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Das große AKAD-Zwischenfazit


Oian

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1 Jahr an der AKAD, 1 Jahr dieser Blog. Zum 1. August letzten Jahres hatte ich mich bei der AKAD University für den Bachelorstudiengang Informatik eingeschrieben und genau heute vor einem Jahr entstand dieser Blog. Zu diesem Anlass möchte ich sowohl den zukünftigen AKAD-Studis als auch allen anderen Interessierten ein Zwischenfazit über die AKAD, den Studiengang, aber auch das Fernstudium im allgemeinen geben. Es gibt natürlich auch schon viele Reviews auf den populären Online-Bewertungsportalen, die den meisten wohl bekannt sind. Ich persönlich finde die allerdings recht undurchsichtig und bin mir nie sicher, ob und inwiefern man solchen Bewertungen trauen kann. Vielleicht geht es euch ja auch so. Dann hoffe ich, dass ich euch als (hoffentlich) leicht vertrauenswürdigere Person einen ordentlichen Eindruck geben kann😅.

 

Das Fernstudium an sich

+ flexibel (Immatrikulation, Prüfungen, etc.)

+ kaum bis keine Reisezeiten

- hohe Kosten

- kaum Kontaktmöglichkeiten

Mit dem Wissen von heute - hätte ich mich damals nach dem Abi für ein Fernstudium entscheiden sollen? Nein. Ich bin zwar nicht der große Ausgänger, aber irgendwie fehlt´s mir schon, mit anderen in Person verzweifeln zu dürfen. Und so viel Geld hätte ich auch ungerne von meiner Familie verlangt. Sich aussuchen können, wann man genau anfangen möchte, ist aber schon ziemlich angenehm. Und ich liebe es ja, Reisezeiten zu reduzieren. Ich lasse gerne viel Geld liegen, wenn ich dadurch signifikant an Zeit spare. Hätte ich nochmal die Wahl, dann würde ich mich definitiv für ein duales Informatikstudium an einer Präsenz-Fachhochschule bei einem möglichst IT-orientierten Unternehmen entscheiden. Das würde die Vorzüge all meiner bisherigen Ausbildungen vereinen🥰! Alles in allem gefällt mir das Fernstudium, es funktioniert aber am besten neben den Beruf. Sonst würde ich mich auch heute noch für ein Präsenzstudium entscheiden. 

 

Die AKAD University

Im Anschluss ein klassisches Pro und Contra bzgl. der AKAD selbst. Da meine wichtigen Punkte nur eine Teilmenge der Reviews sind, die ich online gefunden habe, kommentiere ich einfach mal das, was andere AKAD-Studis so sagen:

+ Online-Campus

---> Ich glaube, ich bin verliebt. Modern und übersichtlich. In Lieblingsfarbe. Manchmal erwische ich mich sogar, wie ich da absichtlich herumstöbere🫢.

+ sehr flexibel

---> Jap, teils auch über das normale Fernstudium hinaus. Mein Studiengang ist hier z.B. 100% online machbar. Es gibt einige SOKs, noch mehr wären natürlich noch besser. TOKs sind okay, einmal im Monat ist vertretbar. Manche Ausreißer gibt es (WEB42 und 6 Monate Wartezeit), aber das ist noch im Rahmen. 

+ Betreuungsteam

---> Nett und hilfsbereit, wie man sich so ein Team halt auch vorstellt. 

+ Wissen

---> In meiner FiS-Ausbildung habe ich leider kaum etwas über IT gelernt. In den ersten 3 Monaten bei der AKAD lernt man mehr als in 3 Jahren Berufsausbildung. Aber ich glaube, das ist generell so bei Studium vs Ausbildung in Deutschland. Zumindest wenn der Ausbildungsbetrieb eine Gurke ist (wie bei mir). 

+ Ordentlicher Schwierigkeitsgrad

---> Okay, das ist hauptsächlich mein Punkt. Die meisten Online-Meinungen, die ich so gelesen habe, tendieren eher zu den Extremen 'zu schwer' oder 'zu einfach'. Es ist natürlich von Studiengang zu Studiengang als auch in dem Modulen untereinander unterschiedlich, aber ich fühle mich gefordert und den Informatik-Bachelor anspruchsvoll. Ich muss lernen, ich muss üben. Aber ich habe immer Zuversicht, dass ich durch die Prüfungen auch mit guten Noten durchkommen kann. Was ich dann aber doch wieder zu einfach fand, war die BWL-SOK. Hier besteht man bereits mit Allgemeinwissen. 

Neutral: Dozenten

---> Sind für mich Hit or Miss, wie in jeder bisherigen Ausbildung.

- Skripte sind veraltet und fehlerhaft

---> Teilweise. Ich war z.B. sehr begeistert von den Skripten zur Rechnerarchitektur! Die waren teils sogar besser erklärt als alles, was ich im Internet finden konnte und das heißt was! Auf der anderen Seite gibt es Briefe über HTML4 mit Windows XP-Screenshots und fehlerhaften Übungen/Lösungen. Vereinzelte Rechtschreib- sowie Grammatikfehler gibt es immer mal wieder, finde ich persönlich aber nicht so schlimm. 

- Schlechte Betreuung (unfreundlich, lange Wartezeiten - auch bei Dozenten)

---> Das hat mich etwas gewundert. Ich hatte bisher keinerlei Probleme mit dem Betreuungsteam (zugegebenermaßen auch nicht allzu viel Kontakt); sie haben mich teils von sich aus angerufen, ob alles mit dem Studium passt. Die Wartezeiten kann ich mehr nachvollziehen. Die Korrekturzeiten sind etwa sehr inkonsistent und können schon mal einige Wochen in Anspruch nehmen (bei mir max. 4 Wochen). 

- Akad denkt nur ans Geld

---> Das stimmt wohl. Aber welches Unternehmen tut das nicht? Mir ist jedenfalls noch keines untergekommen, dass Menschen über Kapital stellt. 

- Zu theoretisch

---> Okay, das ist ein fairer Punkt. Universitäten stehen ja i.d.R. für Theorie und 'normale' Hochschulen für Praxis, auch wenn das meist fließend ist. Meine FiS-Ausbildung war auf jeden Fall praktischer und Mathe an der Uni noch viel theoretischer. Die Akad liegt hier mMn dazwischen. Praktisch durfte ich aktuell hauptsächlich eine Webseite erstellen und bald wohl an einem Arduino herumwurschteln. Mir persönlich reicht das als Informatiker, aber vielleicht sieht es in anderen Studiengängen anders aus. (Außerdem gibt es ja noch das Projekt gegen Ende des Studiums, was sogar mehr ECTS als die Bachelorarbeit bringt!)

- Technische Probleme bei Online-Klausuren

---> Puh, da bin ich bisher verschont geblieben. Bis auf die automatische Authentifizierung durch Personalausweis, was bei mir noch nie geklappt hat, hatte ich noch nie technische Probleme in den Klausuren. Kann natürlich verstehen, dass da schnell Panik aufkommen kann. Mehr kann ich hierzu auch leider nicht sagen.

- Immer weniger Seminare

---> Das scheint zu stimmen (auch dem guten brotzeit nach zu urteilen). Viele Seminare wurden wohl auf digital umgestellt oder verschwanden sogar ganz. Den Frust versteh ich also. Zumindest, wenn man sowas mag. Mir persönlich tut das nicht wirklich weh. Allerdings finde ich es schon etwas schade, dass viele der Seminare einfach nur kleine Zusammenfassungen der Inhalte sind. Wirklich was neues erfährt man hier nur selten. 

- Man muss alles selber lernen

---> Absolut! Aber wo ist das nicht so? Die Matheskripte haben uns damals in der Präsenz-Uni einen Schrecken eingejagt und die meisten Dozenten waren Wisser, aber keine Lehrer. Hier halfen auch nur Lerngruppen oder externe Ressourcen weiter. Und ein Studium soll ja auch irgendwie das 'Gateway' (hehe ITler-Begriff) sein, um selbstständig zu werden und zu lernen. Natürlich wäre eine Art Mentor das beste, was einem passieren kann. Aber das ist zu selten, um darauf zu pokern. Persönlich empfinde ich die Lernmaterialien eher als erstes Kennenlernen. Das eigentliche Verstehen und Festigen findet außerhalb statt. Nichtsdestotrotz, ein paar mehr Lernmedienarten würden helfen. Nicht nur Briefe in Informatik, sondern auch mal Videos, Podcasts, etc.. Ansonsten heißt es: YouTube University!

 

Informatik

Ich habe keinen Traumberuf und dementsprechend auch keinen Traumstudiengang. Aber Informatik kommt schon sehr nah dran! Ich hatte damals im Gymnasium den naturwissenschaftlichen Zweig gewählt - und Informatik witzigerweise später wieder abgewählt, da das Fach hauptsächlich aus Office und Diagrammen bestand. Nach dem Abi wollte ich unbedingt etwas Technisches studieren, konnte mich aber nicht entscheiden. Was vereint alles Technische? "Na, Mathe!", dachte ich mir. Fehlentscheidung. Aber was jetzt? "Der Programmierkurs im Mathestudium war eigentlich ganz cool. Und Spiele programmieren in Godot macht auch recht viel Spaß. Warum gibt es immer nur 10 Arten von Menschen? Und wie funktioniert eigentlich mein Rechner und das Internet genau?" ---> Informatik sollt es sein. Erfolgsentscheidung! Die FiS-Ausbildung war der Teaser, das Studium das Hauptgericht. Bisher konnte ich große Teile des Puzzles lösen. Wie funktioniert ein Rechner? Check. Wie funktioniert (grob) ein Compiler? Check. Warum heißt StackOverflow eigentlich so? Auch Check. Bisher war meine beste Entscheidung nicht, ein Studium zu beginnen. Oder ein Fernstudium. Oder ein Fernstudium bei der Akad. Nein, Informatik war der Lichtblick. Bisher bin ich sehr zufrieden mit dem Wissen, das ich im letzten Jahr ausbauen konnte. So langsam aber sicher fühle ich mich doch auch irgendwie wie eine 'Fachkraft' und nicht wie jemand, der mal ne Woche YouTube-Videos geguckt hat und jetzt 'Experte' ist. 

 

Sonstige Anmerkungen

Ich bin seit 2 Semestern dabei - sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Ich liege (noch?) perfekt in der (Regelstudien-)Zeit. Es ist sehr stressig neben dem Vollzeitjob. Die Freizeit, Freunde und Familie müssen am meisten leiden. Ich hege immer öfter Prokrastinationsgedanken. Aber ich versuche, weiter durchzuhalten. 1/3 des Studiums ist geschafft. Etwa die Hälfte der 'normalen' Module ist geschafft. Die schwierigsten Module (laut AKAD-Notenergebnissen) sind geschafft. Ich hoffe, ich bin nicht auch bald 'geschafft'😁. Es gibt immer wieder diese interessanten Themen, die mich anstoßen weiter zu machen. Aber ich sag´s euch - dieses Studium wird meine letzte (signifikante) Ausbildung sein. Außer ihr besorgt mir den Zeitumkehrer aus Harry Potter Teil 3!

So, zum Abschluss noch ein Ranking der abgeschlossenen Module nach Schwierigkeitsgrad (einfach zu schwer): 

SQF24

-------

BWL26

DBA23

-------

INF20 

MAT29

PRG24

CPP22

ELT30

WEB42

-------

MAT30

FMI24

CAR20

-------

FMI23

 

Fazit

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Studium. Die meiste Freude kommt allerdings aus der Informatik selbst. Das Format des Fernstudiums ist angenehm, aber m.E. hauptsächlich nebenberuflich geeignet. Die Akad selbst ist solide - ich hatte sie nach dem Ausschlussverfahren ausgewählt, denn Informatik boten nur IU, WBH und AKAD an. Wenn man mit moderaten Ansprüchen herantritt, wird man auch nicht enttäuscht. Und nur weil man gutes Geld investiert, ist das noch lange kein Freifahrtsschein. 

Ich hoffe, euch hat´s gefallen. Mal sehen, ob und wie sich meine Meinung in den nächsten 1-2 Jahren verändern wird. 🫡

Bearbeitet von Oian

1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Danke für Dein Zwischenfazit. Ich finde es interessant, und dann ebenso den Vergleich nach dem Abschluss, ob sich da an Deinen Eindrücken noch etwas verändert.

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