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Mediation als Weg zur Streitschlichtung (Sponsored Post)


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Das Weiterbildungsangebot Mediation – integrierte Mediation im zfh-Hochschulverbund

 

Bereits seit einigen Jahren gibt es unter den Fernstudiengängen des zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund das Weiterbildungsangebot Mediation – integrierte Mediation. Aber was ist „Mediation“, wem nützt sie, wie wird sie angewendet und was kann man damit machen? Diese Fragen möchten wir hier beantworten.

 

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Historischer Hintergrund und gesetzliche Grundlage der Ausbildung

 

Kurz gesagt ist die Mediation ein Verfahren, das eingesetzt werden kann, um eine konstruktive Konfliktlösung zwischen sich streitenden Parteien zu finden. Alle Beteiligten sollen als Gewinner aus der Streitsituation herausgehen. Dabei handelt es sich nicht um eine Erfindung der Neuzeit, sondern um eine Vorgehensweise, die bereits in historischer Vorzeit eingesetzt wurde. Der Begriff Mediation leitet sich vom lateinischen „mediatio“ = „Vermittlung“ bzw. „medio“ = „mitten, in der Mitte stehend“ ab. 
In Deutschland wird die Beilegung von Streitsituationen durch die Mithilfe neutrale „Vermittler“ verstärkt seit den 1970er Jahren durchgeführt, zunächst durch die Einrichtung von Schlichtungsstellen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens, dann durch das Inkrafttreten des ersten Betriebsverfassungsgesetzes zur Schlichtung von Konflikten innerhalb von Unternehmen, aber auch als Lösungsinstrument bei Konflikten im privaten oder familiären Umfeld. Hier findet die Mediation seit den 1990er Jahren besonderen Einsatz bei allen Problemen, die im Zusammenhang mit Scheidungsverfahren auftreten, wie Regelungen des Unterhalts, elterliches Besuchsrecht etc., doch auch bei Streitfragen unter Nachbarn, Mietern oder Vermietern können mittels Mediation Konflikte beigelegt werden. Ebenso beruht der im Strafrecht eingesetzte Täter-Opfer-Ausgleich auf einem Mediationsverfahren. 


Dieser „juristische“ Einsatz von Mediationsverfahren zeigt deutlich zwei Punkte: zum einen waren/sind Mediator*innen in der Regel Rechtsanwälte bzw. Rechtsbeistände und zum anderen konnten (und können) dadurch Gerichtsverfahren verkürzt und vor allem kostengünstiger für alle Seiten durchgeführt werden. Das wiederum hatte zur Folge, dass eine rechtlich strukturierte und anerkannte Aus- und Weiterbildung zum Mediator/zur Mediatorin erforderlich wurde, die in der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung – ZMediatAusbV) (1)  vom 21. August 2016 festgelegt wurde und sowohl die Ausbildungsinhalte als auch die Anforderungen an die Ausbildungsanbieter regelt; die Ausbildungsverordnung beruht ihrerseits wiederum auf dem Mediationsgesetz (MediationsG) (2)  vom 21. Juli 2012. Bei der Bezeichnung „Mediator/Mediatorin“ handelt es sich nicht um einen Berufsbegriff, sondern um die Bezeichnung einer Funktion, die die Person aufgrund ihrer Ausbildung ausüben kann. Zertifizierte Mediator*innen sind nicht in einer Berufskammer organisiert, die es bisher (noch) nicht gibt (wie z.B. die IHK, Ärzte- oder Rechtsanwaltskammer), sondern in (privatrechtlichen) Berufsverbänden und Vereinen, die ihre Ausbildungen in der Regel gegenseitig anerkennen.

 

Aufgabe des Mediators/der Mediatorin und Einsatzbereiche

 

Teilnehmende an einem Mediationsverfahrens sind die beiden Streitparteien oder, wie sie offiziell genannt werden: die Medianden, sowie der – parteineutrale – Mediator. Seine Aufgabe ist es nicht, eine Lösung für das Problem zu finden, sondern die sich gegenüberstehenden Parteien zu einer einvernehmlichen Lösung hinzuführen, aus der letztendlich beide Seiten als Gewinner hervorgehen können. Dabei sind oftmals negative und verhärtete Gefühle zwischen den Parteien zu erkennen, aufzudecken, zu überwinden und wertschätzende Kommunikationstechniken einzusetzen, um den Lösungsvorgang voranzubringen.

 

Tätigkeiten bei Gericht, bei denen auch rechtsverbindliche Absprachen der Streitparteien ausgehandelt werden, sind in der Regel zertifizierten Mediator*innen vorbehalten, die einen beruflichen Hintergrund bzw. Bezug zu Gerichten und Rechtsverfahren haben, deshalb ist unser Ausbildungsangebot u.a. für Juristen und Juristinnen und andere Rechtsbeistände (z.B. Steuerberater, Gutachter) interessant. Aber auch im normalen beruflichen oder zwischenmenschlichen Alltag gibt es oft Situationen, wo verhärtete Streitpositionen nicht ohne neutrale Hilfe „von außen“ gelöst werden können und Ansprechpersonen benötigt werden, die über entsprechendes Methodenwissen verfügen. Deswegen ist unser Angebot offen für alle Weiterbildungsinteressierten, die in ihren Arbeitsbereichen mit Menschen zu tun haben, z.B. in Gewerkschaften, Personal-/Betriebsratsvertretungen, im Kundenbereich bei Versicherungen, bei Ämtern und Behörden, Krankenkassen, in Schulen, im Sozialbereich, uvm. Die Weiterbildung bietet den Absolvent*innen ebenso Entwicklungsmöglichkeiten im ausgeübten Beruf wie eine berufliche Um- oder Neuorientierung, je nach Umfang der Ausbildung.

 

Inhalte und Ablauf der Mediationsausbildung

 

Unser Angebot umfasst drei Semester, die zwar aufeinander aufbauen bzw. Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten im weiteren Verlauf vertiefen. Aber bereits mit dem ersten Semester werden wesentliche Inhalte und Methoden der Mediation vermittelt, sodass man bereits in der Lage ist, Konfliktparteien bei der Lösung ihres Problems zu unterstützen und nicht zwangsläufig auch das zweite und dritte Semester absolviert werden muss. Mit dem ersten Semester wird man Mediator/Mediatorin, mit dem zweiten Semester zertifizierte/r Mediator/Mediatorin und mit Abschluss des dritten Semesters wird man Berufsmediator/-mediatorin. Die Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsumfang erfüllen die Anforderungen gemäß der zuvor genannten Ausbildungsverordnung:

  • Im ersten Semester werden vor allem die theoretischen Grundlagen der Mediation vermittelt, wie Einführung und Grundlagen in die Mediation, Gesprächsführung und Kommunikationstechniken, Konfliktkompetenz, Ablauf und Rahmenbedingungen eines Mediationsverfahrens, persönliche Kompetenz, Haltung, Rollenverständnis begleitet durch Supervision und Intervision. 
  • Das zweite Semester vertieft und generalisiert die bereits erworbenen Kenntnisse und deren Anwendbarkeit; es werden die Anwendungsfelder dargestellt, Recht und Ökonomie in der Mediation aufgezeigt sowie der spezielle Aspekt der „integrierten Mediation“ vorgestellt. Diese wurde von Studiengangsleiter Arthur Trossen, einem erfahrenen Juristen, ehemaligen Richter und jahrelang tätigen Mediator und Mediationsausbilder, entwickelt und deshalb nur in unserem Angebot vermittelt. Der letzte Teil des zweiten Semesters umfasst die Systemik, Systematik und Komplexität der Mediation und beinhaltet auch Gruppenarbeit mit den anderen Weiterbildungsteilnehmenden.
  •  Das seit 2021 neu angebotene dritte Semester bietet extra Module zur speziellen Erweiterung und Perfektionierung des bisher Erlernten an, so z.B. in interkultureller und internationaler Mediation, im Bereich der Schadensregelung, der Mediation im Gesundheitswesen sowie als Mediation mit dem Schwerpunkt Psychologie.

Jedes Semester wird mit einer Abschlussprüfung und einem entsprechenden Zertifikat mit einem *, zwei ** oder drei *** Sternen als Nachweis des Studienumfangs abgeschlossen. Zum Einsatz kommen Lehrbriefe, weitere Arbeitsunterlagen sowie Filme und Videos zur Veranschaulichung der Methode. Hier werden auch Rollenspiele aus den Präsenzwochenenden aufgenommen und bereitgestellt. Des Weiteren steht online eine Lernplattform zur Verfügung sowie Peergroups zum Erfahrungsaustausch und Supervision bzw. Intervision. Die Teilnehmendenzahl ist auf maximal 16 Personen beschränkt.

 

Eine ausführlichere Beschreibung der Ausbildungsinhalte enthält die Studiengangsbroschüre auf unserer Homepage (3).

 

Bewerbung und Teilnahme

 

Das Fernstudienangebot Mediation – integrierte Mediation wird jeweils zum Sommer- und Wintersemester angeboten; für das Sommersemester 2022 besteht noch eine Anmeldemöglichkeit bis zum 15. März. Die Bewerbung erfolgt über die Anmeldeseite des zfh: https://www.zfh.de/fuer-interessierte/anmeldung/mediation-integrierte-mediation-zertifikat/
Für die Klärung weiterer Fragen stehen wir gerne telefonisch unter 0261-91538-0 oder per Mail unter beratung@zfh.de zur Verfügung.

 

(1) Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/zmediatausbv/BJNR199400016.html 

(2) Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/mediationsg/BJNR157710012.html 

(3) https://www.zfh.de/fileadmin/medien/PDF/Broschueren/O080108v034_Mediation_Broschuere.pdf

 

Bildquelle: © Андрей Яланский - stock.adobe.com

  

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