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Blog worf1155

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Fernunterricht und Studium - Erfahrungsbericht "Long-Term"

worf1155

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Alles begann 1988 als in dem Sonderheft der Wirtschaftswoche der Fernunterricht und das Fernstudium beschrieben wurde. Als Opfer des "UniMut" Streiks an der FU-Berlin, begann ich ein Fernstudium erst bei der SGD und später bei der Fernuni Hagen. Das war toll. Man hatte zwar noch kein Internet, statt dessen bekam man ein dünnes Heftchen, von Fernstudium Enthusiasten erstellt, das einem die eine oder andere Fernschule vorgestellt hat. Als Berliner hatte man es gut, gab es doch ein Studienzentrum der Uni Hagen und freien Zugang zu den FU-Berlin Einrichtungen. 

Fernstudium hat mir so gut gefallen, das ich fast alles, was ich je gelernt habe, im Fernstudium absolvierte. Ich arbeitete und lernte parallel. Von der Büro-Aushilfe zum Abteilungsleiter, durch permanentes und stolzes Vorlegen der Zeugnisse beim Chef. Auch für die spätere Selbstständigkeit kam nur das Fernstudium in Frage. Erst Versicherungsvertreter, dann Bankangestellter und Finanzberater. Die Theorie kam vom Fernstudium. Es folgten Lehrgänge im Bereich Psychologie, NLP usw. Sogar bei einer Akademie aus Lörrach habe ich einen Kurs belegt, die sich ja später als Fake und unseriös heraus gestellt hat. Der Kurs war allerdings einer der besten, den ich je mitgemacht hatte. 

Inzwischen sind es über 10 Zeugnisse, Zertifikate und Diplome, die in meiner Mappe abgelegt sind. Vom 21. bis zum jetzigen 52. Lebensjahr alles mit Fernlehrgängen gepflastert. Es bringt was. Man hat Anerkennung bei den Arbeitgebern. Denen ist es egal ob staatlich oder institutsintern. Die wollten immer das Wissen und die Skills, die man entwickelt hat. Umschulung per Fernunterricht? Ja auch das klappt. Ich habe 3 mal das Berufsfeld gewechselt. Vom Büromenschen zum Finanzdienstleister und von da in die Medien als Medienberater. Heute habe ich mein eigenes Unternehmen. 

Einiges was ich beobachte, gefällt mir nicht mehr so ganz. Fernstudium und Unterricht werden immer teurer. Das hat nicht nur mit den vielen Lehrgängen zu tun, die mitgezogen werden, sondern auch damit, das Fernlehrer über Agenturen gesucht werden, das diese mehr als fürstlich bezahlt werden. Ich habe auch diese Seite kennen gelernt, denn  ich war als Fernlehrer tätig. Ohne Agentur, mit angemessenem Honorar. Ständige Preiserhöhungen lassen diese Form der Weiterbildung unattraktiv werden. Früher tat es finanziell nicht allzu sehr weh. Aber im Zeitalter von mehreren Jobs gleichzeitig, wird es zur Weiterbildungsform für besser verdienende. Und auch ich habe als selbstständiger schon mal um Verdopplung der Zahlungszeit bitten müssen. 

Aus Holland kamen Fernschulen zu uns, die etwas günstiger sind. Fragt sich nur wie lange. Man nimmt die Preise einfach so hin, habe ich das Gefühl. Inzwischen habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. 

 

Es kommt auf das Wissen an. Es gibt tatsächlich Alternativen, die mich begeistern. Online Kurse und Webinare zu bestimmten, ganz gezielten Themen. Weiterbildungsportale mit Video-Kursen und flexiblen Lernmöglichkeiten sind aus meiner Sicht genauso gut geeignet, sich erforderliches Wissen anzueignen. Manche bereiten ebenfalls auf staatliche Prüfungen vor. Schriftliches Material gibt es auch dazu. Die Preise sind im Vergleich sehr niedrig. Fragen kann man stellen, ein Zertifikat wird ausgestellt. Ich bin begeistert.

Ich will niemandem das Fernstudium ausreden. Besonders das Studium an den Hochschulen nicht. Doch wenn es um einfache Weiterbildungen geht, dann sollte man vergleichen. Meine 30 Jahre Erfahrung im Fernstudium sagen mir, das einiges schief läuft auf dem Sektor. Ich hoffe das fällt irgendwann mal jemandem auf. In Fällen wo der Arbeitgeber die Kosten übernimmt, kann es einem egal sein. Mir tut nur mancher Arbeitgeber leid. 

 

Eine tolle Form der Aus und Weiterbildung. Wenn es erschwinglich bleibt. 

 

Andreas Kandschur



4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ein interessanter Thread. Du hast echt eine Menge gemacht. 😊

 

Stimmt, Weiterbildung ist nicht günstig, aber alles wird leider teurer. Dafür gibt es heute viele Dinge die es früher noch nicht gab. Z.B. Online-Campus, Online Prüfungen, onlineversand von Einsendeaufgaben etc. Die Entwicklung und Wartung kostet halt auch Geld. 
 

Wenn es um die reine Wissensvermittlung geht, dann finde ich Udemy Kurse sehr gut. 
 

ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinen Weiterbildungen.

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vor 15 Stunden, Aramon schrieb:

Z.B. Online-Campus, Online Prüfungen, onlineversand von Einsendeaufgaben etc. Die Entwicklung und Wartung kostet halt auch Geld. 

 

Wobei die Anbieter auf der anderen Seite auch Geld sparen, da sie weniger Räume benötigen, Fahrtkosten für die Dozenten wegfallen, Druckkosten, Versandkosten etc.

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vor 1 Stunde, Markus Jung schrieb:

 

Wobei die Anbieter auf der anderen Seite auch Geld sparen, da sie weniger Räume benötigen, Fahrtkosten für die Dozenten wegfallen, Druckkosten, Versandkosten etc.

Wobei diese Kosten ja nicht wegfallen. z.B. hat die ILS/Euro-Fh weiterhin ein großes Gebäude in Hamburg. Dort finden Seminare und Prüfungen statt. Dies wird aber vermutlich bei den meisten Fernhochschulen der Fall sein.

Auch erhält man weiterhin Studienhefte in gedruckter Form (zum Glück!!!), zusätzlich bekommt man die Inhalte aber auch digital z.B. PDF. Ob die Dozenten früher zu den Fernschulen/Fernhochschulen fahren mussten, glaube ich nicht. Die Dozenten waren vermutlich via Brief oder Telefon erreichbar. Durch die Digitalisierung geht heute natürlich alles viel schneller und man muss nicht so lange auf Antworten warten. Ich wollte mit meinem Posting auch nicht sagen, dass ich Weiterbildung günstig finde. Ganz im Gegenteil, es kostet leider alles sehr viel Geld. Aber es gibt auch Dinge, die sich meiner Meinung nach durch die Digitalisierung verbessert haben.

Wirklich günstig finde ich nur reine Online-Kurse wie udemy es anbietet. Wobei die Qualität hier sehr unterschiedlich ist. Ich hatte Kurse mit guten Dozenten, aber auch Pech und hatte schlechte Kurse erwischt.

Bearbeitet von Aramon

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Es gibt schon Anbieter, welche die Papierunterlagen nur noch auf Nachfrage versenden, teilweise kostenlos, teilweise kostenpflichtig. Anderen bieten einen Nachlass, wenn bewusst darauf verzichtet wird.

 

Neben dem Hauptstandort, der sicherlich bleiben wird, haben viele Anbieter ja auch ein Netz von Studienzentren, in denen auch Präsenzveranstaltungen stattfinden und da ist es dann tatsächlich so, dass die Dozenten dort hingefahren sind und das ja auch weiterhin noch tun.

 

Aber natürlich, auch die Investitionen in die Digitalisierung kosten Geld und einige der angebotenen Dienstleistungen, so arbeiten einige der Anbieter ja an mehr Betreuung, gerade auch im nicht-fachlichen Bereich wie Coaching oder psychologische Beratung.

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