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Der tiefe Fall vom vermeintlichen Einstein zum Hausarbeits-Dilettant

Nihlandia

721 Aufrufe

Hallo,

wie versprochen möchte ich ein bisschen über meine ersten beiden Module „Zeit- und Selbstmanagement“ und „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ erzählen.

Angefangen habe ich mit „Einführung in das wissenschaftlichen Arbeiten“ und war deutlich schneller mit dem Lernen als erwartet. Auch mit den Clix Tests habe ich mir leichtgetan. In spontaner Selbstüberschätzung habe ich mich schon in neuer Rekordzeit durch dieses Studium gehen sehen und leise überlegt ob ich nicht doch in das 48 Monats-Modell umsteigen soll. Tja… bis ich mit der Hausarbeit angefangen habe … dann stand mehr die Frage im Raum ob ich das mit dem Studieren nicht doch besser ganz sein lasse :42_confused:

Auf der IUBH stehen im Modul „Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten“ zwei Themen für die Hausarbeit zur Wahl. Einmal „qualitative vs. quantitative Forschung“ und „Was ist Wissenschaft?“. Im Überschwang habe ich mir sofort Bücher um 70 Euro zu den Themen qualitative und quantitative Forschung bestellt. Wahllos Zitate herauskopiert, die Bücher mit Leuchtstift überbordet und unbrauchbar gemacht, mich völlig verzettelt nur um mir zwei Wochen später einzugestehen, dass es wohl so doch nichts wird. Das Worddokument ist daraufhin im virtuellen Müll gelandet und bei den Büchern tröste ich mich damit, dass ich sie zumindest von der Steuer abschreiben kann.

Ungefähr zu dieser Zeit hatte ich ein Telefonat mit dem Study Coach, der mir den Tipp gegeben hat zuerst mit Zeit- und Selbstmanagement zu beginnen da diese Hausarbeit von den meisten als einfacher eingestuft werden würde. Gesagt, getan … Skript bestellt, durchgearbeitet, Clix Tests gemacht und mich an die nächste Hausarbeit dran getraut. Für das Skript inkl. Clix Tests habe ich ca. 1 Woche gebraucht (diese Woche war auch notwendig um mich von meinem Hausarbeits-Trauma soweit zu erholen, dass ich mit der nächsten anfangen kann).

Die Zeit- und Selbstmanagement Hausarbeit ist mir wesentlich leichter gefallen. Indem ich jeden Tag mitgeschrieben habe was meine Aufgaben waren, wie ich was erledigt habe hatte ich einen guten Start um das Ganze dann auch relativ rasch zusammenzufassen. Literatur habe ich online auch einiges gefunden, das hat mir den Weg in die Bücherei (zu deutsch: Bibliothek :26_nerd: )  erspart. Zum Schluss habe ich es dann zwar nochmal etwas zu gut gemeint, es bringt halt einfach nichts, das Ganze noch 100x durchzulesen… mit jedem Mal wo man wieder etwas ausbessert und vermeintlich schöner formuliert, verheddert man sich etwas mehr und irgendwann muss man wirklich aufpassen, dass das Ganze noch Sinn ergibt. Trotzdem habe ich die Arbeit Anfang Juli eingereicht und harre nach wie vor gespannt auf Feedback.

Mein Alptraum-Thema noch im Hinterkopf, habe ich mich entschlossen das Thema für die Hausarbeit für „wiss. Arbeiten“ zu ändern. Von wegen Neustart und so… und weil da bekanntlich alles anders ist, habe ich diesmal Amazon links liegen lassen und beschlossen mich in einer Bücherei einzuschreiben. Dazu muss man sagen, dass die Hauptbücherei in Wien in einer der weniger schönen Bezirke liegt und bei meinen Erzählungen wie ich mich mit Pfefferspray bewaffnet vom Parkhaus eines nahen Einkaufszentrum bis zur Bücherei gekämpft habe der ein oder andere bei mir im Büro milde gelächelt hat.

Mit umfangreicher Literatur „bewaffnet“ (jaaaa, ich schlittere von einem Trauma ins nächste... story of my life…) habe ich dann ca. 5 Wochen nur damit verbracht die Bücher zu lesen, Post-its zu verteilen und Zitate in Citavi zu erfassen. Mein Mann - durchaus bekannt für seine Engelsgeduld - konnte „ich hasse Hausarbeiten“, „ich hasse studieren“ und „es ist mir s**egal was Wissenschaft ist“ bald nicht mehr hören. Aber irgendwann hatte ich – nach einem zweiten todesmutigen Besuch der Bücherei – genügend Literatur bzw. Zitate gesammelt um mich ans Schreiben zu wagen. Das ging, dank langer Einlesephase, recht brauchbar und ich konnte meine zweite Hausarbeit Ende August abgeben.

Das Erste, was ich gleich nach Einreichung gemacht habe ist übrigens den Studienplan zu durchsuchen, wie viele Hausarbeiten hier noch so auf mich warten. Sieht aber ganz gut aus, ich habe – abgesehen von der Bachelorarbeit – nur noch eine weitere gefunden. Bei 72 Monaten Studium lässt sich das ganz brauchbar verschieben….

Jetzt wünsche ich euch einen schönen Abend und befasse mich ein bisschen mit meinem 3. Modul: BWL. Liest diese elendslangen Texte eigentlich jemand bis zum Schluss bzw. ist das noch interessant oder nervt es euch eher?

Liebe Grüße, Nicole

 



6 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Verzeih mir die Frage, aber wie wird in dem Modul, das Thema "Online"-Recherche, Exzerpte, Recherche allgemein etc. gelehrt?

 

ich kann mir das wirklich frustrierend vorstellen. Bei euch sind ja glaube ich HAusarbeiten ein wenig, wie bei uns Fallaufgaben. Und ja Literatur kann nerven. Hast du Fragen vorgegeben, wenn nein, wie gehst du dran? Oder ist es das KOnzept an sich, was vielleicht noch etwas Niederunterhochchinesisch scheint, aber doch eigentlich einfach "Deutsch" ist :)

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vor 17 Minuten, polli_on_the_go schrieb:

Verzeih mir die Frage, aber wie wird in dem Modul, das Thema "Online"-Recherche, Exzerpte, Recherche allgemein etc. gelehrt?

 

ich kann mir das wirklich frustrierend vorstellen. Bei euch sind ja glaube ich HAusarbeiten ein wenig, wie bei uns Fallaufgaben. Und ja Literatur kann nerven. Hast du Fragen vorgegeben, wenn nein, wie gehst du dran? Oder ist es das KOnzept an sich, was vielleicht noch etwas Niederunterhochchinesisch scheint, aber doch eigentlich einfach "Deutsch" ist :)

 

Wie meinst du "wie es gelehrt wird"? Ob Onlineliteratur grundsätzlich verwendet werden darf? Ja, das darf es. Sofern es wissenschaftliche Artikel sind und nicht Wikipedia o.ä. Angegeben werden muss dann aber natürlich genauso wie bei Büchern woher das Zitat kommt und bei Links zusätzlich auch noch die Information wann darauf zugegriffen wurde.

Die Literatur an sich war nicht so uninteressant, für mich war es einfach schwierig aus anderen Büchern quasi zusammenzukopieren statt selbst etwas zu schreiben. Das war speziell bei dieser Hausarbeit der Fall, da hier keine Eigenleistung im Sinne von wissenschaftlicher Arbeit gefragt war sondern mehr der Nachweis, dass man die Zitierregeln beherrscht, weiß wo man Literatur finden kann, diese nach relevanten Themen durcharbeitet usw. Wenn man das Thema selbst wählen kann ist das denke ich nochmal was anderes.

Die Frage die es zu bearbeiten galt war "Was ist Wissenschaft" ... zusätzlich sind noch HInweise gegeben worden was man im Zuge der Hausarbeit bearbeitet haben sollte.. also die Denkschulen ansprechen, die Kriterien von Wissenschaft, usw.

Bearbeitet von Nihlandia

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Ich meine das, was du in deinem zweiten Absatz beschreibst "wo man Literatur finden kann". Es ist gut eine Bib zu haben etc. Aber gerade bei solchen Grundlagen arbeiten ist es ja schon so dass du das meiste im www zitierfähig erhältst. Das meinte ich damit. Springerlink ist da nur eine Adresse, wo du zu dem Thema auch ganze Bücher runterladen kannst.

 

Dein letzter Absatz zeugt aber schon davon, dass es mehr ist als Zusammenkopieren. Bei uns z.B. sind 98 Prozent der Prüfungsleistungen Fallaufgaben (die wie Hausarbeiten sind aber einen festen Rahmen haben) und nur 4 Mal wählt man was selber (Hausarbeit, Praktikumsbericht, Gruppenprojekt, Thesis und bei mir auch noch eine Fallaufgabe Plus in einem Modul, wo es keinen Fall gibt).

 

Mit der Zeit wird man aber insgesamt auch mit dem ganzen lockerer. Diese Grundlagenmodule nerven manchmal oder sind noch etwas ungewohnt. Als Mentorin (dürfte bei euch so was wie Study Coach sein) sage ich mal, sei geduldiger mit dir. Ich finde aus dem Beitrag, dass du schon so viele positive Ansätze hast, dass du quasi schon mittendrin steckst in deinem "Wissenschaftsprozess"

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Zitat

 Liest diese elendslangen Texte eigentlich jemand bis zum Schluss bzw. ist das noch interessant oder nervt es euch eher?

 

Ich habe es gelesen und fand es interessant. Und habe mich gefragt, ob du dir da für diese erste Hausarbeit im Studium eventuell zu viel Mühe mit der vielen Literatur gemacht hast ;).

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Ich habe das Modul auch noch vor mir, und für mich liest sich das ebenfalls als bist du über das Ziel hinausgeschossen ;-). Zum Thema "qualitative vs. quantitative Forschung" bietet die IUBH auch eine Beispielhausarbeit an. Gab es die damals schon? Ansonsten würde ich mir die mal anschauen.

Bearbeitet von Muddlehead

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@Nihlandia: Wie läuft es denn mittlerweile so bei dir? - Hast du die Hausarbeit gut hinter dich gebracht? Und was gibt es sonst so an Neuigkeiten aus deinem Fernstudium?

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