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Messtechnik "Labor"


brotzeit

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Hallo zusammen,

am Montag fand die vier stündige Veranstaltung von 16.00 bis 20.00 Uhr statt. Für den angesprochenen Inhalt hätte es auch bis 17.30 Uhr gereicht. Im Prinzip wurde nur eine Powerpoint Präsentation vorgetragen und die Aufgabe für das Assignment verteilt.

Warum konnte das Labor nicht in Präsenz mit den vollen zwei Tagen an einer Partnerhochschule stattfinden? Antwort: Das Messtechnik Labor soll bei Akad eingegliedert werden und ist einfach noch nicht fertig, sprich die entsprechende Hardware ist nicht da und man hat bei der Partnerhochschule nichts angemeldet.

Ein Messtechnik Labor ohne Messtechnik und ohne Labor ist für mich ein Seminar und eben kein Labor. Im Prinzip handelt das komplette Modul nur von statistischen Berechnungen inkl. Fehlerfortpflanzung. Das nimmt ca. 80% des Schwerpunktes ein. Die Messtechnik an sich, also wie man misst kann auf diese Art nicht dargestellt werden. Hier macht sich einfach die Schwäche eines Fernstudiums bemerkbar. Das geht einfach garnicht anders, denn das zwei tägige Labor hatte auch nicht wirklich mehr zur Praxis beigetragen.

Der "Labor"bericht spiegelt meine obige Beschreibung wieder, denn man hat Messreihen erhalten die man in statistischen Berechnungen verwursten muss und entsprechend darstellen. Nix messen....

Totale Enttäuschung das Ganze.

Ich hatte mir ein Buch zur Messtechnik besorgt und der statistische Anteil darin liegt von 400 Seiten bei knapp 20 Seiten. Man kann also erkennen worauf ich hinaus will.

 

Außerdem sprach ich unseren Prof darauf an, dass in den Modulforen von den Tutoren teilweise nicht geantwortet wird. Er möchte sich darum kümmern.

So kamen wir auch noch etwas allgemeiner ins Gespräch und ich fragte ihn nach dem unfassbar hohen Schwierigkeitsgrad einiger Studienbriefe in Physik. Ich würde die Antwort amüsant finden, hätte ich nicht unzählige Stunden in den Sand gesetzt.

Das betrifft jetzt nicht nur Physik, aber einige Studienbriefe hätten Masterniveau was man zum jetzigen Zeitpunkt noch garnicht verstehen könne, da einem ja dafür die erforderliche Mathematik fehlt. Von diesen Briefen wird aber auch nichts in der jeweiligen Klausur abgefragt. Ihm ist auch bewusst, dass der Schwierigkeitsgrad über dem anderer FHs liegt und sie hätten mit dem neuen Curriculum seit diesem Jahr dagegen gesteuert. Ich hätte leider Pech und muss die alte Prüfung schreiben, bei der im Schnitt 60% durchgefallen sind. Aber er hat mir den Tipp gegen, ich soll mit den Onlineübungen und der Probeklausur lernen, die auch erst seit kurzem Verfügbar sind. Damit reduziert sich das Risiko des Durchfallens drastisch, denn der Aufgabenpool zwischen Übungen und Prüfung soll wohl ähnlich sein, zumindest vom Niveau her. Die Hefte soll ich liegen lassen, da ist einfach zu viel Zeug drin und nicht aufs wesentliche beschränkt.

Ich habe ihn gefragt woher man solche Dinge als Fernstudent denn wissen soll, keine Antwort. Außerdem kam noch durch, dass es wohl die bessere Strategie wäre, zuerst zu schauen was in der Klausur verlangt wird und dann den entsprechenden Stoff zu lernen. Wenn danach noch Zeit ist, kann man sich andere Dinge anschauen. Was ich jetzt da raus gezogen habe ist, dass Akad mit den Studienbriefen überhaupt kein richtiges Konzept verfolgt, manche Studienbriefe sind für die Klausur nicht relevant, in wieder anderen steht zu wenig und in den Klausuren wird Stoff abgefragt der über die Lehrbriefe hinaus geht. 

Für die Zukunft muss mich mir mal Gedanken machen, denn in Physik hätte ich in der aufgewandten Zeit die Klausur schon hinter mir haben können.

 

Meine Reaktion auf das Labor war jetzt nichts, im Gegensatz  zu einigen Kommilitonen die als Fachfremde studieren und noch nie die Möglichkeit hatten ein Messgerät zu benutzen.

Bearbeitet von brotzeit

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9 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Hmm, ein Messtechnik-Labor ohne selber irgendetwas zu messen ist in der Tat etwas schräg, ich kann Deinen Unmut da völlig nachvollziehen. An der WBH ist so etwas allerdings gar nicht vorgesehen, da wird die Messtechnik per se nur völlig theoretisch abgehandelt.

 

Die Labore bei Elektro- und Informationstechnik sind an der WBH aber auch eine etwas komische Nummer, man startet im ersten Semester mit einem Kick-Off-Projekt, wo man einen Lego-Roboter programmiert und ein wenig dazu dokumentiert. Im zweiten Semester gibt es ein Informatik-Labor, bei dem man mit einer in der Praxis kaum vorkommenden Software Wasser in einen Behälter pumpt, ich habe da nix gelernt. Im dritten Semester gibt es ein Mathe-Labor, dort geht es ausschließlich um Matlab und Simulink; nach einem seichtem Start stieg dann plötzlich die Lernkurve derart an, dass niemand mehr mitkam, wirklich gelernt habe ich da auch nichts. Das Systeme-und Modelle-Labor im vierten Semester kann ich kaum beschreiben, 1,5 Tage in Darmstadt verbracht und alle Teilnehmenden haben sich gefragt, was soll das hier? Nuja, letzte Woche hatte ich dann das Vergnügen, mal zwei Labore an einer Partnerhochschule zu besuchen, innerhalb drei Tagen wurden 12 Versuche der Nachrichtentechnik durchgezogen, man hat natürlich kaum eine Chance, sich auf so ein Blockpraktikum gezielt vorzubereiten, die Betreuer haben grob erklärt, was zu tun ist; das wirkliche Lernen kommt erst jetzt bei der Auswertung der Versuche, dafür war während der Labore einfach keine Zeit. Nächste Woche steht dann für mich an der Hochschule Bochum noch das Regelungs- und Automatisierungstechnik-Labor an.

 

Gerade als Ingenieur ist die Praxis natürlich nicht zu unterschätzen und ich denke, besonders die Labore an den Partnerhochschulen bringen schon einen Mehrwert. Sind denn alle Eure Labore an der AKAD oder finden auch welche an Partnerhochschulen statt?

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brotzeit

Geschrieben (bearbeitet)

vor 57 Minuten schrieb DesPres:

Sind denn alle Eure Labore an der AKAD oder finden auch welche an Partnerhochschulen statt?

Um ehrlich zu sein habe ich keine Ahnung. Nach Modulhandbuch wären schon das erste Elektronik Labor (Online wegen Corona) und dieses an Partnerhochschulen gewesen. Aber solche Sachen werden einfach umgestellt und der Student steht vor vollendeten oder wie in diesem Fall vor unvollendeten Tatsachen.

Aber es ist beruhigend, dass es wo anders auch nicht besser läuft. Insgesamt ist es natürlich eine Sauerei. 

Wenn ich mir die Versuche so anschaue, kann ich eigentlich auch froh sein dort nicht aufschlagen zu müssen. Irgendwelche Holzklötze mit einer Bügelmessschraube zu messen und dann doch nur wieder statistisch auszuwerten kann auch nicht Sinn der Sache sein. In einem anderen ging es um Spannungsmessungen an einem Solarpanel bei verschiedenen Lichtverhältnissen. Ich dachte ich messe mit dem Oszi oder dem Spektrumanalyzer oder so etwas. Da war vermutlich die Erwartungshaltung einfach zu hoch.

 

Bearbeitet von brotzeit
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Cocooned

Geschrieben (bearbeitet)

Danke für deinen Eintrag, ich bin sehr gespannt wie das in anderen Studiengängen gelöst wird. Ich glaube, dass ich erst in den Vertiefungen Labore haben, meine Frau hat dafür schon einige mehr im Verlauf ihres Studiengangs.

 

Ich kann dir aber auch berichten, dass die Labore in einem Präsenzstudium nicht unbedingt hilfreich für spätere Aufgaben sind. Ich hatte im Erststudium sehr viele Labore (z.B. Elektrische Maschinen, Robotik, Mess- und Regelungstechnik, Leistungselektronik, ...) und hatte immer den Eindruck, dass es nur darum geht Anwesend zu sein und im Anschluss einen Bericht zu verfassen. In meinem ersten Job als Entwicklungsingenieur von mechatronischen Medizingeräten musste man mir erstmal beibringen wie ich ein Oszi richtig bediene. Das was man später, in technischen Berufen, wirklich braucht lernt man im "Training on the Job". Studium und Grundlagen braucht man um eingestellt zu werden. Später geht es dann nur noch um Berufserfahrung und "sich verkaufen können"* 😉

 

*beruht auf meiner persönlichen Erfahrungen aus zwei Arbeitsstellen und dem Mitentscheiden wen wir einstellen in der aktuellen Rolle.

Bearbeitet von Cocooned
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Das ist bitter und erinnert mich an einen ILS-Studienbrief. Da durfte man die Bedienung eines Oszi rein theoretisch auswendig lernen.

 

Ich bin mir da nicht sicher, meine aber aufgeschnappt zu haben, dass an der Fernuni Hagen Elektrotechnik die Studierenden ein Arduino oder Raspberry Pi bekommen haben und damit gewisse praktische Arbeiten gemacht haben.

 

Da könnte man doch heutzutage im Fernunterricht sehr viel machen und es ist auch günstig wie nie zuvor (und interessante THT-Bauteile gibt es ja noch immer). Für die Grundprinzipien braucht man ja auch kein kalibriertes HP-Irgendetwas im 5-stelligen EUR-Bereich. Sondern man könnte ja eigene "simple" Messgeräte auch selbst entwickeln und bauen.

 

Wird so etwas nicht genutzt oder ist das schon "zu" praxisorientiert?

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brotzeit

Geschrieben (bearbeitet)

 

Den Arduino bekommen wir noch in Mikrocomputersysteme mit Labor. Da muss man dann auch irgendwas basteln und ein C Programm dazu schreiben, wie ich es mitbekommen habe. Es wird dann ausdrücklich gewünscht C++/C zu benutzen und nicht den Arduino Slang. Da freue ich mich auch schon drauf, aber muss auch gleichzeitig meine Erwartung nach unten korrigieren.

Bearbeitet von brotzeit
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Ja, ich hoffe jetzt nicht, dass der Arduino Slang überhaupt an Hochschulen genutzt wird. Aber es scheint mir eine gute fertige Ausgangs-Basis für die erste Erfahrung mit MC zu sein.

 

Dabei muss ich zugeben, dass ich noch nie einen Arduino wirklich selbst genutzt habe. Als E-Technik-Hobbyist entwickle ich das lieber selbst. Aber als Ausgangsgrundlage scheint mir soetwas sehr sinnvoll zu sein. Und man kann ja den eigentlich MC so programmieren wie man mag.

 

Falls Du es noch nicht kennst:

https://www.mikrocontroller.net

ist ein recht gutes Forum für diesen speziellen Bereich, wobei da öfter ein ruppiger Ton herrscht.

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vor 30 Minuten schrieb WiInfo:

Falls Du es noch nicht kennst:

https://www.mikrocontroller.net

ist ein recht gutes Forum für diesen speziellen Bereich, wobei da öfter ein ruppiger Ton herrscht.

Das kenne ich schon, dort sollte man sich aber eher nicht als Fernstudent zu erkennen geben🤫. Die Leute da feinden sich eigentlich nur gegenseitig an. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Threats gelesen. Bin nicht so begeistert von dem Forum.

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vor 1 Stunde schrieb brotzeit:

Das kenne ich schon, dort sollte man sich aber eher nicht als Fernstudent zu erkennen geben🤫.

Noch schlimmer ist dann Techniker oder fernstudierender Techniker. 🙈

 

 

vor 1 Stunde schrieb brotzeit:

Die Leute da feinden sich eigentlich nur gegenseitig an. Vielleicht habe ich auch nur die falschen Threats gelesen.

Bei vielen Themen artet das dann früher oder später wirklich aus. Aber ein paar Seiten später sind sie oft wieder die besten Freunde.Da stoßen halt auch unterschiedliche Philosophien aufeinander, die dann ausgetragen werden. Dazu gibt es auch noch einige Trolle.

 

Generell abgeneigt ist man auf Hausaufgaben-Threads oder Fragen wo klar ist, dass jemand nichtmal die dse-faq kennt.

 

Aber bei einem sinnvollem Thread wird einem da auch immer kompetent weitergeholfen. 

 

 

vor 1 Stunde schrieb brotzeit:

Bin nicht so begeistert von dem Forum.

Kann ich verstehen. Wer den rüden Ton scheut, kann da auch eher einen weiblich klingenden Benutzernamen verwenden...

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  • Community Manager
Markus Jung

Geschrieben

Hm, in Hinblick auf Labore gibt es wohl noch viel Entwicklungspotenzial bei den Fernhochschulen. Wobei ich teilweise auch schon sehr gute Beispiele gesehen habe, auch als Distanzlabore, entweder simuliert, oder aber auch, dass vom heimischen PC aus die Labore gesteuert und der Verlauf über Kameras verfolgt werden konnte. Oder auch, dass Bausätze vorab verschickt wurden und dann gemeinsam zusammengebaut/programmiert oder die Ergebnisse besprochen wurden.

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