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Juristische Methodenlehre

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Higgins

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Seit Wochen beschäftige ich mich damit und es treibt mich einfach zur Verzweiflung :thumbdown:. Mal abgesehen davon, dass ich die Subsumtionstechnik unglaublich umständlich und nervig detailverliebt finde, gelingt es mir einfach nicht die ganzen Gesetze auf konkrete Fälle anzuwenden. Alles was dabei rauskommt ist weit entfernt davon, einigermaßen logisch, stringent, übersichtlich und geordnet auszusehen. Wenn ich meine Lösungen mit denen aus den Studienheften vergleiche frage ich mich, was ich falsch mache oder nicht verstehe und warum es mir nicht gelingt, das was ich weiß auf die Fälle anzuwenden. Ich kann noch nicht mal eine grobe Lösungsskizze anfertigen. Dabei habe ich mir schon Videos zum Thema auf youtube angesehen und in den Studienbriefen gibt es auch ein extra Kapitel dazu. Theoretisch weiß ich schon was zu tun ist, nur in der Praxis unter Prüfungsvoraussetzungen gelingt mir das einfach nicht.

 

Lernt man das im Laufe der Zeit? Oder muss man dafür eine natürliche Begabung haben? Gibt es vielleicht irgendwelche empfehlenswerten Bücher, Internetseiten oder Hefte mit (einfachen) Übungsfällen die man kaufen/sich anschauen kann?

 

Für Sozialrecht ist es zwar zu spät, die Prüfung schreibe ich morgen. Aber in 4 Wochen habe ich nochmal eine allgemeine Rechtsprüfung und würde mich freuen dann wenigstens ein bisschen das Gefühl zu haben einigermaßen gut vorbereitet zu sein.

 

Help...

 

LG Higgins

 


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6 Kommentare


Hallo Higgins,

 

ich weiß nicht, ob es für die Subsumtionstechnik überhaupt eine natürliche Begabung gibt, aber da ich sie definitiv nicht habe, musste ich mich immer auf ein relativ einfaches "Kochrezept" verlassen:

 

1. Fallfrage

Genaue Frage formulieren: Wer will was von wem woraus?

Erst wenn diese Frage vollständig formuliert ist, kann weiter "gekocht" werden.

Mir hat immer auch die Nennung der aufgeführten Rechtsnorm geholfen. Dann kann man die Schritt für Schritt zerlegen.

 

2. Prüfung

Auseinandernehmen der Rechtsnorm mit allen Voraussetzung, Tatbestandsmerkmalen und Ausschlüssen, ggf. weitere Rechtsnormen.

Peinlich genau darauf achten, ob da "und" bzw. "oder" als Verbindung der Voraussetzungen steht. Bei "und" kann alleine dieser Teil schon lange dauern.

Noch ist alles was du hier schreibst allgemein zu halten und nicht auf den gegebenen Fall zu beziehen.

 

3. Fallverbindung

Jetzt beziehst du die oben geschilderte Kette an Voraussetzungen und Tatbestandsmerkmalen auf den konkreten Fall. Das ist quasi die Subsumtion: Wird das, was geschehen ist von der vorher beschriebenen Norm erfasst?

 

4. Ergebnis

Jetzt wird die Fallfrage vom Anfang beantwortet.

 

 

Wenn erst mal die Fallfrage und die Rechtsnorm formuliert ist, ist das in meinen Augen schon die halbe Miete.

Im Sozialrecht kenne ich mich zwar nicht aus, aber es dürfte grundsätzlich kaum anders sein, als z.B. Fragen zum Schadenersatz. Wenn ich da schon mal im § 823 BGB unterwegs bin, kann ich später mit meiner Antwort nicht komplett daneben liegen.

 

Bei alldem hilft natürlich Übung ungemein, grade war die Zeitfrage in Klausuren angeht.

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Mensch danke chryssi, du hast mich echt gerettet. Ich habe mit deiner Methode mehrere Fälle durchgearbeitet und jetzt funzt es einigermaßen :thumbup:. Dieses Obersatz/Untersatz-Gedöns hat mich vorher total verrückt gemacht....

 

LG Higgins

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Beetlejuicine

Geschrieben

Man fragt sich sowieso, wieso man das in dieser Ausführlichkeit braucht. Um ehrlich zu sein, wir hatten das nicht so anspruchsvoll. Recht ist in der pflege meines Erachtens wichtig im Sinne der Organsiationsverantwortung, Haftungsrecht und Sozialrecht. Und da kommt es auf den Bereich an, in dem man arbeitet mit all seinen Rechtsgrundlagen. 

 

Wie ist deine Meinung Higgins, braucht man das wirklich so?

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Am 27.5.2016 at 17:48 , Higgins sagte:

Mensch danke chryssi, du hast mich echt gerettet. Ich habe mit deiner Methode mehrere Fälle durchgearbeitet und jetzt funzt es einigermaßen :thumbup:. Dieses Obersatz/Untersatz-Gedöns hat mich vorher total verrückt gemacht....

 

Super, wenn es dir hilft! Wünsche dir viel Erfolg!

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Am 29.5.2016 at 16:56 , Beetlejuicine sagte:

Wie ist deine Meinung Higgins, braucht man das wirklich so?

 

Ich bin da etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite weiß ich, dass man bspw. beim MDK und in der Pflegeberatung wirklich sehr gut über die ganzen Sozial-Gesetze Bescheid wissen muss und auch in der Lage sein muss, sie auf konkrete Fälle anzuwenden. Wenn ich also in der Prüfung gefragt werde, ob jemand pflegebedürftig ist nach SGB 11 § 14 und welche Leistungen dieser jemand beziehen kann, dann finde ich das auf jeden Fall angmessen.

 

Wenn die Fälle jedoch ziemlich kompliziert sind ( unterschiedliche Anträge, verschiedene Zeitpunkte, Hinzukommen oder Wegfallen von Voraussetzungen etc.) und das Ganze in eine mehrseitige Urteilsbegründung mit gefühlt tausend Paragraphen und Details endet, dann finde ich das für ein PM-Studium einfach nicht mehr angemessen. Da hätte ich gleich Jura studieren können.

 

LG Higgins

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Beetlejuicine

Geschrieben

So sehe ich es auch. Im Rahmen unserer Aufgaben braucht man ein Grundlagenwissen, bei Streitfragen wird  - so meine Erfahrung - auch immer ein Rechtsanwalt eingeschaltet, eben weil es so komplex und schwer ist.

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