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Alles wieder in Präsenz


Vica

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Neben Ambulanz, eigenen Patienten und Klinikjob sind sie in letzter Zeit ein wenig ins Nebensächliche abgerutscht: Die Seminare. Warum das? Nein, ich habe kein einziges geschwänzt bisher. Der Grund ist viel angenehmer: Tatsächlich hat man uns Sommerferien gegönnt. Von Anfang Juli bis gestern war "Schule aus!" angesagt, sozusagen 😁. Die freien Wochenenden waren exorbitant gut! Das muss ich schon sagen.

Tja, aber alle Ferien sind eben auch einmal zu Ende und so saß ich gestern wieder in einem KJP-Seminar. Der Auftakt war wahnsinnig gut, weil die Dozentin für ihr Thema so sehr geglüht hat. Ich liebe es, Leuten bei Dingen zuzusehen, von denen sie selbst vollends überzeugt sind 😊 Mich persönlich reißt positiver Input jedenfalls selbst immer mit. 

Aber!
In der letzten Zeit hatte es aber auch mal Dozenten gegeben, die sich beim Thema Online so gar nicht auskannten. Da geht schon was an Zeit und Nerven drauf für: ,,Könnt ihr meinen Bildschirm sehen?", ,,Könnt ihr MICH sehen?", ,,Also ich sehe EUCH nicht...", ,,Ich würde jetzt gerne Break Out Rooms machen, aber das Programm lässt mich nicht!", ,,Weiß jemand, wie man hier was in den Chat stellt? Wo ist der denn?" oder gleich ganz: ,,Also leider verstehe ich von dem Programm hier gar nix. Ich nutze das nie! Ich verstehe von Technik nichts." Oder der Dozent verschwand plötzlich. Auch schon vorgekommen: Dozent ist Chefarzt und lässt sich mittendrin auf Station rufen, um auf Stationsinternes zu klären. Da sitzt man als Seminarteilnehmer schonmal wie eine Orgelpfeife vorm Bildschirm.
Angebliche Stromausfälle kamen bei uns auch vor - so auch in anderen Seminaren. 
Wovon ich ja auch nichts halte, sind erzwungene Vorstellungsrunden à la "Ich arbeite da und da". Erstens kennen wir uns alle sehr gut, zweitens sind das Informationen, die dem Kurs überhaupt nichts nützen. Aber bis sich alle 25 vorgestellt haben, kann das schon dauern. 
Aber das sind zum Glück Ausnahmen. Und es waren sehr wenige Seminare, wo das der Fall war. 
Was ich dann richtig gut fand: Jedes Seminar mit einem solchen Ausfall durfte man (online) freiwillig nachbelegen, der Dozent wurde dann schnell ausgetauscht. 

Dennoch war man in meinem Institut not amused und hat schnell reagiert. Die Fanfare wurde nun geblasen: Alle kommenden Seminare werden wieder in Präsenz stattfinden. Da unsere Ausbildung in der Hochphase der Corona-Zeit begann, war hier natürlich viel Online angesagt. Und dafür wirklich sehr gut gemacht, ich konnte qualitativ überhaupt keine Unterschiede zu Präsenzseminaren feststellen. Auch in Präsenz klappt ja immer mal wieder was nicht (Beamer fällt aus, Laptop streikt, Präsentation lässt sich nicht öffnen, Drucker gibt den Geist auf, Dozent steckt im Stau fest). Da ist die Frage, ob man die Online-Vorfälle unbedingt so katastrophisieren muss. Und freilich hat Online zahlreiche Vorteile, gerade wenn man von weit kommt und Eltern kommen nicht in die Betreuungsbredouille. Und ja, finanziell ist das eine ziemliche Mehrbelastung mit der Bahnanreise und Hotelübernachtung...

Nun ist es aber so wie es ist: Online ist erstmal abgesagt. Ich kann es schon nachvollziehen und finde es auch gut, dass die Aufsicht von oben funktioniert und man schnell reagiert.
Aber in Hinblick auf den kommenden Herbst und Winter frage ich mich, ob es eine gute Idee ist, die Seminare zum Ende des Sommers wieder auf Präsenz umzustellen. 🤔

Man wird sehen. Könnt auch nach vorne losgehen.😊
Ich selbst und mein Kurs sind nicht mehr davon betroffen. Meine Seminarzeit endet bald, wir sind so gut wie durch. Zwar werden wir noch bis 2023 Seminare haben, aber die sind extrem entzerrt 😊 Die Präsenz-Termine, die wir noch haben, hatten wir ohnehin so im Curriculum stehen.


Bleibt gesund & haltet zusammen,

LG

Feature Foto: Pixabay/pexels.com

2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Das Thema Medienkompetenz ist leider immer noch bei einigen Personen ein Problem. Persönlich finde ich den Weg hin zur Digitalisierung aber sehr gut. Gerade für Vorlesungen oder Seminare sehe ich für mich keinen Grund, Vorort anwesend zu sein. Es spart Zeit, Geld, schon die Umwelt und ist viel stressfreier.

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Ja, das stimmt - es gibt auch diese Art Präsenzseminare, die nur aus Frontalunterricht bestehen. Man klebt am Stuhl und wird den ganzen Tag berieselt, Mitarbeit wird kaum gefordert, und spätestens in der Tagesmitte sitzt man schon da wie der Affe auf dem Schleifstein. 
Da verstehe ich den Mehrwert gegenüber Online auch nicht.

Präsenz ist dann ganz schön, um ein paar nette Erinnerungen zu schaffen - bisher haben wir zwischen 2 Seminartagen immer was Schönes gemacht als Kurs. 

Aber sonst...
Das Online-Jahr hat vor allem eine Menge Geld gespart und war mega effizient. Und familienfreundlicher! 😁

Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass man es bis zuletzt sehr misstrauisch gesehen hat. 

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