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Mündliche Abi-Prüfungen Tag 1: Bio und Englisch

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Mupfel

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Nachdem ich am 30.05. meine Prüfungsergebnisse aus den schriftlichen Prüfungen bekommen hatte, bekam ich auch gleich meine Zulassung für den zweiten Prüfungsteil inkl. 2 Prüfungsterminen für die 4 regulären mündlichen Prüfungen (die Mathe Nachprüfung war einen Tag davor).  Da ist mir auch zum ersten Mal aufgefallen, dass das doch ein Vorteil in Hamburg gewesen wäre: Zwischen schriftlich und mündlich liegen etwa 2-3 Monate, hier waren es ca. 4 Wochen (kommt immer drauf dran an, welche schriftlichen Prüfungsfächer man gewählt hat und wie die Termine dafür im jeweiligen Jahr liegen).

Die Zeit ging sehr schnell rum und ich habe sie auch wirklich gebraucht. 8 Fächer gleichzeitig lernen hat für mich nie gut funktioniert, deshalb habe ich erst überwiegend die schriftlichen Fächer bearbeitet und die mündlichen dann nochmal im Turbogang, als ich die schriftlichen Prüfungen durch hatte.

 

Ein weiterer Nachteil war, dass ich mir keine 2 Prüfungsthemen bzw. Halbjahre pro Fach aussuchen konnte, in denen ich geprüft werde. In Hamburg wäre in Sozialkunde mündlich (was ich jetzt schrifltich belegt habe) z.B. klar gewesen, dass der Nahost-Konflikt drangekommen wäre. Es bestand (bzw. war für den Antrag ausdrücklich verlangt) die Möglichkeit, anzugeben, welche Themen man "eingehend und mit besonderem Interesse" bearbeitet hatte. Es gibt aber keine Garantie, dass man auch darin geprüft wird. Letztlich habe ich dann also doch alle 4 Halbjahre und die Themen, die die Kerncurricula dafür vorschreiben, gleichermaßen gelernt.

 

Zwischen den Prüfungen an einem Tag lagen immer rund 3 Stunden. Erst fand ich es ziemlich gruselig, alle 4 Prüfungen an zwei Tagen machen zu müssen. Im Nachhinein war das aber gar nicht so schlecht. An einzelnen Pausetagen hätte ich wahrscheinlich lerntechnisch sowieso nicht mehr viel geschafft. Was dann nicht saß, war eben einfach Pech.

 

Um zu bestehen brauchte man in 2 Fächern mindestens 5 Punkte und in 2 Fächern mindestens einen Punkt. Allerdings auch insgesamt 80 Punkte nach Multiplikation mit dem Faktor 4. 5,5,1,1 hätte also nicht gereicht.

 

 

Biologie

... habe ich verhauen. Und das gleich als erste Prüfung. Danach war ich erstmal super entmutigt, wäre es so weitergegangen, hätte ich es nicht geschafft. 4 Punkte, Katastrophe! Hier hat sich eindeutig gezeigt, dass ich zu viel meine Nase in irgendwelche Bücher gesteckt habe, dafür aber vergleichsweise wenig Originalaufgaben durchgegangen bin. Ich glaube eine oder zwei :rolleyes: Auch habe ich weder anderen noch mir selbst (Selbstgespräche können tatsächlich beim Lernen helfen) großartig biologische Zusammenhänge erklärt. Letztlich wurde mir auch gesagt, dass das das Hauptproblem war (offenbar typisch für Externe). Man muss sich einfach früher angewöhnen, auch über diese Themen zu sprechen, statt es nur im Kopf durchzugehen und auf Karteikarten zu schreiben. Außerdem habe ich das Material zu unkonzentriert ausgewertet. Also auch in Bio sollte mal viel mit Prüfungsaufgaben vorbereiten und üben, die Theorie auf konkrete Sachverhalte anzuwenden.

 

Ich bekam eine Aufgabe zur Artbildung von Wasserschnecken. Zum Material gehörte ein kurzer Text, eine Karte, die die Verbreitung verschiedener Arten zeigt, und eine Tabelle mit verschiedenen äußerlichen Merkmalen der Schneckenarten und deren jeweilige Ausprägung. Wichtig im Text war z.B. dass es eine Landverbindung gegeben hatte (Australien - Neuguinea).

 

Ich sollte dann erstmal erklären, wie sich diese Arten gebildet haben. Hier weiß ich gar nicht so genau, was ich falsch und was richtig erklärt habe. Ich habe aber direkt selbst gemerkt, dass ich da einiges durcheinanderwerfe, habe es aber spontan auch nicht mehr wirklich retten können. Mein Ansatz war geographische Isolation, Unterbrechung des Genflusses, daraufhin entwickelten sich die Schnecken in einzelnen Gebieten unterschiedlich weiter, In diesem Zusammenhang habe ich dann noch Evolutionsfaktoren im Allgemeinen aufgezählt (Mutation, Gendrift, Selektion etc.). Puh, also ich weiß, dass da einiges richtiges dabei war, aber so ganz getroffen habe ich den Kern der Frage nicht. Ich habe mir auch schon die Finger nach dieser blöden Schneckenart wundgegoogelt, habe aber bisher nicht genau das gefunden, was ich da abgefragt wurde :D

 

Bei den Fragen zur Tabelle sollte man die Verwandtschaftsbeziehungen auswerten. Ich wusste zwar was Homologie ist, was man aus Ähnlichkeiten schließen kann und was nicht, konnte das theoretisch erklären, aber nicht wirklich auf dieses konkrete Schneckenbeispiel anwenden. Bei der Tabelle habe ich einfach mal nur Bahnhof verstanden.  Auf die spätere Nachfrage, ob die verschiedenen Arten sich mittlerweile (=Landbrücke weg) miteinander fortpflanzen können, habe ich blöde Nuss auch mit Nein geantwortet. Richtig wäre gewesen, dass zwar Nachkommen zeugen können, aber eben keine fruchtbaren Nachkommen (--> Hybride) . Bestes Beispiel dafür sind Pferd+Esel. Au man...!

 

Danach kamen noch ein paar Fragen aus dem Rest meines Prüfungsberichts, z.B. zur PCR. Auch blöd, ich wusste was das ist, was man damit machen kann und wie es grob funktioniert. Sämtliche Einzelschritte, wer sie erfunden hatte etc. allerdings nicht.  Mit diesen Fragen hätte ich also noch was rausreißen können. Aber da zeigte sich mal wieder eines meiner Haupt Fernabi-Probleme: nicht genau wissen, was man nun gaaanz genau lernen sollte und was nicht. Zu embryolanen Stammzellen hätte ich richtig loslegen können :D

 

Wenn ich so zurückblicke, waren die Aufgaben aber fair und mit Routine gut machbar. Ich habe aber viel in den falschen Hals bekommen und ohne ordentliche roten Faden wiedergegeben. Die paar Punkte gab es aber dafür, dass man mir anmerkte, dass ich das grundsätzlich schon alles gelernt hatte und überwiegend Bescheid weiß, nur das Übertragen auf die Prüfungsaufgabe lief echt bescheiden.

 

Ich hatte schon mit 2 Pünktchen mehr gerechnet, aber mit etwas Abstand war das schon echt nicht so toll, was ich da abgeliefert habe :D

 

Englisch

Ein paar Stunden, nachdem ich wegen Bio schon meine Felle davonschwimmen sah, schlug das dann ins komplette Gegenteil um. In Englisch habe ich 15 Punkte bekommen, obwohl ich da viel mehr damit gerechnet hätte, schwach abzuschneiden. Immerhin hatte ich da eigentlich gar nicht mal so viel Routine sammeln können.

 

Ich bekam ich einen Text über eine deutsche Studentin, Theresa, die gerade in Indien ist. Mit einer Gruppe von indischen Kollegen ist sie picknicken. Die Gruppe hat viel zu viel Essen dabei und auch nicht gerade pappige Stullen, sondern ziemlich opulente Snacks. Ebenfalls vor Ort sind ein paar Kinder, die offensichtlich ärmer sind, da sie deutlich unterernährt aussehen, schmutzig sind, Läuse haben.

Als die Gruppe wieder nach Hause gehen will, haben sie noch massig Essen übrig. Sie wollen es aber lieber den Wölfen hinwerfen, als es den Kindern zu geben.

Theresa scheint das etwas zu schocken und sie fragt nach, ob sie es nicht lieber den Kindern anbieten wollen. Die anderen antworten ihr, dass die Kinder verlaust sind und Touristen wie sie einfach zu weichherzig.

 

Aufgabe 1: Zusammenfassen

Ist mir gut gelungen, ich fand den Text verständlich. Allerdings bin ich hier schon ein bisschen in Aufgabe 2 reingerutscht. Ich habe dann damit übergeleitet, zu sagen, dass ich nun schon auf Aufgabe 2 eingegangen war und darauf nun auch näher eingehen werde. Das war wohl eine super Überleitung. Ich hatte es eher als schlecht befürchtet, es nicht ganz genau voneinander getrennt zu haben.

 

Aufgabe 2: Analysieren, woran die Unterschiede zwischen wealth/decadence und poverty zu erkennen sind. Das war meiner Ansicht nach ziemlich offensichtlich. Einmal Studenten (=bildungsnah etc), die mehr zu essen haben, als sie brauchen, und das auch noch lieber den Wölfen vorwerfen als den armen Kindern. Dem gegenüber die Kinder, denen man schon äußerlich angesehen hat, dass sie arm sind.

 

Aufgabe 3: Einen Satz erklären (ich weiß den genauen Wortlaut nicht mehr, aber es ging um die Antwort des einen Typen, dass die Touristen sich immer so anstellen, wenn sie die armen Kinder sehen). Hier habe ich ein paar verschiedene Möglichkeiten eingebracht. Z.B. dass die EInheimischen diesen Anblick gewohnt sind, es für europäische Augen hingegen schockierender ist. Oder dass sie zwar wissen, dass ihr Verhalten nicht moralisch ok ist, sie es aber nicht sehen wollen und daher Theresa, die hinterfragt, einfach als zu emotional abstempeln...

 

Aufgabe 4: Zum Vergleich eine meiner Lektüren heranziehen und darauf eingehen. Hier habe ich 'Death of a Salesman' genommen. Der Protagonist, Willy Loman, ist ebenfalls der überheblichen Ansicht, dass die Armen selbst für ihr Leid verantwortlich sind und zeigt daher keinerlei Mitgefühl.

 

 

Mein Vortrag war damit beendet. Im anschließenden Prüfungsgespräch wurde dann noch mehr auf die Lektüren eingegangen, vor allem auf 'The Great Gatsby'. Ich sollte z.B. Gatsby und Loman vergleichen, bisschen erklären warum Gatsby so sein könnte, wie er ist etc. Dann noch ein kleiner Ausflug zum "American Dream" (auch Thema des Kerncurriculums) und wie ich das einschätze, ob dieses Erfolgsstreben gut ist oder eher nicht. Solche Fragen 'liebe' ich ja :D Meine Antwort war also: theoretisch ist das nichts Schlechtes, aber wenn man sieht, was es aus Gatsby und Loman gemacht hat, hat der 'American Dream' in diesen Fällen falsche Ausmaße angenommen. Am Ende haben sich beide Figuren selbst ruiniert.

 

Ich bin dann raus und wusste gar nicht, womit ich rechnen soll. Inhaltlich war ich sicher, das ordentlich hinbekommen zu haben. Als wir über die Lektüren redeten habe ich aber z.B. ein paar Mal Charaktere verwechselt bzw. gesagt, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht gerade Teile von 'Death of A Salesman' mit 'The Great Gatsby' verwechsle :-S Das waren die Lektüren, die ich in den Tagen vorher nochmal durchgegangen bin mit Lektüreschlüssel. War wohl etwas zu viel auf einmal.

Außerdem fiel mir dann erst auf, dass ich beim Sprechen wirklich null über die Grammatik nachgedacht habe und hatte Bammel, deshalb auch viele Fehler gemacht zu haben.

 

Tja offenbar habe ich mich da komplett falsch eingeschätzt. Mir wurde gesagt, dass das alles nicht besser hätte sein können und alle Prüfer einstimmig für die Note waren. Ich habe inhaltlich alles abgedeckt, hatte einen guten Wortschatz, habe alles schön miteinander verknüpft und insgesamt nur 4 oder 5 Grammatikfehler im kompletten Vortrag und dem anschließenden Prüfungsgespräch (und einer davon war wohl nur sowas wie im Redefluss „he“ statt „she“ gesagt).Ich habe dann erstmal spontan angefangen zu heulen :D und gesagt, dass ich das für gut, aber niemals für SO gut gehalten hätte aus dem o.g. Gründen. Ich habe das aber wohl schlimmer wahrgenommen, als es war.

 

Nach diesem Prüfungstag wusste ich dann, dass ich die Mindestpunktzahl (80, jedes Fach wird mit den Faktor 4 multipliziert), am nächsten Tag quasi gar nicht mehr unterschreiten konnte. 0 Punkte durfte ich natürlich trotzdem nirgendwo haben. Aber in Religion ist das fast unmöglich und in Erdkunde... möglich wenn man gar nichts hinbekommt aber auch nicht so wahrscheinlich.

 

So nah können Freud und Leid beieinanderliegen :D

 


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3 Kommentare


Lernfrosch

Geschrieben

Bio hört sich anspruchsvoll an. Mündlich ist doch GK-Niveau?

Ich hatte in den PKs im Bio-LK eine Aufgabe zur Evolution, die deiner ähnlich ist (Artbildung etc., nur statt Wasserschnecken gab es bei mir Vögel) und in meiner zweiten Aufgabe ging es in einem Teil davon auch um die PCR. Bei der PCR war ich in den PKs mit den Details auch ins Straucheln gekommen...

 

Glückwunsch zur perfekten Englischprüfung! :thumbup:

Eine mündliche Prüfung, in der ich eine Fremdsprache sprechen müsste, hätte ich mir nicht zugetraut. Und dann mit diesem traumhaften Ergebnis... Großen Respekt für diese Leistung :thumbup1:

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abitierchen

Geschrieben

Bio war bei mir auch so ne Sache... ich meine, die Note war im Endeffekt perfekt, aber während der Prüfung hab ich teilweise echt gezittert, weil ich so aufgeregt war. Musste u.a. nen Reflexbogen auf ne ne Overhead-Folie zeichnen, und bei den Axons hat man das Zittern echt gesehen^^

Als zweites Thema hatte ich übrigens auch Evolution, weiß allerdings gar nicht mehr was genau dran kam;)

 

Eine zu sprechende Fremdsprache ins Mündliche zu legen hätte ich mich auch nicht getraut, aber ich hatte ja Glück, als zweite Fremdsprache Latein, da war es ja kein Problem, das als mündliches Fach zu wählen.

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Markus Jung

Geschrieben

15 Punkte in Englisch - klasse 🙂. 

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      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
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      Die Hefte selbst sind nicht wirklich gleichermaßen gut. Die einen sind gefüllt mit komplexen, undurchsichtigen Sätzen, die anderen weisen ganze Rechenfehler auf, auf die (laut Forum bei Study online) bereits vor Jahren von Studenten entdeckt, aber nachweislich noch nicht korrigiert wurden.
      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
      Es ist sehr faszinierend, dass man immer wieder Phasen erlebt, an denen man einfach nur unmotiviert und lustlos ist. Deshalb hatte ich mir das Lernen als einen Termin gemacht. Wenn ich lediglich sagen würde, täglich nach der Arbeit etwas zu lernen, dann (ich kenn mich) würde ich es ziemlich schleifen lassen. Deshalb hatte ich mir gesagt, dass ich um x-Uhr mit dem Lernen beginne. Das Ende ließ ich offen. Wenn es nicht so ganz gut lief, dann hatte ich schon nach einer Stunde aufgehört, wenn es sehr gut lief, dann wurden es auch schon mal 9 Stunden. (Essen nicht vergessen). Hinzufügen muss ich noch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet hatte. In der Spätschicht konnte ich viel besser lernen als in der Frühschicht, da ich früh aufgestanden bin, von 9-13 Uhr gelernt hatte und dann (zum Entspannen lach) zur Arbeit gegangen bin. Man muss lernen, sich zu organisieren. Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen sind drei absolut wichtige Dinge, die man beherrschen muss. 
      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • mamawuschel
      Von mamawuschel in Fernstudium 2.0 mein Weg zum Bachelor BWL 6
      Manchmal frage ich mich ja wirklich ob, gewisse Menschen wirklich geeignet sind für ein Fernstudium. Es wird erwartet das alles mundgerecht serviert wird in den Skripten....wir studieren! Meiner Ansicht nach gehört es dazu auch über den Tellerrand zu schauen, gegebenenfalls sollte man in der Lage sein sich Fremdwörter oder komplexe Zusammenhänge durch Sekundärliteratur zu erarbeiten, aber nein es wird gemeckert wie kompliziert Skripte geschrieben sind .....
      Ist es nicht Aufgabe beim Studium sich komplexe Zusammenhänge zu erarbeiten? Wenn ich in einem Skript etwas lese, was ich nicht verstehe, ist es für mich etwas ganz selbstverständliches, dass Gabler Wirtschaftlexikon zu bemühen oder die heilige Bibel der BWLer (Wöhe) zu durchforsten. Alternativ gibt es immer noch die Unibibliothek (bei mir Kaiserslautern) aber nein ....es wird gemeckert.
      Klar bezahlen wir viel Geld für unser Fernstudium und die Bibliothek der IUBH ist ein Buch mit 7Siegel (leider) aber es gibt auch Alternativen.
       
      Die Bibliothek ist im übrigen einer der wenigen Kritikpunkte den ich der IUBH bisher ankreiden kann. Als aktuelles Beispiel fällt mir da Finanzierung ein, im Skript bzw. in Clix gibt es Literaturempfehlungen aber nicht ein Titel ist in der Onlinebib. verfügbar. Da lobe ich mir, das ich bei der Uni Hagen noch als Gasthörer eingeschrieben bin. FUH hat eine kooperation mit dem Springer Verlag und jede
      Menge Ebooks. Das ist mir die 11€ Semestergebühr schon wert. Hier könnte die IUBH einfach mal ansetzen und zumindest die Bücher anbieten die sie auch als Empfehlung gibt, bei den bisher belegten Modulen, war nicht ein Buch verfügbar.
       
      Ich werde mich heute nochmal intensiev mit dem Thema Bibliothek bei der IUBH auseinandersetzten und wenn ich eine Emailadresse finde evtl. Verbesserungsvorschläge einreichen.
      Ein weiterer Kritikpunkt an der IUBH das I-pad....Viele sagen boah ich bekomme ein I-pad dazu aber es gibt jede Menge abstriche bei der funktionalität.
      Clix und Care sind nicht kompatibel mit Safari also muss man sich Firefox installieren. Zwischenzeitlich ist die LMC-learning App zwar sehr gut ausgereift, ABER die Onlinetutorien kann man nicht aufrufen, alles was mit Adobe Connect zu tun hat... geht NiCHT.
      Ich hatte ja das I-Pad im Rahmen der Flexlearingkurse die es mal kostenlos gab bekommen, aber auch hier hatte ich eigentlich keine verwendung für das I-pad. Ich hatte mich ja für den Englischkurs über Rosetta Stone entschieden und es ging so gut wie gar nichts weil nicht mit dem System kompatibel. Ich habe mir jetzt ein Windowstablet von Odys gekauft mit abnehmbarer Tastatur, Kostenpunkt 179€ bei Amazon und bin begeistert. Das Flexlearning ist bei mir immer noch zur nutzung freigeschaltet allerdings als nicht bestanden, was egal ist da ich einfach dennoch drin arbeiten kann. Egal wo ich bin, ich kann alles bearbeiten was im Englischpaket angeboten wird, kann mir unterwegs die Onlinetutorien anschauen einfach 0 Einschränkungen. Hier sollte die IUBH vieleicht mal drüber nachdenken ihren Studenten lieber ein 12 Zoll Wintab zur verfügung zu stellen zudem sie auch enorm Geld sparen würde im vergleich zum I-Pad. Zudem hätte somit auch jeder Student ein vollwertiges Netbook den nicht jeder hat zuhause einen Laptop sondern immer noch einen Desktop PC, gerade im Hinblick auf die Onlineklausuren wäre das absolut innovativ.
       
      So das sind meine Kritikpunkte an der IUBH, alles andere wie Skriptinhalte und co sehe ich als Herausforderung des Studierens und gehört für mich dazu! Auf einer Präsensuni muss ich mir auch Themenfelder erarbeiten und bekomme nicht alles mundgerecht serviert.
       
      Lobend muss ich auch mal erwähnen, das die IUBH wirklcih versucht die Kommunikation unter den Studenten mit dem gesammten Officepaket zu fördern (yammer, sway, diverse Studiengangsgrupppen, Skype). Auch hier werde ich mich jetzt in meiner studienfreien Zeit etwas verstärkt auseinandersetzten. Ich würde gerne einen Lernpartner finden und mal versuchen im Team ein Modul zu erarbeiten. Hier wäre es schön eine Suchfunktion zu haben (Wer studiert in meiner Nähe). Den ein oder anderen Studenten habe ich zwar schon gefunden aber entweder schon fast oder ganz fertig. Einen Stammtisch gibt es bei mir in der Kante auch nicht. Mhh vieleicht sollte ich mal einen ins Leben rufen. Immerhin bin ich Schulelternsprecher und bekomm da auch einiges organisiert, wäre doch gelacht wenn ich nicht ein Haufen Studenenten aus dem Saarland und der Westpfalz zusammengetrommelt bekäme. Aber hier kann die IUBH auch nur unterstützend zutun, ausgehen tut so etwas ja von der Initiative von Studenten.
       
      Alles in allem kann ich jedem neuen Studenten nur raten, lest das Studienbegleitheft, registriert euch bei den verschiedenen Angeboten der IUBH und seit bereit auch mal etwas nachzuschlagen. Ganz wichtig, wenn euch andere Studenten sagen, dass ein Modul in 14Tagen oder weniger machbar ist, entspricht das nicht immer der Wahrheit!Es kommt auf das Vorwissen an!! Jemand der Noch nie etwas mit Mikroökonomie  oder z.B. mit Makroökonomie zu tun hatte, braucht länger als jemand der das schon mal hatte.
       
      Was mir noch auf den Keks geht ist die ständige nörglei über die Korrekturzeit. Klar sind bis zu sechs Wochen lang, aber auf einer Präsensuni dürfte es auch nicht schneller gehen. Allerdings sollte die IUBH hier an der Fehlerquote der Bearbeitung etwas arbeiten (Punkte zusammenzählen und so), hier bekomme ich immer wieder mit, das es wirklich erhebliche Diskrepanzen gibt.
       
      So nun habe ich genug gemeckert , ich werde mich jetzt auf die Suche nach einem Lernpartner machen
       
       
      Man möge mir meine Schreibfehler verzeihen;) sitze gerade bei -4 Grad draussen und ab einem gewissen Kältegrad der Finger reagiert die Tastatur nicht richtig.
       
      Nachtrag 4.12.: Seit ich mich das ketzte Mal mit dem Thema Bibliothek und IUBH auseinandergesetzt hbe ist schon etwas her. Man findet nun in Care-Studium einen Link der zur Übersicht verschiedener Quellen führt. Leider immernoch etwas kompliziert, wenn man ein betimmtes Buch sucht muss man mehrere Quellen durchforsten, was mit unter sehr zeitaufwändig ist. Aber immerhin besser als früher
       
       
    • krypt0lady
      Von krypt0lady in Studymania 7
      Diese Woche kamen endlich meine Abschlussdokumente und damit habe ich nun nach dem BSc (hons) Mathematics, den ich an der OU studierte, auch das Kapitel Fernstudium an der isits mit einem MSc Applied IT Security hinter mich gebracht. Damit habe ich zwei Studiengänge per Fernstudium erfolgreich abgeschlossen und erfreue mich der lernfreien Wochenenden. :-)
       
      Die Zeit bis zur Abgabe der Masterarbeit ist wie im Fluge vergangen und ich war froh, dass ich mich für ein Jahr entschieden hatte, denn die Masterarbeiten an der isits müssen mind. 25% technisch sein, das hieß in meinem Fall viel programmieren. Inzwischen habe ich den Job gewechselt und kann berichten, dass der Abschluss dabei auch ein Thema war.
       
      Ein kleines Schmankerl hat der Abschluss noch: da der Studiengang an der Ruhruni Bochum der Fakultät Elektrotechnik zugeordnet ist, darf man sich Ingenieur bzw. Ingenieurin nennen. ;-)