Erste Erfahrungen

Das bereits beschriebene 1. Seminar im Promotionskolleg an der Leadership-Kultur-Stiftung ist rum und wie versprochen schildere ich meine ersten Eindrücke.

 

Location:

Das Schloss Engers in Engers bei Neuwied ist wunderschön. Wir hatten einen Seminarraum der angenehm klimatisiert war und für die Bedürfnisse unserer Gruppe mit 13 Teilnehmern zzgl. Professor absolut in Ordnung war, für mehr Teilnehmer könnte es dann aber schon eng werden. Kaffee und Wasser ist genügend vorhanden. Dazu gibt es frisches Obst. Also eine sehr angenehme Lernumgebung. Dazu sind genügend Parkplätze im Schlosshof vorhanden, die jedoch kostenpflichtig sind, aber mit 5 Euro für das komplette Seminar (bei uns wurde es nichtmal berechnet) ist das auch verschmerzbar. 

Es gibt eine kleine Anzahl an Zimmern im Schloss und ein Gästehaus, ca. 100 Meter Fußweg vom Schloss. Ich habe dort ein Zimmer bekommen. Diese sind für Seminarteilnehmer vergünstigt und im Gästehaus ein paar Euro teurer als direkt im Schloss. Aber wirklich ein schönes Ambiente in dem moderner Komfort mit Möbel die etwas das Schlossflair einfangen kombiniert ist. Ich hatte ein Himmelbett und ja, ich habe auch geschlafen wie im Himmel. Die Verpflegung ist ebenfalls sehr gut. Frühstück muss man bei der Übernachtung buchen (bzw. ist dieses in der Übernachtung enthalten), MIttag- und Abendessen werden von der LKS organisiert und sind Bestandteil des Seminars.

 

Teilnehmer:

Ich kam rein und wurde direkt von einem Teilnehmer namentlich begrüßt und herzlich willkommen geheißen. Dieser Teilnehmer studiert noch zum Master in Berufspädagogik am KIT und arbeitet als Assistenz in der Stitftung mit. Er stellt die Getränke und das Obst bereit, bestellt das Essen für die Teilnehmer usw. Auch die "normalen" Teilnehmer waren ALLE total nett. Man muss bedenken, ich bin als einziger Neuer in eine Gruppe die sich bereits kennt. Aber kein Problem, ich wurde sofort offen aufgenommen. Die Gruppe ist sehr heterogen. Es sind ein Lehrer dabei, ein Jurist, Maschinenbauer, BWLer, Informatikerin etc., so von den Studiensrichtungen her. Ein Teil ist bereits Dozent (beispielsweise AKAD, Steinbeis) und hat das Ziel Professor zu werden und macht hierfür die Promotion, andere um im Beruf weiter zu kommen. Eine Dame beispielsweise hat sich über das Promotionsthema noch gar keine Gedanken gemacht, sie findet die Themes des Promotionskollegs so klasse und möchte dieses absolvieren und dann mal sehen ob sie überhaupt promoviert. Beruflich vieles vom normalen Angstellten bis hin zum CEO eines mittelständisches Unternehmens, also bunt gemischt. Am Abend haben wir zusammen Fussball geschaut, und auch der Professor kam dazu. Es ist fast familiär. Zwischen den Seminaren hält man per Whats App Kontakt und nein, da geht es nicht nur akademisch, sondern sehr witzig zu. Es macht wirklich Spaß und von allen Studiengängen die ich bisher hatte erfüllt dieser wohl am ehesten den Rahmen eines Präsenzstudiums, da der Teilnehmerkreis immer der Gleiche ist und man direkt miteinander in Kontakt steht. Bei der AKAD beispielsweise habe ich schon auch öfter auf den Seminaren bekannte Gesichter getroffen, aber hier ist dies wirklich ein fester Teilnehmerkreis.

Was für hier noch wichtig ist, auch die Art des Studiums unter den Teilnehmern ist bunt gemischt. Menschen die bisher komplett in Präsenz studiert haben, bis hin zu gemischt Bachelor in Präsenz und Master im Fernstudium (an der AKAD) bis hin zu komplett alles im Fernstudium (z.B. ich oder einer von der Wilhelm-Büchner-Hochschule). Also wir werden dort absolut für gleich behandelt :) .

 

Seminar:

Der Dozent war Prof. Dr. Fischer, Leiter des Instituts für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik am KIT und eine absolute Nummer in diesem Bereich. Ein tolles und lehrreiches Seminar hat er uns geboten. Der Inhalt knüpfte immer wieder an die Literatur der Vorbereitung an. Vieles wurde nochmals ausführlicher ausgearbeitet (Gruppenarbeiten) und diskutiert. Was mir sehr gut gefallen hat, der Professor war auch kritisch. Immer wieder hat er, wenn ihm die Diskussion zu oberflächlich war, darauf hingewiesen jetzt mal vom Alltagsdenken weg zu kommen und diese Fragestellung systematisch wissenschaftlich anzugehen. Dazu hat er uns jeweils Tipps gegeben. Also man wird schon in diesen Seminaren auf wissenschaftliche Betrachtungsweisen getrimmt. Er hat uns auch zu Beginn, noch vor der Vorstellungsrunde, seinen kompletten Zeitplan für das Seminar (inkl. Themen) vorgestellt und um Feedback gebeten ob dies für uns so in Ordnung ist oder wir gerne etwas umstellen würden. Man wird von vorne herein absolut ernst genommen und es wird nicht mehr wie beim Bachelor (Master ist bei mir ja ein ganz anderes Studienmodell) absolut auf einer Stufe angesprochen. Es wird nicht frontal unterrichtet (bei der AKAD gab es auch viel Gruppenarbeiten, aber trotzdem sah man schon sofort den Unterschied wer Dozent ist und wer Teilnehmer) sondern alles durch Folien und einer ständigen Diskussion erarbeitet. Zumindest in diesem Seminar. Ich fand es wirklich toll. Die Literatur vorher zu lesen war hilfreich, aber auch diejenigen die es nicht gepackt haben, haben den gleichen Wissensstand bekommen, da die wichtigsten Punkte aus der Literatur diskutiert wurden. Für das nächste Mal nimmt mir dies also etwas Druck in der Vorbereitung. Im Seminar habe ich, wie schon beim Lesen der Literatur, einige Anknüpfungspunkte zu einer möglichen Dissertation erhalten. Eine Verbindung dieses Themas mit meinem Hauptthema der BWL.

 

Gespräch mit potenziellem Doktorvater:

Desweitern kam es zu einem Gespräch mit meinem potenziellen Doktorvater, wie bereits im letzten Blogbeitrag angekündigt. Kurz gesagt, ich habe noch keinen Doktorvater. Aber ich habe auch keine Absage erhalten. Denn er sagt ich solle mich jetzt erst einmal an die Masterarbeit machen und wir haben in diesem Gespräch auch schon über meine groben Vorstellungen zur Dissertation gesprochen. Diese findet er sehr gut und es würde auch in seinen Bereich gehen. Allerdings ist beispielsweise der Dozent des Seminars Prof. Dr. Fischer ebenfalls in diesem Bereich forschend tätig und er sagte wir werden in Kontakt bleiben und dann mal sehen wohin die Reise meines Dissertationsthemas genau geht. Denn wenn es den Fachbereich von Prof. Dr. Fischer oder einem anderen Dozenten insgesamt mehr abdeckt würde er mir empfehlen einen dieser Professoren anzusprechen. Wir bleiben aber definitiv in Kontakt und schauen wohin die Reise geht. Dies ist für mich absolut ok, denn viele in diesem Kolleg haben ebenfalls noch keinen Doktorvater. Beispielsweise weil sie erst das Kolleg abschließen wollen oder eben weil sie noch nach dem genauen Thema schauen und dann den am besten passenden Professor ansprechen. „Mein potenzieller Doktorvater“ hat auch jetzt erst seine Habilitationsarbeit abgegeben und es kommt auch noch auf das Ergebnis der Bewertung zu diesem Thema an, ob er dann selbstständig Doktorvater am KIT sein wird. Dies alles wollte er mir im persönlichen Gespräch erläutern und ich verstehe dies. Aber das Gespräch hat mich insoweit weitergebracht, dass ich jetzt an meinem Masterthesis-Proposal noch etwas feilen werde um mehr Verknüpfungspunkte zur angedachten Dissertation zu erhalten.

 

Fazit:

Insgesamt war es also ein absolut tolles Wochenende und ich freue mich schon auf das nächste Seminar. Bis dahin werde ich euch in diesem Blog erstmal nur sporadisch auf dem Laufenden halten, sollte es Neuigkeiten zur Suche des Dissertationsthema geben oder aber bezüglich Doktorvater. Denn es ist definitiv so, dass ich die Themenfindung jetzt schon etwas parallel zur Masterarbeit vorantreiben möchte um die Verknüpfungspunkte aktiv gestalten zu können. Desweitern hat mir auch Prof. Dr. Fischer angeboten in der Zwischenzeit in Kontakt zu bleiben, er interessiert sich ebenfalls für mein Thema.

Der Brexit war übrigens kein Thema. Ich werde den Masterabschluss ja erhalten, wenn UK noch Mitglied der EU ist und dann so schnell als möglich meinen Doktorvater finden um über diesen dann letztendlich die Einschreibung an seiner Universität zu erhalten. Vom Thema her läuft es derzeit auf das KIT raus, da es am besten auf die potenziellen Betreuer dieser Universität passt. Dies ist auch meine Wunschuniversität und würde mich sehr freuen. Ein anderer Teilnehmer (der von der WBH) hat inzwischen für sich die Universität Bremen ausgeschlossen, da er dort an den Formalitäten scheitern würde. Jedoch hilft hier die Stiftung diese Hürden zu nehmen. In seinem Falle möchte er diese Hürde aber gar nicht nehmen, es geht um eine Fremdsprache deren Kenntnisse man nachweisen muss, sondern er würde lieber an eine der drei anderen Hochschulen gehen. Wie gesagt, durch die ständigen Gespräche ist man nicht auf sich alleine gestellt, sondern erhält Ratschläge und konkrete Hilfe. Dies macht mir Mut für die Zukunft und ich mache mir wegen des Doktorvaters keine großen Gedanken mehr, dies wird sich schon fügen. Ich muss jetzt erstmal meine Thesis schreiben und so gut schreiben, dass ich mir keine Hürde aufbaue die genommen werden muss.


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2 Kommentare


Tolle Infos, wäre gerne dabei gewesen.

 

An Promotion hatte ich auch bereits gedacht, konnte aber kaum erkennen, wie ich davon profitieren kann.

Der Lerneffekt und die Erfahrung in einem Gebiet was Neues entdeckt zu haben ist toll, nur wie schaffe ich es auch dass ein potentieller Arbeitgeber dieses als wichtig empfindet und mein Wissen dafür nutzen möchte?

 

Eindach so ins Blaue promovieren ist sinnlos, ein Ziel "was mache ich mit der fertigen Promotion", sollte ganz am Anfang sich jeder selbst stellen. Und ob das Ziel auch realistisch ist.

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Markus Jung

Geschrieben

Vielen Dank für deinen Bericht. Auf mich wirkt es so, dass du sehr begeistert bist und dass es schon ein von außen her etwas elitärer "Club" ist (Seminar im Schloss etc.), von innen aber sehr kooperativ miteinander umgegangen wird und auch keine Unterschiede zwischen den Teilnehmern gemacht werden. 

 

Dass du nun noch keinen Doktorvater fest hast, bringt ja einerseits vermutlich eine gewisse weitere Unsicherheit mit sich, andererseits kann ich die Argumente sehr gut nachvollziehen. 

 

Und so wie ich es verstanden habe, sieht es ja in Sachen KIT nach wie vor sehr gut aus.

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      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
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      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
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      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.