• Einträge
    106
  • Kommentare
    742
  • Aufrufe
    5.965

Abschlußfeier & Abschlußbericht

Lumi

538 Aufrufe

Es ist an der Zeit hier einen Schlußstrich zu ziehen. Für das SBB-Stipendium war noch ein Abschlußbericht fällig, der dann irgendwann im Intranet der SBB für Stipendiaten, Anwärter und Almunis veröffentlicht wird. Ich finde der Bericht macht sich auch als Abschluß des Bachelor-Blogs gut und daher hänge ich den unten an.

In der Zwischenzeit war ich auch auf der Abschlußfeier der WBH. Ich kann nur empfehlen, sich dafür Zeit zu nehmen. Vorher war ich leicht skeptisch, ob sich die Anreise und der zeitliche Aufwand wirklich lohnt. So kurz vor dem Urlaub ... Aber da ja wirklich viele Studienkollegen anwesend waren, wollte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Was ich nicht einkalkuliert hatte, war wie sehr mir die Feier das Gefühl gab fertig studiert zu haben. Eigentlich fiel erst auf der Feier der Groschen, dass alles vorbei ist und dass ich wirklich einen Studienabschluß erreicht habe. Das war großartig! Ich hoffe, dieses Gefühl der Zufriedenheit hält noch lange an und taugt zur Motivation im Master.

Am Tag nach der Abschlußfeier ging es nach Island. Drei Wochen. 6000km mit dem Auto. 3000 Landschaft-Fotos. Wir haben die Nacht zum Tag gemacht und das grandiose Licht der Mitternachtssonne genutzt. Daher konnten wir den Touristenströmen gut entgehen. Ich glaube, ich habe mit keinem Dutzend Menschen Kontakt gehabt in den drei Wochen. Das war soooo erholsam. Jetzt muss ich mir eine passende Belohnung als Master-Motivation überlegen. :lol:

Und in Kürze geht es hier weiter (sobald der Sommer sich verzogen hat):

**********************************************************

Informations- und Wissensmanagement B.Sc. an der Wilhelm-Büchner-Hochschule

November 2012 bis Mai 2016

Studienbeginn

Der Plan mich per Studium weiterzubilden reifte schon einige paar Jahre. Von Wirtschaftswissenschaften zu Logistikmanagement, über Wirtschaftspsychologie zur Wirtschaftsinformatik. Die Blogs auf Fernstudiums-Infos.de http://www.fernstudium-infos.de/blogs/ waren mir in der Schlussphase der Entscheidungsfindung eine große Hilfe. Dort erfuhr ich auch von der Existenz meines schlussendlich gewählten Studiums. Informations-und Wissensmanagement ist ein siebensemestriger Informatik-Studiengang, der berufsbegleitend absolviert werden kann.

Der Beginn geschah dann ziemlich spontan. Ich lernte über fernstudium-infos.de jemanden kennen, die gerade diesen Studiengang angefangen hatte und entschied mich spontan doch nicht erst im Frühjahr, sondern auch sofort anzufangen. Diese Entscheidung habe ich keinen Moment bereut. Denn alleine hätten wir das Studium nicht in Regelzeit neben dem Beruf beendet, da sind wir uns beide einig. Und eine liebe Freundin, mit der ich auch nach dem Studium in engen Kontakt stehe, habe ich auch gewonnen.

Die Einschreibung verlief dank Abitur im Jahre 1996 reibungslos. Schon eine Woche später traf ein großes Paket mit den ersten Studienunterlagen ein. Die ersten Monate hielt ich mich im privaten Umfeld bezüglich des Studiums recht bedeckt, da ich mich nicht erklären wollte, falls ich das Studium wieder abbreche. Am meisten Respekt hatte ich vor Mathematik, da ich mit dem Fach seit der Pubertät auf Kriegsfuß stand. Aber ich wollte unbedingt die theoretischen Grundlagen der Informatik verstehen können und da sind mathematische Kenntnisse nun mal notwendig. Meine Uni bietet einen Brückenkurs an, der bei binomischen Formeln und Bruchrechnen anfängt. Gewissenhaft erarbeitete ich mir die Grundlagen, die ich eigentlich dank Abitur längst besitzen sollte. Für die Uni-Mathematik wurde YouTube mein bester Freund. Es half mir sehr zu jedem Thema Vorlesungen von unterschiedlichen Dozenten anzuhören. Dazu kaufte ich mir noch dicke Übungsbücher zur Integral- und Differentialrechnung und irgendwann platze jeder gedankliche Knoten. Ich entschied mich die Mathematikprüfung erst im zweiten Semester zu schreiben und die intensive Vorbereitung wurde dann auch mit einer 1,3 belohnt.

Ab diesem Zeitpunkt weihte ich auch meinen Arbeitgeber ein. Das war im Laufe des Studiums sehr hilfreich. Es fiel mir leichter, wenn ich berufliche Termine mit Hinweis auf die Uni ohne Heimlichtuerei verschieben konnte. Im Laufe des Studiums wechselte ich den Arbeitgeber. Auch hier habe ich von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Dank SBB-Stipendium konnte ich zu dem Zeitpunkt auch meine Arbeitsstunden reduzieren und mein Arbeitgeber kam mir mit Sonderurlaub entgegen. Die zusätzliche Lernzeit und die geringere Erschöpfung am Feierabend machten sich deutlich in Lernfortschritten bemerkbar.

Studienverlauf

Das Studium an der Wilhelm-Büchner-Universität erfordert ein gutes Maß an Selbstorganisation. Es gibt einen Studienplan, der hat jedoch nur empfehlenden Charakter betreffs der Reihenfolge der Module. Das Studium selbst kann in selbstgewählter Geschwindigkeit absolviert werden. Es gibt keinen Semesterbetrieb. Einmal im Quartal können an den externen Prüfungsstandorten an einem Samstag maximal zwei Klausuren geschrieben werden. Ebenso gibt es einmal im Quartal Prüfungstermine am Uni-Standort in Pfungstadt. Zu diesen Terminen werden in der Regel an den Vortagen Repetitorien angeboten.

Ich nahm mir also ganz oldschool einen Jahresplaner in DinA4 Format zu Hand und trug die möglichen Prüfungstermine ein. Abgeglichen mit privaten und beruflichen Terminen, gab es dann nur noch eine Handvoll für mich relevanter Prüfungstermine. Da mir die Anreise nach Pfungstadt zu beschwerlich war und immer mindestens eine Übernachtung involvierte, versuchte ich nur bei den komplexen Modulen die Repetitorien wahrzunehmen. Im Allgemeinen schrieb ich jedes Quartal mindestens eine Prüfung, sonst wäre die Regelstudienzeit nicht einzuhalten gewesen. Im Nachhinein ist diese Distanz zur Uni für mich ungeeignet gewesen. Für den Master habe ich mich deswegen auch für eine andere Uni entschieden.

Zusätzlich zu den Klausuren waren auch rund ein Dutzend Hausarbeiten zu schreiben. Dies versuchte ich anfänglich in den Lücken zwischen den Klausuren zu erledigen. Nur gab es recht wenig von diesen Lücken. Dies führte zu einem Hausarbeitsstau am Ende des Studiums. Ich schrieb dann innerhalb zwei Monate fast wöchentlich eine Hausarbeit um noch rechtzeitig die Zulassung zur Thesis zu erreichen.

Mein Tipp für ein Studium dieser Art ist rechtzeitig zu planen. Man sollte sich über alle geltenden Fristen und Termine informieren und rechtzeitig Urlaub und Lernzeiten einplanen. Mir hat die Unterstützung der Community bei fernstudium-infos.de sehr geholfen. Hier bekam ich Lerntipps, Frust & Freude wurden geteilt und ich fühlte mich nicht so alleine zuhause an meinem Schreibtisch.

Ein Highlight des Studiums war ein dreiwöchiger Studien-Aufenthalt an der California State University Sacramento, USA. Hier absolvierte ich einen Kurs in Intercultural Management sowie in Robotics & Mechatronics. Die erfolgreich absolvierten Prüfungsleistungen wurden als Studienleistungen angerechnet. Und es war ein wunderschönes Erlebnis sich mal für drei Wochen wie ein „wirklicher“ Vollzeit-Student zu fühlen.

 

Für die Abschlussarbeit habe ich mir ein berufliches Thema ausgesucht. Das hatte den Vorteil, dass ich mich auch in der Arbeit zu geringen Teilen mit dem Thema zu beschäftigen konnte. Zum Schreiben habe ich mir mehrmals Mal ein verlängertes Wochenende Urlaub genommen. Ohne freie Werktage wäre es nicht gegangen, am Feierabend hätte ich keine Thesis schreiben können. Diese Zeit war sehr belastend. Für die Masterthesis habe ich jetzt schon einen längeren Urlaub eingeplant.

Beruflich konnte ich mich schon während des Studiums weiterentwickeln. Als absoluter Quereinsteiger aus dem Einzelhandel in den Bereich Online Marketing hatte ich schon nach zwei Jahren eine Leitungsposition inne. Die Seminare der SBB zur Teamkommunikation und Konfliktmanagement gaben für meinen Chef den Ausschlag mir diese Stelle zuzutrauen. Mir gibt das Studium das Selbstbewusstsein mich auch in technischen Diskussionen einzubringen.

 

**************************************************

 

 

 

 

 

DSC05259.JPG


12 Personen gefällt das


5 Kommentare


Toller Bericht, liest sich sehr interessant.

1 Person gefällt das

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Danke für den Bericht und viel Erfolg für den Master :thumbup:

1 Person gefällt das

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Danke für den ausführlichen und sehr anschaulichen Bericht und für die vielen lobenden Erwähnungen von Fernstudium-Infos.de 😊🙂.

 

Gestolpert bin ich darüber, dass in deinem SBB-Bericht immer von Uni(versität) die Rede ist und sogar die WBH als Wilhelm-Büchner-Universität genannt wird. Gibt es dafür einen bestimmten Grund?

 

Und bestimmt interessiert ganz viel, wo du denn auf dem Gruppenfoto zu sehen bist. Witzig finde ich auf dem Bild ja, dass der Absolvent ganz links zwei Ohren auf der rechten Seite hat 😉.

1 Person gefällt das

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 13
      Hallo liebe Blogleser,
       
      hier ganz druckfrische Informationen aus meinem Mitarbeiterentwicklungsgespräch:
      Der Master geht von Arbeitgeberseite her klar!
       
      Für die Pflicht-Präsenztage bekomme ich Dienstbefreiung, das Anerkennungs-Praktikum darf ich in unserer Einrichtung absolvieren (falls von Seiten der Diploma/MEU zulässig) und die Masterarbeit darf ich auch hier schreiben. Außerdem wird mir unser Ltd. Psychologe während des Studiums für fachliche Fragen zur Seite stehen.
      Nur Geld gibt´s keines. Womit ich aber leben kann, da die Studiengebühren ja als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
       
      Jetzt bleibt nur noch die Hürde, in den Studiengang aufgenommen zu werden. Genaue Infos gibt es aber leider noch nicht. Die Diploma geht davon aus, dass es in zwei Wochen soweit sein wird.
       
       
      Drückt mir die Daumen!
       
      So long...
      Forensiker
    • WibbSi
      Von WibbSi in WibbSi wird Pflegemanager! 5
      Ja wieso denn bloß? So oder so ähnlich wollten es schon diese kleinen gnubbeligen Trolle bei Ronja Räubertochter wissen. Eigentlich ist doch alles gut. Fester Job, die Gehaltsstufe ist in der Endstufe angekommen, die jungen Kollegen lassen den nötigen Respekt erkennen und ganz dumm rennt man auch nicht mehr durch den Stationsalltag, immerhin sind diverse Fort und Weiterbildungen abgearbeitet. Also? 

      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)