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meine Gedanken dazu

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Rumpelstilz

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Die letzten Tage habe ich vorwiegend meinen "Science"-Kurs weiterstudiert. Es ging va. um konstruktivistische Lern- und Lehransätze.

Der Grundgedanke dabei ist, dass der Lehrer nicht der "Besitzer des Wissens" ist, das der Schüler übernehmen muss, sondern dass jeder Schüler seine Erklärung der Dinge "selber konstruiert" - aufgrund von Beobachtungen und Diskussionen.

Dazu habe ich mir einige Gedanken gemacht.

Die Naturwissenschaften gelten ja oft als "harte Wissenschaften", bei denen es um Fakten und Zahlen geht. Dies im Gegensatz zu eher "weichen Fächern" wie Sprachen oder Humanwissenschaften.

Nun ist es aber so, dass gerade Naturwissenschaften mit Modellen arbeiten: 'wie man sich die Dinge vorstellt'. Gerade von alltäglichen Dingen (warum fällt ein Apfel auf den Boden? Warum rollt eine Kugel? Warum kollabiert eine Flasche, wenn man Luft heraussaugt? Woher kommt das Licht?) macht man sich auch alltägliche Vorstellungen, die oft gar nicht oder nur teilweise mit der naturwissenschaftlichen Sichtweise übereinstimmen (z.B. Licht kommt von der Sonne, es ist da, weil sie scheint, 'angeknipst ist' - die Vorstellung, dass sich Licht durch den Raum fortbewegt, fehlt oft). Auch die wissenschaftliche Sicht- und Denkweise ist selten die 'Wahrheit an sich' ,sondern nur eine stärker angenähertes Modell (z.B. Atommodell).

Gerade, weil sich die Naturwissenschaften mit alltäglichen Phänomenen befassen hat jeder Schüler eine gewisse innere Vorstellung, warum etwas passiert (z.B. Kugel rollt, weil ich sie angestossen habe). Das ist eine Basis, aufgrund derer man sehr gut mit konstruktivistischen Ansätzen arbeiten kann: Man kann einfache Experimente durchführen (z.B. kollabierende Flasche) und die Beobachtungen diskutieren (warum ist sie nicht einfach leer, ohne zu kollabieren?). So kann man sich der naturwissenschaftlichen Vorstellung annäheren.

Bei 'weichen' Fächern, wie z.B. Sprachen, geht das nur bedingt. Lernt ein Schüler z.B. Englisch, so hat er keine 'innere Vorstellung' davon, dass ein Stuhl 'chair' heisst. Man kann es auch nicht durch Beobachtung und Diskussion herausfinden. Das ist wissen, das der Lehrer besitzt und ihm vermitteln muss.

Ein Stück weit funktioniert das muttersprachliche Lernen oder wenn man eine Sprache z.B. bei einem Auslandsaufenthalt lernt sicher nach konstruktivistischen Ansätzen (war ja auch ein Beobachtungsfeld Piagets). Aber zu einem guten Teil muss einem jemand sagen, wie es geht.

Naturwissenschaften sind also m.M. nach besonders geeignet für konstruktivistische Ansätze, wo man sich seine Vorstellung selber konstruiert. Das ist ja an sich erstaunlich, weil diese ja als "Faktenwissenschaften" gelten. In der Rückschau merke ich auch, dass sich die meisten konstruktivistischen Unterrichtsbeispiele, denen ich begegnet bin, um naturwissenschaftliche Themen drehen.


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1 Kommentar


Markus Jung

Geschrieben

Naturwissenschaften sind also m.M. nach besonders geeignet für konstruktivistische Ansätze, wo man sich seine Vorstellung selber konstruiert. Das ist ja an sich erstaunlich, weil diese ja als "Faktenwissenschaften" gelten.

Das ist in der Tat sehr interessant - ich hätte es zunächst eher genau umgekehrt vermutet. Aber mit deinen Erläuterungen/Überlegungen ist es vollkommen logisch :-)

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