Blog Fernstudienakademie

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
  • Einträge
    133
  • Kommentare
    1.411
  • Aufrufe
    9.428

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Wie schreibt man einen Bestseller?

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Fernstudienakademie

67 Aufrufe

In der Autorenzunft hoffen viele Autoren auf das „Geheimrezept“, wie man denn nun einen Bestseller schreibt und so auch an das wirklich, wirklich große Geld kommt.

Das Internet wimmelt da von Tipps und es gibt sogar eine PDF-Datei zum Thema: (http://www.professionellschreiben.de/index.cfm?action=ViewDetails&ItemID=2 ) Man kann sie sich zum Preis von sage und schreibe 28 Euro herunterladen – wobei man dann auf den ursprünglichen Preis von 38 Euro sogar noch 10 Euro spart! Wow!

Wer da kniepig ist und nicht umgehend die 28 Euronen bezahlt, spart doch wohl am falschen Ende, oder?

An der falschen Stelle gespart?

Ich gebe es zu – ich habe mir die 28 Euro bislang gespart! Und was habe ich nun davon? Ich habe immer noch keinen Bestseller geschrieben, der mich so richtig reich und berühmt macht. Schön doof – oder?

Warum bin ich denn so kniepig? Ich bin der Auffassung, dass man - bei richtiger Planung - durchaus ein Buch schreiben kann, das von der Zielgruppe gekauft (und im besten Falle auch gelesen!) wird. Ich glaube, dass man eine ganze Menge für die Vermarktung und Bewerbung des Buches tun kann. Und ich bin davon überzeugt, dass man sich mit Hilfe eines Buches auf jeden Fall einen Expertenstatus aufbauen kann.

Sind Bestseller wirklich planbar?

Aber so richtig planen kann man einen Bestseller wohl nicht. So äußerte sich z.B. Thilo Sarrazin, der mit dem Werk „ Deutschland schafft sich ab“ sicherlich das umstrittenste Sachbuch des Jahres 2010 verfasst hat, einmal folgendermaßen zu seinem Erfolg:

»Bei 30 000 verkauften Büchern wäre ich zufrieden gewesen, bei 300 000 wurde meine Brust schon breiter, als es dann über eine Million verkaufter Exemplare waren, bin ich vor Stolz natürlich fast geplatzt. Das würde aber jedem Autor so gehen.«

Quelle: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36042/2/1

Mit diesem Buch hat (aus Sicht des Verlages) Sarrazin wohl ein gesellschaftlich virulentes Thema zum genau „richtigen“ Zeitpunkt angepackt und ausgesprochen provokant in die Öffentlichkeit gebracht – und dabei, ohne es so richtig zu erwarten, einen absoluten Bestseller gelandet. Natürlich stand die "Marktmacht" des Verlages, ein gutes Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit und eben der bekannte Name Sarrazin" hinter diesem Buchprojekt. Sarrazin ist durch dieses Buch also zum Millionär geworden – aber er selbst (und mit ihm sein Verlag) haben ja wohl auch nicht mit einem soooo großen Verkaufserfolg gerechnet.

Hätte Sarrazin auch noch die 28 Euro für die oben erwähnte PDF-Datei investiert, was wäre dann wohl aus ihm geworden? Wahrscheinlich ein richtiger Milliardär, der die Schulden Griechenlands aus der Portokasse hätte begleichen können. Selbst Schuld, Herr Sarrazin!

Anne Oppermann


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


11 Kommentare


KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich glaube, um einen Bestseller zu schreiben (also in Deiner Definition "reich und berühmt" zu werden), muss man den Mainstream treffen - gerade im Sachbuchbereich. Oder so ein Standardwerk wie den "Wöhe" oder das "Arbeitszeugnisse in Textbausteinen" von Weuster/Schaar. Das ist jetzt in der 11ten oder 12ten Auflage, beim Wöhe weiß ich das nicht genau.

Bei den Bewerbungsratgeber haben Hesse/Schrader einen Trend begründet - sie waren die ersten, die das Thema so aufbereitet haben. In der Zwischenzeit finden recht viele die Empfehlungnen schon ziemlich "ausgelutscht", aber in den Verkaufszahlen bei Amazon stehen sie immer noch sehr weit vorne.

Mit meinem eher unbequemen Hang zum Realismus habe ich ja eine andere Fährte gelegt. Ob's zum neuen Trend und damit zu "reich und berühmt" reicht....man weiß es noch nicht. Ich erwarte gespannt die nächsten Absatzzahlen vom Verlag!!

;)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Das hört sich ja spannend an... Wenn alles gut läuft, begründest Du also dann mit Deinem Buch einen neuen Trend und es gibt dann Hunderte von Epigonen, die alle einen auf "Kanzler-Magrit" machen... ;)

Mal im Ernst: Das muss man Hesse/Schrader ja wirklich lassen: Sie haben "den Puls der Zeit" erkannt und aus der "Geheimwissenschaft Bewerbung" eine Sache gemacht, die man lernen kann. So weit so gut - aber nach dem gefühlten 100. Buch aus deser "Textschmiede" (ich befürchte, die beiden Autoren "lassen" doch heute eher schreiben...????) kommt jetzt auch nicht mehr so viel Neues.

Da ist Dein Ansatz, eben kein "Rezeptbuch" zu verfassen schon neu - und vielleicht dann doch der Beginn eines neuen Trends? ;) Warten wir ab!

Die Frage ist nun natürlich, ob eher die "Nachmacher" einen dollen finanziellen Erfolg mit ihrem Buch landen, oder ob die Trendsetter, die neue Buchkonzepte entwickeln, langfristig mehr Erfolg haben???

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Hesse/Schrader haben aus amerikanischer Ratgeberliteratur abgekupfert, jedenfalls so weit ich weiß. Die gab es damals nämlich schon!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Cool geht anders - aber das Abkupfern von Trends aus anderen Ländern ist schon gängige Praxis in der Buchbranche.... ;)

Ich meine, die Sabine Asgodom hat auch mal in einem Blog (???) erzählt, dass sie als Erste im deutschsprachigen Raum das ganze Work-Balance-Gedönse in einem Buch verwertet hat, wobei das "neue" Trendthema wohl ursprünglich aus Amerika stammte.

Und Asgodom macht sicherlich eine ganze Menge Euronen mit solchen Themen - auch wenn sie nicht die "Urheberin" ist. Das schert die angesprochene Zielgruppe eigentlich gar nicht, ob Autor XY wirklich einen neuen Trend begründet hat - es muss einfach in die Zeit passen...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Im Bereich der Sachbücher kann man glaube ich keinen planbaren Bestseller schreiben, die Zielgruppe ist einfach viel kleiner, als bei Romanen o.ä. Außerdem werden für Sachbücher normalerweise keine so großen Werbeanstrengungen unternommen, wie für den neuen Roman von XY. Wenn man schonmal einen Roman geschrieben hat, der sich mehr als 3 Mal verkauft hat und bei Thalia etc. auf Seite 1/2 steht (was der Verlag bezahlt hat) und einen eigenen Pappaufsteller im Geschäft bekommt, der verkauft in einer Woche mehr Exemplare, als ein aufstrebender Sachbuchschreiber, der mal im ZDF nachtstudio über sein Thema/Buch reden darf, im ganzen Jahr.

P.S. Der Wöhe ist jetzt in der 24. Auflage, ich glaube hauptsächlich mit Mund zu Mund Propaganda :-)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Ich denke, damit hast Du absolut Recht: Wenn die Verlage einen Titel mit entsprechenden Marketingmaßnahmen "durchdrücken", dann ist es praktisch unausweichlich, dass sich das Werk gut verkauft.

Hier gibt es zu dem Thema Marketingmaßnahmen am Point of Sale übrigens ein ganz spannendes Experiment:

http://albertknorr.blog.de/2011/09/29/startschuss-ultimativen-buchmarketing-experiment-11941199/

Ein "an sich" unbekannter Autor probiert aus, wieviele von seinen Büchern er verkaufen kann, wenn sein Buch in einer Buchhandlung den "prominentesten Platz" bekommt und mit entsprechenden Aufstellern und Plakaten in den Mittelpunkt der Marketingebmühungen am POS gerückt wird.

Bin schon gespannt, wie das Experiment ausgeht...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
werkstattschreiber

Geschrieben

Das Experiment klingt gut, schaut fürs Auge auch gut aus und es hat sicher eine Menge Leute angezogen, die näher geschaut haben. Zumindest ich würde mich verlocken lassen. Ob ich das Buch am Ende kaufen würde, kommt auf die Beschreibung des Buchrückens an, was der Autor zu bieten hat.

Zum Thema Bestseller: So weit bin ich noch lange nicht. Im Moment gestaltet sich das Romanprojekt schwierig. Habe ich noch geglaubt, die Planung sei kompliziert, bis alles soweit steht, entwickeln sich beim Schreiben immer neue Probleme, die nicht vorhersehbar waren, denen ich mich aber stellen muss. Die 1.666 täglichen Wörter beim NaNoWriMo sind eines der Übel, aber längst nicht die Größten... Ich bleibe dran. :)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

@werkstattschreiber

Neugierige Frage: Welche Probleme stellen sich denn?

Eher orginasatorische? (z.B.: Wie kriege Job, Familie und Schrieben unter einen Hut?)

Oder eher inhaltliche?

Auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg für Dein Projekt!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
werkstattschreiber

Geschrieben

@Anne: Wissen zu bestimmten Themen, in dem Fall zu einem Thema, das ich aber nicht öffentlich nennen kann. Das Internet oder die (Fach)Bibliothek werden mir auf die Sprünge helfen. Es war aber bei der Planung noch nicht absehbar, dass sich das Thema einschleichen wird.

Womit wir bei den Figuren wären, die beim Schreiben ein kleines Eigenleben entwickeln. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, auch wenn ich verschiedentlich darüber gelesen habe. Manche Dinge muss man selbst erleben, um sie zu glauben. Das soll nicht heißen, dass andere Leute Murx schreiben, ich war einfach nicht gewillt, es in meinem Kopf zuzulassen, dass diese Möglichkeit tatsächlich besteht, ich dachte mir, ich habe doch als Verfasser einen Einfluss auf das Geschriebene. Habe ich auch, aber dennoch ...

Das wiederum bringt mich zum täglichen NaNoWriMo-Soll von 1.666 Wörtern. Das ist ein Haufen Holz, das ich in 9 Tagen erst einmal erreicht habe. Ich liege weit hinter dem Soll, aber ich kann nicht einfach „so drauflos schreiben“, auch wenn es im Vorfeld eine Planung gab, stellen sich immer wieder neue Probleme ein, die VOR dem Schreiben gelöst werden wollen. Der NaNoWriMo ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert, egal mit wie vielen Wörtern ich letztendlich abschließen werde. Und ich habe dann immerhin mein Projekt gestartet und es läuft!

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Habe gerade mal geschaut, was ich heute so "gedichtet" habe: 2 neue Blogbeiträge und mehrere Seiten des neuen Fernlehrgangs.

Bin heute ordentlich über dem Soll von 1.666 Wörtern und "darf" mich wohl jetzt entspannen... ;)

Viel Erfolg bei Deinen weiteren Recherchen, im Umgang mit Deinen Figuren und beim "Dichten"....

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
werkstattschreiber

Geschrieben

@Anne: Unter uns: Beruf-lich und Blog-lich zusammengenommen habe ich das Soll auch längst überschritten. ;) Das ist aber eine andere Geschichte.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 13
      Hallo liebe Blogleser,
       
      hier ganz druckfrische Informationen aus meinem Mitarbeiterentwicklungsgespräch:
      Der Master geht von Arbeitgeberseite her klar!
       
      Für die Pflicht-Präsenztage bekomme ich Dienstbefreiung, das Anerkennungs-Praktikum darf ich in unserer Einrichtung absolvieren (falls von Seiten der Diploma/MEU zulässig) und die Masterarbeit darf ich auch hier schreiben. Außerdem wird mir unser Ltd. Psychologe während des Studiums für fachliche Fragen zur Seite stehen.
      Nur Geld gibt´s keines. Womit ich aber leben kann, da die Studiengebühren ja als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
       
      Jetzt bleibt nur noch die Hürde, in den Studiengang aufgenommen zu werden. Genaue Infos gibt es aber leider noch nicht. Die Diploma geht davon aus, dass es in zwei Wochen soweit sein wird.
       
       
      Drückt mir die Daumen!
       
      So long...
      Forensiker
    • WibbSi
      Von WibbSi in WibbSi wird Pflegemanager! 5
      Ja wieso denn bloß? So oder so ähnlich wollten es schon diese kleinen gnubbeligen Trolle bei Ronja Räubertochter wissen. Eigentlich ist doch alles gut. Fester Job, die Gehaltsstufe ist in der Endstufe angekommen, die jungen Kollegen lassen den nötigen Respekt erkennen und ganz dumm rennt man auch nicht mehr durch den Stationsalltag, immerhin sind diverse Fort und Weiterbildungen abgearbeitet. Also? 

      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!



       
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Teil 1: Es fährt ein Zug nach Hagen 


      Am Montag und Dienstag war es so weit: In Hagen an der FernUni selbst fand das zweitägige Pflichtseminar zum MM2 Kurs „Gutachtenerstellung und Kommunikation“ statt. Alles, was diesen Kurs studiert, muss also persönlich dort antanzen, egal woher er kommt  Wie der Name schon sagt, lernt man in diesem Kurs eigentlich alle wichtigen Schritte bei der Erstellung eines Gutachtens kennen. Die Teilnahme am Seminar ist unerlässlich, andernfalls darf man die Hausarbeit nicht mitschreiben und ohne Hausarbeit ist auch kein Bestehen von MM2 möglich (für Inhaftierte, Kranke und anderswie Verhinderte gibt’s dann Alternativen, scheinbar in Form von Übungen, die zum Thema Aktenanalyse eingereicht werden müssen).  
      Das erste Seminar fand von 12:15 bis 18 Uhr statt, das zweite von 9:00 bis 18:00. 
      Ich war auch mit von der Partie und schildere mal meine Eindrücke gebündelt, in diesem Teil zunächst mal nur, was die Anreise betrifft! Viele beschäftigen sich nämlich im Voraus lange damit, wie sie dort hinkommen und wie es wohl sein wird, zumal Hagen nicht in ihrem "Revier" liegt und Neuland ist, was dem ein- oder anderen neben freudigen Erwartungen auch Muffensausen beschwert hat. 
       
      Anreise
      Hier habe ich natürlich Glück, dass ich nur 1 Stündchen von Hagen entfernt wegwohne. Trotzdem waren die Zugverbindungen zumindest mit den Fernzügen recht mysteriös, teilweise mit 2x umsteigen. Glücklicherweise habe ich eine Bummelzug-Verbindung mit dem National Express erwischt, bei dem ich 0x umsteigen musste. Macht nach Adam Riese 4 Fahrten, wofür ich wohl um die 70€ bezahlt habe. Beschweren kann ich mich hier wirklich nicht: Die National Express Züge waren pünktlich wie die Maurer, fahren stündlich jeweils in der 22.Minute und boten viel Platz und Beinfreiheit. Im Internet liest man viel Kritik, was sich aber mehr auf die Varianten im Mutterland England zu beziehen scheint. Da kann ich also nur sagen: Daumen hoch. 
       
      Bahnhof Hagen
      Den Zustand von Bahnhöfen finde ich schon ganz interessant, für den Fall, dass man sich mal ein Zug verzögert und man sich dort etwas die Zeit vertreiben mag. Der Hagener Bahnhof ist jetzt nicht unbedingt in Schönheit getaucht und etwas heruntergekommen, also ein Einkaufszentrum à la Hamburg braucht man da nicht erwarten. Ich habe aber einen ReWe to go, eine Bäckerei mit Café und einen größeren Zeitschriftenladen gesehen, außen dran ist auch ein McDonald’s. Somit ist wohl etwas vorhanden, um sich ein wenig aufzuhalten. Auf den Gleisen selbst gibt's die üblichen Getränke- und Keksautomaten. Muss zugeben, dass ich diesmal auch selbst heiße Getränke gezogen habe, was ich ja sonst nie mache. Aber bei -6 Grad am Abend erscheint so ein heißer Zitronen-Instant-Tee plötzlich doppelt attraktiv  
       
      Stadt Hagen
      Die geht ja neben ihrem Highlight - der FernUni – etwas unter. Für alle, die es interessiert: Sehr hügelig (ja, als Westfale und Fast-Holländer findet man sowas interessant ), schon aus der Ferne sieht man, dass sie in Hügelketten eingebettet ist. Eine Fahrt durch die Straßen dort geht wirklich über Berg- und Tal. Noch viele Reste der Schwerindustrie sind sichtbar, nicht nur an verrußten Häuserwänden. Eine typische Pott-Stadt eigentlich, obwohl sie auch noch zu Südwestfalen gehört.  Sie ist wohl nicht der Anlaufpunkt für große Shoppingtouren – die Kommilitonen, die sich hier abends die Zeit vertreiben wollten, waren jedenfalls nicht sehr angetan. Dazu kann ich aber nichts sagen, weil ich neben der Taxifahrt durch die Stadt nicht viel gesehen habe. Die FernUni selbst befindet sich nicht im Stadtkern. 
       
      Erreichbarkeit FernUni
      Vom Bahnhof aus ist die FernUni noch gute 4-5 km außerhalb (diverse Routenplaner werden sich da nicht so ganz einig) gelegen. Es gibt Busse, die dort hinfahren (allerdings teilweise mit Umsteigen verbunden – die busreisenden Kommilitonen fanden es nicht so prall) und etwa 20 Minuten brauchen. Zu Fuß kann man auch gehen und braucht etwa 40 Minuten (Zitat Kommilitone, der ansonsten Berufssportler ist). Eigentlich gehe ich auch furchtbar gerne zu Fuß und die Zeit macht mir auch nichts aus, jedoch nicht im achten Monat und auch nicht mit dicker Angina und schon gar nicht bei -4 Grad Tageshöchsttemperatur.
      Derlei Spekulationen habe ich mir gleich geschenkt und bin Taxi gefahren. Die Taxistände befinden sich vom Bahnhof aus links und benötigen gute 10 Minuten. Eine Fahrt kostet genau 12€. Habe vier Fahrten gehabt in den zwei Tagen und immer exakt diesen Preis bezahlt. Die Taxen fahren einen direkt bis vor die Mensa, wo das Hauptgebäude ist. 
      Die Rückreise von der FernUni zum Bahnhof ist schon etwas komplizierter. Die Busse fahren zu knapp, wenn man zwischen 18:05 und 18:30 einen Zug kriegen muss und einen eigenen Taxistand gibt’s dort nicht. Demnach mussten wir über „Taxiruf Hagen“ selbst ein Taxi ordern, welches auch tatsächlich 5 Minuten später da war (Anreiseweg wurde nicht berechnet)! Wir fuhren zum Teil zu viert oder zu dritt zurück, was die Fahrt natürlich sehr billig machte. Und so bekam wirklich jeder seinen Zug. 
       
      Unterbringung und Übernachtungsmöglichkeiten
      Für Leute, die von weit außerhalb kamen, kamen natürlich nur Übernachtungen in Frage. Derlei gibt’s in Hagen schon, auch in unmittelbarer Nähe: Das Campus-Hotel z.B. direkt gegenüber, welches beliebt war bei Leuten, die mit Familie angereist waren. Weiterhin gibt’s ja noch die Bildungsherberge, die sehr beliebt ist und preislich unschlagbar sein soll, aber mit 29 Zimmern natürlich schnell ausgebucht war (Sich auf die Warteliste setzen lassen lohnt sich, viele sagen kurz vorher nämlich ab wegen Krankheit etc.). Eine normale Jugendherberge soll auch noch existieren. Ich hatte auch mal kurz bezüglich Hotels geschaut und da gab es noch einiges zu haben, selbst in Business-Hotels mit vier Sternen ist was Günstiges zu haben, wenn man rechtzeitig bucht. Ein paar Angebote diesbezüglich hatte ich glaube ich über Trivago gesehen – gibt’s aber bestimmt auch bei ähnlichen Anbietern. 
      Im nächsten Beitrag gibt’s Infos zum Ablauf des Seminars ;-)