Aus dem Leben einer Fernstudentin

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Was bleibt am Ende???

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HannoverKathrin

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Vor knapp 5 Wochen habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben. Seit genau 4 Wochen ist die Abgabefrist abgelaufen und die Korrekturfrist ist somit zur Hälfte ausgeschöpft.

Aktuell ist noch keine Note in Sicht (ich hab gerade den WebCampus gecheckt...).

Ein Monat ohne Studium ist vorüber. Ich kann es kaum glauben, die Zeit rennt scheinbar spurlos an mir vorbei. Die Wochenenden waren soweit immer gut verplant und innerhalb der Woche gab es Bücher, DVDs und dieses Wochenende sogar ein 1000-Teile-Puzzle die mir die Langeweile vertrieben.

Heute habe ich mich (endlich) für einen Sportkurs angemeldet: nächsten Mittwoch gehts los. Dann heißt es wieder 1x die Woche Zumba. Bei dem Anbieter bleib ich aber nur 5 Mal, da habe ich einen Gutschein für und danach ist er mir zu teuer ;)

Diese Woche bin ich durch Ärzte, Kino und Kaffee trinken gut verplant. Aber was kommt danach? Wie ich die Lücke nun genau schließen möchte ist mir immer noch nicht klar. Aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es im Moment auch gar nicht so wichtig ist. Ich bin aktuell glücklich einfach mal sinnlos in den Tag zu leben und mich spontan zu entscheiden, ob ich nun ne DVD sehe oder lieber an einem Buch weiterlese. Ob ich ein ungespieltes Spiel für den Nintendo DSi endlich beginne oder lieber in meinem nun abonnierten STERN lese. Zuhause gibt es außerdem noch kleine Aufgaben die gerne erledigt werden möchten. Mir wird also nicht langweilig.

Der Freundeskreis rückt mir das Studium immer mal wieder in Erinnerung. Eine interessierte Frage ob ich schon was gehört hätte oder wann ich mit dem Ergebnis rechne kommt häufig. Mittlerweile häufen sich auch die Witze, die darauf abzielen, dass ich ja nun "was Besseres bin". Neulich hat jemand immer die Zeile mit der Adresse/Telefonnr. von unserem Pizzaboten überlesen und wie ich helfen konnte, kam natürlich der Hinweis "ach das finden ja nur Studierte" ;) Also nichts Böses, nur liebe Neckereien.

In dieser Lauer-Position hab ich aktuell nichts. Kein Zeugnis, keine Note, nicht mal die Sicherheit dass ich bestanden habe. Aber was kommt danach? Die Abschlussnote war mir nie wichtig, ob nun 1, 2 oder 3 vor dem Komma steht... unerheblich. Fürs Ego evtl. kränkend - klar - aber im Grunde würde auch der "Schmerz" schnell verfliegen. Und wenn diese Lauer-Position vorüber ist, ändert sich eigentlich auch nichts mehr. Diese Wartezeit ist schon wie die Zeit nach dem Studium.

Meine Tätigkeit bei fi.de ist bereits so gering, dass ich meine Moderatorentätigkeit nun aufgegeben habe. Ob nun oder nach der Notenbekanntgabe - es macht eigentlich keinen Unterschied. Die Blogs werde ich auch weiter noch besuchen, aber das ganze Thema Fernstudium schwindet in unerwartet weite Ferne. Das Forum klicke ich in wenigen Sekunden durch, das Interesse ist im Moment einfach verschwunden.

Am Ende wird das (anstrengende, zeitfressende und nervenaufraubende) Fernstudium also lediglich eine kleine Erinnerung bleiben. Und eine Urkunde, die ich vermutlich tatsächlich einrahmen möchte.

Es war eine Erfahrung. Und Erfahrungen sind immer gut (auch wenn man sich gerne einige negative Erfahrungen ersparen würde).

Einen beruflichen Nutzen ziehe ich vorerst nicht, habe aber natürlich die Chance das noch zukünftig zu tun. Ansonsten hat es mir und meiner Persönlichkeit sicherlich etwas gebracht. Ich habe Blicke in Themen gewonnen, die ich vorher nicht kannte oder beachtet habe. Ich habe die Freizeit zu schätzen gelernt und möchte diese zukünftig ausgewogen gestalten. Aber ein großes Projekt möchte ich in nächster Zeit erstmal nicht angehen (ich hatte z. B. überlegt ein Musikinstrument spielen zu lernen). Evtl. in ein paar Monaten wieder, wenn der Streß zum Jahresende vorbei ist und ich meine verloren Freizeit nachgeholt habe.

Bis dahin werde ich nun aber in kurzatmigen Aktionen versinken und mich an Kinobesuchen, Bowling-, DVD-, Spieleabenden und Zeit für mich alleine erfreuen.


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6 Kommentare


Klingt, gut, ich hoffe ich kann das irgendwann auch mal schreiben....

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:) klingt nach guten Plänen..

ich kenne das auch mit dem beruflichen Nutzen ;) Ich habe es auch für mich gemacht - auch wenn es ein zeitraubendes und nicht ganz billiges Hobby ist;)

Ich gratuliere dir zur neu gewonnenen Freizeit.. ich muss noch 4-5 Monate ranklotzen.. dann bin ich ein weiteres Diplom reicher;)

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Markus Jung

Geschrieben

Sehr interessanter Beitrag.

Auch an dieser Stelle zunächst vielen Dank für deine engagierte Mitarbeit als Moderatorin hier im Forum.

Du schreibst, dass das Fernstudium für dich nur eine kleine Erinnerung bleiben wird. Das finde ich schon erstaunlich, angesichts der Zeit, Energie und Gedanken, die du über einen langen Zeitraum dafür investiert hast.

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HannoverKathrin

Geschrieben

Du schreibst, dass das Fernstudium für dich nur eine kleine Erinnerung bleiben wird. Das finde ich schon erstaunlich, angesichts der Zeit, Energie und Gedanken, die du über einen langen Zeitraum dafür investiert hast.

Im ersten Moment evtl. erstaunlich, aber ist es mit einem Präsenzstudium nicht ebenso??? Letztendlich war es ein Lebensabschnitt den man durchlauf hat. Dieser ist irgendwann beendet.

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Markus Jung

Geschrieben

Keine Ahnung, wie es bei einem Präsenzstudium ist. Ich habe ja keins absolviert. Aber allgemein ist es bei mir schon so, dass nach dem Ende eines Lebensabschnitts die Eindrücke noch eine Weile sehr präsent sind, bevor sie dann von neuen Erlebnissen nach und nach in den Hintergrund gedrängt werden. Erstaunt war ich daher besonders, dass dies bei dir so schnell geht. Aber das erlebt vermutlich auch jeder etwas anders.

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HannoverKathrin

Geschrieben

Oh die Eindrücke sind bei mir auch noc präsent, so was das nicht gemeint :)

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      Irgendwie schade. Man klotzt, und klotzt, und klotzt....ran und wird doch nie fertig bzw. erreicht nie einen Modus, in dem man sich sicher genug für die PRüfung fühlt. Selbst wenn ich die Statistik noch ganz durch bekomme, bleibt keine Zeit, diese Unmengen an Skripten (es gibt ja noch mehr, nämlich die, die ich schon bearbeitet habe!) nochmal zu wiederholen. 
      Immerhin sitzen mal wieder alle in einem Boot, auch in anderen Foren ist zurzeit überall Panik wegen des Zeitdrucks ausgebrochen. Wenigstens hab ich zwei von 5 Kursen schon ganz abgeschlossen und ein weiterer ist nicht prüfungsrelevant, wenn auch Teil der Hausarbeit (wird aber reichen, sich währenddessen gezielt mit Fragestellungen daraus zu beschäftigen).
      Trotzdem ist da wieder dieses blöde Gefühl der Unvollständigkeit, des Zeitdrucks und des ganzen Oh-nein-ich-schaffs-nichts!. Wenigstens schweigt das schlechte Gewissen, denn ich kann wirklich behaupten, an jeder freien Minute dran zu sitzen.
      Muss man jetzt durch.  
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      Nichts liegt also näher, Synergieeffekte zu nutzen und die Praxis mit fundierter Theorie zu untermauern, um zusätzlich auch alles schwarz auf weiß auf dem Papier nachweisen zu können.
       
      So Long...
      Forensiker