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kurtchen

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Beiträge erstellt von kurtchen

  1. Hier war ja nicht die Rede davon, seinem Chef mit irgendwelchen Ansprüchen zu kommen, sondern bestimmtes Fachwissen in Form eines Modulstudiums gezielt nachzurüsten. Natürlich kann man sich in alle möglichen Themen selbst einlesen. Ich denke, dass es trotzdem Vorteile hat, wenn man sich die Zeit nehmen kann, einem strukturierten Curriculum zu folgen. Und finde es prinzipiell gut, wenn es Möglichkeiten zur Weiterbildung auf Hochschulniveau gibt.

     

    Ich arbeite ja aktuell in einem wissenschaftlichen Umfeld, d.h. meine Kollegen und Vorgesetzten sind Leute, die forschen und publizieren. Das ist nun eigentlich das, was ich mir unter einem Akademiker vorstelle. Und mein Eindruck ist, dass diese Leute durchaus Wertschätzung für die Fachlichkeit haben, die man durch ein strukturiertes Ausbildungsprogramm erwerben kann. Die Vorstellung, sich künftig alles selbst beibringen zu müssen, weil man sonst kein richtiger Akademiker sei, ist mir dort jedenfalls noch nicht begegnet.

     

    Auch erlebe ich meine Kollegen nicht als Menschen, die Probleme alleine lösen. Es gibt ein hohes Maß an fachlichem und überfachlichem Austausch. Ich sehe eine hohe Bereitschaft, den Rat von Leuten zu suchen, die etwas besser wissen oder können als man selbst. Und das sind nicht immer nur Akademiker.

  2. An der britischen Open University gibt es schon lange das sogenannte Open Degree, also die Möglichkeit, sich seinen Bachelor frei aus Modulen unterschiedlichster Fachbereiche zusammen zu bauen. Wenn ich mich recht erinnere, gab es das sogar bevor die Uni sogenannte Named Degrees eingeführt hat. Ob das auch beim Master üblich war, weiß ich nicht.

     

    Allerdings haben Module an der OU typischerweise einen Workload von 30 (manchmal auch nur 15) ECTS, d.h. mit der Wahl eines Modules legt man sich inhaltlich für ein ganzes oder zumindest für ein halbes Semster fest. Das schränkt die auf den ersten Blick grenzenlose Freiheit dann doch wieder ein. 

     

    In den 2000er Jahren fand ich dieses Konzept eines Open Degrees aus deutscher Perspektive verblüffend aber auch durchaus reizvoll. Getraut habe ich mich dann aber doch nicht, weil ich mich gefragt habe, wie ich einem deutschen Arbeitgeber erklären soll, was ich eigentlich studiert habe. So ist es damals dann doch ein Named Degree geworden.

     

    Gelegentlich denke ich mal daran, dass so ein Open Degree ein schönes Projekt für die Zeit nach meinem Erwerbsleben wäre. Leider sind die Studiengebühren in England dermaßen gestiegen, dass ich nicht hoffen darf, mir das als Rentner nochmal leisten zu können.

  3. An meiner Hochschule war es z.B. so, dass der Matheanteil für die Wirtschaftsinformatiker geringer war als für die Medieninformatiker. Die Anforderungen in Mathematik können sich von Hochschule zu Hochschule und von Studiengang zu Studiengang erheblich unterscheiden. Da kann eventuell ein Blick ins Modulhandbuch oder in die Skripte lohnen.

     

    Prinzipiell finde ich Deine Idee, die Sache "gestaffelt" anzugehen, nachvollziehbar. Als ich mich für mein Studium bei Springer Campus entschieden habe, gab es Hochschulzertifikate, die man neben dem Studium beim Bestehen bestimmter Modulkombinationen erwarb. Für mich bedeutete das eine gewisse Sicherheit, nicht "mit leeren Händen" gehen zu müssen, falls es für ein ganzes Studium nicht reichen sollte. Zum Beispiel hätte es ja durchaus sein können, dass mir der Wiedereinstieg in die Mathematik nicht gelingt. Oder meine familiäre Situation hätte sich ändern können. Darum fand ich es gut, dass es "Etappenziele" gab.

     

    Die Studiengänge von Springer Campus (Web- und Medieninformatik sowie Wirtschaftsinformatik) wurden imzwischen von der SRH Riedlingen übernommen. Insofern weiß ich leider nicht, ob es dieses Konzept mit den Zertifikaten so noch gibt.

     

    Ich fände es jedenfalls gut, wenn es mehr solche gestaffelten Angebote gäbe.

  4. vor 14 Stunden, andre w schrieb:

    Beim Bachelor werde ich Probleme mit Mathe bekommen, das habe ich vor 20 Jahren das letzte Mal gehabt und genutzt. Die Fächer bei dem IT Betriebswirt von der IUBH sahen ganz gut aus.

     

    Das hatte ich damals auch befürchtet. Mein Abi war 22 Jahre her und mein Job hatte rein gar nichts mit Mathe zu tun. Mathe hat auch mehr Arbeit gemacht als andere Module. Es ging aber dann doch ganz gut.

  5. vor 8 Stunden, andre w schrieb:

    [...] Gerade deshalb dachte es gibt so einen fancy virtuellen Campus, wo man "sich" trifft bzw. gemeinsam lernt in virtuellen Umgebungen.[...]

    Die Foren waren ja da, aber anscheinend hatten die Studierenden wenig Lust, sie zu nutzen.

     

    Zitat

    Dachte da sind wir 20 Jahre weiter mit Skype, Zoom, Discord etc. pp.

    Tja, so unterschiedlich kann man das sehen. Technisch gesehen ist das natürlich ein Fortschritt, dass man Videos streamen kann, dass nicht nur Broadcasts sondern auch Direktverbindungen möglich sind, auch peer to peer. Eine andere Frage ist, was das für's Lernen bringt. Meine Erfahrung ist: Mir persönlich bringt's wenig, meistens fühle ich mich eher ausgebremst.

  6. Ich habe bei Springer Campus Web- und Medieninformatik studiert. Deren Lernplattform hatte auch Foren und auch dort war nie etwas los. Im Laufe des Studiums habe ich dann bei Präsenz- oder Prüfungstagen andere Studierende kennengelernt. Und so gemerkt, dass es durchaus Austausch untereinander gab. Aber das organisierten sich die Leute lieber selbst, z.B. per WhatsApp oder auch klassisch per E-Mail. Also mit Medien und Diensten, die sie ohnehin verwendeten.

  7. Ich habe Informatik an einer FH studiert, war berufstätig und hatte Kinder, aber die waren schon nicht mehr klein und ich war auch nicht alleinerziehend.

     

    Damals habe ich mich für eine Hochschule entschieden, bei der ich den Workload flexibel steuern konnte, weil für alle Module regelmäßig Prüfungstermine angeboten wurden. (Etwa alle 8 Wochen.) Das ist für die Hochschulen natürlich ein gewisser organisatorischer Aufwand, weshalb diese Nische vorwiegend von privaten Anbietern zu entsprechenden Kosten besetzt wird. Mit einem festen Semestertakt wäre ich als berufstätiger Single vermutlich noch ganz gut zurechtgekommen, aber wahrscheinlich  nicht mehr mit Familie. Die Gewissheit, einen Klausurtermin 8 Wochen schieben oder einen Rückstand zeitnah wieder einholen zu können, war auch "psychologisch" wichtig: Um nicht die Nerven zu verlieren, um Studienmotivation aufrecht zu erhalten, um das Projekt Studium auch in einem akzeptablen Zeitrahmen abschließen zu können.

     

    Hohe Gebühren sind ein Ärgernis, aber sie relativieren sich, wenn man Beruf und Studium gut vereinbaren kann. Denn wenn die Vereinbarkeit schlecht ist, muss man eventuell seine Arbeitszeit stärker reduzieren, was zu Einnahmeausfällen führt, die sich leicht zur Größenordnung von Studiengebühren summieren können. Oder das Studium zieht sich in die Länge, was die Gefahr eines Abbruchs erhöht.

     

    Daher halte ich es für wichtig, dass Du realistisch abschätzt, ob die Organisationsform Deines Fernstudiums zu Deiner Lebenssituation und Deiner Belastbarkeit passt. Dabei immer bedenken: Ein (Fern-)Studium ist ein Langstreckenlauf. Was man selbst und die Familie für ein paar Monate aushält, geht nicht unbedingt über 3 bis 5 Jahre, zumal der Aufwand gegen Ende mit der Abschlussarbeit noch steigen kann.

     

    Freilich ist noch eine ganz andere Frage, was ein rechtswissenschaftlicher Abschluss einer FH im Vergleich zu dem einer Uni auf dem Arbeitsmarkt wert ist. Ermöglicht der Abschluss Dir auch das angestrebte Fortkommen? Hier würde ich mich generell nicht an den Prospekten der Anbieter orientieren sondern mich eher im angestrebten beruflichen Umfeld umhören, wie das gesehen wird. Ich hatte ein abgeschlossenes Erststudium an einer Uni und habe mich damals ganz bewusst dafür entschieden, Informatik lieber an einer FH zu studieren. Rückblickend bin ich auch zufrieden damit. Aber ob das in Deinem Feld vielversprechend ist, solltest du vorher gut abklären.

     

    Manche Studienzentren der FU Hagen haben eine Auswahl Skripte vorrätig, die man vor Ort einsehen kann. Das kann man telefonisch klären. Bei der Gelegenheit kann man schon mal einen Eindruck davon gewinnen, was neben dem Lernen an Aufwand für An- und Abreise zu Prüfungen oder Präsenzen hinzukommt (Anbindung an Öffis, Parksituation und so weiter).

  8. Am 10.12.2019 um 23:00 , roth schrieb:

    Einzig... was bringt es? [...] Ich find das auch etwas respektlos gegenüber uns Elektroingenieuren, das man meint man studiert erstmal Managment blabla und wird dann mit 2-3 Modulen zum Elektroingenieur. So läufts nicht 🤣

    Mal ein Beispiel, was es bringen könnte: Ich bin Informatiker. Aktuell programmiere ich Steuersoftware für Verhaltensexperimente mit Insekten. Dafür muss ich einerseits mit Biologen kommunizieren, um zu verstehen, worauf es bei den Experimenten ankommt. Und andererseits mit unserem Elektroniker, der die Hardware für die Apparate baut. Da merke ich oft, dass es die Zusammenarbeit erleichtern würde, wenn ich mehr über Elektronik und Elektrotechnik wüsste.

  9. Die WBH bietet auch Ingenieurstudiengänge. Das prägt ein bisschen das Curriculum in Mathematik. Also je nach Studiengang z.B. Analysis ein bisschen vertiefter als an anderen FHs. Andererseits höre ich immer wieder, dass die Skripte didaktisch sehr gut gemacht sein sollen.

     

    In Kaiserslautern kannst Du auch an einer staatlichen FH ein berufsbegleitendes Studium der Informatik machen. Das Curriculum erscheint mir recht praxisbezogen. Eventuell sind die Einschreibevoraussetzungen eine Hürde, aber fragen kann man ja mal. Der Mathematikanteil ist geringer als anderswo. Die Themenauswahl finde ich allerdings interessant: Diskrete Mathematik und Statistik. Das kann man brauchen. Außerdem kann man im Wahlpflichtbereich Statistikprogramierung mit R belegen.

     

    Die SRH Riedlingen hat ihre Studiengänge Web- und Medieninformatik von Springer Campus/FH Dortmund übernommen. Da habe ich studiert. Ich war bei Springer Campus ein zufriedener Student. Allerdings hat es bei der Übernahme natürlich ein paar Änderungen am Curriculum, bei den Prüfungsformen und auch bei der Studienorganisation gegeben. Es wird wahrscheinlich noch wenig Erfahrungsberichte geben, weil die Übernahme noch nicht lange her ist. Aber Du könntest meinen Blog zur Orientierung nehmen. Soweit ich weiß, wurden manche Module übernommen.

     

    Die IUBH bietet ein reines Online-Modell. Die Curricula kommen mir im Vergleich zu anderen FH sehr aktuell vor, was auch daran liegt, dass einige Studiengänge noch sehr jung sind. Wahrscheinlich liegen dann noch gar nicht alle Module vor sondern sind so geplant. Man hat den Vorteil aktuellerer Themen, z.B. Data Science, Machine Learning oder Blockchain. Kann natürlich den Nachteil haben, dass die brandneuen Module noch "Kinderkrankheiten" haben.

     

    Prinzipiell glaube ich, dass Du einen deutlichen Unterschied zwischen Informatik an der FU Hagen und FHs merken wirst. Die englische Übersetzung "University of Applied Sciences" trifft es meiner Meinung nach ganz gut. Ich hatte einen sozialwissenschaftlichen Abschluss einer staatlichen britischen Hochschule und fand das damals auch gut, ein wissenschaftliches Studium zu machen. Für mein Zweitstudium wollte ich aber bewusst ein eher praxisbezogenes Studium.

     

    Zu meinem Studium bei Springer Campus gehörte eine Projektarbeit. Durch die habe ich eigentlich am meisten gelernt, weil das eine Gelegenheit war, den Stoff verschiedener Module für einen praktischen Zweck zu verbinden. Und natürlich durch die Bachelorarbeit. Die hatte bei mir eigentlich wenig mit Themen zu tun, die im Studium behandelt wurden. Aber da habe ich gemerkt, das mich das Studium ganz gut vorbereitet hat, selbstständig in ein für mich neues Themengebiet einzudringen und mir das zu erarbeiten.

  10. vor 9 Stunden, Suzubaru schrieb:

    Mal ganz böse und sarkastisch ausgedrückt: Ich würde etwas wählen, welches mich befähigt mit derzeitig aktueller Software zu arbeiten. Ein Informatikstudium in Deutschland stelle ich mir irgendwie als halbes Mathestudium und Programmierübungen in pseudo-code und ein Boomer der Pascal lehrt vor.

    Ich habe in Deutschland Informatik an einer FH studiert. Von 180 ECTS entfielen 20 auf Mathematik. Gelehrt wurde eher anwendungsbezogene Mathematik als reine Mathematik. Rückblickend denke ich, dass ein höherer Mathematik-Anteil und mehr reine Mathematik nützlich gewesen wären. Was man modellieren kann, kann man auch programmieren.

     

    Programmierübungen in Pseudocode habe ich nicht erlebt. Als Lehrsprache wurde vor allem Java verwendet. Viele meiner Kommilitonen hätten sich gewünscht, dass im Studium aktuellere Sprachen und modernere Frameworks gelehrt werden. So dachte ich auch, aber mittlerweile sehe ich das anders. Wichtig ist, dass grundlegende Konzepte begriffen werden. Neue Sprachen und Frameworks kommen und gehen.

     

    Ich wüsste den einen oder anderen "Boomer", den ich sehr gerne als Prof gehabt hätte.

  11. Hast Du ein Abitur?

     

    Grundsätzlich geht es in Psychologie nicht ohne Statistik. Allerdings meine ich, dass sich ein anwendungsbezogenes Statistikwissen durchaus aufbauen lässt, ohne Analysis zu verstehen. Du verstehst dann wahrscheinlich nicht, wie man Flächenanteile unter einer Glockenkurve berechnet, aber die kann man ja nachschlagen bzw. Software nutzen. Wichtiger ist, dass Du z.B. Hypothesentests verstehst. Das erscheint mir möglich.

     

    Ich finde den Tipp von TomSon gut: Wende Dich an die SRH und versuche, ob du genaueres zu den Inhalten erfahren kannst. Die meisten Hochschulen haben mittlerweile recht detaillierte Modulhandbücher.

     

    Prinzipiell denke ich, dass ein Analysis-Modul auf FH-Niveau zumindest bestehbar ist, wenn man grundlegende Techniken und Verfahren lange genug übt, um sie zu automatisieren. Die Frage ist, wie hoch der Aufwand für Dich ist und ob Du dazu bereit bist. Wenn's wirklich nur Analysis ist und Du mit Statistik zurecht kommst, könnte es schon sein, dass Du das Problem mit einem Hochschulwechsel umgehen kannst.

     

    An sich meine ich, dass es zu einem Studium gehört, sich auch mal durch was zu beißen, das partout nicht schmecken will. Bei mir war das z.B. externes Rechnungswesen. Aber speziell bei Mathe erlebe ich immer wieder, dass Leute an individuelle Grenzen stoßen.

  12. Das mit den Stunden pro Tag ist immer schwer zu sagen. Das ist individuell sehr unterschiedlich und kann bei der gleichen Person auch von Modul zu Modul stark schwanken, je nachdem, wie Inhalte, Vermittlungsform, Interessen und individuelles Begabungsprofil zueinander passen. Daher möchte ich lieber ein paar allgemeine Tipps formulieren, wie Du rein kommst und einen Arbeitsrhythmus findet.

     

    Regelmäßige Erfolgserlebnisse durch abgeschlossene Module sind sehr wichtig. Darum solltest Du "in Bewegung" zu bleiben. Ich würde also versuchen, möglichst jeden Tag zumindest ein bisschen was zu machen, auch wenn's vielleicht an manchen Tagen nur für 15 Minuten reicht. Je länger die Sache liegt, umso schwieriger wird es, den Faden wieder aufzunehmen.

     

    Aus dem gleichen Grund halte ich  es für wichtig, sich Etappenziele zu stecken. Ein Bachelor an einer Präsenz-FH hat üblicherweise 180 ECTS und läuft über 6 Semester. Das sind also 30 ECTS pro Semester, also ca. 5 ECTS pro Monat. Da Du berufsbegleitend studieren willst, wirst Du wahrscheinlich nicht das gleiche Tempo vorlegen können. Du könntest  z.B. veranschlagen, dass Du erst mal halbes Tempo schaffen willst. Dann würdest Du alle 2 Monate ein Modul a 5 ECTS abschließen. Wenn Du anfängst ein Modul zu bearbeiten, hast Du also klar, dass Du in 8 Wochen Klausurreife erlangen möchtest. Du siehst, wie umfangreich das Skript oder das Lehrbuch ist, was an Übungsaufgaben ansteht und so weiter. Also kannst Du Dir grob einteilen, was Du pro Woche schaffen müsstest, um da hin zu kommen. Ich würde mal versuchen, das über mehrere Module durchzuziehen.

     

    Nach 2-3 Modulen kannst Du selbst am besten einschätzen, wie viel Zeit Du reinstecken musst, was für Noten Du damit rausholst und welchen persönlichen Preis Du dafür zahlst. Dann weißt Du auch, ob Du das Tempo steigern kannst oder reduzieren musst.

  13. An meiner Hochschule (Springer Campus) gab es den Vorteil, dass neben dem Bachelor auch sogenannte Hochschulzertifikate angeboten wurden. Die wurden während des Bachelors automatisch erworben und zugeschickt, wenn man die entsprechenden Modulkombinationen  abgeschlossen hatte. Das war für mich damals tatsächlich etwas, was mir die Entscheidung für das Studium erleichtert hat. In den ersten Semestern hatte ich diese Zertifikate als Etappenziele vor Augen. Das hat auch ein bisschen die Reihenfolge beeinflusst, in der ich Module gebucht habe; dass dann schon mal ein greifbarer Erfolg da ist, der wieder motivierend wirkt. Ab etwa der Hälfte des Studiums war mir das dann nicht mehr so wichtig, weil ich inzwischen wusste, dass ich es schaffen kann.

     

    Ich habe versucht, im Vorfeld möglichst viel über die Inhalte des Studiums zu erfahren. Außerdem habe ich in Eigenregie ein paar Fachbücher durchgearbeitet, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob ich der Sache fachlich gewachsen wäre.

     

    Mathematik hat mir im Vorfeld Sorgen gemacht. Zu Schulzeiten war ich zwar ganz gut, aber das lag lange zurück. Außerdem sagten Kommilitonen, dass Mathematik eines der Fächer sei, an denen das Studium scheitern könne. Also habe ich zugeschaut, dass ich Mathematik zügig angehe und in den ersten drei Semestern abräume, um einen Studienabbruch nicht zu verschleppen.

     

    Bezogen auf deine Eingangsfrage kann ich sagen, dass sich die Motivation und Einstellung bei mir im Laufe des Studiums verändert hat.

     

    Grundsätzlich gab es auch am Anfang den Wunsch, den Bachelor abzuschließen, aber noch nicht die Gewissheit, ob das für mich in meiner Lebenssituation (Beruf/Kinder) auch realistisch war. Daher war in den ersten Semestern die Haltung eher: Mal probieren.

     

    Nachdem dann klarer wurde, dass das Studium durchaus zu meinem Begabungsprofil passt und ich es mit meinen sonstigen Verpflichtungen vereinbaren kann, war die Haltung eher: Durchziehen.

     

    Ich empfehle zwar, sich vorher gut zu informieren, halte es aber für unmöglich, alle Unsicherheiten auszuräumen. Erfahrungen anderer Studierender sind nützlich und interessant, aber letztlich erfährst Du erst im Studium, wie Du selbst mit der Situation zurechtkommst. Insofern halte ich es für realistisch, die ersten zwei Semester als Testphase zu begreifen, wo Du auch einen guten Rhythmus zwischen Studium und Leben finden musst.

  14. Ah, die VHB, die hatte ich vergessen. Da gibt es auch VHB Classic; da kann man in vielen Modulen auch Prüfungsleistungen ablegen. Groß ist das Angebot im Bereich Philosophie zwar nicht, aber für die Lehrämtler gibt es neben einem Ethik-Modul immerhin noch eine Einführung in die Aussagen- und Prädikatenlogik. (Logik gehört eigentlich zu jedem Philosophie-Grundstudium.)

  15. Philosophie ist ein weites Feld. Im deutschsprachigen Raum kenne ich eigentlich nur die FU Hagen, die ein umfassendes Angebot machen kann.

     

    Thematisch eingegrenzter und noch ganz neu ist das Hochschulzertifikat Technoethik der TU Kaiserslautern. Das geht über 2 Semester. Struktur in etwa so: Im ersten Semester allgemeine Ethik. Im zweiten Semester gabelt es sich. Entweder Medizinethik oder Ethik der Informatik.

     

    Falls du in einem dieser Bereiche tätig bist, könnte es ja eventuell ganz interessant sein, philosophische Themen mit Berufsbezug zu behandeln. Die Sache ist klar auf Hochschulniveau, also keine Readers Digest Philosophie.

     

    Nötig ist allerdings ein erster Hochschulabschluss. Im Vergleich zu FU Hagen kostet es auch ganz schön.

     

    Früher hatte auch die britische Open University gute Angebote im Bereich Philosophie. Da bin ich nicht mehr auf dem laufenden, seit die Studiengebühren in England durch die Decke gegangen sind.

  16. Wenn's ein berufsbegleitendes Studium wird, würde ich empfehlen, die Anbieter auch hinsichtlich flexibler Zeiteinteilung und Vereinbarkeit von Studium und Beruf zu vergleichen. Ich hab mal als Gasthörer ein Modul an der Wings belegt. Didaktisch war das toll. Allerdings hat die Wings einen relativ festen Semestertakt. Für ein ergänzendes Modul ging das in Ordnung. Für ein ganzes Studium hätte ich mich das nicht getraut. Ich wollte die Sicherheit, den Workload durch"s Studium je nach beruflicher und familiärer Belastung rauf- und runterfahren zu können. Das geht oft eher bei privaten Anbietern. Das soll aber kein Einwand gegen die Wings sein. Die haben attraktive Angebote. Aber diesen Punkt solltest du auf jeden Fall recherchieren und bedenken.

     

    Wichtig finde ich auch das Thema Studienmotivation. Wenn"s nur ums Papier für den Fall X geht, stelle ich es mir schwer vor, ein Projekt von der Größenordnung durchzuhalten  Also noch mal überlegen, ob es da nicht doch fachlich noch etwas zu entdecken und gewinnen gibt. Ich finde, Frau Kanzler hat da gute Punkte formuliert.

  17. Ich hab mal auf deren Homepage geschaut. Da sieht es so aus, als seien das 2 Module a 8 ECTS also ingesamt 16 ECTS. Es kommt natürlich immer darauf an, wie tiefgehend diese Inhalte behandelt werden, aber oberflächlich betrachtet würde ich sagen, dass angegebener Workload und Inhalte schon zueinander passen.

     

    Bei einem Bachelor IT-Sicherheit hielte ich es für optimal, wenn man ein bisschen Zahlentheorie ins Curriculum aufnehmen und dafür etwas anderes rausschmeißen würde. Die WBH bildet auch Ingenieure aus. Das merkt man ein bisschen an den inhaltlichen Schwerpunkten im Mathe-Curriculum (z.B. Fouriertransformation). Es gibt sicher auch FHs, bei denen Du mit etwas weniger Mathematik auskommst. Andererseits hat die WBH den Ruf, in Mathe wirklich gute Skripte zu liefern.

     

    Beim ersten Mathemodul sehe ich viele Anknüpfungspunkte mit der Oberstufenmathematik. Beim zweiten Modul sind einige Themen dabei, die für Abiturienten typischerweise Neuland sind. Meine Tipps wären:

    - Belege Mathe 2 zügig nach Mathe 1.

    - Belege parallel zu Mathe 2 nichts anderes.

    - Arbeite in dieser Zeit am besten täglich mit dem Stoff, auch wenn's an manchen Tagen nicht viel ist.

    - Bleibe dran, bis es abgeschlossen ist.

    - Finde dich damit ab, dass es mehr Arbeit macht als andere Module mit vergleichbarem Workload in ECTS. Dafür kommt auch irgendwann mal ein Modul, das Dir leicht fällt.

  18. Als ich mich das letzte Mal mit dem Angebot der FU Hagen beschäftigt habe, war ein eigentlich geplantes Modul zu künstlichen neuronalen Netzen (mit Lehrsprache Python) wieder verschwunden.

     

    Das Modul "63415 Information Retrieval" gibt es. Außerdem das Fachpraktikum "63784 Scientific Programming in Python". Da geht es unter anderem um Bibliotheken wie Numpy, Matplotlib und Pandas, die im Data Science Umfeld gerne genutzt werden. Dieses Modul soll aber nicht jedes Semester angeboten werden.

     

    Es gibt ein sicher sehr interessantes Modul "64212 Deduktions- und Inferenzsysteme", aber das ist klassische, regelbasierte KI.

     

    Insgesamt kann ich an der FU Hagen noch keine Konturen eines Data Science Profils erkennen.

     

    Wenn's ein Fernstudium mit inhaltlichem Fokus Data Science sein soll, kenne ich bislang Angebote von privaten FHs (z.B. IUBH, WBH, AKAD). An staatlichen FHs gibt es z.B. den Master an der HS Albstadt-Sigmaringen oder - ein paar Nummern kleiner - das Hochschulzertifikat der Beuth Hochschule in Berlin. Deren Studiengebühren sind aber nicht günstiger als die privater Akteure.

  19. Als ich mich das letzte Mal mit der WBH beschäftigt habe, war es so, dass man sich erst einmal registrieren musste, um Unterlagen zu Struktur und Inhalten des Studiums zu erhalten. Ich bekam damals eine vermarktungsorientierte Broschüre, kein richtiges Modulhandbuch. Insofern kann ich zu Umfang und Inhalten der Mathemodule an der WBH nichts aus eigener Anschauung besteuern. Ich habe aber immer wieder gehört,dass die Mathemodule der WBH didaktisch gut gemacht sein sollen, obwohl ein solides fachliches Niveau erreicht wird. Das ist zwar keine Antwort auf deine Eingangsfrage, aber ich halte das trotzdem für erwähnenswert. Vielleicht gibt es ja im Forum noch WBH-Studenten, die aktuelle Erfahrungen beisteuern können.

     

    Bei mir ging insbesondere für Lineare Algebra und Analysis aber auch für Interpolation, Approximation und Grundlagen der Krytographie (wichtig für IT-Sicherheit) deutlich mehr Zeit drauf als für andere Module. Lag zum Teil sicher daran, dass das Abi bei mir schon eine Weile her war. Da brauchte ich eine Einstiegsphase, um wieder reinzukommen. Es reicht ja nicht, den Stoff nur zu verstehen. Man muss üben, um Geläufigkeit zu erzielen, auf Tempo zu kommen und wenig Fehler zu machen. Leichter fielen mir Themen wie Logik, Mengenlehre, Relationen, Algebraische Strukturen, Graphentheorie, Numerik und - zu meiner Überraschung - Statistik.

     

    Ich habe schon zugeschaut, dass ich die Mathemodule nicht unnötig vor mir herschiebe. Zu Beginn meines Studiums haben mir mehrere Profs gesagt, dass es, falls es zum Studienabbruch kommt, oft an Mathe liegt. Darum sei es gut, in diesem Punkt bald Klarheit zu gewinnen. Ein Studienabbruch ist nicht schön, aber ein relativ früher Abbruch wegen erwiesener fachlicher Übeforderung ist besser als ein verschleppter.

  20. Ich denke, das kann man so pauschal nicht beantworten.

     

    Informatikstudiengänge können einen unterschiedlich hohen Anteil an Mathematikmodulen haben. Bei mir waren es z.B. 4 Module von je 5 ECTS, an manchen Hochschulen reichen aber schon 10 ECTS, an andern kann es auch mehr sein.

     

    Auch die Inhalte können sich erheblich unterscheiden. In vielen Studiengängen spielen Lineare Algebra und Analysis eine größere Rolle, aber nicht immer. Der Studiengang IT-Analyst der HS Kaiserslautern konzentriert sich z.B. auf Diskrete Mathematik und Statistik, was ich für Informatiker gar nicht schlecht finde. In meinem Studiengang wurden Methoden zur polynomialen Interpolation und Approximation vermittelt, was ich in anderen Curricula eher selten sehe. Finanzmathematik spielte bei uns gar keine Rolle, aber in manchen Wirtschaftsinformatik-Studiengängen ist das ein eigenes Modul.

     

    Kommt also drauf an. Um welchen Informatikstudiengang geht es denn genau?

  21. Diese Studiengänge sind an der SRH Riedlingen noch recht neu. Allerdings existierten sie vorher in anderer Form, denn sie wurden von Springer Campus in Zusammenarbeit mit der staatlichen FH Dortmund angeboten, die damals auch die Abschlüsse verlieh. Ich habe von September 2015 bis Dezember 2019 den Studiengang Web- und Medieninformatik studiert und konnte noch in Dortmund abschließen.

     

    Über den Verlauf meines Studiums habe ich einen Blog verfasst, den du hier findest. Die Änderungen, die sich mit der Übernahme durch die SRH Riedlingen ergeben haben, kenne ich natürlich nicht aus eigener Anschauung. Mir scheint aber, dass die SRH einige Module übernommen hat, so dass manche meiner Modulberichte noch einigermaßen aktuell sein könnten.

     

    Bei Springer gab es zu jedem Modul ein Lehrbuch, das 1:1 auch in der Lernplattform aufbereitet war. So konnte man z.B. im Bus im Lehrbuch lesen und zu Hause am Rechner nahtlos an der gleichen Stelle am Bildschirm weiterarbeiten.

     

    Ich fand, das Studium vermittelte gute Grundlagen in der Programmierung (durchgehend am Beispiel der Sprache Java). Auch den Bereich Softwaretechnik fand ich gut abgedeckt. Im Bereich Webinformatik lag der Schwerpunkt klar auf serverseitiger Programmierung. Das Thema Front-End fand ich dagegen nicht gut abgedeckt. Näheres findest Du in meinen Blogbeiträgen.

     

    Du hattest konkret nach den Modulen "Webprogrammierung" und "XML" gefragt. Das Modul "Webprogrammierung" war für unsere Wirtschaftsinformatiker das einzige Modul, dass sich mit dem Thema beschäftigte. Insofern ging es darum, einen Überblick zu vermitteln. Es war nicht so, dass man am Ende Javascript oder PHP konnte. Für uns Webinformatiker gab es dann Module, die einige dieser Themen ausführlicher behandelten. Das Modul "XML" ist ein Beispiel dafür.

     

    Insgesamt fand ich das Curriculum im Vergleich zu anderen FHs schon recht praxisbezogen. Die Kommilitonen haben natürlich immer geklagt, dass sie lieber dieses oder jenes aktuelle Framework lernen würden oder statt Java lieber in Sprache XY programmieren würden, die sie auf der Arbeit verwenden. Aber in einem Studium geht es eigentlich um das Vermitteln von übergeordneten Konzepten mit längerer Halbwertszeit. Sprachen und Frameworks lernst Du, wann und wie Du sie brauchst.

     

    Dass Statistik nun anscheinend in ein anderes Mathemodul integriert wurde, finde ich nicht so gut. Wir hatten dafür ein eigenes Modul von 5 ECTS und insgesamt hatten wir 20 ECTS Mathematik. Die Klage, die ganze Mathematik brauche man in der Praxis doch nie wieder, habe ich im Studium oft gehört. Rückblickend würde ich mir wünschen, ich hätte mehr Mathematik belegen können. Was man modellieren kann, kann man auch programmieren. Insbesondere Statistik halte ich für sehr wichtig.

  22. Die Seitenzahl lässt - für sich genommen - ja noch keine sicheren Schlüsse auf den Umfang zu: Schriftgröße, Ränder, Zeilenabstände, Häufigkeit vom Abbildungen etc.

     

    Aber bei einer Reduktion von 90 auf 60 Seiten würde ich mich schon fragen, inwiefern du genug verdichtet hast.

     

    Meine grobe Richtschnur wäre:

    1 Absatz Ausgangstext -> 1 Satz Zusammenfassung

     

    (Mit Zielrichtung einfacher Aussagesatz.)

     

    Damit sollte schon eine Reduktion auf 20-25% drin sein.

     

    Wie eingangs erwähnt kann es Gründe geben, auch mal in die andere Richtung zu gehen, aber insgesamt würde ich zu mehr Verdichtung raten. Also weniger schreiben; lieber nach jedem Abschnitt überlegen: "Wenn ich hieraus nur EINEN Gedanken mitnehmen dürfte, welcher wäre das."

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