre zusammenarbeiten werden, eine durchaus nicht unwichtige Grundvoraussetzung.

 

Dann war es aber auch schon Zeit für die erste Prüfung dieses Studiums. (Die erste Prüfung wenn man den Wissenstest im Online Campus für SM&TB nicht mitrechnet, heisst das.) Public Health & Sozialmedizin.

 

Nicht nur die Handies mussten – klarerweise – verschwinden, auch Smartwatches mussten abgenommen werden. Also habe ich sicherheitshalber auch meinen FitBit verstaut – man weiß ja nie, ob es zu Problemen führt, falls der zu vibrieren beginnt, weil ich am Handy eine völlig unwichtige Facebook-Nachricht erhalten habe. Genaue Aussagen zu meiner Pulsfrequenz während der Prüfung kann ich also leider keine machen. Nicht, dass das notwendig gewesen wäre. Die Prüfung war – wie angekündigt – sehr kurz, sehr fair und – in meinem Fall – in 20 Minuten der möglichen 45 erledigt. Ist wirklich nicht schlecht gelaufen, habe mich am Ende doch ganz gut vorbereitet gefühlt. Reines Faktenwissen, keine Erläuterung von Zusammenhängen, oder Ähnliches. Begriffsdefinitionen und Punktelisten. Die Prüfung ist ganz sicher positiv, allerdings fehlt noch jegliches Feedback zur (recht umfangreichen) ESA und somit ist der Ausgang entsprechend noch offen.

 

Weiter ging’s mit allgemeiner Info, der Wahl zum Studiengangssprecher und dann der nächsten Einführungsvorlesung: Grundlagen der Altenpflege. Klingt wirklich sehr spannend und der Arbeitsaufwand die ESAs betreffend scheint auch eher überschaubar zu sein. Ein Fach, auf das ich mich definitiv freue und dem ich mit Spannung begegne. Weniger behaupten kann ich das von dem, was danach kam.

 

2018-11-16_02.jpg.7b53bf09309c6982389878557061024d.jpgÄhm. Hilfe?

 

Diese 2,5 Stunden waren geprägt von unangenehmen Flashbacks der Marke Mathe-PTSD. Chaotische Tafelbilder, unverständliches Gebrabbel, innerliche panische Konvulsionen, ungeheurem spürbaren Unwillen, die allumfassende Sinnfrage. (Die – nachdem sich jemand getraut hatte, sie laut in den Raum zu stellen – vom Dozenten beantwortet wurde mit: „Nicht alles, was sie auf der Uni lernen, brauchen sie später auch.“ Na dann! Tschakka!) Ich habe mich auf sehr unangenehme Art in der Zeit zurückversetzt gefühlt. In eine Zeit, in die ich niemals zurückversetzt werden wollte, heißt das.

21 Jahre ist meine Matura her. „Also, sie wissen schon – völlig normale Ableitungen. Und die Quadratwurzel aus x ist gleich x hoch ein halb.“ Klar – weiß ich schon! Natürlich! (Wovon um Gottes Willen spricht dieser Mensch???)

 

Anekdotisch wäre hier vielleicht zu erwähnen, dass der Alphanerd vor einigen Monaten mit dem vollen Ausmaß meines mathematischen Unwillens und meiner Verständnislosigkeit konfrontiert wurde, als er ein Date im Eissalon dazu zu nutzen versuchte, mir geduldig die tatsächliche real-life Sinnhaftigkeit von mathematischen Funktionen näherzubringen und ich ihn, auf gut wienerisch und aus voller Überzeugung, mit „I brauch den Schas aber in MEINEM Leben net!“ abgetan habe. Dass er auf das per Messenger verschickte Tafelbild und meinen virtuellen verzweifelten Hilfeschrei entsprechend reagiert hat, brauche, ich wohl nicht extra zu erwähnen. So nämlich:

 

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Ah, true love.

 

Auch mit ESAs wird hier nicht gegeizt – ein langsames Herantasten an die Materie ist nicht drin, die erste ESA ist bereits am kommenden Donnerstag fällig. Und der ersten folgt gleich die Woche drauf eine zweite und die Woche drauf eine dritte und die Woche drauf eine vierte und… viele. Viele!

 

Nächster Programmpunkt: den Alphanerd um Vergebung ob meiner mutwilligen Ignoranz anwinseln und Mathespeednachhilfestunden erbetteln.

 

Entsprechend ging dann auch am Nachmittag kaum was weiter mit meiner Prüfungsvorbereitung für den nächsten Tag: Grundlagen der Gerontologie. Dieser Prüfung sah ich weit skeptischer entgegen, als Public Health. Meine Vorbereitung war über die ESAs hinaus quasi gleich Null und die Stunden tickten nur so dahin. Keine Hirnschmalzreserven mehr, mal schnell zwei Stunden lang Guild Wars 2 gezockt. Zur Ablenkung. Zu viel Ablenkung! Bis ich es ENDLICH geschafft hatte, mich anständig zu konzentrieren, war es schon so spät, dass ich mit dem gesamten Stoff nicht mehr fertig geworden bin. Den auf 6 Uhr gestellten Wecker hat mein völlig übermüdeter Körper auch geflissentlich ignoriert und sich erst eine Dreiviertelstunde später schwerfällig erhoben, was mir immerhin die Möglichkeit eingeräumt hat, noch schnell den Rest durchzulesen. Entsprechende WhatsApps meiner lieben Gruppenmitglieder sind ebenfalls bereits zur ca. gleichen gottlosen Zeit eingetroffen. Ging uns irgendwie eh allen gleich.

 

Dafür war die Prüfung dann aber wirklich bei Weitem nicht so schlimm, wie sie hätte sein können. Die zu leistende Schreibearbeit war, gemessen an der zur Verfügung stehenden Zeit, zwar immens und ich bin selbst nur knapp fertig geworden – aber die Fragestellung war sehr fair und die Beantwortung sehr gut machbar. Im Unterschied zu gestern ging es heute um offene Fragen, deren Beantwortung teilweise bis zu einer handgeschriebenen A4 Seite benötigte. Auch hier bin ich mir sehr sicher, gut abgeschnitten zu haben. Große Erleichterung! Die Benotung darf nun bis zu 4 Wochen dauern. (Die aufgrund der vielen anstehenden ESAs sicher ohnehin wie im Flug vergehen werden.)

 

Es folgte die Einführung in das Gesundheits- und Sozialwesen, sowie Grundlagen der Evaluation… beides eher auf der trockenen Seite, Ersteres gefühlsmäßig noch mehr als Zweiteres. Besonders der Vortragende der Evaluation hat mir dann schon leid getan – weil er ein echt sympathischer, lustiger und bemühter Kerl war, der sich aber an der bereits wirklich spürbaren Müdigkeit und dem nicht besonders stark aufwallenden Interesse seinem Thema gegenüber ein wenig die Zähne ausgebissen zu haben schien. Schade. Dabei ist Evaluation sicher nicht ganz uninteressant.

 

Jedenfalls bin ich erstmal froh, meine ersten beiden Prüfungen gut hinter mich gebracht zu haben und freue mich jetzt wahnsinnig auf eine FH-loses Restwochenende, bevor es ab Montag dann ernsthaft mit VWL (et. al.) losgehen wird.

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