Blog Fernstudienakademie

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Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Es. Ist. Vollbracht!

Liebe BlogleserInnen – es ist so weit! Die Zentralstelle für Fernunterricht hat den Fernlehrgang „SachbuchautorIn“ überprüft und zugelassen!

Damit kann dieser Lehrgang nun endlich gebucht werden!

Jiiiiipppie!

Danke an alle!

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Euch allen bedanken:

Zunächst einmal natürlich bei Markus, der dieses Blog-Experiment überhaupt erst möglich gemacht hat. Danke, dass ich hier bei Dir den Entstehungsprozess dieses neuen Fernlehrgangs in Form eines Blogs nachzeichnen durfte.

Danke auch Euch eifrigen BlogleserInnen und KommentatorInnen, die Ihr Euch die Mühe gemacht habt, Euch durch insgesamt 133 Blogbeiträge durchzuarbeiten. Eure Kommentare haben mir wirklich viel Auftrieb gegeben und mich motiviert. Das Verfassen eines neuen Lehrgangs ist nämlich im Prinzip so ähnlich wie ein Fernstudium: Man muss den langen Atem behalten und sich immer mal wieder auch durch Motivationslöcher kämpfen. Ihr kennt das ja alle! ;)

Danke auch an meine InterviewpartnerInnen, die mir bei vielen Fragen rund um das Thema „Buch“ Rede und Antwort gestanden und mir so auch immer wieder einen neuen Ansatzpunkt und eine neue Perspektive für meine Arbeit geliefert haben.

Und nun?

Dieses Blog ist damit auch zum Ende gekommen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, diese für mich neue Textsorte „Blog“ auszuprobieren und für mich weiterzuentwickeln. An anderer Stelle werde ich weiterbloggen – vielleicht mag der ein oder andere von Euch dort ja weiterhin mitlesen?

Geplant ist ein „Corporate Blog“, dann allerdings auf unserer eigenen Webseite. Thematisch wird es dabei um unsere verschiedenen Lehrgänge (also auch um Sachbuchautorenkurs) gehen, wobei wir den LeserInnen Zusatzinfos, Denkanstöße oder Hintergrundwissen für unsere einzelnen Kurse geben wollen. Außerdem wird es noch eine Rubrik zum Thema Fernlernen geben. Ziel ist es, dabei so eine Art „Survival-Guide“ für Fernstudierende zu erstellen. Ich bin schon gespannt, wie dieses Angebot, das wir gerade entwickeln, tatsächlich angenommen wird. ;)

Für Euch...

... Blogleser, die Ihr dieses Blog so geduldig und engagiert begleitet habt, noch ein Angebot: Vielleicht habt Ihr ja Lust, Euch einmal (natürlich kostenlos und unverbindlich!) den ersten Lehrbrief dieses neuen Fernlehrgangs anzusehen? Bei Interesse meldet Euch doch einfach per PN bei mir; wir schicken Euch diesen ersten Lehrbrief dann gerne zu. Dazu müsstet Ihr mir allerdings Euren Klarnamen und Eure Postadresse nennen. Keine Sorge: Danach werdet Ihr garantiert nicht mit Werbung zugemüllt; das ist wirklich nur eine einmalige Aktion!

Fernstudienakademie

Derzeit scheint es regelrecht in Mode gekommen zu sein, dass praktisch jeder Experte – oder jeder, der sich dazu berufen fühlt – ein Sachbuch schreibt bzw. ein solches schreiben will. Das ist ja im Prinzip auch richtig so und eine gute Idee – und ein wenig hoffen wir von der Fernstudienakademie ja auch darauf, dass der ein oder andere "Exepertenstatus-Affine" diesen Lehrgang bei uns bucht, um ein solches Buchprojekt unter unserer kompetenten Begleitung anzugehen. So ist jedenfalls der Plan! ;)

Sachbücher, die die Welt nicht braucht

In einer kleinen Glosse im Spiegel (http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/buchmesse-bitte-keine-buecher-zur-selbstvermarktung-a-860954.html) haben sich vor Kurzem Jörg Achim Zoll und Monika B. Paitl ziemlich bissig mit diesem aktuellen Trend der Sachbuchschreiberei auseinander gesetzt. Quintessenz der beiden Autoren: Es gibt derzeit an jeder Ecke Sachbücher, die die Welt nicht braucht, die keinen Erkenntnisgewinn mit sich bringen und eigentlich nur noch aus ungeordneten Lebensweisheiten und Anekdötchen mitteilsamer Möchtegern-Autoren bestehen.

Instantbücher

Für diese neue Gattung der (oft nur als E-Book und im Selbstverlag veröffentlichten) Sachbuchliteratur bringen die beiden Autoren den schönen Begriff der "Instantbücher" in die Diskussion ein. Dabei handelt es sich um Bücher, die meist in Windeseile geschrieben und von den Lesern ebenso schnell konsumiert werden, ohne dass sie einen langfristig erkennbaren Nährwert mit sich brächten. Aber: Bringen es denn solche „Buchstabensuppenbücher“ überhaupt?

Bücher als Marketinginstrument

Bei solchen Veröffentlichungen verkommt ein Sachbuch zu einem reinen Marketinginstrument. Nun stellt sich vielleicht mancher die Frage: "Na und? Was ist daran so schlimm?" Ich finde es absolut nachvollziehbar und richtig, wenn ein Buch auch zu Marketingzwecken genutzt wird. Ein Autor muss sich schließlich ebenfalls überlegen, ob sich die Mühe, ein Sachbuch zu schreiben, für ihn tatsächlich lohnt und rechnet.

Allerdings wird ein Buch, das keine Tiefe und keinen wirklichen Nutzen für die Leser mit sich bringt, diese nicht wirklich begeistern. Wer in seinem Sachbuch nur ausgelutschte Lebensweisheiten von sich gibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Leser (und potenziellen Kunden) irgendwann doch zu den wirklichen "Experten" in der Branche abwandern, die Spannendes und Profundes zum Thema zu Papier gebracht haben.

Anne Oppermann

Kennt Ihr auch solche "Buchstabensuppen-" bzw. "Instant-Bücher"? Wie reagiert Ihr auf diese nicht allzu nahrhafte Lese-Kost?

Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Checklisten-Checker

Wer etwas als Sachbuchautor auf sich hält, bestückt sein Werk inzwischen mit verschiedenen Goodies; besonders "in" sind zur Zeit Checklisten. Warum ist das eigentlich so?

Schnell gemacht – hoher Nutzwert

Aus Autorensicht sind Checklisten schnell gemacht: Man braucht das eigene Wissen noch nicht einmal in formschön gedrechselte Satzgefüge zu bringen, sondern kann es – Spiegelstrich für Spiegelstrich – bei flott formulierten Fragmenten belassen.

Für die Leser stellen solche Checklisten u.U. einen hohen Nutzwert dar, denn sie ermöglichen es, den Inhalt eines Sachbuches in kleinen Häppchen aufzunehmen, ohne dass man allzu viel Zeit dafür aufwenden müsste. Ein besonderer Vorteil solcher Listen besteht (aus Lesersicht) auch darin, dass man mit ihnen in gewisser Weise Sicherheit kauft: "Wenn ich nur alles so mache, wie die Checkliste mir das vorschreibt, dann bin ich auf der sicheren Seite, dann kann mir gar nichts Schlimmes mehr passieren!" , denkt sich da mancher Leser.

Sicherheit wird vorgegaukelt

Allerdings muss man sich dabei klar machen, dass die in Ratgeberbüchern abgedruckten Checklisten oft nur eine solche Sicherheit vorgaukeln. Wer ein Ratgeberbuch kauft, hat im Normalfall ein bestimmtes Problem, bei dem er sich beraten lassen will. Diese Probleme sind aber häufig so vielschichtig und individuell, dass die in Checklisten verbreiteten "typischen" Lösungsansätze nicht wirklich passen.

Dies ist nun nicht so schlimm, wenn es "nur" um die Frage geht, wie man Rosen züchtet oder wie man einen Kindergeburtstag plant; bei "sensibleren" Fragestellungen, etwa bei der Jobsuche oder bei Büchern zu gesundheitlichen Fragen, können solche Checklisten auch schon mal am Thema vorbei gehen – und dem Leser mehr schaden als nutzen.

Auf den Müll mit Checklisten?

Sollte man denn dann nicht alle Checklisten sofort auf den Müll schmeißen? Meiner Meinung nach nicht! Sie helfen den Lesern auf sehr unkomplizierte und eingängige Art und Weise, bestimmte Probleme schnell zu lösen. Wenn der eigene Fall aber komplizierter ist als die "typischen Probleme", sollte man solche Checklisten schon kritisch hinterfragen – und sich vor allem nicht in (falscher) Sicherheit wiegen, wenn man eine solche Checkliste von Anfang bis Ende abgearbeitet hat.

Anne Oppermann

P.S: Wie steht Ihr zu Checklisten? Findet Ihr sie in erster Linie nützlich? Oder vereinfachen sie manche Probleme zu sehr?

Fernstudienakademie

Okee, ich geb's zu – ich bin keine gute Köchin. Für die Nahrungszubereitung haben wir einen erheblich engagierteren und kreativeren Kopf im Hause: meinen Mann! Aber manchmal (zum Glück für alle Beteiligten eher selten) muss auch ich mal ran, um den Kochlöffel zu schwingen. Getreu dem Leitspruch meiner Mutter: "Wer lesen kann, kann auch kochen!", hole ich mir dazu natürlich entsprechende Fachliteratur ins Haus.

Etwas in die Pfanne hauen

Auf dem "Grabbel-Tisch" eines größeren Buchladens haben wir da vor längerer Zeit das vielversprechende Werk: "Etwas in die Pfanne hauen" gekauft. Das entspricht in etwa meinem Niveau beim Kochen: Sachen raussuchen, in die Pfanne hauen, und abwarten, bis es fertig ist – und dann darauf hoffen, dass es schmeckt.

Klappt auch bei diesem Buch! Was mich aber stutzig machte, war das andauernde Productplacement in diesem Buch: Wenn Camembert verarbeitet werden soll, dann ist es er von Rotkäppchen, zum Anbraten ist unbedingt Mazola Keimöl zu nutzen, das Kartoffelpürree entstammt natürlich dem Hause Pfanni und für den Begleitsalat nimmt man als Sauce die "Knorr Salatkrönung".

Productplacement im TV

Das Producplacement in Filmen und TV-Serien hat eine lange Tradition: James Bond fährt gerne BMW oder manchmal auch Jaguar, und in der "Lindenstraße" wurden Produkte ebenfalls jahrlealng gut sichtbar platziert(z.B. Nesquick Kakao). Auch heutzutage gibt es noch ganz schön viel Productplacement im TV – so dass man sich irgendwann zwar daran gewöhnt hat, aber es nervt immer noch (vgl. dieser schon etwas ältere FAZ-Artikel).

In Büchern noch (!) selten

Während das Productplacement in Fernsehserien und Filmen an der Tagesordnung ist, wundert man sich bei Büchern allerdings doch noch ziemlich, wenn man so ungeniert mit Werbung bombardiert wird. In Amerika scheint es allerdings schon seit einiger Zeit einen gewissen Trend hin in Richtung Productplacement – vor allem in Jugendbüchern und Büchern dem Bereich der sog. "Chick-Lit" zu geben. Wahrscheinlich wird dieser Trend auch bald im deutschen Buchmarkt zuschlagen!

Natürlich können auch Blogger mal den ein oder anderen Produktnamen völlllllig unauffällig einfließen lassen: Die Bloggerin dieses Artikels ist Mit-Leiterin der Fernstudienakademie, besitzt einen Computerbildschirm von Acer und kaut beim Arbeiten gerne Airwaves Kaugummis. Leider bekomme ich für diese Nennung von Produktnamen überhaupt kein Geld. Mist, irgendetwas mache ich wirklich falsch. ;)

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Wer bei Facebook und Co. in Sachen Bildungsbürgertum etwas auf sich hält, liiiiebt Bücher und tut das auch gerne und wiederholt kund. Sehr beliebt sind dabei Fotos von altehrwürdigen Bibliotheken mit Bibliothekstreppe und allem erwartbaren Drum und Dran.

Wenn nicht Katzenfotos, dann Bibliotheksbilder

Um auf Facebook einmal möglichst viele Likes einzufangen, hat man im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder man postet zuckersüße Katzenfotos (mit Sonnenbrille, schlafend, vorm PC sitzend, gerade geboren oder, oder, oder) oder man teilt ein Bild von einer möglichst riesigen und hübsch anzusehenden Bücherwand. Beide Bildertypen laufen bei Facebook eigentlich immer.

Wohnprinzip "Buch"

Neulich hatte ich mal die Chance, in einem solchen Privat-Haus, das ganz und gar dem Wohnprinzip "Buch" gewidmet ist, zu übernachten. Zu Beginn ist das ja schon schwer begeisternd: Man findet wirklich überüberüberall Bücher. Okee, nicht im Bad, aber sonst wirklich an jeder Ecke. Jeder Treppenabsatz hat sein eigenes Regal, in der "Hauptbibliothek" im Wohnzimmer steht Goethe (natürlich sowohl die Frankfurter Ausgabe als auch die Hamburger Ausgabe) Seit an Seit mit all den anderen Heroen der Dichtkunst.

Zum Glück widmet man sich in diesem Haus aber auch der leichten Muse: Krimis, Historienschinken und Kinderbücher laden auch den weniger bildungshungrigen Leser zum Schmökern ein.

Ein Paradies?

Ich höre schon einige von Euch hingerissen hauchen: "Das muss ja ein wahres Paradies sein!" Ehrlich gesagt: Das ist es nicht – oder nur, bis die Nacht in den Startlöchern steht. Wenn man sich nämlich ins Gästebett legt und einen ringsum eine ca. 4 Meter hohe Bücherwand (wir befinden uns in einem Altbau, wie Ihr seht!) zu den Themen "Das Judentum im Wandel der Zeiten" gedanklich erschlägt, dann kann man schon mal schlaflos vor sich hin grübeln. Meine Tochter (6) bekam angesichts solcher Büchermassen auch prompt Heimweh nach ihrem kleinen, aber feinen Bücherregal in zartrosa und brauchte deshalb bei diesem Besuch schon ein wenig Extra-Umkümmerung, bis sie wirklich einschlafen konnte.

Anne Oppermann

P.S.: Würdet Ihr Eure Wohnung auch am liebsten zu einer Privatbibliothek umbauen? Vielleicht mögt Ihr Euch ja outen?

P.P.S.: Ich habe übrigens selbst sowohl Katzenbilder als auch Bibliotheksfotos bei Facebook geliked. Ihr seid also nicht allein... ;)

Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Immer nur dasselbe in Grün?

Ich geb's zu: Ich bin Krimifan – und mache es fast wie die "Mimi", die "ohne Krimi nie ins Bett" geht. Diese Romane sind meist recht unterhaltsam und - jedenfalls meiner Ansicht nach – spannender als das typische TV-Einerlei.

Zitat zum Gedankenklau

Neulich bin ich in einem Krimi von Hakan Nesser ("Die Perspektive des Gärtners") auf ein ganz spannendes Zitat gestoßen, das bestimmt auch für die Sachbuchautorenzunft Geltung hat:

"Natürlich wusste ich, dass unbewusste (und bewusste) Diebstähle in der Autorenwelt vorkommen, es ist schlicht nicht möglich, das, was man gelesen hat, immer von dem zu trennen, von dem man glaubt, es selbst geschaffen zu haben."

(Nesser, Hakan: Die Perspektive des Gärtners, München 2010, S. 28)

Vroni-Plag

Ich fand diese Unterteilung in "bewussten" und "unbewussten" Diebstahl geistigen Eigentums ganz spannend. Wer sind nun aber die "bewussten" Diebe? Ich denke, das sind die Leute, die ganz genau wissen, dass sie abkupfern, weil ihnen die eigenen Gedanken und eine eigene Sichtweise zum Thema abgehen. Das kann dann in solchen zusammengestoppelten Dissertationen gipfeln, wie sie derzeit auf der Plattform Vroni-Plag aufdeckt werden.

Aber neben diesem bewussten Abkupfern gibt es eine ganze Menge Themen, die ganz einfach im Trend liegen. Ich denke da z.B. an solche Dauerbrenner wie "Bewerbung" oder "Work-Life-Balance". Zu diesen Themen sind inzwischen schon viele, viele Regalmeter an Büchern verfasst worden und praktisch jeder Teilaspekt ist schon viele, viele Male durchgekaut worden. Lohnt es sich denn dann überhaupt, zu diesen Themen noch ein weiteres Buch auf den Markt zu bringen?

Immer nur dasselbe in Grün?

Bedient sich denn ein Autor, der sich mit solchen Dauerbrenner-Themen beschäftigt, nicht auch bei dem bereits bestehenden Fundus an Theorien und Ansätzen zu "seinem" Thema , die schon in 1001 Vorgängerbüchern umfassend besprochen wurden? Handelt es sich bei dem neuen Buch dann nicht im Grunde um "unbewussten Diebstahl"? Muss denn ein solches 1002. Buch zum Thema überhaupt noch verfasst und auf den Markt gebracht werden?

Ich denke, es kommt darauf an: Wer es als Autor schafft, dem an sich ausgelutschten Thema neue Aspekte abzugewinnen, und seine eigenen besonderen Erfahrungen und Kompetenzen in das Buchprojekt einzubringen der sollte es versuchen. Allerdings muss dabei klar werden, was denn eigentlich das Alleinstellungsmerkmal dieses neuen Buches ist: Immer nur dasselbe in Grün will sicherlich kein Verlag haben!

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

So mancher Newcomer im Sachbuchbereich ist so hin und weg von seiner Buchidee, dass er sich wochenlang in seinem Arbeitszimmer einschließt, begeistert in die Tasten haut und dann mit seinem fertigen Wunderwerk auf die Verlagssuche geht. Der Haken ist bloß: Kein Mensch (und vor allem kein Verlag!) scheint gewillt, dieses Buch überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

Was ist da schief gelaufen?

Dieser begeisterte Neu-Autor hat einen Grundsatz der Sachbuch-Zunft nicht beherzigt: Geh niemals mit einem fertigen (!) Sachbuchmanuskript auf die Verlagssuche! Warum ist das eigentlich so wichtig?

Jeder Verlag hat sein eigenes Profil

Jeder Verlag hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie seine Bücher z.B. hinsichtlich ihrer Gliederung, ihrer Tonalität und hinsichtlich ihres Umfangs aufgebaut sein sollen. Oft gibt es auch recht rigide Design-Vorgaben, wie eine bestimmte Buchreihe auszusehen hat. Wenn ein Autor nun – vielleicht sogar ein wenig nass-forsch – mit seinem fertigen Manuskript antanzt, würde es (dem Autor und dem Lektorat) wahrscheinlich verdammt viel Mühe machen, dieses Buchmanuskript nach den Vorgaben des Verlags umzustricken. Selbst wenn der Titel "eigentlich" ins Verlagsprogramm passen würde, winkt in einem solchen Falle so mancher Verlagslektor dankend ab – und nimmt lieber einen Autor an, der gemeinsam mit ihm die Gliederung und die Struktur des Buches entwickelt.

Erfahrene Verlagslektoren haben ein Gespür für den Buchmarkt

Sachbuch-Autoren-Neulinge sind sicherlich Fachleute auf ihrem Gebiet, aber als "Schreiberlinge" sind sie meist noch relativ unerfahren. Das ist weder verwunderlich noch schlimm, aber ihnen fehlt im Normalfall einfach das Gespür für den Buchmarkt. Sie wissen weder, was sich vermutlich gut verkaufen wird, noch warum dies der Fall ist. Hier kann ein erfahrener Lektor schon während des Entstehungsprozesses des Buches wertvolle Hilfe leisten, damit das Buch nicht nur gut wird, sondern eben auch gut verkäuflich.

Es gibt auch schwarze Schafe in der Verlagsbranche

Wer sein komplettes Manuskript – und das dann am besten auch noch in elektronischer Form – beim Verlag abgibt, bevor der Vertrag unterzeichnet ist, agiert zudem ziemlich blauäugig. Wenn dieser Autor so richtig, richtig viel Pech hat, reißt der Verlag sich diesen Text unter den Nagel – und veröffentlicht ihn unter eigenem Namen. Der eigentliche Autor guckt dann ziemlich dumm aus der Wäsche und muss mühsam beweisen, dass er der wirkliche Urheber dieses Textes ist. Wahrlich kein leichtes Unterfangen!

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Mein Name ist Hase!

Im Moment ist ja ein echter Social-Media-Hype ausgebrochen: Fast jeder macht einen auf Facebook, Google+ und Co. und in den verschiedenen Fachforen im Internet tummeln sich jede Menge Menschen, die sich und ihre Produkte vorstellen wollen. Das lassen sich natürlich auch Autoren (und auch ich, die ich für die Fernstudienakademie mit diesem Blog ins Rennen gehe) nicht entgehen. ;)

Social Media sind transparent

Das Gute an diesen Social-Media-Aktivitäten ist, dass sie inzwischen recht transparent sind: Jeder, der hier mein Blog schon etwas länger liest, weiß z.B., dass ich von der Anbieterseite komme, er bekommt ohne große Probleme meinen Klarnamen heraus (Anne Oppermann) und weiß, dass ich gemeinsam mit Markus das Buch „100 Fragen und Antworten zum Fernstudium“ veröffentlicht habe.

Allzu viele weitere Geheimnisse sind bei mir wohl nicht zu erwarten; selbst meine Lieblingskaugummi-Sorte (und damit mein „legales Schreibdoping“ kennt Ihr schon: Airwaves-Kaugummis.)

Manche Autoren wollen immer noch „durch die Brust ins Auge“

Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass sich einige Autoren mit dieser Transparenz sehr schwer tun, aber dann trotzdem die unbestrittenen Werbeeffekte, die man im Bereich der Social-Media-Kommunikation „abgreifen“ kann, mitnehmen wollen – ohne dafür mit dem eigenen Namen gerade zu stehen.

So gab es mal eine Autorin, die sich vor längerer Zeit (wenn ich mich richtig erinnere) unter einem Nick (!) beim Online-Forum einer großen deutschen Frauenzeitschrift anmeldete und immer und immer wieder ein Buch (= ihr Buch) zum Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ vorstellte und immer und immer wieder Diskussionen über Einzelthemen des Buchinhalts vom Zaun brach – jedes Mal unter Nennung des kompletten Buchtitels und mit Link zu Amazon. Okee, ihr Nick war wohl nicht wirklich "Hase", aber sie benahm sich schon gewollt "unschuldig". ;)

Das war früher – und heute?

Diese Aktionen sind allerdings auch schon ein paar Jahre her – es ist also zu hoffen, dass auch diese Autorin dazu gelernt hat. Der Effekt dieser „unerkannten Dauerwerbesendung“ war nämlich eher negativ: Die Userinnen waren in erster Linie genervt und die Moderatorinnen klopften der Autorin wohl mehr als einmal auf die Finger, um sie von ihrem Tun abzuhalten.

Über den Einfluss dieser Werbenachrichten auf die Verkaufszahlen kann ich allerdings nichts sagen. Vielleicht ist die Autorin ja schon längst Auflagen-Millionärin und lacht sich kaputt über Autoren, die sich mit solchen Werbemethoden schwer tun...?

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Neulich bin ich in der Xing-Gruppe "Blogbuster" auf eine ganz spannende Idee gestoßen, nämlich aus den eigenen Blogbeiträgen ein Buch zu machen.

Spezialanbieter

In der Diskussion des Xing-Forums wurde auch ein auf diese Marktnische spezialisierter Verlag genannt, den ich aber nun nicht wirklich so toll fand: Die Bücher sind oftmals schweineteuer – wer mag schon bis zu 58 (!) Euro für ein paar gesammelte Blogposts bezahlen, die ja im Normalfall im Internet frei verfügbar wären? Ich jedenfalls nicht!

Die Idee hat was...

Trotzdem muss ich sagen, dass die Idee eines "Blogbuches" durchaus etwas hat. Was sind die Vorteile eines solchen Buches?

  • Man erreicht mit einem solchen Buch u.U. auch diejenigen Leser, die nicht so besonders internetaffin sind.
  • In Sachen Selbstmarketing und Kundenakquise hat ein "gedrucktes Buch" oftmals einen höheren Stellenwert als eine Sammlung von Blogposts im Internet.
  • Man kann als Autor bei einem solchen Buch die eigenen Beiträge neu ordnen und neu gewichten – und u.U. auch Beiträge unter den Tisch fallen lassen, die nicht so wirklich gelungen sind.
  • Ein Blogger kann mit einem Buch einen ganz guten Schlusspunkt zu seinem Blog setzen – und hat dann auch den Kopf freier für etwaige Nachfolgeprojekte.
  • Falls sich ein Blogbuch besonders gut verkaufen sollte, kann man damit Geld verdienen. (Damit dies gelingt, muss man das eigene Netzwerk allerdings schon sehr gut im Griff haben, damit die User für ein Buch, dessen Inhalt sie ja bereits kostenlos (!) im Internet lesen durften, tatsächlich noch ein paar Euronen springen lassen.)

Ein Blogbuch ist auch – ein Buch

So ein Blogbuch ist – bei allem Charme dieser Idee – aber auch "nur" ein ganz normales Buch. Auch hier muss man sich die ganz normalen Gedanken rund um die Zielgruppe, das Alleinstellungsmerkmal des Buches und dessen "Bewerbung" machen. Da wäre es schon empfehlenswert (dieser Tipp kam von Jörg Krüger aus der Xing-Gruppe...), schon zu Beginn des Bloggens regelrecht zu planen, dass hinterher ein "echtes" Buch daraus werden soll.

Wer zahlt dafür?

Das ganz große Fragezeichen ist m.E., ob überhaupt noch jemand Geld für Blogbeiträge bezahlen will, wenn es alle Inhalte bereits frei zugänglich im Netz gibt. Bei vielen Blogs wäre da sicherlich ein preiswerteres E-Book eine gute Alternative...

Würdet Ihr Geld für ein Blogbuch bezahlen? Welchen Preis für, sagen wir mal, 100 gesammelte Blogposts guter Qualität zu einem für Euch wichtigen Thema haltet Ihr für angemessen? Muss es wirklich ein "echtes" Buch sein oder würde Euch auch ein E-Book genügen?

Wie seht Ihr das?

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Richtig geniale Bücher...

Vor einiger Zeit habe ich mir mal ein Kochbuch zum Thema Nahrungsunverträglichkeiten besorgt: In meinem näheren Umfeld gibt es dieses „Krankheitsbild“. Ist nicht sooo lustig, aber man kann damit sehr gut leben, wenn man ein paar Lebensmittel vom Speiseplan streicht.

Ein „geniales“ Kochbuch

Um nun möglichst nicht allzu viel in Sachen Essenszubereitung falsch zu machen, hat mir meine wunderbare Buchhändlerschwester ein Kochbuch zum Thema besorgt.

  • Aufmachung des Buches: So lala! Keinerlei Fotos und auf grauem Recycling-Papier gedruckt – wohl im Selbstverlag.
  • Informationsgehalt: Die Basis-Infos zum entsprechenden Krankheitsbild habe ich anderswo (z.B. im Internet) erheblich besser und leserfreundlicher zusammengefasst gefunden.
  • Geschmack der Rezepte: Habe ich ehrlich gesagt noch nicht ausprobiert – mir fehlen einfach die Bilder, um ein Gericht auszuwählen.

Der absolute Bringer war dieses Buch für mich eher nicht; es hätte in Schulnoten so in etwa eine vier bekommen: nicht berauschend, aber es geht noch gerade so. Um so verblüffter war ich dann, als ich auf dem Backcover folgenden Werbespruch las: „Einfach und genial – das ist der Anspruch, dem dieses Buch gerecht wird.“

„Genial“ soll das Buch also sein. A-Ha! Da hat aber jemand ein ordentlich ausgeprägtes Selbstbewusstsein! Vielleicht habe ich ja einen etwas absonderlichen und altmodischen Genialitätsbegriff, aber „genial“ war das Buch meiner Meinung nach nun wirklich nicht.

Großsprecherei als Programm

Diese Form der Großsprecherei ist offenbar zumindest im Ratgebergenre recht weit verbreitet; dazu ein paar Buchtitel:

„Depressionen erfolgreich behandeln: Wie Sie in nur 3 Monaten Ihre Depressionen ohne Psychotherapie und Psychopharmaka los werden können!“

„Genial einfach investieren: Mehr müssen Sie nicht wissen – das aber unbedingt!"

„Die Eichhörnchen-Strategie: Glücklich und erfolgreich mit den genialsten Tricks der Tiere“

Diese Liste könnte man sicherlich noch lange, lang fortsetzen.

Geniale Autoren weisen den genialen Weg aus der Not?

Es stellt sich dabei die Frage, welches Bild von ihrer Zielgruppe diese Autoren (bzw. deren Verlage) eigentlich haben: Sie scheinen zu vermuten, dass ihre Leser im Grunde strohdumm sind und noch nicht einmal die geringste Ahnung vom Thema haben. Zum Glück für diese strohdummen Leser gibt es ja die wunderbaren (genialen!) Autoren (und Verlage), die uns grenzdebilen Menschen aus ihrer Notlage helfen und ihnen in wenigen Tagen oder Wochen mit ihren genialen Tipps den Weg aus der Krise weisen. (Gerade im Bereich der Gesundheitsratgeber ist eine solche Großsprecherei dann nicht nur nervend, sondern u.U. auch richtig gefährlich.)

Aber – es scheint zu klappen

Zu meiner großen Verwunderung scheint solche Angeberei und Besserwisserei aber durchaus bei den Lesern anzukommen, denn diese „genialen“ Buchtitel sind nicht unbedingt diejenigen, die sich besonders schlecht verkaufen.

Anne Oppermann

P.S: Wie reagiert Ihr auf solche "genialen" Bücher?

Fernstudienakademie

Autoren haben gemeinhin nicht allzu viel Geld und Verlage haben nur begrenzte Budgets, wenn es um die Bewerbung ihrer Titel geht. Die Werbesaison, die ein Verlag einem Buch zugesteht, ist sowieso nur recht kurz, so dass irgend wann nur noch der Autor selbst da ist, um sein Werk der geneigten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Guerilla-Marketing für Bücher

Sagte ich bereits, dass Autoren gemeinhin nicht allzu viel Geld haben? Ich glaube, ja! ;)

Für diese Gruppe der finanziell nicht allzu gut ausgestatten „Werbetreibenden“ ist es deshalb wichtig, dass sie mit möglichst geringem Ressourcen-Aufwand ein Maximum an Werbung für ihr Buch „raus hauen“ können. Auf diese Form des Marketings ist nun das sog. Guerilla-Marketing spezialisiert. Warum sollten also Autoren nicht ebenfalls einen auf „Guerillero“ machen?

Guerilla-Marketing ist im Prinzip ein ganz spannender Ansatz, bloß muss man sich klar machen, dass man mit solchen Guerilla-Methoden nicht unbedingt auf ungeteilte Bewunderung und Anerkennung der Zielgruppe trifft. Manchmal nervt es auch ganz einfach!

Guerilla-Aktion im Wartezimmer

Neulich fand ich einen Guerilla-Tipp für Autoren: Warum nicht einmal eine Lesung im Wartezimmer?

„Denken Sie zum Beispiel einmal daran, wie öde die Wartezeiten in den Wartezimmern von Ärzten oft sind. Haben Sie Mut zu etwas Außergewöhnlichem? Dann stellen Sie sich den Wartenden kurz vor und fragen Sie, ob sie eine kurze Passage aus Ihrem Buch vorlesen dürfen, weil Sie gern ein Feedback hätten. Was denken Sie, wird man Ihnen die Bitte verwehren? Nein! Vielleicht werden Sie ein paar verwunderte oder verunsicherte Blicke bekommen, dann jedoch wird man Ihr Angebot sicher gern annehmen und sich freuen, bei seinem Arztbesuch einen echten Autoren / eine echte Autorin kennengelernt zu haben. Seien Sie mutig und probieren Sie ungewohnte Dinge aus! Sie werden sehen, dass Sie nicht auf taube Ohren stoßen und das eine oder andere Buch dabei verkaufen können. Eine solche Aktion wird gern weitererzählt. Damit haben sie eine prima Mundpropaganda!“

Quelle: http://www.autoren-im-web.de/1240-mut-zu-ungewohnlicher-buchwerbung/

Guerilla-Marketing nervt oft

Bei einer solchen Aktionen gruselt es mich, ehrlich gesagt!

Ich als Patientin würde mich bestimmt durch einen solchen Auftritt genervt fühlen, vielleicht weil gleich ein emotional anstrengendes Gespräch mit meinem Arzt ansteht, vielleicht weil ich lieber arbeiten möchte oder mich schon auf die Yellow-Press-Zeitschriften gefreut habe oder vielleicht auch, weil ich endlich mal zehn Minuten Ruhe haben will.

Als Autorin käme für mich ein solcher „Spaß“ ganz bestimmt nicht in Frage: Ich will nämlich meine Umgebung nicht über Gebühr nerven. Außerdem ist zu vermuten, dass die Zielgruppe meines Buches gar nicht im Wartezimmer vertreten ist. Es sei denn, ich wäre gerade in einer Orthopädie-Fachpraxis und präsentierte mein neues Buch zum Thema „Sportunfälle müssen nicht sein“. Und das wäre dann auch ziemlich gemein für die anderen sportverunfallten Patienten im Wartezimmer. ;)

Anne Oppermann

Habt ihr schon mal gute Guerilla-Marketing-Aktionen erlebt? Vielleicht sogar aus der Buchbranche?

P.S.: Eine witzige und "geflügelte" Guerilla Aktion des Eichborn Verlags („der Verlag mit der Fliege“) gab es mal auf der Frankfurter Buchmesse:

http://www.jvm.com/de/ideas/#/7_177/eichborn-lebender-werbebanner/

Fernstudienakademie

Autoren wollen bei ihrer Schreib-Arbeit eigentlich immer ihr Bestes geben. Das ist ganz normal und auch im Grunde wünschenswert, weil sonst keine wirklich guten Bücher dabei herum kämen.

Manche Autoren haben perfektionistische Züge

Problematisch wird das Ganze aber dann, wenn ein Autor perfektionistische Züge an sich entdeckt, die ihn daran hindern, überhaupt „zu Potte zu kommen“:

  • Schon die Grob-Gliederung des späteren Buches bedeutet für solche perfektionistischen Autoren eine enorme Herausforderung.

  • Wenn die Gliederung dann doch irgendwie abgeschlossen wurde, geht es richtig los mit dem Stress: Das Buch will ja erst einmal geschrieben werden – und am besten jeden Tag und in kleinen Häppchen. Und jeden Tag hat ein perfektionistischer Autor dann das Gefühl, dass sein Text an allen Ecken und Enden fehlerhaft ist und nicht die nötige Qualität aufweist.

  • In solch einer Lage schmeißt mancher „perfekte“ Autor ganz einfach hin: Wer sich mit einem Buchprojekt erst gar nicht in die Öffentlichkeit begibt, kann auch keine Fehler machen. Und Fehler wären ja das Schlimmste, was einem Perfektionisten passieren könnte!

Was kann ein „perfekter“ Autor tun?

  • Der erste Schritt zur Besserung besteht wohl darin, dass ein „perfekter“ Autor bemerkt, dass er sich in der Perfektionismus-Falle befindet: Er will unbedingt fehlerlos sein – und macht dann aus lauter Angst vor Fehlern am liebsten gar nichts mehr. Wer an sich solche perfektionistischen Züge erkannt hat, ist meist schon auf einem ganz guten Weg zur Veränderung der Lage!

  • Danach hilft oft ein Gedankenspiel: Was würde denn passieren, wenn das eigene Buch nicht fehlerlos wäre? Dabei sollte man möglichst tief in die gedankliche Trickkiste greifen und sich verschiedene „Worst-Case-Szenarien“ ausmalen. Und zwar so richtig „worst“! Meist kommt bei solchen Gedankenexperimenten nämlich heraus, dass in Wirklichkeit gar nicht so viel Schlimmes passiert: Der Autor fällt selbst bei einem „schlechten“ Buch nicht tot um, seinen Job verliert er auch nicht und die mit ihm konkurrierenden Autorenkollegen werden vielleicht schmunzeln – den „Fall“ dann aber doch schnell wieder zu den Akten legen.

  • Viele Perfektionisten „therapieren“ sich selbst dadurch, dass sie ganz bewusst anfangen, schlampiger zu arbeiten, um so dem Perfektionismus-Teufelskreis zu entkommen. Das Interessante dabei ist, dass selbst solche „schlampigen“ Arbeiten in den meisten Fällen immer noch „überdurchschnittlich gut“ sind.

  • Ein „fehlerhaftes“ Buch bietet übrigens einige Vorteile: Leser schätzen nämlich im Normalfall diejenigen Autoren, die nicht immer alles richtig machen, sondern zu ihren Fehlern stehen. Das Buch (und damit auch der Autor) wirkt dadurch meist auch authentischer und überzeugender.

  • Manches nicht perfekte Buch besitzt zudem das Potenzial, interessante Diskussionen mit und über den Autor zu initialisieren. So hat der Autor die Gelegenheit, sich in verstärktem Maße der Öffentlichkeit zu präsentieren: Eben als kompletter Mensch mit Ecken und Kanten – und Fehlern!

Anne Oppermann

P.S.: Kennt Ihr selbst bei Eurer Arbeit das „Perfektionismus-Gen“? Wie geht Ihr damit um?

Fernstudienakademie

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Dann google doch selbst!

Im Internet ist man inzwischen relativ ungeduldig geworden mit Zeitgenossen, die sich nicht selbst die Mühe machen, nach einer bestimmten Frage zu googeln, sondern – ohne vorherige Internetrecherche – mit jedem ihrer Probleme umgehend Foren oder Mailinglisten „belästigen“.

Googeln ist heute ein Muss!

Googeln gehört also für alle diejenigen, die irgendwie zum „Internet-Volk“ gehören, längst zum Alltagsgeschäft. Welche Konsequenzen bringt das denn eigentlich für angehende Sachbuchautoren mit sich?

  • Die avisierte Leserschaft ist dazu bereit und gleichzeitig auch in der Lage, sich die wichtigsten Informationen zu einem bestimmten Thema selbst aus dem Netz zu fischen.
  • Bevor zu einer bestimmten Frage ein Sachbuch gesucht und konsultiert wird, sind Google, Wikipedia und entsprechende Themenportale (etwa im medizinischen Bereich) schon längst abgegrast.
  • Internetuser sind daran gewöhnt, dass die Informationen, die sie im Internet erhalten, immer auf dem neusten (Forschungs-) Stand sind.

Wo bleibt denn da noch der Bedarf nach Sachbüchern?

Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die Frage, wie denn ein Sachbuch überhaupt noch gegen diese Google-Wikipedia-Konkurrenz „anstinken“ kann. Was macht also das Einzigartige an einem gut gemachten Sachbuch aus?

  • Sachbuchautoren sind in der Regel echte Fachleute für ihr Thema, deren Wissen über die „Häppchenkultur“ bei Google und Co. deutlich hinausgeht.
  • Sie können auf einen breiten Erfahrungsschatz zu ihrem Thema zurückgreifen und können die verschiedenen Strömungen und „Lager“, die es in ihrem Fachgebiet gibt, richtig einordnen und bewerten.
  • Sachbuchautoren nehmen immer eine Auswahl vor, was denn in ihrem Sachbuch überhaupt besprochen werden soll; die unwichtigen und überflüssigen Teile nehmen sie gar nicht erst in ihren Text auf.
  • Durch ein sorgfältiges Lektorat wird sicher gestellt, dass der Sachbuchtext für die Leser möglichst gut verständlich ist und ihnen bei ihren Fragen wirklich weiter hilft.

Ich glaube deshalb, dass auch in den Zeiten von Google, Wikipedia und Co. noch weiterhin Platz für gute Sachbücher bleibt – wenn diese Bücher wirklich informativer und besser aufbereitet sind als die ersten 20-30 Links, die Google bei seiner Suche ausspuckt.

Gab/gibt es bei Euch auch (private oder berufliche) Themen, bei denen Eure Internetrecherchen nicht ausreichten? Wie oft kauft Ihr heute noch Ratgeber oder Sach- und Fachbücher?

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Vor einiger Zeit bin ich durch einen Tipp von Petra van Cronenburg auf eine bestimmte Literaturgattung aufmerksam worden, die ich bislang gar nicht kannte: die sog.“ ChickLit“. Um was geht es dabei?

Was ist das Besondere an ChickLit?

Bei ChickLit handelt es sich um Bücher, die von (oftmals mehr oder weniger jungen) Frauen (= „Chicks“) geschrieben wurden, und in denen das Schicksal einer „ganz normalen Heldin“ mit Gewichtsproblemen, Liebeskummer und PMS auf humoristische Weise erzählt wird.

Bekannte belletristische ChickLit-Werke sind z.B.:

Helen Fielding: Schokolade zum Frühstück oder

Ildikó von Kürthy: Mondscheintarif

Das Besonders an dieser Literaturgattung ist wohl das folgende Merkmal: „ChickLit sind Bücher, die Männer niemals in die Hand nehmen, geschweige denn lesen würden.“ Quelle: http://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/ChickLit

Die männlichen Leser dieses Blog können sich jetzt also direkt weg klicken... ;)

Gibt es ChickLit auch im Sachbuchgenre?

Ich habe nun meine wunderbaren Buchhändler-Schwester einmal gefragt, ob es solche ChickLit-Bücher auch im Sachbuchgenre gibt. Ihre Antwort: „Aber nicht zu knapp!“

Hier mal eine kurze Auflistung relativ aktueller Titel:

Susanne Föhlich: Moppel-Ich

Sabine Asgodom: Live your Life. Wie jede Frau zur Königin des eigenen Lebens wird

Mireille Guilino: Warum französische Frauen nicht dick werden

Diese Liste könnte man sicherlich bis zum Umfallen weiter führen.

Frauenbücher – ein riesiger Markt

Solche Bücher bedienen einen riesigen Markt – Frauen lesen einfach erheblich mehr Bücher als Männer. Trotzdem ist es nicht gerade leicht, in diesem ChickLit-Bereich Fuß zu fassen und langfristig Erfolg zu haben:

  • Verlage betrauen im Grunde nur VIPs mit solchen Buchprojekten – als Newcomerin kommt man dabei kaum zum Zuge.
  • Dieser Sachbuchbereich ist enorm schnelllebig: Wenn heute Pilates in ist, wird morgen schon die nächste „Fitness-Sau“ durchs Dorf getrieben. Wer dann noch mit einem neuen Buch zu Pilates landen will, ist ganz einfach zu spät dran.
  • Diese „Frauen-Bücher“ werden zudem enorm schnell verramscht und landen dann für 2,99 in der Grabbelkiste des modernen Antiquariats.
  • Wer als Autorin einmal auf diesen „Frauen-Zug“ aufgesprungen ist, bekommt in anderen Sachbuchgattungen kaum noch ein Bein an die Erde: Der eigene Autoren-Name ist für andere (nicht frauenspezifische) Themen damit schlicht und einfach „verbrannt“!

P.S.: So, Ihr Damen (und wenigen Herren, die bis hierher gelesen haben;)): Was haltet Ihr von solchen Frauen-Sachbüchern?

Fernstudienakademie

In diesem Blog gibt es ja immer mal wieder Interviews mit Autoren und Lektoren. Heute berichtet Hendrik Asmus, der Geschäftsführer des FELDHAUS-VERLAGS, von seinem Beruf als Verleger.

Anne Oppermann: Herr Asmus, könnten Sie sich vielleicht einmal kurz vorstellen? Wie kam es dazu, dass Sie zum "Büchermenschen" wurden und nun als Geschäftsführer dem FELDHAUS VERLAG vorstehen?

Hendrik Asmus: Mein Vater hat den Verlag gegründet, ich bin also mit dem „Büchermachen“ aufgewachsen und habe schnell seine Leidenschaft geteilt – und das nicht nur für den Geruch von frischer Druckfarbe… Nach einer Findungsphase, nach der mir VWL als zu mathematisch und Geschichte als zu brotlos erschien, habe ich mich entschieden, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, wie man so schön sagt. Zu beurteilen, ob ich meine Sache gut mache, überlasse ich gerne anderen – meine Entscheidung habe ich jedenfalls nie bereut, im Gegenteil: Ich freue mich jeden Tag darauf, in den Verlag zu kommen. Fast jeden Tag.

A.O.: Welche inhaltlichen Schwerpunkte hat der FELDHAUS VERLAG?

H.A.: Bei FELDHAUS erscheinen Bücher zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, wobei wir versuchen, gezielt die Nischen zu finden und zu füllen, die die Platzhirsche für kleinere Verlage wie unseren lassen.

A.O.: Sicherlich wenden sich viele Fachbuchautoren an Sie, um ihr Buchprojekt beim FELDHAUS VERLAG unterbringen zu können. Wie sieht aus Ihrer Sicht eigentlich das "ideale Exposé" aus?

H.A.: Für den ersten Eindruck bitte kurz und knapp: Name, Werdegang, Inhaltsübersicht, Probekapitel. Seitenweises Eigenlob und ausschweifende Beteuerungen, FELDHAUS sei der tollste Verlag der Welt, kommen bei mir eher nicht so gut an.

A.O.: Was kann ein Verlag für die Vermarktung eines Buches tun?

H.A.: Im Fachbuchbereich vor allem Kontakte nutzen, Multiplikatoren bearbeiten, Besprechungen initiieren. Sozusagen das beständige Bohren dicker Bretter, das sich manchmal erst dann auszahlt, wenn man gar nicht mehr damit rechnet.

A.O.: Was kann aber auch ein Autor für die Vermarktung eines Buches tun?

H.A.: Grundsätzlich ist es natürlich von Vorteil, wenn ein Autor ein guter Verkäufer in eigener Sache ist, eloquent, auch witzig. Dann kommt es manchmal – ich darf das gar nicht sagen – gar nicht mehr nur auf die Qualität seines Buches an. Und, wie gesagt, unsere Bücher besetzen eher Nischen, sodass persönliche Kontakte der Autoren zu Entscheidern sehr wichtig und meist auch vorhanden sind.

A.O.: Sie haben ja u.a. auch das Buchprojekt "100 Fragen und Antworten zum Fernstudium" betreut. Dabei gingen die beiden Autoren einen relativ neuen Weg des Schreibens, in dem sie nämlich die Nutzerinnen und Nutzer von Fernstudium-Infos.de in den Schreibprozess integrierten. Wie bewerten Sie solche Crowd-Sourcing-Projekte?

H.A.: Bei dem von Ihnen angesprochenen Buch als uneingeschränkt positiv. Damit das klappt, braucht man aber so versierte und erfahrene Moderatoren oder „Kanalisatoren“, wie die beiden Autoren es sind. Insofern muss man das von Fall zu Fall bewerten.

A.O.: Dieses Buch wurde ja im Jahr 2011 vom Forum DistancE-Learning als "Publikation des Jahres" ausgezeichnet. Hat sich diese Auszeichnung im Sinne des Buchmarketings eigentlich gelohnt?

H.A.: Über diesen Preis habe ich mich sehr gefreut, ich halte ihn aber auch für berechtigt! Natürlich haben die beiden Autoren einen großen Anteil an dieser Auszeichnung, das weiß ich wohl. Weniger sicher bin ich – um auf Ihre Frage zurück zu kommen – in wieweit sie den Verkauf befeuert hat. Natürlich hat sie das, in Stückzahlen auszudrücken vermag ich den Einfluss aber nicht.

A.O.: Im Moment gibt es ja einen gewissen Hype rund um das Thema E-Book. Wie bewerten Sie diese Form der Veröffentlichung? Will der FELDHAUS VERLAG auch auf diesen Zug aufspringen? Warum (nicht)?

H.A.: Meine Einstellung dazu kann man vielleicht als „aufmerksam beobachtend“ beschreiben. Das Wichtigste sind zunächst einmal die Inhalte, die müssen stimmen. Alles Weitere haben wir im Blick und können kurzfristig reagieren. Im Moment gehe ich davon aus, dass E-Book und klassisches Buch sich noch recht lange ergänzen werden, was ja auch die Verkaufszahlen der letzten Zeit nahe legen: Der starke Zuwachs bei den elektronischen Varianten geht nicht auf Kosten der gedruckten Werke. Für mich als Nutzer gilt: Einerseits finde ich E-Books und Tablets faszinierend, andererseits liegt mein iPad meist ungenutzt herum. Allerdings bin ich auch schon 42 und mit Eselsohren und Textmarker aufgewachsen…

A.O.: Vielen Dank für das Gespräch!

H.A.: Sehr gerne!

P.S.: Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache!

Die Fernstudienakademie ist nun (endlich!) auch bei Facebook angekommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mitmachen wollt, dieses Social Media Projekt mit Leben zu füllen:

http://www.facebook.com/Fernstudienakademie

Fernstudienakademie

Heute gibt es keinen "echten" Blogbeitrag, sondern "nur" einen Linktipp:

Die Fantasy-Autorin Hilke-Gesa Bußmann führt im November ein Vlog zu ihrem neuen Schreibprojekt:

Hier kann man der Autorin einmal bei der Arbeit über die Schulter gucken und mitbekommen, was in dieser Zeit gut lief, wo sie Probleme hatte und wie sie sich täglich fürs Schreiben motiviert.

Ich finde das schon eine recht spannende Geschichte, ein solches Vlog zu führen...

Fernstudienakademie

Derzeit scheint es regelrecht in Mode gekommen zu sein, dass praktisch jeder Experte – oder jeder, der sich dazu berufen fühlt – ein Sachbuch schreibt bzw. ein solches schreiben will. Das ist ja im Prinzip auch richtig so und eine gute Idee – und ein wenig hoffen wir von der Fernstudienakademie ja auch darauf, dass der ein oder andere "Exepertenstatus-Affine" diesen Lehrgang bei uns bucht, um ein solches Buchprojekt unter unserer kompetenten Begleitung anzugehen. So ist jedenfalls der Plan! ;)

Sachbücher, die die Welt nicht braucht

In einer kleinen Glosse im Spiegel haben sich vor Kurzem Jörg Achim Zoll und Monika B. Paitl ziemlich bissig mit diesem aktuellen Trend der Sachbuchschreiberei auseinander gesetzt. Quintessenz der beiden Autoren: Es gibt derzeit an jeder Ecke Sachbücher, die die Welt nicht braucht, die keinen Erkenntnisgewinn mit sich bringen und eigentlich nur noch aus ungeordneten Lebensweisheiten und Anekdötchen mitteilsamer Möchtegern-Autoren bestehen.

"Instantbücher"

Für diese neue Gattung der (oft nur als E-Book und im Selbstverlag veröffentlichten) Sachbuchliteratur bringen die beiden Autoren den schönen Begriff der "Instantbücher" in die Diskussion ein. Dabei handelt es sich um Bücher, die meist in Windeseile geschrieben und von den Lesern ebenso schnell konsumiert werden, ohne dass sie einen langfristig erkennbaren Nährwert mit sich brächten.

Bücher als Marketinginstrument

Bei solchen Veröffentlichungen verkommt ein Sachbuch zu einem reinen Marketinginstrument. Nun stellt sich vielleicht so mancher die Frage: "Na und? Was ist daran so schlimm?" Ich finde es absolut nachvollziehbar und richtig, wenn ein Buch auch zu Marketingzwecken genutzt wird. Ein Autor muss sich schließlich überlegen, ob sich die Mühe, ein Sachbuch zu schreiben, für ihn tatsächlich lohnt und rechnet.

Allerdings wird ein Buch, das keine Tiefe und keinen wirklichen Nutzen für die Leser mit sich bringt, diese nicht wirklich begeistern. Wer in seinem Sachbuch nur ausgelutschte Lebensweisheiten von sich gibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Leser (und potenziellen Kunden) irgendwann doch zu den wirklichen "Experten" in der Branche abwandern, die Spannendes und Profundes zum Thema zu Papier gebracht haben.

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Viele Sachbuchautoren stehen auf Zitate, um ihr Thema aufzulockern oder ihm eine gewisse Würze zu geben. Das scheint auch ganz gut zu klappen, denn sonst würden diese Autoren sich ja nicht immer und immer wieder dieses Stilmittels bedienen.

Hierbei meine ich übrigens nicht Fachzitate, die in jedem wissenschaftlich orientierten Text ganz klar ihre Berechtigung haben und einfach ein „Muss“ sind. Mir geht es bei diesem Blogbeitrag eher um Zitate, die den Text auflockern sollen und dazu die „Weisheiten vergangener Dichter- und Denkergenerationen“ nutzen möchten.

Welchen Eindruck machen Zitate?

Wer häufig solche „sinnhaften Zitate“ in seine Texte einbaut, erweckt damit immer auch einen gewissen Eindruck bei den eigenen Leserinnern und Lesern – und der muss nicht ausschließlich positiv sein...

Für das Verwenden von Zitaten sprechen einige Punkte:

  • Die Inhalte, die der Autor vermitteln will, werden u.U. besser auf den Punkt gebracht und vielleicht auch humoristisch gebrochen.
  • Nicht jeder Autor muss das Rad wirklich neu erfinden, sondern kann auf das Wissen vergangener Dichter- und Philosophengenerationen zurückgreifen.
  • Der Autor weist durch die Verwendung von Zitaten nach, wie belesen er ist.

Es gibt aber auch einige Gründe, die gegen die allzu häufige Verwendung sprechen:

  • Der Autor wirkt u.U. ziemlich besserwisserisch, wenn er seine Belesenheit immer wieder durch Zitate beweisen will.
  • Zitate sind heute in bestimmten Kreisen gerade schwer in Mode – und mancher mag einfach keine Lebensweisheiten aus dritter Hand mehr lesen. (Facebook – ick hör Dir trapsen...;))
  • Wenn ein Text mit allzu vielen Zitaten geschmückt ist, erscheint es manchmal so, als ob der Autor gar nichts Eigenes mehr zustande brächte, sondern in erster Linie die Bon Mots anderer auflistet.

Wie findet Ihr in Sach- und Fachbüchern solche Zitate auf dem Niveau von Lebensweisheiten? Gelungene Abwechslung oder doch eher nervend?

Anne Oppermann

Und weil es so schön ist, gebe ich jetzt mal eines der wenigen Zitate zu Gehör, die ich wirklich klasse finde:

„Das Wort ‚Familienbande‘ hat einen Beigeschmack von Wahrheit.“ ;)

Karl Kraus

Fernstudienakademie

Erinnert Ihr Euch noch an diese seltsamen Tamagotchis, die man regelmäßig bekümmern, bespaßen und versorgen musste, damit sie nicht eines qualvollen elektronischen Todes starben? So ein ähnliches Dingen habe ich jetzt auch zu Hause – bloß nennt man es heutzutage nicht mehr Tamagotchi, sondern E-Book-Reader.

Er will immer mit zu mir ins Bett

Zu Beginn habe ich es gar nicht so richtig gemerkt, aber Petra van Cronenburg wies mich vor einiger Zeit auf diese Parallele hin: So ein E-Book-Reader verlangt – wie ein Tamagotchi – die volle Konzentration, will ständig (mit Lesestoff) gefüttert werden und so richtig wohl fühlt er sich nur, wenn ich ihn mit ins Bett nehme.

Mein E-Book-Reader und ich haben also inzwischen eine richtig innige Beziehung: Ich nehme ihn mit auf jede Reise, mit zu jedem Frisörtermin und mit zu jedem Arztbesuch, und wenn mal ein kleines Minütchen Langeweile droht, kommt das liebliche Wesen direkt auf meinen Schoß und wird von mir umkümmert.

Meine Umgebung findet ihn nicht soo toll

Was mich allerdings etwas traurig macht: Meine Umgebung liebt meinen treuen Begleiter nicht wirklich. Mal mault mein Umfeld, dass dieses doofe Geklicke beim Umblättern nerve, mal fragt mein Mann ganz spitz, ob ich denn jetzt – wo niemand so genau erkennen kann, was ich denn eigentlich derzeit lese – auch bei diesem Shades-of-Grey-Hype mitmache. Nein, ich mache nicht mit bei diesem SM-Gedönse, aber es ist schon trotzdem ganz schön, dass nicht jeder auf einen Blick erkennen kann, dass ich mir schon wieder einen Krimi reinziehe.

Aber mich nervt es auch manchmal

Allerdings muss ich gestehen, dass mich – nicht mein Reader, den ich hab ich ja lieb! – sondern diese neue Buchform E-Book schon manchmal nervt. In meiner Anfangseuphorie habe ich mir so manches 99 Cent-Schätzchen heruntergeladen – und sehr schnell die Lektüre abgebrochen, weil mir meine Lebenszeit für den Blödsinn, der da angeboten wird, einfach zu schade ist. Bei diesen Titeln steht dann zwar eine blumige 5-Sterne-Rezension nach der anderen bei Amazon, die aber vielleicht doch eher von wohlmeinenden Bekannten verfasst wurden.

Einkaufsverhalten ändert sich

Inzwischen hat sich mein Einkaufsverhalten geändert: Die 99 Cent-Schätzchen umgehe ich und fange erst ab einem Preis von 4,50 Euro plus an zu überlegen, ob das Buch vielleicht etwas für mich wäre. Bei diesen Werken ist nämlich ein Autor unterwegs, der von sich selbst und seiner Leistung so überzeugt ist, dass er seine Werke nicht zu absoluten Dumpingpreisen auf den Markt wirft. Das lässt m.E. schon eine gewisse Qualität erwarten. Bei diesen etwas "höherpreisigen" E-Books hatte ich (bislang) übrigens noch keine Totalausfälle – also bleibe ich zunächst einmal bei dieser Einkaufsstrategie.

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Heute ist mein Sohn Paul (9) krank - ein doofer Bänderriss am Tag vor der Klassenfahrt. Blöder kann es ja gar nicht kommen! Deshalb bloggen wir heute zusammen, und zwar - damit es zu diesem Blog auch passt - zum Thema: „Sachbücher für Kinder".

Wer kauft das?

  • Zunächst einmal die Kinder selbst
  • Manchmal aber auch Erwachsene für die Kinder
  • Bibliotheken kaufen ebenfalls Sachbücher für jüngere Leser, um sie an die Kinder ausleihen zu können

Warum kauft man ein bestimmtes Sachbuch für Kinder?

  • Weil es die Kinder interessiert
  • Als Geschenk
  • Wenn in der Schule ein bestimmtes Thema behandelt wird, dient es als Hintergrund.
  • Manche Sachbücher werden auch gekauft, um einzelne Buchreihen (was ist was?) zu ergänzen.

Wann ist ein Sachbuch wirklich toll?

  • Die Texte und die Textlänge müssen zum Alter passen.
  • Der Inhalt sollte sowohl die Grundlagen eines Themas behandeln, als auch weiterführende Informationen enthalten für Kinder, die sich schon besser mit dem Thema auskennen.
  • Ein Sachbuch für Kinder sollte unbedingt über viele Bilder verfügen.
  • Besonders spannend sind die Sachbücher aus der TipToi-Reihe.
  • Zur Erklärung: Bei TipToi-Büchern wird einem ein „elektronischer“ TipToi-Stift, der aussieht wie eine zu dick geratene Möhre, mitgeliefert. Mit diesem Stift kann man das Buch erkunden, z.B. Tondokumente hören, kleine Spiele spielen oder die handelnden Personen begleiten und sie etwas erzählen lassen.
  • Einschub von mir, Anne Oppermann: Dieses Buchprinzip könnte sich auch in der Erwachsenenbildung lohnen!

Tipps für Kindersachbuchautoren:

  • Sie sollten unbedingt schon während des Schreibens mit Kindern über das Buch sprechen.
  • Sie sollten das Lieblingskapitel ihres Buches vor Kindern (z.B. in der Schule) vortragen.
  • Sie sollten die Kindersachbücher zu ihrem Thema kennen und ihre Bücher besser machen als die der anderen Autoren.

Danke an Paul für seine wertvolle Mitarbeit an diesem Blogbeitrag! :)

Fernstudienakademie

In den Feuilletons der Zeitungen ist derzeit so etwas wie ein „Creative-Writing-Bashing“ im Gange. Vor einiger Zeit fand ich dazu eine ganz spannende Rezension über einen neuen englischsprachigen Schreibratgeber in der Süddeutschen Zeitung vom 19. Oktober 2011 unter der Überschrift: „Wie unoriginell! Wider die Schwemme formelhafter Romane aus dem Seminar. Kenneth Goldsmith lehrt ‚unkreatives Schreiben’. Hier der Link zum von der SZ besprochenen Buch:

http://www.buecher.de/shop/geld-beruf-karriere/uncreative-writing-managing-language-in-the-digital-age/goldsmith-kenneth/products_products/detail/prod_id/33141492/session/0c7e6408ab28b66b54fc805733fb7ca9/#sz

(Leider kann ich die Rezension der SZ nicht verlinken...)

Creative-Writing-Bashing

Die Grundannahme dieser Buchrezension, und der „unkreativen“ Schreib-Seminare allgemein, ist folgende: Inzwischen gibt es so viele Creative-Writing-Kurse, die im Prinzip den angehenden Autoren das immer gleiche Handwerkszeug, die immer gleichen Schreibregeln und die immer gleichen Metaphern an die Hand gäben; so könnten in diesen immer gleichen Seminaren auch keine wirklich originellen und einzigartigen Texte mehr entstehen.

Uuuups – das sitzt! Mein Sachbuchautorenlehrgang hat zwar nichts mit dem Thema „Creative Writing“ zu tun (da geht es ja um belletristische Texte), aber was ich mit „meinem“ Lehrgang erreichen möchte, ist ja trotzdem vergleichbar: Ich möchte die späteren Autoren dazu befähigen, ein Sachbuch zu schreiben. Und auch bei „meinem“ Lehrgang geht es um jede Menge Handwerkszeug.

Rechner aus?

Sollte ich deshalb nicht am besten gleich meinen Rechner ausschalten, die Lehrhefte dieses Lehrgangs löschen und mich lieber anderen Themen zuwenden? Sicherlich ahnt Ihr es schon: Das mache ich nicht!

Warum bleibe ich also dabei, diesen Lehrgang unbedingt auf den Markt bringen zu wollen? Im Prinzip glaube ich, dass es „sone“ und „solche“ Schreibkurse gibt. Bei der Vorbereitung dieses Sachbuchautorenlehrgangs habe ich mir so einige Regalzentimeter an Fachliteratur zum Thema „Creative-Writing“ angeschaut. Ich wollte einfach wissen, wie Belletristik-Kurse (in Buchform) aufgebaut sind.

Wie erwartet geht es dabei immer wieder um dieselben Tipps und Tricks: Arbeitet an einem überzeugenden Spannungsbogen! Hübscht Eure Metaphern auf! Achtet auf die Personenkonstellation! Schreibt nicht zu viele Adverbien hintereinander! Vermeidet Passivkonstruktionen und Schachtelsätze! Und so weiter, und so weiter, und so weiter ....

Alle diese Tipps und Kniffe sind natürlich nicht rundum falsch und haben insofern schon ihre Berechtigung. Aber sie sorgen eben auch am Ende dafür, dass die daraus resultierenden Texte sich immer mehr ähneln.

Methoden

Bei „meinem“ Fernlehrgang gibt es natürlich auch praxiserprobte Tipps und Tricks. Aber ich möchte erreichen, dass die Teilnehmer dieses Kurses sich vor allem darum bemühen, ihren eigenen Stil zu finden. Das soll durch verschiedene Methoden erreicht werden:

  • Die Teilnehmer sollen sich z.B. darüber klar werden, welche (Sachbuch-) Texte sie eigentlich gut finden. Es geht also um die Suche nach möglichen Vorbildern.
  • Dabei sollen die angehenden Autoren (z.B. in den Einsendeaufgaben) genauer analysieren, was genau sie an diesen Texten so toll finden.
  • In den Einsendeaufgaben werden die Teilnehmer außerdem immer wieder auch aufgefordert, einen bestimmten Inhalt aus ihrem Buchprojekt in verschiedenen Fassungen, in verschiedenen Stilrichtungen und aus verschiedenen Blickwinkeln zu verfassen.
  • Der Kursbetreuer wird dann diese verschiedene Fassungen kommentieren und gemeinsam mit dem jeweiligen Teilnehmer besprechen, welche Wirkung sein Text eigentlich auf den Leser haben könnte.
  • Die Teilnehmer müssen sich außerdem sehr viele Gedanken über ihre Zielgruppe und den Zweck ihres Buches machen. Nur wenn es z.B. hinterher auch tatsächlich eine Leserschaft (oder besser: eine Käuferschaft!) für ein Sachbuch gibt, lohnt sich der gesamte Aufwand.

Es ist also nicht das Ziel, dass hinterher alle Teilnehmer im immer gleichen Stil der Fernstudienakademie vor sich hin „dichten“, sondern dass sie ihre individuelle Ausdrucksweise finden. So ist jedenfalls der Plan! ;)

Texte Wort für Wort abschreiben

Einen Tipp der Schreibseminare zum „unkreativen Schreiben“ fand ich allerdings klasse und überlege nun, ob ich das nicht auch einmal in einer Übung von den Teilnehmern machen lasse:

Die Teilnehmer sollen – am besten stocktrockene – Texte einfach einmal Wort für Wort abschreiben (!), so z.B. Wettermeldungen oder Gebrauchsanweisungen für Geräte. Was das bringen soll? Dazu ein abgeschriebener (!) Satz aus der vorliegenden Buchrezension: „Wer einen Text mühsam abschreiben muss, liest ihn auf ganz andere Weise.“

Schreibt doch einfach mal diesen Blogbeitrag ab, dann wisst Ihr, was ich meine... ;)

Anne Oppermann

Fernstudienakademie

Im Sachbuchgenre gibt es eine Textsorte, mit der gar nicht wenige Texter ihr Geld verdienen, nämlich das Verfassen von Biographien, die von Kunden in Auftrag gegeben und am Ende auch bezahlt werden.

Schreiben im Kundenauftrag

Auftragsbiographen verfassen dabei Biographien von ganz „normalen“ Menschen, die das Bedürfnis haben, ihr Leben in Form eines Buches für die Nachwelt zu konservieren, sich es aber nicht zutrauen, den Text dafür selbst zu verfassen.

Eine Sonderform der Auftragsbiographie stellt das Verfassen von Unternehmenschroniken dar, die eine Firma etwa zu einem runden Jubiläum der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Diese sog. „Corporate Books“ werden dann z.B. an Kunden, kooperierende Dienstleister oder aber an Pressevertreter, die sich über ein bestimmtes Unternehmen informieren wollen, (in der Regel kostenlos) übergeben.

Solche Biographien oder Unternehmenschroniken erscheinen häufig in Form von Self-Publishing, so z.B. bei Books on Demand (BoD) oder anderen darauf spezialisierten Dienstleistern.

Wie muss ein guter Biograph „gestrickt“ sein?

Ein „guter“ Auftragsbiograph zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus:

  • Wie alle „guten“ Autoren muss natürlich auch ein Auftragsbiograph über eine gute „Schreibe“ verfügen.
  • Dabei muss er verschiedene Stilebenen beherrschen, denn der Kunde liegt nicht nur den Inhalt des späteren Buches fest, sondern in vielen Fällen auch den „Ton“, in dem seine Erinnerungen verfasst werden sollen.
  • Ein guter Berufsbiograph muss darüber hinaus über ein gehöriges Maß an Empathie und Geduld verfügen, denn er muss sich in oft stundenlangen Gesprächen und Interviews ganz auf seinen Kunden einstellen können.
  • Wichtig ist außerdem ein gewisses psychologisches Geschick, wenn ein Kunde z.B. über einzelne Phasen seines Lebens sehr unglücklich ist oder bestimmte Entscheidungen, die er getroffen hat, bereut. Hier braucht er dann u.U. sogar den Beistand und den Trost seines Biographen.
  • Ein Berufsbiograph muss sich für Zeitgeschichte interessieren und über ein entsprechendes Hintergrundwissen über historische Zusammenhänge verfügen, um die Ausführungen seines Auftraggebers richtig einordnen zu können.
  • Darüber hinaus muss er dazu in der Lage sein, selbständig z.B. in Unternehmensarchiven oder Bibliotheken zu recherchieren.
  • Schließlich sollte er auf ein Netzwerk von Dienstleistern zurückgreifen können, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen können, so z.B. Fotographen, Layouter oder Lektoren.

Anne Oppermann

P.S.: Was haltet Ihr von solchen Auftragsbiographien? Ist es eine interessante Methode, individuelle Zeitgeschichte auf Papier zu bannen, oder haltet Ihr solche Biographien eher für einen Ausdruck gesteigerter Eitelkeit des Auftraggebers?

Fernstudienakademie

Wenn sich ein angehender Sachbuchautor auf die Verlagssuche begibt, muss er in seinem Exposé nachweisen, dass er „wirklich“ schreiben kann. Wer da keine aussagekräftigen Referenzen nennen kann, dem wird ein Verlagslektor nur ausgesprochen zögerlich abnehmen, dass dieser Autor auch tatsächlich das Zeug dazu hat, ein umfangreicheres Buchprojekt zu stemmen.

Exposé und Beispielkapitel als erster „Kompetenznachweis“

Das Exposé und vor allem das mitgelieferte Beispielkapitel sind die ersten und sicherlich wichtigsten Hinweise für den Lektor, wie die Schreibe des angehenden Sachbuchautoren denn eigentlich ist:

  • Wirkt die Buchgliederung überzeugend?
  • Kommt der Autor bei seinen Ausführungen auf den Punkt?
  • Kann der Autor für seine Buchidee – und auch für sich selbst – überzeugend und authentisch „Werbung“ machen?
  • Wie ist es um die Rechtschreib- und Grammatikkünste des Autors bestellt?
  • Beherrscht der Autor zumindest die Basics in Sachen Formatierung?

Weitere Referenzprojekte ergeben ein runderes Bild

Viele Lektoren wünschen sich darüber hinaus noch weitere Nachweise, inwiefern der Autor wirklich sein (Schreib-) Handwerk beherrscht. Dabei kommen z.B. folgende Textsorten in Frage:

  • Hat der Autor zu seinem Thema bereits ein Buch verfasst?
  • Hat er Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht?
  • Muss er beruflich viel schreiben? Um was geht es bei diesen beruflichen Texten?
  • Hat der (angehende) Sachbuchautor vielleicht auch schon belletristische Titel veröffentlicht?
  • Bloggt er? In welchem Umfang und um welches Thema geht es?

All diese Texte werden unter Umständen tatsächlich überprüft

Bei diesen Texten muss man sich allerdings klar machen, dass sie – soweit sie tatsächlich veröffentlicht wurden – auch wirklich von einem Lektor überprüft werden. Man sollte also nur diejenigen Texte angeben, zu denen man wirklich stehen mag.

So kann sich z.B. ein privates Blog, das weder viele Leser hat noch User-Kommentare hervorruft, weil der Blogger eigentlich nur herum jammert, dass seine Katze ständig krank wird und er bei seiner Arbeit nie einen Parkplatz findet, eher kontraproduktiv auswirken.

Ein Business-Blog, in dem Themen aus der eigenen Branche aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden und das entsprechend auch gut besucht und kommentiert wird, macht dagegen schon einen erheblich „schmaleren Fuß“ und wird vom Lektor sicherlich positiv vermerkt werden.

Anne Oppermann

P.S.: Eine Frage an Euch: Hier bei fi.de sind ja auch eine ganze Menge Blogger unterwegs, die qualitativ absolut hochwertige und spannende Blogs fabrizieren. Würdet Ihr diese Blogs etwa bei einer Bewerbung mit angeben? Oder ist das eher „Privat-Kram“, über den Ihr im Job gar nicht sprechen wollt?

Fernstudienakademie

Der letzte Blogbeitrag war der Frage gewidmet, welche Ziele ein angehender Sachbuchautor mit seinem Buch erreichen will – und ob er aktuell tatsächlich noch immer hinter diesen Zielen steht. Denn nur wenn die avisierten Ziele wirklich lohnenswert und erreichbar sind, wird sich ein Autor wohl wieder an seine Schreibarbeit setzen.

Nun geht es in die Feinarbeit: Was kann ein Autor dafür tun, damit das eigene Buchprojekt doch noch erfolgreich abgeschlossen wird? Dabei stellt sich natürlich zunächst einmal die Frage, warum das Buchprojekt eigentlich ins Schlingern geraten ist.

Warum klappt es eigentlich nicht?

  • Ist es der Mangel an Zeit, der mich vom Schreiben abhält?
  • Habe ich den Aufwand, den das Verfassen eines Buches mit sich bringt, unterschätzt?
  • Steht mein privates und berufliches Umfeld gar nicht wirklich hinter dem Buchprojekt und torpediert es ständig?
  • Finde ich die Tätigkeit des Schreibens im Grunde langweilig?

Dies sind ganz typische „Dauerbrennerfragen“ von angehenden Autoren, für die es aber auch Lösungsansätze gibt, sei es z.B. durch ein verbessertes Zeitmanagement oder aber durch ehrliche Gespräche mit dem privaten Umfeld, ob das Buchprojekt tatsächlich umsetzbar ist, wobei Familie und Freunde vielleicht für ein paar Monate zurückstehen müssen. Manches mal kann es sogar eine Lösung sein, einen Ghostwriter an die Arbeit zu setzen. Auch solche „fremdgedichteten“ Bücher können schließlich den eigenen Expertenstatus festigen.

Aufwandschätzung

Im nächsten Schritt geht es dann an die genaue Analyse, wie weit das eigene Buchprojekt denn bislang gediehen ist.

  • Steht die Gliederung?
  • Ist das Exposé schon verfasst und an die entsprechenden Verlage verschickt?
  • Gibt es schon Verlagszusagen?
  • Wie weit ist der Schreibprozess bis jetzt gediehen?
  • Steht ein Viertel des Textes? Die Hälfte? Zwei Drittel?
  • Fehlen vielleicht nur noch Kleinigkeiten wie etwa das Literaturverzeichnis?

Erst wenn wirklich fest steht, wie viel denn eigentlich noch passieren muss, bis das komplette Buch fertig ist, kann man den Aufwand tatsächlich einschätzen – und die weiteren Arbeiten planen.

Zwischenziele setzen

Wenn deutlich geworden ist, wie viel Arbeit denn nun eigentlich noch in das Buchprojekt fließen muss, sollte man sich einen Projektplan erstellen. Dabei ist es empfehlenswert, Zwischenziele und „Meilensteine“ zu definieren, deren Erreichung möglichst auch gefeiert werden sollte. So wird die anstehende Arbeit besser handhabbar und der angehende Autor verzweifelt nicht an der schieren Menge seiner Aufgaben.

Manchmal ist besser, das Buchprojekt zu canceln

Für manche Autoren wird allerdings auch irgendwann klar, dass selbst der ausgefeilteste Projektplan und das ausgefuchsteste Zeitmanagement nicht wirklich dabei helfen, das eigene Buchprojekt auf Erfolgskurs zu halten.

Dann kann es an der Zeit sein, das Projekt ganz zu beenden oder wenigstens für eine längere Zeit aufs Eis zu legen. Wer nur widerwillig und ohne Herzblut an die Schreib-Arbeit geht, macht sich das eigene Leben schwer und kann, wenn er sich dabei ständig überfordert und quält, auch im schlimmsten Falle mit einem Burnout oder sonstigen Problemen bestraft werden. Das lohnt sich einfach nicht!!

Fernstudienakademie

Viele angehende Sachbuchautoren (und sicherlich auch manche Fernstudierenden) kommen bei ihrem Schreib- bzw. Weiterbildungsprojekt irgendwann an ihre Grenzen und fragen sich dann, ob sie jetzt die Zähne zusammenbeißen sollen, um das anstrengende Projekt wirklich zu Ende zu bringen, oder ob es nicht doch die sinnvollere Alternative wäre, die Segel zu streichen und sich wieder mehr dem Job und dem Privatleben zu widmen.

Hinschmeißen oder Zähne zusammenbeißen?

Das ist sicherlich eine schwierige Frage, die jeder für sich ganz persönlich klären muss. Es gibt da leider keine 08/15-Lösungen, die für jeden und für jede Situation passen. Aber vielleicht helfen die folgende Impulse ja schon ein wenig dabei, die eigene Situation zu analysieren und vielleicht auch zu einer Lösung zu kommen...

Welche Ziele habe ich bei diesem Schreibprojekt?

Zunächst einmal sollte man sich die Zeit nehmen, um zu überlegen, was man denn eigentlich mit dem eigenen Schreib-Projekt erreichen wollte:

  • Wollte ich mir mit dem Buch einen „Expertenstatus“ aufbauen, der mich von meinen Mitbewerbern positiv abhebt?
  • Sollte das spätere Buch als Hilfsmittel zur Kundenakquise eingesetzt werden?
  • Wollte ich es mir und meiner Umwelt zeigen, dass ich auch ein solches Mammut-Projekt schultern kann?

Es gibt neben den genannten Zielen sicherlich noch viele andere, individuelle Ziele, die ein Autor mit seinem Buch erreichen möchte.

Stehe ich nach wie vor hinter diesen Zielen?

In einer Phase, in der das eigene Schreibprojekt ins Schlingern geraten ist, sollte man sich diese Ziele noch einmal kritisch vor Augen führen:

  • Stehe ich nach wie vor zu diesen Zielen?
  • Haben sich meine Vorstellungen, was ich mit diesem Buchprojekt erreichen wollte, vielleicht in der Zwischenzeit gewandelt?
  • Wie viel bin ich bereit, für dieses Buchprojekt zu „bezahlen“ (vor allen Dingen natürlich Zeit und Energie)?
  • Gibt es andere Methoden – neben dem Verfassen eines Buches, mit denen ich meine Ziele erreichen kann?
  • Mit welchem Aufwand wären diese Methoden verbunden?

Erst wenn man sich wirklich sicher ist, dass man das angefangene Buchprojekt tatsächlich weiter führen will, kann – und sollte es – dann auch richtig los gehen mit der weiteren Arbeit! Dazu mehr im nächsten Blogbeitrag!

Anne Oppermann

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