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Über diesen Blog

Die Pflegeausbildung hat im deutschen dualen Berufsbildungssystem einen Sonderstatus. Auszubildende aller anderen Berufe absolvieren den theoretischen Teil ihrer Ausbildung an einer staatlichen BBS. Dieser staatliche Einfluss soll gewährleisten, dass Azubis nicht ausschließlich das lernen, was nützlich ist oder eine berufliche Funktion hat. Daher sorgt der Staat auch in der Berufsausbildung für ein Maß an Allgemeinbildung.

 

Auszubildende in der Pflege absolvieren den hohen theoretischen Anteil der Ausbildung an Berufsfachschulen, die an Krankenhäuser angegliedert sind. Das ist historisch gewachsen und resultiert zum einen daraus, dass die Pflege (wie die Krankenhäuser) an die kirchlichen Orden angegliedert war, bevor sie zum Beruf wurde. Zum anderen wollte die Ärzteschaft zum späteren Zeitpunkt ihren Einfluss auf die Inhalte der Pflegeausbildung beibehalten. Kompliziert wurde es dann mit Einführung der Altenpflegeausbildung in den 60`ern. Die Azubis in der Altenpflege besuchen die staatlichen Berufsbildenden Schulen oder freie Schulen, die sich durch Projektfinanzierungen und Fördergelder tragen.

 

Nun gibt es seit 2020 die neue, generalistische Pflegeausbildung zum/zur Pflegefachmann/Pflegefachfrau. Diese kann in jeder der genannten Schulformen absolviert werden, je nachdem, wer der praktische Träger (Krankenhaus, Pflegeheim, Pflegedienst) des Azubis ist.

 

Der Mangel an Lehrkräften in der Pflege ist an allen genannten Schulformen groß, so auch an staatlichen Berufsbildenden Schulen. Andererseits sind die Zugangsvoraussetzungen ohne klassisches Lehramtsstudium mit Zweitfach kompliziert und dazu noch in jedem Bundesland anders geregelt. Ein klassisches Lehramtsstudium in Pflege- / Gesundheitswissenschaften mit Zweitfach ist in Deutschland zwar möglich, aber es gibt nur sehr wenig Hochschulen mit sehr wenig Studienplätzen. Daher haben die Bundesländer verschiedene Möglichkeiten geschaffen, um Bewerbern ohne klassisches Lehramtsstudium den Weg in den Schuldienst zu ermöglichen.

 

Dieser Blog handelt von meinem Einstieg in den Schuldienst in Niedersachsen. Dafür gibt es zwei Hürden zu nehmen:

 

-          Die befristete Einstellung als Fachlehrerin.  Diese Hürde habe ich bereits genommen.

-          Die Zulassung zur Teilnahme an der Sondermaßnahme zum Einstieg in den Schuldienst. Das Land Niedersachsen bietet diese Maßnahme zur Nachqualifikation für Bachelorabsolventen mit beruflicher Fachrichtung an. Hierfür wurde von der zuständigen Behörde das Modulhandbuch meines Bachelorstudiums geprüft, um die Inhalte des Studiums mit den Anforderungen an die berufliche Fachrichtung Pflege zu vergleichen. Diese Prüfung ergab in meinem Fall, dass ich 30 CP in medizinisch-naturwissenschaftlichen und 20 CP in pflegewissenschaftlichen Modulen nachholen muss. Jede Prüfung durch die Behörde zur Zulassung ist eine Einzelfallentscheidung.

 

Die HFH, an der ich schon mein Bachelorstudium absolviert habe, bietet viele Module einzeln buchbar als akademische Weiterbildung mit Hochschulzertifikat an. Daraus habe ich einen Modulplan erstellt, der von der Behörde als geeignet anerkannt wurde. Die HFH habe ich ausgesucht, weil ich keine andere (Fern-)Hochschule gefunden habe, die so viele verschiedene Module in den Bereichen Medizin und Pflegewissenschaft anbietet.

 

Ich habe mich also erst mal mit viel Bürokratie beschäftigen müssen, bevor es losgehen konnte. Der Grund, weshalb ich überhaupt durch diesen Dschungel gegangen bin, ist, dass in der Sondermaßnahme die Möglichkeit besteht, ein allgemeinbildendes Zweitfach zu studieren. Interesse hätte ich an so ziemlich allem, und beruflich ist es auch spannend und vielseitiger.

Jetzt freue ich mich aber auf neue Lerninhalte, ein neues Abenteuer und bin gespannt auf die Reise! 😊

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Fehler 500

Eigentlich starte ich gerade in in die Klausurenphase und hoffe sehr, dass das kein Fehlstart wird. Morgen schreibe ich die Klausur im Modul Pflegewissenschaftliche Grundlagen. Diese ist aber, anders als die Prüfungen, die ich bisher kannte, Corona-bedingt eine Klausurersatzleistung. D.h. dass man sich am heimischen Schreibtisch die Aufgabe, die nur im Prüfungszeitraum im Webcampus freigeschaltet ist, herunterlädt, in einem Word-Dokument bearbeitet und als PDF wieder hochlädt. Diese Pr

Hinterm Horizont...

Heute habe ich die Bearbeitung der Studienbriefe im Modul Pflegewissenschaftliche Grundlagen beendet. Die Klausur findet im Juni statt. Bis dahin werde ich mich erst mal dem nächsten Modul widmen und zwei Wochen vor der Klausur mit der Wiederholung beginnen.   Das Modul hat mir wirklich neue Denkhorizonte erschlossen, und das in einem Beruf, den ich inklusive Ausbildung über 15 Jahre ausgeübt habe. Dass die Pflegewissenschaft in Deutschland im Vergleich zu GB und den USA noch in den Ki

Das Gegenteil von Druck

Der Verlauf meines Studiums ist fast ein kleiner Selbstversuch: im Bachelorstudium habe ich mich ziemlich gestresst wegen der Noten - und das, obwohl ich selbst nicht viel von Noten halte. Denn Noten messen eigentlich noch viel mehr als das bloße Erbringen von Leistungen, nämlich Sprachverständnis, Umgang mit Zeitdruck, Umgang mit Wettbewerb, usw. Leider sind aber viele Masterstudiengänge zulassungsbeschränkt, so dass mir im Bachelor nichts anderes übrig blieb, als einen bestimmten Schnitt

Auf ein Neues! Die Wahl der Hochschule und die Wissenschaft...

Bei der Auswahl der Module habe ich mir doch ein kleines bisschen Komfortzone gegönnt. 😊 Ich musste den Modulplan erst vom Kultusministerium anerkennen lassen, damit ich nicht hinterher bei der Zulassung zur Sondermaßnahme da stehe und Module belegt (und bezahlt) habe, die gar nicht geeignet sind.   Vermutlich ist es auch möglich, an einer staatlichen Uni einzelne Module zu belegen. Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich den Aufwand der ganzen Organisation, des Einholens von Information



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