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Wirtschaftsgeschichte für Fortgeschrittene

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chillie

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In einem der letzten Blogposts hatte ich es denke ich schon erwähnt. Die Studienbriefe zum Thema WIP sind um Welten besser strukturiert und didaktisch deutlich besser aufgebaut, als die Unterlagen zu VWT.

Allerdings haben sie, wie auch schon oft genug berichtet, ein Manko. Sie sind ALT!

Es ist wirklich schade, dass die Grundlage des Lernstoffs bei so einem Thema bereits mehrfach überholt ist. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen man so viele wirtschaftspolitisch relevante Maßnahmen beobachten könnte. Nun gut, ich bin eben im falschen Semester, denn ab FS10 wird es hier neue Unterlagen geben.

Noch muss ich mich also mit den Studienbriefen auseinandersetzen, die ohne das beiliegende Heft zur Datenaktualisierung, ihre Aktualität bei 1997 zurückgelassen haben.

Klar will ich mich nicht dauernd über das gleiche Thema beschweren, immerhin sind die Grundlagen die gleichen geblieben und die Marktmechanismen unterscheiden sind nicht. Allerdings ist es eben so, dass Alt-Oma-Klamotten noch gut sein können, allerdings die muffigen Dinger heute keiner mehr gern trägt.

Ein wenig geht es mir gerade so mit den geldpolitischen Elementen. Alles was über die EZB geschrieben steht ist Zukunftsmusik. Denn zu dem Zeitpunkt wurde das ESZB gerade erst initiiert.

Gleichzeitig gibt es eine umfassende Erklärung zur Geschichte der Deutschen Bundesbank. Und hier habe ich einfach ein Problem - in meinem Kopf legt sich dabei eine Sperre um - warum soll ich diese ganzen Details denn behalten?

Immerhin ist ja alles relevant was im HFH SB steht, auch dieser Kram? Die VWT-Prüfung hat mir gezeigt, nicht zu wahllos mit dem ausschließen zu sein ... darum bin ich wirklich in einer Zwickmühle.

Sicherlich ist es "gut zu wissen" ... aber andererseits ist das Bundesbanksystem jetzt bereits seit 10 Jahren überholt!

Aber alles klagen bringt nichts, ich arbeite das Kapitel eben brav durch. Wenn ich dann in der Vorbereitung feststelle, dass die HFH hierzu seit 5 Jahren keine Frage mehr gestellt hat kann ich es ja immer noch ausklammern.


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11 Kommentare


Markus Jung

Geschrieben

Wurden in der Vergangenheit tatsächlich in Prüfungen auch offensichtlich veraltete Fakten abgefragt?

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nee, abgefragt wurden die alten Kamellen eher nicht - aber es wurden durchaus mal in der Klausur aktuelle Fakten genannt, die der Student dann interpretieren muss...

aber - auch auf die Gefahr mich zu wiederholen - es ist wirklich schade: die Studienbriefe sind gut und interessant geschrieben. Auch das Thema ist durchaus interessant und sehr aktuell. Aber statt über die aktuelle Rezession zu reden, muss man sich mit einer wesentlich harmloseren Rezession aus den 90ern des letzten Jahrhunderts beschäftigen. Und statt daraus zu lernen, wie die finanzpolitischen Instruemnte momentan eingesetzt werden und welche Alternativen es dazu gibt, muss man sich mit dem alten Kram rumärgern...

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Bin zwar in einem anderen Studiengang, aber man kann wirklich nicht sicher sein, was so abgefragt wird.

Bei uns wurde z.B. einmal nach der Jahreszahl gefragt, wann ein Gesetz (Es handelte sich NICHT um eine Rechtsklausur!) verabschiedet wurde.. irgendwann in den 70gern war´s :-( .. und auch sonst waren da noch ein paar "historische" Sachen mit dabei. Gab dann auch bundesweit natürlich keine 1.0 - so viel Glück hatte dann doch keiner, alles richtig zu erraten :-/ Tja, aber es stand halt diese Jahreszahl irgendwo im Text.

Also, bei uns wäre es gut denkbar, dass eine Frage auftaucht, was durch dieses oder jenes vor 30 Jahren bewirkt und verändert wurde...

LG

Michael

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es ist wirklich schade: die Studienbriefe sind gut und interessant geschrieben. Auch das Thema ist durchaus interessant und sehr aktuell. Aber statt über die aktuelle Rezession zu reden, muss man sich mit einer wesentlich harmloseren Rezession aus den 90ern des letzten Jahrhunderts beschäftigen. Und statt daraus zu lernen, wie die finanzpolitischen Instruemnte momentan eingesetzt werden und welche Alternativen es dazu gibt, muss man sich mit dem alten Kram rumärgern...

Das ist in etwa die Kurzversion von dem was ich eigentlich aussagen wollte ;)

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Michael Knight

Geschrieben

Immerhin ist ja alles relevant was im HFH SB steht, auch dieser Kram?

Da würde ich mal direkt die HFH anschreiben. Dabei würde ich mich nicht über den alten Stoff beschweren - das haben sicher schon viele gemacht. Aber die Frage, ob tatsächlich derart veraltete Sachen abgefragt werden, muss in diesem Fall gestattet sein. Ich finde es schon erstaunlich, dass die HFH es schafft auch aus VWL ein Auswendiglernfach zu machen, aber das was Du hier schilderst, kann sich doch keine Prüfungskommission ernsthaft als Fragen ausdenken!

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Da bin ich ja mal gespannt, was rauskommt, wenn Du Michaels Fragen stellst. Bis jetzt sind bei Wirtschaftsingenieurwesen noch nicht soo alte Sb´s aufgetaucht, da alles auf Bachelor umgestellt wird. Bei Dir nicht, oder hast Du zuviel vorgezogen, dass Du die letzten SB´s bekommen hast?

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Ich würde mal sagen, das VWL einfach im FH-Studium ein Stiefkindfach ist. Irgendwie muss man es lt. den Rahmenplänen behandeln, man kann aber nicht tief genug einsteigen um es wirklich sauber zu behandeln aber auch nicht weglassen.

Darum hat man wohl auch keinen VWLer gefunden der neue SBs geschrieben hat. Zudem ist es ja eine Fachrichtung bei denen fast jeder Prof. seinen eigenen Stiefel fährt. Das man mit Stoff mit einer Aktualität von 1997 arbeiten muss macht gerade in WIP die Sache eben etwas demotivierend. In VWT ging es eher um die SB Qualität - die Modelle durchrechnen oder die Wirkungsketten beschreiben hat nichts damit zu tun worauf sich das bezieht.

In WIP gab es aber seit 1997 eben neben einem Boom einen Börsencrash und die größten Nachkriegsrezession, zusammen noch eine Unmenge Beweise dafür, dass die keynsianische Wirtschaftspolitik nicht funktioniert hat - 12 Jahre sind selbst in der VWL eine lange Zeit.

Bezüglich der Fragen werde ich es ja sehen wenn ich mir die Altklausuren ansehe, normalerweise mache ich das erst wenn ich alles gelesen und einen Überblick habe.

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Ich habs zwar schon wieder verdrängt ;) aber wenn ich mich recht entsinne, hatte ich zwar ebenfalls mit veralteten SBs in WIP zu kämpfen, aber in der Klausur den Namen "zu Guttenberg" gelesen....wenigstens da wird versucht was aktuelles rein zu bringen *g*

WIP war aber meine zweitbeste Klausur im 5. Semester und chillie, das Fach wird dir ganz und gar keine Schwierigkeiten bereiten ! Kannst du ganz locker angehen...ich hatte mir dann halt die Mühe gemacht, parallel auch die aktuellen Sachen zu lernen (z.B. Zahlungsbilanz), aber ich fand das Fach echt superinteressant, trotz alter SBs, von daher war auch das "doppeltlernen" reines Interesse am Fach !

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In WIP gab es aber seit 1997 eben neben einem Boom einen Börsencrash und die größten Nachkriegsrezession, zusammen noch eine Unmenge Beweise dafür, dass die keynsianische Wirtschaftspolitik nicht funktioniert hat - 12 Jahre sind selbst in der VWL eine lange Zeit.

vergiss nicht die Währungsreform und die Umstellung der Zentralbank...und einen aktuellen Umstieg von den Neo-Konservativen zu den Keynesianern (z. B. Konjunkturpakete, Verstaatlichung von Banken etc) - wenn irgendjemand auch nur letztes Jahr die Maßnahmen, zu denen die Zentralbanker und Wirtschaftsminister jetzt greifen, als realistische Option dargestellt hätte, wäre derjenige schlicht und einfach ausgelacht worden :rolleyes:

aber wie gesagt: interessant und spannend ist es allemal :)

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Als Optimist muss man es ja so sehen, das man sich die Wirtschaftspolitische Analyse der letzten 12 Jahre eben selbst erarbeiten muss...

Vllt. kriegen wir ja ein Fleissbienchen? :D

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vielleicht wäre ja ne Hausarbeit (Thema: Fortsetzung der SBs - Wirtschaftspolitik von 1998 - 2009) ja sinnvoller als eine Klausur

und die "Sieger-Hausarbeit" wird dann im nächsten Semester als SB verteilt - spart dann auch die Kosten für einen neuen Autor :)

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      Ich hab ihm davon erzählt und es war beschlossen. Wir werden gemeinsam studieren. Er leitet seit 5 Jahren ein Referat, da hat er sich Wirtschaftswissenschaften für sich ausgesucht. Ich hab gesagt, ich mache auch Wirtschaft, ich würde gerne unterrichten, vielleicht hab ich an meinem Arbeitsplatz später eine Chance auf einen kleinen Lehrauftrag. Wir werden sehen. 
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      Ja wieso denn bloß? So oder so ähnlich wollten es schon diese kleinen gnubbeligen Trolle bei Ronja Räubertochter wissen. Eigentlich ist doch alles gut. Fester Job, die Gehaltsstufe ist in der Endstufe angekommen, die jungen Kollegen lassen den nötigen Respekt erkennen und ganz dumm rennt man auch nicht mehr durch den Stationsalltag, immerhin sind diverse Fort und Weiterbildungen abgearbeitet. Also? 

      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!