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Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.


Anyanka

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So, dann will ich mal das gute alte Blog hier abstauben und mich mit einem Update zurückmelden, bevor ich hier total in der Versenkung verschwinde.

 

Ich habe mich seit meinem letzten Eintrag sehr rar gemacht hier im Forum, und auch mein Studium lag in den letzten Wochen auf Eis. Aus den großen Plänen, vor meinem Urlaub noch die geplante Klausur in Methoden und Instrumente II zu schreiben, ist nichts geworden.

 

Kurz nach meinem letzten Update starb völlig überraschend mein Vater, nur 3 Monate, nachdem wir bereits meine Mutter beerdigen mussten (was ich hier kaum thematisiert hatte, es erschien mir zu dem Zeitpunkt zu persönlich). Jeder kann sich wohl vorstellen, dass einem das erstmal den Boden unter den Füßen wegreißt. 
Ich hatte zu meinen Eltern nicht das engste Verhältnis. Wir waren nicht zerstritten, aber meine Kindheit war aus verschiedenen Gründen eher schwierig und unsere Beziehung eher von gegenseitigem Missverstehen und Desinteresse geprägt. Jeder erwartet, dass man trauert, wenn die eigenen Eltern gehen müssen, und ich kann jetzt sagen: ja, das tut man, aber manchmal einfach um das, was man sich sein Leben lang gewünscht hat, nie bekam und jetzt endgültig nie mehr möglich sein wird. Die PsychologInnen unter Euch hätten Eure wahre Freude an meiner Familie und so manch wissenschaftliche Arbeit ließe sich schreiben zum Thema "Methoden, enttäuschte Erwartungen an verschiedene Familienmitglieder zu kompensieren".  
Jetzt bin ich also doch persönlicher geworden, als ich es ursprünglich mal vorhatte, damit ist das Thema aber eigentlich auch abgehakt. Ich will hier ja ein realistisches Bild meines Studiums als Mutter (und Mensch) vermitteln, und da scheint eben nicht immer die Sonne, und nicht immer läuft alles glatt. Mir geht es grundsätzlich gut, ich komme klar, ich denke viel nach (was ja überhaupt nichts Negatives ist) und bin gestresst von der Nachlassverwaltung, bei der ich aber zum Glück viel Unterstützung durch meine Geschwister habe. Ich muss damit leben, dass meine Art zu Trauern, die viel mit rabenschwarzem Humor zu tun hat, nicht bei allen Menschen gut ankommt, aber um es mal sehr klar auszudrücken: Das ist mein Ding und auf die Meinung anderer gebe ich in dem Zusammenhang einen Scheiß. :glare:

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Ursprünglich hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn gedacht, dass mich dieses Ereignis natürlich nicht davon abhalten würde, trotzdem noch pünktlich vor unserem Urlaub meine Klausur zu schreiben. Selbstüberschätzung? Kann ich! Mein Körper seufzte einmal laut, sprach "Hold my beer!" und gab sich dann nach meiner zweiten Corona-Impfung dem Totalausfall hin. Ich war eine Woche richtig krank und hatte danach noch eine weitere Woche migräneartige Kopfschmerzen (die ich sonst nicht habe). Haarscharf war ich zumindest am Tag der Beerdigung wieder einigermaßen zu gebrauchen, aber an Lernen war überhaupt nicht zu denken. (Selbstverständlich bereue ich die Impfung trotzdem in keinster Weise - das Gefühl, komplett durchgeimpft zu sein, ist großartig.)
Letztendlich habe ich hin und her überlegt, und dann die einzig vernünftige Entscheidung getroffen: Pause, und zwar so richtig. Es waren eh nur noch 1,5 Wochen bis zu unserem Urlaub und ich habe einfach alles, was mit dem Studium zu tun hatte, an die Seite gelegt. Auch im Urlaub (2,5 Wochen Dänemark :D:001_wub:) habe ich den ganzen Kram nicht angefasst, und ich habe mir sogar noch "erlaubt", danach erstmal wieder in Ruhe zu Hause anzukommen. Heute ist der erste Tag, an dem ich wieder am Schreibtisch sitze und schaue, was von meinem bisher erlangten gefährlichen Halbwissen im Modul noch übrig ist - Spoiler-Alarm: nicht viel. Egal. War trotzdem richtig, auf die Bremse zu treten.

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Während des ganzen Trubels traf übrigens irgendwann noch die letzte offene Note bei mir ein - eine 1,0 in Methoden und Instrumente I. Daran gibt es natürlich überhaupt nichts zu Meckern, es war im Gegenteil ein echter Lichtblick zwischen vielen geballten Rückschlägen.

Und nun? Tja, nützt ja nichts, es geht halt so weiter wie sonst auch. Lernen, dabei von 1000 Terminen aufgehalten werden, nebenbei die Kinderzimmer renovieren, eine Einschulung vorbereiten ... und dabei trotzdem hoffentlich ein bisschen vernünftig sein und Achtsamkeit und Selfcare nicht völlig vergessen. 
Der Plan zurzeit ist, Anfang August die geplante Klausur nachzuholen und dann endlich die Präsentation in Sozialpolitik zu erstellen und natürlich auch zu halten. Nur eine grobe Planung, viel mehr möchte ich mir im Moment gar nicht als Ziel setzen. 

 

Ich hoffe, ab jetzt wieder ein bisschen aktiver hier im Forum zu sein, es ist und bleibt für mich eine gute Motivation für mein Studium
Passt auf Euch auf und habt einen schönen Sommer!
 

 

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4 Kommentare


Empfohlene Kommentare

TomSon

Geschrieben (bearbeitet)

Da ist doch relativ viel in kurzer Zeit zusammengekommen. Es freut mich, dass du wieder am Start bist und es dir so einigermaßen gut geht. Geht ja auch nichts über Selbstfürsorge, wie ich gerade selber merke. 😉

 

Halt die Ohren steif! 👂 Und sei gedrückt.

Bearbeitet von TomSon
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Erst einmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen.
Manchmal braucht man eine kleine Auszeit um zu sich selber zu finden und wieder neue Kraft zu tanken. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Studium.

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Schön, von Dir zu lesen. Schon krass, zwei Todesfälle in so kurzer Zeit nacheinander. Alles Gute für Dich dabei, das alles zu verarbeiten. Und ich finde auch, dass dafür und für Trauer jeder seinen eigenen Weg hat und diesen auch gehen darf.

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