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Ohje, Ferien...


monika83

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Es ist mal wieder so weit... Karteikarten für heute alle gelernt und noch etwas Zeit bevor das Bett ruft. Die Kinder schlafen gerade, herrlich! Heute will ich ein paar Worte zu meiner Zeiteinteilung schreiben, manche nennen das auch neudeutsch Study-Life-Balance aber ich fühle mich ehrlich gesagt etwas unwohl mit dem Wort "Balance". Das klingt so nett...

 

Anmerkung: Der Artikel ist nun leider etwas lang(atmig) geworden. Für alle die Kurzfassungen lieben (und das nehme ich niemanden übel, ich mag den Text schon selbst gar nicht mehr Korrekturlesen): Es gibt am Ende eine Zusammenfassung

 

Ich begann ja mit meinem Studium ca. zwei Wochen vor der Geburt meines zweiten Kindes. Der Startzeitpunkt hätte nicht besser sein können. Im letzten Schwangerschaftsmonat wich allmählich die dauernde Müdigkeit und ich war geistig wieder relativ gut funktionsfähig. Durch die vorherige berufliche Situation (beide vollzeit berufstätig) ging meine Große täglich bis 15 Uhr in die Krippe und ich hatte also bis am frühen Nachmittag sturmfreie Bude. Mein Mann ist in seiner Arbeit gut aufgehoben und brauchte somit auch keine Betreuung. Ich arbeitete zwar noch ein paar Stunden pro Woche um offene Projekte abzuschließen, genoss aber größtenteils schon die Situation, dass ich eigentlich nicht mehr arbeiten musste, da ich schon in Mutterschutz war. Ich hatte also (theoretisch) jede Menge Zeit für das Studium.

 

In der Anfangszeit lief meine Lernerei noch ziemlich unstrukturiert ab. Ich packte dann und wann das Studienskript aus und schmökerte etwas darin. Wenn mir gerade danach war, schaute ich einen Vodcast für eine Lerneinheit oder ein aufgezeichnetes Tutorium an. Ich darf nicht vergessen zu erwähnen, dass ich am Anfang auch ziemlich viel Zeit vertrödelt habe, mich selbst zu organisieren und in Foren und Erfahrungsberichten zu stöbern. Ganz zu schweigen von Zeitfressern wie Recherche nach Übungsmaterial oder Zusatzliteratur. Ich wollte schließlich eine ganz vorbildliche Studentin sein. Es hat, glaube ich, zwei Klausuren gedauert, bis ich gemerkt habe, dass noch mehr Übungsmaterial und Literatur nix bringt und man mit dem vorhandenen Material und Skriptinhalten ziemlich gut durch die Klausuren kommt sofern man das Gefühl hat, den Inhalt verstanden zu haben.

 

Nun gut, ich hatte also (gefühlt) unendlich viel Zeit und versuchte, täglich zumindest eine kleine Lerneinheit zu absolvieren und durchschnittlich zwei Stunden in das Studium zu investieren. Die ersten Monate nach der Geburt von Kind II sahen zeittechnisch wirklich gut aus. Die Zwerge schlafen am Anfang ja noch so viel und ich hatte ausreichend Zeit für das Studium. Die viele Zeit die ich hatte, habe ich aber trotzdem nicht optimal genutzt. Warum? Ich habe dafür mehrere Theorien: Alter, Stilldemenz, wenig Schlaf, aus der Übung,... Ich weiß nicht ob es außer mir da draußen noch anderen Studenten in den ersten Wochen so ging aber ich hatte wirklich große Probleme, mehr als ein bis zwei Stunden pro Tag zu lernen. Ich empfand es einfach als unheimlich anstrengend, mich längere Zeit auf Inhalte konzentrieren zu können, sodass diese auch in meinem Hirn kleben bleiben. Ich rede nicht vom Skript-Überfliegen, das ging prima. Aber das richtige lernen mit hellwachem Oberstübchen hat mich echt geschafft. Ich muss da wirklich sehr die Vollzeitstudenten bewundern.

 

In den darauffolgenden Monaten hat sich eine gute Lernorganisation eingependelt und ich habe auch nicht mehr so viel Zeit verbraten, um mich selbst und das Studium zu organisieren. Trotzdem gibt es dann noch ein paar besondere Tage/Wochen die ich der Vollständigkeit halber erwähnen will.

 

Wöchentlich wiederkehrende Ausnahmesituationen vom Lernidyll sind bei mir grundsätzlich die Wochenenden, Feiertage und Krippen-Ferien. Großes Kind daheim, Mann daheim. Baby ist auch daheim aber das schläft ja in den ersten Monaten noch recht viel.  Alle wollen Zeit und Aufmerksamkeit... und zwar von morgens bis abends. Und da ich momentan in Elternzeit bin, ist automatisch beschlossenes Gesetz, dass ich mich um die Kinder kümmere. Morgens, Abends, Nachts und auch sonst den Großteil des Tages. Das wird sich erfahrungsgemäß auch nach meiner Elternzeit nur ein bisschen bessern aber das ist mein persönliches Problem und eigentlich verbringe ich ja gerne Zeit mit den Kleinen, also darf ich mich darüber auch nicht beschweren. Aber trotzdem ist es halt so, dass man dadurch nur noch ganz wenig Zeit zum lernen hat. Und zwar genau dann, wenn beide Kinder gleichzeitig schlafen oder ich tagsüber mal ein Stündchen frei bekomme. Dann gibt es ja noch diese anderen Dinge, die ich (genauso wie jeder andere Mensch auch) gerne tue oder tun muss, wenn ich gerade Kinderfrei hab. Sei es eine kleine Runde zu laufen um den körperlichen Verfall zumindest ein bisschen zu verlangsamen, Vereinskram erledigen, Steuererklärung machen, Arbeits-E-Mails beantworten (ich arbeite ein paar Stunden in meiner Elternzeit) oder einfach mal in Ruhe duschen zu gehen, ohne dass kleine Kinderhände außen an der Duschtür klopfen. An diesen besonderen Tagen (Wochenende, Feiertage, Ferien) kommt es also auch schon mal vor, dass ich nur eine viertel oder halbe Stunde produktiv bin bevor ich dann selbst ins Bett falle.

 

Neben den wöchentlich wiederkehrenden Ausnahmesituationen gibt es dann noch zwei Besondere. Einmal "Kind krank", das ist dann quasi immer der Totalausfall weil kranke Kinder halt einfach viel Zeit und Betreuung brauchen und einem nachts noch mehr wach halten als üblich. Die andere besondere Ausnahmesituation heißt "Familienurlaub". Letzte Woche war es mal wieder so weit. Ich erinnere mich an Zeiten von früher - lange her - als ich im Urlaub einen Stapel Bücher im Gepäck hatte die ich am Ende des Urlaubs gelesen hatte. Irgendwie habe ich noch immer die Vision, dass das wieder so sein könnte, auch wenn ich weiß, dass das momentan nicht mehr als ein feuchter Traum ist. Im Urlaub hatte ich mir vorgenommen, täglich zumindest eine Kleinigkeit für das Studium zu tun. Das hat an fünf von neun Tagen funktioniert, sodass ich mein schlechtes Gewissen etwas beruhigen konnte. Aber so richtig im Lern-Flow wie daheim war ich trotzdem nicht. Die anderen Tage waren dann ein Totalausfall. Nach einer anstrengenden Autofahrt oder mehreren Stunden im Stau ging nix mehr und ich erlaubte mir einen (Zwangs-)Urlaubstag. Und dann gab es noch diese seltenen Momente, in den die Kinder gerade ihren Papa belagerten und ich eigentlich Zeit hatte, aber dann doch viel lieber Stichpunkte für meinen nächsten Blogpost sammelte statt zu lernen... weil auf lernen hatte ich einfach keine Lust. Aber das fand ich dann auch nicht schlimm, ich war ja in Urlaub :)

 

Übrigens bin ich generell kein besonders disziplinierter Student. Es passiert mir nicht selten, dass ich mich einen ganzen Abend mit anderem KrimsKrams herumschlage und dann merke, dass ich mal wieder drei Stunden mit Nicht-Lernen verschwendet habe. Das ist dann so Zeugs wie Blogs lesen oder in Foren stöbern. Die neuen Studiengänge der IUBH (Informatik, Medieninformatik,...) haben mich auch ein paar Abende gekostet.

 

Zusammenfassung:

Ich versuche täglich zu lernen. Also Montag bis Sonntag. Zeitlich klappt es während der Ferien und am Wochenende fast nur am Abend wenn die Kinder schlafen und bevor ich selbst ins Bett gehe/falle. Und wenn mir keine andere Ausrede/Ablenkung einfällt. Da gibt es dann auch mal Nicht-Lern-Tage. Der Umfang variiert von 30 Minuten bis zwei Stunden. Je nach Tagesform und was sonst noch zu erledigen ist. Etwas besser klappt es, wenn meine Große im Kindergarten ist, dann komme ich tagsüber während des Mittagsschlafs meiner Kleinen auch schon mal 30 - 45 Minuten zum lernen und muss nicht erst am Abend beginnen. Vorausgesetzt (ich denke das ist bei allen so) wenn sonst keine anderen wichtigen Dinge (Arbeit, Organisatorisches) anstehen.

 

Wie macht ihr das denn wenn ihr Urlaub habt? Legt ihr auch mal eine Woche oder ein paar Tage Lernfrei ein? Oder habt ihr geplante Lernpausen? Lernt ihr täglich? Ursprünglich hatte ich mir mal vorgenommen, ein paar Tage nach einer Klausur nichts zu tun bzw. kein neues Modul zu beginnen und kurz mal Pause zu machen, mache ich aber aktuell nicht weil man sich ja schon irgendwie auf das nächste Modul freut und gespannt auf die Inhalte ist.

4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Wir sind uns recht ähnlich, nur dass ich in deiner Story dein Mann wäre mit Studium ;-).

 

An sich wollte ich nur mein Unverständnis ausdrücken, warum es Gesetz sein soll, dass du dich den ganzen Tag ums Kind kümmern musst. Finde ich von deinem Mann daneben und rücksichtslos dir gegenüber.  Ich helfe meiner Frau neben Job und Studium mit _unserem_ Kind . Und gerade in den ersten Monaten habe ich meist die Nächte am Wochenende übernommen, damit sie mal durchatmen kann. Mittlerweile ist das nicht mehr immer notwendig, da sie recht lange am Stück schläft (6h+) .

 

Anyway, uns weiterhin viel Kraft und Erfolg ;-).

Bearbeitet von Muddlehead
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So kleine Kinder leben nicht in unserem Haushalt, insofern bewundere ich Dich! Gönn Dir doch die Pausen und hab kein schlechtes Gewissen. Jeder Mensch braucht Regeneration, und meiner Meinung nach geht es danach viel besser vorwärts.

 

im Urlaub habe ich ganze 2 Wochen lang nichts getan und habe das sehr genossen. Gegen Ende des Urlaubs habe ich mich aber schon richtig auf die Skripte gefreut. 🙂

 

Und sonst plane ich mir Pausen. An freien Wochenenden (jedes zweite) wird auch nicht gelernt.

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Das kenne ich, aktuell gehen 3 1/2 Wochen Kita-Ferien zu Ende. Habe auch versucht, mit zwei anwesenden Kindern zu lernen, aber da kommt einfach nichts Gescheites bei rum. Wenn sie einschlafen, fallen mir auch die Augen zu, in sofern fällt der Abend flach. Wenn du also nicht gerade massiv unter Zeitdruck stehst, würde ich mir da auch lernfrei geben und am besten auch keine Prüfung in den Zeitraum legen 🙂 

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vor 2 Stunden, Vica schrieb:

Das kenne ich, aktuell gehen 3 1/2 Wochen Kita-Ferien zu Ende. Habe auch versucht, mit zwei anwesenden Kindern zu lernen, aber da kommt einfach nichts Gescheites bei rum. Wenn sie einschlafen, fallen mir auch die Augen zu, in sofern fällt der Abend flach. Wenn du also nicht gerade massiv unter Zeitdruck stehst, würde ich mir da auch lernfrei geben und am besten auch keine Prüfung in den Zeitraum legen 🙂 

Danke für Deinen Kommentar! Du sprichst mir aus der Seele, diese Abende kenne ich auch :) Ich hatte es ganz vergessen zu erwähnen, dass ich manchmal einfach mit den Kindern einschlafe und wenn ich dann irgendwann wieder aufwache, kann ich mich nicht mehr überwinden zu lernen. Das wird dann mitten in der Nacht eh nix gescheites mehr und ich hoffe dann auf den nächsten Tag. 

Unter Zeitdruck stehe ich nicht, nur halt mir selbst gegenüber. Vielleicht sollte ich da wirklich etwas toleranter zu mir selber sein. Die Zeit mit den Kleinen hat man nur einmal und wenn ich mich selbst zu sehr unter Druck setze haben weder mein Studium noch meine Kinder was davon.

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