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Die Abschlussarbeit - In neun Etappen

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Etappe 1 - Exzellente Orientierung und Vorbereitung (Teil 2)


polli_on_the_go

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"Die Kunst des Reisens ist nicht das Planen, sondern das Tun"

Martin Krengel

 

Etappe 1 - Exzellente Orientierung und Vorbereitung (1.4 -)

 

Das nächste Teilstück der ersten Etappe zur pünktlichen und hoffentlich erfolgreichen Abgabe der Thesis befasst sich mit dem Prozess des Wissenschaftlichen Arbeitens und umfasst vier Phasen. Neben der Vorbereitung, wo es u.a. um Informationssammlung und Themenformulierung geht wird hier das Thema festgelegt. Dieser Prozess war bei mir tatsächlich recht umfangreich und ist ein wenig in einer Dauerschleife gelaufen, bis ich bei MEINEM Thema angekommen war. Ich hatte zunächst ganz andere Gedanken gehabt. Die erste Idee, war "irgendwas" zur Mitarbeitermotivation und -zufriedenheit von ausländischen Pflegefachpersonen in Deutschen Unternehmen. Ich hatte auch schon einen ersten Kontakt mit der Tutorin und dann ging es auf einmal schnell. Über eine andere Situation gefiel mir ein anderes Thema besser. Verhaltensprävention bei Personen mit einer bestimmten Erkrankung zur Vermeidung einer Sekundären Esstörung und Lebensqualitätseinbußen. Aber auch das sollte es dann nicht werden. Es ist zwar ein super spannendes Thema, aber so ganz passte es mir nicht. Danach habe ich alles auch eine weile Liegen lassen. Zu dem Zeitpunkt hatte es schon einen Gutachterwechsel gegeben. Nachdem meine Gutachterin aus ihrer Elternpause zurückgekehrt ist ging es daran eine neue Idee zu finden. Studentisches Kohärenzempfinden und Gesundheitsfördernde Hochschule, das klang toll. Ich habe mich eingelesen und war erst einmal begeistert. Die Idee stand. Doch dann bin ich in  Phase B, die Analyse eingestiegen.

 

Ich habe Datenbanken durchforstet, wobei ich keinen Kurs gemacht habe, wie ich die zu nutzen habe. Das wird in dem Buch empfohlen. Ich finde das in Ordnung, wenn jemand mit seiner Abschlussarbeit zugleich die erste wissenschaftliche Arbeit verfasst, aber für mich persönlich ist das schon seit früher Zeit im Studium abgehakt. Die APOLLON organisiert die Prüfungen überwiegend über sogenannte Fallaufgaben. Jede für sich ist eine eigene wissenschaftliche Arbeit bzw. Fallstudie, da wäre es peinlich am Ende des Studiums dem Umgang und die Identifikation relevanter Datenbanken nicht zu beherrschen. In dieser Phase durch Sichtung der Literatur und nach Rückmeldung der Gutachter kam der Hinweis "Warum machen Sie nicht etwas mit Resilienzförderung". Okay Resilienz habe ich mir gedacht, grob kenne ich das ja, aber so wirklich gewusst, was ich damit Anfangen soll, habe ich nicht. Doch nach und nach indem ich noch mal zu Phase A gegangen bin hat sich dann die Idee gefestigt, die Themenentscheidung ist gefallen und mit dem Exposé ging es an die Planung.

 

Während die letzte Phase D - Fertigstellung wohl keine Überraschung bereit hält, fand ich Phase C die Synthese sagen wir mal etwas naja. Muss ich wirklich einen Studenten zu einer Abschlussarbeit einen Schreibkurs und Kurse zur Textverarbeitung sowie Techniktraining empfehlen? Ich hoffe zumindest nicht. Außer das Wort "Schreiben" taucht auch nicht viel auf, was wirklich zu dem Begriff "Synthese" passen würde. Schade. Das hätte besser sein können, aber als grobe Prozessbeschreibung genügt es.

 

Das nächste Teilstück "Bewältigbare Herausforderungen" listet eine Reihe von Dingen, die schief gehen können, von Verstoß, weil Prüfungsordnung nicht gelesen, Zeit unterschätzt, nicht bearbeitbares Thema, fehlerhaftes Endexemplar und endet mit "Leider Schlecht gelaufen". Zwar listet diese Seite 12 Klippen, über die man stürzen kann, aber auf Bewältigungsstrategien außer "anderen ging es auch schon so" wird nicht eingegangen. Tatsächlich hätte ich das aber durchaus als wichtigen Bereich angesehen, da diese Teiletappe mit einer größten Bergetappen der Arbeit darstellt. Und dann kann auch die perfekte EDV Ausstattung aus dem nächsten Teilstück optimal eingesetzt werden.

 

Grenzwertig und passend zur aktuellen Diskussion, wo fängt Ghostwriting an finde ich das nächste Teilstück "So helfen Freunde und Bekannte". Wenn ich jetzt nicht wüsste, dass dieser Autor eigentlich sehr konsequent beim wissenschaftlichen Arbeiten ist, würde ich tatsächlich gerade meine Zweifel erhalten. Ein Coach der wertvolle Hinweise gibt? Personen, die bei der Recherche unterstützen? Personen, die inhaltlich Korrektur lesen? Sind das nicht eigentlich Aspekte, die ich in einer Abschlussarbeit beherrschen und eigenständig durchführen soll? Hat man aber dieses seltsame Teilstück hinter sich geht es daran das Projekt Thesis zu planen und Arbeitsaufwand und Arbeitszeit einzuplanen. Ich für meinen Teil habe das in einem Wochenplan und über das Inhaltsverzeichnis getan. So weiß ich genau, welche Kapitel zu welchem Zeitpunkt meiner Arbeitsphase zu bearbeiten habe und kann den Fortschritt kontrollieren. Das ist bei uns auch Teil vom Exposé und ist mit diesem Einzureichen. Die Gutachter schauen in der Regel auch, ob das passt und ob der Studierende Aufwand und Zeit realistisch einschätzen kann. 

 

Das letzte Teilstück dieser Etappe befasst sich damit Noten zu entschlüsseln. Nach dem Auto ist, wenn der Notanspruch geklärt ist und verstanden wird, was hinter den einzelnen Noten steckt z.B. "sehr gut" = weit über den Erwartungen, wird es möglich auf diese Note konkret hinzuarbeiten. Und was ist jetzt Erwartungen entsprechen. Hier gibt Heister die Punkte (S. 22):

  • Thema getroffen
  • Stand wiss. Forschung dargestellt (angemessen)
  • keine besonderen eigenen Leistungen
  • Formal, orthografisch usw. korrekt
  • dem Schnitt aller eingereichten Arbeiten entsprechend.

 

So weit so gut. In der nächsten Etappe des Buches und somit der Reise zur "perfekten" Abschlussarbeit geht es darum ein passendes Thema zu finden und formulieren. Doch was ist mein Fazit bis hierhin. Bisher gab es einige interessante Aspekte. Das Kapitel bzw. diese Etappe ist eher ein Grundlagenartikel und richtet sich nicht ausschließlich Studierende, die eine Abschlussarbeit schreiben, sondern auch solche, die ihre erste wissenschaftliche Arbeit überhaupt schreiben. Deutliche Abzüge erhält das Kapitel aber aufgrund des "Unterstützungskapitels", denn meiner persönlichen Meinung nach überschreitet das, das Erlaubte und vor allem verhilft z.B. die Recherche durch andere nicht dazu eine eigenständige wissenschaftliche Leistung zu bringen, denn die Recherche gehört nun mal dazu!

 

 

 

 

 

Bearbeitet von polli_on_the_go
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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Zitat

 was ist jetzt Erwartungen entsprechen. Hier gibt Heister die Punkte

 

Welcher Note entspricht das, wenn die Leistung den genannten Erwartungen entspricht?

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Interessant finde ich ja
 

Zitat

dem Schnitt aller eingereichten Arbeiten entsprechend.

 

Das würde ja bedeuten, dass durchschnittlich bei den Abschlussarbeiten "nur" eine befriedigende Leistung erreicht wird. Ich habe den Eindruck, dass die Noten doch überwiegend deutlich besser sind - von dem, was ich so mitbekomme, Statistiken dazu habe ich keine.

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