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Modul: Mobile Computing


kurtchen

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Das Modul "Mobile Computing" kann als eines von drei Vertiefungsmodulen im Studiengang Web- und Medieninformatik gewählt werden. Springer Campus schlägt vor, es in den letzten beiden Semestern zu belegen.

 

Gleich vier Module werden als sinnvolle Vorbereitung genannt:
- Grundlagen der Informatik 1
- Grundlagen der Informatik 2
- Web-Programmierung
- Web-Design und Web-Ergonomie


Der Grund dafür ist der siebte Kursabschnitt "Programmierung für mobile Endgeräte", der eine Einführung in die Android-Programmierung gibt. Um hier folgen zu können, benötigt man Grundkenntnisse der objektorientierten Programmierung in Java. Die Layouts für die GUIs werden mit XML beschrieben. Darum sind Vorkenntnisse in Web-Programmierung von Vorteil.

 

Für Studierende im Studiengang "Wirtschaftsinformatik" ist "Mobile Computing" ein Pflichtmodul und wird dem Studienbereich "Grundlagen der Informatik" zugerechnet. Für die Web- und Medieninformatiker gibt es zwei gute Gründe, ausgerechnet dieses Modul als Vertiefung zu belegen: Es ist Pflichtmodul für die Hochschulzertifikate "Anwendungs-Programmierer" und "Software-Architekt", die als Meilensteine auf dem langen Weg zum Bachelor dienen können.

 

Ich persönlich hätte erwartet, dass es in diesem Modul vorwiegend um Android-Programmierung gehen würde. Tatsächlich nimmt diese aber nur einen relativ kleinen Teil des Kurses ein. Hier wird eher ein Einblick gegeben, der meiner Meinung nach noch nicht ausreicht, um wirklich loszulegen. Es ist allenfalls ein Einstieg und man wird auf jeden Fall vertiefende Literatur benötigen, um Fortschritte zu machen. Tatsächlich geht es in diesem Modul allgemein um mobile Rechner, die vernetzt sind und standortbezogene Informationen einbeziehen. Das Smartphone ist dafür nur das prominenteste Beispiel.

 

Mobile Computing ist etwas schneller durchgearbeitet als andere Module bei Springer Campus. Das Lehrbuch hat lediglich 200 Seiten, wenngleich diese ein bisschen größer ausfallen als bei anderen Lehrbüchern und auch ein bisschen enger bedruckt sind. Das Lehrbuch wird ergänzt durch 84 Tests und 12 Einsendeaufgaben, von denen lediglich eine mit Android-Programmierung zu tun hat. Die meisten Aufgaben haben eine Art Aufsatzform. Es sind oft Texte bei denen man etwas abwägen muss. So soll man z.B. entscheiden, ob man für einen bestimmten Einsatzzweck einem Android- oder IOS-Gerät den Vorzug geben würde, ob man ein bestimmtes Projekt nativ oder plattformübergreifend entwickeln würde oder was für Sicherheitsmaßnahmen man für die Handynutzung eines hochrangigen Politikers für nötig erachtet. Diese Art der Aufgaben, bei denen man in erster Linie Text produziert, fällt etwas aus dem Rahmen, den ich im Studium sonst gewohnt bin. Die Rückmeldungen meines Tutors kamen in diesem Modul sehr zügig.

 

Die 7 Kapitel decken folgende Themen ab:
1. Was ist mobile Computing? Hier geht es auch um technische Meilensteine auf dem Weg zum mobile Computing.
2. Mobile Geräte. Hier werden verschiedene Mobiltelefon-Plattformen vergleichend betrachtet. Obwohl die zweite Auflage des Lehrbuches von 2015 ist, merkt man hier deutlich, dass der Markt sich rasant weiterentwickelt. So werden z.B. die Vorzüge von Blackberry diskutiert, was ja mittlerweile Geschichte ist.
3. Hardware für mobile Geräte: Hier erfährt man etwas über die Besonderheit von Prozessoren für mobile Geräte, aber auch über Akkutechnik und Grafikhardware.
4. Drahtlose Kommmunikation: Hier beschäftigt man sich mit verschiedenen Mobilfunkstandards, mit Formen der Modulation und des Multiplexings, mit WLAN, Bluetooth aber auch mit Nahfeldkommunikation mit RFIDs.
5. Location Based Services: Hier geht es um verschiedene Verfahren der Positionsbestimmung per Satellit (GPS) oder gestützt durch stationäre Netze (Handynetze oder auch WLAN-Accesspoints). Außerdem geht es um Techniken zur Positionsbestimmung in Gebäuden.
6. Sicherheit für mobile Geräte und mobile Kommunikation: Aus meiner Sicht das interessanteste Kapitel. Hier werden verschiedene Bedrohungsszenarien für mobile Geräte vorgestellt und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen erörtert.
7. Programmierung für mobile Endgeräte: Ich hätte erwartet, dass es nun endlich um Android-Programmierung geht. Aber hier spielten zum Beispiel auch Besonderheiten des UI-Designs für mobile Geräte eine größere Rolle, unabhängig von bestimmten Platformen. Im Schnelldurchgang lernt man dann, wie man ein einfaches GUI programmiert, Positionsbestimmung nutzt und Google Maps in eine eigene Applikation einbindet. Auch persistente Datenspeicherung - unter anderem mit SQLite - wird knapp behandelt.

 

Obwohl ich noch nicht weiß, wie ich in der Klausur abgeschnitten habe, würde ich sagen, dass dies einer der leichtesten Kurse im Angebot von Springer Campus ist. Das berichten mir auch immer wieder Kommilitonen. Mobile Computing gilt als ein Modul, mit dem man seinen Notendurchschnitt etwas verbessern kann. Bei mir hinterlässt das Modul einen gemischten Eindruck. Viele Inhalte könnten einem durchaus geläufig sein, wenn man regelmäßig Meldungen bei Heise oder Golem verfolgt. Mir fehlte hier das Erlebnis, ab und zu auch mal eine richtige harte Nuss knacken zu müssen.

 

Auch die Abschlussklausur fiel etwas aus dem Rahmen. Sie besteht aus ungewöhnlich vielen Fragen, bei denen in erster Linie Faktenwissen abgeprüft wird. Selbstständiges Problemlösen steht bei dieser Klausur nicht im Mittelpunkt. Kann man so machen, aber ich persönlich bevorzuge Aufgaben, bei denen mehr Kreativität gefragt ist.

 

Weil ich es insgesamt ein bisschen zu einfach fand und mir die echte Herausforderung fehlte, würde ich dieses Modul nur solchen Studierenden empfehlen, die - so wie ich - eines der Hochschulzertifikate als Etappenziel und kleinen Motivationskick in den Händen halten wollen. Wer eine gründliche Einführung in die Android-Programmierung sucht, wird sich an anderer Stelle umsehen müssen.

 

Wegen Umfang, Schwierigkeitsgrad und dem sehr hohen Rückmeldetempo des Tutors ist Mobile Computing ein Modul, dass man sich für Situationen aufsparen könnte, in denen die Zeit fürs Studium knapp ist und man trotzdem zum nächsten Prüfungstermin noch etwas abschließen möchte. Solche Situationen, in denen Arbeit oder Familienleben einem kaum Zeit zum Studieren lassen, kennt wohl jeder Fernstudent. Da ist es vielleicht ganz schön, wenn es im Studium auch ein Modul gibt, dass man sozusagen "als Joker" spielen kann.

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4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Auch für "Mobile Computing" habe ich ein Ergebnis. In der Klausur habe ich anscheinend schon ein paar Punkte verschenkt. Eigentlich kein Wunder: Es war die dritte Klausur an diesem Tag und ich hatte Kopfschmerzen, als ich sie geschrieben habe; vermutlich weil ich zwischendurch nicht mehr daran gedacht habe, etwas zu trinken. Woran es inhaltlich lag, kann ich rückblickend nicht sagen. Dazu müsste ich Klausureinsicht beantragen. Aber da ich mit ein paar Bonuspunkten in die Klausur gegangen bin, war die Note trotzdem ganz gut.

 

Mir fehlen nun noch 3 Vertiefungsmodule. Beim nächsten Mal möchte ich etwas belegen, dass ich inhaltlich richtig spannend finde. Text-Mining fände ich zum Beispiel interessant oder auch Data-Mining.

 

Aber jetzt ist erst mal serverseitige Web-Programmierung mit JSP dran. Außerdem möchte ich mit Software-Technik weiterkommen. Das ist bei Springer Campus ein ziemlich großer Studienbereich und ich stehe da noch ganz am Anfang.

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Drei Klausuren an einem Tag finde ich schon hart - selbst ohne Kopfschmerzen. 

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Letztes Jahr hat ein Kommilitone von mir 3 Klausuren an einem Tag geschrieben. Das fand ich damals ziemlich krass. Der hat eine weite Anfahrt. Darum lässt er lieber mal einen Prüfungstermin aus und bündelt dann mehrere Klausuren an einem Tag.

 

Zum "Triple" kam es bei mir auch, weil ich am letzten Prüfungstag im alten Jahr eigentlich 2 Klausuren hätte schreiben können. Ich war nämlich mit Mobile Computing im Prinzip durch. Leider hat mir dann die Arbeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sankt Martin fiel genau auf den Prüfungstag und ich musste mit meinen Kindergartenkindern Laterne laufen. Danach ist bei uns in der Einrichtung immer noch gemütlicher Ausklang mit Würstchen, Lagerfeuer, Gesang, Zeit für informelle Gespräche mit Eltern. Wurde also spät.

 

Jedenfalls konnte ich deshalb an dem Tag nicht nach München fahren; ich wäre nicht rechtzeitig zurück gewesen. Am nächsten Tag waren Klausurtermine in Dortmund. Aber die Anfahrt war zu lang, um rechtzeitig für 2 Klausuren da zu sein. Ich hätte natürlich nach dem langen Abend total früh los fahren können, aber unausgeschlafen in die Klausur zu gehen fand ich bei "Nicht-sequentielle  Programmierung" nicht angezeigt. Das kleinste Übel schien, "Mobile Computing" vor mir her zu schieben.

 

Das ist es bisschen blöd, wenn man eigentlich mit dem Modul fertig ist, aber es dauert noch bis zur Prüfung. Natürlich müsste man den Stoff immer wieder mal wiederholen, damit alles frisch im Gedächtnis bleibt. Das macht aber weniger Spaß als etwas neues zu lernen.

 

So kam es jedenfalls dazu, dass ich auch mal einen "Triple" gemacht habe. Ist ja auch gut gegangen, aber regelmäßig brauche ich das nicht.

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