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Sehnsuchtstag ... oder: wie normal ist eigentlich die Normalität?

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chillie

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Heute ist er endlich gekommen! Der Sehnsuchtstag. Wie habe ich mich Tage... Wochen... Monatelang darauf gefreut wenn er endlich da ist - der 01.07.2012.

Wie bei so vielen Dingen im Leben kommt so ein Wunsch entweder besonders schnell oder besonders unspektakulär. Letzteres ist bei mir eingetreten. Nachdem die letzten 8 Wochen wie im Rausch vergangen sind war es plötzlich da, das Ende. Inzwischen habe ich die ersten Rückmeldungen der Post erhalten, dass die Briefe ausgeliefert sind, die HFH hat mir auch schon den Eingang meiner CD bestätigt. Offiziell bin ich weiterhin Fernstudent - für mein Umfeld bin ich es nicht mehr so recht ... und wo ordne ich mich ein?

Der Untertitel meines Blogs hat einen einfachen Hintergrund. Vor einigen Monaten schrieb ich: "Ich will mein Leben zurück!". Ja, in dieser Frustphase fühlte es sich so an, aber eigentlich war es gar nicht weg. Wie so oft im Leben misst man Dinge natürlich am schlechten Beispiel. Das habe ich erst bei einer Unterhaltung mit meiner Frau festgestellt. Die Dinge die sie an meinem Studium am meisten störten sind schon 3 Jahre her und wenn ich so aus dem Handgelenk Resümee ziehe, dann fallen mir die harten Kämpfe mit mir selbst ein.

Aber ich war die letzten Jahre dennoch Herr meines Lebens. Denn ich wollte es so und ich habe es so bekommen. Vor einiger Zeit sagte einer meiner Kunden zu mir, der mich mit massiven Reklamationen konfrontierte und die Kündigung androhte "Herr chillie, dass ist Ihr Job, den Sie sich ausgesucht haben. Das ist jetzt sicher nicht angenehm, aber Sie müssen das lösen". Wahre Worte (im übrigen habe ich das ganze 1A gelöst ;) ) und genau so war und ist es im Fernstudium. Ich hab mir den ganzen Spaß doch ausgesucht.

Darum bleibt die Frage die normal die Normalität sein kann? Denn normal war die letzten 4,5 Jahre, dass ich in den allermeisten Wochen 8-10 Stunden direkt für das Studium und nochmal ein paar zusätzlich für FI.de, Frustwarten, Motzen, Lesen, Gucken... alles rund ums Studium eben.

Somit bleibt festzuhalten heute am 01.07. ist erst mal nichts mehr normal, denn meine Studiennormalität ist erstmal weg. Was ich sehr genieße ist, die Freiheit mal NICHTS zu tun ohne schlechtes Gewissen. Einfach mal rumsitzen, einfach mal Ordnung schaffen, einfach mal irgendetwas tun ohne Hintergedanken. Diese Unnormalität ist wirklich 1A. Der gestrige Tag war wie Urlaub. Einfach traumhaft.

Aber was bleibt ist eben nicht normal. Ich habe anfangs etwas und je mehr Anforderungen von außen auf mich eingeprasselt sind immer mehr meiner Hobbys und Ausgleichsmöglichkeiten aufgegeben um das Studium durchzuziehen. Die letzten 1-2 Jahre waren deswegen auch nur noch ein Kampf mit mir selbst. Seitdem ich im Job aufgestiegen bin wurde es noch schlimmer. Die letzten 6-9 Monate hatte ich tatsächlich gar keinen Ausgleich mehr, sprich die Zeit in denen ich etwas für mich tat war beinahe auf dem Nullpunkt.

Von diesem Nullpunkt aus geht es jetzt wieder los. Oft habe ich über die Resozialisation der Fernstudenten gelacht, aber das was ich in dieser Zeit aufgeopfert hatte kostet eben auch etwas. Einerseits habe ich beinahe ohne Motivation das Studium zu Ende gebracht. Teilweise mit absolutem Widerwillen und inneren Widerstand.

Andererseits habe ich die vielen Ideen, was ich so machen könnte nach dem Studium nicht weiter verfolgt. Und so habe ich mich die letzte Woche doch hin und wieder dabei ertappt, mich zu fragen, was ich jetzt eigentlich machen soll... wenn mir doch langweilig ist. Ich muss sagen... IRRE!??!?!

Aber bevor mich hier die Blogleser nun für einen total isolierten Spinner halten ... das ganze absolut zu betrachten wäre Schwachsinn.

Mein Sohn hat von meinem Studium ja fast nichts mitbekommen (wenn er vllt. in seinem Leben 10 Stunden seiner wachen Zeit auf mich deswegen verzichten musste, ist es viel) aber ich bin jetzt nicht mehr so müde. Und mit meiner Frau rede ich inzwischen auch wieder vor 22 Uhr ... was so eine Beziehung irgendwie doch leichter macht ;)

Bleibt nur noch ein Lückenfüller für das Studium? Ja, den gibt es auch schon ... oder wenigstens teilweise. Wenn ich die letzten Jahre etwas gelernt habe, dann wohl, dass ich so gut wie alles erreichen kann was ich will und das mir Dinge, die mir unmöglich erscheinen, nur dann unmöglich sind wenn ich sie nicht versuche.

Während der DA-Schreibzeit hatte ich derartig den Drang Sport zu treiben, dass ich nun einfach damit angefangen habe. Statt einem E-Bike habe ich also in ein Paar Laufschuhe, neue Kopfhörer und eine Running-App und einem dailymile-Account investiert und bin diese Woche an 3 Tagen meine ersten 12 KM gelaufen ;)(ich kann es einfach nicht lassen ... an irgend einem Punkt muss ich mich selbst einfach quälen *g*)


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10 Kommentare


das mit dem Sehnsuchtstag ist bei uns durch das Kolloquium am Ende etwas anders. Ich hatte damals zwar den Tag der Abgabe auch herbeigeseht, aber viel mehr noch den Tag des Kolloquiums! Und da man da dann auch direkt die Noten erhalten hatte, war es ein richtiger Abschluss.

Ansonsten kenne ich alle deine Ausführungen! Außer, dass mein Geist und Körper nur nach Schlaf geschrien haben ... geniesse die Zeit!

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Ausgeschlafen habe ich schon, was das Thema angeht bin ich doch recht belastbar :)

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MysteryWriter

Geschrieben

Hi chillie,

in deinem Blog-Eintrag erkenne ich mich wieder. Als ich damals mit dem Studium fertig war habe ich auch ein eher plötzliches und gefühlt unspektakuläres Ende erlebt. Und obwohl ich mir vorher des Öfteren ausgemalt habe, was ich nach dem Kolloquium oder an dem Wochenende nach dem Ende des Studiums so alles machen darf und möchte, fühlte es sich eher komisch an. Ich habe es auch genossen, die Wochen danach einfach nur viel "rumzuhängen". Hört sich vielleicht im ersten Moment toll an, aber irgendwie habe ich nach dem jahrelangen Lernen eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis ich mich wieder an mein "altes" Leben gewöhnt hatte und mich auch wieder ausgeglichen und zufrieden fühlte. Alte Hobbys waren teilweise uninteressant geworden und Neue mussten auch erst einmal gefunden werden. Teilweise hat sich das nicht-mehr-Lernen wirklich wie Entzug angefühlt und hin und wieder habe ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, doch noch ein neues Studium anzufangen :D

Mittlerweile ist das Ende des Studiums gut 1,5 Jahre her und zum Glück hat sich alles so gedreht, dass ich sehr zufrieden sein kann. Ein neuer toller und auch sehr gut bezahlter Job (den ich ohne das Studium nicht bekommen hätte), neue spannende Hobbys, wieder viel Zeit für Freunde und Familie und und und. Vor dem Studium hätte ich nie gedacht, dass ich mal 20km die Woche laufen würde oder dass ich wieder Geschichten schreiben würde wie früher.

Schmeiß' dich rein in die Freizeit, genieße die Zeit mit deiner Familie und lies doch in ein paar Wochen einfach mal in deinen Blog rein um dich mit einem Schmunzeln an die vielen schlimmen und anstrengenden Wochen voller Demotivation zu erinnern, die du nie wieder erleben wirst ;)

Alles Gute & liebe Grüße

Steffi

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Da muss ich neben dem Gefällt-mir-Klick eindeutig noch dazu schreiben, dass mir Dein Kommentar sehr gut gefällt :)

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MysteryWriter

Geschrieben

Da muss ich neben dem Gefällt-mir-Klick eindeutig noch dazu schreiben, dass mir Dein Kommentar sehr gut gefällt :)

Das freut mich! :) Ich habe mir gedacht, nachdem ich jahrelang deinen Blog mitverfolgt und bis zum Ende mitgefiebert habe, wäre es dann doch mal an der Zeit, etwas dazu zu schreiben ;)

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Michael Knight

Geschrieben

Gute Idee auf das E-Bike zu verzichten und stattdessen in Laufschuhe zu investieren.

Mit dem Laufen ist es übrigens wie mit einem Fernstudium: Das Anfangen ist ganz einfach, das Dranbleiben sehr schwierig. Aber wie ich Dich kenne, kann ich im Mai '13 Deine erste Zeit vom Nürnberg-Marathon (ich glaube der ist immer im Mai) im Netz finden ...

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Also ich muß zugeben, dass ich nach dem Studium schon in eine Art "Loch" gefallen bin, von 100 auf 0 sozusagen.

D.h: Vom Stress der DA hin zum rumhängen und vielen Ideen haben, aber zu fertig zu sein um etwas anzugehen oder öfter auszugehen (mit Ausnahme vom üblichen Sport den ich auch während des Studiums betrieben hab)....

Das war auch für meine Umgebung komisch - huch die hat ja jetzt wieder Zeit !!! Aber es war letztendlich ein vorübergehendes Phänomen - wobei ich dann doch eine neue private Herausforderung gesucht habe und mit der Modern Music School auch gefunden hab.

Plan B wäre auch bei mir gewesen, wieder mit Laufen mit Ziel Halb-/Marathon anzufangen, aber mein Rücken findet das nicht mehr so toll :( Hinsichtlich der Motivation gilt da dass, was Michael Knight geschrieben hat...Dran zu bleiben ist das Schwierige.

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Mit dem Laufen ist es übrigens wie mit einem Fernstudium: Das Anfangen ist ganz einfach, das Dranbleiben sehr schwierig. Aber wie ich Dich kenne, kann ich im Mai '13 Deine erste Zeit vom Nürnberg-Marathon (ich glaube der ist immer im Mai) im Netz finden ...

Ich bin da bescheiden. Mein Ziel ist zusammen mit einem kleinen Team von Kollegen nächstes Jahr beim Stadtlauf anzutreten und die 10km in einer Zeit zu laufen, die für einen (bis dahin) 32-jährigen nicht völlig blamabel ist ;) (sprich ich möchte schneller als meine Chefin sein *g*)

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Michael Knight

Geschrieben

Ich bin da bescheiden. Mein Ziel ist zusammen mit einem kleinen Team von Kollegen nächstes Jahr beim Stadtlauf anzutreten

Jaja, ich kenne das ... warte ab, wenn es Dir auch nur einigermaßen Spaß bringt, dann willst Du irgendwenn mehr. Insbesondere, weil sich die Erfolge (also z.B. abnehmen, längere Strecken schaffen, längere Strecken schneller schaffen usw.) zu Beginn recht schnell einstellen.

nicht völlig blamabel

och, ist ja mittlerweile ein Volkssport. Blamieren kann man sich da nicht mehr. Ich habe in meiner "Laufkarriere" viele (deutlich) ältere Läufer kennengelernt, deren Schnitte ich nie erreichen werde. Ich schiebe das immer aufs Talent der Anderen ...

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werkstattschreiber

Geschrieben

(sprich ich möchte schneller als meine Chefin sein *g*)

Ich erinnere mich an einen Spruch des Chefs einer hier nicht genannten Firma beim Marathon-Training im Jahr 2010: „Und wehe, Sie überholen den Chef - dann gibt es 'nen Arsch voll dazu!“ [Fast alle haben den Chef überholt, aber das war vollkommen irrelevant, denn am Ende zählte, dass ALLE, die angetreten sind, auch durchgekommen sind!] :)

Alles Gute für die Familie und Dich, Chillie, Du wirst Deine freie Zeit schon zu füllen wissen!

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      im Folgenden möchte ich gerne versuchen, meine Erfahrungen, welche sich während des Studiums angesammelt haben, kurz darzustellen. Ich hoffe, dies motiviert noch-Unentschlossene, sowie derzeit Studierende gleichermaßen.
       
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      Ich habe bereits mehrere Jahre lang als Fertigungsmitarbeiter gearbeitet und habe gemerkt, dass ich diese Arbeit nicht mein Leben lang machen möchte. Schichtdienst, geringer Lohn und auf Dauer ziemlich anspruchslose Tätigkeiten.
      Allerdings hatte ich mir mit einer eigenen Wohnung (ledig, damals keine Freundin, keine Kinder) schon Kosten geschaffen, die ohne die Arbeit nicht zu finanzieren gewesen wären. Deshalb entschied ich mich für ein Fernstudium. Mit meinem Chef bin ich diverse Studiengänge durchgegangen. Letzten Endes hatte er für mich diesen Studiengang bei der Wilhelm Büchner Hochschule ausgesucht. Das war die einzige Hochschule, die diesen Studiengang mit dieser Vertiefungsrichtung angeboten hatte, die auch genau der Sparte der Arbeit entsprach. Mein Chef übernahm 50% der Kosten. Dafür verpflichte ich mich bei ihm für 3 weitere Jahre (eigentlich nur eine Form der Sicherung des Arbeitsplatzes). Sein Angebot, halbtags zu arbeiten, hatte ich abgelehnt. Somit hatte ich durchweg eine 40-Stunden-Woche. Somit ist das Fernstudium nicht vergleichbar mit der Ausbildung, da man ja nicht nebenbei noch etwas macht, sondern in Vollzeit.
       
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      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
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      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
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      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • mamawuschel
      Von mamawuschel in Fernstudium 2.0 mein Weg zum Bachelor BWL 6
      Manchmal frage ich mich ja wirklich ob, gewisse Menschen wirklich geeignet sind für ein Fernstudium. Es wird erwartet das alles mundgerecht serviert wird in den Skripten....wir studieren! Meiner Ansicht nach gehört es dazu auch über den Tellerrand zu schauen, gegebenenfalls sollte man in der Lage sein sich Fremdwörter oder komplexe Zusammenhänge durch Sekundärliteratur zu erarbeiten, aber nein es wird gemeckert wie kompliziert Skripte geschrieben sind .....
      Ist es nicht Aufgabe beim Studium sich komplexe Zusammenhänge zu erarbeiten? Wenn ich in einem Skript etwas lese, was ich nicht verstehe, ist es für mich etwas ganz selbstverständliches, dass Gabler Wirtschaftlexikon zu bemühen oder die heilige Bibel der BWLer (Wöhe) zu durchforsten. Alternativ gibt es immer noch die Unibibliothek (bei mir Kaiserslautern) aber nein ....es wird gemeckert.
      Klar bezahlen wir viel Geld für unser Fernstudium und die Bibliothek der IUBH ist ein Buch mit 7Siegel (leider) aber es gibt auch Alternativen.
       
      Die Bibliothek ist im übrigen einer der wenigen Kritikpunkte den ich der IUBH bisher ankreiden kann. Als aktuelles Beispiel fällt mir da Finanzierung ein, im Skript bzw. in Clix gibt es Literaturempfehlungen aber nicht ein Titel ist in der Onlinebib. verfügbar. Da lobe ich mir, das ich bei der Uni Hagen noch als Gasthörer eingeschrieben bin. FUH hat eine kooperation mit dem Springer Verlag und jede
      Menge Ebooks. Das ist mir die 11€ Semestergebühr schon wert. Hier könnte die IUBH einfach mal ansetzen und zumindest die Bücher anbieten die sie auch als Empfehlung gibt, bei den bisher belegten Modulen, war nicht ein Buch verfügbar.
       
      Ich werde mich heute nochmal intensiev mit dem Thema Bibliothek bei der IUBH auseinandersetzten und wenn ich eine Emailadresse finde evtl. Verbesserungsvorschläge einreichen.
      Ein weiterer Kritikpunkt an der IUBH das I-pad....Viele sagen boah ich bekomme ein I-pad dazu aber es gibt jede Menge abstriche bei der funktionalität.
      Clix und Care sind nicht kompatibel mit Safari also muss man sich Firefox installieren. Zwischenzeitlich ist die LMC-learning App zwar sehr gut ausgereift, ABER die Onlinetutorien kann man nicht aufrufen, alles was mit Adobe Connect zu tun hat... geht NiCHT.
      Ich hatte ja das I-Pad im Rahmen der Flexlearingkurse die es mal kostenlos gab bekommen, aber auch hier hatte ich eigentlich keine verwendung für das I-pad. Ich hatte mich ja für den Englischkurs über Rosetta Stone entschieden und es ging so gut wie gar nichts weil nicht mit dem System kompatibel. Ich habe mir jetzt ein Windowstablet von Odys gekauft mit abnehmbarer Tastatur, Kostenpunkt 179€ bei Amazon und bin begeistert. Das Flexlearning ist bei mir immer noch zur nutzung freigeschaltet allerdings als nicht bestanden, was egal ist da ich einfach dennoch drin arbeiten kann. Egal wo ich bin, ich kann alles bearbeiten was im Englischpaket angeboten wird, kann mir unterwegs die Onlinetutorien anschauen einfach 0 Einschränkungen. Hier sollte die IUBH vieleicht mal drüber nachdenken ihren Studenten lieber ein 12 Zoll Wintab zur verfügung zu stellen zudem sie auch enorm Geld sparen würde im vergleich zum I-Pad. Zudem hätte somit auch jeder Student ein vollwertiges Netbook den nicht jeder hat zuhause einen Laptop sondern immer noch einen Desktop PC, gerade im Hinblick auf die Onlineklausuren wäre das absolut innovativ.
       
      So das sind meine Kritikpunkte an der IUBH, alles andere wie Skriptinhalte und co sehe ich als Herausforderung des Studierens und gehört für mich dazu! Auf einer Präsensuni muss ich mir auch Themenfelder erarbeiten und bekomme nicht alles mundgerecht serviert.
       
      Lobend muss ich auch mal erwähnen, das die IUBH wirklcih versucht die Kommunikation unter den Studenten mit dem gesammten Officepaket zu fördern (yammer, sway, diverse Studiengangsgrupppen, Skype). Auch hier werde ich mich jetzt in meiner studienfreien Zeit etwas verstärkt auseinandersetzten. Ich würde gerne einen Lernpartner finden und mal versuchen im Team ein Modul zu erarbeiten. Hier wäre es schön eine Suchfunktion zu haben (Wer studiert in meiner Nähe). Den ein oder anderen Studenten habe ich zwar schon gefunden aber entweder schon fast oder ganz fertig. Einen Stammtisch gibt es bei mir in der Kante auch nicht. Mhh vieleicht sollte ich mal einen ins Leben rufen. Immerhin bin ich Schulelternsprecher und bekomm da auch einiges organisiert, wäre doch gelacht wenn ich nicht ein Haufen Studenenten aus dem Saarland und der Westpfalz zusammengetrommelt bekäme. Aber hier kann die IUBH auch nur unterstützend zutun, ausgehen tut so etwas ja von der Initiative von Studenten.
       
      Alles in allem kann ich jedem neuen Studenten nur raten, lest das Studienbegleitheft, registriert euch bei den verschiedenen Angeboten der IUBH und seit bereit auch mal etwas nachzuschlagen. Ganz wichtig, wenn euch andere Studenten sagen, dass ein Modul in 14Tagen oder weniger machbar ist, entspricht das nicht immer der Wahrheit!Es kommt auf das Vorwissen an!! Jemand der Noch nie etwas mit Mikroökonomie  oder z.B. mit Makroökonomie zu tun hatte, braucht länger als jemand der das schon mal hatte.
       
      Was mir noch auf den Keks geht ist die ständige nörglei über die Korrekturzeit. Klar sind bis zu sechs Wochen lang, aber auf einer Präsensuni dürfte es auch nicht schneller gehen. Allerdings sollte die IUBH hier an der Fehlerquote der Bearbeitung etwas arbeiten (Punkte zusammenzählen und so), hier bekomme ich immer wieder mit, das es wirklich erhebliche Diskrepanzen gibt.
       
      So nun habe ich genug gemeckert , ich werde mich jetzt auf die Suche nach einem Lernpartner machen
       
       
      Man möge mir meine Schreibfehler verzeihen;) sitze gerade bei -4 Grad draussen und ab einem gewissen Kältegrad der Finger reagiert die Tastatur nicht richtig.
       
      Nachtrag 4.12.: Seit ich mich das ketzte Mal mit dem Thema Bibliothek und IUBH auseinandergesetzt hbe ist schon etwas her. Man findet nun in Care-Studium einen Link der zur Übersicht verschiedener Quellen führt. Leider immernoch etwas kompliziert, wenn man ein betimmtes Buch sucht muss man mehrere Quellen durchforsten, was mit unter sehr zeitaufwändig ist. Aber immerhin besser als früher
       
       
    • krypt0lady
      Von krypt0lady in Studymania 7
      Diese Woche kamen endlich meine Abschlussdokumente und damit habe ich nun nach dem BSc (hons) Mathematics, den ich an der OU studierte, auch das Kapitel Fernstudium an der isits mit einem MSc Applied IT Security hinter mich gebracht. Damit habe ich zwei Studiengänge per Fernstudium erfolgreich abgeschlossen und erfreue mich der lernfreien Wochenenden. :-)
       
      Die Zeit bis zur Abgabe der Masterarbeit ist wie im Fluge vergangen und ich war froh, dass ich mich für ein Jahr entschieden hatte, denn die Masterarbeiten an der isits müssen mind. 25% technisch sein, das hieß in meinem Fall viel programmieren. Inzwischen habe ich den Job gewechselt und kann berichten, dass der Abschluss dabei auch ein Thema war.
       
      Ein kleines Schmankerl hat der Abschluss noch: da der Studiengang an der Ruhruni Bochum der Fakultät Elektrotechnik zugeordnet ist, darf man sich Ingenieur bzw. Ingenieurin nennen. ;-)