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Wandern im Sonnenschein (Tag 9)

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Weidenhamster

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Huhu,

Während diese Zeilen entstehen sitzen meine Frau und ich gerade in der Bar in unserem Hotel in Cullen... eine angenehme Bar ohne diesen typischen Biergeruch mancher Pubs. Sofa's. Kleine Tische. Darauf ein Guinnes, zwei Whiskys und ein Krug mit Wasser für den Whisky.

Achtung: Wen es nicht interessiert, wenn ich über Whisky philosophiere, dann bitte diesem Abschnitt überspringen:

Wir befinden uns ja gerade in Schottland, der Heimat des Malt Whiskys (wobei ja nicht ganz klar ist, ob Schottland oder Irland den Whisky "erfunden" hat) und es erschreckt mich doch immer wieder, wie wenig Trinkkultur dieses Völkchen hat. Da bekommt man den Whisky im Tumbler (um kaum etwas vom Aroma zu riechen) und dann wird man noch nach Eis gefragt (damit das letzte bischen Aroma im Keim erstickt wird). Immerhin wurde wenigstens etwas Wasser für einen Whisky in "Fassstärke" angeboten. Gut, da mag man nun sagen, dass es halt so ist. Aber dagegen erwehre ich mich. Whisky ist ein feines aber manchmal auch raues und ungestühmes Getränk. Man trinkt ihn nicht, sondern genießt. Okay, dass fällt zu beginn nicht immer leicht und wenn ich an meine erste Begegnung zurückdenke, dann muss ich auch heute noch darüber lachen... hab ich doch zu meiner Frau gesagt, dass Whisky nicht mein Lieblingsgetränk werden würde... Und heute? Aktuell stehen 25 Flaschen zu Hause. Mal edlere, mal etwas unedlere. Und die sind auch nicht alles geöffnet. Aber mir reicht es schon, sie anzusehen. (Falls sich jemand fragt, ob ich ein Alkoholproblem habe, der kann beruhigt sein, ich kaufe nur einfach gerne Flaschen... Ich trinke eher selten, da der Moment einfach passen muss.)

Okay, zurück zum Thema:

Die Überfahrt von der Isle of Islay zum "Mainland" war ruhig und angenehm. Die anschließende Autofahrt (ca. sechs Stunden über mehr oder weniger gut ausgebaute, aber immer steht's kurvenreiche Straßen. Die hier zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 mp/h auf Landstraßen (was 100 km/h entspricht) konnte eigentlich nie erreicht werden... Musste sie auch nicht. Schnurstrackts durch die Highlands ging es hoch von Kennacraig über Oban nach Fort William. Ein niedliches Städtchen, dem wir dieses Jahr kaum Beachtung schenken konnten. Wir machten nur kurz Stopp für nen Kaffe, was Süßes und nen Toilettengang. Was muss, dass muss. ;)

Es ging weiter Richtung Loch Ness und an dessen Seite entlang nach Inverness, der Hauptstadt der Highlands... Von dort aus weiter, am Culloden-Battelfield vorbei nach Inverness. Begleitet wurden wir steht's von unseren treuen Freunden, den Scheibenwischern. Auf unserem Weg ist uns aufgefallen, dass sich sehr viel an der Infrastruktur getan hat... die Straßen sind zum Teil mit einer Überholspur versehen und neu asphaltiert.

Am Hotel angekommen traffen wir auf erstaunte Gesichter. Es wurde wbohl unsere Reservierung verbummelt. Aber der Mann an der Rezeption ließ sich nichts anmerken, allerdings wollte er eine Buchungsbestätigung. Wir bekamen dann das wohl größte Zimmer des Hauses mit traumhaften Meerblick (den hatten wir allerdings auch gebucht). Aber auch unser Zimmer ist so ein Zeichen von dem manchmal fehlenden Stil der Schotten. Das Bett und die Wände sind recht modern, während die Möbel eher "Eiche-Rustikal" und recht alt sind. Aber sauber.

Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, aßen wir noch im Hotel wad zu Abend (ich hatte Fish und Chips und es war traumhaft) und gegen 20.00 Uhr war der Tag gelaufen. Die Autofahrt war wohl doch anstrengender als gedacht.

Montag:

Das Wetter stellte sich heute einmal mehr als hervorragend zum Wandern dar und dies ließen wir uns nicht entgehen. An Küste, Strand und Klippen ging es über Matsch und Stein zu einem alten, verfallenen Schloß... okay, Schloß ist übertrieben und weckt falsche Erwartungen... Es waren ein paar alte Steine auf Klippen und auch wenn wir den Anblick schon drei mal zuvor genossen, hatte er auch heute nichts von seiner Faszination verloren. Ein Erdungspunkt in meinem Leben, an den ich gerne denke. Dann lasse ich mir Gedanklich den Wind um die Nase wehen und blicke hinaus auf das Meer. Traumhaft.

Den Rückweg - oder genauer: die gesamte Wanderroute haben wir etwas unterschätzt, waren es doch geschätzte 10 Kilometer und das (weil wir eben Helden waren und noch sind) ohne Verpflegung... schlapp und ausgelaugt, aber unheimlich glücklich sind wir im Hotel angekommen. Die Füße jubelten. Der Körper genoss die Dusche.

Der Tag wir mir persönlich laaaange in Erinnerung bleiben, war und ist der Weg doch unheimlich spektakulär und atemberaubend schön.

Anschließend ging es mit dem unserem Leihwagen noch etwas über's Land um schließlich in der Bar zu stranden. Morgen geht es dann zu ein paar Destillerien... etwas entspannendes eben.

Ein zwei Bilder reiche ich noch nach, mit dem nächsten Eintrag.

Bis bald

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Je mehr Du schreibst, desto mehr kriege ich große Lust dorthin zu fahren. Freue mich auf die Bilder!

Genießen die Schotten den Whiskey denn auch wie unsereins, oder schütten sie ihn eher hinunter? Vielleicht finden sie uns ja eigenartig, die wir stundenlang am Gläschen herumschnüffeln, sogar morgens an einem unabgewaschenen... das riecht meistens am besten!

Könnt Ihr die Menschen dort eigentlich verstehen?

Viel Spaß wünsche ich Euch noch!

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