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Jammerblog: ich hasse VWL!

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paulaken

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Jammerblogs sollen ja, laut anderen Blogs, eine wundersame Wirkung haben. Ich brauche diese Wirkung nun dringend.

Gestern abend war ich gegen 18Uhr zu hause, kurz zum Supermarkt und wollte dann weiter VWL lernen. Die Zeit wird knapp, die Vorklausurpanik steigt ins unermessliche und ich habe noch lange nicht das Gefühl, dass es zum Bestehen reicht.

Nachdem ich ca 30min lustlos in meinen Karten geblättert hatte, wechselte ich auf das Sofa, vielleicht kann ich mich dort besser konzentrieren.

Nach kurzer Zeit schlief ich tief und wachte heute morgen, 12 Stunden später, pünktlich für die Arbeit wieder auf. Gelernt habe ich nichts.

Und nun das Jammern: ich hasse VWL, tief und aus vollem Herzen. Mir reicht schon der vollkommene Markt, ich weiß, Abstraktion und nur ein Modell, trotzdem nützen Modelle nichts, die weit ab jeder Realität sind, um die Realität zu erklären. Ein wenig Realismus sollte es schon geben. Dann der Arbeitsmarkt, die Anbieter wählen zwischen Lohn und Freizeit und bieten nur soviel Arbeit an, damit sie ein optimales Freizeit-Einkommens-Verhältnis haben. Schönes Modell, aber den Arbeitgeber hätte ich gern, der mich zu meinem Einkommens-Freizeit-Maximum mit genau 34,5h pro Woche einstellt. Und nein, auch wenn ich weniger Lohn hätte, würde ich arbeiten gehen, da überhaupt Arbeiten wichtiger ist als ein gutes Einkommen. Mein Hirn streikt bei derartigen Modellen. Es erkennt das Modell als schwachsinnig und so bleibt nichts hängen. Stur auswendig lernen kann ich aber nicht, auch da weigert sich mein Hirn.

Trotzdem muss ich am Samstag derartiges Wissen fundiert und vollständig auf das Blatt Papier bringen. Aber wie?

Ich rechne damit, dass ich durchfalle, das hätte auch keine schwerwiegenden Konsequenzen, wenn ich die anderen beiden Klausuren bestehe. Aber nochmal den ganzen Mist lernen? Wieder durch das Zeug durchquälen?

Hinwerfen ist keine Alternative, irgendwie muss es gehen. Aber wie? Kennt jemand ein gutes Buch zum Thema? Hat jemand Tips, wie man das Zeug ins Hirn bekommt?


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8 Kommentare


Hallöchen,

damals hatte ich in meinem Uni-Studium auch oft das Problem irgendwelcher blöden Theorien und Modelle, die an absolutem Realitätsverlust litten... Egal! Mir hat es immer gut geholfen, statt dieser Karteikartenlernerei, die aus irgendwelchen unverständlichen Gründen so weit verbreitet ist, mich einfach hinzusetzen und diesen Mist in eigenem Fließtext darzulegen. Das heißt: Überlege Dir die mögliche Klausurfrage dazu und schreibe anschließend die Antwort im Fließtext, wie Du es in der Klausur bentworten würdest. Danach ausdrucken, die wichtigsten Aspekte gelb markieren und lernen. Es ist sehr aufwendig und zeitintensiv, aber sehr wirkungsvoll. Du beschränkst Dich damit auf die wichtigsten Aspekte und verhaust Dich in der Klausur auch nicht mit der Zeit. Ich wünsche Dir viel Erfolg!

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Danke schonmal für die Tips, leider helfen sie mir nicht wirklich...

Modelle sollen ja die Wirklichkeit abstrahieren um anhand der Modelle dann die Realität erklären zu können. Soweit gehe ich auch mit der VWL noch mit und finde das Ganze auch ansich sehr spannend. Mathematisch bewandert und interessiert bin ich sowieso, daran scheitert es auch nicht.

Mein Kritikpunkt ist aber, dass alle Modelle, die ich in der VWL bisher gefunden habe, in keinster Weise die Realität abbilden und deshalb auch keinerlei Möglichkeiten bieten, die Realität zu erklären. Was bringt also ein Modell, was von vollkommen falschen Prämissen ausgeht? Auch wirtschaftspolitisch sehe ich die Hauptprobleme darin, dass viele sich an den Modellen festhalten, nur um keine neuen Wege gehen zu müssen. Wie gut die Modelle funktionieren, sieht man ja an der Realität.

Ich könnte aus dem Stegreif sofort eine wissenschaftlich fundierte Abhandlung dazu schreiben, warum die Modelle, die momentan in der VWL modern sind, nicht geeignet sind die Wirtschaftskreisläufe und das Wirtschaften ansich in der Makroperspektive zu begründen. Ich kann aber kein Modell stur daherbeten, weil ich mich (unbewußt/indirekt) weigere falsche Dinge zu lernen....

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich könnte aus dem Stegreif sofort eine wissenschaftlich fundierte Abhandlung dazu schreiben, warum die Modelle, die momentan in der VWL modern sind, nicht geeignet sind die Wirtschaftskreisläufe und das Wirtschaften ansich in der Makroperspektive zu begründen. ....

:ohmy:

Diese Einschätzung der eigenen Fähigkeiten halte ich nun doch für eine winzigkleine irrtümliche Beurteilung der eigenen Fähigkeiten.

:ohmy:

Nein, im Ernst, ich denke, man muss sich einfach auf andere Ansätze einlassen, auch dann, wenn sie nicht die persönliche Denkweise widerspiegeln. Wenn Sie jeden VWLer im Grunde für einen Ignoranten halten und denken, Sie könnten es besser, dann wird das nix werden. Vor allem nicht bis zum Klausurtermin!

;)

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Ich denke nicht, dass ich meine Fähigkeiten so extrem überschätze, da ich mich sehr für Wirtschaftspolitik und politische Philosophie interessiere und deswegen auch ein wenig Ahnung habe ;)

So ganz ohne Hintergrund würde ich solche Aussagen auch nicht treffen.

Verfolgt habe ich zB die Diskussionen hier:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kritik-an-oekonomen-die-maer-von-der-zauberkugel-a-790941.html

Diesen Artikel finde ich sehr gut, ich bin also nicht Enzensbergers Meinung, sondern eher auf der Seite der Ökonomen, trotzdem halte ich diesen Satz 'Ökonomische Theorie ist kein Märchen. Sie ist weder frei erfunden, noch ist sie beliebig. Sie kennt Kontroversen, Irrtümer und ungelöste Fragen - wie jede Wissenschaft.' (Zitat aus dem verlinkten Artikel) für den entscheidenden Ansatz für meine Kritik an der volkswirtschaftlichen Theorie. Da es leider nur die Grundlagen sind, wird in dem Buch, was ich zur Verfügung habe, in keiner Zeile auf die Kritik eingegangen, sondern alles als absolut richtig und als vereinfachtes Modell der Realität dargestellt.

Ansich finde ich es auch in der Philosophie extrem spannend, wenn man sich auf die Prämissen einlässt und schaut, was man daraus für eine Weltsicht ableiten kann. Descartes bewunde ich z.B. dafür, dass er ein solch komplexes und logisch einwandfreies System aufbauen konnte, mit der Prämisse, dass nichts existiert und nur ein Produkt unserer Phantasie ist (Philosophie für Küchenphilosophen, ich weiß).

Wenn ich die Modelle als Gedankenkonstrukt ansehe, die in sich stimmig sind, kann ich sie auch als Modelle annehmen und lernen. Wenn mir aber aus jedem Satz des Buches der Anspruch entgegenspringt, dass sie Wirklichkeitsnah und realistisch sind, steige ich leider aus. Mit diesem Ansatz versuche ich schon an das Lernen heran zu gehen und die Sätze zur Realität der Modelle auszublenden. Ich weiß nur nicht, wie der Dozent reagiert, wenn ich das auch so in der Prüfung formuliere, also gedanklich den Satz 'Wenn man sich im Modell und den gesetzten Prämissen befindet, dann funktioniert das Wirtschaften so:' voranstelle.

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KanzlerCoaching

Geschrieben

Unser VWL-Prof meinte immer:"Ich habe nichts dagegen, wenn Sie in der Klausur eine Fundamentalkritik darlegen. Aber zuerst beantworten Sie die dort gestellten Fragen und zwar auf dem Hintergrund der Skripten, die ich Ihnen in meinen Vorlesungen zur Verfügung stelle."

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Hi Paulaken

ich kann dich sehr, sehr gut verstehen - mir gingen bei der VWL-Lernerei die gleichen Fragen durch den Kopf wie dir.

Schönes Modell, aber den Arbeitgeber hätte ich gern, der mich zu meinem Einkommens-Freizeit-Maximum mit genau 34,5h pro Woche einstellt.

das hab ich mich auch gefragt - und auch, ob diejenigen, die diese Modell erdacht haben auch Frauen, die z. B. Schuhe kaufen, die sie nicht unbedingt brauchen, berücksichtigt haben.

Seit der Wirtschaftskrise gibt es übrigens auch immer mehr prominente Leute, die die volkswirtschaftlichen Modelle und Theorien kritisieren. (es hat mich übrigens mit tiefer Befriedigung erfüllt, zu sehen, dass ich nicht allein bin mit meinen Gedanken. ) Es gibt mittlerweile sogar Leute, die die bezweifeln, dass es den Homo oeconomicus je gegeben hat. Wenn du mal wieder Zeit hast, kannst du dich vielleicht ein bissel mit Verhaltensökonomie beschäftigen - diese gibt realistischere Antworten als die VWL.

aber all das nutzt dir momentan leider nix - du musst den Mist lernen, egal wie. vielleicht bringt es dir der Gedanke was, dass du nur kritisieren kannst, was du kennst und verstehst. Im Zweifel ist dein Ziel einfach die Klausur zu bestehen, weil du sie für deinen Abschluss halt eben brauchst.

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DerAhnungslose

Geschrieben

Hilft Dir jetzt wahrscheinlich nicht weiter, aber: da bin ich bei Dir ;)

Aber revoluzern hilft nicht - da musst Du durch!!! Also Schotten dicht, Pobacken zusammenkneifen und alles geben am Samstag :thumbup:

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      So nun habe ich genug gemeckert , ich werde mich jetzt auf die Suche nach einem Lernpartner machen
       
       
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      Inzwischen ist das Modul Wirtschaftsinformatik abgeschlossen. Die Hausarbeit als Gruppenaufgabe war mehr Aufwand, als ich erwartet hatte. Es ist schon etwas anderes, ob man alleine an etwas arbeitet oder in der Gruppe. Der Abstimmungsfaktor ist natürlich deutlich höher. Wobei wir 3 eigentlich gut zusammengearbeitet habe und es hat wirklich Spaß gemacht. Den Feinschliff gab es am Abgabetag via Skype und Dokumenten-Sharing. Flux noch ausgedruckt, mit Ringbindung versehen und dann ab nach Hameln. Just in time könnte man sagen, es war noch gut eine Stunde Zeit. Es ist kein Meisterwerk geworden, aber zum Bestehen sollte es gereicht haben.
      Den darauf folgenden Tag sollten wir unsere BWL "Online"-Aufgabe abegeben. Handschriftlich auf Papier. Ich wiederhole "Online"-Aufgabe. Ok, ja. Die Aufgabestellung wurde Online im ILIAS veröffentlicht. So gesehen. Na ja , auch das ist erledigt, allerdings auch alles andere als gut geworden - vor allem die Lesbarkeit lässt sicherlich zu Wünschen übrig. Der Feedbackbogen zum Modul (tatsächlich online) wird als Ergebnis sicherlich hervorbringen, dass handschriftliche Lösungen nicht unbedingt eine Freude sind.
       
      2. Modul ist Wirtschaftsmathematik und Statistik. Es zeigt sich, dass es stark abhängig ist vom Dozenten, wie gut die Organisation klappt. Hier kann man absolut nicht meckern. Sehr nette und kompetente Dozentin, die den Stoff hervorragend und unkompliziert erklärt. Einmal wöchentlich findet eine Sprechstunde in Form eines Webinars statt. Wenn keine Fragen sind, geht sie den Stoff schon mal durch. Sie arbeitet direkt handschriftlich auf ihrem Surface, sodass am Ende eine Skript entsteht. Sowohl die Aufzeichnung, als auch das geschriebene Dokument wird sehr zeitnah hochgeladen. Perfekt! Unsere erste, recht zwanglos Onlineaufgabe, hatte sie nach dem Präsenzwochenende (letzte Woche) bereits am Dienstag kontrolliert und wir bekamen unsere Punkte (auf BWL und die Gruppen-Hausarbeit müssen wir noch bis Ende Januar warten). Mathe ist geteilt in Statistik und Wirtschaftsmathematik. Jeweils mit einer Onlineaufgabe (einfache Hausarbeit) und einer 1 stündigen Klausur. Wer wollte, konnte gestern bereits die Statistikklausur schreiben und muss am 07.01. dann nur noch Wirtschaftsmathe machen. Alle anderen schreiben beide Klausuren hintereinander. Gut, eine Woche nach der Präsenz gleich die Arbeit schreiben, ist schon sportlich aber machbar. Hier zeigte sich jedoch ein erster Kritikpunkt. Die Zeit für 5 Aufgaben ware sehr knapp bemessen, wenn die Aufgaben an sich eigentlich einfach waren. Selbst wenn ich mich zu Beginn nicht schon im Taschenrechner vertippt hätte, dadurch nicht extrem nervös und durcheinander gewesen wäre, hätte ich die Aufgaben vielleicht gerade so geschafft. Andere haben nicht alle bearbeiten können. Ich konnte mich zum Glück irgendwann wieder fangen und habe am Ende zu alle Aufgaben etwas geschrieben, aber dadurch schleichen sich natürlich sehr schnell Fehler ein. Ganz zu Schweigen von einem möglichen Nachrrechnen. Einen richtig großen Bock habe ich in der letzten Aufgabe geschossen, bei der ich statt 120 8 jährige Fichten, 128 jährige Fichte gelesen habe und ich dann auf die Suche nach der Anzahl irgdenwann eine theoretische Anzahl hergeleitet habe. Ärgern tue ich mich über die Wahl der falsche Verteilung, Hypergeometrisch war gefodert (eigentlich deutlich erkennbar), aber nein, ich nehmen Binomial. Toll. Mal schauen was das wird, sonst schreiben wir sie halt im Januar noch einmal.
       
      Ein Vergleich mit dem Modul der FernUni Hagen zeigt aber auch hier, dass das Niveau insgesamt geringer ist. Trotzdem meckern einige immer über den Aufwand für das Studium..
    • Markus Jung
      Von Markus Jung in Fernstudium-Infos.de bloggt 6
      So dann und wann reflektiere ich ja auch schon mal über mich selbst und über mein Tun und warum ich (gefühlt) anders arbeite als viele andere. Ich bin weder Angestellter, noch Geschäftsführer eines Unternehmens mit Mitarbeitern, noch digitaler Nomade - und dabei sogar auch schon Ü40 . Ich bezeichne mich entweder als selbstständig, was es so ganz aber auch nicht trifft, da viele Selbstständige für jemanden arbeiten und Aufträge oder Projekte abarbeiten, oder als Einzelunternehmer. Ich habe ein Heimbüro und arbeite dort auch den größten Teil der Zeit, verzichte auf Mitarbeiter und verlagere  ggf. einzelne Dienstleistungen nach außen und habe auch gar nicht das Bedürfnis, immer mehr zu wachsen und immer mehr zu machen, sondern möchte mit dem, was ich tue Bestand haben und ein gutes Auskommen für meine Bedürfnisse. Und verzichte dabei auch auf Fremdfinanzierung durch Kredite oder Investoren und versuche insgesamt die Komplexität überschaubar und die Kosten im Rahmen zu halten. Wichtig ist es mir etwas zu tun, wo ich voll und ganz dahinter stehe und dabei auch nicht streng nach Arbeitsleben und Privatleben zu unterscheiden.
       
      Ein paar mehr von meiner Sorte scheint es wohl doch zu geben, denn es gibt ein Buch dazu mit dem Titel Solepreneur - Alleine schneller am Ziel* von von Ehrenfried Conta Gromberg  und Brigitte Conta Gromberg, die dafür den Begriff "Solepreneur" verwenden, dem ich sonst bisher noch nicht begegnet bin und der auch insgesamt wenig genutzt zu werden scheint und auch mich nur begrenzt anspricht - aber in dem was die Autoren in ihrem Buch beschreiben, finde ich mich gut wieder. 
       
      Es werden fünf Typen und damit verbundene Geschäftskonzepte vorgestellt:
      Produzent > Produkutmodelle Händler > Sortimentsmodelle Experte > Expertenmodelle (baut sein Business um sein Wissen auf) Problemlöser > Servicemodelle Kreative > Erlebnismodelle Ich sehe mich in erster Linie als Experten und Problemlöser an, was auch zu den Beschreibungen dieser Konzepte im Buch passt.
       
      So wirklich viel Neues habe ich durch das Buch eigentlich nicht erfahren, es war mehr eine schöne Bestätigung, dass das was ich mache und wie ich es mache durchaus auch ein Weg ist und ich zwar vielleicht tatsächlich "exotisch", aber zumindest nicht alleine damit bin. Das zeigen auch diese Eindrücke vom Selopreneur Day in Berlin dieses Jahr:
       
      Und es gibt auch eine XING-Gruppe, für dich gerade einen Beitrittsantrag gestellt habe. 
       
      * = Affiliate-Link