Zum Inhalt springen

Wissenschaftliches Arbeiten in der Psychologie


DerLenny

729 Aufrufe

Ich mache gerade die Aufgaben für "Wissenschaftliches Arbeiten in der Psychologie" - wollte das eigentlich gestern schon gemacht haben, konnte mich aber nicht wirklich aufraffen.

Wie dem auch sei, bei Aufgabe 1.2 geht es darum, aus einem referenzierten Artikel von Bauer (2020) drei Studien zum Thema Meditation rauszusuchen und deren Ergebnisse zusammenzufassen.

So weit so gut.

 

Der Artikel ist bei Springer erschienen und macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, wobei er doch sehr viel (bestenfalls) Sekundärliteratur referenziert. Da man allerdings Studien zusammenfassen soll, und "In dem Artikel steht, dass es Artikel gibt, in dem von Studien berichtet werden" doch eher nicht so toll ist, habe ich also mal angefangen die Literatur rauszusuchen.

Dabei waren dann ein paar Populärwissenschaftliche Bücher und Artikel wie der folgende aus Gehirn und Geist 5/2015 (https://www.spektrum.de/inhaltsverzeichnis/5-2015/1313019).

 

image.thumb.png.77b57d994f23dcab1d7226b312aa8a7a.png

 

Der dann auch wieder Studien zitiert (naja, irgendwie nennt trifft es besser, da Zitieren und Quellenangaben hier nicht so wirklich wichtig erachtet wurden), auf die bereits vorher verwiesen wurde. Übrigens im Absatz davor.

 

Konnte die Autorin aber nicht wissen, da sie ja nur Sekundärliteratur genutzt hat.

"In beeindruckender Weise stellt Ott (2010, S. 178 ff.) die Ergebnisse von Studien zusammen, die zeigen, dass Meditierende in verschiedenen Hirnregionen eine größere Dichte an grauer Substanz im Gehirn aufweisen."

Die gleichen Studien stellt sie dann im nächsten Absatz wieder vor:

"Ricard et al. (2015, S. 40 ff.) zeigen an Hand von Studien mit bildgebenden Verfahren, dass regelmäßige Meditation Arbeitsweise und Struktur im Gehirn verändert." 

Was mich zu der Frage bringt, ob die Autorin ihre Quellen wirklich gelesen hat.

 

Ricard et al. ist übrigens der Artikel, den ich da oben gescreenshottet (und aus UHG Gründen größtenteils unleserlich gemacht habe).  Der Artikel ist dann im Literaturverzeichnis des Springer Artikels auch noch falsch aufgeführt, was aber den Hasen auch nicht mehr fett macht.

 

Dann zählt Bauer unter der Überschrift "Ausgewählte Ergebnisse der Meditationsforschung" vieles auf, was halt nichts mit Meditation zu tun hat. Anteilig auch nicht wirklich mit Forschung. Das bemerkt man aber erst, wenn man sich die referenzierten Quellen ansieht.

 

Problematisch ist, dass ich drei Studien zu Meditationen nennen soll, die in dem Artikel genannt werden. Was wirklich schwierig ist, da der Artikel eben sehr selten Studien nennt. Und von denen auch nicht wirklich immer alle was mit Meditation zu tun haben. Und, wie zuvor erwähnt, manches auch doppelt drin ist.

 

Ich habe jetzt drei gefunden. Die werden aber nicht von Bauer, sondern von dem Zeug, das Bauer referenziert hat, referenziert.

 

Und dies ist die Aufgabe, um sich mit dem wissenschaftlichen Arbeiten vertraut zu machen... das ist etwas irritierend.

Ich habe mal angefragt, ob das eine Fangfrage ist, bei der man zeigen soll, dass man den Artikel zum einen gelesen und zum anderen auch auf der notwendigen Ebene geprüft hat.

 

7 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich kann dich gut verstehen. Bei so was mag ich den A satz, den wir an der hkr haben besser, wo wir z.B. Artikel konkret beurteilen sollen nach Wissenschaftlichkeit, bei Studien dann auch ob sich da an die verschiedenen Grundsätze z.B. Nachprüfbarkeit etc gehalten wurde und dass dann darlegen sollen. Eben eine Kritische Betrachtung. Da nehme ich mehr mit als bei einer Zusammenfassung, gerade wenn unklar ist, ob  es nur diese ist oder man eben genau solche Problempunkt mit anführt, wo es ja auch um die Qualität wissenschaftlicher Arbeit geht.

Link zu diesem Kommentar

Es gab Feedback von der Tutorin. Sie bedankt sich für die Kritik und gibt es weiter. Ich habe auch noch Informationen zur Bearbeitung der Aufgabe erhalten.

Habe ich schon mal erwähnt, dass die Apollon verdammt schnell ist?

Ich meine, eine Antwort um halb elf Abends am Ostermontag? 😳

Bearbeitet von DerLenny
Link zu diesem Kommentar

Es gibt tatsächlich Zeitvorgaben für die Beantwortung von Fragen, Bewertung usw.

 

Desegen kann es auch nal sein, dass der Tutor im Modul auf einmal für eine Weile wechselt z.B. bei Urlaub oder längerer Krankheit, denn da wird dann dem Studierenden eine Vertretung zugeteilt. Deswegen soll man Fragen auch immer über die entsprechende Funktion in der Studiengangsübersicht stellen.

 

Ich glaube ich würde mir bei ewigem Warten die Haare raufen. 15 Tage ist jetzt schon lang nach der Apollon mit meist zwischen 1 bis 6 Tagen für Bewertungen 

Link zu diesem Kommentar

Klingt irgendwie total verwirrend und sinn- und zielfrei, diese Aufgabenstellung. Das würde mich richtig auf die Palme bringen und einiges an Motivationspunkten kosten. Wundert mich irgendwie auch, dass es zum Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ im Master extra Aufgaben gibt. 
 

Link zu diesem Kommentar
vor 57 Minuten schrieb monkul:

Klingt irgendwie total verwirrend und sinn- und zielfrei, diese Aufgabenstellung. Das würde mich richtig auf die Palme bringen und einiges an Motivationspunkten kosten. Wundert mich irgendwie auch, dass es zum Thema „wissenschaftliches Arbeiten“ im Master extra Aufgaben gibt. 
 

 

Das ist ja nur eine der Aufgaben in dieser Fallaufgabe. Es hat schon alles einen Bezug zur Spezialisierung des Masters.

In dem Fall bezieht sich der Artikel auf Meditation, ein weiterer Artikel dann mit Emotionsregulierung. In beiden Fällen soll es auch auf ein konkretes Beispiel angewendet werden.

 

Da Du in einem Master auch nicht immer wissen kannst, wo die Leute herkommen, ist ein Aufgleisen auf den gewünschten Standard schon sinnvoll. Das Vorgehen selbst finde ich ja auch gut. Nur der Artikel, der für dieses Vorgehen gewählt wurde ist.. naja.. dergestalt, dass es klar wird, warum man die Quellen prüfen sollte. Ich habe nur nicht den Eindruck, dass dies bewusst so gewählt wurde.

 

Die Methode an sich sorgt dann aber schon dafür, dass es auffällt. 

Bearbeitet von DerLenny
Link zu diesem Kommentar

Ganz nebenbei finde ich es generell interessant, konkreter zu erfahren, mit welchen Thematiken man sich in den einzelnen Modulen beschäftigt und welche Anwendungsbezüge die Apollon hier in den Prüfungsleistungen schafft. Wenn möglich hoffe ich, diesbezüglich einiges in deinem Block lesen zu können :)

 

Hast du auch schon eine Vorstellung, welche Schwerpunkte du später in dem Master setzen möchtest?

Link zu diesem Kommentar
vor 4 Stunden schrieb psycCGN:

Hast du auch schon eine Vorstellung, welche Schwerpunkte du später in dem Master setzen möchtest?

Wahrscheinlich 

  • Rechtspsychologie und forensische Gutachten
  • Personalpsychologie und Kommunikation

Ich würde aber bis dahin versuchen, mehr Informationen zu den Kursen zu bekommen. 

 

 

vor 4 Stunden schrieb psycCGN:

welche Anwendungsbezüge die Apollon hier in den Prüfungsleistungen schafft.

Die Regeln zur Weitergabe von Prüfungsinhalten sind recht streng. Daher wird es eher generisch werden, denke ich.

 

Bisher war es aber immer eine Fallbeschreibung, in der eine Person ein Problem hat, und man dann prüft, was Ursachen sein können, selbst Handlungsoptionen vorschlägt, oder aus einem Katalog aussucht und begründet.

Die Ausnahme war Statistik, da ging es um Einschätzung von Datensätzen und die Reliabilität und Validität von Fragebögen statistisch einschätzen zu können.

 

Allerdings sind meine Erfahrungen noch immer begrenzt. Ich habe aktuell ja nur die Aufgaben des ersten Semesters vorliegen.

Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde Dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde Dich hier an.

Jetzt anmelden


×
  • Neu erstellen...