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Einstellungsuntersuchung


Vica

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Mich erreichte eine Einladung zur Einstellungsuntersuchung beim Betriebsarzt vom neuen Arbeitgeber. Natürlich ging ich davon aus, dass das VOR Arbeitsantritt passiert, und entsprechend machte ich den Termin sehr frühzeitig aus. Da die Untersuchung im Hause stattfinden würde, war das die Generalprobe, alles kennenzulernen: Pendelweg, Haus, Stimmung.  :thumbup: Der Tag kam und ich war so aufgeregt, als würde ich zu einer Hochzeit gehen, bei der man den Bräutigam noch nicht kennt. Denn leider konnte mein Einstellungsgespräch ja nur via Onlinekonferenz stattfinden. Hospitationen und kleine Praktika sind wegen Corona auch tabu :37_disappointed:

Andererseits hatte ich aber auch ein dezent mulmiges Gefühl. Was ist das wohl, eine Einstellungsuntersuchung für die "körperliche Eignung am Arbeitsplatz"? Sämtliche Corona-Schweinehund-Bestürzungen brachen über mich herein. Bekam ich jetzt die Quittung für mein Lockdown-Couchpotato-Dasein? Würden die Blut abnehmen und vielleicht zu hohe Cholesterinwerte finden? Musste ich auf die Waage, wurde vermessen, geröntgt, musste in Becher pinkeln etc.? Würde man mir meine Masterarbeit-Kilos um die Ohren hauen? Mache ich vielleicht einen zu unsportlichen Eindruck und kriege am Ende kein Foto einen Aktenvermerk "völlig ungeeignet für den Job"? Überhaupt: Kann man bei sowas überhaupt "durchfallen" und bekommt am Ende wirklich den Job nicht? Ich kenne tatsächlich niemanden, der das je berichtet hätte. 

Bei meiner Praktikumsklinik gibt es das normalerweise auch, die so genannten Einstellungsuntersuchungen durch den Betriebsarzt. Da musste ich aber nicht hin, da diese Untersuchungen in schlimmsten Corona-Zeiten abgesagt waren. Es gab stattdessen nur ein Telefoninterview mit dem Arzt, der meinte, dass sie nach dem Lockdown nachgeholt werden kann, wozu es ja aber nicht mehr kam. 

Typisch ich: Obwohl ich nur kurz pendele (maximal 30 Minuten insgesamt), war ich wieder bepackt wie ein Bergsteiger. Man weiß ja nie, wie lange es dauert, bis ich den richtigen Zug und Bus erwische. Aber das klappte so reibungslos, dass ich es selbst nicht fassen konnte :D Die Klinik und ihr Standort gefielen mir sehr gut. 

Während ich mir unter Betriebsarzt irgendwas zwischen Dr.House, Frankenstein und meinem Mathelehrer Klasse 5 bis 10 vorstellte, war es in Wahrheit eine sympathische und humorvolle Dame in meinem Alter. Wir waren uns sofort sympathisch und per Du. Das fand ich entspannend! :thumbup1:


Tatsächlich sah die Einstellungsuntersuchung nun so aus:

- Aufklärung über Risikofaktoren, was man sich am Arbeitsplatz für Krankheiten holen kann
- Viel Coronagedöhns 
- Der Impfpass wurde durchgeschaut, ob man eventuell noch was auffrischen könnte/sollte. 
- Besonders bei der Masernimpfung wurde geschaut, ob sie da ist. Die muss man dem Arbeitgeber auch nachweisen, anders darf man nicht mehr arbeiten. 
- Angebot, ob man ein kleines Blutbild braucht 
- Gewicht und Größe (Okay, da muss man durch). 

 

Es konnte also ausgeschlossen werden....
- ...dass die Stelle mich körperlich gefährdet 
- ...dass ich selbst eine Gefahr für andere bin, z.B. Infektionen (Corona, Masernschutz!)
-...dass ich innerhalb der nächsten 6 Monate arbeitsunfähig sein könnte 

Es besteht übrigens Schweigepflicht. Der AG bekommt nur die Eignung mitgeteilt, aber nicht die Details bzw. Ergebnisse. 

Nun denn, ich glaube, ich habe bestanden :wink: Ich habe mal gegooglet und gesehen, dass das sehr unterschiedlich laufen kann. Manche Ärzte machen nur Aufklärung, andere das volle Programm: Bluttests, Urintests, Leberwerte, Entzündungswerte, Diabetestest, Seh- und Hörtest. Kann also auch anders laufen. Gut, dass ich das nicht vorab gegooglet habe...:D
 

Auch mal wieder eine interessante Erfahrung!

Bleibt gesund & haltet zusammen,


LG 

Feautre Foto: daisy_anderson/pexels.com

Bearbeitet von Vica

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2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Lukas

Geschrieben (bearbeitet)

Herzlich Glückwunsch zur bestandenen Untersuchung beim Betriebsarzt 😉

 

Ich habe persönlich schon einige Untersuchungen beim arbeitsmedizinischen Dienst hinter mir und kenne auch beides: 

 

Die Betriebsärztin in dem Krankenhaus in dem ich arbeite ist sehr genau. Sehtest, Blutentnahmen, Urintest, Vitalzeichenkontrolle, körperliche Untersuchung... volles Programm. 
 

Der Betriebarzt an der Schule an der ich jetzt angefangen habe, war da deutlich ‚entspannter‘. Zwar wurde mir dort zu Beginn auch einmal Blut abgenommen, aber das war es dann auch. 
 

Aber ich werde auch jedes Mal zum Hypochonder im Vorhinein 😅

Bearbeitet von Lukas
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Am 5.3.2021 um 19:41 hat Lukas geschrieben:

Die Betriebsärztin in dem Krankenhaus in dem ich arbeite ist sehr genau. Sehtest, Blutentnahmen, Urintest, Vitalzeichenkontrolle, körperliche Untersuchung... volles Programm. 
 

Der Betriebarzt an der Schule an der ich jetzt angefangen habe, war da deutlich ‚entspannter‘. Zwar wurde mir dort zu Beginn auch einmal Blut abgenommen, aber das war es dann auch. 
 

Aber ich werde auch jedes Mal zum Hypochonder im Vorhinein 😅


Wow, die schaut ja mitunter sehr genau hin!! :) Das hatte ich schon befürchtet. Und ich hatte keine Lust auf Laborwerte, die darauf hin deuten, dass meine Tage gerade mehr aus Leckerschmeckerchen bestehen, als aus Sport und Ballaststoffen 😁

Beruhigend zu wissen, dass es noch weitere Hypochonder im Vorhinein gibt, hehe. :thumbup:

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