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28. Webinar zum Start in die Qualifikationsphase ("Oberstufe")

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Greetsiel

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Vom Start meines fünften Studienvierteljahres und damit vom Start der Qualifikationsphase ("Oberstufe") meines Abiturlehrgangs, bin ich "nur" noch zwei Latein-Studienhefte inklusive Einsendeaufgaben entfernt. Die Gänsefüßchen um das nur sollen darauf hindeuten, dass der Start zwar nicht unmittelbar bevorsteht, aber doch endlich in Sichtweite ist.

 

Deshalb nahm ich letzte Woche am (kostenlosen) "Webinar zum Start in die Qualifikationsphase" teil, das seit ein paar Wochen im Online-Studienzentrum angekündigt wurde (es findet ein oder zweimal im Jahr statt). Knapp 30 Fernschüler folgten den Ausführungen der beiden Damen von der ILS-Studienbetreuung für den Abiturlehrgang. So richtig Neues habe ich nicht erfahren, denn was präsentiert wurde, ist über das Online-Studienzentrum zugänglich (z.B. Lern- und Motivationshilfen) oder steht im Wesentlichen auch in der Abiturlehrgangsinformation (Begleitheft) zur Arbeit in der Qualifikationsphase, und diese hatte ich bereits studiert.

 

Interessant fand ich aber einige Fragen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Veranstaltung sehr rege schriftlich im Chat stellten und mündlich von den Studienbetreuerinnen beantwortet wurden. Darum habe ich im Folgenden nach Gedächtnisprotokoll die Fragen und Antworten dem Sinn und bester Erinnerung nach, niedergeschrieben (wodurch ich Ungenauigkeiten oder gar Fehler insbesondere bei den formulierten Antworten nicht ausschließen kann).

 

Frage: Wie werden die Leistungskurse gewählt?


Antwort: Ein "Leistungskurs" heißt im Hamburger Externenabitur auch "Leistungsfach" oder "Fach mit erhöhtem Anforderungsniveau" oder "Fach auf erhöhtem Anforderungsniveau". Die Verwendung ist nicht einheitlich. In den Unterlagen werden alle drei Bezeichnungen nebeneinander verwendet. Aus den acht Prüfungsfächern werden zwei Fächer als Leistungskurse ausgewählt. Dabei muss Deutsch oder Mathematik oder eine Fremdsprache (aus Englisch, Französisch, Russisch oder Spanisch) ein Leistungskurs sein. Der zweite Leistungskurs muss dann eines der folgenden Fächer sein (weil ansonsten kein Fach als Leistungskurs angeboten wird): Ein Fach, das auch erster Leistungskurs sein kann und außerdem Biologie, Geschichte oder Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (PWG). Andere Fächer können nicht als Leistungskurs gewählt werden.

 

Frage: Sind die Leistungskurse schriftlich oder mündlich?


Antwort: Sie sind schriftlich!

 

Frage: Ist das Anforderungsniveau der Fremdsprachen in der Abiturprüfung einheitlich oder gibt es Unterschiede?

 

Antwort: Das Anforderungsniveau ist in einer als Leistungsfach gewählten Fremdsprache höher. Die Einteilung erfolgt nach dem "Gemeinsamen europäische Referenzrahmen für Sprachen (GER)" und bewegt sich je nach Fremdsprache zwischen B1 und C1.

 

Frage: Warum wird Physik, Chemie, Geographie, Religion und Latein nicht als Leistungskurs angeboten?

 

Antwort: Weil ILS den erforderlichen Kompetenzerwerb für diese Leistungsfächer durch den Abiturlehrgang nicht sicherstellen kann. Zum einen fehlen einfach die Materialien. Zum anderen sind in diesen Fächern Kompetenzen erforderlich, deren Erwerb Stand heute in der Fernlehre von ILS nicht gefördert werden (können), z.B. Experimente planen und durchführen in den Naturwissenschaften oder andere Prüfungsanforderungen, die nicht in Lehrmaterialien abgebildet werden (können). Es gibt aber eine gewisse Dynamik, denn Spanisch konnte früher auch nicht als Leistungskurs gewählt werden, was heute möglich ist.

 

Frage: Bis wann muss man spätestens die Leistungskurse wählen?

 

Antwort: Die Leistungskurse müssen vor der Anmeldung zu den Probeklausuren gewählt werden.

 

Frage: Kann man gewählte Fächer oder gar Leistungskurse nochmal ändern?

 

Antwort: Formal ja, jederzeit, kostenlos. Weil für das neue Fach aber der gesamte Stoff inklusive der Einsendeaufgaben "nachgeholt" werden muss, bedeutet ein Fachwechsel je nach Zeitpunkt des Wechsels, einen deutlich erhöhten Mehraufwand.

 

Frage: Ein Leistungskurs hat nur wenige Studienhefte mehr als ein Grundkurs. Warum ist der Unterschied zwischen einem Leistungskurs und Grundkurs trotzdem so bedeutend?

 

Antwort: Das Niveau der Abiturprüfung ist im Leistungskurs deutlich höher als im Grundkurs. Die Aufgabenstellungen bei gleichem Stoffinhalt sind im Leistungskurs schwerer und die Erwartungen an die Aufgabenlösung höher als im Grundkurs.

 

Frage: Warum wird empfohlen, auch Chemie als Prüfungsfach zu wählen, wenn Biologie als Leistungskurs gewählt wird?

 

Antwort: Weil für die Anforderungen im Leistungskurs Biologie auch gute Kenntnisse des für Biologie relevanten Chemiestoffs notwendig sind. Im Grundkurs Biologie ist das nicht der Fall.

 

Frage: Eine Prüfungsvoraussetzung ist die "gleichmäßige und kontinuierliche Arbeit" in allen Prüfungsfächern. Was bedeutet das?

 

Antwort: Formale Voraussetzung für die Teilnahme an den Probeklausuren und damit auch für die Abiturprüfungen ist die Lösung und Korrektur aller (!) Einsendeaufgaben in den schriftlichen Prüfungsfächern und 80% der Einsendeaufgaben in den mündlichen Fächern. Über dieses formale Kriterium hinaus, ist "gleichmäßig" und "kontinuierlich" eher eine Richtschnur. Nicht zulässig sind sehr krasse Gestaltungen des Lehrgangs, z.B. die Bearbeitung und Abgabe der Hälfte der Einsendeaufgaben in den letzten drei Monaten vor den Probeklausuren. Eine "Durststrecke" von mehreren Monaten ohne Abgabe einer Einsendeaufgabe ist kein Problem. Es ist ja auch eine bis zu sechs monatige Lehrgangsunterbrechung möglich.

 

Frage: Sind die schriftlichen Abituraufgaben des Externenabiturs identisch mit den Aufgaben des Zentralabiturs ("Schülerabiturs")?

 

Antwort: Nein, im Externenabitur gibt es eigene Aufgaben. Das ist schon deshalb verständlich, weil die Termine der Abiturprüfung im Externen- und Zentralabitur unterschiedlich sind, die Prüfungen also nicht am selben Tag stattfinden. Außerdem gibt es für das Hamburger Externenabitur zwei Termine, für das Zentralabitur aber nur einen Termin pro Jahr. Schon deshalb ist es ausgeschlossen, dass die Aufgaben identisch sind. Ein anderer Grund: Im Fach Deutsch gibt es im Zentralabitur Pflichtlektüren, die sich alle paar Jahre ändern. Im Externenabitur gibt es keine Pflichtlektüren (aber natürlich gibt es jede Menge Lektüren, die in den Deutsch-Studienheften bearbeitet werden und Gegenstand von Einsendeaufgaben sind).

 

Frage: Welche Hilfsmittel sind in der Abiturprüfung erlaubt?

 

Antwort: Einsprachiges Wörterbuch in den Fremdsprachen (eigenes); Fremdwörterbuch (eigenes oder in der Prüfung bereit gestelltes); Formelsammlung (eine ganz bestimmte; eigene); zugelassener Taschenrechner (eigener, z.B. Casio FX-991 DE Plus). Im Rahmen der Prüfungsvorbereitung gibt es aktuelle Informationen, weil sich die Regeln für die Hilfsmittel ändern können.

 

Frage: Gibt es eine Empfehlung von ILS für den Taschenrechner?

 

Antwort: Der Casio FX-991 DE Plus ist beispielsweise zugelassen (es gibt noch weitere). Der Taschenrechner darf u.a. nicht programmierbar sein. Im Rahmen der eigenen Prüfungsvorbereitung gibt es aktuelle Informationen, weil sich die Zulässigkeit von Taschenrechnern ändern kann. Informationen dazu gibt auch die Hamburger Schulbehörde.

 

Frage: Fließen die Noten der Einsendeaufgaben und der Probeklausuren in die Abiturnote ein?

 

Antwort: Nein, die Abiturnote bildet sich ausschließlich aus den Noten der acht Abiturprüfungen.

 

Frage: Können die Probeklausuren bei Nichtbestehen wiederholt werden?

 

Antwort: Ja, aber nur als Ganzes, also nicht fächerweise. Werden die Probeklausuren nicht bestanden, können sie beim folgenden Termin wiederholt werden.

 

In der Zusammenschau war das Webinar für mich hilfreich. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, in denen ich ganz plastisch sehe, dass sich auch andere mit dem Abiturlehrgang beschäftigen (Fernschüler und Studiengangsbetreuer) und es eine gemeinsame Interaktion gibt. Es wirkt damit auch als kleiner Aufheller und sanfte Motivationsspritze.

 

Die Veranstaltung halte ich aber für verbesserungsfähig.

 

Zum einen war der Termin nachmittags an einem Werktag. Möglicherweise wäre die Beteiligung an diesem Webinar größer (Es wären nur knapp 30 Lehrgangsteilnehmer), wenn es in den Abendstunden statt fände, nämlich um arbeitende Teilnehmer, die einen Nachmittagstermin nicht ohne weiteres wahrnehmen können.

 

Zum anderen dauerte das Webinar 45 Minuten. Zu kurz angesetzt. denn am Ende fehlte die Zeit, um alle Fragen adäquat zu beantworten. In den letzten 15 Minuten waren die Studienbetreuerinnen durch die "ablaufende Uhr" sehr gehetzt, was dazu führte, dass nicht alle Fragen beantwortet wurden oder doch nur so, dass es manchmal an Ausführlichkeit mangelte. Den Studienbetreuerinnen rannte die Zeit davon und das wirkte sich in der Fragerunde, meiner Beobachtung nach, auf die Sorgfältigkeit aus. Ich hatte den Eindruck, dass sie am Ende auch etwas den Überblick über die gestellten, aber noch nicht beantworteten Fragen verloren.

 

Schönen Feiertag
Greetsiel
30.05.2019

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1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Sehr interessant, vielen Dank für die Zusammenstellung der Fragen und Antworten. Da sind auch einige Themen dabei, die hier im Forum auch schon gefragt wurden.

 

Warum das Webinar so kurz angesetzt wurde und so auf die Uhr geachtet wurde, kann ich nicht nachvollziehen. Gerade online könnte das doch eigentlich rech flexibel gehandhabt werden, gerade wenn es noch so viele offene Fragen gibt.

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