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Einmal was aus der Präsenz


Kruemmelchen

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Was verbirgt sich hinter einem systemischen Therapeuten? Was machen die? Wie wird man das? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Systemische Therapie ist ein eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, das in unterschiedlichen Settings als Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppentherapie praktiziert wird. Seit Beginn der 80er Jahre entwickelte sie innerhalb des Feldes der klassischen Familientherapie, indem sie sich über Fragen von Familienstruktur und -dynamik hinaus stärker an systemisch-konstruktivistischen Grundideen orientierte (Quelle: https://systemische-gesellschaft.de/systemischer-ansatz/arbeitsbereiche/systemische-therapie-u-beratung/)

Zudem ist die systemische Therapie ein neues anerkanntes Verfahren. Systemische Therapie ist seit 22. November 2019 Richtlinienverfahren; sie wird seit Juli 2020 als ambulante Leistung für Erwachsene von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.  (Quelle: https://www.dgsf.org/themen/gesundheitspolitisches/systemische-psychotherapie#:~:text=Systemische Therapie ist seit 22,Hier finden Sie nähere Informationen.). Sprich seit fast 3 Jahren hat die systemische Therapie den gleichen Stellenwert wie die Verhaltens-, tiefenpsychologische und psychoanalytische Therapie. Somit sollte der Irrglaube, "systemische Therapeuten sind nur für Familien und auch nur in privaten Leistungen" auch vom Tisch sein. Bei der systemischen Therapie handelt es sich um ein vollständig wissenschaftlich anerkanntes Verfahren.

Es ist sogar mittlerweile so weit, dass es einen systemischen Therapeuten gibt der approbiert ist. Institute, die Mitglied der DGSF oder der Systemischen Gesellschaft (SG) sind, bieten eine staatlich anerkannte und zur Approbation führende Ausbildung in Systemischer Therapie teilweise schon seit längerem an (Quelle: https://www.dgsf.org/themen/gesundheitspolitisches/systemische-psychotherapie/approbation). 

Somit sollte die erste Frage geklärt sein.

 

Aber was macht nun ein systemischer Therapeut?

Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein. Die beteiligten Personen müssen bei einer Systemischen Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein (Quelle: https://www.therapie.de/psyche/info/therapie/systemische-therapie/).

Und ja es werden Störungen behandelt und somit auch therapiert

Der Nutzen und die Wirksamkeit der Systemischen Therapie konnten ausreichend belegt werden. Dabei wurde die Wirksamkeit für fünf Störungsbereiche nachgewiesen:

Angststörungen und Zwangsstörungen

Unipolare depressive Störungen

Schizophrenie

Substanzkonsumstörungen

Essstörungen

(Quelle: https://www.therapie.de/psyche/info/therapie/systemische-therapie/)

Auf die einzelnen Techniken wie bspw. Skulpturen werde ich nun nicht explizit eingehen.

Ich denke Frage 2 ist auch geklärt

 

Aber wie wird man nun systemischer Therapeut?

Hierfür habe ich einfach mal was rausgesucht

1. Theoretische Ausbildung: 600 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Min.

2. Selbsterfahrung: 120 UE à 45 Min.

3. Praktische Tätigkeit: 1800 Stunden à 60 Min. (ca. 18 Monate), davon mind. 1200 Stunden in einer stationären psychiatrischen Einrichtung und mind. 600 Stunden in „vom Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtungen der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung“, in der Praxis eines/r Arztes/Ärztin mit einer entsprechenden Weiterbildung oder eines/r Psychologischen Psychotherapeuten/in, bzw. eines/einer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/in

4. Praktische Ausbildung unter Supervision: Durchführung von mind. 600 Therapiestunden (à 60 Min.) unter Supervision (davon mind. 50 Stunden in Einzelsupervision und 100 Stunden als Gruppensupervision)
„Freie Spitze“: Jedes Institut kann entscheiden, wie die restlichen Stunden verteilt werden (Intervisionsgruppen, Vor- und Nachbereitung von Therapien, Falldokumentationen, praktische Ausbildung etc.)
(fakultative) Zwischenprüfung: jedes Institut kann entscheiden, ob etwa nach der Hälfte der Ausbildung und vor Beginn der praktischen Ausbildung eine Zwischenprüfung stattfindet

5. Abschlussprüfung: Am Ende findet eine staatliche Prüfung statt, die in die Approbation mündet. Sie besteht aus einer schriftlichen Prüfung, welche von der entsprechenden staatlichen Stelle organisiert und durchgeführt wird. Daran schließt sich eine mündliche Prüfung an, welche vom jeweiligen Institut organisiert und durchgeführt wird

 

Wer kann systemischer Therapeut (Psychotherapie) werden?

Für diese Art der Ausbildung gelten die Zulassungsvoraussetzungen wie für jeden Therapeuten

Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist nach § 5 Abs. 2 PsychThG Absatz 1:

eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Diplom-Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt und gemäß § 15 Abs. 2 Satz 1 des Hochschulrahmengesetzes der Feststellung dient, ob der Student das Ziel des Studiums erreicht hat,

ein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes gleichwertiges Diplom im Studiengang Psychologie (einschl. klinische Psychologie) oder

ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie (einschl. klinische Psychologie).

Gleichgestellt sind Masterabschlüsse im Studiengang ´Psychologie` sofern das Fach ´klinische Psychologie` nachweislich Gegenstand einer Prüfungsleistung ist. Der Studienabschluss muss an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule erworben worden sein.

Den Zugang ermöglichen auch Masterstudiengänge, die eine andere Bezeichnung tragen, sofern sie bis spätestens zum Wintersemester 2018/19 aufgenommen wurden und bislang den Zugang nach § 5 Abs. 2 Nr. 1 a) PsychThG in Nordrhein-Westfalen ermöglicht haben. Gleichgestellt sind ferner für denselben Zeitraum Masterstudiengänge, die keine Abschlussprüfung im Fach ,Klinische Psychologie‘ aufweisen, sofern das Fach ‚Klinische Psychologie‘ im vorangegangenen Bachelorstudiengang mit einer Prüfungsleistung nachgewiesen wird.

Der neue Studienabschluss muss vom inhaltlichen und zeitlichen Umfang der "alten" Rahmenprüfungsordnung des jeweiligen Diplomstudiengangs entsprechen (das bedeutet zeitlich, dass er mind. 240 ECT-Punkte umfassen muss, so dass ein Bachelorabschluss leider nicht ausreicht).

Vorleistungen wie z. B. Tätigkeit in einer Psychiatrie oder eine Weiterbildung im Bereich Familientherapie führen NICHT zu einer Verkürzung der Ausbildung

(Quelle: https://www.ifs-essen.de/aus-weiterbildung/ausbildung-psychotherapie/psychologische-psychotherapie/)

 

Nun gibt es noch den Weg über den systemischen Berater und anschließend Therapeut (nicht approbationskonform)

Hierfür absolviert man eine Ausbildung (die dürfen alle beginnen, die mit folgende Voraussetzungen erfüllen

Hochschul-, Fachhochschul-, Fachschulabschluss oder eine spezifische berufliche Ausbildung,

Tätigkeit in einem Arbeitsfeld, das die Umsetzung systemischer Ideen und Vorgehensweisen ermöglicht,

mehrjährige Berufspraxis im beraterischen Feld ist erwünscht.

Über die Zulassung zur Weiterbildung entscheidet das Institut nach einem persönlichen Erstgespräch

(Quelle: https://systemische-weiterbildung.com/weiterbildung-systemische-beratung)

Diese Ausbildung umfasst 2 Jahre mit Präsenzphasen (für den der sich dafür interessiert hier einmal exemplarisch ein Curriculum: https://www.iagus.de/systemische-beratung/curriculum-systemische-beratung-2008/). 

Nach erfolgreichem Abschluss des systemischen Beraters, kann man in die Weiterbildung systemischer Therapeut/Gesundheitscoaching gehen. Dieses beinhaltet keine Approbation und wird nur von ausgewählten privaten Krankenkassen übernommen

Hier ist das Hauptaugenmerk aber auf dem Coaching und der Beratung gelegt - sprich es wird keine Therapie von Störungen durchgeführt, sondern die Hilfe zur Selbsthilfe

Zulassungsvoraussetzungen für den anschließenden (nicht approbationskonformen) Therapeuten

Erfolgreicher Abschluss eines Fachhochschul- oder Hochschulstudiums in einer humanwissenschaftlichen Disziplin (begründete Ausnahmen sind möglich) und eine abgeschlossene Weiterbildung in systemischer Beratung mit einer Anerkennung der DGSF oder SG.

Tätigkeit in einem beruflichen Arbeitsfeld, in dem therapeutisches Arbeiten sowie die Umsetzung systemischer Ideen und Vorgehensweisen möglich sind.

Über die Zulassung zur Weiterbildung entscheidet das Institut . Falls ein*e Weiterbildungsteilnehmer*in die Zulassungsvoraussetzungen für den SG-Weiterbildungsnachweis „Systemische Therapie“ nicht erfüllt, das Weiterbildungsinstitut aber die Vergabe eines Weiterbildungsnachweises für angemessen hält, erstellt das Weiterbildungsinstitut eine individuelle Äquivalenzbescheinigung. Das Weiterbildungsgremium der SG entscheidet über eine Ausnahme auf Grundlage der eingereichten Unterlagen.  (Quelle: https://systemische-weiterbildung.com/weiterbildung-systemische-therapie-und-gesundheitscoaching)

 

Ja ich weiß es ist keine Möglichkeit ohne die Approbation wirklich zu therapieren, aber es ist immerhin eine Möglichkeit (Weg 2) mit einem wissenschaftlich fundierten Ansatz Menschen auf dem Weg zur Genesung zu unterstützen. 

 

Es ist nun einmal ganz klar nicht möglich zu therapieren, wenn man nicht approbiert ist. Dessen müssen wir uns alle ganz klar sein. Es ist ja auch der richtige Ansatz - immerhin sind alle die den Weg in die Psychologie gehen, hoffentlich so reflektiert, dass sie sich über die hohe Verantwortung und auch die hohen Erwartungen bewusst sind.

 

Diesen Block habe ich nur verfasst, um den systemischen Ansatz zu erklären, immerhin wurde darauf ja heute hingewiesen in einem gut besuchten Thema hier auf fi 

 

So wünsche allen eine gute Nacht und vielleicht hat der eine oder andere ja nun auch mal ein neues und vor allem spannendes Themengebiet kennengelernt.

17 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Das hast du schön geschrieben.

Das wäre damals beinahe meine Richtung gewesen. Wobei es dennoch viele Parallelen zur Heilpädagogik gibt. Meine Chefin ist sogar sys. Therapeutin, also sind wir quasi das perfekte Dreamteam - yea.

Zitat

Sprich seit fast 3 Jahren hat die systemische Therapie den gleichen Stellenwert wie die Verhaltens-, tiefenpsychologische und psychoanalytische Therapie. Somit sollte der Irrglaube, "systemische Therapeuten sind nur für Familien und auch nur in privaten Leistungen" auch vom Tisch sein. Bei der systemischen Therapie handelt es sich um ein vollständig wissenschaftlich anerkanntes Verfahren.

Tatsächlich fällt mir dieses Abwerten größtenteils von anderen Heil- und Therapieberuflern auf. Eigentlich schade, da man besser gemeinsam als gegeneinander arbeiten sollte und gerade diese Spezialisierungen sich untereinander unterstützen können, aber na ja: Menschen halt.

Bei Laien habe ich die Erfahrung gemacht, dass dies denen relativ egal ist: meistens wird alles pauschal "Psychologe" oder "Therapeut" genannt und letzten Endes ist ihnen die Vita des Gegenübers zweitrangig, sofern ihr Anliegen respektvoll, vertraulich und kompetent gehandhabt wird. Ist auch vollkommen okay, ich weiß ja auch nicht, was Fluglotsen den ganzen Tag treiben bzw. wie sie arbeiten, solange ich aber sicher von A nach B komme, können sie auch meinetwegen den ganzen Tag Kopfstand üben.

Gute Nacht :)

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vor 4 Stunden schrieb FOM Alumni:

Tatsächlich fällt mir dieses Abwerten größtenteils von anderen Heil- und Therapieberuflern auf. Eigentlich schade, da man besser gemeinsam als gegeneinander arbeiten sollte und gerade diese Spezialisierungen sich untereinander unterstützen können, aber na ja: Menschen halt.

Es ist so schade, dass viele gerade einen umfassenden Ansatz ausschließlich in eine bestimmte Ecke "abschieben". Denn bei sehr vielen Problemen, Erkrankungen und Störungen betrifft das Problem nicht ausschließlich den Betroffenen sondern auch sein Umfeld. Zudem beeinflusst das Umfeld auch die erkrankte Person......

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Danke für Deine umfangreichen Infos.

 

Zitat

Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist nach § 5 Abs. 2 PsychThG Absatz 1:

 

Hier vielleicht noch eine Anmerkung ergänzen, dass sich dieses Zitat auf das alte und nicht mehr gültige Psychotherapeutengesetz bezieht? Die aktuelle Fassung zum Beispiel hier:

https://www.buzer.de/PsychThG_2020.htm

 

Im Übrigen schätze ich den systemischen Ansatz auch sehr, auch jenseits der Therapie in Beratungsfragen, bei Problemen und auch allgemein im Leben ist diese Sicht oft hilfreich und aufschlussreich.

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Also, wissenschaftlich fundierte Wege, um beratend und therapeutisch mit Menschen zu arbeiten, gibt es ja viele, und das sind nicht nur die anerkannten Verfahren. Da ist Deutschland ja durchaus etwas "hinterher", um das mal so zu formulieren. 

 

In deinem Beitrag zur IU Health hattest du den systemischen Therapeuten noch in einem Zug mit dem HP Psych und der Approbationsausbildung genannt, daher war bei mir der Eindruck entstanden, der systemische Therapeut nimmt eine Sonderstellung ein, was ja so gar nicht stimmt. Das schreibst du ja oben auch. Klar, manche Arbeitgeber finden eine abgeschlossene systemische Ausbildung vor Aufnahme der Berufstätigkeit richtig gut, aber manche bezahlen diese Weiterbildung auch, wenn man eingestellt wird. 

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vor 4 Minuten schrieb Markus Jung:

Hier vielleicht noch eine Anmerkung ergänzen, dass sich dieses Zitat auf das alte und nicht mehr gültige Psychotherapeutengesetz bezieht? Die aktuelle Fassung zum Beispiel hier:

https://www.buzer.de/PsychThG_2020.htm

 

Entschuldigung, aber der Faux pas ist mir heute Nacht (nach Dienst) echt unterlaufen. Danke für den Hinweis und die hilfreiche Ergänzung

 

Ich bin seit einem Wahlpflichtmodul an der IU ein bekennender Anhänger des systemischen Ansatzes und werde auf jeden Fall in diese Richtung weiterhin gehen. Zumal er in dem von mir präferierten Bereich eine sinnvolle Ergänzung darstellt

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vor 3 Minuten schrieb TomSon:

In deinem Beitrag zur IU Health hattest du den systemischen Therapeuten noch in einem Zug mit dem HP Psych und der Approbationsausbildung genannt, daher war bei mir der Eindruck entstanden, der systemische Therapeut nimmt eine Sonderstellung ein, was ja so gar nicht stimmt. Das schreibst du ja oben auch.

 

Weiter unten steht der Ausbildungsweg systemischer Therapeut/Beratung.

Das heißt im Endeffekt gibt es hier beide Wege. Einmal den approbierten und einmal eine Ausbildung im Bereich Beratung.

Leider heißt auch die Aufbauausbildung (nach dem systemischen Berater) oftmals systemischer Therapeut mit dem Zusatz Berater

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Danke für den Blog. Im Endeffekt stimmen unsere beiden Aussagen ja überein. Als systemischer Therapeut ohne Approbation müssen die Leistungen grundsätzlich privat bezahlt werden (abgesehen von einigen privat Versicherten), während als systemischer Therapeut mit Approbation die Leistungen mittlerweile von den Krankenkassen übernommen werden, da es ein Richtlinienverfahren ist. 

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vor einer Stunde schrieb psycCGN:

Danke für den Blog. Im Endeffekt stimmen unsere beiden Aussagen ja überein

Es ist halt gerade in diesem jungen Teilgebiet noch alles etwas unbekannt. Zudem finde ich die doppelte Bezeichnung „systemischer Therapeut“ unglücklich gewählt. Hoffentlich ändert sich da noch etwas mit der Zeit.

zumal ich definitiv von diesem Ansatz überzeugt bin und denke, dass er eine starke Konkurrenz zu den altbekannten darstellen kann 

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Hm, wer bei der systemischen Therapie eine psychotherapeutische Leistung meint, kann gerne von „systemischer Psychotherapie“ sprechen. 
Therapeutisches Handeln schließt ja nicht immer eine Heilbehandlung ein. Das beste Beispiel, das mir gerade einfällt, ist die Lerntherapie oder die von dir genannte Ehe-, Paar- und Familientherapie.

 

Wer also professionell und mit einschlägiger Ausbildung systemisch-therapeutisch arbeitet, ohne eine Heilbehandlung durchzuführen, darf meiner Meinung nach zurecht behaupten, systemischer Therapeut zu sein.

 

 Ich gebe zu, dass ich die leider erfolgreichen Bemühungen der Psychologie kritisch sehe, andere Qualifikationen von der KJP Ausbildung auszuschließen, die neuropsychologische Ausbildung nur noch für Psychotherapeuten vorzusehen, die starke Nähe zur Medizin zu suchen und sich vllt auch ein Monopol in Sachen Coaching aufbauen zu wollen (zumindest wenn es nach der PFH Göttingen geht)

 

Nachdem die systemische Therapie als Richtlinienverfahren anerkannt ist, frage ich mich tatsächlich, wie lange es noch dauert, bis irgendwelche Psychologenverbände die Abschaffung der Ausbildung in systemischer Therapie für nicht Approbierte fordern 🙈🙈🙄

 

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Danke für diesen Beitrag.

 

Ich mag den systemischen Ansatz sehr gerne und freue mich auch schon auf das Modul an der IU.

 

Privat hat mir die systemische Therapie neue Welten und Horizonte geöffnet 🙂

 

Mal sehen, wo mich mein Weg hinführt, aber ich denke das Systemische wird ein Teil davon sein.

 

Ich denke auch es ist etwas unglücklich, das systemische Therapie für zweierlei Wege benutzt wird. 

 

Lg

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vor 11 Stunden schrieb psycCGN:

Hm, wer bei der systemischen Therapie eine psychotherapeutische Leistung meint, kann gerne von „systemischer Psychotherapie“ sprechen. 
Therapeutisches Handeln schließt ja nicht immer eine Heilbehandlung ein. Das beste Beispiel, das mir gerade einfällt, ist die Lerntherapie oder die von dir genannte Ehe-, Paar- und Familientherapie.

 

Hier ist ganz klar eine Abgrenzung zu ziehen zwischen Therapieren und Beraten/Coachen. Denn die reine psychotherapeutische systemisch Therapie hat ganz klar ihre Indikationen

Systemische Therapie

Die Systemische Therapie, auch systemische Familientherapie genannt, ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Hierbei werden insbesondere die Veränderung sozialer Interaktionen, wie z.B. zwischen Mitgliedern in einer Familie, betrachtet. Deshalb kann die Systemische Therapie auch im sogenannten Mehrpersonensetting angewendet werden.

Für alle in der Psychotherapie-Richtlinie festgelegten Indikationen

Das neue Verfahren kann – wie die bestehenden Psychotherapieverfahren tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, analytische Psychotherapie und Verhaltenstherapie – für alle in der Psychotherapie-Richtlinie festgelegten Indikationen angewendet werden.

Indikationen zur Anwendung von Psychotherapielaut Psychotherapie-Richtlinie sind unter anderem:

Affektive Störungen: depressive Episoden, rezidivierende depressive Störungen, Dysthymie;

Angststörungen und Zwangsstörungen

Somatoforme Störungen und Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)

Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

Essstörungen

Nichtorganische Schlafstörungen

Sexuelle Funktionsstörungen

Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen

Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

(Quelle: https://www.gelbe-liste.de/neurologie/systemische-therapie-zulassung-psychotherapie-richtlinie#:~:text=Indikationen zur Anwendung von Psychotherapielaut,Störungen und Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen))

 

Allerdings stimme ich dir in der kritischen Betrachtung des Ausschlusses von bspw. soziale Arbeit aus der KJP zu. Aber die Psychologie scheint, mit tatkräftiger Unterstützung in diesem Bereich ein Monopol herauszuarbeiten.

Allerdings, in der Kritik der Nähe zur Medizin widerspreche ich etwas. Oftmals ist die Interdisziplinarität zwischen Psychologie und Medizin nicht nur indiziert sondern sogar zwingend notwendig.

 

Vielleicht muss ich das auch nur aufgrund meines medizinischen Hintergrundes so sehen, da ich tagtäglich in der Zusammenarbeit Psychologie, Medizinern, Sozialarbeitern und Pflege stecke ;)

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vor 10 Stunden schrieb Glühwürmchen 85:

Ich mag den systemischen Ansatz sehr gerne und freue mich auch schon auf das Modul an der IU.

dann solltest du zwingend das Wahlpflichtmodul Integration/Migration im Bereich A wählen. Denn bei diesem Modul ist der zweite Teil die systemische Beratung ;)

 

Ich wünsche dir viel Spaß in deinem Studium und solltest du Fragen haben, kannst du dich gerne an mich wenden

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Aber ich habe ja nicht von der psychotherapeutischen systemischen Therapie gesprochen. Von daher ist eine Auflistung der Indikatoren an dieser Stelle eher weniger relevant.

 

Und Interdisziplinarität im Sinne von Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Professionen empfinde ich natürlich als sehr willkommen. 😊

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Am 3.12.2022 um 00:28 schrieb Kruemmelchen:

dann solltest du zwingend das Wahlpflichtmodul Integration/Migration im Bereich A wählen. Denn bei diesem Modul ist der zweite Teil die systemische Beratung ;)

 

  

Vielen Dank für diesen Hinweis 🙂

Und danke, zu wissen wen man fragen kann ist immer gut.

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vor 2 Stunden schrieb Glühwürmchen 85:

Und danke, zu wissen wen man fragen kann ist immer gut.

 

Ein riesiger Vorteil, in diesem Studium, ist dass die Studierenden sehr engagiert sind. Es gibt eine große Anzahl von höheren Semestern die auf unterschiedlichen Kanälen mit Rat und Tat den "jüngeren" versuchen zur Seite zu stehen

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Am 4.12.2022 um 21:01 schrieb Kruemmelchen:

 

Ein riesiger Vorteil, in diesem Studium, ist dass die Studierenden sehr engagiert sind.      

Das habe ich auch schon festgestellt 🙂

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vor 8 Stunden schrieb Glühwürmchen 85:

Das habe ich auch schon festgestellt 🙂

Viele aus dem Studiengang Psychologie sind in Foren, Teams und WhatsApp Gruppen aktiv und versuchen Schwarmwissen zu vermitteln. 

Gelegentlich werden auch mal "Lehrveranstaltungen" von Studierenden für Studierende abgehalten, bspw. Statistik, Lerntechniken und wissenschaftliches Schreiben

Gerade für untere Semester ist ein gutes Netzwerk von Vorteil 😉

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