Mein Ziel - Der Hochschulabschluss

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Hoffen, Bangen, Warten, Verzweifeln

Forensiker

918 Aufrufe

Hallo liebe Blogleser,

 

ich habe den Kardinalfehler schlechthin gemacht. Über Weihnachten habe ich meine bereits abgegebene Thesis gelesen :blink:.

Von allen Leuten wurde ich gewarnt! Aber in der Überzeugung, eine gute empirische Arbeit abgegeben zu haben, ließ ich die Bedenken einfach nicht gelten.

 

Ein sehr großer Fehler! Ich habe die Arbeit nicht nur einmal gelesen, auch nicht zweimal, nein - mehr als dreimal.

Ich habe Mängel entdeckt! Gleich im Inhaltsverzeichnis findet sich ein Tippfehler, der sich auch als inhaltlicher Fehler auslegen ließe.

Bei einem Paragrafen schrieb ich statt 67g, 67h (Schaut mal auf eure Tastatur...:().

Im Literaturverzeichnis habe ich bei einer Quelle 2015 statt 2013 geschrieben und im Fließtext bei anderer Quelle einmal 2013 statt 2011.

Dazu kommt, wie bereits im letzten Blogartikel erwähnt, im Fazit ein fehlendes "en" am Ende bei dem Wort "Problembereichen".

Am schlimmsten ist jedoch, dass ich bei einer dreizeiligen Paraphrase am Ende, eine bereits zitierte Quelle vergessen habe anzugeben :(

(Ist ein Abschnitt in der Beschreibung des Studiendesigns).

 

Hatte daraufhin direkt beim Prüfungsamt angerufen und mitgeteilt, dass ich noch Fehler in der Thesis entdeckt hatte und daher noch heute eine korrigierte Version zusenden wollte. Doch die Dame vom Prüfungsamt teilte mir mit, dass dies nicht möglich sei. Lapidar: Abgegeben sei abgegeben. Auch wenn die Abgabefrist noch bis morgen gelaufen wäre.

 

Hinzu kommt, dass ich im Text nicht explizit daraufhingewiesen habe, welchen Zitationsstil ich verwendet habe (APA). Mein Betreuer meinte vor Erstellung der Thesis, dass der Stil ok sei. Entsprechend habe ich mich auch sehr streng daran gehalten.  Auch die Tabellen habe ich nach APA-Style erstellt. D. h. ohne vertikale Linien, siehe:  - KLICK - (Als ich mal einen Entwurf einer Dozentin gezeigt hatte, meinte sie, dass das so gar nicht ginge! :ohmy: - Belegt würde ausschließlich mit Fußnoten!)

 

Jedoch taucht diese Tabellenart auch in meiner zitierten Literatur auf, die überwiegend ebenfalls nach APA-Style erstellt wurde. 

 

Zusammen mit der einen fehlenden Quellenangabe im Fließtext und den gleichen Styles bin ich nun der paranoiden Meinung, dass mir dies als Plagiat und Strukturplagiat angekreidet wird.

 

Vor lauter Verzweiflung, weil ich inzwischen davon ausgehe, dass ich bei der Thesis durchfalle, habe ich bereits begonnen für eine neue Thesis Material zu sammeln.

Klingt vielleicht alles sehr schräg, aber bis ich ein Ergebnis bekomme, dauert es noch Monate!

 

Das macht mich wirklich wahnsinnig. Ich will nicht als Plagiator abgestempelt werden!

 

Sorry,

Forensiker

 


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18 Kommentare


Hallo Forensiker!

Ich glaube, das ist alles halb so schlimm. Man ist oft zu sich selber kritischer als zu wen anderen.

Einer Kollegin erging es so ähnlich, die hat nach der Gutenberg Plagiatsaffäre auch wieder ihre 8 Jahre alte Diplomarbeit hervorgekramt und gleich auf der ersten Seite einen Fehler gefunden (eine Quellenangabe doppelt dafür eine andere nicht zitiert) aber noch schlimmer sie hat den Namen des betreuenden Profs. Mehrmal falsch geschrieben, also echt mega peinlich. Dann ist sie zu ihrem alten Professor gegangen um auch zu fragen ob es noch korrigierbar ist und sich für seinen falsch geschriebenen Namen zu entschuldigen, mit dem Resultat dass der Professor wirklich die Diplomarbeit griffbereit hatte und ihr eine Dissertation angeboten hat. Sie hat es aus zeittechnischen Gründen nicht angenommen, bereut es aber mittlerweile ein wenig und überlegt ob sie sich jetzt nochmals melden sollte.

Was ich eigentlich sagen wollte, Fehler passieren, das ist ganz normal und wegen einer einzigen falschen Quellenangabe ist es noch lange kein Plagiat. Das sind ganz andere Kaliber. Und ich glaube dass sich in 99.9% der Arbeiten der eine oder andere kleine Fehler ist. Ausserdem war es ine Bacchelorarbeit und da müsste auch der Betreuende die Quellen nachschauen wenn er Korrektur liest. Also mach dir keinen Kopf und geniesse wenigstens die übrigen Feiertag

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Ich muss ja gestehen: Mir hätte das ja auch passieren können (dass ich die fertig abgegebene Arbeit nochmal lese und zig Fehler feststelle). 

 

Allerdings hast du ja selbst festgestellt: Ändern kann man nix mehr. Der Zug ist abgefahren. Was also nun? 

 

Klar, du kannst es schon so machen, wie du es gerade machst: Material für den zweiten Anlauf sammeln. Aber mal ehrlich. Wenn herauskommt, dass du bestanden hast (und ganz gleich, wie), würdest du dich dann nicht in den Hintern beißen, weil du deine kostbare Zeit dem Sammeln von Material gewidmet hast, das du nicht einmal benötigtst? 

 

;)

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Was soll ich machen?

Wie wird mir das ausgelegt? Ich hatte mich doch sofort gemeldet.

 

Soll wirklich alle Mühe neben Job, QM-Weiterbildung und Familie umsonst gewesen sein?

Immerhin war die Stimmung Zuhause zuletzt so miserabel, weil alle unter dem Stress gelitten hatten. Das kann ich und meine Familie nicht alles nochmal durchstehen. Ich bin im Grunde Perfektionist. Und dann so etwas! Ich bin unendlich traurig. Auch weil ich nicht einschätzen kann, wie diese 4 Rechtschreib- und der eine Zitatfehler bewertet werden. Dabei war der Hauptteil meine eigene Forschung, die es deutschlandweit so noch nie gab. Jede freie Minute habe ich da dran gesessen. Keine Minute während der Arbeitszeit, da ich das Studium komplett in meiner nichtvorhanden Freizeit absolviere.

 

Am liebsten würde ich mich in das letzte Loch verkriechen.

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Esme

Geschrieben (bearbeitet)

Ich habe durch (fern)studierende Freunde und den WBH Stammtisch hier in der Region in der letzten Zeit einige Abschlussarbeiten angeschaut. Alle wurden ganz stolz auf den Tisch gelegt, gedruckt auf tolles Papier, wunderbar gebunden, edle Prägungen ... purer Stolz eben.

 

Bei allen - wirklich ALLEN - habe ich beim Überfliegen mindestens einen Fehler gefunden.  Und damit meine ich keine Quellen die fehlen oder falsch sind (edit: sowas prüf ich nicht, hätte man aber sicher auch was finden können). Sondern rein Optik, Rechtschreibung, Grammatik o.ä. ...

 

Jeder hat bestanden. Die meisten sogar sehr gut.

Bei manchen hieß es im Kolloquium "na, da sind aber Fehlerchen", bei manchen kam nichts und bei anderen, die von selbst auf den ein oder anderen Fehler hingewiesen haben, hieß es "oh, garnicht aufgefallen".

 

Soviel dazu.

 

Mein Fazit aus der Geschichte:   nicht verrückt machen.

bearbeitet von Esme
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Hm. Verstehe. Da ist die Enttäuschung über dich selbst, und was du deiner Familie nun dafür zugemutet hast, vermutlich am größten. 

 

Es ist schon schade, dass der Stress für dich jetzt noch nicht vorbei ist, wie erhofft, sondern im Grunde noch weiter geht, bis irgendwann die Noten da sind.

 

Vielleicht wird es aber doch so, wie Esme beschrieben hat: Die Fehler fallen nicht weiter ins Gewicht, weil der Rest der Arbeit so gut ist. Und wenn dir die Fehler beim ersten Mal Durchlesen nicht aufgefallen sind ... vielleicht auch den Prüfern nicht?

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Vier Rechtschreibfehler und ein Quellenfehler auf ... wievielen? 110 Seiten?

 

Wärst du mein Mann (der auch ein elendiger Perfektionist ist!!), dann würde ich sagen:  halt mal die Luft an! Und dann atme tief durch und BERUHIG DICH!

 

Geh ne Runde Laufen. Oder Schwimmen. Irgendwas, das den Kopf frei macht. Und dann genieß die Zeit mit deiner Family. Du kannst es jetzt nicht mehr ändern und ich wage zu behaupten, dass du wegen der Kinkerlitzchen sicher nicht durchgefallen bist. Also lass den Quark mit Stoff für neue Arbeit sammeln usw - du weißt es doch selbst! Calm down. Werd wieder normal. Alles ist gut. Oooooooooomh.

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@TomSon

Ja, meine Frau, aber vor allem meine Kinder (8 und 10 Jahre) tun mir leid. 

Die vergangene Zeit war echt schwierig und ich hatte Zeit wenig Zeit für meine Kinder. Ich könnte nur noch heulen, so fix und fertig wie ich jetzt bin.

 

Eine Abzug in der Note wäre ja völlig in Ordnung. Ich weiß halt nicht, ob das möglich ist. Oder ob man deswegen gleich durchfällt.

 

@Esme

Wir wollen am 3.01. zum Skifahren. Das hatte ich eigentlich als Belohnung gebucht, weil ich zu dem Zeitpunkt dachte, ich hätte bis dahin entspannt die Thesis abgegeben. Vielleicht lenkt mich das etwas ab.

 

Obwohl ich jetzt wirklich keine Lust auf Urlaub habe.

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Meine Betreuerin hat erzählt, dass manche eine Note schlechter bekommen haben wegen mangelnder Rechtschreibung.

Ich hab dann gefragt, was sie unter "mangelnder Rechtschreibung" versteht. Ich dacht da an 10-20 Fehler auf 50 Seiten. Weißt was ihre Antwort war?  Etwa:  "naja, da waren gefühlt auf jeder Seite mindestens 10 Fehler - das kommte man kaum lesen"  ...   -_-

 

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oliverkreimer

Geschrieben (bearbeitet)

Hallo, ich bin zwar für die DIPLOMA tätig, dies ist aber mein privater Account hier. Aus eigener Erfahrung vermute ich, daß wohl wegen der 3 genannten gefundenen Fehler eher wenig passiert. Auf meiner Diplomarbeit damals (das ist schon mehrererere Winter her) stand auf dem Deckblatt Pof. Dr. K... (es fehlte das 'r' in Prof.!). Damit hätte ich beinahe den Peinlichkeitspreis gewonnen... 

 

Tl;dr: keine Panik!

 

Oliver

Nachtrag/Bearbeitung: Ich habe nichts mit Prüfungen etc. zu tun; kann, will, werde und darf also nix zu der Arbeit sagen - ich kann sie gar nicht einsehen!

bearbeitet von oliverkreimer
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Um mal kurz dienstlich zu werden: schön, daß jemand über sein Studium bei uns bloggt - ich drücke natürlich die Daumen! i.A. Oliver Kreimer

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vor 38 Minuten, oliverkreimer sagte:

Hallo, ich bin zwar für die DIPLOMA tätig, dies ist aber mein privater Account hier. Aus eigener Erfahrung vermute ich, daß wohl wegen der 3 genannten gefundenen Fehler eher wenig passiert. Auf meiner Diplomarbeit damals (das ist schon mehrererere Winter her) stand auf dem Deckblatt Pof. Dr. K... (es fehlte das 'r' in Prof.!). Damit hätte ich beinahe den Peinlichkeitspreis gewonnen... 

 

Tl;dr: keine Panik!

 

Oliver

Nachtrag/Bearbeitung: Ich habe nichts mit Prüfungen etc. zu tun; kann, will, werde und darf also nix zu der Arbeit sagen - ich kann sie gar nicht einsehen!

 

 

Vielen Dank für die privaten Anmerkungen!

 

Ja, dass hier nichts Prüfungsrelevantes geäußert/verwertet werden kann/darf/muss, ist mir völlig klar. 

Das erwarte ich auch gar nicht. Ich nutze den Blog als eine von vielen Bewältigungsstrategien, um mit meinem seelischen Befinden klar zu kommen.

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Markus Jung

Geschrieben

Zitat

 

ich habe den Kardinalfehler schlechthin gemacht. Über Weihnachten habe ich meine bereits abgegebene Thesis gelesen 

 

 

Böse Falle!

 

Puh, du wirkst schon ziemlich fertig und es scheint so, als hättest du dich da jetzt immer weiter rein gesteigert und kommst kaum noch wieder da raus. Kennst du das auch von anderen Situationen? - Wie bist du da damit umgegangen? Kann ja jetzt nicht sein, dass du die nächsten Monate bis zur Note nur noch ein Nervenbündel bist...

 

Was du noch tun könntest, wäre vielleicht mal ganz allgemein bei deinem Betreuer oder auch beim Prüfungszentrum nachzufragen, was so die Kriterien sind und welches Gewicht formale Bereiche wie Zitate oder auch Rechtschreibfehler haben. 

 

Von dem, was du bisher so geschrieben hast, könnte ich mir zwar vorstellen, dass es dafür eventuell Abzüge geben könnte, allerdings sehe ich da eigentlich nichts, was für sich genommen dazu führen sollte, dass du durchfallen könntest. 

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Schalte einen Gang zurück, es ist "nur" eine Bachelorarbeit. Ich hab beim durchblättern als ich das fertig Gebundene Werk in den Händen gehalten habe auch fehler entdeckt. Ist egal! Geniese die Zeit und lass dich überraschen :-) Ist am Ende halb so wild, glaub mir!

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Forensiker, mach dich nicht verrückt!

Selbst Fachbücher (mit Lektoren) haben in der ersten und zweiten Auflage (und manchmal auch danach noch) Fehler!

 

Es ist NUR eine Bachelorabeit und Plagiat sieht ganz anders aus.

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Danke an alle. Ich werde versuchen zu entspannen.

 

@Markus - ich war noch nie in so einer Situation, daher kenne ich das auch so nicht.

Es kamen ja  viele Dinge zusammen. Interner Jobwechsel, zum Studium parallel noch eine QM-Ausbildung, die Erstzertifizierung, weiterhin Fulltimejob, Familie, Todesfälle. Teilweise alles gleichzeitig.

 

So gesehen bin ich ja noch richtig gut dabei, wenn ich aktuell "nur" ein Nervenbündel bin.

 

Und - ich habe meinem Betreuer gemailt, nachdem er mich heute an den Abgabetermin (29.12. - Aber ich wollte ja, dass die Arbeit vor Weihnachten weg ist.) erinnert hat.

Er wollte damit nicht sagen, dass ich es vergessen hatte. Nein - eher in der Art, dass er heute an mich gedacht hat.

 

 

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Markus Jung

Geschrieben

Zitat

 ich habe meinem Betreuer gemailt,

 

Sehr gut!

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Du bist inzwischen hoffentlich im Skiurlaub und etwas entspannter!

Ich kann mich nur allen anderen anschließen, ich kann mir kaum vorstellen, dass Du eine Bachelor-Arbeit wegen der von Dir genannten Fehler nicht bestanden hast.

 

Einen schönen Urlaub mit ordentlich Schnee!

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Ja, danke. Bin schon entspannter.

Wir haben zwar gerade das Fahren abgebrochen, weil mein Sohn wohl eine Magen-Darm-Infektion hat, aber Schnee und Wetter ist ok.

 

Wir gehen heute früh ins Bett und dann wird das schon wieder.

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      Für die Pflicht-Präsenztage bekomme ich Dienstbefreiung, das Anerkennungs-Praktikum darf ich in unserer Einrichtung absolvieren (falls von Seiten der Diploma/MEU zulässig) und die Masterarbeit darf ich auch hier schreiben. Außerdem wird mir unser Ltd. Psychologe während des Studiums für fachliche Fragen zur Seite stehen.
      Nur Geld gibt´s keines. Womit ich aber leben kann, da die Studiengebühren ja als Werbungskosten geltend gemacht werden können.
       
      Jetzt bleibt nur noch die Hürde, in den Studiengang aufgenommen zu werden. Genaue Infos gibt es aber leider noch nicht. Die Diploma geht davon aus, dass es in zwei Wochen soweit sein wird.
       
       
      Drückt mir die Daumen!
       
      So long...
      Forensiker