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Lernlust - die Chance vertan

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der Pate

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Wenn man meine Eltern nach meiner Lernlust fragen würde, gäbe es wohl erstmal die Anzeichen von Resignation. Was haben die damals an mich hingebetet, ich solle meine Auffassungsgabe nicht so nutzlos brach liegen lassen.

Schon in der Grundschule war ich ein anstrengender Schüler. Mir ging das alles viel zu langsam und so wurde ich ein Störer, der öfter mal früher nach Hause "durfte" und dafür an anderen Tagen die Zeit wieder reinholte als meine Mitschüler schon daheim waren. Ich war sehr ungeduldig, schliesslich wusste ich doch Dinge die andere nicht wussten aber ich durfte sie nicht benennen. Lieber habe ich mich mit anderen Dingen beschäftigt. Ich kannte zum Beispiel jedes meiner vielen "Was ist Was"-Bücher auswendig (falls die Reihe hier bekannt ist :Flushing:). Nach der Schule aber ging es zum Essen und nach dem Hausaufgaben machen auf den Fußballplatz.

Gelangweilt und unterfordert schaffte ich trotzdem nicht was man erwarten durfte, ich bekam mit einem Durchschnitt von 2,6 keine Empfehlung fürs Gymnasium, was mich damals ziemlich kränkte.

Auf der Realschule wurde es zum Teil schlimmer, aber zumindest versuchte ich zumindest im Unterricht am Ball zu bleiben, evtl. wird es doch was mit dem Gymnasium. Die guten Noten flogen mir so zu. Ich musste nichts dafür machen. Meine Eltern verzweifelten. Wenn ich nur die Hälfte von dem gemacht hätte, was meine Schwester gelernt hat, wie würden meine Noten dann erst aussehen. Sie wollten damals, dass ich erstmal die mittlere Reife mache und dann das Abitur. Sie hatten den richtigen Riecher. Ab der 7. Klasse wurden mir die Mädels wichtiger als alles andere :Flushing: und ich bekam 2 Lehrer die mir das Leben schwer machten. In Englisch rutschte ich von einer 1,5 auf eine 4 ab. Dieser Lehrer liebte mich besonders. Fußballfan und dann habe ich in der Pause auch lieber Bücher über das 3. Reich gelesen als wie die Anderen die Zeit sinnlos zu nutzen. Da war für ihn klar, einer der jeden Tag mit dem Fußballschal seines Klubs in die Schule kommt und Bücher über das 3. Reich verschlingt muss ein Nazi sein. Das wurde dann auch so den anderen Lehrer kommuniziert. Man muss sagen, dass ich an jedem Wochenende mit Afroamerikanern beim American Football war und meine Eltern zu der Zeit Freundschaft mit einer russlanddeutschen Familie hatten. Ich war später im übrigen auch Bundestagskandidat bei einer Partei die eher "Links" einzuordnen ist. Lange Rede kurzer Sinn, ich war in meinem Leben vielleicht schon häufig ein Idiot, aber nie ein Rechter. Seit jeher Interessiere ich mich für Geschichte und für alles was mit den Kulturen und der Gesellschaft zu tun hat.

Aber ich hatte meinen Stempel. In Französisch ging es auf eine 5 runter, in Mathe von einer 1,5 auf eine 3 usw. Ich wollte nur noch weg von der Schule. Meine mittlere Reife habe ich irgendwo um die 3 gemacht und fand über Vitamin B eine Lehrstelle auf einer deutschen Behörde. Diese Ausbildung habe ich als Bester in unserem Betrieb abgeschlossen, mir wurde aber nahe gelegt, dass ich mit meiner politischen Einstellung (diesmal war ich zu Links :lol:) und meinen Plänen Zivildienst zu machen) auf dieser Behörde keine Zukunft habe. Ich solle mir doch überlegen ob die Junge Union und die Bundeswehr nicht der bessere Weg für mich sind.

Nun ja, die 13 Monate Zivildienst waren dann das Berufsfindungsjahr und ich blieb dem Rettungsdienst treu. Habe aber schon bald gemerkt dass mir die Welt zu klein ist und mich ständig weitergebildet. Sozialfachwirt IHK, Lehrrettungsassistent und und und. Nun ja, dann eben das Studium weil mein Wunsch seit dem Sozialfachwirt immer war ins Marketing zu kommen. Der restliche Weg ist bekannt.

Auswendiglernen ist mir zuwider. Aber meine Eltern sagen mir heute noch mit einem verzweifelten Blick, was aus mir alles hätte werden können wenn ich 1. nicht so faul und 2. nicht so rebellisch gewesen wäre.

That's life....


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7 Kommentare


Naja du hattest wenigsten die mittlere Reife, bei mir hat es dann aufgrund ähnlicher Parameter grad noch so zum Quali gereicht.... aber der Weg vom schlechten Hauptschüler zum guten Master finde ich jetzt nicht so schlecht, klar es hätte leichter und früher sein können ;)

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Hätte, hätte, Fahrradkette... Letztendlich kann man ja eh nix mehr ändern und aus euch ist doch trotzdem was anständiges geworden :thumbup:

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Hätte, hätte, Fahrradkette... Letztendlich kann man ja eh nix mehr ändern und aus euch ist doch trotzdem was anständiges geworden :thumbup:

kann jetzt nur für mich sprechen....und da sage ich "na ja". Frag mal meine Schwiegermutter ob ich zu was anständigem geworden bin :lol::blushing:

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kann jetzt nur für mich sprechen....und da sage ich "na ja". Frag mal meine Schwiegermutter ob ich zu was anständigem geworden bin :lol::blushing:

Schwiegermütter zählen nicht :lol:

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Sei dankbar, dass es "rebellisch" geworden ist! Von Kindheit bis zum Au-Pair war das Selbstbewusstsein bei mir in fast jeder Lebenslage idiotisch unterdimensioniert. Das ist der Hemmschuh im Leben schlechthin...

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Markus Jung

Geschrieben

Ja, die Was-ist-Was Bücher habe ich auch geliebt und mitunter im Unterricht zitiert ;-) - alle auswendig konnte ich allerdings nicht.

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Sei dankbar, dass es "rebellisch" geworden ist! Von Kindheit bis zum Au-Pair war das Selbstbewusstsein bei mir in fast jeder Lebenslage idiotisch unterdimensioniert. Das ist der[/i'] Hemmschuh im Leben schlechthin...

ich habe mir dadurch schon viel kaputt gemacht. Weil ich mich gewehrt habe wenn ich was ungerecht empfand. Nicht nur mir gegenüber, auch Anderen.

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