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MBA&Eng. an der Hochschule München - Teil 1: Allgemeine Infos zum Studiengang

jSchmalhofer

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Wie bereits in den letzten Posts und meinen Kommentaren darin, wollte ich euch ein paar Infos zu dem MBA&Eng.-Präsenzstudium geben, welches ich in den letzten Jahren abgeschlossen habe und weshalb auch mein Fernstudium Master of Science Elektro- und Informationstechnik (Mechatronik) an der FernUniversität in Hagen etwas ruhen musste.
Anfangen möchte ich mit einigen einführenden und allgemeinen Infos zum Studiengang selbst, bevor ich in späteren Beiträgen in die Tiefe und meine eigenen Erfahrungen eingehe. Viele der Infos hier sind auch auf der Studiengangswebseite viel detaillierter oder zumindest aktueller zu finden - keine Angaben sind verbindlich und echte Studieninteressierte sollten sich lieber dort Infos holen als meinen Angaben hier zu trauen :)
 
Bei dem Studiengang handelt es sich um den "Master of Businessadministration and Engineering" (kurz: MBA&Eng.) der Hochschule München (HM). Es handelt sich wie erwähnt um einen Präsenzstudiengang, also kein - wie in der Regel hier diskutiertes und vorgestelltes - Fernstudium. Der Studiengang ist berufsbegleitend konzipiert und bewirbt sich auch mit seiner familienfreundlichen Gestaltung. Der Studiengang wurde bisher (nur) auf nationaler Ebene durch ASIIN akkreditiert, wobei diese Agentur selbst wiederum durch den Akkreditierungsrat deer Stiftung für Akkreditierung anerkannt ist.
 
Zum "seltsamen" Abschlusstitel "MBA&Eng." sollte ich wohl paar Worte verlieren. Das Thema wurde bereits hier im Forum einmal behandelt. Ich hatte mich damals schon in die Diskussion eingeklinkt und vertrete nachwievor die selbe Meinung. Warum genau diese Bezeichnung gewählt wurde - oder vielleicht auch werden musste - kann ich natürlich nur mutmaßen. Eine wirkliche Begründung, sofern denn eine existiert, ist mir während des ganzen Studiums nie untergekommen.
Eine sehr einfache Begründung ist der Fakt, dass das Studium an der Fakultät 09 (kurz: FK09) der HM verortet ist. Dabei handelt es sich um die Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen, was durchaus den Zusatz "Eng." begründen könnte. Das wiederum spiegelt sich auch in dem Fakt wider, dass es drei Zulassungstypen für den Studiengang gibtm, nämlich Ingenieur/Naturwissenschaftler (ING/NW), Bauingenieur (BAUING) und Wirtschaftsingenieur (WI). Je nach den erfüllten Voraussetzungen wird man in eine der Gruppen eingeteilt - bei mir wegen vorherigem Maschinenbaustudium natürlich ING - und hat entsprechende Fächer bzw. Fächergruppen zu belegen. Ziel der unterschiedlichen Studienpläne ist dabei, dass alle Absolventen ein mehr oder minder fundiertes fächerübergreifendes Wissen in Wirtschafts-, Management- und technischen Bereichen haben. Entsprechend müssen WI-Zulassungstypen einige technische Fächer nachbelegen, während ING-/NW-Zugangstypen mehrheitlich wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen- und Aufbaufächer belegen müssen (wobei diese nahezu durchweg einen technischen Bezug aufweisen). Auch das würde - zumindest halbwegs - den diskussionswürdigen Titel-Appendix begründen.
Letztendlich sollte man sich aber auch vor Augen führen aus welchem Grund es überhaupt irgendwann zur Einführung von MBA-Studiengängen kam und was deren Ziel damals sein sollte: Die zusätzliche Befähigung von (i.d.R.) berufserfahrenen Arbeitern aus meist technologielastigen Berufen auf akademischem Wege mit starkem Praxisbezug um wirtschaftliche aber auch managementorientierte Fragestellungen beantworten zu können. Diesen technischen Bezug explizit nochmal zu benennen, finde ich nach solch einer Überlegung erst mal wenig verwunderlich. In Zeiten, in denen der (ich behaupte mal) Mythos der MBA-Elite-Kaderschmieden Überhand genommen hat, wirkt der Zusatz natürlich wenig konform und - wie schon mal hier im Forum diskutiert - verdächtigt bis nahezu unseriös. Ohne mein persönliches Fazit schon vorweg zu nehmen, sollte aber jedem auch klar sein, dass es bei diesem Studiengang sich definitiv nicht (!) um solch einen elitären Studiengang handelt, in dem der zukünftige DAX-Vorstandsnachwuchs ausgebildet oder deren Töchter und Söhne hingeschickt werden.
Nein, in der Tat handelt es sich wirklich nur um einen weiterbildenen Studiengang, der das liefert, was er verspricht: Grundlagen zu Wirtschaftswissenschaften und Management im Technologiekontext mit praktischem Bezug.
 
Die Hochschule München für angewandte Wissenschaften - ehemals Fachhochschule München (FHM) - ist eine reguläre staatliche Hochschule. Sie ist eine der größten Hochschulen Bayern und Deutschlands (danke für die Info, Wikipedia :) ) und bietet damit alle Vor- und Nachteile die damit einhergehen. Als Vorteil sah ich, dass die Fächer für den MBA stellenweise durch die Professoren gehalten wurden, welche reguläre Studenten darin unterrichteten - jedoch in extra für den MBA gehaltenen Vorlesungsstunden mit angepasstem Inhalt. Insbesondere bei Grundlagenfächern (wie BWL 1, VWL 1 und 2) finde ich das nicht nur für die Hochschule praktisch, sondern sehe auch aus Sicht der MBA-Studenten klare Vorteile: Diese Professoren sind nun mal "echte" Professoren. Sie mussten ein Auswahlverfahren einer staatlichen Uni durchgehen, um diese Stelle zu erhalten. Ferner unterrichten sie meist schon länger und auch öfters dieses Fach, was wiederum der Vorlesungsgüte zu Gute kommen dürfte. Gleichzeitig kann Lehrinhalt und Gestaltung der Vorlesungen an die MBA-Studenten angepasst werden, die "absolut freiwillig" und i.d.R. sehr motiviert in solch eine Vorlesung gehen und einiges an Grundreife und -erfahrung mitbringen. Ausnahmen bestätigen die Regel, ja. Ferner war ich früher auch "normaler" Student und habe auch während des MBA-Studiums 1-2 Vorlesungen mit "regulären" Studenten in den 20ern besucht und muss - auch wenn mir gedanklich einige hier beim Lesen den Vogel oder schlimmeres für zeigen - festhalten, dass die Anzahl an "regulären" Studenten, die meinen, Vorlesungen seien wie damals die Schule ein Pflichtübel und nur Showbühne zur Selbstdarstellung, aus meiner Empirie heraus signifikant höher ist. Warum ich darauf so herumreite? Nun, nach einem 8h Arbeitstag seinen Feierabend - im Sommer bei schönstem Badeseewetter - in einem stickigen Vorlesungsraum zu verbringen bedarf einiges an Selbstüberwindung. Dem Vorlesungsstoff dabei zu folgen noch sehr viel mehr. Entsprechend möchte man die 2-3h Vorlesungszeit effizient genutzt wissen. Da ging es mir dann doch schon das ein oder andere mal sehr, sehr, seeeeehr auf die Nerven, wenn jüngere - nicht Berufstätige - Vorlesungsbesucher meinten zwanghaft die Dozenten zu weniger Stoff, früherem Gehen oder fachfremden Philosophieren über Nichtigkeiten zu überreden. Nun ja, ich habs ja überstanden. Außerdem waren solche Situationen eher die Ausnahme. Rückblickend war die Effizienz der Vorlesungen schon eher überraschend und als positiv zu bewerten.
 
Der Studiengang ist berufsbegleitend ausgelegt. Soll heißen: Vorlesungen werden zwar unter der Woche, aber dafür fast nie vor 17:30-18:00Uhr angesetzt. Diese Vorlesungen finden dann in regulärem Studienmodus (fast) jede Woche für ein Semester (in der Vorlesungszeit) statt und dauerten meist bis 20:00Uhr-21:00Uhr - je nach Credits des Fachs. Für viele Angestellten in München und Umland also ein, mit Einschnitten, machbares Vorhaben. Dennoch empfiehlt es sich, Kontakt zu Kommilitonen aufzubauen und sich auszutauschen, wenn man mal doch nicht zu einer Vorlesung kommen konnte. Dies bringt gleichzeitig den Vorteil mit sich, dass man so einige sehr nette und interessante Personen kennenlernen kann, mit denen man auch außerhalb von Beruf oder Vorlesung ein Bierchen trinken oder essen gehen kann :)
Trotzdem gibt es auch einige Fächer, die an Wochendenen stattfinden. Dies kann unterschiedliche Gründe haben, gilt aber meist für Praxisfächer oder Praxisanteile einiger Fächer oder Wahlfächer mit Gastdozenten bzw. berufstätigen Dozenten, die nicht Hautberuflich an der HM tätig sind. Dann finden diese Vorlesungen meist Sa&So ganztags statt, was dann schon mal die Life-Work-Balance (auch wenn diese laut Studiengangsleiter nicht sinnvoll ist; interessante Argumentation: man verbringt oft mehr als die Hälfte des Tages beim Arbeiten und unterscheidet dann zwischen Life und Work; d.h. die Hälfte des Tages "lebe" ich nicht, sondern sieche vor mich her? Arbeit ist seiner Meinung nach ein i.d.R. unabdingbarer Teil unseres Lebens und sollte damit nicht als eigenständige, abgekapselte Einheit oder Zeitphase des Tages betrachtet werden.) aus dem Gleichgewicht bringt.
Die erwähnten Gastdozenten sind häufig sehr interessant und stellenweise auch je nach Semester wechselnd. Besonders bei Fächern, bei denen der Praxisbezug essentiell ist, macht es durchaus Sinn durch Gastdozenten aus der Industrie/Wirtschaft "erzählen zu lassen". Mehr dazu aber vielleicht in einem späteren Post.
 
So, ich hoffe ich habe "zur Einführung" nichts vergessen, was ich auch los werden wollte. Wer wirklich mehr zum Studiengang wissen will: Die Homepage zum Studiengang ist sehr gut über google zu finden, sehr gut strukturiert und bietet auch Unmengen an Infos übert Aufbau, Zulassung, etc..
Für heute Abend war es das aber erst mal. Ich hoffe meine Linux-Installation im Hintergrund ist fertig und ich kann mich ab morgen auch mal wieder meiner Masterarbeit für das Fernstudium widmen :) Aber auch dazu demnächst mal wieder mehr Infos.


3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Superstarker Beitrag, jSchmalhofer ... insbesondere den Hinweis auf den Mythos "MBA Elitekaderschmieden" und wie dieses Angebot der Hochschule München einzuschätzen ist. Habe Dir gleich mal ein FB Buddy Request geschickt. :5_smiley:

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Vielen Dank für deine persönlichen Eindrücke! Ich war vor vielen Jahren, quasi im letzten Jahrtausend, an der TUM eingeschrieben mit Nebenfach BWL. Ein Hauptfach für BWL habe ich an der LMU belegt, eines aus dem englischsprachigen MBA-Programm der TUM. Meine Erinnerung zu dem MBA mag mich trügen, aber es war ein separater Kurs für Berufstätige zu später Abendstunde, gehalten von einem Professor in Abwechslung mit zwei Dozenten von BMW und MAN (?). Der Unterscheid war so eklatant. An der LMU herrschte die von der beschriebene "Schulatmosphäre" mit Vorlesungen im überfüllten Aufdimax. Ich bin dann gar nicht mehr hingegangen, sondern habe mir nur das Skript im Copyshop gekauft und habe die Prüfung geschrieben. Der TUM-Kurs ist mir bis heute in bester Erinnerung geblieben, da ich vorher schon drei Jahre bei Siemens gearbeitet hatte, konnte ich in den Diskussionen bestens mithalten. Vermutlich hätte ich mein Studium damals nicht abgebrochen, wenn es mehr so inspirierende Lehrveranstaltungen gegeben hätte und weniger "Verwahr-"Veranstaltungen.

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Sehr interessant, dass du Hochschul- und Fachübergreifend ähnliche Erfahrungen gemacht hast :) Aber ich kann mir die von dir beschriebenen Situationen sehr gut vorstellen.

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