Mein Ziel - Der Hochschulabschluss

  • Einträge
    41
  • Kommentare
    333
  • Aufrufe
    8.035

Gerade erst in den 40ern angekommen und schon die erste Lebenskrise...

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Forensiker

146 Aufrufe

Hallo liebe Blogleser,

man glaubt es kaum, aber der letzte Blogbeitrag stammt noch aus einem anderen Lebensjahrzehnt!

Es tut mir leid, dass seit dem letzten Beitrag so viel Zeit vergangen ist.

Denn kaum 40 geworden, habe ich das Gefühl, dass ich mitten in einer Midlifecrisis stecke.

Man kann es schwer in Worte packen, vielleicht tragen auch die äußeren Umstände dazu bei, aber trotzdem fühle ICH mich schlecht.

Es hat sich mal wieder einiges getan in meinem Leben.

Alle Prüfungen vom letzten Prüfungs-Marathon im Oktober sind bestanden. So weit so gut.

Doch die prüfungsfreie Zeit am Ende des letzten Semesters ließ sich einfach nicht wie gewünscht nutzen.

Mein Plan war es, eine Modulklausur diesen Monat um ein halbes Jahr vorzuziehen, damit der (Prüfungs-)Druck nächsten Oktober nicht so groß ist.

Immerhin werden dort nämlich 7 Prüfungsfächer abgefragt und im gleichen Zeitraum werde ich mitten in der Verschriftlichung meiner Bachelorthesis stecken.

Leider ging dieser Plan aber nicht auf. Dies hatte verschiedene Gründe:

  • Zieht man eine Prüfung vor, so gilt die Freiversuchsregelung nicht mehr.
  • Ein Fach wurde von einem ganz anderen Dozenten als in meinem Semester doziert und es gab keinerlei Eingrenzungen der Themen.
  • Die groben Eingrenzungen in den anderen Fächern differierten völlig von unserem Semester.

Trotz allem war ich mir sicher, dass ich es zumindest mit 4.0 geschafft hätte. Aber unter Abwägung aller Vor- und Nachteile habe ich die Modulklausur nicht vorgezogen.

Außerdem hat mein Wunschdozent und "Leuchtturm" des Studienzentrums Kassel als Thesis-Betreuer den Job bei der Diploma geschmissen.

Es gab wohl in irgendeinem Studienzentrum Beschwerden von Studenten, dass einige wenige Dozenten immer etwas früher Schluss machen.

Das hatte zur Folge, dass die Diploma einen Erlass herausgegeben hatte. 15 Minuten vor Ende der Vorlesungen kontrollieren nun die Sekretariatsmitarbeiter die Anwesenheit.

Wohl der Tropfen, der das Fass des Dozenten zum Überlaufen gebracht hatte.

Ja, es gibt Dozenten, die früher Schluss machen. Aber was soll´s ? Qualität ist nicht durch Quantität zu ersetzen!

Dumm nur, dass unser Dozent nun die Prüfung für kommenden Oktober nun nicht mehr durchführen kann. Er wird zwar noch die Klausurfragen einreichen, aber ob die angenommen werden, steht auf einem anderen Blatt.

Selbst wenn sie angenommen würden, wird es jemand Fremdes korrigieren. Kein gutes Gefühl.

Fairerweise hat er das Modul für unser Semester noch regulär beendet. Ein wirklich großer Verlust - auch für nachkommende Studenten.

Auch in meinem Arbeitsleben hat sich wieder etwas getan. Ein Mitarbeiterentwicklungsgespräch hat dazu geführt, dass ich nun u.a. nicht mehr als CaseManager arbeite.

Nach 20 Jahren in der direkten Patientenbetreuung arbeite ich nun nur noch indirekt patientenbezogen.

Mein Team musste ich dazu verlassen und mit meinem Büro umziehen. Ich sitze jetzt quasi in der "Chefetage" in einem anderen Gebäude. Und dass relativ einsam.

Die neuen Tätigkeiten verrichte ich nun überregional statt regional.

Ein Schritt der mir wirklich schwer gefallen, aber nur konsequent ist, wenn es um meine persönliche Weiterentwicklung geht. Aber auch schmerzlich, wenn ich als "Teamplayer" einsame Bürotage habe.

Vorteile gibt es natürlich auch viele, die ich aber erst zu schätzen lernen muss.

Aber auch privat tat sich etwas. Meine Kinder haben im Dezember ihre erste Cousine bekommen. Somit bin ich zum ersten mal Onkel geworden. Um das neue Familienmitglied nur 10 Minuten zu sehen sind wird 600 km gefahren.

Ostersonntag war die Taufe, da gab es dann eine längere Kennenlerngelegenheit.

Weniger erfreulich war da letzten Monat die Nachricht über den Tod eines Freundes. Jahrgang 1975, verheiratet, zwei Kinder im Alter von 5 und 10 Jahren.

Er ist an rezidivierendem Krebs gestorben. Der Primärherd konnte letztlich nicht gefunden werden. Nur drei Wochen nach seinem 40. Geburtstag.

Die Beerdigung war herzzerreißend. Der 10-jährige Sohn hat eine Rede gehalten, wie sehr er, sein Bruder und seine Mutter doch den Papa vermissen.

Außerdem wurde zum Abschluss das Lied "Für dich lass ich das Licht an" von Revolverheld gespielt.

Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Nicht mal unbedingt, dass ein Freund gestorben ist, sondern wegen den Gedanken die ich mir gemacht habe, was für Konsequenzen die Kinder erfahren müssen.

Und das passt zu meiner aktuellen Stimmung. Eigentlich läuft für mich alles ganz gut, aber es geht mir trotzdem schlecht. Mein Leben ist mindestens zur Hälfte rum. Ich weiß (gottseidank?) nicht was noch kommen wird.

Mein Urlaub ist heute auch vorbei und erstmalig im Leben werde ich widerwillig wieder zur Arbeit gehen.

So long...

Forensiker


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


7 Kommentare


Also, erst mal alles Gute nachträglich zum Geburtstag und alles Gute auch für die neue Arbeitsstelle! :)

Es ist zwar schade, dass der Dozent nicht mehr da ist, aber meinst Du nicht, dass auch andere Dozenten den Kurs ordentlich lehren können?

Der Tod Deines Freundes ist sehr hart und sehr traurig. Berthold Brecht sagte: "Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt." Dieser Satz hat mir geholfen mit einem ähnlichen Verlust umzugehen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Bei so einem traurigen Anlass kann ich nicht auf gefällt mir klicken. Ich würd gern schreiben: "Ich weiß wie du dich fühlst." Wäre aber geheuchelt, darum einfach mal ein "Hut ab" von mir für so viel Offenheit. Viel Erfolg im neuen Job und alles Gute nachträglich.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Zunächst einmal auch von mir herzlichen Glückwunsch zum Runden. Der steht bei mir im Laufe des Jahres auch noch an. Sieht so aus, als ob wir dasselbe Baujahr sind. ;)

Vor ein paar Jahren starb mein Vater. Nicht vollkommen unerwartet, aber für mein Verständnis noch zu jung. Damals stellte ich fest, dass ich - sollte ich ein ähnlich langes Leben wie er haben - schon mehr als die Hälfte hinter mir gelassen hatte. Dieses Gefühl hat mich sehr lange begleitet.

Ich hoffe, du kommst da schneller wieder raus, als ich es getan habe. Ich drück dir die Daumen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Bei mir ist der 40. schon etwas her und mir ging es in der Zeit aus verschiedenen Gründen auch eher schlecht. Kann daher nachvollziehen, dass dich einiges beschäftigt. Gerade wo es bei dir auch einige Veränderungen gibt und einen Trauerfall, der dich mitnimmt.

Im Studium ist es schade, dass der beliebte Dozent jetzt weg ist. Aber ich denke, du wirst auch mit dem neuen zurecht kommen. Wobei ich mich frage, ob es nicht besser wäre, wenn der Neue dann auch die Klausurfragen stellen würde.

Ist deine berufliche Veränderung eher ein Zwischenschritt, oder wirst du das nun längere Zeit so machen? Mir scheint es so, als würde dir insbesondere der intensive Kontakt zu Kollegen und Patienten fehlen - auch wenn es wohl ein Karrierefortschritt ist.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Vielen Dank schon mal an alle für die netten Worte und Glückwünsche.

Der Geburtstag war zwar schon Ende 2014, aber für mich ist das noch nicht lange her.

Und ja, es gibt andere Dozenten. Außerdem waren alle seine Module ja auch abgeschlossen. D.h. es gibt für unser Semester auch keinen Nachfolger. Bleibt nur die heikle Situation mit der Klausur und dass ein guter Thesis-Betreuer weg ist.

@Markus - Ja, Deine Einschätzung ist schon richtig. Mir fehlt der Kontakt. Das wird auch eine längere Zeit so bleiben.

Es ist halt oft so, dass die besser bezahlten Jobs weiter von der Basisarbeit entfernt sind.

Aber da sich an meiner Arbeitsstelle immer wieder eine neue Tür auftut, nutze ich dass auch immer.

Außerdem erwäge ich nach dem Studium auf Honorarbasis beim MDK Gutachten (mit dazugehörigen Hausbesuchen) über Pflegebedürftigkeiten zu schreiben. Das habe ich mir neue "Patientenkontaktmöglichkeit" überlegt.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
psychodelix

Geschrieben

Alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

Mein Leben ist mindestens zur Hälfte rum.

Sehe ich mit Mitte 40 anders. Na gut, vielleicht ist es zur Hälfte rum - aber ich kann noch soooo viel machen. Vor allem mit der jetzigen Erfahrung. Ich finde das schon anders, als mit 15 oder 20 nochmal dazustehen und alles geht erst los und man hat noch gar keinen Plan vom Leben und Arbeiten.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
OldSchool1966

Geschrieben

Von mir auch "Happy B-Day". :)

Ich finde mein Leben auch sehr spannend... inzwischen habe ich knapp die 5 vorne erreicht.

Irgendwie weiß ich viel besser, was ich kann (auch was ich nicht kann), und wo ich stehe.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • FeThe
      Von FeThe in SRH Riedlingen: Medien- und Kommunikationsmanagement (B.A.) 5
      Es waren verrückte zwei Monate. Eine einzige Begegnung im Supermarkt (kitschig wie im Hollywood-Film) kann plötzlich alles durcheinander bringen. Und dann wurde mir zum ersten Mal bewusst, wie viel Zeit das Fernstudium doch kostet.
       
      Irgendwie konnte ich mir die Zeit in den ersten Semestern gut organisieren. Das lag einfach daran, dass ich mich kaum nach jemandem richten musste. Der Arbeitgeber ist flexibel, ich bin in keinem Verein aktiv, der mir feste Termine vorschreibt, meine Familie wohnt so weit weg, dass ich den Kontakt häufig nur per Telefon pflege und auch meine Freunde nehmen so viel Rücksicht, dass sie mir bei Hausarbeiten und Klausurvorbereitung in keinster Weise „im Weg stehen". So war es kein Problem die Abende der Woche mal beim Sport oder mal vor der Studienbriefen zu verbringen. Ich kam gut durch und konnte meine selbst gesteckten Ziele einhalten.
       
      Doch dann kam der (zugegeben positive) Windstoß, der mein Kartenhaus-Zeitkonstrukt zusammenbrechen ließ. Plötzlich war da ein neuer Mensch mit dem man gern Zeit verbringen und ihn in den Alltag integrieren möchte. Und dann fällt auf, dass dafür im Fernstudien-Konstrukt gar kein richtiger Platz ist. Alle Wochentage waren mit Arbeit bis zum frühen Abend und mit Sport und Studium am Abend reserviert. Die Tage am Wochenende am Vormittag mit Studium, ab Nachmittag mit Freunden und Unternehmungen.
       
      In der Euphorie musste das Fernstudium in den letzten Wochen dann ganz hinten anstehen. Auf Dauer kann das nicht funktionieren, weshalb das Kartenhaus gerade neu zusammengesetzt wird. Mein Respekt vor denen, die neben sich selbst und ihrer Motivation noch den Partner, Kinder und den vielleicht nicht ganz so flexiblen Arbeitgeber organiseren müssen, ist gehörig gewachsen.
       
      Und mein Stolz darauf, hoffentlich im nächsten Jahr das Fernstudium abzuschließen, wird sicher auch nicht weniger werden
    • Vica
      Von Vica in M.Sc. Psychologie FUH in Vollzeit 5
      Nanu, was ist das? Der Mount Everest vielleicht?
      Nein, es sind über 300 Seiten Statistik-Skripte aus MM1, die mir (inklusive die dazugehörigen Onlinevorlesungen) noch fehlen - bis Ende Januar. Nun ja, theoretisch würde bis Ende Februar ja ausreichen, denn die Klausur ist erst am 3.März. Aber daraus wird nichts, weil ich diesen Zeitraum für die Hausarbeit aus MM2 brauche. Als Vollzeit-Studi hat man ja gerade mal 3 Wochen Zeit, diese zu bewältigen  In 2 Wochen ist auch noch die dazugehörige Präsenzphase zur Hausarbeit vor Ort in Hagen. Glücklicherweise ist Hagen ja nur 1 Stunde Zugfahrt von hier entfernt - dennoch gibt es zum Teil nur mysteriöse Verbindungen dorthin. Teilweise habe ich schon überlegt, dort ein Hotel zu buchen, aber nee, ich mag nicht. 

      Irgendwie schade. Man klotzt, und klotzt, und klotzt....ran und wird doch nie fertig bzw. erreicht nie einen Modus, in dem man sich sicher genug für die PRüfung fühlt. Selbst wenn ich die Statistik noch ganz durch bekomme, bleibt keine Zeit, diese Unmengen an Skripten (es gibt ja noch mehr, nämlich die, die ich schon bearbeitet habe!) nochmal zu wiederholen. 
      Immerhin sitzen mal wieder alle in einem Boot, auch in anderen Foren ist zurzeit überall Panik wegen des Zeitdrucks ausgebrochen. Wenigstens hab ich zwei von 5 Kursen schon ganz abgeschlossen und ein weiterer ist nicht prüfungsrelevant, wenn auch Teil der Hausarbeit (wird aber reichen, sich währenddessen gezielt mit Fragestellungen daraus zu beschäftigen).
      Trotzdem ist da wieder dieses blöde Gefühl der Unvollständigkeit, des Zeitdrucks und des ganzen Oh-nein-ich-schaffs-nichts!. Wenigstens schweigt das schlechte Gewissen, denn ich kann wirklich behaupten, an jeder freien Minute dran zu sitzen.
      Muss man jetzt durch.  
    • Forensiker
      Von Forensiker in Projekt Master 10
      Hallo liebe Blogleser,
       
      mein Fahrplan zum Master steht.
      Die letzten Monate hatte ich einige (große) private (und kleine berufliche) Baustellen, die ich (mit externer Unterstützung!) erfreulicherweise mittlerweile alle zu meiner vollsten Zufriedenheit abarbeiten konnte. So bin ich aus der bewältigten (Lebens-)Krise tatsächlich gestärkt heraus gegangen.
       
      Wie dem auch sei. Vom Mitarbeiterentwicklungsgespräch mit meinem Chef am 20.01.2017 hängt es ab, wie es mit meinen Masterplänen weitergeht.
       
      Geplant habe ich, dass ich den Master nur mit dem Support meines Arbeitgebers stemmen möchte. Daher möchte ich meinen Chef von M.Sc. Psychologie der MEU/Diploma Hochschule überzeugen, was allerdings nach Rücksprache mit unserem Ltd. Psychologen kein Problem sein sollte, der sich den Studiengang näher angeschaut hat.
       
      Es geht mir nicht einmal um eine finanzielle Unterstützung, sondern einfach um etwas (moralischen) Beistand und die Möglichkeit, das psychologische Anerkennungspraktikum in unserer Ambulanz absolvieren zu können. Außerdem würde ich 3 Jahre auf meine Fortbildungstage inkl. Budget verzichten, um an den Pflichtseminaren des Studiengangs teilnehmen zu können.
       
      Sollten wir keinen gemeinsamen Nenner finden, würde ich privat allerdings kein Masterstudium absolvieren wollen.
       
      Aber auch die Aufnahme in den Studiengang mit einem Auswahlverfahren und begrenzten Studienplätzen (30) stellt noch eine weitere Hürde dar.
       
      Was die Entscheidung zum M.Sc. Psychologie (Schwerpunkt "Klinische Psychologie") betrifft:
       
      Ganz ehrlich - was sollte ich sonst machen? Ich bin Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, das Bachelorstudium hatte einen großen klinischen Anteil und ich arbeite therapeutisch, habe viele therapeutische, klinische Weiterbildungen absolviert und bin beruflich seit Jahren in diesem Bereich fest im Sattel.
      Nichts liegt also näher, Synergieeffekte zu nutzen und die Praxis mit fundierter Theorie zu untermauern, um zusätzlich auch alles schwarz auf weiß auf dem Papier nachweisen zu können.
       
      So Long...
      Forensiker