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kurtchen

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Beiträge erstellt von kurtchen

  1. Ein akademisches Studium steht aus meiner Sicht nicht nur für eine intensive Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet sondern insbesondere für einen wissenschaftlichen Zugang.

     

    Als Universitätsstudium ist es forschungsorientierter. Als FH-Studium ist es zwar anwendungsbezogen, aber - wie die englische Bezeichnung University of Applied Sciences nahe legt - geht es hier eine Anwendung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens sollen auch im FH-Studium vermittelt werden.

     

    Daneben gibt es auch Studiengänge, die nicht wissenschaftlich ausgerichtet sind, z.B. künstlerische Studiengänge.

  2. In gewisser Weise ist der Studiengang Wirtschaftsinformatikan der SRH doch nicht so richtig neu. Die SRH hat den Studiengang von Springer Campus/FH Dortmund übernommen. Sicher wurde inzwischen das eine oder andere modernisiert oder auch einfach verändert. Aber Du kannst ja mal hier nach Beiträgen zu Springer Campus suchen. Ich hatte einen Blog zum Studiengang Web- und Medieninformatik. Der enthielt einige Beiträge zu Modulen, die auch im Studiengang Wirtschaftsinformatik vorkamen. Es gab bei den Modulen nämlich eine gewisse Schnittmenge zwischen den Studiengängen. Sicher entsprechen meine Eindrücke nicht mehr dem aktuellen Stand, aber vielleicht lohnt ja doch ein Blick. Mein Eindruck war, dass das grundsätzliche Studiengangskonzept damals im wesentlichen übernommen wurde.

  3. Ich habe mal einen Vortrag von Herrn Haderlein auf einer Inklusionstagung gehört. Er war ein toller Redner, der sein Publikum lange fesseln und inhaltlich weite Bögen spannen konnte. Viele meiner Kolleginnen fanden, das sei ein Prof, den man gerne gehabt hätte.

    Ich habe dann erfahren, dass Herr Haderlein in Koblenz für einen berufsbegleitenden Master Kindheits- und Sozialwisschenschaften zuständig ist und gleich mal die Webseite angeschaut. Ein schönes Studiengangskonzept mit ganz spannenden inhaltlichen Schwerpunkten. Es hätte mich glatt noch mal reizen können. Aber zu dem Zeitpunkt war ich schon auf dem Absprung von der Frühpädagogik in die IT.

    Schade, dass es in Deutschland so lange gedauert hat, bis sich solche Studiengänge etablieren konnten.

  4. Ich habe mir ein Thema ausgesucht, mit dem ich mich im Studium gerne beschäftigt hätte, das aber im Curriculum meines Studienganges nicht vorkam. Man könnte sagen, dass ich die Abschlussarbeit genutzt habe, um eine subjektiv empfundene fachliche Lücke im Curriculum zu schließen. Die berufliche Verwertbarkeit hat mich nicht interessiert. Ich wäre überrascht, wenn ich das Gelernte jemals in einem beruflichen Kontext anwenden könnte.

  5. vor 11 Stunden hat Anyanka geschrieben:

    Im Ausland käme es vielleicht darauf an, wie die gesetzlichen Anforderungen an einen Sozialarbeiter sind - und das ist natürlich stark vom jeweiligen Land abhängig. Vor Jahren bekam mein Mann tatsächlich mal 2 Angebote aus der Schweiz, zu der Zeit war die deutsche Ausbildung dort sehr gefragt, trotz anderer gesetzlicher Vorraussetzungen. Und dann mag es Länder geben, die das ganze sowieso etwas entspannter sehen mit der Ausbildung und in denen man im sozialen Bereich Chancen hat, ohne das auf sowas geschaut wird (kann ich allerdings nicht belegen, ist eher eine Vermutung).

    Als Grundvoraussetzung für eine Tätigkeit als Sozialarbeiter im Ausland erscheint mir, dass es im Zielland ein nennenswert ausgebautes und ausreichend finanziertes System der sozialen Sicherung gibt. Das ja nun leider nicht in allen Regionen der Welt der Fall. Die Schweiz gehört sicher zu den Ländern, die sich in dieser Hinsicht einiges leisten können.

     

    Als weitere Voraussetzung erscheint mir, dass es in dem Beruf einen Mangel an einheimischen Arbeitskräften gibt, so dass potentielle Arbeitgeber den Nachteil in Kauf nehmen, dass eine deutsche Fachkraft mit der nationalen Gesetzgebung und den dort etablierten Formen der sozialen Arbeit nicht vertraut ist. Auch das mag in der Schweiz der Fall sein.

     

    Außerdem müsste man sprachliche und kulturelle Hürden zu überwinden. Die scheinen mir im Falle der Schweiz noch vergleichsweise niedrig.

     

    Und schließlich müsste man in der Lage sein, sich als Mensch, der einen westeuropäischen Lebensstandard gewohnt ist, an das Einkommensniveau des Ziellandes anzupassen. Das halte ich für keine Kleinigkeit. (Ich habe in den späten 90ern vier Sommer lang ehrenamtlich in Ferienlagern in Ungarn mitgearbeitet. Meine Teamkollegen waren meistens ungarische Lehrer. Obwohl in Ungarn vieles deutlich billiger war als in Deutschland, blieb mir völlig unbegreiflich, wie meine ungarischen Kollegen von ihrem Lehrergehalt überleben konnten. Und Ungarn ist, rein volkswirtschaftlich betrachtet, durchaus eine vergleichsweise wohlhabende und komfortable Region der Welt.)

     

    Es gibt ja immer wieder ungewöhnliche und beeindruckende Lebensgeschichten. Aber abgesehen von der Schweiz und skandinavischen Ländern gehört meiner Meinung nach schon etwas dazu, als deutscher Sozialarbeiter im Ausland eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden.

  6. Am 26.1.2021 um 14:24 hat JackeHose geschrieben:

    Ich sehe mich nicht immer an einem Ort. Es kann sein, dass ich zum Beispiel irgendwann aufs Moped steige und erst in Ghana wieder absteige. Und dort auch bleibe. Oder auch nicht. Dahingehend stelle ich es mir wieder einfacher vor im Ausland einen Job als Sozialarbeiterin zu finden, denn als Psychologin?

    Soweit ich weiß, ist ein Studium der Sozialen Arbeit in Deutschland schon klar auf die deutsche Gesetzgebung und die deutschen sozialstaatlichen Institutionen bezogen. Ich glaube nicht, dass dieser Studiengang besonders geeignet ist, internationale berufliche Mobilität zu ermöglichen.

     

    Richtig ist, dass Soziale Arbeit bereits mit dem Bachelor konkrete Beschäftigungsperspektiven bietet. (In Deutschland, auf dem gegenwärtigen Niveau sozialer Sicherung und Vorsorge.)

  7. Inzwischen gibt es berufsbegleitende Studiengänge mit dem fachlichen Schwerpunkt IT-Sicherheit. Ein Beispiel wäre der Online-Studiengang B.Sc. IT-Sicherheit der TH Lübeck. Da 20% Präsenzanteil vorgesehen ist, ist das natürlich eher was für Leute, die in Norddeutschland leben. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands gibt es inhaltlich ähnliche Studienangebote.

     

    Ein Alter von Anfang 30 sollte für einen Wechsel vom Sozial- in den IT-Bereich jedenfalls noch kein Hindernis sein.

  8. vor 55 Minuten, M.knoed schrieb:

    Leider geben sie das Modulhandbuch aber erst nach Aufnahme des Studiums heraus, was für mich absolut nicht nachvollziehbar ist.

    Das finde ich nicht transparent. Andere Anbieter stellen Ihr Modulhandbuch online, z.B. die private IUBH oder auch die staatliche HS Albstadt-Sigmaringen.

  9. Eine Sache wundert mich noch: Du schreibst, dass Du für einen Master Verteilte und Mobile Anwendungen eingeschrieben bist, aber eigentlich interessiert Dich IT-Management. Wäre es dann nicht eine Option, einen Master mit eben diesem Schwerpunkt zu studieren?

     

    Die IUBH bietet z.B. einen Master IT-Management. (Den gibt es übrigens auch in einer Variante mit 60 ECTS.) Es gibt noch einige weitere Optionen mit diesem Schwerpunkt.

  10. Zitat

    Insgesamt warst du ja sehr lesefreudig im Urlaub 👍.

    Im Fernstudium blieb mir leider kaum Zeit, auch mal etwas fiktionales zu lesen. Es hat mich auch kaum gestört, weil ich nicht mal dazu kam, das zu vermissen. Jetzt merke ich langsam, dass doch etwas gefehlt hat. Ich habe in den letzten drei Jahren immer wieder mal ein Buch "für später" gekauft. Da hat sich inzwischen ganz schön was angesammelt, was ich nun nach und nach entdecken kann.

  11. Zu "Brave New World" würde ja eigentlich auch gut "Fahrenheit 451" und "1984" passen. Ich finde dystopische Gesellschaftsentwürfe spannend, weil sie - wie du schon sagtest - zum Nachdenken über Gesellschaft anregen.

     

    Im Urlaub gelesen:

    - "Mein Fall" von Josef Haslinger: Der Autor berichtet über seine Missbrauchserfahrungen in einem katholischen Internat. Besonders interessant ist, wie sich seine Einordnung im Laufe der Jahrzehnte immer wieder ändert. Insbesondere die Hemmung, auszupacken. Nicht mal aus Scham sondern eher aus einer Art "Fürsorge" für die Täter.

    - "Heimat" von Nora Krug: Die Autorin ist in den 80ern in Deutschland aufgewachsen, als Erwachsene nach New York ausgewandert und hat dort einen Juden geheiratet. Es geht um ihr kompliziertes Verhältnis zu ihrer Heimat, das geprägt ist durch das Thema der Schuld an der Judenverfolgung. Das wird für sie Anlass, ihrer eigenen Familiengeschichte in der Nazi-Zeit und den Kriegsjahren nachzugehen. Spannend ist hier, wie sich unterschiedliche Versionen der gleichen Familiengeschichten im Lichte neuer Aussagen von Zeitzeugen und neuer Quellen entfalten. Das ganze ist als Bilderbuch gestaltet, mit vielen Zeichnungen, eingeklebten Photos, Zeitungsausschnitten, Dokumenten. Es ist nicht nur eine gute Geschichte. Auch visuell gibt es einiges zu entdecken.

    - "Pirouetten" von Tillie Walden: Autobiographische Graphic Novel. Die Autorin hat als Schülerin in den USA recht ambitioniert Eislaufen betrieben, nahm an Wettkämpfen teil. Der Sport gab ihr Sicherheit und Struktur, aber sie erlebte ihn auch schon früh als Druck, von dem sie sich befreien wollte. Zweiter Erzählfaden ist ihr Coming-out. Das ist mit der Eislaufgeschichte verwoben, weil man sich im Leistungssport keine Blöße gibt.

    - "This One Summer" von Jilian und Mariko Tamaki: Eine Coming of Age Geschichte. Spielt in den USA in einem Ferienort am See. Für mich weniger wegen der Geschichte interessant sondern vor allem wegen der graphischen Darstellung des Ferienortes und der Ferienstimmung. Passte gut zu meinem eigenen Urlaub.

  12. Ich würde empfehlen, dem Thema Mietvertrag einige Aufmerksamkeit zu widmen. Also nicht Standardvordruck vom Kiosk, im schlimmsten Fall mit handschriftlichen Ergänzungen. So hat es meine Mutter gemacht, obwohl ich mit Engelszungen auf sie eingeredet und ihr das Versprechen abgerungen habe, sich vernünftig beraten zu lassen. Das hat sie damals viel Geld und noch mehr Nerven gekostet. Zumindest beim ersten Mal würde ich einen Fachmann drüberschauen lassen.

  13. Hausarbeiten im ersten Semester sind in vielen Studiengängen normal.

     

    Prinzipiell gehört es zur Studierfähigkeit, eine eigenständige Recherche zu einem gegebenen Thema durchzuführen und deren Ergebnisse in angemessener Form schriftlich zu präsentieren. Darum gehört in vielen Bundesländern die Anfertigung einer Facharbeit zur Oberstufe. In manchen Bundesländern ist sie auch unerlässlich für die Abiturzulassung.

     

    Ich finde es positiv, dass die Hochschule Deiner Freundin schon im ersten Semester die Möglichkeit gibt, sich im wissenschaftlichen Arbeiten zu üben und Feedback dafür zu erhalten. Die an die Arbeit angelegten Maßstäbe werden im ersten Semester i.d.R. wohlwollender sein als in späteren Phasen des Studiums.

  14. Ja, solche Plattformen finde ich mittlerweile auch interessant. Für mich als Informatiker z.B. weil es dort Angebote für Sprachen und Frameworks gibt, die noch längst nicht in die Lehrpläne der Hochschulen vorgedrungen sind. In meinem Job programmiere ich z.B. aktuell in Go. Für den Einstieg in die Sprache habe ich einen Online-Kurs genutzt. Den habe ich gar nicht zu Ende gemacht, denn sobald ich produktiv wurde, konnte ich an den Problemen weiterlernen. Aber der Kurs war trotzdem sein Geld wert. Go hat ein paar eigenwillige Sprachkonzepte und es hat meine Einarbeitung sehr beschleunigt, bestimmte "Ecken und Kanten" einmal explizit erklärt zu bekommen.

     

    Außerdem sind solche Angebote vergleichsweise günstig. Das ist oft eine gute Möglichkeit, punktgenau Wissen nachzutanken. Und da hat roth natürlich einen Punkt: Wer ein Hochschulstudium absolviert hat, sollte das Mindset und die Arbeitstechnik haben, z.B. solche Möglichkeiten zu finden und auch effektiv zu nutzen.

  15. Hier war ja nicht die Rede davon, seinem Chef mit irgendwelchen Ansprüchen zu kommen, sondern bestimmtes Fachwissen in Form eines Modulstudiums gezielt nachzurüsten. Natürlich kann man sich in alle möglichen Themen selbst einlesen. Ich denke, dass es trotzdem Vorteile hat, wenn man sich die Zeit nehmen kann, einem strukturierten Curriculum zu folgen. Und finde es prinzipiell gut, wenn es Möglichkeiten zur Weiterbildung auf Hochschulniveau gibt.

     

    Ich arbeite ja aktuell in einem wissenschaftlichen Umfeld, d.h. meine Kollegen und Vorgesetzten sind Leute, die forschen und publizieren. Das ist nun eigentlich das, was ich mir unter einem Akademiker vorstelle. Und mein Eindruck ist, dass diese Leute durchaus Wertschätzung für die Fachlichkeit haben, die man durch ein strukturiertes Ausbildungsprogramm erwerben kann. Die Vorstellung, sich künftig alles selbst beibringen zu müssen, weil man sonst kein richtiger Akademiker sei, ist mir dort jedenfalls noch nicht begegnet.

     

    Auch erlebe ich meine Kollegen nicht als Menschen, die Probleme alleine lösen. Es gibt ein hohes Maß an fachlichem und überfachlichem Austausch. Ich sehe eine hohe Bereitschaft, den Rat von Leuten zu suchen, die etwas besser wissen oder können als man selbst. Und das sind nicht immer nur Akademiker.

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