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Geglättete Wogen


Wenn man nach dem Wochenende eine Aufforderung auf dem Schreibtisch liegen hat, man möge sich bitte ins Personalbüro bequemen, kann einem schon ein wenig anders werden, wenn es - wie zuletzt - eine Kündigungswelle gab.

Ich sah mich schon wieder mühselig Bewerbungen schreiben und überlegte schon, ob ich vielleicht so lange im Kindergarten jobben könnte, wenn die nächste PT1-Stelle dann so ca. 2022/23 frei wird.

Zum Glück ging es dann aber um so eine Pillepalle wie Vertretungspläne. Obendrein gab's noch Lob dafür, die Einnahmen unserer Station um 32% gesteigert zu haben :biggrin: So wirklich verstanden habe ich es nicht, aber es ist wohl durch die Prüfung einer Abrechnungsstelle aufgefallen. Alle Gespräche, Testungen, Gruppenarbeit mit Patienten usw. sind abrechnungsfähige Leistungen. Da ich sowas auf dieser Station überhaupt erst eingeführt habe, hat dies wohl ein dickes Plus generiert. Allerdings war das kein von mir anvisierter, sondern eher ein Zufallserfolg - es ist für mich völlig intransparent, wie viel Euros genau wobei herumkommen. 
Zur Stationsarbeit und wie genau ich dabei noch vom Fernstudium zehren kann demnächst mal mehr. 

Die Motivation ist derweil wieder gewachsen, weil ich ein neues Projekt auf unserer Station gewagt habe und sofort den Oberarzt dafür gewinnen konnte.
Schön ist auch, dass 4 Kollegen zurückkamen - die Kündigungen waren ungültig und mussten zurückgenommen werden. Sie bekommen allerdings ziemliche miese Positionen und auch zum Teil ganz woanders. Immerhin mit der theoretischen Aussicht, bald wieder auf ihre Stationen zu kommen.
Die sind allesamt unglücklich damit. Aber immerhin erstmal Arbeitslosigkeit abgewendet. Ich denke, sie werden sich wegbewerben und die verbleibenden Psychologen sind auch so dermaßen unzufrieden, dass ihre Kündigung wohl nicht lange auf sich warten lässt, sobald was Besseres in Aussicht steht.  

Bezüglich theoretischer Ausbildung kann ich sagen, dass ich habe heute den Termin für die erste Zwischenprüfung auf dem Weg zum PP erfahren und die ist bereits März '22. Das klingt nach weit weg, kann aber je nachdem ziemlich knapp sein.

Es gibt auf dem Markt - von den üblichen akademischen Anbietern, die auch schon Studienzeugs anbieten - jede Menge Prüfungsliteratur mit Prüfungsfragen für die erste Zwischenprüfung. So ziemlich jeder Verlag ist mit vertreten. Ich frage mich echt, wie man da eine Auswahl treffen soll. 

Bleibt gesund & haltet zusammen,
LG

Feature Foto: Skitterphoto/pexels.com

7 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Phew! Finde gut, dass sich das so aufgelöst hat und direkt noch mit nem Schulterklopfen einher gegangen ist 🙂

 

Zitat

Schön ist auch, dass 4 Kollegen zurückkamen - die Kündigungen waren ungültig und mussten zurückgenommen werden.

Hat sich der Betriebsrat eingeschaltet, oder wie kam das?

Un klar, gut für die Kollegen, die jetzt weiterhin ihr Gehalt bekommen - aber die Situation ist schon mies, und dürfte auch für einiges an psychologischer Belastung sorgen, wenn man nur wegen einer Formsache noch den Job hat, dann fühlt man sich ja nicht unbedingt erwünscht / benötigt.

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vor 22 Stunden hat DerLenny geschrieben:

Phew! Finde gut, dass sich das so aufgelöst hat und direkt noch mit nem Schulterklopfen einher gegangen ist 🙂

 

Hat sich der Betriebsrat eingeschaltet, oder wie kam das?

Un klar, gut für die Kollegen, die jetzt weiterhin ihr Gehalt bekommen - aber die Situation ist schon mies, und dürfte auch für einiges an psychologischer Belastung sorgen, wenn man nur wegen einer Formsache noch den Job hat, dann fühlt man sich ja nicht unbedingt erwünscht / benötigt.


Ja genau so ist es :11_blush: Allerdings hat der Betriebsrat sich nur da eingesetzt, wo die Betroffenen ganz gezielt auf ihn zugingen. Tatsächlich waren diese Kündigungen (mit zum Teil 3 Tage später Arbeitsplatz räumen) nicht okay, was ja auch keine Überraschung war.

Die Positionen sind nun zum Teil so blöd, dass sie schon allein deswegen kündigen werden denke ich. Das ist nun nur der Notnagel, um sich nun bequemer weg zu bewerben. Scheint auch so gewollt zu sein... 

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Jetzt hat Vica geschrieben:

Die Positionen sind nun zum Teil so blöd, dass sie schon allein deswegen kündigen werden denke ich.

Selbst kündigen wäre ja aber ganz doof, weil sie dann ja keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, oder?

 

Wenn der Betriebsrat eingeschaltet ist - ich dachte, es gibt die Vorgabe, dass Personen auch für einen Job eingesetzt werden müssen, der ihrer Stelle entspricht, genau um solche Situationen u vermeiden. Hatte aber bisher immer das Glück, dass ich mich nicht wirklich mit Arbeitsrecht auseinandersetzen musste.

 

Eine gute Freundin von mir ist Betriebsrätin - ich frage sie mal nach ihrer Einschätzung.

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Ok, hier ihr Feedback:

Die Versetzungen bedürfen der Zustimmung des Betriebsrats.

Handlungsmöglichkeiten sind im Paragraphen 99 BetrVG geregelt

 

Da das eigentlich alles über den BR gegangen sein müsste, da mal nachhaken. Wen ich das richtig verstehe sollte dies aber Vorab geschehen, nicht im Nachhinein.

 

Die Situation ist für deine Kollegen echt vertrackt.

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"Obendrein gab's noch Lob dafür, die Einnahmen unserer Station um 32% gesteigert zu haben :biggrin: So wirklich verstanden habe ich es nicht, aber es ist wohl durch die Prüfung einer Abrechnungsstelle aufgefallen. Alle Gespräche, Testungen, Gruppenarbeit mit Patienten usw. sind abrechnungsfähige Leistungen. Da ich sowas auf dieser Station überhaupt erst eingeführt habe, hat dies wohl ein dickes Plus generiert."

 

Wenn ich das lese, dann bin ich aber schon verblüfft. Wie kann es sein, dass eine Station geleitet wird, ohne abrechnungsfähige Leistungen auch abzurechnen? Pennt der leitende Arzt da? Muss da erst eine Berufsanfängerin daher kommen, um die Möglichkeiten überhaupt zu sehen?

 

Da ist es kein Wunder, dass die Klinik rote Zahlen schreibt!

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Am 11.6.2021 um 11:00 hat DerLenny geschrieben:

Ok, hier ihr Feedback:

Die Versetzungen bedürfen der Zustimmung des Betriebsrats.

Handlungsmöglichkeiten sind im Paragraphen 99 BetrVG geregelt

 

Da das eigentlich alles über den BR gegangen sein müsste, da mal nachhaken. Wen ich das richtig verstehe sollte dies aber Vorab geschehen, nicht im Nachhinein.

 

Die Situation ist für deine Kollegen echt vertrackt.


Huhu,

vielen Dank trotzdem für's Info-Einholen! :) Ich hoffe, dass das vielleicht auch andere Leser inspiriert, da nachzuhaken, falls ihnen sowas passiert. 
Denn aktuell scheint es so einige Kündigungswellen zu geben. Im Betrieb eines Kumpels (Versicherung, Berufsgruppe Programmierer, ganz anderer Standort) gab es auch aus dem Nichts heraus so eine unangekündigte Welle, die rechtlich wenig Bestand haben dürfte. Selbes Muster.

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Am 12.6.2021 um 13:46 hat KanzlerCoaching geschrieben:

Wenn ich das lese, dann bin ich aber schon verblüfft. Wie kann es sein, dass eine Station geleitet wird, ohne abrechnungsfähige Leistungen auch abzurechnen? Pennt der leitende Arzt da? Muss da erst eine Berufsanfängerin daher kommen, um die Möglichkeiten überhaupt zu sehen?

 

Da ist es kein Wunder, dass die Klinik rote Zahlen schreibt!


Ja, ich finde es auch erstaunlich, muss aber auch sagen, dass die sehr unkreativ sind. Irgendwie sind viele auch etwas arbeitsmüde oder glauben nicht mehr daran, dass man da echt noch positive Neuerungen reinbringen kann - zu viel Frust über die Jahre. 

 Vermutlich war der Standpunkt vorher "Mit solchen Leuten kann man ohnehin keine psychologischen Interventionen machen". Die sind fast alle reaktant oder akut im Wahnsystem gefangen oder haben Korsakow, also eine Erkrankung, bei der das Kurzzeitgedächtnis schon während des Gesprächs versagt.
Ich mische dazu verschiedene Therapiemethoden und -ansätze, z.B. erinnerungskonservierende Methoden, wie man sie in der Geronto macht, hin zu Therapieansätzen mit intelligenzgeminderten und in jedem Fall Ressourcenaktivierung. Manchmal ist es möglich, richtige Problemanalysen durchzuführn und Schematherapie konnte ich auch schon anwenden. Gruppentherapie wurde von mir auch wieder eingeführt. Hier- und da bediene ich mich bei Traumatherapie, und Bämm, hat man ein Modell, von welchem die Leutchen tatsächlich profitieren.


Mann muss nur wollen und viel Geduld mitbringen.
Die Psychologin vor mir hat gar nix gemacht außer psychopathologische Befunde für den Arzt zu schreiben (eine Leistung, die sie für sich nicht abrechnen kann). Das hat vor allem die anderen Mitarbeiter der Station sehr frustriert. 


Mittlerweile haben unsere höheren Ärzte gecheckt, was auf unserer Station psychologisch eigentlich so möglich ist. Mal sehen, wie es so weiterläuft.
 

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