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Zurück auf Los


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Mein Exposé und ich führen inzwischen eine sehr innige Beziehung. Täglich sitze ich daran und arbeite einige Dinge neu aus. Gestern bekam ein Freund die Gelegenheit es zu lesen. Sein Fazit war kurz und schmerzhaft. Aber gut, dafür mag ich ihn. Lieber direkt und ehrlich, als freundlich und höflich, aber dafür nicht seine ehrliche Meinung.

Mein Thema lautet bisher: Die Anwendung agiler Methoden auf das Management von Software-Projekten. Im Anwendungsteil wollte ich dann Kriterien herausarbeiten, ob eine Einführung eines agilen Projektmanagements für ein zukünftiges Projekt sinnvoll ist.

Seine Kritikpunkte waren:

  • Wo ist der Erekenntnisgewinn?
  • Mit Literatur zum Thema kann man zwischenzeitlich die Straße pflastern
  • Als Bachelor-Arbeit ok, aber nicht als Diplom
  • Ein Diplom ist doch nicht nur eine Quellenangabe von existenter Literatur
  • War gerade erst Thema im HBM

Also zurück auf Los und neu denken. Welche Forschungsfrage kann ich stellen? Wie finde ich heraus, ob diese Frage schon beantwortet wurde?

In meiner beruflichen Praxis habe ich gerade ein agiles Projekt scheitern gesehen, weil das Team mit der Selbststeuerung überfordert war. Diese Erkenntnisse und Beobachtungen würde ich gern verwenden, kann es aber aufgrund bestehender Schweigepflichtsvereinbarungen nicht nutzen.

Die Idee Tom DeMarco zu verwenden lässt mich aber auch nicht los. Seine Aussagen in 'der Termin' waren für mich, aus der Beobachterperspektive die Lösung der Probleme des Projekts. Es beginnt mit der richtigen Auswahl der Mitarbeiter. Es gibt zwei Typen: einmal die, die sich gern führen lassen und ein hyrarchisches Führungskonzept verlangen. Sie wollen keine Entscheidungen treffen und wollen keine Verantwortung. Und dann gibt es den Typus, den ich für mich als 'junge wilde' bezeichne. Sie wollen mehr, mehr an Verantwortung, mehr an Freiheit, mehr an Entscheidungen selbst treffen.

Die zweite Gruppe ist für agile Methoden geeignet. Aber ist die erste Gruppe, mit entsprechenden Anpassungen im Führungsverhalten auch geeignet?

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Das Zurück-auf-Los gefällt mir natürlich nicht, aber Deine Gedankengänge sind spannend. In meiner ehemaligen Firma wollte man auch ein an Scrum angelehntes agiles Projektmanagement anwenden bzw. hatte man auch. Das lief nicht besonders gut, weil weder die dafür notwendige Kultur vorherrschte wie enge Zusammenarbeit und Kommunikation und eingeführt wurde, noch Absprachen eingehalten wurden. Agil haben manche mit "beliebig" verwechselt. Dann kann natürlich nichts klappen, ob agil oder Wasserfall ;) .

 

Viel Erfolg für die Fragestellung!

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Genau das, was du schreibst, ist auch meine Beobachtung. Man nimmt Scrum/agiles Projektmanagement als neue Methode, ohne sich vorher anzuschauen, ob es zur Unternehmenskultur, Führungspolitik, zum Auftraggeber oder zu den Mitarbeitern passt. Und dabei entsteht dann eine Konterkarierung des ursprünglichen Gedankens.

Ich habe z.B. ein Scrum-Projekt gesehen. Das Entwicklungsteam bestand aus 30 Personen, weit verteilt. Das Testteam war gesondert und nachgelagert. Wenn also das Testteam einen Bug fand, der im Sprint n entstand, befand sich das Entwicklungsteam im Sprint n+1. Parallel wurde aber zum Sprint das Sprintbacklog festgelegt. Mit etwas Glück wurde also der Bug im Sprint n+2 gefixt, mit etwas Pech, wegen mangelndern Ressourcen, in einem der nachfolgenden Sprints.

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