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Ich mach dann mal inhaltlich

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Lernhilfentk

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Hab ja immer so die Sorge, dass ich mich mit meinen Spezialthemen sehr oute und eigentlich schon fast meinen Namen hier reinschreiben könnte.:rolleyes: Dennoch, jetzt mal was inhaltliches.

Projektmanagement. Das heißt ich muss über mehrere Monate was in der Praxis machen. Das muss ich nach den Standards des Projektmanagements tun. D.h. ich formuliere ein Ziel für das Projekt bzw. den/ die Klienten, dann Handlungsziele, also all das was Mitarbeiter tun müssen, um das Ziel zu erreichen. In der Evaluation überprüfe ich dies dann, also sprich, ob das Ziel erreicht wurde.

Mein Thema, wie schon so oft im Studium ist die sogenannte Unterstützte Kommunikation. Da viele von uns aus der Praxis kommen, beschäftigen sich an meiner Hochschule recht viele Sozialpädagogen mit diesem Thema. Eigentlich ist das eher so ein Thema der Heilpädagogik/ Behindertenhilfe.

Was genau ist das denn nun? Viele meiner Klienten können v.a. aufgrund der schwere der geistigen Behinderung nicht sprechen. Zum Teil ist lautieren möglich. Manche reagieren z.B. auf Anweisungen bzw. zeigen auf andere Art und Weise, dass sie Sprachverständnis haben. Andere wiederum können das nicht. Unterstütze Kommunikation, auch UK genannt, umfasst alle Hilfen, die diese Einschränkung lindern oder beheben können. UK umfasst keine medizinischen Eingriffe. Logopädie ist ebenfalls keine Hilfe im Sinne der UK.

UK ist stattdessen: Kommunikation mittels alternativer Medien wie z.B. Symbole, Fotos oder technische Hilfen (sprechende PC´s, genannt Talker). Es gibt aber körperbezogene Hilfen und Angebote, wie z.B. Gebärden oder das Spiegeln (Imitieren) von Atmung, Verhalten etc.

UK ist nicht nur auf Menschen mit geistiger Behinderung beschränkt.

UK gibt es schon seit ca.25 Jahren. Problem ist aber, dass es in der Praxis noch nicht vollständig angekommen ist. Aus meiner Sicht als Sozialpädagogin ist das Problem, dass man zwar Hilfen hat, jedoch die Methoden sowie geeignete Techniken/Verfahren fehlen, Klienten nahezubringen diese Hilfen adäquat einzusetzen bzw. zu nutzen.

Grundsätzlich unterscheidet man in der Sozialen Arbeit zwischen drei Methoden:

- Einzelfallhilfe (individuelle Förderung)

- Soziale Gruppenarbeit

- Gemeinwesenarbeit (systemischer Ansatz)

Nun ist es so, dass die Behindertenhilfe/Erwachsenenbereich i.d.Regel auf Soziale Gruppenarbeit setzt: Wohnheime, WfbM´s etc. Zur Zeit wird glücklicherweise auch mehr auf den systemischen Ansatz eingegangen, Stichwort "Inklusion". Einzelfallhilfe geht eben nur zum Teil.

Die UK bezieht sich in sämtlichen Techniken und Verfahren zur Schulung von Klienten jedoch nur auf individuelle Förderung. Weiterhin sind selbst diese Techniken und Verfahren nicht standartisiert, d.h. es existieren Dokumentationen von Einzelfällen und Erfolgen in der Arbeit mit diesen Klienten, aber selbst die Doku ist m.E. nicht standartisiert. Aktueller Stand der UK-Leute: Man muss es halt individuell festlegen.

Wo die Probleme in der Praxis dann liegen, ist klar. Mitarbeiter sind mit der Schulung der Hilfen überfordert, dennoch gehören sie heute zum Standard in der Behindertenhilfe. Nicht selten trifft man Klienten mit UK-Versorgung, die diese aus Unkenntnis nicht einsetzen können.

Wer über diese Arbeitsweise verwundert ist, dem sei gesagt: Das ist nicht selten in der Behindertenhilfe. Man hat sich von der Sozialen Arbeit abgekoppelt im Denken, sieht man z.B. beim Thema Inklusion: Während Gemeinwesenarbeit in anderen Bereichen der Soz. Arbeit schon seit bestimmt 30 Jahren etabliert ist, kommt das jetzt bei uns gerade erst. Insgesamt ist aber auch das Thema Projektmanagement neu in unserem Bereich: Evaluation ist für viele "ältere" Sozialpädagogen ein Fremdwort.

Nun zurück zu meinem Projekt. Als Leitung möchte ich in meinem Bereich genau dieses Problem lösen: Mitarbeiter sollen zukünftig Klienten sicher schulen können. D.h. ich werde in den nächsten Monaten daran arbeiten, verschiedene Methoden, Techniken und Verfahren zu probieren bzw. probieren zu lassen und ihren Erfolg zu dokumentieren und zu bewerten. Hieraus wird dann ein Standard für meine Mitarbeiter erstellt. Hierzu beziehen wir uns auf einen Teilbereich der UK, um den Anspruch des Projektes nicht noch höher zu schrauben, als er sowieso schon ist. WIchtig:ich habe bereits in meinem rein theoretischen Projektmanagementbericht etwas für den Bereich Soziale Gruppenarbeit/ Systemischer Ansatz entwickelt. Ich hoffe dass dies nun Früchte trägt.

So, ich glaube das reicht für heute. Mehr in den nächsten Tagen...

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3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Danke! Das ist tatsächlich ein sehr spannendes Thema und es ist sicher auch sinnvoll, dies mal von der solzialpädagogischen Seite her zu sehen. Ich kenne es aus dem heilpädagogischen Bereich. Das Problem bei uns an der Schule war oft, dass verschiedene Systeme verwendet werden, was dann die Kommunikation und Anwendung schwierig macht. Auf der anderen Seite braucht es individuelle Lösungen. Wir haben z.B. viel mit der Gebärdensprache für geistig behinderte gearbeitet, aber auch mit computerunterstützten Systemen.

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Wir haben bei uns die sog. "totale"Kommunikation: Gebärden, Symbole, Fotos, Talker, ICH-Bücher. Die ersten beiden sind in unserer Einrichtung genormt, d.h. es gibt ein einheitliches System. Meine Arbeit bezieht sich auf Talker.

Ja ich denke, es ist nicht so günstig, wenn die Heilpädagogen das ganz alleine machen. Viele Professionen haben schon im Bereich Sprachförderung arbeiten geleistet, die sollte man schon einbinden. Sozialpädagogen haben eben Einblicke in mehrere Bereiche und können auch vom methodischen Wissen her gut unterstützen.

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