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Platzmangel


Vica

616 Aufrufe

Mittlerweile arbeite ich schon seit fast 6 Monaten als Therapeutin in einer psychotherapeutischen Praxis, die ich damals noch auf Gut GlĂŒck gesucht + gefunden habe 😁 Der Start war noch zu meiner Klinik-Zeit und fĂŒr mich so etwas wie der rettende Ausgleich im Bezug auf WertschĂ€tzung der psychotherapeutischen Arbeit. Nun habe ich bereits 8 Patient:innen (Maximum ist 15), davon einige Langzeittherapien (60 Therapiestunden Ă  50 Minuten nach Gutachtenantrag bei der Krankenkasse). FĂŒr die Zeit nach der Klinik hatte ich zunĂ€chst ĂŒberlegt, die Praxiszeit in Vollzeit abzuleisten. Das wĂ€ren dann 15 Patienten auf einmal - was ca. 3 pro Tag macht (wobei man so nicht planen kann und dann manchmal an einem Tag 5, am nĂ€chsten 1 etc.) haben kann. Aber insgesamt ja sehr machbar.


Doch es kam anders. Ein Therapeut bei uns hat wegen eigener PraxisgrĂŒndung aufgehört. Zwei neue wurden eingestellt. Nun haben wir einen Raum zu wenig. Das bringt uns in echte Platznöte. Ich leiste zwar dieselbe Arbeit, aber dennoch ist es verstĂ€ndlich, dass ich als PiA das Nachsehen hinter den vollangestellten Approbierten habe. Jetzt gibt es Terminkollisionen noch und nöcher, was  zur Folge hat, dass ich meine zwei Praxistage auf einen komprimiert habe, wenn die zwei neuen Kollegen nicht arbeiten.

Das ist mir persönlich etwas zu kompakt. Wenn's blöd lÀuft, hat man alle Patienten hintereinander - mehr als sonst irgendein Therapeut dort. Wobei ich auch merke: Ich bin da kognitiv ganz gut dabei, egal welche Art Therapie + welches Störungsbild kann ich recht schnell switchen. 
GlĂŒcklicherweise haben wir jetzt ein Raumbuchungssystem eingefĂŒhrt und ich kann sehen, welcher Therapeut wann wo seinen Raum frei hat, den ich dann natĂŒrlich nutzen kann. 
Allerdings sind die anderen Therapeuten-RĂ€ume auch sowas wie deren Allerheiligstes und es wird sehr empfindlich drauf reagiert, wenn dort kleinste Dinge verĂ€ndert werden - auch wenn nur die StĂŒhle minimal anders stehen als vorher, so dass da schon etwas Hemmung besteht, ĂŒberhaupt irgendwas dort anzufassen. 
So wie ich das sehe, mĂŒssten wir eigentlich ausbauen, was möglich wĂ€re, da wir einen komplett ungenutzten Keller + Dachgeschoss haben. Aber egal. Insgesamt bin ich noch in einer sehr komfortablen Lage - denn in den Institutsambulanzen herrscht noch schlimmerer Platzmangel. Zu viele Psychologen, zu wenig RĂ€ume. Wer zuerst bucht, therapiert zuerst. Das nimmt einem Termin natĂŒrlich jeden flexiblen Charakter.

Das Wichtigste ist aber, dass damit keine Vollzeit möglich ist, denn dafĂŒr ist es bei uns nun zu voll. Jedoch habe ich das auch gar nicht mehr angestrebt.

 

Die viele Freizeit bietet so einiges, was ich in den letzten zwei Jahren nicht tun konnte 😁

  • Arzttermine -> FĂŒr jedes Körperteil einen - gefĂŒhlt. GeneralĂŒberholung sozusagen. 
  • Fittnessstudio + Sport -> Das ist auch Teil der GeneralĂŒberholung. Endlich bleibt Zeit, es wieder 3x die Woche zu machen.
  • Kreatives, diesmal mit allem drum und dran! Z.B. ausstellen und außerdem habe ich meine Dienste in die Grundschule der Kids gestellt, was ich unheimlich erfĂŒllend finde!  
  • Engagement in Schule + Kindergarten 
  • Das Projekt Kinderbuch wĂ€chst wieder (dazu zu gegebener Zeit mal mehr)
  • Alte Freundeskreise reaktivieren 
  • Die Familie freut sich seit einiger Zeit ĂŒber kreative Kuchen und Gerichte etc. 😉

 

FĂŒr mich ein unheimlich salutogener Zustand. Und doch ist mir klar, dass es nur eine Übergangsphase ist und der Workload wieder zunehmen wird. Sozusagen die Ruhe vor dem Sturm, aber gut genutzt. 

 

So ein klein wenig fehlt mir auch die psychologische Arbeit außerhalb der Praxis, auch wenn ich nicht wieder voll loslegen will wie wĂ€hrend meiner PT1+2 - Zeit. Eine kleine Stelle wĂ€re etwas.
Doch das wĂŒrde bedeuten, sich hier vor der HaustĂŒr zu bewerben, und hier hat man unfassbare Konkurrenz. Aber ganz ehrlich: Who cares? Auch unsereins hat da ja noch was zu bieten :27_sunglasses: Also wollte ich es wissen und habe da so einige Bewerbungen verschickt, mit dem Ergebnis, einige GesprĂ€che gehabt zu haben. Meine Erlebnisse waren...recht interessant 
😅.

 

Was es letztlich geworden ist + was ich erlebt habe, dazu demnÀchst mehr in einem eigenen Blog-Beitrag.

Bleibt gesund & haltet zusammen,

LG

Feature Foto: Myriams_Fotos/pexel.com

  

 

 

2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Jetzt bin ich doch recht gespannt, welche interessanten Erlebnisse du zu berichten hast. 😁

Bearbeitet von TomSon
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vor 20 Minuten schrieb TomSon:

Jetzt bin ich doch recht gespannt, welche interessanten Erlebnisse du zu berichten hast. 😁

Oh ja. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob sie zum Lachen oder zum Heulen anregen đŸ€Ș Sie könnten auch Mutmacher sein, je nach PerspektiveÂ đŸ€­

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