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Erstes Mathe-Seminar vor Ort: So war es


Vica

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Gestern fand das erste Statistik-Seminar von insgesamt vier Terminen im Regionalzentrum Coesfeld statt. Mit 9:30 - 17:30 ein strammes Programm mit vielen Informationen. Hier ein gegliederter Überblick, wie es lief ;) 

seminar.jpg

 

 

Anreise
Unproblematisch, aber sonntags kurz nach sieben drauß
en in der Kälte irgendwie surreal. Die Sonne ist nicht mal aufgegangen, unterwegs sind nur vereinzelte Hardcore-Frühschichtler auf dem Weg zur Arbeit. Erst hatte ich etwas Bedenken – Gangs, Zombies (= besoffene Studenten, die aus den Clubs kommen und zum Bahnhof torkeln und sich in echte Ungeheuer verwandeln können, da können die aus TWD einpacken!), besoffene Fahrrad-Falschfahrer, Diebe – alles hat zu dem Zeitpunkt Feierabend und pilgert ebenfalls zum Bahnhof. Aber nichts dergleichen zu sehen. 35 Minuten Fahrtweg von der Groß- in die Kleinstadt. Unterwegs lernt man mal die grüne Umgebung ein wenig besser kennen. Der Bahnsteig am Zielort: Mitten in der Pampa! Ein Gleis für beide Richtungen. Dann aber unkomplizierte 10 Minuten Fußmarsch zur VHS, wo die Veranstaltung stattfindet. Ein kleiner Feldweg-Pfad vom Bahnsteig führt direkt zu deren Parkplatz.


Räumlichkeiten
Wie gesagt handelt es sich dabei um die VHS, die eine Art Merkzweckgebäude ist. Ein sehr netter Altbau zwischen Theater und einem sehr teuren Restaurant. Es gibt alle Angebote, die man ansonsten auch in solchen Einrichtungen hat – einen konspirativ billigen Kaffeeautomaten mit seltsamen Getränken, die nur entfernt an Kaffee, Kakao usw, erinnern, aber die eben doch jeder benutzt. Eine kleine Küche für alle, die sich gerne lieber einen ganzen Liter Kaffee kochen und statt durchweichender Pappbecher lieber Tassen verwenden. Die Fernuni befindet sich im ersten Stock. Es liegen dort auch Heftchen mit Weiterbildungsangeboten, Studienvorschlägen nach dem Abi oder dem neuen Jura-Stex-Lehrgang aus. An dem Tag finden noch viele andere Seminare in vielen anderen Disziplinen (der WiWis, Englisch usw.) statt. Es ist trotzdem nicht überbordend voll.

 

Die Kollegen
Wir waren 9 Leute, wovon 5 eine Lerngruppe waren, die sich kollektiv angemeldet hatte. Insgesamt waren wir 7 Psychologen, eine mit Politikwissenschaften und einer aus dem neuen StEx-Studiengang + WiWi. Man kam aus allen Himmelsrichtungen, Münster, Ruhrgebiet, Westfalen und war zum Teil weit angereist. Altersspanne zwischen 19 und 60. Alle, die teilnahmen, waren im Bachelor, ich war die einzige Master-Ausnahme. Was auch daran lag, dass sich das Seminar um Statistik I drehte, womit sich Bachelor-Studis in der Klausur herumplagen müssen. Für mich ist Statistik I mehr ein Auffrischen, um einige Begriffe aus meinem eigenen Statistik-Modul besser nachvollziehen zu können. SPSS war für die meisten noch gar kein Thema – runtergeladen hatten es einige zwar schon, aber wirklich was damit anzufangen wusste keiner. Auffallend war, dass wir angeblich sehr wenig Leute waren und der Tutor sonst immer so um die 30 herumsitzen hat. Das wird auch kommen, je mehr das Semester voranschreitet. Er meinte, am Anfang haben nur die wenigsten Disziplin, obwohl man mit Statistik so früh wie möglich anfangen muss. Insgesamt eine sympathische und gut gemischte Truppe!

 

Der Kurs
Der Kurs drehte sich wie gesagt um Statistik I und dabei insbesondere um die Deskriptive Statistik. Insgesamt war es der erste von vieren. Es wurde quasi am Punkt Null angesetzt, so dass es kein Thema war, wenn man gar keine Statistikkenntnisse hatte. Der Tutor arbeitete mit Laptop und Folien zum Handbuch, das er uns vorher schon per Mail zukommen lassen hatte und welches die wenigsten (trotz hingewiesen) mitgebracht hatten ;). Für solche Fälle lagen Ausdrucke bereit. Der Tutor hatte viel Humor und war kein klassischer Matheschreck, den man aus der Schule kennt. Praktische Beispiele erörtert am Leben des Brian, Familienduell oder Bing Bang Theory. Die Erklärungen waren sehr gut und in der Kleingruppe gibt’s ja den Vorteil, dass man umso mehr nachfragen kann. Alle paar Seiten durften wir Aufgaben auch selbst rechnen und vorstellen – nur wer wollte. Die Nase vorn hatten die etwas jüngeren Teilnehmer, die gerade noch frisch von der Schulbank kamen, aber es stellte sich raus, dass auch da einige Lücken waren, die (teilweise trotz LKs) in der Schule nicht abgedeckt worden waren. Für die war das ein ganz besonderes AHA-Erlebnis.
Wir machten einige 10-Minuten-Pausen und eine von 30 mit kleinem Spaziergang. Komischerweise waren die 10-Minuten Pausen aber sinniger als die halbe Stunde, nach der ich mich geistig träger fühlte.
Ich konnte dem Stoff sehr gut folgen.

Konzentration und Ausdauer während des Tages
Wie gesagt ging der Tag von 9:30 bis 17:30, was, wie au
ch der Tutor zugab, zu voll ist, um am Ende wirklich noch aufnahmefähig zu sein. Darum müssen wir uns den Stoff zu Hause nochmal gut anschauen. Insgesamt war ich ausdauernder, als ich gedacht hätte. Erst ab ca. 14:30 setze bei meinem Hirn Totalverweigerung ein und kollektive Müdigkeit machte sich breit. Alle strengten sich aber an, müde überm Tisch hing keiner. Ich hatte etwas Müsli, von zwei gekauften Laugenbrezeln nur einen halben intus, einen Latte Macchiato vom Bahnhof und 1 Becher „Kakao deluxe“ aus dem Automaten (braun gefärbtes Wasser?) intus und kam damit bestens durch den Tag. Am Ende des Seminars war ich auch nicht müde und am Abend hatte ich definitiv noch Energie, etwas zu tun. Kein Kopfweh, kein Ausgelaugtsein.

Rückfahrt
Die fand vom selben Gleis statt, auf dem ich schon angekommen war (gibt ja auch nur eins). Leider verging eine ganze Stunde zwischen Seminarende und Abfahrt, die ich mir da in der Pampa totschlagen musste. Sonntags geht da eben nicht viel. Die Sonne ging schon wieder unter und das hätte fast unheimlich werden können. Erstaunlicherweise erschienen nach und nach ca. 20 Mitfahrende nach Münster auf dem diesem Bahnsteig in der Prärie. Wohl der einzige Fluchtpunkt für die Langjugend, die kein Auto hat. Man reist aber insgesamt doch lieber in Gesellschaft.

 

Was ich mitgenommen habe:
Für mich war das ein sehr hilfreiches Auffrischen und Lückenfüllen einiger Statistikschwerpunkte. Ich bin froh, dass ich das nicht in der Prüfung anwenden muss wie die armen anderen. Trotzdem hilft mir das, den Vorlesungen einfach noch besser folgen zu können. In einigen Sachen hatte ich durch die ersten zwei Christ-Statistik-Vorlesungen aber auch schon etwas mehr Wissen mit reingebracht, da diese sich ja um multivariate Verfahren drehen, während wir im Seminar nur auf bivariate Zusammenhänge eingingen. Einige Aha-Erlebnisse waren vorhanden. So gut wie jedes Thema erschloss sich. Gerade bei den Nachmittags-Themen muss ich aber einfach zu Hause nochmal überfliegen, ob das wirklich gesessen hat. Würde ich in den 3 Wochen bis zum nächsten Termin nichts mehr machen, würde sich das verflüchtigen. Also ist Eigeninitiative gefragt.

Keine Ahnung wie es in den anderen Studienzentren läuft, aber bisher kann ich den Statistik-Kurs wirklich weiter empfehlen. Ein Gesamtfazit gibt’s natürlich erst nach dem vierten und letzten Termin
J.

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Vielen Dank für deinen ausführlichen sehr anschaulichen Bericht. Das liest sich richtig gut und vor allem auch so, dass der Tutor wirklich ein Interesse hatte, euch die Statistik verständlich näher zu bringen.

 

Verlief mit dem Kauf der Fahrkarten alles problemlos?

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Am 17.10.2016 at 14:32 , Markus Jung sagte:

Vielen Dank für deinen ausführlichen sehr anschaulichen Bericht. Das liest sich richtig gut und vor allem auch so, dass der Tutor wirklich ein Interesse hatte, euch die Statistik verständlich näher zu bringen.

 

Verlief mit dem Kauf der Fahrkarten alles problemlos?


Jawohl, das hat dann tatsächlich problemlos hingehauen :) Den Stress hätte ich mir gar nicht machen müssen, hehe. Aber das ist eigentlich typisch für mich.
Auf dem Gleis in der Pampa gab's keinen Fahrkartenautomat. Haben die kleinen Kommunen wohl abgeschafft, weil diese ständig zerstört werden. Dafür gab's dann einen Automaten im Zug. Ich war die letzte, die dort eine Karte ziehen konnte, danach war das Teil defekt. Die Gäste nach mir mussten ihr Ticket beim Schaffner kaufen, für 7€ Aufschlag :o (können sie sich dann aber hoffentlich bei der Bahn zurückholen). 

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

vor 23 Stunden, Vica sagte:

Die Gäste nach mir mussten ihr Ticket beim Schaffner kaufen, für 7€ Aufschlag :o 

 

Obwohl der Automat offensichtlich defekt war? - Sowas verstehe ich dann nicht. Die Bahn stellt ein defektes Gerät zur Verfügung und die Kunden müssen es ausbaden. Selbst wenn die sieben Euro erstattet werden, ist es ja wieder Aufwand.

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