• Einträge
    51
  • Kommentare
    310
  • Aufrufe
    4.064

Lernlust - die Chance vertan

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
der Pate

230 Aufrufe

Wenn man meine Eltern nach meiner Lernlust fragen würde, gäbe es wohl erstmal die Anzeichen von Resignation. Was haben die damals an mich hingebetet, ich solle meine Auffassungsgabe nicht so nutzlos brach liegen lassen.

Schon in der Grundschule war ich ein anstrengender Schüler. Mir ging das alles viel zu langsam und so wurde ich ein Störer, der öfter mal früher nach Hause "durfte" und dafür an anderen Tagen die Zeit wieder reinholte als meine Mitschüler schon daheim waren. Ich war sehr ungeduldig, schliesslich wusste ich doch Dinge die andere nicht wussten aber ich durfte sie nicht benennen. Lieber habe ich mich mit anderen Dingen beschäftigt. Ich kannte zum Beispiel jedes meiner vielen "Was ist Was"-Bücher auswendig (falls die Reihe hier bekannt ist :Flushing:). Nach der Schule aber ging es zum Essen und nach dem Hausaufgaben machen auf den Fußballplatz.

Gelangweilt und unterfordert schaffte ich trotzdem nicht was man erwarten durfte, ich bekam mit einem Durchschnitt von 2,6 keine Empfehlung fürs Gymnasium, was mich damals ziemlich kränkte.

Auf der Realschule wurde es zum Teil schlimmer, aber zumindest versuchte ich zumindest im Unterricht am Ball zu bleiben, evtl. wird es doch was mit dem Gymnasium. Die guten Noten flogen mir so zu. Ich musste nichts dafür machen. Meine Eltern verzweifelten. Wenn ich nur die Hälfte von dem gemacht hätte, was meine Schwester gelernt hat, wie würden meine Noten dann erst aussehen. Sie wollten damals, dass ich erstmal die mittlere Reife mache und dann das Abitur. Sie hatten den richtigen Riecher. Ab der 7. Klasse wurden mir die Mädels wichtiger als alles andere :Flushing: und ich bekam 2 Lehrer die mir das Leben schwer machten. In Englisch rutschte ich von einer 1,5 auf eine 4 ab. Dieser Lehrer liebte mich besonders. Fußballfan und dann habe ich in der Pause auch lieber Bücher über das 3. Reich gelesen als wie die Anderen die Zeit sinnlos zu nutzen. Da war für ihn klar, einer der jeden Tag mit dem Fußballschal seines Klubs in die Schule kommt und Bücher über das 3. Reich verschlingt muss ein Nazi sein. Das wurde dann auch so den anderen Lehrer kommuniziert. Man muss sagen, dass ich an jedem Wochenende mit Afroamerikanern beim American Football war und meine Eltern zu der Zeit Freundschaft mit einer russlanddeutschen Familie hatten. Ich war später im übrigen auch Bundestagskandidat bei einer Partei die eher "Links" einzuordnen ist. Lange Rede kurzer Sinn, ich war in meinem Leben vielleicht schon häufig ein Idiot, aber nie ein Rechter. Seit jeher Interessiere ich mich für Geschichte und für alles was mit den Kulturen und der Gesellschaft zu tun hat.

Aber ich hatte meinen Stempel. In Französisch ging es auf eine 5 runter, in Mathe von einer 1,5 auf eine 3 usw. Ich wollte nur noch weg von der Schule. Meine mittlere Reife habe ich irgendwo um die 3 gemacht und fand über Vitamin B eine Lehrstelle auf einer deutschen Behörde. Diese Ausbildung habe ich als Bester in unserem Betrieb abgeschlossen, mir wurde aber nahe gelegt, dass ich mit meiner politischen Einstellung (diesmal war ich zu Links :lol:) und meinen Plänen Zivildienst zu machen) auf dieser Behörde keine Zukunft habe. Ich solle mir doch überlegen ob die Junge Union und die Bundeswehr nicht der bessere Weg für mich sind.

Nun ja, die 13 Monate Zivildienst waren dann das Berufsfindungsjahr und ich blieb dem Rettungsdienst treu. Habe aber schon bald gemerkt dass mir die Welt zu klein ist und mich ständig weitergebildet. Sozialfachwirt IHK, Lehrrettungsassistent und und und. Nun ja, dann eben das Studium weil mein Wunsch seit dem Sozialfachwirt immer war ins Marketing zu kommen. Der restliche Weg ist bekannt.

Auswendiglernen ist mir zuwider. Aber meine Eltern sagen mir heute noch mit einem verzweifelten Blick, was aus mir alles hätte werden können wenn ich 1. nicht so faul und 2. nicht so rebellisch gewesen wäre.

That's life....


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


7 Kommentare


Naja du hattest wenigsten die mittlere Reife, bei mir hat es dann aufgrund ähnlicher Parameter grad noch so zum Quali gereicht.... aber der Weg vom schlechten Hauptschüler zum guten Master finde ich jetzt nicht so schlecht, klar es hätte leichter und früher sein können ;)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Hätte, hätte, Fahrradkette... Letztendlich kann man ja eh nix mehr ändern und aus euch ist doch trotzdem was anständiges geworden :thumbup:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Hätte, hätte, Fahrradkette... Letztendlich kann man ja eh nix mehr ändern und aus euch ist doch trotzdem was anständiges geworden :thumbup:

kann jetzt nur für mich sprechen....und da sage ich "na ja". Frag mal meine Schwiegermutter ob ich zu was anständigem geworden bin :lol::blushing:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
kann jetzt nur für mich sprechen....und da sage ich "na ja". Frag mal meine Schwiegermutter ob ich zu was anständigem geworden bin :lol::blushing:

Schwiegermütter zählen nicht :lol:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Sei dankbar, dass es "rebellisch" geworden ist! Von Kindheit bis zum Au-Pair war das Selbstbewusstsein bei mir in fast jeder Lebenslage idiotisch unterdimensioniert. Das ist der Hemmschuh im Leben schlechthin...

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Ja, die Was-ist-Was Bücher habe ich auch geliebt und mitunter im Unterricht zitiert ;-) - alle auswendig konnte ich allerdings nicht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Sei dankbar, dass es "rebellisch" geworden ist! Von Kindheit bis zum Au-Pair war das Selbstbewusstsein bei mir in fast jeder Lebenslage idiotisch unterdimensioniert. Das ist der[/i'] Hemmschuh im Leben schlechthin...

ich habe mir dadurch schon viel kaputt gemacht. Weil ich mich gewehrt habe wenn ich was ungerecht empfand. Nicht nur mir gegenüber, auch Anderen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • FeThe
      Von FeThe in SRH Riedlingen: Medien- und Kommunikationsmanagement (B.A.) 5
      Es waren verrückte zwei Monate. Eine einzige Begegnung im Supermarkt (kitschig wie im Hollywood-Film) kann plötzlich alles durcheinander bringen. Und dann wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie viel Zeit das Fernstudium doch kostet.
       
      Irgendwie konnte ich mir die Zeit in den ersten Semestern gut organisieren. Das lag einfach daran, dass ich mich kaum nach jemandem richten musste. Der Arbeitgeber ist flexibel, ich bin in keinem Verein aktiv, der mir feste Termine vorschreibt, meine Familie wohnt so weit weg, dass ich den Kontakt häufig nur per Telefon pflege und auch meine Freunde nehmen so viel Rücksicht, dass sie mir bei Hausarbeiten und Klausurvorbereitung in keinster Weise „im Weg stehen". So war es kein Problem die Abende der Woche mal beim Sport oder mal vor der Studienbriefen zu verbringen. Ich kam gut durch und konnte meine selbst gesteckten Ziele einhalten.
       
      Doch dann kam der (zugegeben positive) Windstoß, der mein Kartenhaus-Zeitkonstrukt zusammenbrechen ließ. Plötzlich war da ein neuer Mensch mit dem man gern Zeit verbringen und ihn in den Alltag integrieren möchte. Und dann fällt auf, dass dafür im Fernstudien-Konstrukt gar kein richtiger Platz ist. Alle Wochentage waren mit Arbeit bis zum frühen Abend und mit Sport und Studium am Abend reserviert. Die Tage am Wochenende am Vormittag mit Studium, ab Nachmittag mit Freunden und Unternehmungen.
       
      In der Euphorie musste das Fernstudium in den letzten Wochen dann ganz hinten anstehen. Auf Dauer kann das nicht funktionieren, weshalb das Kartenhaus gerade neu zusammengesetzt wird. Mein Respekt vor denen, die neben sich selbst und ihrer Motivation noch den Partner, Kinder und den vielleicht nicht ganz so flexiblen Arbeitgeber organiseren müssen, ist gehörig gewachsen.
       
      Und mein Stolz darauf, hoffentlich im nächsten Jahr das Fernstudium abzuschließen, wird sicher auch nicht weniger werden
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Nanu, was ist das? Der Mount Everest vielleicht?
      Nein, es sind über 300 Seiten Statistik-Skripte aus MM1, die mir (inklusive die dazugehörigen Onlinevorlesungen) noch fehlen - bis Ende Januar. Nun ja, theoretisch würde bis Ende Februar ja ausreichen, denn die Klausur ist erst am 3.März. Aber daraus wird nichts, weil ich diesen Zeitraum für die Hausarbeit aus MM2 brauche. Als Vollzeit-Studi hat man ja gerade mal 3 Wochen Zeit, diese zu bewältigen  In 2 Wochen ist auch noch die dazugehörige Präsenzphase zur Hausarbeit vor Ort in Hagen. Glücklicherweise ist Hagen ja nur 1 Stunde Zugfahrt von hier entfernt - dennoch gibt es zum Teil nur mysteriöse Verbindungen dorthin. Teilweise habe ich schon überlegt, dort ein Hotel zu buchen, aber nee, ich mag nicht. 

      Irgendwie schade. Man klotzt, und klotzt, und klotzt....ran und wird doch nie fertig bzw. erreicht nie einen Modus, in dem man sich sicher genug für die PRüfung fühlt. Selbst wenn ich die Statistik noch ganz durch bekomme, bleibt keine Zeit, diese Unmengen an Skripten (es gibt ja noch mehr, nämlich die, die ich schon bearbeitet habe!) nochmal zu wiederholen. 
      Immerhin sitzen mal wieder alle in einem Boot, auch in anderen Foren ist zurzeit überall Panik wegen des Zeitdrucks ausgebrochen. Wenigstens hab ich zwei von 5 Kursen schon ganz abgeschlossen und ein weiterer ist nicht prüfungsrelevant, wenn auch Teil der Hausarbeit (wird aber reichen, sich währenddessen gezielt mit Fragestellungen daraus zu beschäftigen).
      Trotzdem ist da wieder dieses blöde Gefühl der Unvollständigkeit, des Zeitdrucks und des ganzen Oh-nein-ich-schaffs-nichts!. Wenigstens schweigt das schlechte Gewissen, denn ich kann wirklich behaupten, an jeder freien Minute dran zu sitzen.
      Muss man jetzt durch.  
    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 10
      Hallo liebe Blogleser,
       
      mein Fahrplan zum Master steht.
      Die letzten Monate hatte ich einige (große) private (und kleine berufliche) Baustellen, die ich (mit externer Unterstützung!) erfreulicherweise mittlerweile alle zu meiner vollsten Zufriedenheit abarbeiten konnte. So bin ich aus der bewältigten (Lebens-)Krise tatsächlich gestärkt heraus gegangen.
       
      Wie dem auch sei. Vom Mitarbeiterentwicklungsgespräch mit meinem Chef am 20.01.2017 hängt es ab, wie es mit meinen Masterplänen weitergeht.
       
      Geplant habe ich, dass ich den Master nur mit dem Support meines Arbeitgebers stemmen möchte. Daher möchte ich meinen Chef von M.Sc. Psychologie der MEU/Diploma Hochschule überzeugen, was allerdings nach Rücksprache mit unserem Ltd. Psychologen kein Problem sein sollte, der sich den Studiengang näher angeschaut hat.
       
      Es geht mir nicht einmal um eine finanzielle Unterstützung, sondern einfach um etwas (moralischen) Beistand und die Möglichkeit, das psychologische Anerkennungspraktikum in unserer Ambulanz absolvieren zu können. Außerdem würde ich 3 Jahre auf meine Fortbildungstage inkl. Budget verzichten, um an den Pflichtseminaren des Studiengangs teilnehmen zu können.
       
      Sollten wir keinen gemeinsamen Nenner finden, würde ich privat allerdings kein Masterstudium absolvieren wollen.
       
      Aber auch die Aufnahme in den Studiengang mit einem Auswahlverfahren und begrenzten Studienplätzen (30) stellt noch eine weitere Hürde dar.
       
      Was die Entscheidung zum M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt "Klinische Psychologie") betrifft:
       
      Ganz ehrlich - was sollte ich sonst machen? Ich bin Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, das Bachelorstudium hatte einen großen klinischen Anteil und ich arbeite therapeutisch, habe viele therapeutische, klinische Weiterbildungen absolviert und bin beruflich seit Jahren in diesem Bereich fest im Sattel.
      Nichts liegt also näher, Synergieeffekte zu nutzen und die Praxis mit fundierter Theorie zu untermauern, um zusätzlich auch alles schwarz auf weiß auf dem Papier nachweisen zu können.
       
      So Long...
      Forensiker