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Über diesen Blog

Seit September 2015 studiere ich berufsbegleitend Web- und Medieninformatik bei Springer Campus. Mein Ziel ist der Bachelor of Science in Web- und Medieninformatik. In diesem Blog möchte ich rückblickend über von mir abgeschlossene Module des Studiums berichten.

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kurtchen

Hier kommt die Fortsetzung meines Berichts über den Springer Campus Präsenztag am 10.03.2018.

 

12:15 Uhr - Vortrag: Big Data, Prof. Dr. Uwe Schmitz, FH Dortmund

 

Ich gebe die Inhalte des Vortrages auf der Grundlage eigener Notizen in knapper Form wieder.

 

Ausgangssituation

  • Es ist zu erwarten, dass Industrie 4.0 die Industrieproduktion verändern wird.
  • Es fallen massenhaft strukturierte Daten aus operativen Informationssystemen an.
  • Hinzu kommen massenhaft unstrukturierte Daten, z.B. aus sozialen Netzwerken.
  • Viele der anfallenden Daten bleiben noch ungenutzt.

 

Was kennzeichnet Big Data?

  1. Volume (Umfang): Das Datenvolumen steigt jedes Jahr im den Faktor 40.
  2. Variety (Vielfalt): Es gibt eine Vielfalt der Formate und der Quellen. Daten können strukturiert, unstrukturiert und halbstrukturiert vorliegen. Strukturierte Daten kennzeichnen klassische Datenbanken. Unstrukturierte Daten sind z.B. Photos, Videos oder Audiodateien. Halbstrukturierte Daten sind z.B. E-Mails oder Word-Dokumente.
  3. Velocity (Geschwindigkeit): Hier geht es um die Geschwindigkeit, mit der Daten generiert und ausgewertet werden. Velocity hat zwei Aspekte. Zum einen die Geschwindigkeit, mit der Daten verarbeitet werden. Zum anderen die Geschwindigkeit, in der Daten sich ändern. Heute möchte man Updates möglichst in Echtzeit, d.h. die Geschwindigkeit der Verarbeitung soll mit der Geschwindigkeit der Veränderung Schritt halten.
  4. Veracity (Richtigkeit): Dies betrifft die Datenqualität. Man möchte wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Wert valide ist. Beispielsweise müssen Stromerzeuger recht zuverlässig wissen, wie das Wetter der nächsten Tage wird, denn das beeinflusst Produktion und Verbrauch von Strom.
  5. Value (Mehrwert): Das Sammeln und Auswerten von Daten ist kein Selbstzweck. Die dazu nötigen Investitionen müssen sich lohnen.

 

Aktuell bedeutsame Datenquellen sind noch immer Transaktionsdaten, Protokolldaten, Ereignisdaten. Transaktionsdaten werden seit Jahrzehnten in klassischen relationalen Datenbanken erfasst. Auch Log-Dateien gibt es seit langem. Für die Zukunft werden große Zuwächse bei anderen Datenquellen prognostiziert, z.B. bei Social Media, Sensordaten oder Geodaten.

 

Die gesammelten Daten sind potentiell in allen Unternehmensbereichen nützlich, also z.B. im Vertrieb, in Finanzen & Controlling, im Marketing, in der Produktion, der Logistik, im Supply-Chain-Management und im Kundenservice.

 

Big Data Technologie leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Industrie 4.0. Zu nennen sind vier Bereiche:

  1. Smart Factory: Sensoren schaffen bessere Planungsfähigkeit.
  2. Smart Operations: Vernetzte Produktion ermöglicht flexible Steuerung der Produktion.
  3. Smart Service: Durch Vernetzung von Produkt und Hersteller und werden neue Dienstleistungen möglich.
  4. Smart Products: Hier gab es eine kleine Diskussion über die Frage, was ein smartes Produkt kennzeichnet.

 

Beispiel Netflix

 

Die Plattform versucht vorauszusagen, was Nutzer künftig sehen wollen. Nutzerprofile werden dazu ausgewertet, z.B. Korrelationen, wann ein begonnener Film abgebrochen wurde. Auf diese Weise werden Präferenzen für Schauspieler, Inhalte, Themen und ähnliches für bestimmte Nutzergruppen ermittelt. Dies hat Auswirkungen auf die Produktion von Serien. Zum Beispiel wurde die bekannte Serie "House of Cards" auf der Grundlage solcher Nutzerdaten produziert. (Eigene Anmerkung: Natürlich haben Produzenten von Filmen und Serien immer versucht, den Geschmack ihrer Zielgruppen zu treffen. Neu erscheint mir hier, die Geschwindigkeit der Rückkopplung und die Verknüpfung von Informationen. Früher konnte man sagen, dass die Einschaltquoten für eine Serie zurückgegangen sind. Für jeden Zuschauer, der abspringt, kann man heute sagen, was er stattdessen geschaut hat.)

 

Big Data Technologien verändern die Datenhaltung, den Datenzugriff, die analytische Verarbeitung, die Datenintegration und die Visualisierung.

 

Beispiel Datenhaltung

 

In-Memory-Datenbanken laden bei Programmstart den kompletten Datenbestand in den Hauptspeicher. Dies erhöht die Geschwindigkeit der Verarbeitung erheblich. Die Datenbankserver müssen dann natürlich besonders gegen Stromausfälle gesichert werden, z.B. durch Akkus. In zeitlichen Abständen gibt es Backups auf nicht-flüchtige Datenspeicher (Save Points). Diese Datenbanken können viele Terrabytes umfassen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit entfällt der bisherige ETL-Prozess. (ETL steht für Extract, Transform, Load. Bislang mussten Daten aus operativen Systemen aufbereitet und verdichtet werden, bevor man sie analysieren konnte. In-Memory-Datenbanken sind schnell genug, um direkt auf den vollständigen operativen Datenbeständen zu arbeiten.) Vorteile sind z.B. schnelle Reaktion auf Preisschwankungen, schnelle Sperrung bei Missbrauchsverdacht, schnelle Reaktion auf aufkommende Gerüchte (Shitstorm-Erkennung!), Verringerung von Out-of-shelf-Problemen, positiveres Image durch schnellere Reaktion auf Kundenanfragen. Ein Beispiel für eine In-Memory-Datenbank wäre SAP Hana.

 

Beispiel Sentiment-Analyse

 

Bei der Sentiment-Analyse geht es darum, wie eine Person zu etwas steht. So gibt es mittlerweile Standard-Extraktoren für Posts auf Plattformen wie Twitter und Facebook über standardisierte Schnittstellen. Diese ermitteln z.B. Korrelationen zwischen Schlüsselwörtern und Adjektiven wie "successful" oder "bad". Auf die Weise kann man nicht nur schnell ermitteln, wie ein Produkt, ein Service oder eine Organisation wahrgenommen wird, sondern auch, wie diese Wahrnehmung sich aktuell verändert. Das kann man im Marketing und in der Öffentlichkeitsarbeit nutzen.

 

Anforderungen

 

Um Big Data nutzen zu können, muss man verschiedene Arten von Anforderungen erfüllen:

  • Technische Anforderungen: Dazu zählen z.B. Skalierbarkeit, um mit dem rasanten Wachstum der Bestände Schritt halten zu können, aber auch Schnittstellen, um Daten aus immer vielfältigeren Quellen verknüpfen zu können.
  • Personelle Anforderungen: Es erweist sich als schwierig, Mitarbeiter mit den nötigen Kompetenzen zu beschaffen. Dazu später mehr bei den Herausforderungen.
  • Organisatorische Anforderungen: Man braucht Regelungen zum Umgang mit den neuen Daten. Auch Regelungen zum Datenschutz sind wichtig. (Wie man in jüngerer Zeit immer wieder erleben muss, kann sorgloser Umgang mit Kundendaten den Ruf eines Unternehmens nachhaltig schädigen.)
  • Projektspezifische Anforderungen: Hier geht es darum, Business-Cases zu finden, also Möglichkeiten, durch Analyse und Verknüpfung von Daten einen Mehrwert zu erzeugen. Dies könnten Einsparungen in der Produktion sein, eine schnellere Bereitstellung von Diensten als Mitbewerber, eine gezieltere Ansprache von Kunden durch Werbung, eine bessere Planung des Produktportofolios und vieles mehr.

 

Herausforderungen beim Einsatz von Big Data

 

Der Einsatz und die Einführung von Big Data Technologien ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden:

  • Fehlendes analytisches Know-How: Ideale Mitarbeiter haben Kenntnisse in Statistik, BWL und Informationstechnologie. Die Person, die diese Fähigkeiten kombiniert, nennt man Data Scientist. Offen bleibt die Frage, wie wahrscheinlich es ist, diese Kompetenzen tatsächlich häufig genug vereint in einer Person zu finden. Voraussichtlich wird man eher interdisziplinäre Teams bilden müssen.
  • Datenschutz: Hier geht es einerseits darum, was Unternehmen dürfen und müssen, und andererseits darum, wie Kunden auf Sicherheitslecks reagieren.
  • Fehlendes technisches Know-how
  • Datensicherheit: Wie verhindert man z.B. unauthorisierten Zugriff?
  • Kosten
  • Fehlender Business-Case
  • Die Geschäftsprozesse sind nicht reif genug für den Einsatz von Big Data

 

Wie etabliert man Big Data in einem Unternehmen?

 

Dafür gibt es das BITKOM-Vorgehensmodell:

  1. Assessment: Eine Ist-Analyse erfasst, was die aktuellen Daten sind und wie die aktuelle Systemlandschaft aussieht.
  2. Readyness: Neue Datenquellen werden eingebunden. Die Datenquellen werden vereinheitlicht.
  3. Implementierung und Integration: Die eigentliche Einführung einer Big Data Applikation.
  4. Konsilidierung und Migration
  5. Nutzung der neuen Daten
  6. Reportung und Predictive Analytics: Hier geht es um die Gewinnung neuer Einsichten, indem man unbekanntes und ungenutztes Wissen in den zusammengeführten Datenbeständen entdeckt.
  7. End-to-End-Prozesse: Man wandelt die gewonnenen Einsichten in Vorteile, indem man neue und bessere Geschäftsprozesse konzipiert und einführt. Im Grunde wird erst durch diesen Schritt der Nutzen realisiert.
  8. Optimierung und Tuning: Hier geht es um die Frage, wie eine künftige und bessere Systemlandschaft aussehen könnte. Damit schließt sich ein Kreis und die Phasen können erneut durchlaufen werden.

 

Erwarteter Nutzen

 

Durch den Einsatz von Big Data erwartet man vielfältigen Nutzen:

  • Bessere Informationen über das Informations- und Konsumverhalten der Kunden
  • Bessere Steuerung von Marketing und Vertrieb
  • Optimierte Logistik
  • Einschätzung von Marktpotentialen und Business Cases
  • Höhere Renditen durch optimierte Preisgestaltung: Das ist ein heißes Eisen. Technisch betrachtet, könnten Algorithmen eine Prognose erstellen, wie viel ein Kunde für ein Produkt oder eine Leistung zu zahlen bereit oder in der Lage ist. Sie könnten dann einen individuellen Preis je nach Größe des Geldbeutels und Ausgabenbereitschaft machen. (Eigene Anmerkung: Rechtlich ist das problematisch. Bekannt wurde zum Beispiel, dass Disneyland Paris unterschiedliche Preise je nach Herkunftsland der Kunden nahm.)
  • Wettbewerbsvorteile durch genauere Marktkenntnis

 

Reifegrad-Modelle

 

Reifegrad-Modelle beantworten die Frage: Ist mein Unternehmen reif genug, um Big Data Technologien einsetzen zu können? Ein Beispiel ist das Business Intelligence Maturity Model von Steria Mummert Consulting. Es unterscheidet fünf Stufe der Reife.

  1. Lokale Daten, bezogen auf bestimme einzelne Aufgaben
  2. Informationsinseln, z.B. nach Unternehmensbereichen
  3. Informationsintegration, d.h. die Daten sind unternehmensweit vernetzt
  4. Informations-Intelligence, d.h. die Daten sind logisch integriert
  5. Informationsgetriebenes Unternehmen

 

Zur Person

 

Prof. Dr. Uwe Schmitz betreut im Online-Studiengang B.Sc. Wirtschaftsinformatik die Module "Strategisches Management & Controlling" und "Grundlagen BWL".

 

Soweit zum ersten Vortrag des Präsenztages.

 

13:30 Uhr - Vortrag: DevOps, Dr. Hendrik Neumann (W3L AG)

 

Nach einer Pause gab es ab 13:30 Uhr einen weiteren Vortrag zum Thema "DevOps" von Dr. Hendrik Neumann (W3L AG), der ebenfalls interessant und aufschlussreich war. Allerdings machte sich an diesem Punkt bemerkbar, dass ich am gleichen Tag auch noch eine zweistündige Klausur geschrieben hatte. Die Qualität meiner Notizen war leider nicht mehr ausreichend, um die Inhalte hier detailliert wiederzugeben.

 

Fazit

 

Wichtig war wie immer auch der informelle Austausch mit anderen Studierenden. In Kombination mit dem gebotenen Programm war es die lange Anfahrt nach Dortmund wert. Allmählich kommt für mich die Zielgerade in Sicht. Allzu oft werde ich wohl nicht mehr Gelegenheit haben, an einem Präsenztag teilzunehmen. Mindestens einmal fahre ich aber noch nach Dortmund, wahrscheinlicher sogar zweimal. Ich werde hier im Blog berichten.

kurtchen

Bei Springer Campus sind Präsenztage zugleich auch Prüfungstage. Am Freitag, dem 09.03.2018 gab es drei Slots für schriftliche Prüfungen. Außerdem konnte man am Vormittag auch mündliche Prüfungen ablegen.

 

Ich bin am Freitag angereist, hatte aber keinen Prüfungstermin. Stattdessen hatte ich Gelegenheit vis-a-vis mit dem Professor zu sprechen, der meine Bachelorarbeit betreuen soll. Das erwies sich als ausgesprochen nützlich, weil man in der direkten Kommunikation vieles doch schneller klären kann als per E-Mail. Ein Ergebnis dieses Gespräches ist, dass ich nun auch meine Projektarbeit von ihm betreuen lassen möchte.

 

Die Projektarbeit und die Bachelorarbeit bauen bei mir thematisch nicht aufeinander auf. Deswegen war ich ursprünglich der Ansicht, hier verschiedene Betreuer wählen zu können. Inzwischen ist mir klar geworden, dass die Projektarbeit eine weitere Chance ist, sich mit den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens in der Informatik vertraut zu machen. Das ist für meine Bachelorarbeit natürlich nützlich und auch weitgehend unabhängig vom jeweils behandelten Thema. Ich hoffe, dass die kontinuierliche Betreuung durch EINEN Professor mir helfen wird, Rückmeldungen und Erfahrungen aus der Projektarbeit für meinen letzten Schritt zu nutzen.

 

Meine Klausur im Modul "Multimedia" hatte ich erst für Samstag, den 10.03.2018 angemeldet. Zwischen 8:30 und 10:30 Uhr war ich fällig. Der eigentliche Präsenztag ging dann nach einer kurzen Kaffeepause um 10:45 Uhr los.

 

10:45 Uhr - Aktuelles für Studierende

 

Frau Kreissig berichtete über neue Entwicklungen und Themen aus dem Studium. Zeitgleich lief nebenan eine Infoveranstaltung über die Studiengänge Web- und Medieninformatik, Wirtschaftsinformatik, Biologie, Chemie und Elektrotechnik. Wie üblich stellte Frau Kreissig zunächst das Team von Springer Campus vor. Anschließend ging es um die Ergebnisse der Umfrage. 160 Studierende wurden befragt. Es gab 36 Rückläufer. Ich gebe nur einige wenige für mich markante Ergebnisse wieder.

 

Als Studienmotivation wurde natürlich die Erlangung des Bachelors besonders häufig genannt. Aber noch häufiger wurde ein Interesse an persönlicher Weiterentwicklung angegeben. Vielleicht unterscheidet sich ja die Studienmotivation von Fernstudierenden, die in der Regel schon eine berufliche Qualifikation haben, an diesem Punkt von Präsenzstudierenden, für die es meist darum geht, einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss zu erlangen.

 

Von den Studierenden geschätzt wurde besonders die organisatorische Betreuung durch das Studienbüro, die festen Ansprechpartner und die inhaltliche Begleitung durch die Tutoren der Module. Auch die hohe Flexibilität im Studiengang wurde postiv bewertet.

 

Kritik gab es an der mangelnden Aktualität einzelner Module. Bei bestimmten Modulen gab es auch den Wunsch nach einem höheren Praxisbezug. Hier sollte man vielleicht im Hinterkopf haben, dass die meisten unserer Studierenden einschlägig beschäftigt sind und somit Theorie im Studium und Praxis im Beruf nebeneinander erleben. Dies ermöglicht womöglich Vergleiche, die typische Studienanfänger an Präsenzhochschulen so nicht ziehen können.

 

Nach einem kurzen Überblick über die Prüfungstermine bis zum nächsten Präsenztag im Sepember 2018 stelle Frau Kreissig neue Dozenten vor. Prof. Dr. Barghorn von der Jade-Hochschule (Wilhelmshaven, Oldenburg, Elsfleth) wird künftig Web-Design betreuen. Dr. habil. Andrea Hermann betreut Softwaretechnik 1 und 2. Prof. Dr. Uwe Schmitz übernimmt Strategisches Management & Controlling. Dieses Modul kann somit  wieder belegt werden. Dr. Hartwig übernimmt Softwaremanagement 1 und 2 sowie Selbst- und Zeitmanagement. Andrea Hermann betreut außerdem als Tutorin Wissenschaftliches Arbeiten.

 

Die Vorbereitungen für die Reakkreditierung der Studiengänge Web- und Medieninformatik sowie Wirtschaftsinformatik laufen. In diesem Zusammenhang dürfen die Studierenden damit rechnen, weitere Fragebogen zu erhalten.

 

Studierende wenden sich besonders häufig mit Fragen zum wissenschaftlichen Arbeiten an das Studienbüro. Aus gutem Grund ist das Modul Wissenschaftliches Arbeiten inzwischen ein Pflichtmodul. Das Studienbüro unterstützt bei der Suche nach Betreuern für die Projekt- und Bachelorarbeit. (Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Vermittlung sehr hilfreich ist. Präsenzstudierende kennen die Professoren aus den Lehrveranstaltungen und haben deshalb vielleicht schon eine Idee, wer sie bei einem bestimmten Thema gut betreuen könnte. Als Fernstudent profitiert man davon, dass die Mitarbeiter des Studienbüros eine Lotsenfunktion übernehmen, denn sie kennen die Professoren vor Ort.)

 

Wer gerne eine Projektarbeit oder seine Bachelorarbeit auf dem Präsenztag präsentieren möchte, ist eingeladen, sich an das Studienbüro zu wenden. (In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerne an die Präsentation einer Bachelorarbeit auf dem letzten Präsenztag, aus der ich für mich viel mitgenommen habe. Ich finde es ungemein nützlich, etwas über die Erfahrungen von Studierenden zu lernen, die einen Schritt weiter sind als man selbst.)

 

Gesellschaftliches Engagement im Fernstudium

 

Ein besonderer inhaltlicher Schwerpunkt an diesem Präsenztag war das Thema "Gesellschaftliches Engagement". Laut Frau Kreissig kommt dieses Thema in Fernstudiengängen oft zu kurz. Präsenzunis bieten ihren Studierenden viele Möglichkeiten, sich außerhalb ihres eigenen Studienganges zu engagieren. Neben Veranstaltungen des Studium generale, die den engen Horizont des eigenen Studienfachs erweitern und ergänzen sollen, gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich in der studentischen Selbstverwaltung und in studentischen Gruppen zu engagieren. Dies trägt einerseits dazu bei, das eigene Qualifikationsprofil um soziale, organisatorische und kommunikative Kompetenzen zu ergänzen. Aber unabhängig von diesem qualifizierenden Aspekt ist gesellschaftliches Engagement per se wünschenswert, auch für Fernstudierende.

Frau Kreissig stellte als Beispiel einige Projekte und Initiativen vor, die der Springer Verlag unterstützt. Diese sind zum Teil regional (z.B. am Standort Heidelberg), zum Teil international. Wer sich dafür interessiert, findet nähere Informationen auf der Springer Homepage. Darum überspringe ich diesen Teil hier.

 

Interessanter und für mich als Fernstudierenden konkreter fand ich die Frage, was für Möglichkeiten Fernstudierende selbst haben, sich neben Studium und Beruf gesellschaftlich zu engagieren. Ein bisschen skeptisch war ich schon, denn viel zeitlichen Spielraum sehe ich durch die Doppelbelastung von Beruf und Studium eigentlich nicht mehr. Frau Kreissig hat jedoch einige Möglichkeiten vorgestellt, die z.T. sogar einen gewissen Bezug zur Lebenssituation Studium haben. Ein paar möchte ich hier wiedergeben:

 

  1. Projekt- und Bachelorarbeit: Man könnte seine Projekt- oder Bachelorarbeit nicht in einem Unternehmen sondern in einer Non-Profit-Einrichtung oder einem sozial oder gesellschaftlich relevanten Bereich machen. (Hier fühle ich mich an den Studiengang Sozialinformatik der Hochschule Fulda erinnert, für den ich mich ja ursprünglich einmal interessiert hatte. Dort gehört zum Curriculum ein Softwareprojekt im sozialen Bereich. Die Idee finde ich zumindest nachdenkenswert, denn eine Projekt- und Bachelorarbeit muss man ja ohnehin schreiben.)
  2. Citizen Science: Viele wissenschaftliche Disziplinen profitieren von der ehrenamtlichen Mitwirkung von Laien. Ein Beispiel ist die Astronomie. Nach einer kurzen Online-Schulung können interessierte Laien etwa helfen, Hubble-Aufnahmen zu kategorisieren, die bislang noch nicht von Algorithmen ausgewertet werden können. (Auch in der Biologie ist man - etwa für Zwecke des Artenschutzes - stark auf ehrenamtliche Naturbeobachter angewiesen.) Interessant finde ich hier den Wissenschaftsbezug des Engagements.
  3. Social Hackathons: Hier treffen sich ehrenamtliche Programmierer, um in einem begrenzten Zeitrahmen für ein soziales Projekt eine digitale Lösung zu programmieren, etwa eine Web-Anwendung oder eine Homepage. Das hat einen klaren Bezug zum Informatik-Studium und ist eventuell sogar eine Empfehlung für künftige Arbeitgeber.

 

Neben diesen Möglichkeiten mit Studienbezug stellte Frau Kreissig auch einige eher allgemeine Möglichkeiten vor, sich neben Studium und Beruf gesellschaftlich zu engagieren. Ich möchte hier nur eine Möglichkeit wiedergeben, die wenig Zeit erfordert und potentiell lebensrettend sein kann. Wer alle zwei Jahre eine achtstündige Weiterbildung in Erster Hilfe besucht, kann sich am eigenen Arbeitsplatz als Ersthelfer zur Verfügung stellen. Unternehmen müssen ohnehin Ersthelfer ausbilden und benennen. Weil Mitarbeiter nicht nur am Arbeitsplatz sondern auch in öffentlichen und privaten Räumen unterwegs sind, profitieren indirekt auch Familien und die Gesellschaft davon, dass Menschen mit Kenntnissen in Erster Hilfe in der Nähe sind.

 

Den Abschluss des Vortrags bildete eine Verlosung eines Buches über KI.

 

Soviel zum Abschnitt "Aktuelles für Studierende". In einem meiner nächsten Beiträge möchte ich über den Vortrag "Big Data" von Prof. Dr. Uwe Schmitz berichten. Er betreut im Fernstudiengang das Modul "Strategisches Management & Controlling".

kurtchen

Modulbericht: Multimedia

Einbettung in den Studiengang

 

Das Modul "Multimedia" ist ein Pflichtmodul im Studiengang "Web- und Medieninformatik". Es ist eines von sechs Modulen des Schwerpunktes Web- und Medien. Für Studierende der Wirtschaftsinformatik ist es nicht Pflicht, sie können es aber als Wahlpflichtmodul belegen. Formal gibt es keine Zugangsvoraussetzungen. Das Modul "Web-Design & Web-Ergonomie" wird zwar zur Vorbereitung empfohlen, aber aus meiner Sicht ist das nicht nötig. Der Studienplan ordnet "Multimedia" ins vierte Fachsemester ein. Ich habe es später belegt, meine aber, dass man es genauso gut auch schon im ersten Semester hätte belegen können, denn es ist inhaltlich nicht eng an andere Module gekoppelt.

 

Das Modul "Multimedia" ist außerdem eines von fünf Modulen des Hochschulzertifikates "Web-Frontend-Programmierer". Studierende der Web- und Medieninformatik erwerben dieses Zertifikat mit ihren Pflichtmodulen fast automatisch. Lediglich das Wahlpflichtmodul "Web-Engineering" muss noch dazu belegt werden.

 

Das Lehrbuch

 

Das Buch "Dynamische Medien" von Maximilian Eibl hat einen Umfang von ca. 340 Seiten. Da beim Thema Multimedia naturgemäß viele Abbildungen nötig sind, ist die Textmenge überschaubar. Das Buch ist von 2011, was für ein Modul zu diesem Thema schon ein stattliches Alter ist. Damit sind ein paar Probleme verbunden, auf die ich später noch eingehe. So viel sei aber an dieser Stelle schon gesagt: Von allen Modulen, die ich bei Springer Campus belegt habe, erscheint mir dieses als dasjenige, das am dringendsten überarbeitet werden müsste.

 

Multimedia wird im Buch aus drei Blickwinkeln betrachtet:

  • Technik: Hier geht es darum, wie Bild, Video und Ton codiert und komprimiert werden. Auch wenn Formate und Codecs sich ändern, bleiben doch viele Prinzipien gleich.
  • Erstellung von Medien: Bilder, Videos und Audioaufnahmen müssen irgendwie erstellt oder zumindest bearbeitet werden. Dafür gibt es Tools wie Photoshop oder Adobe Flash. Das Bedienkonzept dieser Tools und die damit verbundenen Möglichkeiten werden im Kurs vorgestellt. Solche Produkte entwickeln sich rasch weiter und hier merkt man am deutlichsten, dass die letzte Überarbeitung des Moduls schon einige Jahre zurück liegt.
  • Auswahl und Einsatz von Medien: Hier geht es um die Frage, welche Arten von Medien für welche Zwecke und welche Zielgruppe geeignet sind. Für die hier vermittelten Prinzipien ist zu erwarten, dass sie keinem so raschen Wandel unterworfen sind.

 

Kapitel: Bild

 

Ein Verständnis von digitalen Bildern und Bildformaten ist hilfreich für ein späteres Verständnis von Video und Videoformaten. Darum die nachvollziehbare Entscheidung des Autors, sich zunächst mit statischen Bildern zu befassen.

 

Es geht um Pixel, Bildgrößen, Farbtiefe, Farbmodelle, die Pixeldichte in verschiedenen Medien und insbesondere um die Datenmengen, die aus diesen grundlegenden Werten resultieren. Der Autor geht auf verschiedene Dateiformate zur Speicherung von (Pixel-)Grafiken ein und welche Vorzüge sie für welche Anwendungsbereiche haben. Beispiele sind GIF, JPEG, PNG, RAW, TIF. Hier wird auch kurz skizziert, wie verlustfreie und verlustbehaftete Kompression funktioniert.

 

Das Kapitel liefert einen kurzen Einblick in Adobe Photoshop. Mich stört hier ein wenig die ausschließliche Bezugnahme auf das Produkt eines bestimmten Herstellers, auch wenn man im Fall von Photoshop von einem Standard sprechen muss. Hier hätte man meiner Meinung nach zumindest anreißen können, dass es auch quelloffene Alternativen gibt. Das hätte das ganze etwas neutraler gemacht.

 

Es folgen Abschnitte über die Technik von Digitalkameras. Hier geht es um Chipgrößen, die Unterscheidung von Farben durch den Einsatz von Bayer-Filtern, Sensoren, Objektive, Autofokus, Blende, Verschlusszeiten und dergleichen. Wer eine digitale Spiegelreflexkamera besitzt, nicht immer nur die Automatik verwendet sondern auch einmal selbst die verschiedenen Möglichkeiten zur Bildgestaltung genutzt hat, wird hier nicht viel Neues erfahren. Wer solche Erfahrungen noch nicht gemacht hat, bekommt eine knappe Einführung. Ganz gut gefallen hat mir die Berechnung des Bildwinkels aus Brennweite und Chipgröße, wodurch man z.B. abschätzen kann, welcher Brennweite bei Kleinbildfilm das Objektiv einer Digitalkamera entspricht.

 

Vermisst habe ich hier einen Abschnitt über 2D-Vektorgrafik, etwa am Beispiel SVG, das ja auch gut fürs Web geeignet ist. Hier hätte man auch einen inhaltlichen Bezug zum Modul "XML" herstellen können.

 

Kapitel: Audio

 

Den Anfang machen hier Überlegungen zur Physik von Schallwellen und zum Vorgang der Digitalisierung. Zur Sprache kommt z.B. das Nyquist-Theorem. Es besagt, dass die Abtastrate mehr als das doppelte der höchsten im Signal enthaltenen Frequenz betragen sollte. Für Audio werden nur zwei Dateiformate vorgestellt: Wave und MP3. Im Abschnitt zur MP3-Codierung wird immerhin skizziert, welche psychoakkustischen Erkenntnisse dieser zugrunde liegen. Interessant ist etwa der Effekt der Rückwärtsmaskierung. Eine laute Frequenz überdeckt leisere Frequenzen nicht nur im Moment ihres Auftretens sondern paradoxerweise schon bis zu 20 Millisekunden bevor sie erklingt. Das liegt daran, dass laute Frequenzen von unserer Wahrnehmung schneller verarbeitet werden. Die lauten Reize können also kurz zuvor aufgenommene leisere Reize "überholen" und diese somit rückwirkend verdecken. Wie die MP3-Codierung im Detail algorithmisch funktioniert versteht man so zwar noch nicht, aber man begreift zumindest, was diese möglich macht.

 

Der Aspekt Erstellung und Bearbeitung wird hier am Beispiel Adobe Soundbooth gezeigt. Das gibt es inzwischen gar nicht mehr (aber das Nachfolgeprodukt Audition CC). Die gezeigten Möglichkeiten hätte man meiner Meinung nach genauso gut am Beispiel des quelloffenen Programms Audacity vermitteln können.

 

Mir hätte gefallen, wenn weitere Audioformate vorgekommen wären, z.B. das freie Format OGG. Gut gefunden hätte ich auch, wenn der Autor nicht allein auf Audioformate sondern auch auf Dateiformate zur Speicherung von Musikinformation eingegangen wäre. Beispiele dafür wären MIDI und MusicXML. Da MIDI und MusicXML Notenereignisse und nicht Schallwellen beschreiben, kann man diese Dateien zum Beispiel maschinell nach bestimmten musikalischen Mustern durchsuchen. Es ist ein anderer Ansatz zur Speicherung von Musik und steht zu Audioformaten etwa in der Relation wie Vektorgrafik zu Pixelgrafik. Abgesehen von diesen offen gebliebenen Wünschen war ich mit diesem Kapitel aber zufrieden.

 

Kapitel: Video

 

Hier geht es um Codecs zur Videokompression. Man erhält eine Vorstellung, wie diese funktionieren. Die geht zwar nicht tief genug, um so etwas selbst nachprogrammieren zu können, aber im wesentlichen versteht man, was dabei abläuft. Es folgt ein sehr knapper Einblick in die Videobearbeitung mit Adobe Premiere und die Einbindung von Titeln und Ton.

 

Es fällt auf, dass insbesondere die genannten Auflösungen im Zeitalter von Videostreams mit 4K anachronistisch wirken. Das macht das hier beschriebene aber nicht falsch oder irrelevant. Eine Einordnung der Themen in den aktuellen Nutzungskontext würde hier als Überarbeitung durchaus genügen.

 

Kapitel: 2D-Animation mit Flash

 

Das Thema 2D-Animation wird am Beispiel Adobe Flash abgehandelt. Hier muss man unterscheiden zwischen Adobe Flash zur Erstellung von 2D-Animationen und dem Flash-Player, der früher nötig war, um Animationen im Browser abspielen zu können. Letzterer ist wegen zahlloser Sicherheitslücken in Verruf geraten. Internetnutzer brauchen ihn nicht mehr, weil HTML5 die Einbindung von Video und Audio auch ohne ein proprietäres Plugin unterstützt. Mobile Geräte von Apple unterstützen Flash schon seit längerem nicht mehr, ohne das deren Nutzer deswegen auf multimediale Inhalte verzichten müssten.

 

Aber 2D-Animationen müssen ja auch irgendwie erstellt werden. Dies wird im Kurs also am Beispiel Adobe Flash gezeigt. Der Kurstext ist tatsächlich eine Art knappes Tutorial, wie man verschiedene Arten von Animationen mit Flash erstellt. Dabei kommen z.B. Features wie Formtweening zur Sprache. Mit knapp 70 Seiten nimmt dieses Kapitel einen recht großen Raum ein. In der Lernplattform gibt es zusätzlich eine knappe Einführung in ActionScript. Flash heißt inzwischen Adobe Animate und die damit erstellten Animationen lassen sich selbstverständlich in Formaten auswerfen, die man direkt per HTML5 einbinden kann.

 

Eine Bezugnahme auf Adobe Animate wäre eine naheliegende Möglichkeit, das Modul zu aktualisieren und gleichzeitig das bisherige Konzept zu erhalten. Auch hier würde ich mir wünschen, wenn Alternativen zumindest knapp vorgestellt würden.

 

Kapitel: 3D-Animation mit VRML

 

Dieses Kapitel ist die große Baustelle des Moduls. Von VRML hatte ich noch nie gehört. Es handelt sich um eine Beschreibungssprache für 3D-Welten, die übers Internet übertragen und mittels eines Plugins im Browser gerendert werden können. Die Syntax erinnert stark an JSON. Mag sein, dass das im Jahr 2011 noch als vielversprechende Technologie erschien. Ich musste erst mal suchen, wie ich für mein System einen Viewer auftreibe, mit dem ich die Codebeispiele aus dem Kurs ausprobieren konnte.

Am Ende des Kapitels wird auf den prospektiven Nachfolger von VRML eingangen. X3D ist im wesentlichen VRML mit XML-Syntax. Auch diese Technik scheint mir nicht sehr relevant zu sein.

 

Die Behandlung von WebGL wäre eine Möglichkeit, den Kurs zu aktualisieren und zugleich des bisherige Konzept zu erhalten. WebGL wird von gängigen Browsern unterstützt.

Lieber wäre mir gewesen, man hätte eine 3D-Bibliothek einer gängigen Programmiersprache vorgestellt. Alternativ hätte man auch einen Schritt zurück gehen können, um zu untersuchen, wie 3D-Vektorgrafik grundsätzlich funktioniert. Die nötigen Grundlagen in linearer Algebra wären ja durch das Modul "Mathematik für Informatik" und auch durch das Kapitel "Grafik" im Modul "Angewandte Mathematik" vorhanden. Damit hätte man die Perspektive Technik stärker behandelt.

 

Kapitel: Einsatz dynamischer Medien

 

Im letzten Kapitel geht es um Auswahl und Einsatz dynamischer Medien für verschiedene kommunikative Zwecke und Nutzergruppen. Grundlage ist die DIN EN ISO 14915. Der Autor stellt zunächst verschiedene Informations- und Medientypen vor, um dann Kriterien für Auswahl und Kombination von Medien - z.B. in Webseiten - zu entwickeln. Dieses Kapitel hat mir sehr gut gefallen, insbesondere weil zu erwarten ist, dass die hier vermittelten Inhalte eine höhere Halbwertszeit haben, da sie nicht an bestimmte Technologien gebunden sind.

 

Nur kurz erwähnt wird das Thema behindertenfreundliche Gestaltung. Ich freue mich, dass es überhaupt den Weg ins Modul gefunden hat, aber für eine Neuauflage würde ich mir wünschen, dass es ein wenig mehr Raum bekommt. Dies ist dann allerdings auch meine einzige Kritik an dem ansonsten gelungenen Kapitel.

 

Die Einsendeaufgaben

 

Die Einsendeaufgaben im Modul zielten mir insgesamt zu stark auf Wissensreproduktion und ich fand sie auch zu leicht. Die Rückmeldungen meines Tutors kamen sehr zügig, was bei den Aufgabentypen allerdings auch nicht überraschend war. Lediglich die Online-Klausur war ein bisschen fordernder. Hier sollte ein Konzept für eine multimediale Präsentation zu einem technischen Vorgang erstellt werden. Dies bezog sich natürlich in erster Linie auf das Kapitel 7 zur Auswahl und Mischung von Medien. Hier durfte man ein bisschen kreativ sein. Ansonsten hätte es schon schwieriger sein dürfen.

 

Die Präsenzklausur

 

Da ich von den Kapiteln zu Flash und VRML nicht so begeistert war, ging ich diesmal mit geringeren Ambitionen in die Präsenzklausur. Der Prüfer hat seine Sache aber gut gemacht. Die Mehrheit der Fragen bezog sich auf Grundlagenwissen, das nicht an bestimmte Technologien und Produkte gebunden ist. Auch das Kapitel zur Auswahl und Mischung von Medien spielte eine große Rolle. Hier musste man wieder ein Konzept erstellen, um mittels Medien bestimmte Inhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. Dazu gehörten auch kleine Skizzen. Die Klausurfragen haben viel dazu beigetragen, dass ich am Ende durchaus das Gefühl hatte, aus diesem Modul noch einiges mitgenommen zu haben..

 

Zu erwähnen ist, dass dies eine Klausur ohne Hilfsmittel ist. Man darf einen einfachen Taschenrechner benutzen. Eine Formelsammlung wird zur Verfügung gestellt.

 

Fazit

 

Insgesamt bleibt es bei meiner Einschätzung: Von allen Modulen, die ich bei Springer Campus belegt habe, müsste dieses am dringendsten überarbeitet werden. 

Man könnte das Pferd natürlich auch mal komplett anders aufzäumen. Warum nicht ein Modul zur Grafikprogrammierung mit engen Bezügen zu den Modulen Mathe2 und Mathe3? Oder wie wäre es mit einem Modul zur Datenvisualisierung (etwa mit JavaScript) mit enger Anbindung an die Inhalte des Moduls Statistik? Ich finde, beides würde gut ins Gesamtkonzept des Studienganges passen.

 

Den Studienbereich "Web- und Medieninformatik" habe ich mit diesem Modul nun jedenfalls abgeschlossen und es gibt in diesem Bereich auch keine Wahlpflichtmodule mehr, die ich belegen könnte. Als nächstes steht das Pflichtmodul "IT-Recht" an, dass ich laut Studienplan eigentlich schon im ersten Semester hätte belegen sollen. Außerdem müsste ich allmählich mit meiner Projektarbeit beginnen.

kurtchen

Modulbericht: Software-Management 1

Das Modul "Software-Management 1" ist ein Pflichtmodul in den Studiengängen "Web- und Medieninformatik" und "Wirtschaftsinformatik". Es ist für das 4. oder 5. Semester vorgesehen. Als fachliche Grundlagen werden die Module "Grundlagen der Informatik 1-3" genannt. Es wird also im wesentlichen erwartet, dass man Kenntnisse in objektorientierter Programmierung hat. Mit Software-Technik muss man sich noch nicht unbedingt auskennen. "Software-Management 1" ist auch Bestandteil des Hochschulzertifikates "Software-Manager".

 

Ich habe das Modul recht spät belegt, weil ich das Thema nicht unbedingt zum Anbeißen fand. Damit bin ich anscheinend nicht alleine. In Gesprächen mit Kommilitonen habe ich den Eindruck gewonnen, dass Software-Management kein Thema ist, für das sich Informatik-Studenten begeistern. Das der Autor des Lehrbuches, Herr Balzert, sogar in seinem Vorwort. In seinen Vorlesungen zum Software-Management hat er regelmäßig gefragt, wer denn gerne Software-Manager werden wollte. Meistens meldete sich niemand. Seine Studenten äußerten, Software-Management sei eher etwas für BWLer. Ich muss zugeben, dass ich ähnlich empfinde.

 

Lehrbuch

 

Das Lehrbuch "Softwaremanagement" stammt aus der Feder von Herrn Balzert und ist mit der gleichen Gründlichkeit verfasst wie seine anderen Lehrbücher. Ich schätze seinen Schreibstil und seine didaktischen Fähigkeiten sehr, aber als dieses Buch mit der Post kam, war ich zunächst einmal eingeschüchtert: An die 700 Seiten Lehrtext zuzüglich Anhänge.

 

Das Lehrbuch ist aber für 2 Module vorgesehen, nämlich auch für "Software-Management 2", das kein Pflichtmodul ist. Nur wenig mehr als 200 Seiten beziehen sich auf das Modul "Software-Management 1". Zur meiner anfänglichen Überraschung sind das die letzten 200 Seiten. Das Buch behandelt nämlich zunächst einmal ausführlich allgemeine Management-Prinzipien und arbeitet dann heraus, wie diese sich im Software-Management konkretisieren. Pflicht für alle Studierenden sind lediglich die Kapitel zu Prozess- und Qualitätsmodellen, die einen ganz klaren Software-Bezug haben.

 

Obwohl es relativ wenig Lesestoff ist, war die Bearbeitung des Moduls für mich mühsam. Prozess- und Qualitätsmodelle sind für mich leider kein spannender Lesestoff, auch wenn ich anerkennen möchte, dass der Autor hier wieder einmal sehr gründlich gearbeitet hat. Wer mit dem Thema etwas anfangen kann, darf im Wahlpflichtbereich dann noch das Modul "Software-Management 2" belegen und sich dann damit beschäftigen, wie Softwaremanagement mit allgemeinen Management-Prinzipien zusammenhängt.

 

Inhalte & Themen

 

Da ich leider keinen innigen Bezug zu den Themen des Moduls entwickeln konnte, handele ich die Inhalte diesmal relativ knapp ab.

 

Das Kapitel "Was ist ein Prozessmodell?" behandelt Notationen und Werkzeuge sowie Anforderungen an Geschäftsprozesse. Hier gibt es gewisse inhaltliche Bezüge zum Modul "Geschäftsprozess-Management". Man ist im Vorteil, wenn man das schon bearbeitet hat.

 

Das etwas umfangreichere Kapitel "Was ist ein Qualitätsmodell?" behandelt FCM- und GQM-Modelle. Hier sehe ich Bezüge zum Modul "Software-Technik 2".

Es folgt ein eigenes Kapitel zum Thema Qualitätsmanagement. Hier werden konstruktive und analytische Maßnahmen der Qualitätssicherung unterschieden. Das war schon einmal Thema im Modul "Grundlagen der Informatik 2". Man sieht also, dass dieses Modul durchaus sinnvoll in das Gesamt-Curriculum des Studiengangs eingebettet ist. Ich finde es immer gut, wenn Zusammenhänge zwischen Modulen erkennbar sind. Natürlich ist es didaktisch auch hilfreich, wenn Themen wiederkehren und aus neuen Blickwinkeln betrachtet werden.

 

Die ersten drei Kapitel bilden sozusagen das theoretische und begriffliche Fundament für die folgenden. Es geht nun um manuelle Prüfmethoden: Inspektion, Review, Walkthrough. Die werden ja später im Studiengang noch einmal im Modul "Softwaretesten" behandelt.

 

Im Kapitel "Basismodelle" lernt man verschiedene Entwicklungsmodelle kennen:

  • sequentielles Modell
  • nebenläufiges Modell
  • inkrementelles Modell
  • evolutionäres Modell
  • komponentenbasiertes Modell
  • Prototypen-Modell
  • Modell für geographisch verteilte Entwicklungen
  • Modell für Produktfamilien
  • QS-erweiterte Modelle
  • V-Modell
  • Spiralmodell
  • und deren Kombinationsmöglichkeiten

 

Die Aufzählung macht deutlich, dass der Autor viele Fälle unterscheidet. Bei jedem Modell geht es um Vorzüge und Probleme, die es für bestimmte Entwicklungsszenarien geeigneter machen als für andere. Dieses Kapitel war für mich eines der interessanteren.

 

Besonders trockene Kost war für mich das Kapitel "Rahmenmodelle". Ich nenne nur ein paar Schlagworte: CMMI, SPICE-/ISO15504, ISO12207, ISO9000, ISO9001ff, TQM. ISO900x kannte ich bereits aus dem Kontext meiner aktuellen beruflichen Tätigkeit im Sozialbereich. Grob zusammengefasst geht es um verschiedene Ansätze, Qualitätsmanagement-Systeme aufzubauen.

 

Das Kapitel "Monumentale Modelle" behandelt ausführlich das V-Modell XT. XT steht dabei für Extreme Tailoring, also die behauptete Anpassungsfähigkeit des Modells. Weiterhin werden RUP, PSP und TSP vorgestellt.

 

Recht spannend fand ich dagegen das Kapitel zu agilen Modellen. Hier bin ich gegen Ende des Moduls noch einmal regelrecht aufgewacht, denn die Verfechter dieser Modelle formulieren z.T. ungewöhnliche Standpunkte, die sie recht selbstbewusst vertreten. Das liest sich erfrischend anders. Themen sind eXtreme Programming, Industrial XP, eXtreme Programming 2, Feature Driven Development, Scrum und die Crystal-Familie.

 

Im letzten Kapitel geht es noch einmal um den Vergleich von monumentalen und agilen Modellen und Kriterien der Auswahl.

 

Klausur

 

In der Präsenzklausur gab es recht viele Aufgaben, die sich im Bearbeitungsaufwand stark unterschieden. Vermutlich war hier das Ziel, einerseits die Inhalte breit abzudecken und andererseits auch mal zu schauen, wie tief das Verständnis der Studierenden denn reicht.

 

Ich hatte leider etwas Pech bei den Aufgaben. Schwächen hatte ich eher bei den Punktebringern. Sicher fühlte ich mich bei den Aufgaben mit weniger Punkten. Insgesamt sind die Aufgaben eher vom Typ Wissensreproduktion. Dies ist ein Modul, bei dem Auswendiglernen von Fakten benotungsrelevant ist. So etwas liegt mir nicht besonders. Bei erster konservativer Schätzung meinte ich, die Hälfte der Punkte sicher zu haben, so dass ich zumindest erwartete, bestanden zu haben.

 

Ich neige dazu, vorsichtig zu schätzen. Mein Ergebnis war gar nicht mal so schlecht. Da ich mir beim Abschlusstest und der Online-Klausur ein paar Bonuspunkte erarbeitet hatte, war die Endnote dann wirklich OK.

 

Fazit

 

"Software-Management 1" war für mich zähe Kost. Interessant waren für mich in erster Linie die Kapitel zu Basismodellen und agilen Modellen. Besonders trocken fand ich die Rahmenmodelle. Ich glaube nicht, dass der Kursautor viel hätte besser machen können, um mir diese Inhalte irgendwie schmackhafter zu präsentieren. Das Modul ist geschafft. Es war für mich das letzte im Studienbereich "Software-Technik". Diesen großen Block konnte ich also nun hinter mir lassen.

 

Ich werde wohl auch nicht in Versuchung kommen, "Software-Management 2" als Wahlpflichtmodul zu belegen. Das Lehrbuch liegt mir ja vor. Die Kapitel zu den allgemeinen Management-Prinzipien sehen auch tatsächlich spannender aus als die Inhalte von "Software-Management 1". Aber es bleibt dabei: Software-Management ist kein Thema, für das ich mich begeistern kann.

kurtchen

Modulbericht: Softwaretesten

Zur Rolle des Moduls im Studium

 

Das Modul "Software-Testen" ist ein Pflichtmodul im Studiengang "Web- und Medieninformatik". Es wird dort dem Studienbereich "Softwaretechnik" zugerechnet. Formal darf das Modul jederzeit belegt werden, aber als fachliche Grundlage werden viele andere Module empfohlen: 

  • Grundlagen der Informatik 1
  • Grundlagen der Informatik 2
  • Grundlagen der Informatik 3
  • Softwaretechnik 1
  • Softwaremanagement 1

 

Diese Empfehlung finde ich im Großen und Ganzen plausibel, auch wenn ich selbst das Modul "Softwaremanagement" nocht nicht belegt hatte. Aufgrund der vielfältigen Voraussetzungen wundert es nicht, dass die Belegung erst für das 5. Fachsemester empfohlen wird. Es ist also eines der letzten Pflichtmodule.

 

Für den Studiengang "Wirtschaftsinformatik" ist das Modul nicht vorgesehen, nicht einmal im Wahlpflichtbereich. Es ist aber ein Baustein des Hochschulzertifikates "Software-Manager".

 

Das Lehrbuch

 

Das Buch "Basiswissen Testen von Software" von Torsten Cleff hat knapp 300 Seiten. Der Umfang ist für ein Modul bei Springer Campus also unterdurchschnittlich. Ziel des Lehrbuches ist, Grundwissen zu Testtechniken aber auch zu Prüftechniken zu vermitteln, so dass Fehler möglichst früh entdeckt und behoben werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Kosten für die Behebung von Fehlern umso niedriger ausfallen, je früher ein Fehler entdeckt wird. Gemeint sind hier nicht nur Fehler im Quellcode, an die ich zu Beginn des Moduls als erstes gedacht habe. Fehler können auf allen Ebenen der Software-Entwicklung passieren, z.B. auch beim Erfassen von Anforderungen, bei der objektorientierten Analyse oder beim Entwurf, also bevor auch nur die erste Zeile Code geschrieben ist.

 

Grundlagen

 

Im ersten Teil des Buches werden vor allem Begriffe geklärt. Interessant war für mich z.B. die Unterscheidung von Teststufen, die jeweils mit Entwicklungsstufen eines Softwaresystems korrespondieren. Zu den vertraglichen Anforderungen an ein Software-Produkt gehört ein Abnahmetest, zur Produktdefinition ein Systemtest, zum Produktentwurf ein Integrationstest und zum Komponentenentwurf ein Komponententest.

 

Nun ist klar, dass der Komponententest der erste Test ist, den man machen kann, wenn Quellcode vorliegt. Erst kann man die Integration von Komponenten testen und so fort. Die Teststufen folgen also in entgegensetzter Reihenfolge wie die Entwicklungsstufen. Visualisiert man diesen Ablauf, steigt man vom Anforderungsdokument Stufe um Stufe hinab bis zur Implementierung und arbeitet sich dann mit den Tests Stufe im Stufe wieder hinauf bis zu den Anforderungen. Der visualisierte Ablauf hat die Form des Buchstabens V, weshalb man auch vom V-Modell spricht.

 

Interessant sind auch die verschiedenen Integrationsstrategien. Bei der Bottom-up Integration, baut und testet man zunächst Komponenten, die keine Dienste untergeordneter Komponenten in Anspruch nehmen. Dann baut und testet man die Komponenten, die auf diesen aufsetzen. So arbeitet man sich Stufe für Stufe nach oben. Ein Vorteil dieser Strategie ist, dass man keine Platzhalter programmieren muss. Der Nachteil ist, dass man das Zusammenspiel der Komponenten im Großen erst spät testen kann. Darum gibt es auch eine Top-down Integrationsstrategie. Hier werden möglichst bald Komponenten höherer Ordnung getestet. Da diese untergeordnete Komponenten brauchen, die noch nicht vorliegen, muss man viele Platzhalter programmieren. Dafür bekommt man früh einen Eindruck des Gesamtsystems aus Benutzersicht.

 

Interessant waren auch die verschiedenen nicht-funktionalen Testverfahren. So werden z.B. bei einem Stresstest die definierten Leistungsgrenzen eines Systems bewusst überschritten, etwa um zu testen, ob das System nach einer Überlastung wieder in den Normalzustand zurückkehren kann.

 

Testfälle entwickeln

 

Diesen Kursabschnitt betrachte ich als den inhaltlichen Kern des Moduls. Der größte Anteil der Einsendeaufgaben aber auch der Aufgaben in der Online- und Präsenzklausur bezieht sich hierauf.

 

Black-Box-Tests

 

Zunächst geht es um spezifikationsorientierte Testtechniken. Komponenten sollen zu bestimmten Kombinationen von Eingabewerten eine Ausgabe entsprechend der Spezifikation liefern. Diese Tests werden auch als Black-Box-Tests bezeichnet, weil hier nicht interessiert, wie eine Komponente intern arbeitet. Es geht allein darum, ob sie zu gegebenen Eingaben die erwarteten Ausgaben liefert.

 

Die erste derartige Testtechnik ist die funktionale Äquivalenzklassenbildung. Hier fasst man gleichwertige Eingabewerte zu einer Klasse zusammen, aus der man einen Repräsentanten auswählt. Getestet wird nur mit dem Repräsentanten, was den Testaufwand beträchtlich reduziert. Da die Erfahrung zeigt, dass Fehler vor allem an Klassen- und Intervallgrenzen auftreten, gibt es die Grenzwertanalyse. Hier wählt man als Repräsentanten Werte an den Grenzen eines Intervalls. Bei beiden Testtechniken ist wichtig, dass man gültige und ungültige Repräsentanten testet. Ungültige Repräsentanten sollten dann z.B. dazu führen, dass eine Exception geworfen wird.

 

Der Entscheidungstabellentest eignet sich, wenn eine natürlich-sprachliche Testbasis vorliegt. Er ermöglicht, die verschiedenen Kombinationen von Eingangsbedingungen übersichtlich darzustellen. Oft ist es dann möglich, Fälle zusammen zu fassen und die Tabelle auf diese Weise stark zu vereinfachen. Auch dies kann den Testaufwand erheblich reduzieren.

 

Bei der Ursache-Wirkungsanalyse visualisiert man die Beziehungen zwischen Ursachen und Wirkungen als Graph, dessen Kanten logische Verknüpfungen sind. Solche Graphen lassen sich in Entscheidungstabellen überführen.

 

Beim zustandsbezogenen Test modelliert man ein System als Zustandsautomaten. So kann man die Historie des Systems in den Test einbeziehen. Das Zustandsdiagramm lässt sich in eine Zustandstabelle und in eine Zustandsmatrix überführen. Daraus lassen sich wiederum Testfälle ableiten. Interessant ist diese Testart z.B. für Systeme aus der Automatisierungstechnik.

 

Auf höheren Teststufen gibt es den anwendungsfallbasierten Test. Ein konkreter Anwendungsfall wird als Use-Case-Diagramm modelliert. Auch hieraus lassen sich Testfälle ableiten.

 

White-Box-Tests

 

Während bei den spezifikationsorientierten Testtechniken nicht relevant ist, wie eine Komponente ihre Leistung erbringt (Black-Box-Test), muss man für die kontrollfluss-orientierten Testtechniken den Quellcode eines Programmes kennen. Darum werden diese auch als White-Box-Tests bezeichnet. Bei diesen Testtechniken visualisiert man den Kontrollfluss durch den Quelltext als Graph.

 

Beim Anweisungsüberdeckungstest möchte man durch geschickte Auswahl möglichst weniger Testfälle sicherstellen, dass alle Anweisungen des Quellcodes ausgeführt werden. Beim Zweigüberdeckungstest sollen die Testfälle nicht nur alle Anweisungen (Knoten) des Graphen abdecken. Auch alle Zweige (Kanten) sollen mindestens ein Mal durchlaufen werden. Dieser Test ist also umfassender als der Anweisungsüberdeckungstest. Noch weiter geht der Bedingungsüberdeckungstest. Er beschäftigt sich mit der Kombination von Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit ein Zweig durchlaufen werden kann. Diese lassen sich z.B. wie eine Digitalschaltung visualisieren. Beim Pfadüberdeckungstest müssen nicht nur alle Kanten durchlaufen werden, sondern jeder mögliche Pfad vom Startpunkt bis zum Endpunkt eines Programmes. Die Zahl möglicher Pfade wächst oft sehr schnell. Entsprechend wächst auch die Zahl nötiger Testfälle.

 

Erfahrungsbasiertes Testen

 

Freies Testen ist ein erfahrungsbasiertes Verfahren. Die Testfälle basieren auf Testhypothesen eines erfahrenden Testers. Da hier die Intuition eine große Rolle spielt, sind solche Verfahren schlecht formalisierbar und nicht leicht in den Entwicklungsprozess zu integrieren. Sie werden daher meist nur ergänzend eingesetzt.

 

Fehlerhypothesen lassen sich methodischer ableiten, wenn man auf der Grundlage bisher entdeckter Fehler Fehlerklassen bildet. Das sind Gruppierungen typischer Schwachstellen, die in vergangenen Tests an ähnlichen Systemen aufgefallen sind. Ein Beispiel für so eine Fehlerklasse wären etwa Fehler bei Klassen oder Datentypen. Konkrete Ausprägungen dieser Fehlerklasse wären dann z.B. Fehler bei Mehrfachvererbung, Typtransformationen oder fehlerhafte Deklarationen von Attributen oder Methoden. 

 

Exploratives Testen ergänzt das erfahrungsbasierte Testen um ein Element der Analyse und Reflexion. Die dadurch gewonnenen Einsichten werden für die Entwicklung der nächsten Fehlerhypothesen genutzt. Auch dies ist ein Versuch, erfahrungsbasiertes Testen methodischer zu machen.

 

Testen vs. prüfen

 

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt des Moduls sind Prüftechniken. Während bei Tests vorausgesetzt ist, dass man ein Testobjekt ausführen kann, wird bei einer Prüfung ein Artefakt der Softwareentwicklung nicht ausgeführt sondern inhaltlich nach formalen Kriterien kontrolliert. Dies hat verschiedene Vorteile:

  • Nicht nur Quellcode kann geprüft werden, sondern auch Spezifikationen, Modelle, Dokumentationen oder andere Artefakte des Entwicklungsprozesses.
  • Man benötigt keine Testumgebung, Testdaten oder Testtreiber
  • Testen kann man erst, wenn Code vorliegt. Prüfen kann man dagegen in jeder Phase.

 

Entscheidend ist, dass man durch Prüfverfahren Fehler viel früher entdecken kann als durch Tests. Dadurch lassen sich Kosten vermeiden. Allerdings lassen sich durch Prüfungen nicht alle Arten von Fehlern entdecken. Zum Beispiel lassen sich Leistungskennzahlen auf diesem Weg nicht ermitteln, denn dazu müsste Code ausgeführt werden. Im Kurs behandelte manuelle Prüftechniken sind die Inspektion, das technische Review, der Walkthrough und das informelle Review.

 

Softwaremaße

 

Es gibt aber auch automatisierte Prüftechniken. So lassen sich z.B. mit geeigneten Werkzeugen sogenannte Softwaremaße bestimmen. Ein gängiges Maß ist sind zum Beispiel die Lines of Code (LOC), mit denen der Umfang eines Quellcodes angegeben wird. Dieses Maß ist nicht so selbstverständlich, wie es auf den ersten Blick scheint. LOCs können stark schwanken, je nachdem welche Formatierungskonventionen angewendet wurden. Dennoch werden LOCs häufig für grobe Umfangsschätzungen verwendet.

 

Ein genaueres Umfangsmaß ist das Halstead-Maß. Dazu muss man zunächst alle Operanden und Operatoren eines Quellcodes auszählen. Die Anzahl unterschiedlicher Operatoren bezeichnet man mit N1, die der unterschiedlichen Operanden als N2. Operatoren sind z.B. Schlüsselwörter einer Programiersprache, Klammern aber auch Modifier, die die Sichtbarkeit einer Variable festlegen. Operanden sind z.B. Variablen oder auch boolesche Werte wie true oder false. Halstead bezeichnet nun die Summe N1+N2 als Vokabular eines Programmes. Als Volumen bezeichnet er die Summe N1+N2+log(N1+N2). Man kann sich vorstellen, dass das manuelle Auszählen von Operatoren und Operanden für Menschen eine mühselige Arbeit ist. So etwas kann automatisch von Werkzeugen erledigt werden, weshalb man in diesem Zusammenhang von automatisierten Prüftechniken spricht.

 

Das McCabe Maß wird auch als zyklomatische Komplexität beschrieben. Um das McCabe-Maß berechnen zu können, muss man die Knoten und Kanten eines Kontrollflussgraphen auszählen und die Anzahl verbundener Kontrollflussgraphen bestimmen. McCabe liefert die maximale Zahl linear unabhängiger Programmpfade. Damit kann man abschätzen, wieviele Testfälle man für einen Zweigüberdeckungstest braucht.

 

Es gibt auch Maße für Bindung und Kopplung von Komponenten.

 

Problemmuster

 

Problemmuster sind Anomalien im Quelltext, die erfahrungsgemäß die technische Qualität eines Programms senken. Sie lassen sich durch geeignete Werkzeuge aufspüren, damit sie überarbeitet werden können. Ein bekanntes Beispiel ist die Codedopplung. Wenn an verschiedenen Stellen des Programmes identischer Quellcode steht, muss man bei Änderungen alle entsprechenden Stellen finden. So etwas wird von einem Wartungsprogrammierer leicht übersehen. Meist ist es dann besser, solchen Code in einer eigene Komponente oder Methode zusammenzufassen. Das vermeidet Probleme bei künftiger Wartung. Im Kurs werden viele weitere Problemmuster vorgestellt, etwa mangelnder Polymorphismus, die Verletzung des Geheimnisprinzips, die Verwendung einfacher Typen, die zu Datenklumpen führt oder auch problematisch zusammengesetzte Datentypen.

 

In den letzten Kapiteln geht es um das Management von Softwaretests sowie die Automatisierung von Tests. In diesem Zusammenhang werden auch ein paar Testwerkzeuge knapp vorgestellt.

 

Online-Tests und Einsende-Aufgaben

 

Die Tests decken die Inhalte des Moduls gut ab. Die Einsendeaufgaben konzentrieren sich vor allem auf die Kapitel zur Entwicklung von Testfällen. Aber auch das Entdecken von Problemmustern in Quellcode und die Bestimmung von Softwaremaßen spielt eine Rolle. Man vereinfacht Entscheidungstabellen, zeichnet Kontrollflussgraphen zum Quelltext, verbessert Anomalien in Quellcode, visualisiert komplexe Bedingungen als Digitalschaltung, zeichnet Zustandsautomaten, findet Testklassen, Repräsentanten und Testfälle. Die Aufgaben sind also recht vielfältig. Bei einigen Aufgabentypen hätte ein wenig mehr Übungsmaterial nicht geschadet. Die Aufgaben sind aber didaktisch geschickt gewählt, so dass sie zum Verständnis der vermittelten Konzepte beitragen. Insbesondere geben die Aufgaben einen guten Vorgeschmack auf das, was einen in der Online- und in der Präsenzklausur erwartet.

 

Die Rückmeldungen meines Tutors kamen auch in diesem Modul sehr zügig. Sein Stil war manchmal etwas knapp, so dass ich gelegentlich noch einmal nachfragen musste. Das hat sich aber dann auch gelohnt und kleinere Unsicherheiten behoben. Ich hatte übrigens den gleichen Tutor wie im Modul "Grundlagen der Informatik 2" zu Beginn meines Studiums. Bei ihm habe ich objektorientiertes Programmieren gelernt. Ich habe mich sehr gefreut, gegen Ende meines Studiums noch einmal von ihm betreut zu werden.

 

Präsenzklausur

 

Die Aufgabentypen der Klausur ähnelten den Einsendeaufgaben, so dass man eigentlich gut vorbereitet sein sollte, wenn man alle Aufgaben bearbeitet und die Rückmeldungen seines Tutors genutzt hat. Wissensfragen zu den Prüftechniken spielten auch eine gewisse Rolle. Ich empfand das Arbeitspensum als angemessen für die Dauer der Klausur.

 

Bei den Aufgaben zur Äquivalenzklassenbildung und Grenzwertanalyse wollte man den Studierenden anscheinend etwas Zeit ersparen, indem man Tabellen zur Verfügung gestellt hat, in die man z.B. Testfälle eintragen konnte. Das Layout dieser Tabellen war für mich allerdings ungewohnt und überraschend. Ich selber hätte meine Tabellen anders aufgebaut, so dass ich gelegentlich Lösungen in falsche Felder eingetragen habe, was ich dann wieder korrigieren musste. Das hat Zeit und Nerven gekostet. Nach der Klausur sprach ich mit einem Kommilitonen, dem es ähnlich ergangen war wie mir. Der hatte die zur Verfügung gestellten Tabellen gar nicht erst genutzt sondern sich lieber selbst welche gezeichnet. Diese Freiheit hätte ich mir auch nehmen sollen. Die dafür nötige Zeit hätte ich bestimmt mit Zinsen zurück bekommen. Wegen dieser Schwierigkeiten rechnete ich damit, ein paar Flüchtigkeitsfehler gemacht zu haben.

 

Diese Sorge war anscheinend unbegründet. Das Klausurergebnis war erfreulich und spiegelte auch meinen subjektiven Eindruck wieder, den Stoff des Moduls im wesentlichen verstanden zu haben.

 

Fazit

 

Grundsätzlich finde ich es sehr sinnvoll, dass das Curriculum ein eigenes Modul zum Thema Testen enthält. Gut gefallen haben mir vor allem die Kapitel zur Entwicklung von Testfällen, weil ich hier die Einsendeaufgaben didaktisch klug gewählt und auch interessant und abwechslungsreich fand. Auch das Thema Problemmuster war für mich spannend. Es hat Spaß gemacht, in fremdem Quellcode nach problematischen Stellen zu suchen und sich bessere Lösungen zu überlegen. Weniger interessant waren für mich die Kapitel zu Prüftechniken und zum Management von Testfällen. Diese empfand ich als theoretischer und trockener, was sich bei diesem Stoff wohl auch nicht vermeiden lässt. Wegen dieser für mich etwas zäheren Abschnitte zählt Softwaretesten zwar nicht zu meinen Favoriten im Studienbereich Softwaretechnik, aber ich ziehe hier ein positives Fazit.

kurtchen

Stand des Studiums

5. Semester - Wintersemester 2018

- Geschäftsprozessmanagement

- BWL2

- Wissenschaftliches Arbeiten

- Software-Management

- Software testen

- Aktuelle Webtechniken

 

4. Semester - Sommersemester 2017

- Web-Anwendungen 2

- Web-Engineering

- Softwaretechnik 2

- Softwaretechnik 3

- Content Management Systeme (CMS)

- Data-Mining

- XML

- BWL1

 

3. Semester - Wintersemester 2016/2017

- Mathematik 3

- Softwaretechnik 1

- Nicht-sequentielle Programmierung

- Statistik

- IT-Sicherheit

- Mobile Computing

 

2. Semester - Sommersemester 2016

- Grundlagen der Informatik 3

- Grundlagen der Informatik 4

- Web-Anwendungen 1

- Web-Ergonomie und Web-Design

- Computernetze

- Mathematik 2

 

1. Semester - Wintersemester 2015/2016

- Grundlagen der Informatik 1

- Grundlagen der Informatik 2

- Rechnerstrukturen und Betriebssysteme

- Datenbanken und SQL

- Mathematik 1

- Web-Programmierung

 

Zusätzlich belegte Module an anderen FHs

- theoretische Informatik (WINGS Wismar)

- Programmieren in C++ (Virtuelle Hochschule Bayern)

 

Noch fehlende Pflichtmodule:

- Multimedia

- IT-Recht

- Projektarbeit

- Bachelorarbeit

kurtchen

Das Modul "Wissenschaftliches Arbeiten" gehört zum Studienbereich "Basiskompetenz Beruf", in dem man verschiedene "Soft Skill" Module belegen kann. Die anderen Module dieses Bereichs sind "Soziale Kompetenz", "Selbst- und Zeitmanagement", "Rhetorik", "Präsentieren" und "Kreativitätstechniken". "Wissenschaftliches Arbeiten" nimmt unter diesen Modulen eine besondere Stellung ein. Es kann als einziges auch als Wahlpflichtmodul belegt werden. Wer also zu Beginn seines Studiums lieber "Rhetorik" belegen möchte, kann "Wissenschaftliches Arbeiten" noch kurz vor der Projekt- und Bachelorarbeit nachholen. Wichtiger ist allerdings, dass dieses Modul auf die Anfertigung der Bachelorarbeit vorbereitet.

 

Früher war die Belegung freiwillig aber dringend empfohlen. Soweit ich informiert bin, ist das Modul inzwischen Pflicht für neu eingeschriebene Studenten, weil es in Einzelfällen Probleme bei der Anfertigung der Bachelorarbeiten gab. Das ist fatal, weil bei einer nicht bestandenen Bachelorarbeit ja schon die komplette Studienzeit investiert wurde. Auch eine schlechte Note ist hier besonders ärgerlich. Zum einen, weil die Bachelorarbeit stärker in die Endnote eingeht als andere Module, zum anderen, weil die Bachelorarbeit als eigenständige Leistung in einem (oft) selbstgewählten Themengebiet auch in der Außenwahrnehmung durch Arbeitgeber eine höhere Bedeutung hat als andere Module.

Anscheinend hat sich an der FH Dortmund gezeigt, dass Studierende, die eine Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten belegt haben, die formalen Anforderungen einer Bachelorarbeit besser bewältigen. Und das ist ja auch nicht überraschend. Die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens kann und muss man lernen.

 

Lehrbuch und Themen

 

Professor Balzert ist einer der Autoren des Lehrbuches "Wissenschaftliches Arbeiten". Ich meine, den Stil und den sauberen Aufbau seiner Lehrbücher zur Softwaretechnik auch in diesem Buch wiederzuerkennen. Weitere Autoren sind Marion Schröder und Christian Schäfer. Frau Schröder kennen manche Studierende auch als Autorin des Lehrbuches "Heureka, ich hab's gefunden! Kreativitätstechniken, Problemlösung & Ideenfindung".

 

Der reine Textteil hat über 400 Seiten. Ich kenne andere Einführungen ins wissenschaftliche Arbeiten und finde diese klar formuliert und gründlich. Wie schon in anderen Büchern von Herrn Balzert, klärt er zu Beginn wichtige Begriffe. Insbesondere behandelt er Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens: Ehrlichkeit, Objektivität, Überprüfbarkeit, Reliabilität, Validität, Verständlichkeit, Relevanz, Logische Argumentation, Orginalität, Nachvollziehbarkeit, Fairness und Verantwortung. Diese Begriffe werden analysiert und durch konkrete Beispiele lebendig und verständlich gemacht. Diese Kapitel haben mir besonders gefallen. Eine so trennscharfe Analyse der Begriffe kenne ich eher aus geisteswissenschaftlichen Texten. Allein deswegen hat mir dieses Modul viel Freude gemacht.

 

Im weitern Verlauf geht es dann um Techniken und Konventionen wissenschaftlichen Arbeitens. Zunächst geht es um den inhaltlichen Aufbau verschiedener Arten von wissenschaftlichen Arbeiten. Eine empirische Arbeit hat zwar im Prinzip einen ähnlichen Aufbau wie eine konstruktive Arbeit, aber Umfang und Gewichtung der verschiedenen Abschnitte unterscheiden sich deutlich. Darum ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, was für eine Art wissenschaftlicher Arbeit man schreiben möchte. Unterschieden werden hier:

  • Literaturarbeit
  • empirische Arbeit
  • konstruktive Arbeit
  • theoretische Arbeit

 

Insbesondere die konstruktive Arbeit ist für Informatiker relevant. Hier geht es darum, durch systematisches Vorgehen ein technisches Erzeugnis zu erstellen, also z.B. ein Software-System. Die Projektarbeit im Studiengang Web- und Medieninformatik ist eine konstruktive Arbeit. Soweit ich informiert bin, kann die Bachelorarbeit auch einen anderen Charakter haben.

 

In verschiedenen Studienabschnitten sind unterschiedliche Arten wissenschaftlicher Arbeiten zu erstellen. Es ist ein Unterschied, ob man eine Hausarbeit, eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit, einen wissenschaftlichen Artikel oder eine Dissertation schreibt. Mich haben natürlich zunächst einmal die Anforderungen an eine Bachelorarbeit interessiert, aber es ist schon interessant zu wissen, auf welche Höhen das Niveau noch steigen kann. Ich habe zwar momentan keine konkreten Pläne für einen Master, aber das könnte ja irgendwann noch einmal Thema werden.

 

Schließlich geht es um den formalen Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten, also um Dinge wie Satzspiegel, Textgestaltung, Seitennummerierung, Fußnoten, Anhänge und insbesondere Verzeichnisse. Hier erhält man viele wertvolle Tipps, wie man sich eine geeignete Dokumentenvorlage erstellt, um dann auch zügig arbeiten zu können. Im Modul sind Dokumentvorlagen für Word, LibreOffice und LaTEX enthalten, die man sich herunterladen kann. Ich habe ein wenig mit der LaTEX-Vorlage experimentiert. Leider hätte ich hier noch einige Anpassungen an die deutsche Sprache vornehmen müssen, weil insbesondere das Erstellen von Verzeichnissen noch unbefriedigend funktionierte. Für meinen mündlichen Vortrag habe ich aus Zeitdruck mit der LibreOffice-Vorlage gearbeitet, die ich für meine Zwecke etwas angepasst habe.

 

Das Thema Formatierung ist nicht aufregend, aber für solche formalen Dinge kann später viel Zeit draufgehen. Die kann sich sparen, wenn man sich vorher die Mühe macht, eine gescheite Vorlage zu bauen. Literaturverzeichnissysteme können einem die Arbeit erleichtern, erfordern aber natürlich auch eine gewisse Einarbeitung. Darum ist es gut, sich schon vor Anmeldung einer Bachelorarbeit mit so etwas zu beschäftigen. LaTEX möchte ich mir noch einmal genauer anschauen. Ich habe den Eindruck, dass man damit viel Zeit sparen kann, wenn man die anfänglichen Hürden nimmt.

 

Eine wichtige Rolle nimmt im Modul natürlich das korrekte Zitieren von Quellen ein. Hier geht es zunächst einmal darum, zu verstehen, was für Quellen zitierfähig und zitierwürdig sind. Dann geht es darum, sich in Absprache mit der Hochschule bzw. dem Betreuer für eine der verschiedenen Zitierweisen zu entscheiden und diese auch konsequent durchzuhalten. Dabei hilft wieder eine gute Dokumentenvorlage. Unterschiedliche Arten von Veröffentlichungen müssen im Literaturverzeichnis auch unterschiedlich behandelt werden. Insbesondere Quellen aus dem Internet sind nicht einfach zu referenzieren, weil eine Quelle unter einem Link nicht unbedingt dauerhaft zu finden ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, damit umzugehen, die im Modul thematisiert werden.

 

Es folgt ein Kapitel über wissenschaftlichen Schreibstil, verständliches Schreiben und die Visualisierung von Inhalten.

 

Ein weiteres Kapitel behandelt unterschiedliche Forschungsmethoden mit ihren Stärken und Schwächen. Unterschieden werden hier:

  • schriftliche Befragung
  • Fragebögen und Interview-Leitfäden
  • Experiment
  • Interview
  • Gruppendiskussion
  • Beobachtung
  • Inhaltsanalyse

 

Je nach Gegenstand und Forschungsschwerpunkt sind unterschiedliche Methoden angemessen. Auch dieses Kapitel hat eine erkenntnistheoretische Komponente.

Ein wichtiger Teil des Kurses beschäftigt sich damit, wie man sich seine Arbeitszeit gut einteilt, um seine Arbeit auch rechtzeitig abschließen zu können. Hier fällt der Begriff Projektmanagement, den ich etwas übertrieben finde, weil für mich dazu gehört, dass zumindest ein kleines Team koordiniert wird. Selbst- und Zeitmanagement hielte ich für die passendere Bezeichnung. Gleichwohl erhält man hier wertvolle Tipps, wie man die Arbeit an einer Bachelorarbeit in überschaubare Teilschritte gliedern und Meilensteine definieren kann. Gezeigt wird auch die Arbeit mit Software-Tools zum Projektmanagement. Ich habe die Arbeit damit ausprobiert, hatte aber den Eindruck, dass hier das Verhältnis zwischen Einarbeitungsaufwand und Nutzen nicht stimmt. Wenn man ein Projekt mit vielen Beteiligten zu managen hat, mag das freilich ganz anders aussehen. In diesem Abschnitt wird auch behandelt, wann und wie oft man sich mit seinem Betreuer austauschen sollte.

 

Der letzte Kursabschnitt handelt von der Präsenation der Ergebnisse in einem mündlichen Vortrag, denn eine Bachelorarbeit muss ja in den meisten Fällen auch verteidigt werden. Die Inhalte dieses Abschnittes überlappen sich zum Teil mit dem Modul "Präsentieren".

 

Einsendeaufgaben

 

Die Einsendeaufgaben sind zahlreich und vielfältig und beziehen sich auf alle Kursteile. Spaß gemacht haben mir zum Beispiel die Aufgaben zur Stilverbesserung. Am besten gefallen haben die Aufgaben zu den Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens, weil sie oft eine kreative Komponente hatten. Die Korrekturen durch meine Tutoren kamen sehr zügig. Gut gefallen hat mir, dass sie Informatikerin ist und das Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" aus dieser Perspektive betreut. Auch die Tests waren zahlreich und deckten den Stoff engmaschig ab.

 

Prüfung

 

Eine Besonderheit dieses Moduls ist, dass die Klausur nur eine Stunde dauert, dafür aber eine mündliche Prüfung zum Modul gehört. Diese muss ein bisschen früher anmeldet werden als eine Klausurteilnahme, weil der organisatorische Aufwand höher ist. Mündliche Prüfungen finden nur in Dortmund statt, üblicherweise am Freitag Vormittag.

Die mündliche Prüfung besteht aus einem Vortrag von 20 Minuten. Anschließend beantwortet man noch Fragen zum Thema. Man reicht drei Themenvorschläge ein:

  • ein allgemeines Informatikthema
  • ein spezielles Informatikthema
  • ein allgemeines Thema (das also nichts mit Informatik zu tun hat)

 

Ich hätte am liebsten ein Thema aus der Entwicklungspsychologie vorgetragen, aber ausgewählt wurde mein Vorschlag "Grundlegende Merkmale und Muster funktionaler Programmierung". Dieses Thema war auch gut, weil es schon einen gewissen Bezug zu dem hat, was ich in meiner Bachelorarbeit gerne machen würde. Insofern war die mündliche Prüfung auch eine Gelegenheit, sich hier schon mal ein bisschen einzulesen.

 

Welches Thema ausgewählt wurde, erfährt man übrigens erst zwei Wochen vor dem Prüfungstag. Es geht nun darum, die im Modul gelernten Techniken im kleineren Maßstab anzuwenden. Erwartet wird z.B. die Recherche und Auswahl relevanter Literatur. Die Art des Vortrages ist nicht genau vorgegeben, aber Beamervorträge sind heute üblich. Ein Handout ist nicht zwingend, es kostet aber Punkte, wenn es fehlt. Außerdem ist das Handout eine Möglichkeit, das Verfassen einer schriftlichen Arbeit zu üben und auch Feedback dazu zu erhalten. Darum meine ich, es lohnt sich, hier zumindest etwas in der Art einer Hausarbeit abzuliefern. Zwei Wochen sind durchaus wenig Zeit für eine saubere Arbeitsweise im Sinne der vermittelten Techniken und Qualitätskriterien. Es macht viel Spaß, ein selbst gewähltes Thema zu recherchieren und zu bearbeiten, aber es ist auch viel Arbeit, insbesondere, wenn man eigentlich erst nach seinem Job Zeit hat, sich mit seinem Thema zu befassen. Die mündliche Prüfung erhöht den Bearbeitungsaufwand des Moduls erheblich. Ich vermute, dass das auch für andere Module mit mündlicher Prüfung gilt.

 

Ein kritischer Punkt bei meinem Vortrag war die Einhaltung der Redezeit, was auch zu Punktabzug geführt hat. Auch beim Punkt Einbeziehung des Publikums habe ich noch einiges zu lernen. Fachlich war es zu meiner Überraschung in Ordnung. Ich war nämlich die ganze Zeit der Ansicht, viel zu wenig Stoff behandelt zu haben, und habe mir den Kopf zerbrochen, wie ich noch mehr Themen in die 20 Minuten quetschen kann. Für das nächste Mal werde ich lernen müssen, stärker Wesentliches vom Unwesentlichen zu trennen.

 

In den Klausuraufgaben geht es unter anderem um Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens. Es werden etwa Vorgehensweisen, Aussagen oder Schlussfolgerungen präsentiert und man soll dann erklären, warum das keine saubere wissenschaftliche Arbeitsweise ist und was man besser machen müsste. Für die Endnote werden die Punkte aus mündlicher und schriftlicher Prüfung addiert.

 

Mit meinem Prüfungsergebnis war ich zufrieden, auch wenn die mündliche Prüfung gezeigt hat, dass es noch Punkte gibt, an denen ich arbeiten muss.

 

Fazit

 

Ich hätte erwartet, dass dieses Modul zwar nützlich für die Bachelorarbeit aber nicht besonders spannend ist. Zu meiner Überraschung hat die Bearbeitung mir unheimlich viel Spaß gemacht.

 

Thematisch war es eine echte Abwechslung. Es hat eben nicht nur und nicht mal schwerpunktmäßig mit Informatik zu tun. Tatsächlich ist das Lehrbuch eine allgemeine Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten. Die Beispiele stammen darum nicht nur aus der Informatik sondern z.B. auch den Sozialwissenschaften oder ganz anderen Disziplinen. Das Modul ist im Gegensatz zu den meisten anderen Modulen meines fachbezogenen Studiums allgemeinbildend. Was hier vermittelt wird, entwickelt auch die Fähigkeit zu kritischem Denken. Bei den Einsendeaufgaben und auch bei den Themenvorschlägen für die mündliche Prüfung hat man größere Entscheidungsspielräume als bei anderen Aufgaben im Informatik-Studium. Rückblickend betrachte ich das Modul "Wissenschaftliches Arbeiten" als eines der schönsten in meinem Studium.

kurtchen

Modulbericht: Aktuelle Webtechniken

Zur Rolle des Moduls "Aktuelle Webtechniken" im Studiengang WMI

 

Das Modul "Aktuelle Webtechniken" ist ein Wahlpflicht-Modul und richtet sich an Studierende im Studiengang "Web- und Medieninformatik". Es ist außerdem Teil des Hochschulzertifikates "Web-Entwickler". Für Wirtschaftsinformatiker scheint es mir weniger geeignet. Das liegt daran, dass das Modul "Web-Anwendungen 2" als fachliche Grundlage sehr empfehlenswert ist. Dieses ist aber für Wirtschaftsinformatiker nicht Pflicht und müsste daher ebenfalls als Wahlpflichtmodul belegt werden.

Als weitere fachliche Grundlage für dieses Modul wird "XML" genannt. Aufgrund der Voraussetzungen wird man "Aktuelle Webtechniken" wohl gegen Ende seines Studiums belegen, also im 5. oder 6. Fachsemester.  Inhaltlich geht es um die Entwicklung von Web-Anwendungen mit dem serverseitigen Framework JavaServer Faces.

 

Das Lehrbuch

 

Das Lehrbuch "JavaServer Faces" von Michael Goll und Marcel Urbanek hat einen Umfang von ca. 250 Seiten. Im Vergleich zu anderen Lehrbüchern bei Springer Campus klingt das wenig. Allerdings ist die Schrift kleiner und der Text recht eng gesetzt, so dass bei gleicher Seitenzahl mehr Inhalt drin steckt, als man zunächst vermuten würde. Der Text ist ziemlich dicht geschrieben. Das Tempo, in dem die Inhalte vermittelt werden, ist recht hoch. Möglich ist das, weil die meisten Studierenden ja Vorkenntnisse in JavaServer Pages und XML haben. Ohne diese Grundlage wäre es deutlich schwieriger, dem Text zu folgen. Die Inhalte ähneln denen des Moduls JSP. Allerdings geht es hier um ein aktuelleres serverseitiges Web-Framework auf Grundlage von Java.

 

Während man in JSP HTML und Java-Code in einer Seite mischt, gibt es in JSF eine saubere Trennung. Funktionalität wird in Bean-Klassen implementiert. Das sind Java-Klassen mit öffentlichen Gettern und Settern für alle Attribute sowie einem parameterlosen Standardkonstruktor. Dies erlaubt dem Framework die Erzeugung und die Befüllung von Objekten dieser Klassen. Weil sie vom Framework gemanaged werden, nennt man sie auch Managed Beans.

 

Damit das Framework weiß, welche Managed Beans zur Verfügung stehen, muss man sie ihm in einer XML-Datei bekannt machen. Die eigentlichen Seiten werden dann mit Tags des Frameworks aufgebaut. Hier stellt man Bindings zu Methoden oder Attributen der Managed Beans her. Das ist ein sauberer und übersichtlicher Ansatz, um Webanwendungen aufzubauen. Die Arbeitsweise erinnert mich an ASP.Net und die damit verbundene Code-behind-Technik.

 

Weitere Themen sind:
- Templating
- Internationalisierung
- Navigation
- Konverter
- Validierung
- Listener
- Erweiterte Komponenten

 

Alle diese Themen werden durch Codebeispiele praxisnah behandelt. Es ist sehr empfehlenswert, diese Beispiele in einer geeigneten IDE auszuprobieren und sie abzuwandeln, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie JSF arbeitet. Empfohlen wird als IDE Eclipse. Ich bevorzuge Netbeans und habe das Modul damit bearbeitet. Das war so auch gut machbar.

 

Nach den recht praktischen ersten zwei Dritteln des Moduls folgen im letzten Drittel vertiefende Themen, die theoretischer und auch anspruchsvoller sind. Hier geht es darum, wie das Framework arbeitet, was für Abläufe durch einen HTTP-Request ausgelöst werden und was für Objekte dabei in welcher Reihenfolge erzeugt werden. Nicht zuletzt geht es darum, wie man eigene JSF-Komponenten, eigene Renderer und eigene Tags implementiert.

 

Ich finde, JSF ist ein schönes Framework. Gut gefallen haben mir z.B. die Konzepte für Navigation und für die Konvertierung und Validierung von Nutzereingaben.

 

Tests und Einsendeaufgaben

 

Die Tests und Aufgaben decken den Stoff gut ab. Für meinen Geschmack hätten es mehr Aufgaben sein dürfen. Sie waren aber ausreichend, um mit allen großen Themenblöcken praktische Erfahrungen zu machen. Eigene Initiative und eine gewisse Experimentierfreude beim Ausprobieren von Codebeispielen halte ich für empfehlenswert. Leider fand ich die Formulierung der Aufgaben oft unklar oder mehrdeutig. Das Nachdenken darüber, was der Autor der Aufgabe gemeint haben könnte, hat bei mir oft wesentlich länger gedauert als die eigentliche Lösung der Aufgabe. Das war für mich oft unbefriedigend.

 

Die Rückmeldungen meines Tutors kamen zügig. Auf Fragen bekam ich rasche und zufriedenstellende Antworten. Auch die Online-Klausur wurde zügig korrigiert.

 

Die Online-Klausur passte gut zu den Einsendeaufgaben und den im Kurs behandelten Themen. Sie war durchaus auch eine gute Vorbereitung auf die Präsenzklausur. So sollte es sein

 

Präsenzklausur

 

Ich hätte erwartet, dass die Präsenzklausur vor allem die ersten zwei Drittel des Moduls abdecken würde, also die eher praktischen Teile. Dort lag auch ein Schwerpunkt. Es wurden aber auch die theoretischeren Teile durch Wissensfragen abgeprüft. Bei der Arbeit mit JSF hat man mit unterschiedlichen Dateien in unterschiedlichen Sprachen und Formaten zu tun: XML-Dateien, Java-Quellcode, JSF-Seiten mit Tags. In der Klausur spielten alle eine Rolle. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgaben war unterschiedlich. Es gab einfachere Punktebringer aber auch schwierigere und umfangreichere Aufgaben für diejenigen, die eine gute Note haben möchten. Leider hatte ich auch diesmal wieder ein Problem mit der Formulierung mancher Aufgaben.

 

Zeit ist ein entscheidender Faktor in dieser Klausur. Man muss relativ viel schreiben. Auch wenn man im Grunde schon eine Lösung im Kopf hat, wird es knapp, diese auch aufs Papier zu bringen. Ich würde empfehlen, ein paar Einsendeaufgaben von Hand abzuschreiben, um im Schreiben von XML auf ein gewisses Tempo zu kommen. Ich habe es leider nicht geschafft, alle Aufgaben in der gegebenen Zeit zu bearbeiten. Das hatte natürlich Auswirkungen auf meine Note, die nicht so gut ausgefallen ist, wie ich mir im Vorfeld erhofft hatte.

 

Fazit

 

Nach dem Modul "Web-Anwendungen 2", welches serverseitige Web-Programmierung mit JSP abhandelt, wird in "Aktuelle Webtechniken" mit JSF ein weiteres serverseitiges und Java-basiertes Framework vorgestellt. JSF ähnelt ein wenig ASP.Net. Mir hat das Modul Spaß gemacht und ich finde, serverseitige Programmierung ist eine der Stärken des Studienganges "Web- und Medieninformatik". Das Modul ist etwas für Studierende, die auch Freude an JSP und XML hatten. Es ist außerdem eine Gelegenheit, noch mal einmal Zeit mit dem Schreiben von Code zu verbringen. Gegen Ende des Studiums gibt es ja viele Module, die recht theorielastig sind. Da ist JSF eine willkommene Abwechslung.

 

Mein nicht ganz so tolles Abschneiden bei Klausur nehme ich nicht so schwer. Am diesem Punkt meines Studiums stehen einfach schon so viele Noten fest, dass mein Spielraum zu Beeinflussung meiner Abschlussnote ohnehin gering ist. Ich freue mich also einfach, dass ich hier noch einmal die Gelegenheit hatte, ein Modul zu bearbeiten, dass ich inhaltlich sehr genießen konnte.

kurtchen

Modul: BWL2

Das Modul "BWL2" ist ein Pflichtmodul in den beiden Studiengängen "Web- und Medieninformatik" und "Wirtschaftsinformatik" bei Springer Campus. Die Web- und Medieninformatiker sollen es schon im zweiten Semester belegen, die Wirtschaftsinformatiker erst ein Semester später. Das liegt daran, dass die Wirtschaftsinformatiker im ersten Semester zunächst ein Modul "Grundlagen der BWL" belegen, was alles weitere ein Semester nach hinten verschiebt. Wenn ich auf meine Schwierigkeiten mit den BWL-Modulen zurückblicke, meine ich, es wäre gar keine schlechte Idee gewesen, dieses Grundlagenmodul freiwillig zu belegen. Damit hätte ich vielleicht zum Teil ausgleichen können, dass ich im Bereich BWL keine Vorkenntnisse hatte. Gut möglich, dass mir der Stoff von BWL1 und BWL2 so leichter gefallen wäre.

 

Die Rolle der BWL-Module im Studiengang

 

Web- und Medieninformatiker belegen außer BWL1 und BWL2 auch noch Geschäftsprozess-Management. Wirtschaftsinformatiker belegen weitere BWL-Module: E-Business, Strategisches Management und Controlling, Human-Ressources. Und natürlich viele Wirtschaftsinformatik-Module. Die meisten von denen und auch das Modul "E-Business" dürfen Web- und Medieninformatiker im Wahlbereich belegen. 

 

BWL2 soll nach BWL1 belegt werden, was ich rückblickend nicht für unbedingt nötig halte. Mir scheint, dass die Inhalte der Module wenig aufeinander aufbauen, so dass ich eine Umkehrung der Reihenfolge für durchaus möglich halte. Dafür sprechen würde, dass insbesondere der Kurs Ökonomie aus dem Modul BWL2 einen gewissen Überblick über das Fachgebiet verschafft, der es vielleicht ein wenig erleichtert, die spezielleren Inhalte aus BWL1 einzuordnen, nämlich internes und externes Rechnungswesen.

 

BWL2 gilt als inhaltliche Voraussetzung für Geschäftsprozess-Management. Ich habe Geschäftsprozessmanagement vor BWL2 belegt, was auch gut möglich war. Die Kapitel zur strategischen Planung und zu Organisationsformen aus BWL2 wären aber doch eine gute Vorbereitung auf Geschäftsprozess-Management gewesen, so dass ich hier anderen Studierenden dazu raten würde, die Module in der offiziell empfohlenen Reihenfolge zu bearbeiten.

 

Aufbau des Kurses

 

BWL2 gehört zu den Modulen, die aus zwei separaten Kursen bestehen. Es gibt 2 Lehrbücher, 2 Online-Abschlusstests, 2 Online-Klausuren, 2 Korrektoren für Einsendeaufgaben aber eine gemeinsame Präsenzklausur. Nach meiner Erfahrung erhöht eine solche Zweiteilung den Bearbeitungsaufwand ein wenig. So habe ich das auch diesmal empfunden.

Am Umfang der Lehrbücher liegt das aber nicht. Die Titel "Basiswissen Unternehmensführung" von Klaus Menzel und "Basiswissen Ökonomie" von Rainer Ostermann und Frank Wischmann kommen zusammen auf rund 400 Seiten, was für Module bei Springer Campus üblich ist. Die Autoren Wischmann und Ostermann waren mir bekannt, denn sie haben auch die Lehrbücher für BWL1 verfasst.

 

Inhalte des Kurses Unternehmensführung

 

Im Kurs Unternehmensführung geht es um Zielsysteme, Strategische Planung, Unternehmensbewertung, wertorientierte Unternehmensführung und Organisationsstrukturen. Diese Inhalte haben mich anfangs wenig interessiert, aber das Buch war zugänglich geschrieben und die Kapitel wurden durch Fallbespiele begleitet, die den Stoff lebendig machten. Zum Teil wurden hier Dialoge aus Besprechungen wiedergegeben, in denen sich unterschiedliche Ansätze und Denkschulen offenbarten. Das fand ich didaktisch gut gelungen und hat mir oft weitergeholfen, mir den (für mich recht trockenen) Stoff zu erschließen.

 

Im Kapitel Zielsysteme geht es zum Beispiel darum, Ziele in Zielhierachien einzuordnen, um Abhängigkeiten zwischen Zielen zu erkennen. Man sieht so, welche Unterziele erreicht werden müssen, um übergeordnete Ziele erreichen zu können. Ein häufiges Problem ist, dass Ziele nicht immer miteinander kompatibel sind. Häufig bestehen Zielkonflikte, die aufgelöst werden müssen. Dazu kann es nötig werden, Ziele zu gewichten. Der bei Erreichung erwartete Nutzen, die Wahrscheinlichkeit der Realisierung, aber auch die Beeinflussbarkeit spielen bei solchen Bewertungen eine Rolle. Schließlich braucht man Methoden, um bei konfliktären Zielen durch Dialog und Verhandlung zu Entscheidungen zu kommen. Wo Einigungen nicht möglich sind, werden oft übergeordnete Instanzen entscheiden müssen.

 

Im Kapitel Strategischen Planung geht es um die langfristige Ausrichtung des Unternehmens. Strategische Entscheidungen wären zum Beispiel, in einem neuen Geschäftsfeld tätig werden zu wollen, den Produktionsstandort zu verlagern, das Unternehmen an die Börse zu bringen oder bestimmte Produktlinien komplett aufzugeben. Für strategische Entscheidungen braucht man Instrumente zur Analyse und Planung, von denen man im Kurs einige kennenlernt. Die SWOT-Analyse identifiziert Stärken und Schwächen des Unternehmens, aber auch Chancen und Risiken. Die Portfolio-Analyse bewertet die angebotenen Produkte des eigenen Unternehmens nach Kriterien wie Wachstum und Marktanteil und kategorisiert sie in Poor Dogs, Questions Marks, Stars und Cash Cows. Eine Cash Cow ist zum Beispiel ein Produkt mit hohem relativen Marktanteil aber nur noch geringem Wachstum. Cash Cows sollen ohne zusätzlich Investitionen Geld bringen. Stars sind dagegen Produkt mit hohem relativem Marktanteil und hohem Wachstum. In solche Produkte soll verstärkt investiert werden. Wichtig für die strategische Planung sind auch Prognosen künftiger Entwicklungen, denn auf diese möchte man sich durch die strategischen Entscheidungen ja vorbereiten. Hier wird unterschieden zwischen quantitativen Methoden, die Zahlenwerte aus der Vergangenheit in Form von Zeitreihen analysieren, und qualitativen Methoden, die mit Einschätzungen von Experten arbeiten. Im Kapitel geht es aber auch um Denkschulen strategischer Planung, die sich aus unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten entwickelt haben und sich in den Vorgehensweisen stark unterscheiden. Schließlich geht es um Grenzen strategischer Planung, die sich zum Beispiel daraus ergeben, dass Prognosen auf der Grundlage vergangener Entwicklungen nicht immer zuverlässig sind.

 

Schwierigkeiten hatte ich in erster Linie mit dem Kapitel Unternehmensbewertung. Entweder war es für mich zu dicht geschrieben oder es mangelte mir an Vorwissen. 
Hier geht es darum, welchen Wert ein Unternehmen hat. Es gibt sehr unterschiedliche Methoden, den Wert eines Unternehmens zu bewerten. Welche davon geeignet ist, hängt vom Anlass der Bewertung ab. So wird ein Kreditgeber sich unter anderem dafür interessieren, was bei Liquidation eines Unternehmens erlöst werden kann. Das Vermögen des Unternehmens sieht er als Sicherheit für den Fall einer Insolvenz. Dagegen wird ein Investor sich eher dafür interessieren, welche Erträge das Unternehmen abwirft, weil er es nicht liquidieren sondern betreiben will. Besonders interessant ist der Potentialwert eines Unternehmens. Hier geht es darum, bislang ungenutzte Möglichkeiten und Chancen zu erkennen und zu bewerten. Dies ist zum Beispiel relevant bei Fusionen. Die Kombination der Fähigkeiten zweier Unternehmen kann neue Werte schaffen, die den Wert des aufgekauften Einzelunternehmens übersteigen.

 

Gut gefallen hat mir das Kapitel zu Organisationsstrukturen. Hier ging es zum Beispiel um Vor- und Nachteile traditioneller Organisationsstrukturen im Vergleich zu Projektorganisationsformen und zweckorientierten Organisationsformen. Hier sah ich inhaltliche Bezüge zum Modul Geschäftsprozess-Management, das ich leider vorher belegt hatte.

 

Inhalte des Kurses Ökonomie

 

Im Kurs Ökonomie geht es zunächst um Grundtatbestände des Wirtschaftens. Im Schnelldurchgang werden hier wichtige Grundbegriffe geklärt und behandelt: Nachfrage und Bedürfnisse, Produktionsfaktoren, Wirtschaftsordnungen, Wirtschaftskreislauf und Wirtschaftsprinzipien, Kennziffern betrieblichen Handelns, volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Begriffe wie Bruttoinlandsprodukt oder Bruttosozialprodukt, Märkte, Preismechanismen, Preisbildung in Polypolen, Oligopolen und Monopolen, Dynamik der Wirtschaft. Obwohl sehr dicht geschrieben, konnte ich diesem Teil des Kurses gut folgen und meine, hier auch einige Bausteine für meine Allgemeinbildung aufgesammelt zu haben.

 

Nach einem kurzen Kapitel über konstituive Entscheidungen wird der bis dato eher volkswirtschaftlich orientierte Kurs wieder betriebswirtschaftlich. Es geht um drei Typen konstituiver Entscheidungen:
- die Wahl des Tätigkeitsfeldes
- die Wahl des Standortes
- die Wahl der Rechtsform

 

Während ich dem Kapitel zur Standortwahl gut folgen konnte, fand ich insbesondere das Kapitel zur Rechtsform zu gedrängt geschrieben, um den Stoff wirklich zu begreifen. Natürlich wurde hier regelmäßig auf weitere Fachliteratur verwiesen, aber so sehr interessierte mich das Thema dann doch nicht.

 

Insgesamt bin ich überrascht, dass der Kurs Ökonomie mir unterm Strich etwas weniger Spaß gemacht hat als Unternehmensführung. Ich hätte das Gegenteil erwartet. Möglicherweise liegt es daran, dass Unternehmensführung ein bisschen ausführlicher geschrieben ist als Ökonomie. Ich schätze, mit etwa 100 Seiten mehr Umfang hätte ich den Ökonomie-Kurs besser verwerten können. Dazu möchte ich bemerken, dass ich zu Schulzeiten keinen Unterricht zu Wirtschaftsthemen genossen habe und solche Inhalte auch in meiner Ausbildung keine Rolle gespielt haben. Wer mehr Vorkenntnisse oder Vorerfahrungen mitbringt, kann die im Kurs Ökonomie dargebotenen Inhalte wahrscheinlich besser aufnehmen als ich.

 

Einsendeaufgaben und Tests

 

Die Einsendeaufgaben haben mein Verständnis des Stoffes sicher verbessert. Im Kurs Unternehmensführung waren es mehr als im Kurs Ökonomie. Die Rückmeldungen meiner Tutoren kamen überwiegend zügig. Sie waren für mich auch interessant, weil mir oft Punkte fehlten und ich so erfuhr, was ich für die Klausur noch einmal wiederholen musste.

 

Klausur

 

Die Präsenzklausur ist ohne Hilfsmittel zu schreiben, was mir bei diesem Stoff ein bisschen Sorgen gemacht hat. Die waren aber unbegründet. Die Klausur deckte den Stoff breit ab und behandelte beide Kurse bzw. Lehrbücher gleichmäßig, zumindest was die erreichbaren Punkte anging. Breit gestellte Klausuren halte ich für faire Klausuren, weil Erfolg oder Misserfolg nicht davon abhängen, ob zufällig die eigenen Lieblingsthemen auftauchten. Insbesondere muss man nicht befürchten, wegen kleinerer Schwächen in einem Teilgebiet durchzufallen. Wer sich redlich bemüht, den gesamten Stoff zu bearbeiten, sollte hier Erfolge sehen.

 

Es gab unterschiedliche Aufgabentypen: Ein Diagramm zeichnen, Multiple Choice, doch der Schwerpunkt lag auf dem Erklären von Begriffen und Zusammenhängen (z.T. mit Bezug zu politischen und gesellschaftlichen Themen). Anzahl und Umfang der Aufgaben passten gut zur Bearbeitungszeit. Manche Aufgaben waren recht knapp zu beantworten, andere ausführlicher. Es gab "Punktebringer", aber auch ein paar speziellere Fragen für das letzte Quäntchen Punkte. Hier ging es erkennbar darum, ein Grundverständnis abzuprüfen. Auch jemand, der nicht BWL-affin ist, hat hier eine faire Chance.

 

Ein Ergebnis liegt mir noch nicht vor, aber diesmal bin ich optimistisch, dass es geklappt haben müsste.

 

Fazit

 

Ich bin froh, dass das ungeliebte Thema BWL nun hoffentlich hinter mir liegt. Unzumutbar schwer haben es mir die Kursautoren nicht gemacht. Es hat mir auch sicher nicht geschadet, mich einmal mit diesen Themen zu beschäftigen. Ich vermute, dass ich durch die Module etwas leichter mit Menschen kommunizieren kann, die eine betriebswirtschaftliche Denk- und Arbeitsweise haben. Das kann ja in vielen Situationen hilfreich sein.

 

Meine eigenen Erwartungen, was ich durch die Module würde lernen können, waren rückblickend betrachtet wahrscheinlich etwas überzogen. Nur 10 ECTS sind wenig Zeit für ein komplexes Thema wie BWL. Das reicht für einen Einblick und vielleicht für eine gewisse Orientierung im Themengebiet. Das ist weniger als ich gehofft habe, aber natürlich hat es einen Wert. Wahrscheinlich wäre es in meinem Fall vernünftig gewesen, das Modul "Grundlagen der BWL" freiwillig als Propädeutikum zu belegen. Dann hätte ich wahrscheinlich aus den beiden folgenden Modulen mehr Nutzen ziehen können.

 

Rückblickend betrachtet hätte es mir besser gefallen, ich hätte diese 10 ECTS mit anderen Inhalten füllen dürfen. Grundsätzlich gefällt es mir sehr, an einer FH zu studieren, wo ich einen starken Praxisbezug des Studiums erkenne. Vermutlich ist BWL ein Pflichtfach, weil man davon ausgeht, dass die meisten von uns in Unternehmen arbeiten werden. Das ist ja auch eine vernünftige Annahme. Statt BWL z.B. zusätzliche Mathe-Module zu belegen hätte mir allerdings mehr Spaß gemacht.

 

Andererseits gehört zu einem Studium auch die Auseinandersetzung mit Themen, die man auf den ersten Blick nicht zum Anbeißen findet. Insofern habe ich versucht, mich auf BWL einzulassen. Für mich war es der bislang mühsamste Teil meines Studiums, weil ich es schwieriger als in anderen Modulen fand, mich zum regelmäßigen Lernen zu motivieren. Aber vermutlich ist das nun geschafft. Jetzt bin ich auch ein bisschen stolz auf mich.

 

Ob ich noch einmal Lust haben werde, im Wahlbereich ein weiteres Modul mit BWL-Bezug zu belegen? Für die nächste Zeit möchte ich mich erst mal anderen Themen zuwenden. Andererseits gibt es dann doch Inhalte, die mich interessieren könnten. Ein Modul "E-Business" würde z.B. ganz gut zu einem Studium "Web- und Medieninformatik" passen. Momentan bin ich aber froh, im Studienbereich BWL meine Pflicht getan zu haben.

 

Wie geht es nun weiter? Inzwischen habe ich angefangen, das Modul "Wissenschaftliches Arbeiten" zu belegen. Das ist für mich freiwillig, weil ich noch nach der alten Studienordnung studiere. Die Belegung wird uns aber dringend empfohlen, weil die Inhalte für die Anfertigung der Projekt- und Bachelorarbeit wichtig sind. Das sehe ich ein, also habe ich das Modul belegt. Ich hatte erwartet, dass das ein notwendiger aber auch trockener Studienabschnitt werden würde. Bislang bin ich positiv überrascht: Ich finde den Stoff richtig interessant, die Einsendeaufgaben machen mir viel Spaß und ich glaube, dass ich hier wichtige Einsichten für meine Projekt- und Bachelorarbeit mitnehmen kann. Besonders gefällt mir aber, dass ich den Eindruck habe, hier auch etwas für meine Allgemeinbildung zu tun. Ich werde zu gegebener Zeit ausführlicher berichten.

 

Inzwischen habe ich auch eine Idee für meine Projekt- und für meine Bachelorarbeit. Beides dauert noch ein bisschen, aber allmählich taucht aus dem Nebel schemenhaft der letzte Studienabschnitt auf und nimmt ein bisschen Gestalt an. Das wird etwas ganz anderes werden als Stoff zu lernen und Klausuren zu schreiben. Aber mittlerweile vermute ich, dass das auch Spaß machen wird.

kurtchen

12:45 Uhr - Vortrag "Sicherheit im Internet"

 

Der Vortrag hielt Prof. Rettinger von der FH Dortmund. Seine Lehrgebiete dort sind Grundlagen der Informatik und Compilerbau. Herr Rettinger hat Erfahrung mit Fernlehre, unter anderem weil er als Lehrbeauftragter für die Fernuni Hagen tätig ist. Bei Springer Campus betreut er künftig Grundlagen der Informatik 1 und 2, also die Einführungen in die strukturierte und objektorientierte Programmierung in Java. Herr Rettinger hat früher einmal im Bereich "Public Key Kryptographie" geforscht. Möglicherweise ist dies sein Bezug zum Thema des Vortrages. Dieses lautet...


"Sicherheit im Internet. Eine kurze Einführung in die moderne Kryptographie"

 

Der Vortrag begann mit einer alltäglichen Anwendungssituation im Internet, dem Abruf eines Wikipedia-Eintrages. Dabei wird eine HTML-Datei von einem Server per Internet auf den heimischen Laptop gesendet. Die Übertragung erfolgt mit den bekannten Protokollen, die aufeinander aufbauen.

- Ethernet als Netzzugangsschicht
- IP als Internetschicht
- TCP als Transportschicht
- HTTP als Anwendungsschicht

 

3 Grundfragen der Sicherheit im Internet

 

Im Hinblick auf die Sicherheit dieser Situation stellen sich folgende 3 Grundfragen:
1. Wer sagt mir, dass am anderen Ende der Kommunikation wirklich ein Server der Wikipedia ist? Das ist das Problem der Authentizität.
2. Liest jemand mit? Das ist das Problem der Vertraulichkeit.
3. Ist der empfangene Inhalt manipuliert? Das ist das Problem der Integrität.

 

Symmetrische Verschlüsselung

 

Der klassische Ansatz wäre Verschlüsselung beim Sender, Entschlüsselung bei Empfänger. Dann kann ich Inhalt über einen unsicheren Kanal wie das Internet übertragen. Eine gängige Technik dazu wäre z.B. die Verschlüsselung mit AES. Verwendet man EINEN Schlüssel zum Ver- und Entschlüsseln, so spricht man von symmetrischer Verschlüsselung. Dabei treten 2 prinzipielle Probleme auf:
1. Wie vereinbaren die Kommunikationspartner den gemeinsamen Schlüssel? Dazu bräuchten sie einen sicheren Kanal. Wenn sie den hätten, bräuchten sie nicht verschlüsseln. Tatsächlich ist das eine gängige Strategie. Beispielsweise verschicken Banken das Kennwort für den Zugang zum Online-Banking per Briefpost, in der Hoffnung, dass die Abhörsicherer ist als eine E-Mail.
2. Die Anzahl der nötigen Schlüssel. Wollen 1000 Teilnehmer miteinander kommunizieren, müssen sie an die 500.000 Schlüssel vereinbaren. Bei einer Million Teilnehmern braucht man schon an die 500.000.000.000 Schlüssel.

 

Um die genannten Probleme zu überwinden, hat man asymmetrische Verschlüsselungsverfahren entwickelt. Hier verwendet man unterschiedliche Schlüssel zum Ver- und Entschlüsseln. Davon später mehr.

 

Einwegfunktionen

 

Verschlüsselung basiert allgemein auf Einwegfunktionen. Eine Einwegfunktion ist eine Funktion, deren Umkehrung schwierig ist. Ein einfaches Beispiel für eine Einwegfunktion ist die Multiplikation von Primzahlen:
- Das 143 das Produkt der Primzahlen 11 und 13 ist, errät man nicht so schnell.

- Dagegen ist es sehr leicht, 11*13 zu rechnen.

- Werden die Primzahlen größer, steigt die Schwierigkeit der Faktorisierung enorm. Man ist im wesentlichen auf rumprobieren angewiesen.


Die Multiplikation von Primzahlen ist also eine Einwegfunktion, weil ihre Umkehrung, die Primfaktorzerlegung, schwierig ist.

 

Prinzipiell immer möglich: Brute-Force-Angriffe

 

Schwierig ist natürlich ein schwammiger Begriff. Möglich ist die Umkehrung einer Einwegfunktion prinzipiell immer, nämlich mit dem brute force Ansatz. Er besteht im Ausprobieren aller möglichen Schlüssel. Die in der Praxis relevante Frage ist, wie lange brute force Entschlüsselung dauert. Für die meisten Anwendungsfälle würde es reichen, wenn das Brechen der Verschlüsselung im Schnitt 50 Jahre dauert.

 

Hat ein Schlüssel die Länge 500 Bit, so muss man im Schnitt 2 hoch 249 mögliche Schlüssel ausprobieren. Wir nehmen an, jedes Atom im Universum sei als Prozessor nutzbar. Man schätzt, dass es 10 hoch 85 Atome bzw. ungefährt 2 hoch 282 Atome gibt. Wir nehmen an, dass jedes Atom mit 1 PHz gtaktet wird. Für die Berechnung geben wir uns 1.000.000.000 Jahre. Dann können wir 2 hoch 387 Schritte ausführen. Das reicht bei weitem nicht, um den Schlüssel durch Ausprobieren zu finden. Man kann also sagen: Ist ein Schlüssel nur lang genug, so wird brute force Entschlüsselung praktisch unmöglich.

 

Wichtige Einwegfunktionen sind z.B. Hashfunktionen. Diese dampfen in kurzer Rechenzeit große Datenmengen, z.B. komplette Internetseiten, auf einen kleinen Zahlenwert ein, den sogenannten Hashwert. Gängige Hashfunktionen sind SHA1 (gebrochen) und SHA256 (noch sicher).

 

Primfaktorzerlegung: Grundlage des RSA-Verfahrens

 

Für Verschlüsselung bedeutsamer sind Einwegfunktionen mit Hintertür (im englischen auch trap door also eigentlich Falltür). Sie verwenden 2 Schlüssel, einen zum Ver- und einen zum Entschlüsseln. Das sind also die oben genannten asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren. Die beiden Schlüssel nennt man auch öffentlichen Schlüssel und privaten Schlüssel. Wichtig dabei ist: Es muss unmöglich sein, den privaten Schlüssel aus dem öffentlichen Schlüssel zu errechnen. Das nennt man Unabhängigkeit der Schlüssel. Ein bekanntes asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren ist RSA. Es basiert auf der oben erwähnten Schwierigkeit der Primfaktorzerlegung.

 

An dieser Stelle sei bemerkt: Die Schwierigkeit der Primfaktorzerlegung ist ein Erfahrungswert. Mathematiker versuchen sich seit langer Zeit an diesem Problem und konnten es bislang nicht in akzeptabler Zeit lösen. Es könnte natürlich sein, dass es ein schnelles Verfahren zur Primfaktorzerlegung gibt, das bislang nicht entdeckt wurde. In dem Fall wäre die Multiplikation von Primzahlen keine Einwegfunktion mehr und die darauf basierenden Verschlüsselungen leicht zu brechen.

 

Auf die Details des RSA-Verfahrens gehe ich hier nicht länger ein, auch wenn sie im Vortrag kurz vorgestellt wurden. Knapp gesagt verschlüsselt man eine Botschaft M (message) mit einem Schlüssel e und erhält die verschlüsselte Botschaft C. C wird mit dem Schlüssel d entschlüsselt und man erhält wieder M.

 

Die Grundidee lieferten im Jahr 1975 Merkle, Hellman und Diffie. 1978 wurde das eigentliche RSA Verfahren am MIT von Rivest, Shamir und Adleman entwickelt. Ihre Initialen wurden namensgebend. Kurios ist, dass diese zentrale Methode 20 Jahre vor dem eigentlichen, massenhaften Durchbruch des Internets entwickelt wurde.

 

Problem: Authentizität

 

Kehren wir zurück zu unserem ursprünglichen Anwendungsfall, dem Abruf einer Wikipedia-Seite. Wikipedia hat einen privaten und einen öffentlichen Schlüssel. Wikipedia könnte meinen öffentlichen Schlüssel kennen, z.B. weil ich ihn bei Aufnahme der Kommunikation genannt habe. Wikipedia verschlüsselt damit eine Seite und schickt sie mir über den unsicheren Kanal Internet. Ich kann die Seite nun mit meinem privaten Schlüssel entschlüsseln. Wer meinen privaten Schlüssel nicht kennt, kann nicht entschlüsseln. Die Vertraulichkeit der Nachricht ist also gewährt. Nicht gewährt ist allerdings die Authentizität. Ein anderer Akteur könnte eine gefälschte Wikipedia-Seite mit meinem öffentlichen Schlüssel verschlüsseln und mir senden. Ich könnte mit meinem privaten Schlüssel entschlüsseln, würde aber nicht bemerken, dass mir eine falsche Seite untergeschoben wurde.

 

Hybride Verschlüsselung

 

Ein weiteres Problem von RSA: Diese Art der Verschlüsselung ist langsam. Darum nutzt man RSA lediglich, um mit asymmetrischer Verschlüsselung einen symmetrischen Schlüssel zu vereinbaren, den man im folgenden benutzt. Das nennt man dann hybride Verschlüsselung. Als symmetrisches Verfahren verwendet man z.B. AES. Das ist sehr schnell und oft in Hardware implementiert. 

 

Unser Netzwerkstack sieht nun so aus:
- Ethernet als Netzzugangsschicht
- IP als Internetschicht
- TCP in Verbindung mit SSL/TLS als Transportschicht
- darauf aufbauend HTTPS als Anwendungsschicht

 

Problem: Echtheit öffentlicher Schlüssel

 

Auch aus Sicht des Senders Wikipedia gibt es ein Problem. Meinen öffentlichen Schlüssel habe ich über das Internet bekannt gemacht. Natürlich könnte jemand anderes Wikipedia einen falschen öffentlichen Schlüssel unterschieben. Wikipedia würde die Seite dann nicht für mich sondern für einen anderen Akteur verschlüsseln. Wie kann der Sender wissen, dass der öffentliche Schlüssel echt ist?

 

Die Lösung für dieses Problem ist eine vertrauenswürdige Instanz. Man nennt sie Zertifizierungsstelle. Diese hat ebenfalls einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel. Die Zertifizierungsstelle verschlüsselt den öffentlichen Schlüssel des Senders mit ihrem privaten Schlüssel. Ich entschlüssele mit dem öffentlichen Schlüssel der Zertifizierungsstelle und erhalte den öffentlichen Schlüssel des Senders. Diesen kann ich vergleichen mit einem mir bekannt gemachten öffentlichen Schlüssel. Stimmen beide überein, ist der mir bekannt gemachte Schlüssel echt. Die Zertifizierungsstelle kann also öffentliche Schlüssel beglaubigen.

 

Die künftige Sicherheit der Kommunikation im Internet wird von verschiedenen Grundproblemen bedroht. Das erste war bereits erwähnt:

 

1. Wie schwer ist Faktorisierung wirklich?

 

Oben war erwähnt, dass brute force bei hinreichend langem Schlüssel unmöglich ist. Es gibt aber zur Primfaktorzerlegung bessere Verfahren als brute force. Die Rechenleistungen steigen. Darum empfehlen Institutionen wie das BSI ständig längere Schlüssel. Für RSA gelten 1900 Bit als minimum, bis 2016 wurden 2000 Bit empfohlen und ab 2016 sogar 3000 Bit. An dieser Stelle muss man sich noch einmal klar machen, das jedes zusätzliche Bit die Anzahl möglicher Schlüssel verdoppelt.

 

MIt Elliptische Kurven steht ein alternative Ansatz im Hintergrund bereit. Dieser wird praktisch nicht genutzt, weil er sehr rechenaufwendig ist. Außerdem ist unklar, wie sicher elliptische Kurven wirklich sind. Bei der Faktorisierung weiß man, dann man sie seit langer Zeit erfolglos versucht. Elliptische Kurven sind noch nicht so gut erforscht. Mag sein, dass unerwartet schnelle Umkehrungen entdeckt werden.

 

2. Implementierungsprobleme

 

i. Gebrochene Verschlüsselung basiert oft auf mangelnden Implementierungen, z.B. auf mangelnder Zufälligkeit.

ii. Auch Protokolle sind ein häufiger Angriffspunkt, z.B. die Einigung auf ein Verschlüsselungsverfahren und die Methode des Schlüsseltausches.

iii. Betriebssysteme halten viele Daten in Zwischenspeichern. Manche Verfahren zur Überwindung von Verschlüsselung basieren darauf, den Hauptspeicher eines Rechners auszulesen. Aus dem Speicherinhalt probiert man mögliche Passwörter. Das reduziert die Anzahl der möglichen Schlüssel erheblich.

iv. Zertifizierungsstellen arbeiten nicht immer sauber.

v. SSL/TLS sind auf Betriebssystem-Ebene implementiert. Der Browser vertraut dem OS. Hier ist eine Eingriffmöglichkeit.

 

3. Quantencomputer

 

Die ultimative Bedrohung für die aktuellen Verschlüsselungsverfahren sind Quantencomputer. Sollten sie verfügbar werden, könnten RSA und auch bekannte Alternativen wie elliptische Kurven gebrochen werden. Bislang erweist sich die Konstruktion von Quantencomputern aber als schwierig.

 

Absolute Sicherheit

 

Absolute Sicherheit versprechen 2 Ansätze

 

1. One-Time-Pad

 

Dieser Ansatz ist theoretisch perfekt und praktisch irrelevant. Man wählt einen zufälligen Schlüssel, der so lang wie die Botschaft sein muss und nur ein Mal verwendet werden darf. Diesen nimmt man zum Ver- und Entschlüsseln. Das Verfahren ist praktisch nicht nutzbar, weil man einen sicheren Kanal braucht, um diesen Schlüssel zu vereinbaren. Wenn ich einen Schlüssel von der Länge der Nachricht sicher vereinbaren könnte, so könnte ich auch gleich die Botschaft senden und bräuchte keine Verschlüsselung. (Wollen zwei Partner die Vertraulichkeit ihrer Kommunikation zu sichern, könnte man sich die Anwendung etwa so vorstellen. Man trifft sich einmalig und bespielt zwei Festplatten mit einer identischen, zufällig erzeugten Bitfolge, die mehrere Terrabyte lang ist. Die Partner trennen sich räumlich. In der folgenden Kommunikation verschlüsseln und entschlüsseln sie mit dieser Bitfolge, bis die gesamte Bitfolge konsumiert ist. Die Gefahr: Diese Bitfolge darf nicht in falsche Hände geraten. Sie muss sicher transportiert und aufbewahrt werden.)

 

2. Quanten-Kryptographie

 

Sie arbeitet mit verschränkten Quanten. Misst man den Zustand verschränkter Quanten an zwei Orten, so erhält man gleiche Ergebnisse. Man kann so eine zufällige Bitfolge vereinbaren. Da jede Messung den Zustand verändert, würde ein Mithören sofort bemerkt. Die Partner hätten dann nämlich keinen gemeinsamen Schlüssel mehr und könnten gar nicht kommunizieren. In der praktischen Implementierung gilt Quanten-Kryptgraphie als noch nicht sicher.

 

Fazit

 

Soweit die Inhalte des Vortrages von Herrn Rettinger, die ich hier aus dem Gedächtnis und auf Grundlage meiner Notizen wiedergegeben habe. Studierenden, die das Modul "IT-Sicherheit" schon hinter sich haben, dürften die meisten Inhalte bekannt gewesen sein. Sie sollten insbesondere auch deutlich mehr über die mathematischen Grundlagen und die Abläufe im Detail wissen. Allerdings erodieren solche Kenntnisse schnell, wenn sie nicht regelmäßig angewendet werden, wie ich beim Hören des Vortrages bemerkt habe. Insofern war der Besuch des Vortrages in jedem Fall lohnend. Für Studierende, die "IT-Sicherheit" noch vor sich haben, war es ein guter Einstieg ins Thema.

 

Zum Thema Quanten-Kryptographie sei noch auf diese aktuelle Meldung verwiesen:

Wissenschaftler kommunizieren quantenverschlüsselt

 

Möglicherweise rückt die praktische Anwendung also näher als man denkt.

 

Sehr empfehlenswert finde ich zu diesem Thema auch das Hörbuch "Spukhafte Fernwirkung" aus dem kleinen aber feinen Verlag supposé. Hier erzählt der Physiker Anton Zeilinger ca. 100 Minuten lang über Quantenphysik und spannt am Ende den Bogen zur praktischen Anwendung Quanten-Kryptographie. Das Hörbuch ist ein paar Jahre alt, aber für einen Einblick ins Thema noch immer hervorragend geeignet.

 

Mathe-Tutorium

 

Parallel zum Vortrag von Herrn Rettinger fanden die üblichen Mathe-Tutorien mit den Themen "Lineare Algebra" und "Analysis" statt. Die sind üblicherweise gut besucht, denn der Stoff des Moduls Mathe2 ist erfahrungsgemäß für viele Studierende herausfordernd, insbesondere für Studierende ohne Abitur, aber auch für diejenigen, deren Abitur länger zurück liegt. Da ich diesen Teil meines Studiums schon hinter mir habe, habe ich diesmal an den Tutorien nicht teilgenommen.

 

Zum neuen Studiengang "Elektrotechnik"

 

Mitarbeiter von Springer Campus standen für Fragen zu den Studiengängen Chemie, Biologie und Elektrotechnik bereit. Als Studierender im Studiengang Web- und Medieninformatik interessierte mich vor allem, ob denkbar sei, einzelne Module aus dem E-Technik-Studium als Ergänzungsmodule zum Informatikstudium zu belegen. Aus meiner Sicht könnten folgende Module aus dem Curriculum des Studiengangs Elektrotechnik auch für Informatiker interessant sein:

- Programmierung eingebetteter Systeme (hier käme es freilich darauf an, wie hardwarelastig das Modul konzipiert ist)

- Maschinelles Lernen (insbesondere weil im Curriculum der Informatik-Studiengänge bislang kein KI-Modul zur Verfügung steht)

- Bildverarbeitung

 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann man über solche Möglichkeiten der Verknüpfung der Curricula noch nichts sagen. Der Studiengang Elektrotechnik ist im Aufbau. Bislang gibt es nur wenige Studierende und viele Module sind noch nicht fertig. Ähnlich wie in den Fernstudiengängen Biologie und Chemie richtet sich auch Elektrotechnik an Studierende mit einschlägiger Berufsausbildung, um die praktischen Teile eines E-Technik-Studiums abzudecken. Präsenzen spielen in diesem Studiengang natürlich eine Rolle. Vielleicht gibt es zu einem späteren Zeitpunkt eine Möglichkeit, dass Informatik-Studenten von einzelnen Modulen aus dem E-Technik-Studium profitieren können.

 

Das "Drumherum" eines Präsenztages

 

Ein Präsenztag ist natürlich mehr als die Summe der gebotenen Veranstaltungen. Zunächst ist ein Präsenztag immer auch Prüfungstag. Viele Studierende bringen ihre Prüfungen schon am Anreisetag Freitag hinter sich und können den Samstag dann genießen. Aber manche müssen noch am Samstagmorgen in den Klausuren schwitzen. Ich hatte es zum Glück auch schon am Freitag hinter mich gebracht und konnte dann am Samstag gemütlich frühstücken. Interessant und nützlich ist natürlich auch immer der allgemeine Austausch mit anderen Studierenden: Über belegte Module, Prüfungen, Zeitplanung im Studium, sinnvolle Modulkombinationen und andere Themen, die im Leben eines Fernstudenten eine Rolle spielen. Das allgemeine "Hallo" macht natürlich abgesehen vom Nutzen auch Spaß, denn meistens kämpfen wir ja alleine. Schön ist auch, dass die Mitarbeiter von Springer Campus immer wieder den Kontakt zu den Studierenden suchen und an Rückmeldungen sichtlich interessiert sind. Der nächste Präsenztag ist am 10.03.2018. Ich komme gerne wieder.

kurtchen

10:45 Uhr - Aktuelles für Studierende

 

Frau Kreissig von Springer Campus informierte über Neues rund um unseren Studiengang. Zum Nutzen der neuen Studierenden gab es ein kurzes Who-is-who der Mitarbeiter des Fernstudienteams. Die Übernahme der W3L durch Springer Campus lag am Präsenztag ziemlich genau ein Jahr zurück. Frau Kreissig dankte den Studierenden für ihre Geduld und Kompromissbereitschaft in der Übergangsphase.

 

Parallel zu dieser Veranstaltung fand auch eine Infoveranstaltung für Studieninteressierte statt, über die ich leider nichts näheres berichten kann. Zu bemerken ist, dass dort nicht nur über die Studiengänge Web- und Medieninformatik (WMI) und Wirtschaftsinformatik (WI) informiert wurde. Auch über das Fernstudium Biologie und Chemie konnte man sich informieren. (Für diejenigen, die sich hier wundern, dass man Biologie und Chemie überhaupt "aus der Ferne" studieren kann: Diese Studiengänge richten sich ausschließlich an Berufstätige, die eine einschlägige Ausbildung als TA abgeschlossen haben und insofern umfangreiche Praxiserfahrung mit Laborarbeit haben.)

Die Cover der Lehrbücher zu den einzelnen Modulen unserer Studiengänge WMI und WI werden nach und nach überarbeitet. Sie erscheinen nun im "Springer Look". Natürlich sollen die Bücher auch fortlaufend inhaltlich aktualisiert werden. Das dauert naturgemäß etwas länger. So gibt es z.B. aktualisierte Lehrbücher für SQL oder bald auch für die Einführung in die Wirtschaftsinformatik.

 

Das Modul "Strategisches Management und Controlling" ist aus aktuellem Anlass kurzfristig nicht verfügbar. Springer Campus sucht nach einer Vertretung, die die Betreuung dieses Moduls übernehmen kann. Man möchte diesem Umstand offen kommunizieren, damit die Studierenden dies in ihrer Studienplanung berücksichtigen können, z.B. indem sie andere Module zeitlich vorziehen. Strategisches Management und Controlling ist ein Pflichtmodul für Studierende des Studiengangs Wirtschaftsinformatik und wird dort dem Studienbereich BWL zugerechnet. Die Belegung wird für das 4. Semester empfohlen.

 

Frau Kreissig informierte auch über Änderungen bei Dozenten und Tutoren.

 

Viele (meist private) Fern-Hochschulen bieten Prämien für geworbene Studierende und das Studienbüro wird gelegentlich danach gefragt, ob es das auch bei Springer Campus gibt. Tatsächlich gibt es schon seit einer Weile eine Prämie von 250 Euro oder wahlweise einen Buchgutschein pro geworbenem Studierenden. Dies gilt aber nur für Bachelor-Studiengänge und nicht für die Belegung von Zertifikatskursen. (Ich mag solche Prämienprogramme nicht besonders, weil mir das doch ein bisschen "marktwirtschaftlich" daherkommt, aber da sich Studierende nach so etwas erkundigt haben, nehme ich an, dass es Leute gibt, die das interessieren könnte.)

 

Das Modul "Wissenschaftliches Arbeiten" ist seit März 2017 Pflicht für Studierende im Studiengang WMI und WI. Für Studierende, die noch nach der alten Studienordnung studieren, ist es nicht verpflichtend, die Belegung wird aber dringend empfohlen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Modul insbesondere für das Schreiben der Bachelorarbeit sehr nützlich ist.

 

Top-FAQs aus dem Studienbüro:
- Das Studienbüro unterstützt bei der Suche nach Betreuern für Projekt- und Bachelorarbeiten. Wenn man seine Projektarbeit im eigenen beruflichen Umfeld schreiben kann, wäre ein weiterer Betreuer dort ideal. Solche Rahmenbedingungen hat aber nicht jeder Studierende.
- Notenspiegel und Leistungsübersichten kann man über das Studienbüro anfordern. (Manche Studierende, die von ihrem Arbeitgeber finanziell unterstützt werden, müssen so etwas vorlegen.) Die Ausstellung geht normalerweise sehr schnell. Unmittelbar vor Präsenztagen soll man aber etwa eine Woche Vorlauf einplanen, denn zu diesen Zeiten ist das Team des Studienbüros sehr beschäftigt.
- Ein Klassiker: Änderungen der Adresse, der Telefonnummer und der Kontonummer sollen dem Studienbüro bitte möglichst bald mitgeteilt werden. Eigentlich sollte das offensichtlich sein. Es wird aber de facto immer wieder vergessen und führt dann zu Problemen.
- Anmeldefristen für Prüfungen sind VERBINDLICH und somit für alle Studierende gleich. Offensichtlich gibt es immer wieder den Wunsch, so etwas Einzelfallbezogen anders zu handhaben. Das ist aber nicht möglich.
- Klausuren sollen innerhalb von 6 Wochen korrigiert werden. Eine deutlich kürzere Zeitspanne ist natürlich sehr wünschenswert. (Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass 3-4 Wochen üblich sind.) Im letzten Jahr kam es bei bestimmten Modulen gelegentlich vor, dass die 6-Wochen-Frist überschritten wurde. Das hat z.B. mit besonderen Lebenslagen der Korrektoren zu tun. Das Studienbüro arbeitet daran, dass Fristüberschreitungen die Ausnahme bleiben.

 

Frau Kreissig weist auf die Online-Dienste für Studierende (ODS) der FH Dortmund hin, die Studierenden von Springer Campus zur Verfügung stehen. Dazu ist die FH-Kennung nötig, die man zu Beginn des Studiums erhält. Unter anderem kann man sich über ODS Software von Microsoft herunterladen. Eine Verlängerung der FH-Card antragt man direkt per Mail an der FH Dortmund.

 

Verleihung der Hochschulzertifikate

 

Statt sich für einen kompletten Bachelorstudiengang einzuschreiben, kann man bei Springer Campus auch für Hochschulzertifikate studieren. Dazu belegt man bestimmte Modulkombinationen. Angebotene Zertifikate sind z.B. Anwendungs-Programmierer, Web-Entwickler oder Software-Architekt. Auch Studierende im Bachelorstudiengang erhalten diese Zertifkate, wenn sie die entsprechenden Modulkombinationen abgeschlossen haben. Die Zertifikate können als Meilensteine im Studium motivierend wirken. Manche Studierende legen sie auch Arbeitgebern vor und können so evtl. schon während ihres Studiums neue Aufgabenbereiche übernehmen. Die Zertifikate werden normalerweise automatisch per Post zugesendet. Die Zertifikate mit den besten Noten werden am Präsenztag persönlich übergeben. (Sofern die Studierenden anwesend sind.)

 

Ein Absolvent stellt seine Bachelor-Arbeit vor

 

Herr D. stellte auf dem Präsenztag seine Bachelor-Arbeit vor. Er hat eine Android-App zur Aquariendosierung entwickelt. Das Thema ergab sich bei ihm nicht im beruflichen Umfeld sondern im Privatleben. Er hatte damals mehrere Aquarien. In Aquarien muss man fortlaufend verschiedene Düngemittel zusetzen, damit z.B. Pflanzen gut wachsen: Natrium, Eisen, Nitrat und Kalium. Dazu müssen regelmäßig Messwerte ermittelt werden und dann entsprechende Dosierungen berechnet werden. Herr D. hatte das bislang mit Excel-Tabellen gemacht. Seine Idee war, eine Android-Software zu entwickeln, die auf dem Handy die Messwerthistorie erfasst, die aktuelle Situation bewertet und eine Handlungsempfehlung in natürlicher Sprache gibt. Das Empfehlungssystem ist das pfiffige an der App. Ein wesentlicher Teil seiner Bachelorarbeit drehte sich um Möglichkeiten, ein solches Empfehlungssystem zu implementieren. Herr D. nannte hier:
- regelbasierte Filter
- inhaltsbasierte Filter
- wissensbasierte Filter
- demographische Filter
- kollaborative Filter
- hybride Filter

 

Herr D. hatte sich für Expertensystem entschieden, also für einen wissensbasierten Filter.

 

Die Umsetzung ging durch die klassischen drei Schritte:
- objektorientierte Analyse (OOA)
- objektorientiertes Design (OOD)
- objektorientierte Programmierung (OOP)

 

Zu seiner Bachelorarbeit gehörte natürlich auch, die Spezifizierung von funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen und dynamische Modellierung, z.B. durch Ablaufdiagramme. Herr D. verwendete (android-üblich) das MVP-Muster. Er zeigte Mock-ups der Oberfläche, die Paketstruktur und ging kurz auf das Datenbankmodell ein. Wichtig im Rahmen seiner Bachelorarbeit war auch eine Testphase und eine Bewertung, wie die zu Beginn spezifizierten Anforderungen umgesetzt wurden. Interessant war am Ende auch eine Gegenüberstellung von UI Mock-ups und dem Aussehen der tatsächlichen App.

 

Die App heißt AquaCalc, ist aber leider bei GooglePlay noch nicht verfügbar. Sie ist fertig, hat aber noch Bugs, die ausbessert werden müssten. Außerdem müsste das UI noch ein bisschen "aufpoliert" werden. Herr D. konnte sich durch sein Studium beruflich verändern und findet aktuell leider nicht die Zeit, die App fertig zu machen. Für Herrn D. war es seine erste Android-App überhaupt.

 

Dieser Vortrag war für mich aus mehreren Gründen interessant:
- Die Themen Projektarbeit und Bachelorarbeit rücken auch für mich langsam näher.
- Ich hatte bisher angenommen, eine Projektarbeit in einem betrieblichen Umfeld anfertigen zu müssen. Da ich keine einschlägige Beschäftigung habe, war es eine der noch offenen Fragen in meiner Studienplanung, wie und wo ich eine Projektarbeit anfertigen könnte. Herr D. realisierte seine Projektarbeit und die darauf aufbauende Bachelorarbeit aus einem privaten Interesse heraus. Er berichtete uns, dies sei valide. Das Studienbüro hatte ihm einen Betreuer vermittelt, der sein Thema interessant fand und begleiten wollte. Für mich ist das deswegen sehr interessant, weil ich so die Möglichkeit habe, eine Projektidee nicht allein im beruflichen Umfeld zu suchen.
- Das von ihm gewählte Thema ist kein reines IT-Thema. Für die Aquariendosierung muss man etwas über Chemie und Physiologie wissen. In der Bachelorarbeit musste dieser Teil aber möglichst knapp behandelt werden, weil die Informatik im Vordergrund stehen musste. Dies gelang ihm z.B. durch die Diskussion der verschiedenen Bewertungssysteme und eine begründete Entscheidung für einen bestimmten Ansatz. Auch das ist für mich relevant. Ich könnte im Prinzip in einem beliebigen Problembereich arbeiten, solange ich das aus einer Softwareperspektive tue.
- Der Studiengang heißt Web- und Medieninformatik und die Programmierung von Web-Anwendungen ist ein inhaltlicher Schwerpunkt. Man ist aber für die Projekt- und auch für die Bachelorarbeit nicht darauf festgelegt. Offensichtlich war im Fall von Herrn D. eine Android-App ein valides Projekt. Auch eine Desktop-Anwendung wäre denkbar. Vermutlich wäre Software-Entwicklung für ein eingebettetes System mit einer maschinennahen Sprache ein wenig zu weit weg von den Schwerpunkten dieses Studienganges, aber insgesamt scheint es eine große Bandbreite an Möglichkeiten zu geben, die Studienanforderungen Projekt- und Bachelorarbeit zu erfüllen.
- Die App von Herrn D. hatte am Ende noch Bugs. Es war nicht der Anspruch, dass am Ende ein fehlerfreies Produkt steht. Wichtig war, dass es prinzipiell funktionierte und dass eine professionelle Vorgehensweise erkennbar war. Eine perfekt ausgearbeitete App wäre nach Einschätzung von Herrn D. im vorgegebenen Zeitrahmen nicht machbar gewesen. In Anbetracht der vielen Artefakte, die in der Präsentation von Herrn D. gezeigt wurden, ist mir noch einmal klar geworden, dass die Anfertigung der Bachelor-Arbeit innerhalb der Frist ein sehr gutes Zeitmanagement erfordern wird. Dafür werde ich mir rechtzeitig eine gute Strategie zurechtlegen müssen.
- Herr D. konnte Vorerfahrungen nutzen. Es war zwar seine erste Android-App aber er entwickelt beruflich mit Java und IntelliJ. Die Hürde zu Android und AndroidStudio war aus seiner Sicht vergleichsweise gering. Vermutlich ist es auch für mich sinnvoll, mir ein Projekt zu überlegen, bei dem ich an vorhandenem Wissen anknüpfen kann.

 

Am Ende seines Vortrages bekam Herr D. nicht nur seine Bachelorurkunde sondern auch die Absolv-Ente verliehen, eine Ente mit Doktorhut, die bei unseren Studierenden sehr beliebt ist. Frau Kreissig wies darauf hin, dass die Absolv-Ente nur bekommt, weil seine Bachelorurkunde persönlich abholt und den Studierenden seine Bachelorarbeit vorstellt.

 

Herr D. hat übrigens einen ausführlichen Blog über den Verlauf seines Studiums geschrieben, im dem ich schon häufiger mit Gewinn gelesen habe. Da er über seine Erfahrungen mit den einzelnen Modulen recht ausführlich berichtet hat, konnte ich oft sinnvolle Modulkombinationen besser auswählen und planen. Wer eimal reinschauen möchte, hier ist der Link:
https://wmifernstudium.wordpress.com/

 

Fragerunde und Feedback

 

- Einzelne Studierende klagen, dass die Korrekturzeiten in bestimmten Modulen ungewohnt lang ausfallen können, so dass es schwierig wird, rechtzeitig zu einem anvisierten Prüfungstermin fertig zu werden. Frau Kreissig rät, sich in solchen Fällen ans Studienbüro zu wenden. Die Mitarbeiter dort gehen solchen Hinweisen nach. (Ich möchte hier ergänzen, dass Tutoren auf der Online-Plattform Abwesenheiten üblicherweise ankündigen und auch entsprechende E-Mail-Benachrichtigungen einrichten. Nach meiner Erfahrung ist es nützlich, seinen Tutor über die eigene Zeitplanung zu informieren.)
- Studierende anderer Fernhochschulen können EBooks des Springer Verlags über ihre jeweiligen Lernplattformen nutzen. Warum geht das (ausgerechnet) bei Springer Campus nicht? Tatsächlich geht es! Aber nicht über die Lernplattform sondern über die Uni-Bibliothek der FH Dortmund.
- Manche Studierende möchten gerne im Vorfeld informiert werden, welche Module bald in neuer Auflage erscheinen werden, um sie gegebenenfalls später zu belegen. Fr. Kreissig berichtete, dass Autoren oft zu optimistisch einschätzen, wie schnell sie ein Lehrbuch überarbeiten können. Geplante Termine können oft nicht eingehalten werden. Aus diesem Grund ist die Kommunikation mit Studierenden in diesem Punkt bislang zurückhaltend.
- Manche Studierende erkundigten sich nach der neuen Plattform. Bei der Einführung gab es ja Schwierigkeiten, so dass viele Studierende lieber wieder zur alten Plattform wechselten. Fr. Kreissig berichtete, dass es inzwischen Wochen ohne Tickets gibt. Die neue Plattform funktioniere nun recht gut. Die Suchfunktion wolle man noch verbessern. Die Studierenden äußerten Verbesserungsvorschläge, z.B. zur Verlinkung zwischen Tests und den Wissensbausteinen, auf die sich die Aufgaben beziehen, um z.B. bei falschen Lösungen schneller zu den relevanten Kapiteln navigieren zu können.

 

Eine persönlicheEmpfehlung zum Schluss

 

Die Präsenztage in Dortmund sind überlicherweise zugleich auch Informationstage für Studieninteressierte. Auf Anfrage teilte mir das Studienbüro mit, dass es bei Voranmeldung durchaus möglich sei, an den angebotenen Fach-Vorträgen und Mathe-Tutorien teilzunehmen. Insbesondere den letzten Punkt halte ich für sehr interessant. Vor Aufnahme meines Studiums habe ich mir nämlich große Sorgen gemacht, ob ich die Anforderungen in Mathematik würde bewältigen können. Zwar hatte ich im Abitur einen Mathe-LK und war damit auch gut zurecht gekommen, aber der Schulstoff lag eben viele Jahre zurück. Ich war mir keinesfalls sicher, ob mir der Wiedereinstieg ins Thema gelingen würde. Ich glaube, wer einmal in so ein Mathe-Tutorium reinschnuppert, gewinnt einen guten Eindruck, worum es im Modul Mathe2 geht, dass von vielen Studierenden als der "Knackpunkt" des Studium empfunden wird. Wer das bewältigt, sollte am Rest nicht scheitern. Insofern möchte ich dazu ermuntern, bei Studieninteresse Kontakt mit dem Studienbüro aufzunehmen und die Möglichkeit zu nutzen, sich am Präsenztag selbst ein Bild zu machen. Gerade der informelle Austausch mit anderen Studierenden kann für eine fundierte Studienentscheidung sehr wichtig sein.

 

Weitere Infos zum Verlauf des Präsenztages folgen.

kurtchen

Hochschulzertifikate bei Springer Campus

Springer Campus bietet neben den Bachelor-Studiengängen "Web- und Medieninformatik" und "Wirtschaftsinformatik" auch die Möglichkeit, durch Belegung bestimmter Modul-Kombinationen Hochschulzertifikate zu erwerben. Diese kann man als eigenständige Weiterbildung auf FH-Niveau nutzen. Studierende in den Bachelorstudiengängen erhalten die Zertifikate automatisch, sobald die entsprechenden Modul-Kombinationen belegt und bestanden wurden. Die Zertifikate können so als Meilensteine auf dem langen Weg zum Bachelor dienen.

 

Für mich persönlich waren diese Zertifikate auch ein Grund, mich für Springer Campus bzw. die FH Dortmund als Studienanbieter zu entscheiden. Vor Aufnahme meines Studiums war ich mir nämlich gar nicht sicher, ob meine Ausdauer für einen kompletten Bachelor reichen würde. Und natürlich könnten auch unerwartete familiäre oder berufliche Ereignisse ein so langfristiges Projekt wie ein berufsbegleitendes Studium zum Scheitern bringen. Insofern habe ich die Zertifikate auch als eine Art Fallschirm betrachten. Falls ich unterwegs abspringen muss, war nicht alles vergebens. Es gibt Etappenziele und auch ein nicht komplett abgeschlossenes Studium kann ein (vorzeigbares) Ergebnis haben.

 

Und so sieht so ein Hochschulzertifikat aus. (Persönliche Informationen habe ich entfernt).

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Im Bereich Informatik werden zur Zeit folgende Zertifikate angeboten:

- Junior-Programmierer

- Junior Data-Analyst

- Anwendungsprogrammierer

- Web-Entwickler

- Web-Frontend-Programmierer

- Software-Architekt

- Software-Manager

- Requirements Engineer

 

Zum Teil überschneiden sich die Inhalte der Zertifikate. Ich werde voraussichtlich außer dem Zertifikat "Software-Architekt" keine weiteren Zertifikate im Bereich Software-Technik erwerben. Zwar habe ich auch einige Module aus dem Zertifikat "Requirements-Engineer" schon abgeschlossen, aber dazu gehören auch noch Module, die ich im Wahlpflichtbereich belegen könnte aber - wegen stärkerem Interesse an anderen Themen - nicht belegen möchte.

kurtchen

Stand des Studiums

5. Semester - Wintersemester 2018

- Geschäftsprozessmanagement

- BWL2

 

4. Semester - Sommersemester 2017

- Web-Anwendungen 2

- Web-Engineering

- Softwaretechnik 2

- Softwaretechnik 3

- Content Management Systeme (CMS)

- Data-Mining

- XML

- BWL1

 

3. Semester - Wintersemester 2016/2017

- Mathematik 3

- Softwaretechnik 1

- Nicht-sequentielle Programmierung

- Statistik

- IT-Sicherheit

- Mobile Computing

 

2. Semester - Sommersemester 2016

- Grundlagen der Informatik 3

- Grundlagen der Informatik 4

- Web-Anwendungen 1

- Web-Ergonomie und Web-Design

- Computernetze

- Mathematik 2

 

1. Semester - Wintersemester 2015/2016

- Grundlagen der Informatik 1

- Grundlagen der Informatik 2

- Rechnerstrukturen und Betriebssysteme

- Datenbanken und SQL

- Mathematik 1

- Web-Programmierung

 

Zusätzlich belegte Module an anderen FHs

- theoretische Informatik (WINGS Wismar)

- Programmieren in C++ (Virtuelle Hochschule Bayern)

 

Aktuell in Bearbeitung bei Springer Campus

- Text-Mining

- Präsentieren

- Aktuelle Webtechniken

 

Danach noch fehlende Pflichtmodule:

- Software-Management

- Software-Testen

- Multimedia

- IT-Recht

- Wissenschaftliches Arbeiten

- Projektarbeit

- Bachelorarbeit

kurtchen

Modul: Geschäftsprozessmanagement

Das Modul Geschäftsprozessmanagement (GPM) ist ein Pflichtmodul in den Studiengängen Web- und Medieninformatik (WMI) und Wirtschaftsinformatik (WI). Im Studiengang WMI ist es - zu meiner anfänglichen Überraschung - dem Studienbereich IT-Systeme zugeordnet. In beiden Studiengängen wird die Belegung im 3. Fachsemester empfohlen. Formal gibt es keine inhaltlichen Voraussetzungen. Empfohlen werden als fachliche Grundlage aber BWL2 und Grundlagen der Informatik 1 (GdI1). Beide Empfehlungen sind für mich nicht nachvollziehbar. Im Falle von BWL2 liegt das daran, dass ich GPM entgegen der Empfehlung vor BWL2 belegt habe. Möglicherweise wäre mir das Modul also leichter gefallen, wäre ich dem empfohlenen Studienplan gefolgt. Warum ich GdI1 belegt haben sollte, erschließt sich mir nicht.

 

Die Zuordnung zum Studienbereich IT-Systeme wurde mir im Verlauf des Moduls klarer. Geschäftsprozesse werden in Unternehmen durch IT-Systeme unterstützt. Nun wurden Geschäftsprozesse in vielen Unternehmen klassischerweise funktionsorientiert organisiert. Ähnliche Tätigkeiten wurden in Abteilungen zusammengefasst, in denen Mitarbeiter arbeiteten, die genau für diese Tätigkeiten besonders qualifiziert waren. So hatte ein Unternehmen z.B. eine Auftragssannahme, ein Lager, einen Einkauf, eine Montage und so weiter. Diese Gliederung hatte auch oft damit zu tun, dass bestimmte Produktionsmittel, wie z.B. teuere Maschinen, effizienter genutzt werden konnten und nur ein Mal angeschafft werden mussten.

 

Die funktionsorientierte Gliederung hat aber auch Nachteile. Ein kompletter Geschäftsprozess, z.B. ein Auftrag für ein Produkt, das mit Teilen aus dem Lager gefertigt werden muss, läuft quer durch die Abteilungen. Beim Übergang von Abteilung zu Abteilung wird der Vorgang in Warteschlangen eingereiht. Die Durchlaufzeit von Prozessen verlängert sich dadurch erheblich. Außerdem hat kein Mitarbeiter einen Gesamtüberblick über den einzelnen Prozess. Beim Übergang von Abteilung zu Abteilung müssen Informationen weitergegeben werden. Dabei kommt es zu Missverständnissen und Fehlern. Haben Kunden im laufenden Prozess Rückfragen oder Änderungswünsche, ist es dadurch oft schwierig, einen klaren Ansprechpartner ausfindig zu machen, weil jeder nur seinen Teilschritt betrachtet und kennt. Werden Teilprozesse parallel in unterschiedlichen Unternehmensteilen bearbeitet, ist es schwierig, bei Änderungen des Auftrags alle Daten konsistent zu halten und alle Beteiligten auf den aktuellen Stand zu bringen. Außerdem spielt ein klassischer Vorteil der funktionsorientierten Gliederung, teure Produktionsmittel müssen nur ein Mal angeschafft werden, in modernen Unternehmen eine geringere Rolle. Viele Geschäftsprozessen transformieren heute Wissen und nicht Material. Die dazu benötigten Produktionsmittel - z.B. PCs - kosten nicht viel.

 

Transparenz, Schnelligkeit, die Möglichkeit zu Änderungen im laufenden Prozess, spielen dagegen für immer mehr Kunden eine große Rolle. Darum strebt man heute eine prozessorientierte Organisation an. Geschäftsprozesse sollen nicht quer durch die Abteilungen laufen, Mitarbeiter sollen einen Gesamtüberblick über einzelne Prozesse haben, es soll klare Ansprechpartner für Prozesse geben.

 

Im Hinblick auf IT-Systeme ist die Unterscheidung zwischen funktionsorientierter und prozessorientierter Organisation der Geschäftsprozesse bedeutsam. Ein naiver Ansatz wäre, einfach die bestehenden Geschäftsprozesse in Software abzubilden. Im Falle einer funktionsorientierten Organisation landet man so bei Insellösungen. Der Lagerist bekommt eine Lagerverwaltungssoftware, die Auftragsannahme bekommt ein System zur Erfassung von Aufträgen, die Rechnungsabteilung hat eine Software zur Rechnungsstellung und so weiter. Jede Abteilung fühlt sich durch ihre Software in ihrer Tätigkeit unterstützt. Beim Übergang von Abteilung zu Abteilung müssen Daten von einer Software in die andere übertragen werden. Das macht unnötig Arbeit und führt oft zu Fehlern. Die Daten werden leicht inkonsistent, insbesondere im Fall von nötigen Änderungen. Die Vorteile der Softwareunterstützung können so nicht im vollen Umfang realisiert werden.

 

Es gibt aber noch einen viel gravierenderen Nachteil. Sollte sich das Unternehmen entscheiden, die bisherigen Geschäftsprozesse zu ändern, z.B. um eine eher prozessorientierte Organisation zu erreichen, müsste die bisherige Software geändert werden. Das können Unternehmen oft nicht selbst. Sie sind auf die Hilfe von externen Spezialisten angewiesen. Software hat also eine Tendenz, bestehende Geschäftsprozesse zu zementieren. Man kann die Organisation nicht mehr einfach ändern, weil man dazu die IT-Systeme ändern müsste.

 

Aus diesem Grund lohnt es sich, vor Einführung einer IT-Lösung die Geschäftsprozesse genau zu betrachten. Oft lässt sich mit Software-Unterstützung ein effizienterer Ablauf erreichen, z.B. indem man Daten nur ein Mal erfasst und zentral speichert, die Abteilungen vernetzt. Manchmal ist es auch möglich, IT-Systeme von kooperierenden Unternehmen zu vernetzen, sogar über mehrere Unternehmen hinweg. So ist es z.B. möglich, dass Lager automatisch bei Lieferanten Teile nachbestellen, sobald ein größerer Auftrag eingegangen ist.

 

Soll eine Softwarelösung für ein Unternehmen erstellt werden, reicht es also nicht die Frage zu beantworten: Was machen die? Wie machen die es? Man muss sich auch damit beschäftigen: Könnte man es mit Softwareunterstützung besser und effizienter machen? Welche Änderungen im Ablauf könnten sich ergeben?  Inwiefern ist unsere Software an Änderungen anpassbar? Eben weil IT-Systeme in Unternehmen sehr eng mit den Geschäftsprozessen verknüpft sind, lohnt sich eine Beschäftigung mit Geschäftsprozessen.

 

Das Lehrbuch

 

Das Lehrbuch "Geschäftsprozessmanagement" von Thomas Allweyer hat ca. 400 Seiten. Das ist für Module bei Springer Campus ein üblicher Umfang. Die Gliederung des Buches folgt dem Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf:
- Strategisches Prozessmanagement
- Prozessentwurf
- Prozessimplementierung
- Prozesscontrolling

 

Für jemanden wie mich, der keinen leichten Zugang zu BWL-Themen hat, ist es sehr verständlich geschrieben. Konzepte und Begriffe werden anhand von Szenarien in Unternehmen veranschaulicht, so dass man sich stets gut vorstellen kann, was damit gemeint ist. Das Buch enthält viele Diagramme und Abbildungen. Das ist wichtig, weil bei den Einsendeaufgaben und in der Klausur das Zeichnen von ereignisgesteuerten Prozessketten und anderen Diagrammen eine Rolle spielt. Auch viele andere Diagrammtypen spielen im Kurs eine Rolle, z.B. Funktionsbäume, Organigramme aber auch UML-Klassendiagramme, mit denen die Datenobjekte in den IT-Systemen modelliert werden können.

Gut gefallen hat mir am Lehrbuch vor allem, dass das Glossar hier einmal nicht am Ende des Buches war. Stattdessen wurden am Ende jedes Kapitels die zentralen Fachbegriffe noch einmal definiert, was ich als gute Wiederholung des Stoffes empfand.

 

Didaktisch finde ich das Buch hervorragend aufgebaut. Das war in diesem Fall auch wichtig für mich, denn der Stoff war mir völlig neu. Da ich selbst keinen entsprechenden beruflichen Hintergrund habe, war mir die betriebswirtschaftliche Perspektive des Moduls nicht sehr vertraut und ich habe für dieses Modul wesentlich länger gebraucht als gehofft.

 

Die Tests

 

Die Tests sind sehr gut auf den Stoff des Lehrbuches abgestimmt. Im Gegensatz zu manchen anderen Modulen, ist hier jede einzelne Lösung ausführlich kommentiert. Wenn man etwas falsch macht, kann man diese Erläuterung lesen und begreift so in der Regel gut, was das Problem war und wo man noch einmal nachlesen müsste. In manchen Modulen sind die Autoren an dieser Stelle sehr zurückhaltend. Das wird damit begründet, die Studierenden zum eigenen Nachdenken anregen zu wollen. Ich habe die Erläuterungen hier mit großem Gewinn gelesen und konnte durch eigene Fehler in Verbindung mit dieser Hilfestellung oft Erkenntnissprünge machen, die sich allein durch die Lektüre des Kurstextes noch nicht eingestellt hatten.

 

Die Aufgaben

 

Die Aufgaben waren zahlreich und ebenfalls gut auf den Kurstext abgestimmt. Im Vergleich zu anderen Modulen sind die Aufgaben vor allem im ersten Drittel des Kurses sehr textlastig. Die angegebene Bearbeitungszeit habe ich nie einhalten können. Trotzdem hätten meine Lösungen in vielen Fällen noch ein wenig umfangreicher ausfallen können und sollen. Wer nicht schon "im Thema" ist, sollte für dieses Modul also mehr Zeit einplanen.

 

Zu den Aufgaben gibt es Lösungshinweise. Diese kommen in Form von Fragen zum Stoff, die der Studierende noch einmal für sich klären soll. Er baut so stufenweise das nötige Hintergrundwissen auf, um die Aufgabe lösen zu können. Dabei müsste er noch einmal wesentlich mehr Text produzieren, um sich so in einer iterativen Vorgehensweise einer guten Gliederung und einer Lösung der Aufgabe zu nähern. Diese Hinweise fand ich sogar etwas zu üppig. Nicht etwa, weil sie die eigene Lösung der Aufgabe vorweg nahmen. Das taten sie ganz und gar nicht. Sie erhöhten den Arbeitsaufwand noch einmal erheblich, weil sie oft auf gründliche Wiederholung des Stoffes und der nötigen Grundlagen setzten. Didaktisch war das zwar ebenfalls hervorragend gemacht, aber irgendwann wollte ich das Modul auch einmal abschließen. Hier fehlte es mir letztlich an Geduld und Fleiß.

 

Online-Test

 

Der Online-Test deckte den Stoff des Moduls gut ab. Die Fragen waren neu, so dass man hier eine gewisse Transferleistung erbringen musste. Mein Eindruck ist, dass das Verständnis der vermittelten Konzepte auf diese Weise gut abgeprüft werden kann, was im Hinblick auf die Klausuranmeldung ja auch Sinn der Sache ist. Der Online-Test ist eine gute Möglichkeit, sich ein paar Bonuspunkte zu sichern, wenn man das Lehrbuch gründlich durchgearbeitet hat.

 

Zur Online-Klausur kann ich diesmal nichts sagen. Aus familiären Gründen habe ich es (erstmals) nicht geschafft, die Online-Klausur noch rechtzeitig zu schreiben. Darum weiß ich bei diesem Modul nicht, ob die Online-Klausur einen realistischen Eindruck von den Aufgaben der Präsenzklausur gibt.

 

Inhalte

 

Im Kursteil "Strategisches Management" geht es um folgende Inhalte:
- Zielsystem des Unternehmens
- Balanced Scorecard
- Outsourcing

 

Interessant für mich war, dass gerade Prozesse, die man outsourcen möchte, genau untersucht werden sollten. Um festzustellen, ob Outsourcing günstiger ist, muss man nämlich zunächst einmal wissen, was die bestehenden Prozesse IM EIGENEN UNTERNEHMEN eigentlich kosten. Dazu muss man auch genau verstehen, welche Leistungen künftig ausgelagert werden und was im eigenen Unternehmen weiterhin zu tun ist. Insbesondere muss man die zu erbringenden Leistungen sehr genau definieren, um sinnvolle Verträge schließen zu können. Und schließlich muss man die Einhaltung der vereinbarten Leistungen überprüfen. Und man muss sinnvolle Schnittstellen zwischen den ausgelagerten Prozessen und den daran anschließenden Prozessen im eigenen Unternehmen definieren. Aus all diesen Gründen, müssen gerade solche Prozesse, die ausgelagert werden sollen, sehr genau untersucht werden.

 

Im Kursteil "Prozessentwurf" geht es um:
- Nutzen und Inhalt von Prozessmodellen
- Sichten auf Prozesse
- ARIS als Rahmenkonzept
- Leistungen, Funktionen, Daten, Information, Wissen
- Aufbauorganisation
- die Modellierung von Kontrollflüssen mit ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK)
- Geschäftsregeln
- Prozessmodelle und Objektorientierung
- Die Auswahl von Prozessmodellen und Notationen
- Prozessanalyse (um Schwachstellen aufzudecken)
- Prozesskostenrechnung
- Simulation
- Qualitäts-Management-Systeme
- integrierte Management-Systeme

 

Insbesondere das Zeichnen von EPKs spielt bei den Aufgaben immer wieder eine Rolle. Obwohl im Kurs auf verschiedene Softwarewerkzeuge hingewiesen wurde, habe ich das von Hand gemacht, weil ich ja wusste, dass ich in der Klausur auch keine Software zur Verfügung haben würde. Hier hat es sich mal wieder als große Hürde erwiesen, sich beim Arbeiten mit Stift und Papier den Platz gut einzuteilen, um sich nicht "in eine Sackgasse zu zeichnen". Das ist tatsächlich etwas, das mit Übung besser wird. Anfangs lag bei mir viel geknülltes Papier auf dem Boden.

 

Die EPKs sind oft Grundlage der Prozessanalyse. Sie enthalten im Kern Information zum Workflow. Diese kann aber ergänzt werden mit Informationen zu den Abteilungen, in denen Leistungen erbracht werden, zu Artefakten und Datenobjekten, die erzeugt und konsumiert werden, zu einzelnen Akteuren oder auch verwendeten Produktionsmitteln. Je mehr Informationen man integriert, umso schwieriger wird es, die EPK übersichtlich aufzubauen. Am gefundenen Prozessmodell kann man dann Schwachstellen der bestehenden Prozesse erkennen, z.B. Mehrfachspeicherung von Daten, Organisationsbrüche, unnötige Schleifen und Verzögerungen und vieles mehr. Dies ist dann Grundlage für den Entwurf von verbesserten Abläufen. Im Hinblick auf die Klausur würde ich empfehlen gerade den Stoff dieses Kursteiles sehr aufmerksam zu lernen.

 

Im Kursteil "Prozessimplementierung" geht es um:
- Change Management
- Betriebswirtschaftliche Standardsoftware
- Workflow-Management-Systeme
- Business-Process-Management-Systeme
- Prozessorientierte Software-Entwicklung

 

Interessant war für mich vor allem der Abschnitt über Change-Management. Mitarbeiter fühlen sich durch die Umgestaltung von Prozessen oft bedroht. Nicht selten sind optimierte Prozesse Grund für Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Und das ist ja auch nicht immer unbegründet. Es kommt häufig vor, dass Mitarbeiter vordergründig an Prozessänderungen mitarbeiten, aber im Hintergrund versuchen, eben diese Veränderungen auszubremsen. Change-Management beschäftigt sich damit, wie man die Mitarbeiter in Veränderungsprozesse einbezieht, so dass die Implementierung geänderter Prozesse gelingen kann. In vielen Fällen wird das auch dazu führen, dass Änderungen kleiner ausfallen, als man zunächst geplant hatte. Eine kleinere Änderung, die von den Mitarbeitern akzeptiert und umgesetzt wird, wird oft mehr bewirken als ein komplett neu gestalteter und in der Theorie optimaler Prozess, an dem die Mitarbeiter nur widerwillig mitwirken. Ein iteratives Vorgehen ist hier oft sinnvoll. Manchmal ist es gut, größere Änderungen durch erfolgreiche durchgeführte kleinere Änderungen einzuleiten. Mitarbeiter müssen oft an kleineren Beispielen erleben, dass sich wirklich Vorteile ergeben, damit sie zu größeren Schritten bereit sind. Dieses für mich recht spannende Thema wird im Modul leider nur angerissen.

 

Bei den meisten Themen dieses Abschnittes ist ein klarer Bezug zu IT-Sytemen offensichtlich. Rückblickend würde ich sagen, dass hier ein roter Faden erkennbar ist. Anfangs wurde Software für einzelne Unternehmen erstellt. Aus Kostengründen wurde dann mehr und mehr Standardsoftware benutzt, die für das eigene Unternehmen konfigurierbar sein sollte. Da Software die Tendenz hat, bestehende Prozesse "zu zementieren" ist es wünschenswert, dass Software so gestaltet wird, dass Workflows sich auch von Mitarbeitern anpasen und verändern lassen, die keine einschlägige IT-Ausbildung haben. Man will also Standardlösungen, die von Laien über geeignete User-Interfaces im hohem Maße anpassbar sind, z.B. mit graphischen Tools, die das Zeichnen von Workflows ermöglichen, und die dann in entsprechende Dialoge und Datenflüsse in der Software umgesetzt werden. Hier ging es z.B. um Service-orientied-Architectures (SOA). Dabei werden häufig benötigte Grundfunktionen als Web-Services realisiert, die sich dann flexibel zu komplexeren Abläufen kombinieren lassen.

 

Im letzten Abschnitt "Prozesscontrolling" geht es um:
- Messung von Prozesskennzahlen
- Planung und Steuerung von Prozessen
- Real Time Enterprise
- Ständige Prozessverbesserung

 

Insbesondere die Definition von Kennzahlen ist sehr wichtig, um den Erfolg von eingeführten Veränderungen beurteilen zu können.

Interessant war für mich vor allem der Abschnitt über Real Time Enterprise. Hier geht es um die Fähigkeit von Unternehmen (mit Hilfe von Informationssystemen) auf wichtige Ereignisse sehr schnell reagieren und sich flexibel anpassen zu können, z.B. auf Veränderungen der Nachfrage, eine örtliche Verlagerung von Nachfrage, schnell steigende oder sinkende Zahlen von Service-Anfragen, eine sich schnell verändernde Wettbewerbssituation und ähnliche Szenarien. Dazu sammeln IT-Systeme fortlaufend relevante Daten und präsentieren sie Entscheidungsträgern in geeigneter Form. Dazu gehören z.B. auch automatisch generierte Benachrichtigungen, Warnungen und dergleichen.

 

Präsenzklausur

 

Die Klausur deckte die verschiedenen Themen des Moduls breit ab. Das Zeichnen von Diagrammen spielte - wenig überraschend - eine große Rolle, sowohl im Hinblick auf Punkte als auch im Hinblick auf die Bearbeitungszeit. Insgesamt empfand ich die Zeit als recht knapp, um alles schaffen zu können. Es gab viele kleinere Aufgaben. In der Vorbereitung würde ich den Schwerpunkt auf den Kursteil "Prozessentwurf" legen. Das Zeichnen von Diagrammen auf Papier sollte man geübt haben. Insgesamt fand ich die Klausur fair gestellt. Ob ich das auch in eine erfreuliche Note umsetzen kann, bleibt abzuwarten.

 

Fazit

 

Erste Grundlage des Moduls Geschäftsprozessmanagement ist das verständlich geschriebene Lehrbuch von Thomas Allweyer. Durch die gute Verzahnung mit den Online-Tests und Aufgaben wird ein didaktisch hervorragendes Modul daraus. Ich schreibe das, obwohl mir das Thema überhaupt nicht lag. Zwar empfand ich GPM als wesentlich spannender als BWL1, aber meine grundsätzlichen Schwierigkeiten mit BWL-Themen machten sich auch hier bemerkbar. Das Modul war aber so beschaffen, dass man mit Fleiß und Ausdauer weit kommen konnte. Ein bisschen Spaß hatte ich unterwegs dann doch. Insbesondere wurde immer wieder ein klarer Bezug zur Informatik hergestellt, was natürlich meinen Interessen eher entsprach.

 

Ich glaube, dass der Stoff des Moduls sehr nützlich ist, wenn man Software im Unternehmenskontext entwickelt und mit Menschen kommunizieren muss, die betriebswirtschaftlich denken. Insofern habe ich mich bemüht, die hier dargebotenen Inhalte mit Offenheit und wachem Geist aufzunehmen. Allerdings hoffe ich nun auch, dass mit der Klausur das Modul geschafft ist und der zwar nicht allzu große aber für mich doch recht einschüchternde Hügel BWL wieder ein bisschen kleiner geworden ist.

 

Ausblick

 

Als nächstes möchte ich das Modul BWL2 bearbeiten. Da geht es um Unternehmensführung und Ökonomie (Volkswirtschaft). Ich erwarte, dass mir das mehr Spaß machen wird als BWL1 aber weniger als GPM. Aber warten wir mal ab, wie sich die Sache anlässt.

 

Parallel dazu möchte ich gerne mit Text-Mining weiterkommen. Der Inhalt dieses Moduls ist mathematischer als ich vermutet hätte. Der Stoff ist sehr interessant aber leider auch nicht ganz einfach.

kurtchen

Modul: BWL1

Das Modul BWL1 ist Pflichtmodul sowohl für die Studierenden der Wirtschaftsinformatik als auch für die der Web- und Medieninformatik. Die Wirtschaftsinformatiker belegen zuvor noch das Modul "Grundlagen der BWL", über das ich leider nichts sagen kann. Möglicherweise hätte mir die Belegung dieses Moduls die Bearbeitung von BWL1 erleichtert. Web- und Medieninformatiker müssen im weiteren Studienverlauf mindestens noch BWL2 belegen. Für die Wirtschaftinformatiker folgen noch einige weitere BWL-Module:
- strategisches Management und Controlling
- Electronic Business
- Human Ressource Management

 

Für angehende Web-Informatiker wie mich ist BWL1 schon im 1. Semester vorgesehen. Ich hatte dieses Modul jedoch lange vor mir hergeschoben. Inzwischen hat sich das zu einem Bremsklotz meines Studiums entwickelt. BWL1 ist Voraussetzung für das Modul "Geschäftsprozess-Management" und für BWL2. Letzteres ist wiederrum Voraussetzung für weitere Module, die ich gerne belegen möchte, z.B. für "Business Intelligence". Es half also alles nichts. Ich musste dieses Thema endlich angehen.

 

BWL habe ich lange vor mir hergeschoben

 

Grund für meine "Aufschieberitis" war meine Vermutung, dass mir dieses Modul nicht so leicht fallen würde. Ich war Schüler eines katholischen Gymnasiums, das sich durchaus bemüht hat, mir eine solide Allgemeinbildung zu vermitteln. Betriebswirtschaftliche oder volkswirtschaftliche Grundkenntnisse gehörten damals aber nicht zum Kanon. Es wird ja in letzter Zeit immer häufiger beklagt, dass solche Themen in den Lehrplänen vieler allgemeinbildender Schulen nicht vorgesehen sind. Ich kann sowohl das FÜR als auch das WIDER der laufenden Diskussion nachvollziehen und möchte mich diesbezüglich auch gar nicht positionieren. Festzuhalten bleibt einfach, dass ich ohne nennenswerte Vorkenntnisse in dieses Modul gestolpert bin. Auch meine beruflichen Erfahrungen haben mir hier nichts genutzt. Als Beschäftigter in einem sozialpädagogischen Beruf genieße ich den Vorteil, einen vergleichsweise abwechslungsreichen Berufsalltag zu haben und innerhalb meines Berufes ganz unterschiedliche Kompetenzen entwickeln zu können. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse gehörten in meinem Fall aber nicht dazu. Hier hatte ich immer das Glück, dass in unserer Verwaltung kompetente Kollegen saßen, die die abrechnungstechnischen Probleme für mich lösten. Das ist schön, weil es mir den Rücken für meine eigentlichen Aufgaben frei hält. Ich habe aber auch gemerkt, dass Kommilitonen, die in einem betrieblichen Umfeld arbeiten oder gar selbstständig sind, die Themen des Modules zugänglicher finden.

 

Kursaufbau

 

Der Kurs besteht aus 2 Lehrbüchern von 2 verschiedenen Autoren: "Basiswissen Externes Rechnungswesen" von Frank Wischmann und "Basiswissen Internes Rechnungswesen" von Rainer Ostermann. Zusammen kommt man auf an die 500 Seiten Lehrtext, so dass der Kursumfang für ein Modul bei Springer Campus als leicht überdurchschnittlich gelten kann.

 

Teil 1: Externes Rechnungswesen

 

Insbesondere mit dem Kursteil zum externen Rechnungswesen habe ich mich sehr schwer getan. Inhalte dieses Kurses sind:
- Bilanz ziehen, Bilanzaufbau, Inventar und Inventur, Kapitalarten
- die Buchhaltung als Teilgebiet des Rechnungswesens
- die rechtlichen Grundlagen der Buchführungspflicht
- Darstellung von Grundgeschäftsfällen mit T-Konten
- Buchungssätze
- Erfolgsbuchungen
- das System der Umsatzbesteuerung
- besondere Geschäftsfälle wie Beschaffung, Handelswaren, fertige und unfertige Erzeugnisse, Bezugskosten und Wertreduzierung, Grundlagen der Anlagenwirtschaft und der Personalwirtschaft
- private Vorgänge wie Privatentnahmen und -einlagen
- Bilanzierungsgrundsätze und -maßstäbe
- Gewinn- und Verlustrechnung
- aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten
- Rückstellungen
- Bewertung des Anlagevermögens, des Umlaufvermögens, der Forderungen und der Verbindlichkeiten
- Bilanzpolitik und Bilanzkennzahlen

 

Die meisten dieser Begriffe waren mir zu Beginn des Kurses völlig unbekannt. Das externe Rechnungswesen richtet sich nicht allein an Akteure innerhalb des Unternehmens sondern vor allem an solche außerhalb des Unternehmens. Zum Beispiel ist die Bilanz Grundlage für die Besteuerung des Unternehmen; insofern werden die Bücher z.B. auch für das Finanzamt geführt. Aber auch Kapitalgeber haben ein legitimes Interesse an den Büchern. Ihnen gegenüber muss man nachweisen, dass man ordentlich gewirtschaftet hat, um sich nicht etwa der Insolvenzverschleppung schuldig zu machen. Aus diesem Grund wird das externe Rechnungswesen stark durch gesetzliche Vorgaben und durch Konventionen bestimmt. Im Kurstext wird regelmäßig auf Paragraphen verwiesen, z.B. aus dem Handelsgesetzbuch oder auf Steuergesetze. Es empfiehlt sich, diese Texte als Sekundärliteratur zu besorgen und dort nachzuschlagen, wovon im Kurs die Rede ist. Schon allein, um sich an die spezielle juristische Sprache zu gewöhnen, die dort verwendet wird, was zumindest für mich im Laufe des Kurses immer eine zusätzliche Hürde blieb.

 

Herausforderung doppelte Buchführung

 

Große Schwierigkeiten hatte ich auch damit, die innere Logik der doppelten Buchführung zu verstehen. Jeder Vorgang wird grundsätzlich auf 2 Konten gebucht, einmal im Soll und einmal im Haben. Vieles davon war für mich kontraintuitiv und ich habe oft zurückblättern müssen, um Themen und Begriffe erneut zu erarbeiten, von denen ich eigentlich glaubte, sie endlich verstanden zu haben. Ein Beispiel für meine Schwierigkeiten: Gewinne werden im Eigenkapital als Haben gebucht, also im Prinzip als Schulden oder Verbindlichkeiten des Unternehmens. Das liegt daran, dass ein Unternehmen das Eigenkapital den Kapitalgebern schuldet, die es aus dem Unternehmen entnehmen könnten. Macht ein Unternehmen Verluste, so werden diese - für mich zunächst überraschend - im Eigenkapital ins Soll gebucht. Die Schuld gegenüber den Kapitalgebern schrumpft und diese können nun weniger Geld aus dem Unternehmen entnehmen. Wenn man einmal begriffen hat, warum das so gehandhabt wird, ist es in sich schlüssig, aber ich musste mir das sehr mühsam erarbeiten und hatte auch große Schwierigkeiten, mir solche Sachverhalte und Zusammenhänge zu merken.

 

Online-Tests und Einsendeaufgaben

 

Die Online-Tests konnte ich selten im ersten Anlauf lösen. Oft habe ich erst durch Rumprobieren die richtige Lösung gefunden. Dann begann meine eigentliche Arbeit: Anhand des Lehrbuches nachvollziehen, warum nun gerade DAS die richtige Lösung war. Das sorgte dann doch für gelegentliche Aha-Erlebnisse, die ich mir aber mühsam erkämpfen musste.

 

Dabei glaube ich nicht, dass meine Schwierigkeiten dem Lehrtext geschuldet sind. Ich habe mir aus der Bibliothek Sekundärliteratur besorgt, hatte damit aber die gleichen Schwierigkeiten. Letztlich bin ich immer wieder auf den Lehrtext zurück gekommen, der immerhin den Vorteil einer kompakten, auf den Punkt kommenden Darstellung hatte. Nachdem ich mit den meisten Modulen meines Studiums recht gut zurecht gekommen bin, so z.B. auch mit den allgemein gefürchteten Mathematik-Modulen, ist mit dem externen Rechnungswesen meine Achillesferse gefunden. Dieses Thema wollte mir einfach nicht ins Hirn.

 

So überrascht es nicht, dass ich auch bei den Einsendeaufgaben selten die volle Punktzahl erzielen konnte. Auch wenn ich meist viel mehr Zeit investiert hatte, als eigentlich vorgesehen war, und mir auch gelegentlich Rat von Kommilitonen eingeholt hatte: Irgendetwas war doch meistens falsch. Natürlich war es kein Problem, die Zulassung zur Online-Klausur zu bekommen. Aber im Hinblick auf die Präsenzklausur machte ich mir schon Sorgen, wie ich vergleichbare Aufgaben unter Zeitdruck und ohne die Möglichkeit, im Lehrbuch nachzuschlagen, lösen sollte. Nicht ganz zu unrecht, wie sich herausstellen sollte.

 

Gleichwohl kann ich mich über den Lehrtext und die tutorielle Betreuung nicht beklagen. Aus Gesprächen mit BWL-affineren Leuten weiß ich, dass von uns nichts unmögliches verlangt wurde. Der Kurs behandelt recht grundlegende Themen und die Anforderungen der Klausur sind nicht zu hoch. Meine Schwierigkeiten haben wohl eher etwas mit meinem persönlichen Begabungsprofil zu tun.

 

Teil 2: Internes Rechnungswesen

 

Zum Glück fiel mir der zweite Kursteil zum internen Rechnungswesen leichter. Das interne Rechnungswesen richtet sich an Akteure innerhalb des Unternehmens. Seine Ergebnisse dienen z.B. der Preisfindung. Sie sind aber auch Grundlage für unternehmerische Entscheidungen, z.B. zwischen eigener Fertigung oder Fremdbezug einer Komponente. Hier geht es darum, Kosten zu ermitteln und auf Kostenstellen umzulegen, um für Produkte und Dienste Preise zu finden, die einerseits wettbewerbsfähig und andererseits kostendeckend sind.

 

Dazu ein Beispiel: Wegen meines Umzuges war ich in den letzten Wochen häufiger bei IKEA. In der Markthalle stehen Einkaufswagen, die die Kunden mit ihren Möbelkartons beladen. Auf dem Parkplatz lassen sie die Wagen stehen. Nun muss jemand regelmäßig Wagen zurück in die Markthalle schieben und das verursacht der Filiale Kosten. Diese müssen in irgendeiner Weise auf die Produkte umgelegt werden. Wenn ich mein neues Billy-Regal mit nach Hause nehme, ist im Preis auch das Zurückschieben meines Einkaufswagens enthalten. Aber woher weiß man, wie viel man auf den Preis eines Regals aufschlagen muss, damit solche Kosten gedeckt sind? Und was ist mit anderen Kosten, die sich nur schwer einem einzelnen Artikel zurechnen lassen? Die Kundentoiletten mit ihrem Wasserverbrauch, die Handwerker, die das Gebäude instand halten, die Kosten für die Aktualisierung der Homepage, für die Kataloge, die Verwaltung...

 

Nach dem Kurs zum internen Rechnungswesen versteht man etwas besser, wie so etwas abläuft. Die grobe Gliederung des Kurses ist:
- Kostenartenrechnung
- Kostenstellenrechnung
- Kostenträgerrechnung
- Weiterentwicklung der Kostenrechnung, z.B. mit Normalkostenrechnung oder Plankostenrechnung.

 

Die Einsendeaufgaben waren für mich nachvollziehbarer als im externen Rechnungswesen. Nach meiner Empfindung ist das interne Rechnungswesen ein bisschen mehr "common sense" während das externe Rechnungswesen ein bisschen mehr "Konvention" ist. Im internen Rechnungswesen geht es oft darum, Gemeinkosten Kostenträgern und Kostenstellen zuzuordnen. Da das Rechnungswesen selbst Kosten verursacht, muss man immer wieder abwägen zwischen möglichst präziser Zuordnung der Kosten einerseits und dem Aufwand für diese Zuordnung andererseits, der natürlich vertretbar bleiben muss. Interessant ist, dass sich viele kleine und mittelständische Unternehmen diesen Aufwand komplett sparen und gar kein internes Rechnungswesen haben. Verpflichtet sind sie dazu auch nicht. Die entsprechenden Aufschläge und Umlagen auf Produkte und Dienstleistungen werden dann eher intuitiv oder nach Erfahrung festgelegt. So kann es aber leicht passieren, dass ausufernde Kosten in bestimmten Bereichen lange unbemerkt bleiben, was dann Gewinne aufzehrt. Oder dass ungünstige unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Manche Ergebnisse der Kostenrechnung können nämlich durchaus kontraintuitiv sein. So kann es manchmal den Gewinn eines Unternehmens mehren, Produkte z.T. zu einem Preis anzubieten, der unter den Selbstkosten liegt, weil sich so Gemeinkosten auf eine größere Stückzahl verteilen und die Gewinnmarge für andere Teile der Produktion so größer wird. Ich war oft überrascht, was bei meinen Rechnungen heraus kam.

 

Das interne Rechnungswesen war für mich jedenfalls interessant und hat auch Spaß gemacht.

 

Was kann man am Ende des Moduls?

 

Mir gefallen am Modul auch die realistisch formulierten Ziele: Natürlich wissen wir am Ende nicht genug, um im internen oder externen Rechnungswesen tätig zu werden. Es geht eher darum, dass wir mit Menschen zu tun bekommen werden, die im Rechnungswesen tätig sind. Mit denen sollen wir besser kommunizieren können. Wenn wir Entscheidungen mittragen oder umsetzen müssen, die vom Rechnungswesen informiert sind, können wir damit vielleicht besser umgehen, weil wir zumindest ein erstes Verständnis für die Notwendigkeiten und Zwänge des Rechnungswesens haben. Dass ich hier ein paar Fortschritte gemacht habe, bemerke ich bereits, auch wenn ich befürchte, das sich das nicht in meiner Klausurnote bemerkbar machen wird.

 

Online-Klausuren

 

In der Online-Klausur konnte ich mir ein paar Bonuspunkte sichern. Eine Besonderheit in diesem Kurs ist, dass man zwei Online-Klausuren schreiben kann, eine für jeden Kursteil. Das bedeutet natürlich auch doppelten Zeitaufwand. Gleichzeitig kann man pro Klausur nur die Hälfte der sonst üblichen Bonuspunkte erlangen. Ich glaube, meine Bonuspunkte werde ich diesmal gut gebrauchen können. In der Online-Klausur konnte ich mich natürlich an den bislang gelösten Einsendeaufgaben orientieren und in den Lehrbüchern nachschlagen. Das darf man in der Präsenzklausur nicht. Dies ist also ein Kurs, bei dem auch ein bisschen Auswendiglernen gefragt ist. Beim internen Rechnungswesen war das nicht so nötig, weil ich hier vieles plausibel fand, so dass ich mir vergessene Details wieder erschließen konnte. Beim externen Rechnungswesen hingegen, das stark durch gesetzliche Vorgaben bestimmt wird, muss man mehr WISSEN. Für die Online-Klausur im externen Rechnungswesen kann ich anderen Studierenden den Hinweis geben, dass bei vielen anwendungsbezogenen Aufgaben auch nach den Paragraphen gefragt wird, die das Vorgehen bestimmen. Beim internen Rechnungswesen ist es nützlich zu wissen, dass auch Stoff aus dem letzten Kapitel "Die Weiterentwicklung der Kostenrechnung" abgeprüft wird.

 

Präsenzklausur

 

Kommen wir zur Präsenzklausur: Sie dauert 2 Stunden. Die Punkte verteilen sich genau gleichmäßig auf internes und externes Rechnungswesen. Beim externen Rechnungswesen gab es einige Wissensfragen zu grundlegenden Konzepten und Begriffen. Hier sollte man sich mit gründlicher Vorbereitung und fleißigem Lernen Punkte sichern können. Genau das habe ich neben meinem Umzug leider nicht geschafft. Bei vielen Aufgaben wurden Geschäftsvorgänge geschildert und man sollte zeigen, welche Buchungen das auf welchen Konten auslöst. Meine grundlegenden Schwierigkeiten mit diesem Thema zeigten sich auch in der Klausur. Es gibt keine Aufgabe, bei der ich mir sicher bin, das richtige Ergebnis geliefert zu haben. So blieb mir nur, bei möglichst jeder Aufgabe eine Lösung zu versuchen. Unterm Strich meine ich aber, dass die Klausur durchaus gutmütig gestellt war. Es ist schon meine eigene Verantwortung, falls ich diesmal nicht bestehen sollte.

 

Die Aufgaben zum internen Rechnungswesen erschienen mir anwendungsbezogen und praktisch. Bearbeitungsschritte, an die ich mich nicht mehr erinnern konnte, glaubte ich mir erschließen zu können. Was diesen Teil der Klausur angeht, bin ich optimistischer. Anderen Studierenden würde ich empfehlen, zur Vorbereitung vor allem die Einsendeaufgaben und die Aufgaben der Online-Klausur zu wiederholen.

 

Ein Ergebnis liegt mir noch nicht vor. Ich erwarte aber diesmal nicht, gut abzuschneiden. Angesichts der vielen Aufgaben in Beruf und Privatleben und der knappen Vorbereitungszeit wäre ich diesmal zufrieden damit, die Klausur nicht wiederholen zu müssen; auch wenn das zu Lasten meines Notendurchschnitts gehen sollte. Ich wäre einfach froh, dieses Modul hinter mir lassen zu können.

 

Trotzdem war es sicher gut, sich einmal mit dem Thema Rechnungswesen auseinander zu setzen. Mein Respekt und meine Wertschätzung für Leute, die solche Aufgaben tagtäglich für mich erfüllen, hat durch das Modul jedenfalls zugenommen.

 

Wie geht es weiter?

 

Als nächstes möchte ich nun BWL2 und Geschäftsprozess-Management bearbeiten; beides Module, denen ich nicht unbedingt entgegen gefiebert habe. Beim Geschäftsprozess-Management habe ich inzwischen einen Teil des Lehrbuches gelesen. Es ist interessanter als ich dachte und ich sehe mehr Bezüge und Analogien zur Informatik als ich vermutet hätte. Das könnte eigentlich noch richtig Spaß machen.

 

In BWL2 soll es um Ökonomie und Unternehmensführung gehen. Insbesondere beim Kursteil Ökonomie hoffe ich, dass ich daraus etwas mitnehmen kann. In der täglichen Berichterstattung der Medien spielt ja das wirtschaftliche Geschehen eine große Rolle und es ist auch politisch relevant. Oft habe ich das Gefühl, dass meine Allgemeinbildung nicht ausreicht, um hier folgen zu können. Vielleicht wird meine Zeitungslektüre nach diesem Modul ja etwas aufschlussreicher als bislang.

kurtchen

Modul: XML

Welche Bedeutung hat das Modul XML im Studiengang?

 

Das Modul XML ist Pflicht für Studierende im Studiengang Web- und Medieninformatik. Es ist zugleich Baustein für die Hochschulzertifikate "Web-Entwickler" und "Software-Architekt" und wird als sinnvolle Vorbereitung für das Modul "Aktuelle Webtechniken" genannt, bei dem es um Java Server Faces geht. Die inhaltlichen Voraussetzungen für XML sind überschaubar; lediglich "Grundlagen der Informatik 1" sollte man belegt haben. Im Prinzip könnte man XML also schon im ersten Semester belegen.

 

Für Studierende der Wirtschaftsinformatik ist dieses Modul nicht vorgesehen. Sie erwerben Grundkenntnisse in XML im Pflichtmodul "Web-Programmierung". Dort ist XML aber nur ein Thema unter vielen.

 

Grundlage für das Modul ist das Lehrbuch "XML - DTD, XML-Schema, XPath, XQuery, XSLT, XSL-FO, SAX, DOM" von Margit Becher. Die Autorin war zugleich auch meine Tutorin, was bei Fragen zum Lehrtext immer praktisch ist. Das Lehrbuch hat an die 300 Seiten; der Umfang ist also für Springer Campus leicht unterdurchschnittlich. Die Stofffülle ist dennoch nicht zu unterschätzen.

 

Was ist XML?

 

Worum geht es nun? XML ist eine Auszeichnungssprache, d.h. Text oder andere Inhalte werden mit sogenannten Tags eingeschlossen. Die Tags spezifizieren z.B., um was für eine Art Inhalt es sich handelt, etwa einen Namen, ein Datum oder auch einen komplexen, zusammengesetzten Inhalt wie eine Adresse oder eine komplette Bestellung. Die Auszeichnung erleichtert es Maschinen, die Inhalte zu verarbeiten.

 

Im Gegensatz zu HTML sind in XML die Tags nicht vordefiniert. Der Autor eines XML-Dokumentes kann selbst nach Bedarf Tags definieren und verwenden. XML ist also erweiterbar - engl. extensible - und das Kürzel XML steht für Extensible Markup Language. Zu beachten ist lediglich, dass geöffnete Tags wieder geschlossen werden und dass Tags sich nicht überlappen dürfen. Sie können lediglich ineinander geschachtelt werden. Dies nennt man Wohlgeformtheit. Tags können auch Attribute aufweisen. Man kann sich vorstellen, dass dem Element Eigenschaften hinzugefügt werden.

 

Ein XML-Dokument kann man als Baumstruktur visualisieren. XML-Dateien sind maschinenlesbar und zugleich menschenlesbar. Aus diesem Grund eignen sie sich z.B. gut für Konfigurationsdateien. Man kann XML aber auch gut verwenden, um strukturierte Daten systemübergreifend oder über das Internet auszutauschen. 

XML-Dateien können mit CSS-Stylesheets verknüpft werden. Die Tags stehen dann für die Struktur der Daten, innerhalb der Tags stehen die eigentlichen Daten und das Stylesheet gibt an, wie die Daten darzustellen oder zu präsentieren sind.

 

Mit DTD oder XML-Schema definiert man die Struktur einer XML-Datei

 

Interessant ist zunächst die Möglichkeit, die Struktur der Daten in einer XML-Datei in allgemeiner Form zu beschreiben. Man kann z.B. festlegen, dass eine Adresskartei aus Adressen besteht, die wiederum aus Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort in genau dieser Reihenfolge bestehen müssen. Ein XML-Dokument ist dann eine Instanz oder eine konkrete Ausprägung dieser allgemeinen Struktur. XML-Dateien können gegen eine solche Strukturdefinition gecheckt werden, d.h. ein Algorithmus prüft, ob die Datei der festgelegten Struktur entspricht. Ist dies der Fall, sagt man, die Datei sei valide. Das ist nützlich für Software, die Daten in XML-Form automatisiert verarbeiten soll. Man kann so Fehler in der Verarbeitung der Datei vermeiden.

 

Es gibt 2 Möglichkeiten, die Struktur einer XML-Datei zu definieren. Die ältere ist die DTD (Document Type Definition). Die neuere ist XML-Schema. Letzteres ist komplexer, hat aber viele Vorteile. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, viele verschiedene Datentypen zu unterscheiden, z.B. nummerische Werte, Datumswerte, Uhrzeiten und dergleichen. Man kann auch eigene Datentypen definieren, z.B. durch Werteinschränkung oder Kombination vordefinierter Typen. So kann die Struktur der zu verarbeitenden Daten viel präziser beschreiben als mit der DTD. Im Kurs werden beide Möglichkeiten ausführlich behandelt. Im Gegensatz zum Modul "Web-Programmierung" werden auch viele Detailfragen geklärt und seltener auftretende Anwendungsfälle vorgestellt. Einsendeaufgaben hier bestehen üblicherweise darin, in natürlicher Sprache spezifizierte Anforderungen an eine Datenstruktur als DTD oder XML-Schema präzise zu beschreiben.

 

Wir können nun strukturierte Daten in einer Textdatei ablegen, die für Maschine wie Mensch zu lesen ist. Wir können die Struktur der Daten präzise beschreiben und eine Maschine prüfen lassen, ob Daten die für eine automatisierte Verarbeitung nötige Struktur haben.

 

Mit XPath und XQuery extrahiert man Informationen aus einer XML-Datei

 

XML-Dokumente können sehr lang und umfangreich werden. Nun gibt es Anwendungsfälle, bei denen man bestimmte Informationen aus einem XML-Dokument extrahieren möchte. Dazu werden im Kurs 2 Möglichkeiten behandelt: XPath und XQuery. XPath bietet die Möglichkeit, durch die Baumstruktur des Dokumentes zu navigieren und Elementeinhalte und Attribute zu testen, um bestimmte Elemente und Attribute herauszufiltern. Aus einer umfangreichen Vorlesungsliste in XML-Form kann man so z.B. alle Lehrveranstaltungen eines bestimmten Professors im Sommersemester eines bestimmten Jahres mit mehr als 2 SWS herausfiltern. XQuery bietet noch weitergehende Möglichkeiten, z.B. durch Schleifen. XQuery wird manchmal auch "SQL des 21. Jahrhunderts" genannt. Ganz so elegant und deklarativ wie SQL ist es aber - zumindest in der im Kurs behandelten Version - noch nicht. So müssen z.B. Joins noch von Hand ausprogrammiert werden. Bei Einsendeaufgaben in diesem Kursabschnitt geht es in der Regel darum, aus einer gegebenen XML-Datei bestimmte Informationen per XPath oder XQuery zu extrahieren.

 

Mit XSLT kann man XML-Dokumente automatisch in andere Dokumente transformieren

 

Im nächsten großen Kursabschnitt geht es um XSLT. Diese Technik ermöglicht, ein XML-Dokument in ein anderes Dokument zu transformieren, z.B. ein neues XML-Dokument aber auch in eine HTML-Datei. In XSLT können XPath-Ausdrücke verwendet werden. Man kann XSLT also z.B. benutzen, um aus einer XML-Datenbasis bestimmte Informationen zu extrahieren und daraus automatisch HTML-Seiten oder Fragmente von HTML-Seiten zu bauen. Dazu werden Schablonen definiert, die auf bestimmte Elemente des XML-Dokumentes angewendet werden. Bei Einsendeaufgaben in diesem Kursabschnitt ist üblicherweise ein XML-Dokument vorgegeben, das per XSLT in HTML-Dokument transformiert werden soll, das ausgewählte Inhalte des ursprünglichen Dokumentes in bestimmter Form präsentiert. In einem eigenen Kapitel wird noch XSL-FO vorgestellt. Das kann z.B. benutzen, um aus XML-Dateien automatisch PDFs zu erzeugen.

 

Der Abschluss des Kurses bildet ein Kapitel über die Verarbeitung von XML in Java mit SAX und DOM. Dieses durchaus interessante Kapitel ist allerdings nicht mehr prüfungsrelevant.

 

Ein gutes Modul, wenn man die richtigen Werkzeuge nutzt

 

Der Lehrtext ist gut strukturiert und die Aufgaben sinnvoll darauf abgestimmt. Die Rückmeldungen durch meine Tutorin waren präzise, hilfreich und kamen meist schnell. Zu Beginn des Kurses habe ich leider viel Zeit vergeudet, indem ich versucht habe, ohne den empfohlenen XML-Editor OxygenXML auszukommen. Der ist proprietär und leider nicht billig. Studierende können ihn allerdings für 30 Tage kostenlos testen, nachdem sie sich registriert haben. 30 Tage erschienen mir etwas knapp für die Bearbeitung des Kurses. Darum hatte ich zunächst versucht, mit OpenSource-Tools auszukommen. Den Kursteil zur DTD und zu XML-Schema konnte ich so noch gut bearbeiten, auch wenn es müsam voran ging. Spätestens für XPath ist es von enormem Vorteil, einen professionellen XML-Editor zu Verfügung zu haben. Als ich mich schließlich doch wiederwillig für OxygenXML registrierte, musste ich nach wenigen Minuten einsehen, dass das besser von Anfang an hätte machen sollen. Man kann damit viel komfortabler und vor allem schneller arbeiten. Eiert also nicht rum wie ich sondern besorgt euch von Anfang an das richtige Werkzeug.

 

Online- und Präsenz-Klausur

 

Online-Klausur und Präsenzklausur fand ich vom Schwierigkeitsgrad vergleichbar. Der Zeitdruck in der Online-Klausur erschien mir höher. Möglicherweise wurde hier in Anschlag gebracht, dass man in der Präsenzklausur keine Entwicklungsumgebung zur Verfügung hat, während der Online-Klausur aber schon.

 

In der Präsenzklausur war EIN XML-Dokument gegeben. Auf der Grundlage dieses Dokumentes wurden ALLE wesentlichen Themen des Kurses abgeprüft: DTD, XML-Schema, XPath, XQuery und XSLT. Das erscheint mir vernünftig. Indem sich alle Aufgaben auf EIN Dokument  beziehen, muss man sich nicht ständig neu einlesen und die Prüfer können den Stoff breiter abdecken. Mein Eindruck war, dass die Aufgabenstellungen sich auf häufig verwendete Anwendungsfälle konzentrieren, hier also nicht die exotischsten Spezialfälle abgefragt werden. Ein Klausurergebnis liegt mir aber noch nicht vor.

 

Fazit

 

XML hat mir Spaß gemacht. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, welchen Nutzen diese Sprache für einen Web-Informatiker haben könnte. Wünsche, was ich gerne NOCH gelernt hätte, sind bei mir diesmal nicht offen geblieben; das Modul ist aus meiner Sicht inhaltlich vollständig.

 

Es würde mich nun reizen, auch noch das Modul "Aktuelle Webtechniken" im Wahlbereich zu belegen, bei dem es um Java Server Faces geht. XML wird dafür als inhaltliche Voraussetzung genannt. Kommilitonen, dieses Modul schon belegt haben, berichten mir, dass XML hierfür durchaus sehr nützlich ist. Da ich diese Voraussetzung nun erfülle und mir die Kurse zur serverseitigen Programmierung mit Java gut gefallen haben, bin ich schon sehr gespannt auf diese Einführung in JSF. Allerdings wird es wohl Herbst werden, bevor ich dazu komme. Das größte Chaos meines Umzuges ist zwar überstanden und ich habe nun wieder einen Arbeitsplatz und einen Internetanschluss; trotzdem hängt am Umzug ein Rattenschwanz zu Kleinigkeiten, die noch erledigt werden müssen; und die mir Tag für Tag Zeit rauben, die eigentlich gerne ins Studium stecken würde. Mal sehen, wie lange dieses Stadium noch dauert.

kurtchen

Beim letzten Prüfungstermin habe ich 4 Klausuren an 2 verschiedenen Standorten geschrieben:

- Web-Engineering (Heidelberg)

- Software-Technik 3 (Heidelberg)

- Content-Management-Systeme (Dortmund)

- Data-Mining (Dortmund)

 

Nötig war das, weil ich zum 1. Juli umziehe. Das ist zum Glück nur ein Umzug innerhalb der Stadt, aber viel Zeit wird trotzdem dafür draufgehen. Außerdem werden wir in der neuen Wohnung ein bisschen renovieren und umbauen müssen. Einen Schuppen werde ich auch noch bauen müssen, damit wir einen Platz haben, wo wir unsere Fahrräder hinstellen können. Die alte Wohnung war schon lange zu klein, was sich immer häufiger auf den Familienfrieden auswirkt. Berufsbedingt bin ich es gewohnt, im größten Trubel meinen Kram zu machen, so dass ich wahrscheinlich noch am wenigsten darunter gelitten habe. Mich stören eher technische Geräusche: Handy-Gedudel, Gepiepse von Computerspielen und solche Sachen. Da gilt die Regel: Nicht wenn ich lerne bzw. dann nur mit Kopfhörer. Da halten sich die Teenager zum Glück dran.

 

Die alte Wohnung hatte viele Vorzüge. Unser Vermieter hat uns nicht ein einziges Mal die Miete erhöht und war immer sehr tolerant gegenüber Kinderlärm. Dafür haben wir bei Reparaturen immer zugeschaut, dass wir uns möglichst selbst mit Material aus dem Baumarkt helfen. Leben und Leben lassen. War eine Hausgemeinschaft, wo man ein bisschen aufeinander aufgepasst hat. Selbst, wenn wir in Urlaub gefahren sind, haben wir die Wohnungstür nur zugezogen, nie abgeschlossen. Wäre sofort aufgefallen, wenn jemand unbekanntes durchs Treppenhaus geht. Die günstige Miete hat mir auch sehr geholfen, die Kosten für mein Studium aufbringen zu können, obwohl ich meine Arbeitszeit auf 30 Stunden reduziert hatte. Das wird ab jetzt alles ein bisschen schwieriger.

 

Das jedenfalls war der Grund für meinen Versuch, 4 Klausuren auf einen Streich zu schaffen. Den Stoff von 4 Modulen gleichzeitig im Kopf "fluide" zu halten, ist mir nicht leicht gefallen. Vor allem, weil mit Software-Technik 3 ein anspruchsvolles und umfangreiches Modul dabei war, das mir auch inhaltlich sehr wichtig war. Da wollte ich gerne gut abschneiden. Ich hoffe, dass sich mein Ehrgeiz, alles vor dem Umzug zu schaffen, nicht an gerade dieser Stelle rächt.

 

Nach den Prüfungen habe ich auch gemerkt, dass ich mich nicht lange konzentrieren konnte. Der Start in mein neues Modul "BWL1" war zäh. Jetzt wird es langsam wieder besser. 4 Klausuren an einem Termin, das möchte ich nicht zur Nachahmung empfehlen.

kurtchen

Modul: CMS

Das Modul "Content-Management-Systeme" (CMS) ist ein Pflichtmodul im Studiengang "Wirtschaftsinformatik" und wird dort auch dem Studienbereich Wirtschaftsinformatik zugerechnet. Springer Campus empfiehlt, es im 3. Semester zu belegen. Aber auch Studierende im Studiengang "Web- und Medieninformatik" dürfen es als Wahlpflichtmodul im Vertiefungsbereich belegen. Als inhaltliche Voraussetzungen werden genannt:
- Web-Programmierung
- Web-Anwendungen 1
- XML

 

Ich glaube, dass man dieses Modul auch ohne diese Grundlagen belegen kann. Tatsächlich kommt im Studienplan für Wirtschaftsinformatik "Web-Programmierung" nach dem Modul CMS und weder "Web-Anwendungen 1" noch "XML" sind für Wirtschaftsinformatiker verpflichtend. Richtig durchdacht wirken die Empfehlungen zu den inhaltlichen Voraussetzungen auf mich deshalb nicht.

 

Ich habe das Modul belegt, weil ich fand, als Studierender der Web-Informatik müsse man auch Ahnung von CMS haben. Erwartet hatte ich eine Einführung in ein gängiges Web-CMS, z.B. in TYPO3, also ein Modul mit vielen praktischen Übungen. Wie schon bei anderen Wirtschaftsinformatik-Modulen war ich auch hier auf dem Holzweg, denn eine praktische Einführung in ein WCMS will dieses Modul nicht sein. Allerdings lernt man hier einige grundlegende Konzepte, die es einem erleichtern sollten, sich schnell in ein x-beliebiges WCMS einzuarbeiten.

 

Mein erster Irrtum war die Gleichsetzung von CMS und WCMS. Content Management Systeme dienen dazu, Content für eine Website zu managen, wozu sonst? Nein, denn es gibt Dokumenten-Management-Systeme (DMS), Electronic Record Management Systeme (ERMS), Medienbibliotheken, mobile Content Management Systeme (mCMS), semantische Content Management Systeme (SCMS) und Component Content Management Systeme (CCMS) und außerdem verschiedene Mischformen. Näher beleuchtet werden im Kurs das WCMS, das DMS und das SCMS.

 

Im Grundlagen-Kapitel geht es um Themen und Konzepte, die alle Arten von Systemen betreffen: Content-Modellierung, Metadaten, Standardisierung, Dokumenten-Management-Standards und Metadaten-Standards. Und um die grundlegenden Fragen:
- Was ist Content?
- Wie unterscheidet sich Content von Daten oder Information?
- Was ist ein Dokument?
- Was ist Content Management?

 

Im Kapitel zu WCMS geht es um grundlegende Konzepte wie:
- Benutzer und Berechtigungsstrukturen und ihre Bedeutung für den Workflow
- Customizing, das Arbeiten mit Themes, Plugins, Templates
- strukturierte Texte, Multimediaelemente
- Inhaltsbearbeitung, -organisation und -darstellung

 

Dieses Kapitel war für mich enttäuschend, weil ich eben etwas ganz anderes erwartet hatte, nämlich eine praktische Einführung in ein exemplarisches CMS. Ganz umsonst war die investierte Zeit am Ende aber nicht.

 

Das Kapitel über DMS war schon spannender. Dokumenten-Management-Systeme werden oft in einem behördlichen Umfeld eingesetzt. Hier geht es i.d.R. darum, gesetzliche Aufbewahrungsfristen einzuhalten. Im Vergleich zum WCMS ist hier die Versionierung besonders wichtig. Es muss stets nachvollziehbar bleiben, wer, wann, was geändert hat. Vorherige Versionen eines Dokumentes sollen sich wieder herstellen lassen. Langfristige Archivierung spielt oft eine große Rolle. Dem Metadaten-Management kommt eine besondere Rolle zu, weil Content über die Metadaten schneller gefunden werden kann als über eine aufwendige Volltext-Suche. Oft ist nicht leicht zu beurteilen, was relevante Metadaten sind. Wenn Dokumente über lange Zeiträume aufbewahrt werden, können andere inhaltliche Kriterien für das Retrieval relevant werden, als man zum Zeitpunkt der Erfassung für plausibel hielt. Mit dem DIRKS-Modell wird ein allgemeines Vorgehensmodell vorgestellt, um ein Dokumenten-Management-System in einem institutionellen Kontext zu etablieren.

 

Wirklich interessant war für mich das Kapitel über semantische Content-Management-Systeme (SCMS). Um für den Nutzer navigierbar zu sein, sollte Content mit anderem Content anhand von inhaltlichen Bezügen verknüpft werden. SCMS nutzen semantische Information, mit der Content angereichert ist, um solche Bezüge, die implizit enthalten aber nicht explizit bekannt sind, zu entdecken. So kann ein SCMS Metadaten automatisiert hinzufügen und Nutzern Inhalte anbieten, die inhaltlich zu denen passen, nach denen sie suchen. Ein SCMS kann zum Beispiel unterscheiden, ob ein Nutzer, über die UNO als Organisation oder über UNO als Kartenspiel recherchiert. Und je nachdem Information über andere internationale Institutionen oder über andere Kartenspiele anbieten.

 

Zur Anreicherung von Content mit semantischer Information dient der Resource Description Framework (RDF). Mit ihm beschreibt man, dass eine Ressource, z.B. ein Content-Objekt im Web, eine bestimmte Eigenschaft mit einem bestimmten Wert hat. Man erhält so eine Aussage mit Subjekt (Ressource), Prädikat (Eigenschaft) und Objekt (Wert bzw. Belegung der Eigenschaft), die man auch als Triplet bezeichnet. Man kann zum Beispiel behaupten, dass ein Affe Bananen frisst. Das erinnert ein wenig an die Art und Weise, wie in logischen Programmiersprachen (etwa Prolog) Fakten beschrieben werden. RDF ist XML-basiert. Das ist wahrscheinlich der Grund, dass das Modul "XML" als sinnvolle Vorbereitung genannt wird. Vertiefte XML-Kenntnisse braucht man aber nur, wenn man das Thema Semantic Web auf eigene Faust weiter erkunden möchte.

 

Mit dem Resource Description Framework Schema (RDFS), kann man solche Aussagen semantisch strukturieren. Man kann zum Beispiel festlegen, dass Affen Tiere sind oder das Tiere Nahrung essen. Mit dem Rule Interchange Format (RIF) beschreibt man Regeln, die von regelbasierten Systemen interpretiert und verarbeitet werden können. Man kann zum Beispiel Bedingungen formulieren, unter denen ein Tier Bananen als Nahrung nutzen würde, etwa, wenn es ein Affe ist und einer Umgebung lebt, in der Bananen wachsen. Ähnlich wie in einem Prolog-System kann dann ein regelbasiertes System aus bekannten Fakten und Regeln neue Fakten ableiten, die logisch implizit vorhanden aber bislang nicht explizit bekannt waren. Auf diese Weise kann ein solches System Wissen entdecken. Über solche Mechanismen kann neuer Content mit altem Content inhaltlich verknüpft werden. Logische Aussagen, die Triplets, können in speziellen Datenbanken, sogenannten Triplestores, gespeichert werden. Mit der Abfragesprache SPARQL kann man in diesen Wissensbeständen nach bestimmten Mustern suchen, ähnlich wie mit SQL in einer relationalen Datenbank. Als Fallbeispiel für ein semantisches CMS dient Apache Stanbol.

 

Dieses Kapitel war für mich das Beste am Kurs. Leider fehlt im Kursangebot von Springer Campus ein Modul "Klassische KI", das nötig wäre, um die hier vorgestellten Konzepte wirklich en detail zu verstehen. (Klassische KI ist ja ein Thema, mit dem ich mich gerne noch beschäftigen möchte.) Die spannende Idee hier scheint zu sein, dass Web-Content mit Fakten und Regeln angereichert wird, so dass ein wissens- und regelbasierte Systeme damit arbeiten können.

 

Es folgten 2 Kapitel über "Dokumenten-Management-Systeme in der Praxis" und über ein Fallbeispiel zur Erstellung einer Unternehmenswebseite mit einem CMS. Bei letzterem ging es weniger um Technik als um die einzelnen Phasen des Projektablaufs und die daran beteiligten Akteure.

 

Mit Ausnahme des Kapitels über SCMS hat dieses Modul keine ausgesprochen technische Perspektive. Es geht eher um die Einbettung von CMS in organisatorische und institutionelle Kontexte, um Vorgehensweisen im Projektverlauf, um die Ermittlung von Anforderungen, die Formulierung von Projektzielen und Erfolgskriterien. Schon nachvollziehbar, dass das ein Modul für die Wirtschaftsinformatiker ist.

 

Eine Besonderheit in diesem Modul ist, dass es hier mal kein gedrucktes Lehrbuch sondern nur ein Skript gibt. Das hatte ich bei Springer Campus noch nicht erlebt, obwohl ich vom Hörensagen weiß, dass das vereinzelt auch noch in anderen Modulen vorkommt. Ein Buch ist natürlich schöner und lässt sich besser mitnehmen, aber das Skript ist völlig in Orndung. Die Einsendeaufgaben fand ich in diesem Modul vergleichsweise einfach. Das gleiche galt für Abschlusstest und Abschlussklausur.

 

Die Präsenzklausur fand ich im Vergleich etwas schwerer. Ich hatte mich aber auch nicht gut vorbereitet. Da ich am Prüfungswochenende 4 Klausuren schreiben wollte, musste ich Prioritäten setzen. Softwaretechnik 3 und Web-Engineering waren mir am wichtigsten. Darum hatte ich dort am meisten Zeit investiert. Für CMS hatte ich vor allem die Inhalte aus dem Kapitel über SCMS wiederholt, denn die fand ich am anspruchsvollsten. Außerdem war ich der Meinung, dass das guter Stoff für Prüfungsfragen sei. Leider spielte ausgerechnet dieser Kursteil in der Klausur eine geringe Rolle. Die Aufgaben deckten ansonsten alle Kursteile recht breit ab, so dass ich hier nur den Tipp geben kann, bei der Wiederholung des Stoffes auf möglichst gleichmäßige Abdeckung zu setzen und sich nicht in Details zu verlieren. Die Aufgaben fragen in erster Linie Wissen ab, indem man Konzepte und Begriffe erklärt. Solche Klausuren mag ich nicht besonders, aber es passt zum Kurskonzept.

 

Nicht ganz zu unrecht hatte ich damit gerechnet, dass die Klausur zu CMS die leichteste an jenem Prüfungswochenende sein würde. Darauf hatte ich mich leider ein bisschen zu sehr verlassen, und so erzielte ich insgesamt nur 75 von 100 Punkten. Da diese Klausur wirklich nicht zu schwierig war, war ich mit meiner Leistung nicht zufrieden. Dank der Bonuspunkte aus Online-Test und Online-Klausur war die Note dann trotzdem ganz gut.

 

CMS ist ein Modul für Wirtschaftsinformatiker. Es geht um Anwendung im institutionellen Kontext, um Vorgehensweisen, Projektplanung, Standards. Wie die Technik funktioniert, spielt eine untergeordnete Rolle. Man lernt nicht, mit einem bestimmten CMS umzugehen. Insgesamt habe ich schon einige neue Erkenntnisse aus dem Modul mitgenommen, vor allem aus den Kapiteln über Dokumenten-Management-Systeme. Aber nochmal würde ich es nicht belegen, weil es mir zu sehr auf die Wirtschaftsinformatiker zugeschnitten ist.

kurtchen

Modul: Data Warehouse & Data Mining

Das Modul "Data Warehouse & Data Mining" kann in meinem Studiengang "Web- und Medieninformatik" als Vertiefungsmodul belegt werden. Für Studierende der Wirtschaftsinformatik ist es ein Pflichtmodul und wird dem Studienbereich "Wirtschaftsinformatik" zugerechnet. Meine Erwartungen an dieses Modul wurden durch das Lehrbuch "Data Mining" von Jürgen Cleve und Uwe Lämmel geprägt. In diesem Buch geht es darum, wie Analyseverfahren mathematisch und algorithmisch funktionieren. Das wollte ich lernen. Zu meiner anfänglichen Enttäuschung hat dieses Modul andere inhaltliche Schwerpunkte. Eigentlich hätte ich das ahnen müssen. Als inhaltliche Voraussetzung werden nämlich "Grundlagen der Informatik 1" und "SQL und relationale Datenbanken" aber nicht "Statistik" genannt. Kein Wunder also, dass die eigentlichen Mechanismen des "Knowledge Discovery in Databases" keinen großen Raum einnehmen.

 

Dieses Modul beschäftigt sich mit Data Mining und Data Warehousing in einem unternehmerischen Kontext. Zunächst geht es um die Unterscheidung zwischen operativen und analyseorientierten Informationssystemen. Operative Systeme sind entlang von Workflows im Unternehmen organisiert. Ein Beispiel wäre eine Software zu Aufnahme und Abwicklung von Bestellungen. Solche Informationssysteme häufen im Laufe der Zeit große Datenbestände an. Die Art der Ablage der Daten ist aber an der konsistenten Speicherung von fallbezogenen Daten orientiert.

 

Bei analyseorientierten Informationssystemen geht es darum, die so gewonnenen Daten in Kombination mit Daten aus anderen Quellen mit geeigneten Methoden auszuwerten, um bislang unbekannte Muster und Zusammenhänge zu erkennen, die sich betriebswirtschaftlich nutzen lassen. Zum Beispiel, dass bestimmte Produkte häufig in Kombination gekauft werden oder dass der Kauf bestimmter Produkte Folgekäufe bestimmter anderer Produkte nach sich zieht. Ein Unternehmen könnte darauf z.B. reagieren, indem es solche Produkte gemeinsam anbietet oder Werbung passgenau verschickt.Die Details solcher Auswertungsprozesse stehen nicht im Mittelpunkt des Kurses. Vielmehr geht es um den Prozess im Unternehmen, in dem solche Verfahren durch geeignete Aufbereitung der Daten vorbereitet werden und zur Anwendung kommen. Und natürlich auch darum, wie die Ergebnisse solcher Analysen für den Unternehmenserfolg nutzbar gemacht werden können.

 

Als Studierender der Web- und Medieninformatik bin ich eine andere Perspektive gewohnt: Wie funktioniert es technisch?

 

Aber das ist ein Modul für Wirtschaftsinformatiker. Die Perspektive ist eher: Wie bekommen wir das im Unternehmern organisiert? Was fangen wir betriebswirtschaftlich damit an? Die nötige Analysesoftware programmieren wir wahrscheinlich nicht selbst sondern kaufen sie ein. Wir möchten daher nur wissen, was für Verfahren es gibt und für welche Anwendungsszenarien sie welche Stärken und Schwächen haben. Wir müssen nicht en detail wissen, wie z.B. ein künstliches neuronales Netz in der Lage ist, bislang unbekannte Muster im Kaufverhalten zu entdecken.

 

Nach der ersten Enttäuschung habe ich beschlossen, mich auf diese andere Perspektive einzulassen und das beste aus dem Modul zu machen. Unterm Strich hat es mir dann doch recht gut gefallen, wenn auch aus ganz anderen Gründen als erwartet. Der größte Gewinn war tatsächlich die unternehmerische, anwendungsbezogene Perspektive, über die ich mir bislang weniger Gedanken gemacht hatte. Mich interessiert, wie man ein gegebenes Problem technisch lösen kann. Wie man vorhandene Technologien einsetzt, um sich im Wettbewerb Vorteile zu verschaffen, finde ich weniger spannend. Aber natürlich braucht man Menschen, die sich um genau solche Dinge Gedanken machen. Ich möchte mich nicht unbedingt selbst in diese Richtung entwickeln, aber ich halte es für sinnvoll, ein Verständnis für diese Denk- und Arbeitsweise zu entwickeln. Und für Menschen, die so arbeiten. Dazu ist das Modul Data Mining gut geeignet.

 

Der Umfang des Lehrbuches ist mit ca. 200 Seiten für Springer Campus unterdurchschnittlich. Nur die zweite Hälfte des Buches beschäftigt sich mit dem Prozess der Wissensgewinnung aus großen Datenbeständen. In der ersten Hälfte geht es zunächst um die Transformation und Zusammenführung von Daten aus operativen Systemen. Für analyseorientierte Systeme bieten sich andere Formen der Datenspeicherung an. Es gibt multidimensionale Datenbanken, die für genau solche Anwendungsfälle entwickelt wurden. Auch die Verwendung relationaler Datenbanken ist möglich, aber sie werden dann oft anders aufgebaut. Während man in operativen Systemen redundante Speicherung von Informationen vermeiden möchte, um Inkonsistenzen auszuschließen, lässt man bei analyseorientierten Systemen manchmal gewisse Redundanzen zu, um schneller durch multidimensionale Datenbestände navigieren zu können. All dies ist zusammengefasst in den Kapiteln zu Data Warehouse und OLAP. Eine wesentliche Rolle spielen die grundlegenden Navigationsmöglichkeiten in multidimensionalen Datenstrukturen. Man kann multidimensionale Datenwürfel in verschiedenen Ebenen schneiden (Slicing), den Datenwürfel durch die Schnittebene drehen (Dicing), Dimensionen feiner Auflösen bzw. in den Würfel hineinzoomen (Drill down) oder aus dem Würfel herauszoomen (Roll up). Ziel ist, eine Datenstruktur aufzubauen, die es erlaubt, große Datenbestände interaktiv und auf neue Weise zu erkunden. Das ist etwas ganz anderes als klassisches Reporting.

 

Erst im zweiten Teil des Buches geht es dann um Data Mining, also das Erkennen bislang unbekannter Muster in großen Datenbeständen. Im Lehrbuch werden zwei Auslegungen des Begriffes Data Mining unterschieden. Data Mining im engeren Sinne ist der technische Prozess der Wissensentdeckung in Datenbanken. Dazu verwendet man Verfahren wie künstliche neuronale Netze, Clusterverfahren, Assoziationsanalyse und Entscheidungsbaumverfahren. Data Mining im weiteren Sinne ist ein umfassender, mehrstufiger Prozess. Die Stufen heißen: Business Understanding, Data Understanding (Auswahl und Sichtung der Daten), Data Preparation (Datenaufbereitung und -bereinigung), Data Modelling (die Anwendung der eigentlichen Analyseverfahren), Evaluation (Beurteilung und Auswahl relevanter Analyseergebnisse) und Deployment (die Anwendung der Ergebnisse zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen). Das Lehrbuch konzentriert sich auf die zweite Sichtweise des Data Minings als mehrstufiger Prozess. Wer wissen will, wie die Phase des Data Modelling mathematisch-technisch funktioniert, sollte ein anderes Lehrbuch lesen.

 

Typisch für Springer Campus ist, dass jedes Kapitel mit einer Fallstudie endet, die die Anwendung der beschriebenen Techniken und Konzepte in einem betrieblichen Kontext schildert. Hier geht es um eine Firma, die Fahrräder produziert und ihre Kunden gezielter ansprechen möchte.

 

Meine Tutorin gab mir mit den Aufgaben gute Rückmeldungen zur Klausurvorbereitung. Dankbar bin ich vor allem für ihre Tipps zum Zeitmanagement in der Klausur. Meine eingereichten Lösungen waren nämlich oft recht detailliert. Hier bekam ich den Hinweis, für die Klausur mehr auf den Punkt zu kommen, weil die Zeit knapp sei. In der Präsenzklausur gab es denn auch viele Aufgaben, die alle Teile des Kurses abdeckten. Ich habe von Anfang bis Ende geschrieben, was das Zeug hielt, und wurde gerade so rechtzeitig fertig. Was recht angenehm war: Die Aufgaben kamen in Dreiergruppen und aus jeder Gruppe sollte man zwei Aufgaben auswählen, eine durfte man weglassen. Auf diese Weise konnte man kleinere Unsicherheiten im Stoff ein wenig ausgleichen. Aber nicht ganz, denn z.T. zielten die Fragen in ähnliche Richtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Eine gründliche Vorbereitung des gesamten Stoffes ist also angesagt. Ich meine, ganz gut klar gekommen zu sein. Ein Ergebnis liegt mir aber noch nicht vor.

 

Data Mining ist aus meiner Sicht ein Modul mit mittlerem Schwierigkeitsgrad. Der Arbeitsumfang für die Bearbeitung erscheint mir leicht unterdurchschnittlich, weil das Lehrbuch etwas dünner ist als in vergleichbaren Modulen. Web- und Medieninformatiker sollten sich bewusst sein, dass Data Mining als Modul für Wirtschaftsinformatiker aus einer anderen als der gewohnten Perspektive geschrieben ist und auch eine andere Zielsetzung hat. Wer mit diesem anderen Blickwinkel zurecht kommt, ihn vielleicht sogar als willkommene Abwechslung und Anregung begreifen kann, hat hier eine Möglichkeit, im Vertiefungsbereich auch mal mit etwas weniger Bearbeitungszeit einen Schritt weiter zu kommen. Mir hat es am Ende Spaß gemacht, auch wenn ich immer noch Lust hätte, ein Modul zu belegen, das wirklich vertieft auf die einzelnen Analysetechniken eingeht.

kurtchen

Modul: Web-Engineering

Welche Rolle spielt das Modul im Studium?

 

Das Modul "Web-Engineering" ist eines der möglichen Vertiefungsmodule im Studiengang "Web- und Medieninformatik". Es ist außerdem ein Pflichtmodul für die Weiterbildungszertifikate "Web-Frontend-Programmierer" und "Web-Entwickler". Laut Studienplan sollte es ab dem 5. Semester belegt werden. Das Modul "Web-Programmierung" gilt als inhaltliche Voraussetzung, weil man Grundkenntnisse in HTML, Javascript und am besten auch in XML benötigt. Überraschen könnte, dass auch Grundlagen der Informatik 1 und 2 als Voraussetzung genannt werden. Das liegt daran, dass die Programmierung mit serverseitigen Frameworks wie dem GWT oder dem ZK Framework eine große Rolle spielt, und dafür braucht man solide Java-Kenntnisse. Doch davon später mehr. Empfohlen wird auch, das Modul "Skripsprachen" vorher zu belegen. Dieses Modul bietet eine umfangreichere Einführung in Javascript als "Web-Programmierung". Leider wird es nicht mehr angeboten und laut Studienbüro ist auch kein Ersatz in Sicht. Ich finde das recht ärgerlich, denn beim Durcharbeiten von "Web-Engineering" habe ich oft gemerkt, dass vertiefte JavaScript-Kenntnisse nützlich gewesen wären.

 

Die Streichung von "Skriptsprachen" wurde mir gegenüber damit begründet, dass viele Studierende sich beklagt hatten, das Modul sei veraltet gewesen. Mir liegt die letzte Auflage des verwendeten Lehrbuches vor. Mein Eindruck ist, dass ich dieses Modul immer noch sehr gerne belegt hätte, und dass es eine sehr gute Vorbereitung für "Web-Engineering" gewesen wäre. Schade, aber nicht zu ändern.

 

Das Lehrbuch

 

Der Kurs basiert auf dem Lehrbuch "Web 2.0-Anwendungen mit AJAX" von Jürgen Priemer. Herr Priemer ist auch einer der Autoren des Lehrbuches von "Grundlagen der Informatik 3", wo es unter anderem um GUI-Programmierung in Java am Beispiel von Swing geht. Ich meine, seinen Stil wiedererkannt zu haben. Mit GdI3 kam ich gut zurecht und auch dieses Lehrbuch hat mir wieder gut gefallen. Mit ca. 350 Seiten ist der Umfang leicht unterdurchschnittlich. Das heißt aber nicht, dass man dieses Modul überdurchschnittlich schnell durcharbeiten kann. Die Themenvielfalt ist groß und jeder Themenwechsel geht zu Lasten des Arbeitstempos.

 

Worum geht es?

 

Worum geht es nun inhaltlich? Springer hat ja ein verpflichtendes Modul "Web-Anwendungen 2", bei dem es um die Programmierung von Web-Anwendungen mit Java-Server-Pages (JSP) geht. Hier ist das GUI eine HTML-Seite, die von einem Servlet erzeugt wurde. Der Nutzer macht Eingaben in ein Formular und sendet es ab. Das Servlet empfängt einen HTTP-Request, dem Nutzereingaben als Parameter angehängt sind. Das Servlet verarbeitet diese Anfrage, interagiert zu diesem Zweck mit Fachkonzept-Klassen und eventuell auch einer Datenbank und baut eine neue HTML-Datei als Antwort auf die Nutzeranfrage. Diese empfängt der Browser des Nutzers und rendert daraus eine Darstellung, die der Nutzer dann sieht. So weit der klassische Ablauf. Eine grundlegende Beschränkung ist, dass die Serverantwort als neue Seite empfangen wird. Es wird also nach jeder Nutzeranfrage eine komplett neue Seite geladen und gerendert.

 

Wenn man möchte, dass Web-Anwendungen reaktiver und interaktiver sind, hilft die Technik des XML-HTTP-Requests. Dazu braucht man Code, der clientseitig ausgeführt wird. Der kleinste gemeinsame Nenner auf der Clientseite ist Javascript, das in allen modernen Browsern zur Verfügung steht. Wir haben also clientseitig ein Event-Handling in Javascript, das bestimmte Nutzeraktionen registriert, z.B. dass der Nutzer gerade das Postleitzahlen-Eingabefeld verlassen hat. Der clientseitige Code schickt nun dem Server einen sogenannten XML-HTTP-Request, der z.B. die gerade eingegebene Postleitzahl enthält. Der Server verarbeitet diesen Request, z.B. in dem er bei einem Web-Service den zur Postleitzahl passenden Ort nachschlägt. Nun kommt der entscheidende Punkt: Der Server antwortet nicht mit einer neuen Seite sondern schickt eine Response im XML- oder JSON-Format. Diese Response wird von clientseitigem JavaScript-Code in einer Callback-Funktion ausgewertet. Diese Callback-Funktion verändert oder löscht Elemente der dargestellten Seite oder fügt ihr neue Elemente hinzu. Dies geschieht durch Manipulation des Document Object Models (DOM), dass der Browser auf Grundlage der zuvor empfangenen HTML-Datei erzeugt hat. Zum Beispiel kann die Callback-Funktion nun den Ortsnamen in das Eingabefeld Ort einfügen oder eine Fehlermeldung anzeigen, dass die eingegebene Postleitzahl nicht existiert und den Absenden-Knopf des Formulars deaktivieren, bis der Nutzer diesen Fehler behoben hat.

 

Der oben beschriebene, grundlegende Prozess steht im Mittelpunkt des Moduls. Durch ihn können Web-Anwendungen reaktiver werden. Seiteninhalte können sich dynamisch ändern, ohne das eine Seite komplett neu geladen werden muss. Web-Anwendungen können mit GUIs ausgestattet werden, die denen von Desktop-Anwendungen ähneln. Sie können komplexere Funktionalität und ein insgesamt flüssigeres Nutzungserlebnis bieten.

 

Der Preis dafür: Wir müssen nicht nur serverseitigen Code in einer serverseitigen Sprache programmieren (wie z.B. PHP oder Java), sondern auch clientseitigen Code in JavaScript. Wir müssen ein bisschen Hirnschmalz darauf verwenden, die Interaktion zwischen client- und serverseitigem Code hinzubekommen. Und das ganze wird eventuell noch dadurch verkompliziert, dass wir Inhalte von unterschiedlichen Servern oder Web-Services einbinden.

 

Es gibt nun im wesentlichen drei Möglichkeiten, Web-Anwendungen dieser Art zu implementieren:
1. Wir programmieren den clientseitigen Code von Hand in JavaScript aus. Dann müssen wir uns damit auseinander setzen, dass es Unterschiede zwischen den Browsern gibt. Wir müssen also bedingte Verzweigungen in unseren Code einbauen und Fallbacks schreiben.
2. Wir verwenden ein clientseitiges JavaScript-Framework, dass uns die Arbeit vereinfacht. Bibliotheken verbergen die Unterschiede zwischen den Browsern hinter einheitlichen Funktionsaufrufen und vereinfachen den Umgang mit dem XML-HTTP-Request und der Response. Als Bonus bekommen wir in der Regel Funktionen zur einfachen DOM-Manipulation und fertige GUI-Elemente, zum Bau interaktiver Oberflächen. Im Kurs werden 2 derartige Frameworks vorgestellt: Prototype und das sehr verbreitete JQuery.
3. Wir verwenden ein serverseitiges Framework, das uns erlaubt, den gesamten Code, auch für das was auf dem Client passieren soll, in EINER serverseitigen Sprache zu schreiben. Im Kurs behandelt wird zunächst das Google Web Toolkit (GWT). Hier übersetzt ein Compiler clientseitigen Code von Java nach JavaScript. Auch das ZK Framework wird vorgestellt. Dort programmiert man ebenfalls alles in Java. Der Java-Code wird aber nicht zu JavaScript übersetzt. Stattdessen gibt es zu GUI-Klassen in Java korrespondierende fertige Pendants in JavaScript, die automatisch clientseitig eingebunden werden und mit den serverseitigen Klassen per Remote Procedure Call kommunizieren. Der Vorteil für den Entwickler: Er kann eine (verteilte) Web-Anwendung rein in Java schreiben. Das fühlt sich dann fast an, als würde man eine Desktop-Anwendungen programmieren.

 

Diese Inhalte bilden den Kern des Moduls. Die verschiedenen Ansätze werden immer wieder am Beispiel eines Heimwerker-Portals demonstriert, dass schrittweise um verschiedene Funktionalitäten erweitert wird. Im Kurs gibt es viele praktische Programmieraufgaben, was natürlich Spaß macht.

 

Herausforderungen speziell bei diesem Modul

 

Schwierig ist der häufige Wechsel der Frameworks. Man ist ständig mit neuer Syntax konfrontiert und wird nie richtig sicher im Umgang mit einem Framework. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass sich Frameworks schnell weiterentwickeln. Ich hatte zum Teil Mühe, Codebeispiele aus dem Kurs zum Laufen zu bekommen. Oft war hier zusätzliche Zeit für Recherche nötig, um herauszufinden, wie bestimmte Dinge inzwischen gehandhabt werden. Und das, obwohl der Kurs noch gar nicht so alt ist. Das scheint der Preis dafür zu sein, wenn man aktuelle Themen in Module aufnimmt.

 

Der Umgang mit dieser Schwierigkeit wurde mir erleichtert durch die guten Hilfestellungen und Tipps meines Tutors, der immer wieder Ideen beisteuerte, woran es liegen könnte, dass etwas nicht (mehr) läuft.

 

Als - durchaus klausurrelevanten - Bonus gibt es noch Kapitel über neue Funktionen in HTML5, wie z.B. das Canvas-Element oder Local Storage. Außerdem gibt es Kapitel über Mashups, also Möglichkeiten, Inhalte aus Web-Diensten in eigene Seiten einzubinden, z.B. Kartendienste, RSS-Feeds, Photo-Dienste, Suchmaschinen und dergleichen. Den Abschluss bildet ein Kapitel über die Google-App-Engine.

 

Mir hat das Modul viel Spaß gemacht, weil es sehr praktisch war und es viele Einsendeaufgaben gab, bei denen es um Problemlösen ging. Es war schwerpunktmäßig ein Programmiermodul.

 

Die Präsenzklausur

 

Was mir im Hinblick auf die Klausur Sorge gemacht hatte: In der Präsenzklausur darf man keinerlei Hilfsmittel verwenden. Ich stellte mir die Frage, wie ich mir die syntaktischen Feinheiten mehrer Frameworks einprägen sollte. Und wie ich vermeiden sollte, diese in der Klausur durcheinander zu bringen.

Diese Sorge war aber unbegründet: Im Gegensatz zum Kurs selbst spielt in der Klausur das Schreiben von Code eine untergeordnete Rolle. Hier geht es vor allem darum, die grundlegenden Abläufe im Zusammenspiel von client- und serverseitigem Code zu verstehen. Auch geht es darum, die Architektur und die konzeptionellen Unterschiede zwischen den verschiedenen Frameworks zu begreifen.

 

Die Klausur deckt Inhalte aus allen Teilen des Moduls ab. Das ist möglich, weil es auch kleinere Aufgaben mit Wissensfragen gibt, so dass man mit wenig Zeit abchecken kann, ob der Studierende wirklich alle Kapitel durchgearbeitet hat. Das wechselt sich dann wieder ab mit problemlösenden Aufgaben, bei denen man eine eigene intellektuelle Leistung erbringen muss. Eine gut gestellte Klausur, muss ich sagen.

 

Das heißt leider nicht, dass ich da unbedingt gut abgeschnitten habe. Ein Ergebnis liegt mir noch nicht vor, aber ich weiß inzwischen, dass ich einige "Böcke geschossen" und auch ein paar Sachen verwechselt habe. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie stark sich das auf meine Note auswirken wird. Falls sie nicht so gut ausfällt, muss ich mir das aber selbst zuschreiben. Fair gestellt war die Klausur in jedem Fall.

 

Für wen ist es geeignet?

 

Web-Engineering ist ein Modul, dass niemand belegen muss. Darum stellt sich am Ende die Frage, wem ich es empfehlen möchte:
- Leute, die praktische Module mit Programmieraufgaben mögen.
- Leute, die Spaß daran haben, in rascher Folge neue Frameworks auszuprobieren.
- Leute, die damit zurechtkommen, auch mal selbst zu recherchieren, weil sich Inhalte schon wieder weiterentwickelt haben.
- Leute, die es nicht darauf anlegen, den Wahlpflichtbereich mit möglichst wenig Arbeitsaufwand hinter sich zu bringen.
- Leute, die auch eine schlechtere Note riskieren möchten, wenn dafür die Modul-Inhalte spannend sind.

kurtchen

Neuer Klausurstandort Heidelberg

Seit neuestem ist es möglich, auch in Heidelberg Klausuren zu schreiben. Das liegt daran, dass der Springer Verlag eine Zweigniederlassung in Heidelberg hat. Der Klausurort ist darum auch das große Gebäude in der Tiergartenstraße 17.

 

Klausuren in Heidelberg sind bis auf weiteres Freitags von 10 bis 12 und bei Bedarf von 13 bis 15 Uhr möglich. Samstags kann man in Heidelberg keine Klausuren schreiben.

 

Wenn man mit dem Auto anreist, sollte man bedenken, dass der Verkehr sich morgens im Berufsverkehr stadteinwärts staut. Das kennt man auch von anderen Städten. Die Parksituation vor Ort ist gut. Springer hat einen großen Firmenparkplatz, den ich aber gar nicht nutzen musste, weil ich einen der zahlreichen öffentlichen und gebührenfreien Parkplätze einer nahe gelegenen Sportanlage nutzen konnte. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln scheint nach Auskunft eines Kommilitonen kein Problem zu sein.

 

Beim Betreten des Gebäudes muss man sich am Empfang in eine Besucherliste eintragen und beim Verlassen des Gebäudes auch wieder abmelden. Das dauert einen Moment. Dafür ist der Klausurraum im Erdgeschoss nahe beim Eingang und nicht schwer zu finden. Wie an anderen Klausurorten üblich, werden Getränke und ein paar Süßigkeiten zur Verfügung gestellt.

 

Ein großes Plus in Heidelberg ist die hervorragende Betriebskantine von Springer. Ob süß oder herzhaft, üppig oder gesundheitsorientiert, mit oder ohne Fleisch, hier ist für jeden etwas geboten. Ich hatte bei meinem ersten Besuch am Ende mehr auf dem Tablett, als ich mir vorgenommen hatte, weil so viele leckere Dinge lockten. So konnte ich gut gestärkt in meine zweite Klausur gehen.

 

Schön am Standort Heidelberg ist auch, dass man dort Mitarbeiter von Springer Campus trifft, die unseren aber auch weitere Fernstudiengänge organisatorisch betreuen. Das ist eine schöne Gelegenheit zum informellen Austausch, über die aktuelle und künftige Situation unseres Studienganges. Es ist durchaus interessant zu erfahren, wie bestimmte Aspekte unseres Fernstudiums aus Anbietersicht wahrgenommen werden.

 

Bislang nutzen nur wenige Studierende den  Klausurstandort Heidelberg. Allerdings weiß ich von Kommilitonen, dass trotz eindeutiger E-Mail-Einladung noch längst nicht alle mitbekommen haben, dass es diese neue Möglichkeit gibt. Ich glaube, dass Heidelberg vor allem für die Studierenden aus Baden-Württemberg eine interessante Alternative sein könnte. Aber nicht nur. Ich wohne in Unterfranken und möchte in Zukunft gerne öfter meine Klausuren in Heidelberg schreiben.

kurtchen

Modul: Softwaretechnik 3

Das Modul Softwaretechnik 3 (SWT3) ist verpflichtend für Studierende im Studiengang Web- und Medieninformatik und wird dort dem großen Studienbereich "Softwaretechnik" zugerechnet. Für Studierende im Studiengang Wirtschaftsinformatik ist es nicht verpflichtend. Soweit ich es verstanden habe, kann es von ihnen nicht einmal als Vertiefungskurs belegt werden. Laut Studienplan sollte man SWT3 im 6. Semester belegen. Es ist also als eines der letzten Module vor der Bachelor-Arbeit vorgesehen.

 

Voraussetzungen

 

Die Liste der Module, die als inhaltliche Voraussetzung genannt werden ist lang: Man benötigt GdI1 und GdI2, weil man solide Kenntnisse objektorientierter Konzepte sowie gute Java-Kenntnisse braucht. GdI3 ist wichtig, weil die Interaktionen zwischen den Schichten GUI, Fachkonzept und Datenhaltung eine wesentliche Rolle spielen. SWT1 ist unter anderem nötig, weil man sich mit den verschiedenen UML-Diagrammen gut auskennen sollte. Wozu man Software-Management braucht, erschließt sich mir nicht. Ich hatte diese Grundlage nicht und habe sie auch an keiner Stelle des Kurses vermisst. Dafür denke ich, dass das Modul "Nicht-sequentielle Programmierung" (NSP) eine sinnvolle Vorbereitung wäre, denn verteilte Anwendungen spielen eine große Rolle und es ist sehr hilfreich, zumindest schon einmal Erfahrungen mit RMI (Remote Methode Invocation) gesammelt zu haben. Das Modul SWT3 ist außerdem ein Pflichtmodul für das Hochschulzertifikat "Software-Architekt". Kein Wunder, denn Software-Architektur ist ein roter Faden dieses Kurses.

 

Das Lehrbuch

 

Grundlage für den Kurs ist das "Lehrbuch der Softwaretechnik - Entwurt, Implementierung, Installation und Betrieb" von Helmut Balzert. Es ist der Folgeband zum "Lehrbuch der Softwaretechnik - Basiskonzepte und Requirements Engineering" vom gleichen Autor. Während sich der Inhalt des ersten Bandes auf 2 Module verteilte, muss man für SWT3 tatsächlich die kompletten 580 Seiten durchackern. Und die haben es in sich. Wie schon im ersten Band legt Herr Balzert großen Wert auf eine präzise Definition der Begriffe. Viele Diagramme (vor allem UML-Diagramme) und Code-Beispiele (meist in Java) ergänzen den Kurstext.

 

Die Themen

 

Eine der ersten Einsendeaufgaben behandelte Verteilungsdiagramme. Mit diesen stellt man dar, wie die Komponenten eines verteilten Softwaresystems auf verschiedene physische Rechner oder auf verschiedene Ausführungsumgebungen an verschiedenen Standorten verteilt sind, und über welche Protokolle die Interaktion zwischen den Knoten abläuft. Konkret sollte man für die Aufgabe die sprachliche Beschreibung eines verteilten Systems in ein Diagramm umsetzen. Hier hatte ich Schwierigkeiten, mir das System und das Zusammenwirken seiner Teile vorzustellen. Ich brauchte mehrere Anläufe und viele Rückmeldungen meines Tutors, um diese Aufgabe befriedigend lösen zu können. Leider ist dieses Thema eine meiner Achillesfersen geblieben. Die Verteilungsdiagramme spielten auch in der Klausur eine Rolle und gerade mit dieser Aufgabe habe ich mich sehr schwer getan.

 

Leichter fiel mir der große Themenbereich der Entwurfsmuster. Hier zielten die Einsendeaufgaben darauf ab, verschiedene Entwurfsmuster in Java auszuprogrammieren. Zu meiner Überraschung ist SWT3 ein Modul, in dem das Schreiben von Code wieder eine größere Rolle spielt. Eine schöne Nebenwirkung dieses Moduls ist, dass ich nun viel besser mit Netbeans umgehen kann. (Eigentlich nicht vorgesehen, ich hätte ich das Modul mit Eclipse bearbeiten sollen.) Wichtige Themen sind: Callback, Schichten-Muster, Beobachter-Muster, MVC-Muster, Fassaden-Muster, Kommando-Muster, Proxy-Muster, Fabrikmethoden-Muster, Strategie-Muster und Brücken-Muster.

 

Angenehm am Modul ist auch, dass sich eher theoretische und sehr praktische Kapitel abwechseln. Nach einem recht theoretischen Kapitel über nicht-funktionale Anforderungen geht es also wieder recht praktisch weiter mit Globalisierung und Internationalisierung von Software, mit Authentifizierung und Autorisierung am Beispiel JAAS und mit Transaktionen am Beispiel JTA. Ergänzend zur vorherrschenden Java-Perspektive gibt es immer wieder kleinere Ausflüge, wie die verschiedenen Konzepte des Kurses in .NET umgesetzt werden.

 

Ein nächster großer Block sind Arten der Netzkommunikation bei verteilten Anwendungen. Hier lernt man in rascher Folge die Kommunikation mit Sockets, mit Remote Method Invocation (RMI), mit CORBA, mit XML-RPC, mit SOAP und REST. Hierzu gibt es auch wieder mehrere Programmieraufgaben. In diesem Zusammenhang lernt man auch weitere Entwurfsmuster kennen, z.B. Wert-Objekte, Fabrik-Dienste und Fassaden.

 

Es folgt ein Kapitel über softwaretechnische Infrastrukturen. Hier geht vor allem um Java EE und um .NET. Das Kapitel über eingebettete Systeme und Architekturmuster für diese fällt aus meiner Sicht recht knapp aus. Wichtiger scheint mir das Kapitel über Persistenz. Hier gibt es Einsendeaufgaben zur objektrelationalen Abbildung (ORM) und zur Java Persistence API (JPA). ORM war ja auch schon im Modul "SQL und relationale Datenbanken" Thema, aber ich finde es nicht schlecht, dass dieses Thema hier noch einmal auftaucht. Bei der objektrelationalen Abbildung geht es darum, Klassen, Assoziationen und Vererbungsstrukturen eines per OOA erstellen Fachkonzepts in sinnvoller Weise auf Tabellen einer relationalen Datenbank abzubilden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, die je eigene Vorzüge und Nachteile haben.

 

Die restlichen Kapitel über GUI-Entwurfsmuster, den Entwurfsprozess, Qualitätssicherung der Architektur, Implementierung, Verteilung und Installation, Betrieb und Reverse Engineering werden nur noch durch Tests abgedeckt. Aufgrund des Umfangs des Moduls gibt es sehr viele Tests. Ich habe auch den Eindruck, dass im Abschlusstest breit geprüft wird.

 

Mein Tutor war der gleiche wie in SWT1, SWT2, Mobile Computing und Web-Design. Die Rückmeldungen zu meinen Einsendeaufgaben kamen meist schon am nächsten Tag. Besonders interessant war es natürlich, wenn meine Lösung nicht gestimmt hatte. Durch die schnelle Antwortzeit, konnte ich gut Rückfragen stellen und meine eingereichten Lösungen zum Teil in mehreren Schritten verbessern. Das war wieder sehr hilfreich für die Klausurvorbereitung.

 

Online- und Präsenzklausur

 

Bei der Online-Klausur kamen Themen dran, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Aufgrund der Gewichtung der Einsendeaufgaben erschienen mir, Entwurfsmuster, Arten der Netzkommunikation und Persistenz als die Kernthemen des Moduls, die man gründlich vorbereiten sollte. Aber hier kamen auch Aufgaben zu kleineren Themen. Wer Bonuspunkte will, sollte also den gesamten Kurs ernst nehmen.

 

In der Präsenzklausur kamen große Punktebringer dann schon aus den oben genannten Kernthemen. Es gab aber auch mehrere kleinere Aufgaben, die mit Wissensfragen Inhalte aus dem gesamten Modul abdeckten. Schon eine clever konstruierte Prüfung, wenn man checken will, ob die Studierenden wirklich alles bearbeitet und verstanden haben. Leider kamen auch die von mir nicht geliebten Verteilungsdiagramme wieder dran.

 

Fazit und Ausblick

 

Manche der vorgestellten Architektur-Muster waren recht komplex. Zum Teil habe ich bei diesem Modul gespürt, dass ich an die Grenzen meiner Abstraktionsfähigkeit komme. Man merkt deutlich, dass es ein Modul für fortgeschrittene Semester ist. Gut gefallen hat mir, dass hier die Umsetzung der Entwürfe in Code wieder eine größere Rolle spielt. SWT3 bildet eine gute Brücke zwischen den Modulen der Softwaretechnik und den Programmiermodulen. Ich finde insgesamt die Studienbereiche GdI und SWT gut aufeinander abgestimmt. Der Kurs hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, war aber für mich auch herausfordernd. Während ich bei anderen Modulen oft noch Wünsche formulieren konnte, was ich gerne noch alles gelernt hätte, war ich nach SWT3 endlich einmal "satt". Das kommt bei mir eher selten vor.

 

Ein Klausurergebnis habe ich noch nicht, aber ich hoffe sehr, dass die Mühe sich gelohnt hat und ich diesen anstrengenden Teil meines Studiums nun auch wirklich hinter mir lassen kann. Den "dicken Brocken" Softwaretechnik habe ich damit aber noch nicht geschafft. Auf mich warten noch immer die Module "Software-Management 1" und "Software testen". Ich brauche nun aber tatsächlich einen Themenwechsel, um nicht ständig von der gleichen geistigen Ressource zu zehren. Darum möchte ich nun endlich einmal das bislang von mir vernachlässigte Thema BWL angehen, um das auch Studierende der Web- und Medieninformatik nicht herumkommen. In den nächsten Wochen wird mich also das interne und externe Rechnungswesen beschäftigen. Nicht gerade eine Entwicklungsaufgabe, auf die ich mich freue, aber nachdem ich in den letzten Wochen sehr viel vor dem Bildschirm gesessen habe, wird es zumindest eine Abwechslung sein.

kurtchen

10:45 Uhr - Aktuelles für Studierende

 

Den Vortrag hielt zum ersten Mal Frau Kreissig von Springer Campus. Nach der Übernahme der W3L durch Springer Campus im Herbst, gab sie uns einige Informationen über die GmbH, die nun unsere Studiengänge weiterführt. Im Studienalltag haben wir ja nicht viel davon gemerkt. Das Konzept der Studiengänge und die gesamte Studienorganisation sind gleich geblieben. Insbesondere bleibt es bei der Kooperation mit der FH Dortmund, die am Ende unsere Abschlüsse verleiht. Und doch sind wir unter einem neuen Dach. Im Vortrag ging es darum, ein wenig mehr über dieses neue Dach zu erfahren.

 

Frau Kreissig gab uns ein kleines "who is who" der für uns relevanten Mitarbeiter von Springer Campus. Viele Namen und Gesichter waren uns ja schon bekannt, weil unsere gewohnten Ansprechpartner aus dem Studienbüro nun für Springer Campus tätig sind. Frau Kreissig selbst ist Biologin und arbeitet als Projektmanagerin für Springer Campus. Sie scheint durchaus IT-affin. Springer Campus ist eine Abteilung von Springer Nature, einem Verlag mit ca. 13000 Mitarbeitern. Und nein, Springer verlegt nicht die Bildzeitung! Das macht ein anderer Springer Verlag und ist ein häufiges Missverständnis.

 

Spannend für mich war eine Vorstellung der anderen Studiengänge, die über Springer Campus angeboten werden. Dies gilt vor allem für den B.Sc. Biologie, den es seit 1997 gibt. Dieser Studiengang ist nur ausgebildeten Laboranten zugänglich, also BTAs und MTAs mit Berufserfahrung. Ein Biologie-Studium beinhaltet naturgemäß viele Laborpraktika. TAs bringen durch ihre Ausbildung Vorkenntnisse mit, die sich in einem Fernstudium sonst kaum vermitteln ließen. Entwickelt wurde dieser Studiengang in Kooperation der Uni Mainz mit der Firma Bayer, die ihre Laboranten berufsbegleitend wissenschaftlich weiterbilden wollte. Inzwischen hat der Studiengang Teilnehmer von über 100 Firmen. Im Gegensatz zu unseren Informatik-Studiengängen, die als Online-Studiengänge konzipiert sind, folgt das Fernstudium Biologie dem Ansatz des blended learning. Es gibt alle 2 Wochen Präsenzen. Das erzwingt auch Zeitfenster für den Studieneinstieg, während wir Informatiker uns jederzeit einschreiben können. Ein Unterschied zu uns ist auch eine stabile Gruppe von 4-35 Studierenden, die über den Zeitraum des Studiums zusammenarbeitet und von einem festen Ansprechpartner betreut wird. Die Kosten sind mit ca. 15.000 Euro etwas höher als bei uns. Das hat damit zu tun, dass Laborpraktika betreuungsintensiv und teuer sind.

 

Wie bei uns steht auch bei den anderen Studiengängen von Springer Campus am Ende ein Abschluss einer staatlichen Hochschule, denn Springer Campus tritt bislang nicht als private Hochschule auf sondern kooperiert mit staatlichen Hochschulen. Neben dem Fernstudium Biologie gibt es seit 2015 ein Fernstudium Chemie und seit 2016 ein Fernstudium Elektrotechnik, beide mit einem ähnlichen Modell des blended learning. In Zukunft könnte es auch noch ein sozialwissenschaftliches Studium geben.

 

Für mich war das alles recht spannend, nicht zuletzt weil meine Partnerin Biologin ist. Ich hatte den Eindruck, dass vielen Lesern hier im Forum noch nicht bekannt ist, dass ein Fernstudium in Fächern wie Biologie und Chemie möglich ist. Darum wollte ich die Gelegenheit nutzen, das hier einmal vorzustellen.

 

FAQs aus dem Studienbüro

 

Für uns Studierende besonders relevant waren FAQs aus dem Studienbüro und eine anschließende Frage und Antwortrunde:
- Fachlich nicht wirklich essentiell aber für viele von uns doch von großer emotionaler Bedeutung: Die kleine Ente mit Doktorhut, die von der W3L traditionell mit der Bachelorurkunde überreicht wurde, bleibt auch unter Springer Campus erhalten. Das hatten tatsächlich viele Studierende gefragt. (Ich hatte mich nicht getraut, habe mich aber auch gefreut.)
- Da Springer Campus in Heidelberg sitzt, kann Heidelberg als neuer Prüfungsstandort angeboten werden. Bislang hat man das erst einmal versucht aber die Resonanz war gering. Darum wurde noch einmal abgefragt, ob ein Prüfungsstandort Heidelberg interessant ist und welche Zeiten "anreisekompatibel" wären.
- An Präsenztagen gibt es weiterhin nur Prüfungen in Dortmund, weil das Personal an diesen Tagen in Dortmund gebunden ist.
- Das Modul "Wissenschaftliches Arbeiten" ist nun Pflichtmodul in beiden Informatik-Studiengängen, weil sich in der Vergangenheit immer wieder mal formale Mängel bei der Abschlussarbeit unvorteilhaft auf die Abschlussnote ausgewirkt haben. Viele Studierende arbeiten in einem betrieblichen Umfeld und erleben dort wissenschaftliches Arbeiten nicht. Frau Kreissig rät dringend, die Möglichkeit zur Interaktion mit dem Betreuer zu nutzen. Für diejenigen Studierenden, die noch nach einer alten Studienordnung studieren und "Wissenschaftliches Arbeiten" nicht belegen müssen, wird es dennoch dringend empfohlen.
- Ein Notenspiegel bzw. eine Leistungsübersicht kann per Mail oder Post im Studienbüro angefordert werden.
- Verspätete Klausuranmeldungen können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Die angegebenen Fristen, in der Regel 1,5 Wochen vor Prüfungstermin, sind verbindlich.
- Klausurkorrekturen erfolgen innerhalb von 6 Wochen. (Nach meiner Erfahrung hat man im Schnitt nach 3 Wochen ein Ergebnis.)
- Das Modul "Skriptsprachen" wurde aus dem Curriculum genommen und wird bis auf weiteres nicht mehr angeboten. Ein Grund dafür war, dass es inhaltlich nicht mehr ganz aktuell war, obwohl die letzte Auflage des Lehrbuches eigentlich noch gar nicht so lange her war. An diesem Punkt merkt man, dass sich in der Informatik viele Themen schnell weiterentwickeln.
- Als Ersatz für "Skriptsprachen" kann man das Modul "Web-Engineering" belegen. Hier geht es allerdings nicht allein um Javascript sondern um AJAX.

 

Thema war auch die Umstellung auf die neue Plattform, was anfangs für einigen Unmut gesorgt hatte. Allerdings gibt es inzwischen auch Studierende, die mit der neuen Plattform zufrieden sind. Viele gemeldete Bugs wurden anscheinend in recht kurzer Zeit behoben. Die gestiegene Auslastung der Plattform führte zwischenzeitlich zu längeren Antwortzeiten. Eine neue skalierbare Hardware soll ermöglichen, künftig schneller auf solche Situationen zu reagieren. Die Umstellung auf das neue Layout hatte übrigens nichts mit der Übernahme durch Springer zu tun sondern war seit längeren geplant und in Arbeit. Es war reiner Zufall, dass die Übernahme durch Springer und die Umstellung des Layouts zeitlich eng zusammenfielen. Da noch nicht alle gemeldeten Mängel restlos behoben werden konnten, besteht nach wie vor Wahlfreiheit zwischen und alter und neuer Plattform.

 

Bleibt zu sagen, dass ich natürlich sehr gespannt bin, wie sich diese Angelegenheit entwickelt. Ich selbst bin nach einer Weile zur alten Plattform zurück gekehrt, habe aber deswegen auch nicht mehr mitbekommen, was sich seitdem verbessert hat. Vielleicht kann mich Springer ja bald davon überzeugen, künftig mit der neuen Plattform zu lernen.

 

Im Rahmen des Vortrags von Frau Kreissig wurden auch wieder einige Hochschulzertifikate überreicht. Frau Weirich vom Studienbüro informierte parallel in einem anderen Raum über das Studiengangskonzept.

 

12:15 - Vortrag Prof. Dr. Uwe Klug zum Thema NoSQL-Datenbanken

 

Professor Dr. Uwe Klug von der FH Südwestfalen ist vielen Studierenden bekannt als Autor der Lehrbücher zum Datenbank-Modul. Dort geht es in erster Linie um relationale Datenbanken und die Abfragesprache SQL. In seinem Vortrag ging es um alternative Datenbankkonzepte. Hier eine kleine Zusammenfassung:

 

Das Konzept der relationalen Datenbank ist seit Jahrzehnten etabliert. Die Grundidee ist die Speicherung von Daten in Tabellenform. Eine mögliche Metapher hierfür ist das Adressbuch. Es hat auf jeder Seite Daten im gleichen Format, z.B. erst der Name, dann die Adresse, dann die Telefonnummer und so weiter. Relationale Datenbanken halten stark strukturierte Daten.

 

Im Bild der Tabelle sind die Tabellenüberschriften die Felder und stehen für Typen von Daten, die in fester Reihenfolge enthalten sind. (Unter Umständen dürfen Felder immerhin leer bleiben.) Die Zeilen enthalten die eigentlichen Daten und stehen für gespeicherte Datenobjekte, die Datensätze. Kennzeichnend für relationale Datenbanken ist die starke und starre Strukturierung der Daten. Sie ermöglicht einen feingranularen Zugriff auf Daten mit teils raffinierten Abfragen, die in der Sprache SQL formuliert werden. Zu Beginn der Datenbankentwicklung werden die zu speichernden Daten modelliert und das Modell normalisiert, um Redundanzen zu eliminieren.

 

Zentrale Eigenschaften einer relationalen Datenbank sind:
- relationale Integrität: Sie gewährleistet die Datenintegrität, z.B. durch Check-Regeln, Trigger und die Verwendung von Fremdschlüsseln zur Vermeidung redundanter (und möglicherweise inkonsistenter) Datenspeicherung.
- Transaktionssicherheit: Eine Folge von SQL-Anweisungen wird ganz oder gar nicht bearbeitet. Kann sie nicht ganz bearbeitet werden, gibt es einen Rollback, bei dem die bisherigen Anweisungen der unvollständigen Transaktion rückgängig gemacht werden. Wie Transaktionssicherheit intern sichergestellt wird, muss der Datenbankentwickler nicht wissen. Das macht für ihn das RDBMS.

 

Hinter relationalen Datenbanken steht eine bestimmte kaufmännische Denkungsart. Im Vordergrund steht die Konsistenz der Daten, die jederzeit aktuell und widerspruchsfrei sein sollen.

 

Inzwischen haben sich aber Anforderungen an Datenbanken geändert. Datenbanken werden nicht mehr vorwiegend in kaufmännischen Anwendungen eingesetzt sondern z.B. auch in Web-Applikationen. Und dort gelten oft andere Anforderungen, die von relationalen Datenbanken nicht mehr optimal erfüllt werden. Daten in Web-Applikationen sind oft nur schwach strukturiert. Feingranulare Abfragen stehen nicht immer im Mittelpunkt. Dafür sind die Nutzerzahlen oft extrem hoch.

 

Es gibt im wesentlichen 2 Strategien, auf steigende Nutzerzahlen und Datenmengen zu reagieren:
1. vertikale Skalierung: Ich kaufe einen schnelleren Rechner mit größerer Platte. Aber irgendwann habe ich den schnellsten Rechner und die Nutzerzahlen zwingen meinen Datenbankserver trotzdem in die Knie.
2. horizontale Skalierung: Ich verteile meine Daten auf mehrere Server. So muss jeder Server nur einen Teil der Anfragen bewältigen. Jetzt kann ich auf steigende Nutzerzahlen reagieren, indem ich einfach immer mehr Server hinstelle. Damit handle ich mir aber ein neues Problem ein. Wenn Daten redundant auf mehreren Servern liegen, muss ich sie bei Änderungen konsistent halten.

 

Mit den Web-Applikationen kommen neue Wünsche und Anforderungen an Datenbanken:
- Ich möchte große Datenmengen verteilt speichern.
- Ich möchte Schema-Änderungen WÄHREND der Nutzung des DBMS durchführen können und nicht etwa gezwungen sein, für so etwas meine Server vom Netz zu nehmen.
- Ich möchte mit schwach strukturierten Daten arbeiten.
- Mein System soll bei einem Ausfall einzelner Server nicht zusammenbrechen.
- Die Aktualität und Konsistenz der Daten ist grundsätzlich weiter wichtig, aber Schnelligkeit der Informationsbereitstellung und Ausfallsicherheit sind mir wichtiger.

 

Gerade die Schnelligkeit ist bei Web-Anwendungen sehr wichtig. Wenn mein Kunde in meinem Shop nach einem Artikel sucht und mein Server braucht zu lange, um eine Auswahl zu präsentieren, wird mein Kunde nach wenigen Sekunden einen neuen Tab aufmachen und schauen, ob mein Mitbewerber schneller ist. Das möchte ich vermeiden.

 

In diesem Zusammenhang ist das CAP-Theorem von Eric Brewer relevant. CAP steht für Consistency (Integrität der Daten), Availability (Schnelle Antwortzeiten) und Partition Tolerance (Ausfalltoleranz). Das CAP-Theorem besagt, dass ich bei einer Datenbank in verteilter Umgebung nicht alles zugleich haben kann. Bei mindestens einer der 3 Anforderungen muss ich Kompromisse machen. Das CAP-Theorem lässt sich mit formalen Mitteln beweisen. Es gibt hier also kein Entkommen. Und darum bestimmen die Anforderungen meines Geschäftsmodells, was für ein DBMS ich brauche. Und das ist eben immer häufiger keine klassische relationale Datenbank.

 

NoSQL-Datenbanken machen den Kompromiss bei der Konsistenz zugunsten von Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit. Das ist für Web-Anwendungen typisch. Ein Beispiel wäre ein Web-Shop, über den Artikel verkauft werden. Er hat 2 Knoten, einen in Hamburg, einen in München. Diese synchronisieren ihre Verkäufe automatisch, so dass dem Kunden jederzeit angezeigt wird, ob sein gewünschter Artikel noch auf Lager ist. Durch eine Störung im Netz wird die Verbindung zwischen Hamburg und München für ein paar Minuten unterbrochen. Es gibt nun 2 Möglichkeiten, darauf zu reagieren:
1. Weil ich die Knoten nicht mehr synchronisieren kann, verkaufe ich nichts mehr. So kommt nie ein Kunde in die Situation, einen Artikel zu bestellen, den ich nicht zum versprochenen Zeitpunkt liefern kann. Aber mein Kunde ärgert sich, dass ich ihm minutenlang nichts anbieten kann und bestellt stattdessen bei der Konkurrenz.
2. Ich verkaufe weiter. Möglicherweise verkaufe ich einen knappen Artikel mehrfach. Dann muss ich einen Kunden informieren, dass ich doch nicht zum versprochenen Zeitpunkt liefern kann. Nicht optimal, aber mein Kunde wird das vermutlich eher akzeptieren als einen Web-Shop, der minutenlang nicht reagiert.

 

Die Aufweichung der Konsistenz beschreibt man mit der Abkürzung BASE. Die steht für Basically Available, Eventually Consistent. Konsistenz wird nicht aufgegeben, aber man fasst sie als Übergangsprozess auf. Zeitweise kann es zu Inkonsistenzen kommen. Sobald eine Verbindung wieder verfügbar wird, wird die Inkonsistenz behoben. Möglich wird dies durch eine Versionierung der Datensätze. Vermittels einer Versionsnummer kann ich nachvollziehen, wie und in welcher Reihenfolge sich Datensätze verändert haben. Bei der Synchronisation paralleler Prozesse fällt nun möglicherweise auf, dass eine Versionsnummer doppelt existiert, weil ein paralleler Prozess den gleichen Datensatz schon geändert hat. Es gibt dann verschiedene Strategien, wie man mit diesem Problem umgehen kann. Welche man wählt, hängt vom Anwendungsfall ab.

 

Vorgestellt wurde auch die Technik des Map Reduce. Dies ist ein zweischrittiges Verfahren, das von Google entwickelt wurde. Es dient der verteilten Ausführung von Operationen über große Datenmengen (von mehreren Terabyte!). Auf verschiedenen Knoten wird parallel gesucht (map). Dann werden die Zwischenergebnisse zusammengeführt (reduce). Map Reduce ist ein Konzept. Es ist somit unabhängig von eingesetzter Hardware. Angewendet wird es z.B. in der CouchDB.

 

Eine Vorstellung der CouchDB bildete den letzten Teil des Vortrags. Sie kann große Datenmengen speichern, die keine feste Struktur aufweisen. Die Daten werden in Form von JSON-Objekten abgelegt. CouchDB hat einen nativen Support für BLOBS (binary large objects). Sie ist quelloffen, einfach zu installieren und bietet eine gute Dokumentation. Entwickelt wurde sie in der wenig bekannten Sprache Erlang, die vor allen in der nebenläufigen Programmierung Stärken hat.

 

Das JSON-Format ist ein textbasiertes (und menschenlesbares) Format, das etwas kompakter schreibbar ist als XML. Es besteht aus Name-Wert-Paaren und ist letztlich eine Komma-getrennte Liste von Eigenschaften. Mit diesem Format kann man schwach strukturierte Daten gut beschreiben. Die Reihenfolge von Feldern kann sich ändern und Felder können auch weggelassen werden.

 

Zum Abschluss wurde noch auf den Unterschied zwischen Replikation und Clustering einer Datenbank eingegangen. Bei der Replikation kopiere ich eine vollständige Datenbank. So kann ich sie redundant auf verschiedenen Knoten ablegen und die Anfragen über die Knoten verteilen. Fällt ein Knoten aus, bleibt die DB verfügbar, wenngleich die Reaktionszeiten womöglich steigen, weil sich Anfragen nun auf weniger Knoten konzentrieren. Replikation findet eine natürliche Grenze in der Speicherkapazität des Knotens mit der geringsten Kapazität. Wenn dieser die gesamte Datenbank nicht mehr fassen kann, muss ich die Datenbank aufteilen. Das nennt man Clustering.

 

Beim Clustering liegen verschiedene Teile der Datenbank auf verschiedenen Knoten. Dadurch muss ich Anfragen eventuell so filtern, dass sie an den richtigen Knoten gerichtet werden, der die relevanten Daten besitzt.

 

Ich habe mich sehr gefreut, Herrn Klug einmal "in Aktion" zu erleben, weil sein Modul "Relationale Datenbanken und SQL" für mich bislang zu den Highlights meines Studiums zählt. Auch die Betreuung durch ihn fand ich damals sehr gut. Inhaltlich waren mir einige der vorgestellten Themen noch aus dem Modul geläufig, aber ein bisschen Auffrischung kann ja nie schaden.

 

13:15 Uhr - Vortrag Prof. Dr. Peter Weber über E-Commerce

 

Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Peter Weber über E-Commerce. Herr Weber unterrichtet an der FH Südwestfalen und ist einer der Autoren des Lehrbuches "Basiswissen Wirtschaftsinformatik", ein einführendes Lehrbuch für die Wirtschaftsinformatiker in unserem Studiengang. Herr Weber war ein engagierter Redner und konnte mich für sein Thema begeistern. (Obwohl ich bei BWL-Themen eigentlich nur schwer in die Gänge komme.) Leider konnte ich nicht mehr den gesamten Vortrag hören, weil ich ein Ticket mit Zugbindung hatte. Darum kann ich hier keinen vollständigen Bericht liefern. Spannend war für mich vor allem seine Mitwirkung am Einzelhandelslabor Südwestfalen mit dem CCEC (Competence Center E-Commerce).

 

Das Projekt hat als Zielgruppe kleine Händler und läuft seit April 2016. Ziel ist, die Multi-Channel-Kompetenz des inhabergeführten stationären Einzelhandels zu stärken. Die Ladenbesitzer sind meist schon mit den Anforderungen des Tagesgeschäfts ausgelastet, haben oft wenig Personal und machen das meiste alleine. Das ist natürlich eine Hürde, wenn es darum geht, sich mit neuen Formen der Kundeninteraktion auseinander zu setzen. Und doch wäre das bitter nötig, denn die aktuelle Situation stellt sich wie folgt dar:
- Der Online-Handel hat zweistellige Wachstumsraten.
- Für stationäre Einzelhändler entwickelt sich der Handel nicht so gut.
- Man prognostiziert, dass in den nächsten 5 bis 7 Jahren 30% der Umsätze der stationären Einzelhändler verschwinden.
- Viele Händler nutzen bereits IT.
- Sie nutzen sie aber vor allem zur Verwaltung.
- Seltener nutzen sie IT für Marketing, Service und Vertrieb.

 

Ein mögliches Konzept, den lokalen Handel zu stärken sind lokale Shopping-Plattformen. Sie stellen ein grundlegendes Prinzip des Online-Handels auf den Kopf: Ich kann alles von jedem kaufen, egal wo ich bin, egal wo er ist.

 

In einer lokalen Shopping-Plattform gilt dagegen:
- Ich kann nur kaufen, wenn ich aus einer bestimmten Region bin.
- Ich kann nur kaufen, was ein Händler aus einer bestimmten Region anbietet.


Die Standortbeschränkung - nach klassischer Logik ein Nachteil - ist das Alleinstellungsmerkmal. Im Prinzip ist es eine Form des ethischen Einkaufs und richtet sich an Kunden, die zwar bequem online einkaufen wollen, aber damit dennoch lokale Händler unterstützen wollen, z.B. weil sie auch in Zukunft noch gerne Läden in ihrer Stadt haben möchten.

 

Ziel des CCEC ist, die Ladeninhaber zu qualifizieren, so dass sie Online-Medien nutzen können, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Damit ist natürlich etwas anderes gemeint als der x-te Online-Shop.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang der ROPE-Effekt. Er ist sozusagen das Gegenteile eines Phänomens, das viele Einzelhändler beschreiben und beklagen. Die Kunden kommen in den Laden, schauen sich dort die angebotenen Waren an, und kaufen sie anschließend billiger online. Das hat wohl jeder schon einmal gehört. ROPE steht dagegen für "research online, purchase offline". Der Kunde recherchiert im Internet, z.B. in einem Online-Shop, was es für Artikel gibt. Dabei nutzt er zum Beispiel auch die Bewertungen anderer Kunden, Photos, Artikelbeschreibungen und was es sonst für Vorzüge gibt. Dann geht er in einen lokalen Laden und kauft das Produkt. "Macht kaum einer", hätte ich gedacht, obwohl ich das selbst oft so mache und es auch bei meinen Familienmitgliedern schon oft beobachtet habe. Anscheinend schätzt man, dass 38% der Kunden das so machen. Es ist aber schwer, das zu messen. Denn im Gegensatz zum Online-Handel, der seine Kunden hervorragend "trackt", weiß der Einzelhandel wenig darüber, wie Kunden zu ihrer Kaufentscheidung kommen.

 

Ein weiteres Projekt, das sehr spannend klang, ist ARSuL (Augmented Reality basierte Unterstützung für das Lernen im Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk). Die Ausgangsituation ist hier folgende:
- Die Vielfalt an Heizungssystemen hat stark zugenommen.
- Ein Wartungstechniker braucht Erfahrung mit vielen verschiedenen Systemen, z.T. sehr neue, z.T. sehr alte.
- Es gibt Nachwuchsmangel im Handwerk. Junge Techniker kennen sich mit der Vielfalt der Systeme noch nicht aus.
- Erfahrene Kräfte sind oft vor Ort nicht verfügbar.
- Zum Teil sind erfahrene Kräfte körperlich auch nicht mehr belastbar genug, um die Arbeiten vor Ort durchzuführen.

 

Die Lösungsidee:
- Die jungen Techniker tragen Datenbrillen und können sich bei Problemen mit einem erfahrenen Techniker verbinden lassen.
- Der sieht, was sie sehen, hat eventuell in der Zentrale sogar ein ähnliches System vor sich und kann sie durch die Reparatur coachen.
- Er kann per Augemented Reality eventuell direkt Hilfestellungen für die jungen Techniker vor Ort einblenden.

 

Fazit

 

Der Präsenztag hat mal wieder viel Spaß gemacht und viel interessanten Input gebracht. Was ich hier nicht beschreiben kann, ist der informelle Austausch mit Kommilitonen über Erfahrungen mit Modulen, Aufgaben, Prüfungen. Und der allgemeine menschliche Austausch über die spezielle Situation des Fernstudiums neben Beruf und Familie. Dadurch lösen sich die vielfältigen Belastungen zwar nicht auf, aber man merkt doch, dass noch andere Menschen diesen nicht alltäglichen Weg gehen. Das gibt dann doch ein wenig Kraft für die nächsten Herausforderungen.

kurtchen

Modul: Web-Anwendungen 2

Das Modul "Web-Anwendungen 2" ist ein Pflichtmodul im Studiengang "Web- und Medieninformatik" und zählt zum gleichnamigen Studienbereich. Springer Campus empfiehlt, dieses Modul im 4. Semester zu belegen, also im gleichen Semester wie "XML" und "Multimedia". Studierende im Studiengang "Wirtschaftsinformatik" müssen "Web-Anwendungen 2" nicht belegen, können es aber als Vertiefungsfach wählen. Allerdings sollten sie dabei die inhaltlichen Voraussetzungen beachten. Grundlagen der Informatik 1 und 2 sowie Web-Programmierung müssen ja auch die Wirtschaftsinformatiker als Pflichtmodule belegen. Aber auch "Web-Anwendungen 1" wird hier empfohlen. Es liefert eine solidere Grundlage in HMTL und CSS als das Modul Web-Programmierung. Insofern finde ich es hier sehr sinnvoll, der Empfehlung zu folgen. "Web-Anwendungen 2" ist auch Pflichtmodul für das Weiterbildungszertifikat "Web-Entwickler". Es ist darüber hinaus eine inhaltliche Voraussetzung für das Vertiefungsfach "Aktuelle Webtechniken", bei dem es um Java Server Faces (JSF) geht.

 

Worum geht es im Kurs?

 

Während es in "Web-Anwendungen 1" um statisches HTML geht, behandelt "Web-Anwendungen 2" die dynamische Erzeugung von HTML-Dokumenten mit einer serverseitigen Sprache. Bekanntestes Beispiel hierfür ist sicher PHP. In diesem Modul wird aber die serverseitige Programmierung mit Java Server Pages behandelt.

Was ist nun eine Java Server Page? Eine JSP ist eine Datei, in der Regel mit der Endung ".jsp", die HTML-Schablonentext enthält, in den Java Code-Fragmente eingestreut sind. Diese Datei wird in eine Java-Klasse übersetzt, die wiederum in Bytecode übersetzt wird. Ein Web-Server, z.B. Apache Tomcat, erzeugt damit zu einem HTTP-Request eine sinnvolle HTTP-Response. Die Response ist der HTML-Schablonentext, in den Elemente eingefügt wurden, die dynamisch berechnet wurden und zur Anfrage passen.

 

Aus Gesprächen mit Kommilitonen weiß ich, dass es für viele ein Ärgernis ist, dass in diesem Modul nicht PHP als Lehrsprache verwendet wird. Zum einen arbeiten viele von ihnen als Web-Entwickler und haben praktische Erfahrung mit PHP. Zum anderen argumentieren sie mit dem recht kleinen Marktanteil von JSP. Das ist natürlich ein Argument. Und doch meine ich, dass es durchaus gute Gründe gibt, die serverseitige Programmierung am Beispiel von JSP zu lehren.

 

Springer Campus setzt ja in den einführenden Programmierkursen auf Java als Lehrsprache. Die Stärke von JSP ist, dass man Java-Klassen verwenden kann. Man kann die gesamte Fachlogik einer Web-Anwendung in Java programmieren und dabei auf alles zurückgreifen, was man bisher über Programmierung gelernt hat. Das hat didaktisch dann doch einige Vorzüge. JSP kann man Klebstoff zwischen Java und HTMl sehen.

 

Praktisch wird man eine IDE wie Eclipse oder Netbeans mit JavaEE verwenden. Die nimmt einem eine Menge Arbeit ab, zum Beispiel das Anlegen einer sinnvollen Ordnerstruktur für den Server. Die IDE packt die erstellten Anwendungen auch automatisch in sogenannte war-Archive. Der Tutor erwartet Lösungen zu den Einsendeaufgaben in dieser Form.

 

Das Lehrbuch

 

"Java Server Pages" von Dieter Wißmann ist wahrscheinlich das beste deutschsprachige Lehrbuch zu diesem Thema. Es gibt nämlich nicht viel anderes dazu. Und das wenige, was es gibt, ist oft schon ganz schön alt. Wer mit diesem Lehrbuch nicht zurecht kommt und Sekundärliteratur sucht, wird es also nicht ganz leicht haben. Zum Glück schreibt der Autor sehr verständlich. Theorie und Anwendungsbeispiele wechseln sich ab und die Themen bauen gut aufeinander auf. Das Buch hat ca. 450 Seiten, was für Kurse bei Springer Campus üblich ist. Unter den Abbildungen sind besonders die UML-Diagramme relevant, die verwendet werden, um die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Klassen zu klären, die man beim Arbeiten mit JSP kennen sollte.

 

In vielen Modulen habe ich die Themen recht ausführlich beschrieben. In diesem Modul werde ich darauf verzichten, weil JSP ziemlich komplex ist und so ist auch die Vielfalt an Themen sehr groß. Ein einfacher, linearer Aufbau des Stoffes ist hier nicht möglich und sinnvoll, weil JSP eine Brücke zwischen vielen Technologien schlägt. Man arbeitet mit HTML und CSS, muss sich damit beschäftigen, was bei einem HTTP-Request zwischen Client und Server passiert, hat mit Apache Tomcat zu tun, aber auch mit der JVM und natürlich mit der Programmiersprache Java, die womöglich per JDBC auch noch an eine relationale Datenbank angebunden ist. Insofern muss der Kurstext immer wieder Theorie einführen oder wiederholen, um so Themen noch einmal ins Bewusstsein zu rufen, die dann per JSP verknüpft werden. Keine leichte Aufgabe für einen Autor, die meiner Meinung nach hier hervorragend gelöst wurde.

 

Einen großen Teil des Buches - an die 100 Seiten - nimmt ein komplexes Fallbeispiel ein: Der Aufbau eines Web-Anzeigenmarktes mit JSP, wobei ein Überblick über den gesamten Entwicklungsprozess gegeben wird. Der komplette Code des Fallbeispiels liegt dem Kurs bei und kann praktisch ausprobiert werden.

Besonders loben möchte ich hier, dass ein Kapitel zur Fehlersuche in JSPs enthalten ist. Die ist nämlich manchmal nicht ganz einfach, was mit dem zweistufigen Übersetzungsprozess zu hat: Von JSP zu Java und von Java zu Bytecode.

 

Treten Fehler beim ersten Schritt auf, so kann man das noch gut nachvollziehen. Ab dem zweiten Schritt oder zur Laufzeit wird es schwieriger, denn die Fehlermeldung bezieht sich auf die aus der JSP generierte Java-Klasse, die man ja nicht selbst geschrieben und gesehen hat. Der Autor stellt hier einige Strategien zur Fehlersuche vor. Eine ist die Umleitung auf eine Fehlerseite, die im Browser detaillierte Meldungen zeigt. Das ist natürlich nichts für die ausgelieferte Web-Anwendung sondern etwas, was dem Entwickler nützt.

 

Wegen des zweistufigen Übersetzungsprozesses ist es auch immer wieder nützlich, sich damit zu beschäftigen, wie die Umsetzung in eine Java-Klasse läuft und was dabei im Hintergrund passiert.

 

Zur Komplexität des Themas trägt bei, dass sich bei JSP verschiedene Syntaxen entwickelt haben, oft mit dem Ziel, das Schreiben von JSPs für Web-Frontend-Entwickler ohne Java-Kenntnisse einfacher zu machen. Das ist historisch gewachsen aber für den Einsteiger unübersichtlich und verwirrend. Der Autor löst dieses Problem, indem er die verschiedenen Syntaxen nacheinander einführt und Hinweise gibt, welche wofür geeignet ist und welche man besser nicht in einer JSP mischen sollte.

 

Einsendeaufgaben

 

Die Einsendeaufgaben in diesem Kurs hatten eine gewisse "Künstlichkeit", weil sie erkennbar darauf hin konstruiert waren, dass der Lernende bestimmte Sprachfeatures kennen lernt, ausprobiert und auch typische Probleme kennen lernt, die damit verbunden sind. In anderen Programmierkursen von Springer Campus wirkten die Aufgaben oft ein bisschen näher an realen Anwendungsszenarien. Für den behandelten Stoff hat der Kursautor meiner Meinung nach genau das richtige getroffen. Der Kurs ist schon etwas anspruchsvoller und eine gewisse didaktische Zuspitzung scheint mir deswegen notwendig.

 

Bei den Einsendeaufgaben geht es um das Abfangen von Fehlern, um Weiterleitungen von Seite zu Seite, um die Übergabe und Validierung von Parametern, um das Speichern und Weitergeben von Informationen vermittels Java-Beans, um die Verwaltung von Sitzungen, den Umgang mit Cookies, aber auch um die Konfiguration des Apache Tomcat Servers vermittels einer XML-Datei.

 

Für die Aufgaben habe ich regelmäßig länger gebraucht als im Kurs angegeben. Mein Tutor empfahl, den compilierten Code nicht nur zu testen, sondern die erzeugten HTML-Seiten auch validieren zu lassen. Er machte relativ enge Vorgaben hinsichtlich der einzureichenden Lösungen, z.B. verbindliche Dateinamen und Ordnerstrukturen. Dafür waren seine Rückmeldungen besonders detailliert und treffsicher. Mein Tutor benannte nicht nur klar, was nicht gut war und wie man es hätte besser machen können. Er sagte ebenfalls, was gut war und so bleiben sollte.

 

Auch kommunizierte er im Vorfeld recht genau, wann und in welchem Umfang er Einsendeaufgaben korrigiert, so dass ich mir die Arbeit am Kurs gut einteilen konnte und rechtzeitig zum Prüfungstermin fertig war.

 

Prüfungen

 

Die Online-Klausur war wie üblich eine gute Vorbereitung auf die Präsenzklausur, allerdings nicht, weil sie ähnlich war. In der Präsenzklausur hat man keine IDE zur Verfügung, bei der Online-Klausur schon. So war denn die Online-Klausur eine Gelegenheit, noch einmal mit Programmieraufgaben praktische Erfahrungen mit JSP zu sammeln, diesmal natürlich mit tickender Uhr im Hintergrund.

 

Schreiben von Code spielte in der Präsenzklausur dann eine geringere Rolle. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass man so nur ganz kleine Teile des Kurses hätte abprüfen können. Es war also ein Mix aus Wissensfragen, Fehlersuche, Vorhersage von Ausgaben zu gegebenen Programmen, Konfiguration eines Servers per web.xml und einigen anderen Themen. Überrascht hatte mich, dass es viele kleinere Aufgaben waren.

 

Der Vorzug ist natürlich: Wenn man irgendwo eine kleine Lücke im Wissen hat, ruiniert das nicht gleich die ganze Note. Ich glaube, dass die Klausur recht realistisch abbildet, wo man mit seinem Verständnis des Stoffes steht. Insofern bin ich gespannt auf mein Ergebnis.

 

Fazit

 

"Web-Anwendungen 2" war einer der schwierigeren Kurse im Studiengang. Wegen der vielen praktischen Programmieraufgaben hat er mir aber auch besonders viel Spaß gemacht. JSP ist eine vergleichsweise komplexe Angelegenheit. Eine gewisse Einarbeitungszeit muss man einplanen. Auch wird man gerade am Anfang Schwierigkeiten mit der doch recht komplexen und vielfältigen Syntax haben und dabei auch mit Frustration und Rückschlägen umgehen müssen. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Mühe. Mehr als andere Kurse verbindet "Web-Anwendungen 2" den Stoff ganz vieler Module des Studienganges zu einem zusammenhängenden Wissensgebiet. Ich glaube, das bringt etwas, auch wenn man später serverseitig lieber mit PHP, Python, Ruby oder etwas ganz anderem programmiert.

 

Für die Bearbeitung dieses Moduls würde ich etwas mehr Zeit einplanen und vielleicht zuschauen, dass man andere dicke Brocken vorher abgeräumt hat. Ich würde dieses Modul z.B. nicht zeitgleich mit "Software-Technik 1" oder mit "Nicht-sequentielle Programmierung" belegen wollen.

 

Weil mir das Modul viel Spaß gemacht hat, würde ich gerne auch noch den weiterführenden Kurs "Aktuelle Webtechniken" belegen, der eine Einführung in Java Server Faces gibt. Dafür fehlen mir aber noch ein paar inhaltliche Voraussetzungen, so dass ich mich noch ein wenig gedulden muss.

kurtchen

Modul: Softwaretechnik 2

Welche Rolle spielt Softwaretechnik 2 im Studium?

 

Das Modul "Softwaretechnik 2" wird - wenig überraschend - dem Studienbereich "Softwaretechnik" zugerechnet, der in den Studiengängen von Springer Campus einen recht großen Raum einnimmt. Das Modul ist Pflicht, sowohl im Studiengang "Web- und Medieninformatik" als auch im Studiengang "Wirtschaftsinformatik". Als inhaltliche Voraussetzung gilt das Modul "Softwaretechnik 1", bei dem es um Basistechniken und die Basiskonzepte Statik, Dynamik und Logik geht. Dieser Einschätzung würde ich mich anschließen. In SWT1 wird vor allem eine solide Grundlage in UML vermittelt, die man in SWT2 braucht. Springer Campus empfiehlt, auch das Modul "Softwaremanagement 1" vorher zu belegen, weil es das Verständnis von SWT2 erleichtere. Dazu kann ich nichts näheres sagen, weil ich SWM1 nicht vorher belegt hatte. Ich hatte den Eindruck, mit dem Stoff gut zurecht zu kommen und SWM1 als Grundlage nicht unbedingt zu brauchen. Möglicherweise wären mir die Kursabschnitte zur Aufwandsschätzung so leichter gefallen.

 

SWT2 ist auch ein Pflichtmodul in den Weiterbildungszertifikaten "Requirements Engineer", "Software-Architekt" und "Software-Manager". Wer sich für eine dieser wissenschaftlichen Weiterbildungen interessiert, sei es als Etappenziel auf dem Weg zum Bachelor oder auch als eigenständige Weiterbildung, der muss sich mit den Inhalten dieses Moduls beschäftigen.

 

Das Lehrbuch

 

Inhaltlich geht es in SWT2 um Requirements Engineering, Aufwandsabschätzung und die Modellierung von Anforderungen. Ein neues Lehrbuch bekommt man nicht. Man bearbeitet die verbleibenden Kapitel vom (hervorragenden) "Lehrbuch der Softwaretechnik - Basiskonzepte und Requirements Engineering" von Helmut Balzert, welches ja schon SWT1 zu Grunde lag. Während SWT1 mit über 400 Seiten ein umfangreicher Kurs war, fällt SWT2 mit nur ca. 150 restlichen Seiten deutlich kompakter aus. Ich habe den Eindruck, dass sich das nicht ganz im Zeitaufwand niederschlägt. Viele Kapitel zum Requirements-Engineering sind vergleichsweise trockene Themen, durch die man sich mühsam durchbeißen muss. In SWT1 nahmen große UML-Diagramme viel Raum auf den Seiten ein, so dass man oft schneller voran kam. Dieses Modul ist etwas textlastiger. Gleichwohl scheint mir, dass der Arbeitsaufwand ungleichmäßig verteilt ist. Ich hätte es besser gefunden, die Kapitel zur Logik aus SWT1 noch SWT2 zuzuteilen. Allerdings ginge dabei die klare thematische Gliederung der Module verloren. Wahrscheinlich muss man sich damit abfinden, dass die Module trotz formal gleichem Workload mal anstrengender und mal etwas leichter ausfallen. Dies bezieht sich allerdings nur auf den Arbeitsumfang. Inhaltlich ist SWT2 anspruchsvoll und relevant.

 

Requirements Engineering

 

Beim Requirements Engineering geht es im wesentlichen um das Erfassen von Anforderungen für Software-Projekte. In der Vergangenheit sind immer wieder große Software-Projekte spektakulär gescheitert. Ein wesentlicher Grund war, dass die Anforderungen an das Produkt zu Beginn nicht präzise ermittelt wurden, Entwurf und Implementierung also schon vorangeschritten waren, als wesentliche Anforderungen erst bekannt wurden. So etwas endete oft damit, dass sich der erstellte Code als unbrauchbar erwiest, weil der Entwurf schon in den Grundzügen an den Anforderungen vorbei ging. Die nötigen Änderungen wären teurer gewesen als ein kompletter Neubeginn. Requirements Engineering beschäftigt sich mit Techniken und Vorgehensweisen, um relevante Anforderungen zu Beginn eines Projektes (und im laufenden Projekt) zu ermitteln, um ausufernde Kosten, Terminverzögerungen oder gar ein Scheitern des Projektes zu vermeiden.

 

Das klassische Vorgehen ist ein dreistufiges. Die Anforderungen werden aus Kundensicht definiert. Das Ergebnis ist ein Lastenheft, das i.d.R. auch Angebotsgrundlage ist. Dann werden die Anforderungen aus dem Lastenheft spezifiziert. Das Ergebnis ist das deutlich umfangreichere Pflichtenheft, zu dem auch Abnahmekriterien gehören. Die im Pflichtenheft spezifizierten Anforderungen werden dann klassischerweise in eine fachliche Lösung in Form eines OOA-Modells überführt. Damit sind wir aber schon im Bereich Anforderungs-Modellierung.

 

Es gibt aber auch agile Softwareentwicklung. Hier ist das Ziel mit möglichst wenig Dokumenten außer dem Code auszukommen. Ein Kunde oder Kundenrepräsentant wird ins Entwicklungsteam integriert, die Anforderungen werden in Form von User Stories erhoben, die beschreiben, was das Softwaresystem für die Benutzer leisten soll. Kennzeichnend für agile Entwicklung ist, dass die Anforderungen nicht vollständig vor sondern nach und nach während des Projektes ermittelt werden.

 

Der inhaltliche Fokus von SWT2 liegt aber klar auf dem klassischen sequentiellen Vorgehen. Im Rahmen der Einsendeaufgaben erstellt man auch selbst ein Lasten- und ein Pflichtenheft, was sich vergleichsweise lange hinzieht und ungewohnt viel Schreibarbeit ist. Hier geht es unter anderem darum, Anforderungsschablonen anzuwenden, die eine klare inhaltliche Gliederung vorgeben und zum Teil auch mit einheitlichen Formulierungen arbeiten. Hier muss man sich ein bisschen disziplinieren. Man muss zum Beispiel sehr präzise unterscheiden, was ein System leisten SOLL und was es leisten MUSS. Beim Pflichtenheft ist es wesentlich, Abnahmekriterien zu formulieren, die eindeutig überprüfbar sind. Hier kam es mir tatsächlich einmal zu Gute, dass ich eine pädagogische Ausbildung habe. Bildungs- und Förderziele sollten ebenfalls so formuliert sein, dass sie konkretes und beobachtbares Verhalten beschreiben, damit man nachprüfbar ist, ob der Lernende sie erreicht hat. Schwammige Formulierungen wie "das Sozialverhalten der Schüler soll sich verbessern", lassen viel Interpretationsspielraum. Man kann mir so zwar nicht beweisen, dass meine Maßnahme wirkungslos war, aber ich kann umgekehrt auch nicht beweisen, dass ich etwas erreicht habe. Hier sah ich also eine gewisse Analogie, die mir das Verständnis erleichterte.

 

Aufwandsschätzung

 

In den folgenden Kapiteln geht es um das Schätzen des Entwicklungsaufwandes. Das ist ein sehr wichtiger Schritt, weil ein Unternehmen, das Software entwickelt, dem Kunden ein Angebot machen muss. Schätzt man den Aufwand zu hoch ein, geht der Kunde zu einem günstigeren Mitbewerber und man bekommt den Auftrag nicht. Schätzt man ihn zu niedrig ein, sind die Entwicklungskosten höher als der vereinbarte Preis und man verliert Geld. Eine möglichst gute Aufwandsschätzung ist also wesentlich für den wirtschaftlichen Erfolg, auch wenn es gute Gründe geben kann, eine Software unter den tatsächlichen Entwicklungskosten anzubieten. Zum Beispiel weil man damit in eine neue Anwendungsdomäne vordringen kann und sich eine Codebasis erarbeitet, die man in künftigen, ähnlichen Projekten wiederverwenden kann. Solche Entscheidungen sollte man dann aber bewusst und strategisch treffen.

 

Aufwandsschätzung ist leider alles andere als einfach. Im Kurs lernt man verschiedene Schätzverfahren kennen, wozu auch algorithmische Verfahren wie Function Points oder Object Points gehören. Viele der Verfahren sind selbst recht aufwendig, so dass allein die Durchführung der Schätzung schon beträchtliche Kosten verursacht. Auch formalere Verfahren wie Functions Points müssen mit Erfahrungswerten aus dem Unternehmen sozusagen kalibriert werden, um ermittelte Aufwandspunkte in Entwicklermonate umrechnen zu können. Hier spielen viele Faktoren eine Rolle. Eine Rolle spielt zum Beispiel die Erfahrung der Entwickler mit ähnlichen Projekten, der Anteil von Code, der wiederverwendet werden kann, aber auch die Sprache, in der entwickelt werden soll.

 

Natürlich darf man nicht erwarten, allein auf Grundlage eines Studienmoduls in der Lage zu sein, eine Aufwandsschätzung vorzunehmen. Man lernt Methoden kennen, mit denen Unternehmen versuchen, dieses Problem zu lösen. Man lernt relevante Begriffe und Konzepte. Und man entwickelt ein Bewusstsein, für die damit verbundenen Probleme. Einsendeaufgaben hier beinhalten z.B. das Bestimmen von Function Points für ein skizziertes Projekt.

 

Anforderungen modellieren

 

Im letzten Kursabschnitt geht es um objektorientierte Analyse, also das Erstellen eines OOA-Modells auf Grundlage einer Spezifikation. Wichtigstes Ergebnis ist in der Regel ein UML-Klassendiagramm, das die Statik des Systems modelliert. Der Kurs vermittelt 10 sogenannte OOA-Muster, wiederkehrende Formen der Verknüpfung von Klassen, mit charakteristischer Semantik und charakteristischen Multiplizitäten. Hier muss man wieder Diagramme zeichnen und dieser Kursteil war dann schon wieder lebendiger und näher dran an der Programmierung. Für mich persönlich war das der Teil des Kurses, der mir am meisten Spaß gemacht hat. Eine typische Einsendeaufgabe hier wäre das Wiedererkennen der behandelten Muster in kleinen Spezifikationen, die man modellieren soll.

 

Prüfungen

 

Online-Test und Online-Klausur deckten die Inhalte des Kurses noch einmal breit ab. Eine kleine Warnung vorweg: Ich hatte ein Lastenheft mit Glossar zu schreiben. Da steckt viel Schreibarbeit drin und es ist nicht ganz einfach, sich die Zeit gut einzuteilen. Hier habe ich Punkte verschenkt, weil ich mich mit Schreiben zu lange aufgehalten habe und die verlorene Zeit beim Modellieren nicht mehr rausholen konnte. Hilfreich wäre vielleicht, gewisse Text- und UML-Schablonen schon griffbereit zu haben.

 

Ich hatte den gleichen Tutor wie in SWT1. Auch in SWT3 er mich voraussichtlich wieder begleiten. Die Kurse bauen aufeinander auf und es ist sehr schön, hier einen kontinuierlichen Ansprechpartner zu haben, der einen durch einen längeren Lernprozess begleitet.

 

Die Präsenzklausur deckte die Inhalte breit ab, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung. Ich hatte relativ viel Modellierung, was mir eigentlich Spaß gemacht hat. Mal sehen, ob ich das auch in eine gute Note umsetzen konnte. Der Zeitdruck war im Vergleich zur Online-Klausur geringer, so dass die Online-Klausur hier als gute Vorbereitung gelten kann. So ist es mir am liebsten.

 

Ausblick

 

Ich bin nun sehr gespannt auf SWT3, wo es unter anderem um Entwurfsmuster gehen wird. Laut meinem Tutor wird dort auch wieder mehr programmiert. Darauf freue ich mich schon richtig.



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