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"Fallaufgabenorientiert" vs. Fallaufgabenorientiert

polli_on_the_go

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Da ich ja des öfteren etwas spitz das Thema aufgreife, ist es glaube ich einmal des Missverständnis wegen wichtig, das Thema aufzugreifen und zu klären, damit es nicht an anderen Stellen zu weiteren Missverständnissen bzw. Fehleinschätzungen führt. Was ist das, was mich stört und was ich etwas "abwerte" und was ist das, was eben nicht damit gemeint ist.

 

In der Zeit in der ich an der APOLLON bi,n habe ich, da ich auch einmal auf dem OC sehr aktiv war und später als Mentorin öfter mit verschiedenen Studierenden zu tun gehabt, die besonders zu Beginn des Studiums oder auch im Verlauf Rat gesucht haben. Ich bin um Fallaufgabenlösungen ebenso angeschrieben worden, wie mit der häufigen Frage, ob es wirklich notwendig ist die Studienhefte zu lesen, wenn man doch für eine Fallaufgabe oftmals, um zu Bestehen nur einen Bruchteil braucht. Ich habe Diskussionen unter Studierenden erlebt, in denen sich Lager eins wünschte die Fallaufgaben würden versetzt geschickt werden z.B. nach Lösen der EAs und andere die es für Quatsch halten, da man das was in den Heften steht ohnehin erst in der Praxis lernt.

 

Und ich habe dann mit einer dritten Gruppe zu tun gehabt und ich glaube, daher kommt meine manchmal sehr scharfe Meinung und zwar die, die zu Hausarbeitszeiten Fragen geschickt haben oder zu ganz bestimmten Modulen, die z.B. auf BWL oder anderen Ökonomischen Managementinhalten aufbauen und in den FAs nicht weiterkommen und jammern, dass das ja nicht sein kann und was für ein Quatsch das im Studium ist und und und , und bei genauem Nachfragen stellte sich heraus, dass die Hefte nicht gelesen waren. Moment mal, wie geht das denn.... und was hat das jetzt nun mit dem Thema fallaufgabenorientiert zu tun?

 

Vielleicht als kurzer Hintergrund für nicht-APOLLIANER. Fallaufgaben sind Prüfungsleistungen, die ähnlich wie Klausuren am Ende eines Moduls eingereicht werden und die überwiegende Prüfungsform darstellen. Auf Basis eines Fallbeispiels werden spezifische Fragen gekoppelt mit dem Modul erarbeitet und beantwortet, teilweise Konzepte entwickelt, Präsentationen geplant oder auch "nur" gerechnet (und selbst das greift zu kurz. Sie haben einen Seitenumfang von 6 bis 20 Seiten und ähneln ein wenig kleinen Hausarbeiten. 

 

Bearbeitet man nun ein Modul und hat die Hefte vor sich liegen ist immer die Frage da, wie gehe ich da am besten ran. Und da kommen wir grob zu den oberen Studierendentypen, die mir begegnet sind und meine Meinung geprägt haben und auch zu den Ansätzen.

 

Eine Möglichkeit ist, dass mich die Fallaufgabe erst einmal nicht interessiert, ich die Hefte stur durchlese markiere, bearbeite, mit Notizen versehe und was auch immer und danach die Fallaufgabe nehme, dann die Hefte noch einmal gezielt danach aufsuche, was Inhalt der Aufgabe ist. Dann gibt es die Möglichkeit es auf zwei Arten fallaufgabenorientiert zu tun. Die eine ist eine, die ich selber auch anwende und gar nicht verurteile. Man liest sich in Ruhe die Fallaufgabe und den Fall durch. Studiert sozusagen zu erst die Aufgabe. Ich mache mir Anmerkungen, hebe mögliche Fragen und Schwerpunkte hervor und schaue mir Kernbegriffe in Fall und Fragen dann. Dann lese ich die Hefte und lege in den Markierungen einen Schwerpunkt bzw. in den Randnotizen fest, so dass ich es für die Aufgabe schnell auffinden kann oder zuordnen kann. Ich kann an dieser Stelle nur für mich sprechen. Ich habe mein Studium mit Möglichkeit eins begonnen und bin dann umgestiegen auf fallaufgabenorientiert wie zuletzt beschrieben und erlebe es als effektiv und verstärkend in der Aneignung von Wissen und auch mit Zeitersparnis pro Modul brauche ich so maximal 2-4 Wochen (ohne Klausuren aber mit Beantwortung der FA- wenn ich nicht trödel oder einfach auch einmal keine Lust habe)

 

Aber nun mag man sich wundern, warum ich so spitz oft reagiere, wenn doch jemand sagt er macht es fallaufgabenorientiert. Das liegt an der dritten Gruppe von Studierenden (und bevor sich jemand vielleicht angegriffen fühlt, das ist hier wirklich eine Aussage, die auf persönlichen Erfahrungen beruht aber deswegen trotzdem nicht das gros der Studierenden darstellt und doch hat mich bisher jeder Mentee genau darauf angesprochen, dass ihm das von jemandem empfohlen wurde -- und da kriege ich eben den Kotzreiz). 

Auch diese Gruppe geht fallaufgabenorientiert vor. Es wird die Fallaufgabe gelesen und nach Inhalten studiert und dann wechselt es zu einer Aufgabenorientiertung. Es wird ausschließlich das aus den Heften extrahiert, was für die Beantwortung der FA notwendig ist und im Extremfall (das habe ich auch leider schon erlebt) über die PDF Suchfunktion ohne den Stoff im Zusammenhang zu betrachten die Antworten zu generieren. Und wenn ich mich in meinen spitzen Kommentaren darauf beziehe einen neuen Rekord im schnell Studieren in Kombination mit "fallaufgabenorientiert", dann meine ich diese Gruppe, die wirklich nur einen schnellen Abschluss im Sinn hat bei zugleich minimalem Aufwand (Minimalstudierenden) und ich persönlich einfach glaube, dass das ein grenzwertiges Unterfangen ist. Würde man jetzt Studierenden A (fallaufgabenorientiert, zügig studiert und dabei durch das zielgerichtetet Lesen der Hefte mit dem Modulstoff in der Tasche) neben Student B (vielleicht mit der gleichen Note, fallaufgabenorientiert über die Adobe Suchfunktion, ohne den Modulstoff annähernd gelesen zu haben) nebeneinander stellen, dann ist für mich, nach  meinem persönlichen Verständnis, der Abschluss, wenn auch auf dem Papier gleich, eben nicht so sagen wir mal fundiert. Natürlich haben beide Studierende hart gearbeitet und ich sage auch nichts gegen Studierende, die ggf. hohe Praxiserfahrung durch die Module ergänzen, sondern wirklich die, die bewusst diese Möglichkeit zu einem gewissen Grad ausnutzen, die dabei teilweise andere Studierende um Lösungen der FAs bitten, oder sie käuflich erwerben. Für mich persönlich ist der Abschluss qualitativ einfach nicht das gleiche Wert, auch wenn es am Ende vermutlich durch die Notwendigkeit sich Erfahrung in der Praxis anzueignen die wenigsten merken werden. Ein Arbeitgeber hat ja in den seltensten Fällen zwei Studierende der Fernhochschule X aus Studiengang Z. 

 

Ich habe mich aus aktuellem Anlass dazu entschieden dies einmal etwas auszuführen. Denn es ist ja nicht ganz verborgen geblieben, dass @jennys und ich aufgrund meiner Äußerung da kurzfristig eine kleine Entladung hatten und auch da möchte ichhier den Raum nehmen noch etwas zu sagen, was ich auch in dem Kommentar angedeutet habe.

 

Ich habe dich @jennys zu Zeiten deines BA Studiums und der Zeit hier auf FI damals eben nicht als jemanden erlebt, der in Gruppe drei gehört. Man hat damals immer gesehen, dass du sehr zielgerichtet und vor allem diszipliniert an die Aufgaben gegangen bist. Und wenn man das eben macht, dann ist auch ein zügiges Studium möglich, dass an Wertigkeit genau so ist, wie es nach Curriculum vorgesehen ist. Und so habe ich dich damals erlebt, in Fragen auf anderen Plattformen erlebt, denn auch du hast mir ja schon mal mit Rat gerade in den ökonomischen Modulen zur Seite gestanden. Das kann nicht, wer die Inhalte nicht liest. Und genau da unterscheidet sich die Spreu vom Weizen. Wir sind vielleicht öfters wie Feuer und Wasser und haben vielleicht beide unsere empfindlichen Themen, aber und das meine ich wirklich ernst, ohne dich je bewusst persönlich getroffen zu haben habe ich deinen Ehrgeiz geschätzt.

 

Ich hoffe, das bringt etwas Klarheit, sollte sich jemand irgendwie gefragt haben, was meint "die" eigentlich.

 

 



3 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Es kommt immer darauf an was man selbst vom Studium mitnehmen möchte. Viele Inhalte oder einen schnellen Abschluss. Wobei es gibt immer wieder Leute die beides vereinbaren (Qualität und Quantität) und manche denen es schwerer fällt.  Aber natürlich ist sehr ärgerlich, wenn es sich einige besonders leicht machen.

Bearbeitet von csab8362

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Hallo Polli, vielen Dank für deine Schilderungen.

 

Ich persönlich finde es nicht gut, wenn man den Hauptteil seiner Prüfungsleistungen im Bachelor-Studiengang in Form von Fallaufgaben ablegen kann und muss.

Während meiner Zeit der Fachwirt-Weiterbildung an der ILS konnte ich selbst an mir beobachten, dass ich des Öfteren "Fallaufgabenorientiert" gelernt habe. Natürlich steht es jedem Frei wie er sich im Idealfall auf das späteren Berufsleben vorbereitet, dennoch - und das ist nicht böse oder abwertend gemeint - wählen die meisten Menschen den Weg des geringeren Widerstands.

 

Doch wie soll der Personaler später entscheiden können welchen Weg der jeweilige Absolvent gewählt hat? Hat er jetzt akribisch die Skripte durchgearbeitet und sich mit wissenschaftlichem Anspruch den Aufgaben gewidmet; Oder hat er sich einfach Lösungen aus dem Skript, oder Google herbeigesucht und dadurch super Noten erzielen können? Im Zweifelsfall geht er vom Letzteren aus, wenn ein anderer besser geeigneterer Kandidat verfügbar ist.

 

Zurück zu mir: Ich habe an der ILS öfters Fallaufgabenorientiert gelernt. An der Hochschule ging das jetzt nicht mehr. Die Klausuren müssen in präsenz abgelegt und das Wissen in 90min. zu Blatt getragen werden. Im Modul Buchführung und Grundlagen Kosten- und Leistungsrechnung hätte ich eigentlich noch etwas vom Fachwirt wissen müssen. Dem war aber nicht so. Das Wissen wird nicht so abgespeichert wie wenn man sich für eine Klausur vorbereitet. Auch wenn es oft dem sog. "Bulimie-Lernen" gleichkommt legt man neuronale Netze für späteres Lernen an. 

 

Es ist sicherlich ärgerlich, wenn die Studenten, welche akribisch den Stoff durcharbeiten darunter leiden müssen das andere Kommilitonen durch minimalen Aufwand maximalen Erfolg erzielen .. und später kann niemand den Unterschied erkennen. Bachelor ist Bachelor. 

 

Im Master Studiengang sehe ich das ganz anders. Die Grundlagen wurden geleistet und die angesprochenen "neuronalen Netze" sind gelegt. Es ist da ganz legitim sich anhand von Hausarbeiten die Master-Qualifikation anzueignen. Meine Dozentin sagte zuletzt im Tutorium, dass sie während des Diplom Studiengangs ca. 20 Hausarbeiten mit im Schnitt 20 Seiten geschrieben hat. Während meines Bachelors komme ich auf zwei exklusive der BA-Thesis. 

Im Master darf es da ruhig mehr sein; Denn das wissenschaftliche Schreiben soll geübt sein.

 

 

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vor 3 Stunden, MrMoro12 schrieb:

Im Master Studiengang sehe ich das ganz anders. Die Grundlagen wurden geleistet und die angesprochenen "neuronalen Netze" sind gelegt. Es ist da ganz legitim sich anhand von Hausarbeiten die Master-Qualifikation anzueignen. Meine Dozentin sagte zuletzt im Tutorium, dass sie während des Diplom Studiengangs ca. 20 Hausarbeiten mit im Schnitt 20 Seiten geschrieben hat. Während meines Bachelors komme ich auf zwei exklusive der BA-Thesis. 

Im Master darf es da ruhig mehr sein; Denn das wissenschaftliche Schreiben soll geübt sein.

Danke, das ist ein sehr schöner Kommentar. Offiziell habe ich ja nur eine Hausarbeit, das Healthmarketing Konzept (100 Seiten zu zweit) und den Praktikumsbericht geschrieben. Was ich an der APOLLON wirklich mag, ist dass man SOFORT an das wissenschaftliche Arbeiten heran muss. Die Thesis oder eine Hausarbeit sind dann immer noch etwas aufregend, aber nicht, wegen des wissenschaftlichen Arbeitens. Zumindest bei mir nicht. Nach  am Ende des Studiums 32 Fallaufgaben, die sich immer darum drehen, ist das irgendwann in Fleisch und Blut übergegangen und macht mir auch zu viel Spaß und das fängt bei uns im Bachelor an.

 

Und es ist richtig auf dem Papier ist Bachelor Bachelor und nach x Jahren im Beruf danach vermutlich auch :D .

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