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Wie lautet die Steigerung von "auf dem Zahnfleisch kriechen"?


unrockbar

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Ihr Lieben,

 

die erste Etappe ist geschafft. Am Montag war die Klausur für Bildungspsychologie. Während ich am Freitag davor noch alles hingeworfen hab, rief mich anschließend eine Kommilitonin an und machte mich erstmal rund, was das für eine dumme Idee sei. Jetzt stecke doch schon so viel Zeit und Energie drin. Da war ich wirklich perplex. Im Fernstudium interessiert man sich meist nie tiefergehend für seine Kommilitonen. Das sie das wirklich interessiert hat, geht mir ja richtig ans Herz. Hab dann noch ein paar Altklausuren neueren Datums von ihr bekommen und merkte dann auch, wieso das eine dumme Idee war. Meine noch älteren Altklausuren waren ja viel schwerer! Die neueren kamen mir viel leichter vor. 16 statt 27 Fragen und alle schon fair und machbar. Ok nochmal Mut getankt, 3 Tage durchgepowered und doch noch hingefahren am Montag. Mir war ja das Bahnticket zu kaufen zu schaden, nur um durchzufallen. Aber es war tatsächlich ganz ok die Klausur. Es wird zwar keine Glanzleistung, es sollte aber auch kein nur knapp bestanden werden. Glück gehabt. Hab meinen Zeitplan schon um ein weiteres Semester nach hinten rücken sehen.

 

Jetzt sind es noch 2 Wochen bis zur Abgabe der Hausarbeit. Ich habe in meiner Urlaubswoche ganz gut was geschafft. Von Erholung kann aber keine Rede sein. Jetzt gehts wieder an die Arbeit und die Hausarbeit ist noch nicht fertig. Der Rest sollte in den 2 Wochen aber noch recht bequem zu schaffen sein. Danach knallen die Sektkorken. So einen Stress hatte ich schon lange nicht mehr. Im Prinzip bestand mein Tag im Urlaub aus 9 Uhr aufstehen, Kaffe machen, bis 23 Uhr vor den PC setzen. Jetzt sieht mein Tag so aus: 7.30 Uhr aufstehen, auf Arbeit, nach Feierabend nach Hause gehen und bis 23 Uhr vor den PC setzen. Ich freue mich darauf, nach Feierabend wirklich mal wieder Feierabend zu haben seit Weihnachten. Dabei bin ich natürlich nicht 8h am Lernen oder Schreiben, sondern mache zwischendrin schon mal ein Nickerchen oder koche was, aber alles was sich nach Freizeit und Erholung anhört, fällt in diesem Zeitraum eher aus.

Beim Mitlesen in der Whatsapp Gruppe bin ich dann aber doch ganz gut schockiert, wie krass manche so ein fiktiver Fall von Inobhutnahme eines Babys mitnimmt. Der Fall soll in der Hausarbeit ja ein bisschen aufgedröselt werden. Dabei find ich den Fall ziemlich harmlos und betrachte das komplett distanziert. Andere fühlen sich allein von der Akte traumatisiert. Das find ich wiederum schockierend 😅

7 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Super! Super, super, super! Ich freue mich für Sie, dass Sie mit der Klausur die Kurve bekommen haben und das Thema jetzt abhaken können.

 

Das mit der Hausarbeit wird auch noch. Dass es Studenten gibt, die beim Lesen einer Fallbeschreibung sich schon emotional überfordert fühlen, schockiert mich auch. Wie soll das werden, wenn sie solchen und ähnlichen Fällen im realten Leben begegnen?

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zum durchziehen und durchbeißen - mit Erfolg 🥳

 

Auch wenn solche Fälle durchaus bedrückend sein können, sollten sie in diesem Berufsbild nicht zu sehr an einen herankommen. Meine Pflegetochter wurde auch aus ihrer Ursprungsfamilie herausgenommen gemeinsam mit ihren Brüdern, aber man sollte nie vergessen oftmals ist dieses der beste Weg für die Kinder. Genauso sollte man es im professionellen Umgang sehen.

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@KanzlerCoaching Liebe Frau Kanzler, vielen Dank fürs Daumen gedrückt halten die ganze Zeit über 🙂

@TomSon ich vermute auch, dass dieser Fall einen realen Ursprung hat oder zumindest ganz klassisch tagtäglich vorkommt. Dabei geht es hier nicht mal um "schlimme" Sachen, also kein Missbrauch, Gewalt o.ä., sondern nur um eine Mutter, die mit einer Angststörung und vermuteter Borderline-Erkrankung, sodass sie sich hauptsächlich um sich selbst dreht, nicht mal etwas "wirklich dramatisches" hat in Bezug auf das Kind, was bei schwerem Alkoholmissbrauch oder sadistischen Zügen doch zB eine andere Geschichte wäre. Aber sehe ich auch wie du und @Kruemmelchen, so zart besaitet sollte man kein Gutachter werden, was aber denke ich (hoffentlich 😄), die meisten davon auch eh nicht machen wollen. Nur stehen einige auf der Seite der armen Mutter anhand von 5 Seiten in einem PDF, wo ich mir auch denke, grundlos wird das Ganze ja nicht angeleiert und alle Fachkräfte von Ärzten, bis Jugendamt und Verfahrensbeistand schätzen das gleich ein und im Zweifel denkt man lieber an das Kind.

 

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@unrockbar es gab letztens einen interessanten Vortrag zum Thema Gutachtertätigkeiten bei Hochkonflikt Familien. Dort wurde nochmals explizit drauf hingewiesen, dass egal wie sehr man sich auch in die familiäre Situation hineinversetzen könne. Wichtig ist grundsätzlich, dass das Wohlergehen des Kindes immer im Vordergrund zu stehen habe.

Was natürlich gerade in Hochkonflikt Familien noch Mals deutlich erschwert ist, da oftmals die Kinder die Problematik auf sich projizieren. Insofern finde ich solche Thematiken gerade im Studium sehr hilfreich.

Insofern wünsche ich dir sehr viel Erfolg auch weiterhin

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Ganz egal, in welchem konkreten Umfeld man in beratenden oder therapeutischen oder sozialarbeiterischen Umfeld tätig ist: Es ist absolut wichtig, sich nicht von den eigenen Emotionen leiten zu lassen und sich nicht ins System Familie ziehen zu lassen.

 

Jedes Studium, jede Ausbildung sollte Wert darauf legen, dass die Studenten genau das lernen. In meiner Familientherapieausbildung haben wir genau dazu gearbeitet, gegen unausgesprochene Regeln zu verstoßen. Denn das passiert in Familien oder Gruppen: Man wird durch das ganze Setting dazu "gedrängt", die Erklärungsmuster zu übernehmen, die die Familie anbietet. 

 

Das geht stark in den Bereich Selbsterfahrung, und das ist natürlich in einer Online-Ausbildung schwierig bis unmöglich zu vermitteln.

Bearbeitet von KanzlerCoaching
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@KanzlerCoaching Sehr spannende Einblicke. Theoretisch könnte man als Master Absolvent direkt als Gutachter tätig werden. Eine Weiterbildung ist nicht zwingende Voraussetzung. Das ist wirklich gruselig.

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