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Und weg war die Euphorie

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Arkon

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Ich erinnere mich noch, dass ich bis zur Einführungsveranstaltung noch sehr euphorisch war und die Hefte regelrecht gefressen hatte.

Seite für Seite durchgeacktert und die A-Einsendeaufgaben gelöst.

Manche Hefte vielen mir dabei leichter, manche weniger.

 

Obwohl die Noten der A-Aufgaben recht ordentlich waren, war ich mir bis dato nicht sicher, ob ich das Studium auch wirklich schaffen werde, weil alles doch irgendwie alles neu war und ich noch keinen richtigen Gradmesser hatte, wo ich stehe.

Das wollte ich eben mit dem Einführungsprojekt herausbekommen.


Gut 2 Monate nach der Anmeldung bin ich also mit dem Zug nach Pfungstadt gefahren und habe mir eine Pesion nahe der Hochschule herausgesucht.
Beim ersten Teil der Veranstaltung hatte ich durch die 2 Monate bereits einen kleinen Vorteil, da ich zum einen die ersten Studienhefte schon bearbeitet hatte und mich auch schon recht gut im Online-Campus auskannte.
Ich konnte mich also voll und ganz auf das Studienheft mit dem Einführungsprojekt für Ingenieure widmen.
Dieses erste Projket sollte für mich auch ein erster Gradmesser meiner Leistung sein.

Im Nachhinein muss ich sagen, war der Gedanke völliger Blödsinn war, da dieses erste Projekt nicht mal ansatzweise den Schweregrad der nachfolgenden Klausuren, Labore oder auch B-Aufgaben hatte.

Trotzdem wollte ich halt hochkonzentriert in das Projekt gehen und habe das Heft gut dreimal durchgelesen.
Warum so oft? Das weiß ich heut auch nicht mehr :blink:

 

Das Einführungsprojekt war eine Gruppenarbeit und bestand darin, ein Fahrzeug aus Legobausteinen zusammenzubauen und selbststäng entlang einer schwarzen Linie fahren zu lassen.

Und hier habe ich auch den ersten Dämpfer bekommen.

Man konnte sich die eigenen Gruppenmitglieder ja kaum aussuchen, da man eh keinen kannte und so haben sich die unterschiedlichsten Charakteren gefunden.
Nachdem wir uns irgendwann einig waren, wer welchen Part übernimmt, haben wir es dann auch irgendwann geschafft eine Karre zusammenzuzimmern, die nach einigen Programmierversuchen auch gemächlich entlang der schwarzen Linie tuckerte.
Auftrag ausgeführt!!
Während bei den anderen Gruppen ein Wettstreit entbrannt ist, wer die schnellste Karre konsturieren kann, war in unserer Gruppe nichts mehr los.
Auftrag ausgeführt und das war's. Und ich hatte auch nicht mehr den Mut die anderen zu drängen und auch nicht die Muse allein weiter zu machen.
Also haben wir irgendwann die kurze Präsentation auf die schnelle vorbereitet und brav präsentiert.
Obwohl ich wußte, dass wir die Anforderungen erfüllt hatten, war ich doch erstaunt, dass es noch zu einem "GUT" gereicht hat.
Mit Ruhm bekleckert hatten wir uns ja wirklich nicht.

 

Eigentlich hätte meine Euphorie nach dieser gute Note noch höher sein müssen, aber was habe ich gemacht, als ich wieder zu Hause war? NICHTS!

Und das gleich 3 Monate lang.
Kein Heft angerührt, keine Aufgaben mehr gelöst. Nichts mehr fürs Studium.

Mir war klar, dass ich irgendwann die Euphorie für das Studium verlieren würde, aber bitte doch nicht schon nach 2 Monaten??
Es war so und es war wohl auch die gefährlichste Zeit in der nicht viel gefehlt hätte und ich hätte geschmissen, bevor es richtig losgegangen ist.

Die Tatsache, dass ich dann doch noch die Kurve bekommen habe, habe ich wohl meiner großen Schnauze im Vorfeld zu verdanken.
Hätte ich nicht bei Famliie, Freunden und Kollegen großspurig publik gemacht, dass ich das Studium schaffen will und hätten mich dieselbigen nicht schon gelöchert, wann ich denn Klausuren schreibe und wie weit ich denn bin, ich hätte es weiter schleifen lassen. So wollte ich mir aber die Peinlichkeit des Versagens durch Disziplinlosigkeit ersparen, denn es war eh schon peinlich genug, dass ich das erste Semester gerade mal mit 2 CreditPoints beenden werde.

Also habe ich irgendwann wieder den Hintern zusammengekniffen und weiter gemacht. Auch wenn zunächst sehr träge.


Ich habe diesen Teil hier bewußt geschrieben um Mut zu machen.

Wahrscheinlich kommt jeder, oder zumindest sehr viele, an den Punkt, wo man keine Lust mehr hat und nichts mehr macht. Und ja, das kann sehr früh passieren.
Je früher das passiert, desto größer ist die Gefahr, dass man irgendwann gar nicht mehr weiter macht.
Und genau hier will ich Mut machen.
Egal wie groß die Pause auch sein mag, aufstecken wegen fehlender Disziplin kann einen um die Früchte seines eigenen Leistungspotenzials bringen.
Ich hätte es irgendwann bereut.

 

 

 


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6 Kommentare


schwedi

Geschrieben

Erinnere Dich an den Grund, weshalb Du das Studium aufgenommen hattest. Kann Dich der Grund noch motivieren?

Hau rein, und viel Erfolg und Spaß dabei!

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StudiAlex

Geschrieben

Mir ging es auch so, dass ich nach der Anfangseuphorie  erstmal auf den harten Boden des Fernstudium Alltags geknallt bin.

Aber da hilft nur sich wieder aufzurappeln und sich zu motivieren.

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Markus Jung

Geschrieben

Danke für deinen Bericht. Er spiegelt etwas wieder, was sehr viele Fernstudenten erleben. 

 

Wie sieht es denn aktuell aus mit deiner Motivation?

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Schade, dass du mit deiner Gruppe so ein Pech hattest. Ich kann verstehen, dass dich das runterzieht, grade wenn die Anderen anscheinend auch noch Spaß bei ihrer Aufgabe hatten.

Trotzdem hast du mit guter Note bestanden und das zählt am Ende.

 

Hattest du denn trotzdem die Möglichkeit, die ein oder andere Bekanntschaft zu schließen? Vielleicht findest du jemanden, mit dem du zusammen weiter machen kannst. Selbst verschiedene Personen für einzelne Module oder Semester wären ja schon mal ein Anfang. Dann hast du jemanden, der dich mitreißt und bist gezwungen, Termine und Fristen einzuhalten, um mit den anderen gemeinsam voran zu kommen.

 

Auch ein Lernplan kann helfen, war jedenfalls bei mir immer so. Darin habe ich mir vorgenommen, was ich bis zu welchem Termin erledigt haben will. Gleichzeitig musst du ganz bewusst Freizeit einplanen. Sonst hast du Zeiten, in denen du nichts mehr machst außer Studium und das überfordert auf Dauer.

 

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Leider wird es auch bei anderen Gelegenheiten, wo du mit einer Gruppe arbeiten musst (ich sage nur "Projektarbeit") so sein, dass es Kommilitonen gibt, die nach dem Minimalprinzip vorgehen. Mir war das leider auch immer zu wenig :-( Aber da muss man durch - und das ist auch ein Teil dessen, was man im Studium lernt.

 

Wenn es dich beruhigt: ich habe bei meinem Bachelor auch nach der Einführungsveranstaltung mit viel Elan den notwendigen Bericht eingereicht, die 1,0 eingestrichen und dann monatelang NIX gemacht ;) bin trotzdem in Time mit dem Studium fertig geworden.

Geholfen hat aber nur, was chryssi gerade geschrieben hat: ich habe einen Kommilitonen kennengelernt, und wir haben das zusammen durchgezogen. Alle Klausuren zusammen geschrieben, die Vorbereitung "gemeinsam" gemacht (Lernkarten getauscht, Fragen gegenseitig beantwortet usw., einer hilft dem anderen) und das Projekt zusammen durchgezogen.

Kolloquium am selben Tag ;-)

So funktioniert das super ... und der Klausurplan ist ganz wichtig!  Anmelden und einen gewissen Druck aufbauen, dann klappt das auch :)

 

Drück dir die Daumen!

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Am 9.5.2016 at 07:34 , schwedi sagte:

Erinnere Dich an den Grund, weshalb Du das Studium aufgenommen hattest. Kann Dich der Grund noch motivieren?

Hau rein, und viel Erfolg und Spaß dabei!

 

Es war eine Mischung auf Lustlosigkeit und Faulheit, wobei es wohl mehr Lustlosigkeit war.
Wenn man schon lieber Staub saugt, als zu lernen, will das was heißen.
Das Ziel selbst hatte ich eigentlich nie aus den Augen verloren. Mir hat irgendwo einfach nur der Tritt in den Hintern gefehlt.

 

Am 9.5.2016 at 18:01 , Markus Jung sagte:

Danke für deinen Bericht. Er spiegelt etwas wieder, was sehr viele Fernstudenten erleben. 

 

Wie sieht es denn aktuell aus mit deiner Motivation?

 

Autsch.
Das ist natürlich wieder ne sehr gute Frage.

Manchmal ist sie da und manchmal nicht. In letzter Zeit ist sie aber eher da um weiterzumachen.

 

Am 10.5.2016 at 09:28 , chryssi sagte:

Schade, dass du mit deiner Gruppe so ein Pech hattest. Ich kann verstehen, dass dich das runterzieht, grade wenn die Anderen anscheinend auch noch Spaß bei ihrer Aufgabe hatten.

Trotzdem hast du mit guter Note bestanden und das zählt am Ende.

 

Hattest du denn trotzdem die Möglichkeit, die ein oder andere Bekanntschaft zu schließen? Vielleicht findest du jemanden, mit dem du zusammen weiter machen kannst. Selbst verschiedene Personen für einzelne Module oder Semester wären ja schon mal ein Anfang. Dann hast du jemanden, der dich mitreißt und bist gezwungen, Termine und Fristen einzuhalten, um mit den anderen gemeinsam voran zu kommen.

 

Auch ein Lernplan kann helfen, war jedenfalls bei mir immer so. Darin habe ich mir vorgenommen, was ich bis zu welchem Termin erledigt haben will. Gleichzeitig musst du ganz bewusst Freizeit einplanen. Sonst hast du Zeiten, in denen du nichts mehr machst außer Studium und das überfordert auf Dauer.

 

 

Am Ende hieß es sowieso, dass die Note nicht im Zeugnis steht (obwohl sie ja nun trotzdem drin steht) und bei einer guten Note beklage ich mich auch nicht.
Für mich war es letztlich eine gute Erfahrung und hat mir auch gezeigt, dass es wichtig ist Kontakte zu knüpfen, was ich letztlich auch gemacht habe. So konnte ich zumindest bei zukünftigen Laborveranstaltungen mit Leute zusammentun, mit denen die Chemie stimmt. Nur die Laborveranstaltung Programmieren war noch etwas konfus.

 

Und wie Du schon erwähnt hast waren die Kontakte auch ein ganz wesentlicher Punkt, dass ich mich zusammenreißen musste, weil wir die ein oder andere Klausur zusammengeplant hatten.
Kontakte sind in so einem Fall unbezahlbar.

Am 10.5.2016 at 14:57 , Engel912 sagte:

Leider wird es auch bei anderen Gelegenheiten, wo du mit einer Gruppe arbeiten musst (ich sage nur "Projektarbeit") so sein, dass es Kommilitonen gibt, die nach dem Minimalprinzip vorgehen. Mir war das leider auch immer zu wenig :-( Aber da muss man durch - und das ist auch ein Teil dessen, was man im Studium lernt.

 

Wenn es dich beruhigt: ich habe bei meinem Bachelor auch nach der Einführungsveranstaltung mit viel Elan den notwendigen Bericht eingereicht, die 1,0 eingestrichen und dann monatelang NIX gemacht ;) bin trotzdem in Time mit dem Studium fertig geworden.

Geholfen hat aber nur, was chryssi gerade geschrieben hat: ich habe einen Kommilitonen kennengelernt, und wir haben das zusammen durchgezogen. Alle Klausuren zusammen geschrieben, die Vorbereitung "gemeinsam" gemacht (Lernkarten getauscht, Fragen gegenseitig beantwortet usw., einer hilft dem anderen) und das Projekt zusammen durchgezogen.

Kolloquium am selben Tag ;-)

So funktioniert das super ... und der Klausurplan ist ganz wichtig!  Anmelden und einen gewissen Druck aufbauen, dann klappt das auch :)

 

Drück dir die Daumen!

 

Daumen drücken musst Du mir nicht mehr, da ich ja bereits zum Ende gekommen bin und dies eigentlich nur noch ein Rückblick ist. :)

Trotzdem zeigt mir das, dass ich eigentlich viel früher hätte Kontakte knüpfen sollen und viel früher Ratschläge einholfen sollen, wie in diesem Forum.

Richtig Kontakte habe ich erst Mitte des zweiten Semesters geknüpft, die mir dann auch die nötige Fahrt gegeben haben. Das waren zwar keine Mitstudenten in meinem Studiengang, aber Vieles konnten wir dennoch gemeinsam lernen.

Einen Klausurplan habe ich mir auch sehr sehr spät erstellt und hat gezeigt, dass es auch besser gewesen wäre, wenn ich das viel früher durchgezogen hätte. (Das wird in meinem nächsten Blog auch deutlich).
Das Gemeinschaftsprojekt habe ich relativ spät im Studium durchgeführt und war eine praktische Aufgabe aus dem Unternehmen in dem ich tätig bin. Damit hatte ich nicht nur einen klassischen Heimvorteil sondern auch genug Kontakte zu Kommilitonen, sodass das Projekt sehr gut verlief.
Darüber werde ich auch noch in einem weiteren Blog beizeiten berichten.

 

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      Angebote der Uni
       
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      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • MichiBER
      Von MichiBER in Elektro- und Informationstechnik an der WBH... oder der Versuch, sich einsam durchzuschlagen 9
      Hey Leute,
       
      heute war es so weit. Das heiß ersehnte Kolloquium stand vor der Tür. Ich war mächtig nervös und hatte noch am Vortag kleine Korrekturen in der PowerPoint- Präsentation gemacht. Was musste meine Freundin in den letzten Tagen als Zuschauerin und Kritikerin herhalten. jeden Tag hatte ich an dieser Rede gefeilt und geübt. Und heute sollte es so weit sein.  
       
      Ich habe mit einer 2,0 bestanden. Von nun an habe ich einen akademischen Titel. Das kann mir keiner mehr nehmen.
       
      Eigentlich dachte ich, dass ich jetzt so etwas schreibe wie "yehaaa, endlich habe ich es geschafft/ ich könnte Freudentänze machen/ Ich hatte nach der Präsentation gejubelt /Das Studium ist vorbei/ Ich komme aus dem Grinsen nicht mehr heraus"... aber Fakt ist, dass ich die Mitteilung, bestanden zu haben, eher nur hingenommen habe. Natürlich habe ich mich bei den drei Tutoren bedankt (Erst- und Zweitdozent plus Beisitzerin). Ich habe auch allen, die mir geschrieben und beglückwünscht hatten, meinen Dank ausgesprochen. Aber irgendwie verspüre ich keine Freude oder gar Erleichterung oder das Gefühl, etwas geschafft/ vollbracht zu haben. 
      Ich habe verdammt nochmal ein Fernstudium nach 4,5 Jahren erfolgreich abgeschlossen. Da muss doch Freude aufkommen. 
      Habe ich es einfach nur noch nicht realisiert? Muss ich erst das Zeugnis in der Hand halten, um das zu schnallen? Habe ich so lange auf diesen Moment hier hingearbeitet, sodass ich es mit einem schnellen "Sie haben mit einer 2,0 bestanden" nicht so recht wahrnehme?
      Nebenbei schiele ich ja schon seit längerem auf mögliche Musterstudiengänge. Sehe ich diesen Abschluss vielleicht nur als notwendige Bedingung für mein nächstes Ziel, den Master?
       
      Ich hoffe, dass ich mich in Kürze endlich richtig freuen kann. Das ist so ein komisches Gefühl. Ich weiß, dass ich was geschafft habe und fühle mich dennoch so ..weiß nicht... unbestätigt/leer/emotionslos.
      Es ist mir so unangenehm, dass sich meine Umwelt für mich freut und ausgerechnet ich bin total unbeeindruckt.
       
      Nichtsdestotrotz kommt hier das versprochene Bild aus der DB-Lounge Frankfurt/Main.
      Prost!