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Umfang Module und Lernstoff - gute Strategien statt meckern?


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Hallo zusammen,

 

ich bin Mutter von 4 Kindern und habe aktuell Beruf, Familie und Studium unter einem Dach.

 

Ich habe zum Teil sehr großen Arbeitsumfang mit den Modulen, da sehr viel Inhalt zu lernen ist. Generell muss ich sagen bin ich mit Qualität und allem sehr zufrieden. Was mich aber wundert und manchmal auch nervt ist, dass jeder meckert über Dozenten, Umfang usw. , Zeit hat für "ich habe gehört dass ... usw." und dafür offenbar aber genug Zeit ist sich ständig zu beschweren und alles schlecht zu machen. In meiner Wahrnehmung  reicht andererseits bei meist den sellben Leuten nicht aus, diese  Zeit lieber fürs Lernen und den Stoff zu strukturieren zu nutzen. Das ist meine persönliche Meinung und ich für mich finde  das dann schon sehr anstrengend immer zu lesen (und dann immer anonym) und daher frage ich mich, wie denn alle anderen die nicht "meckern" ihre Zeit strukturieren, um hier wirklich an das Thema zu gehen, wie schaffe ich den ganzen Lernstoff in mein verfügbares Zeitfenster zu packen? Jeder hat doch Module die sehr groß und mit viel Inhalten bepackt sind und da durch muss? Wie kann ich wichtiges von unwichtigem trennen oder für mich eine Strategie entwickeln?

 

Es gibt sicher viele die hier gute Strategien entwickelt haben und damit gut zurecht kommen und genau da würde ich mich über einen Austausch mit diesen Studies freuen (und nicht wieder über ein "meckern", denn das ist meine Meinung und diese kann ich ja denke ich meiner Empfindung nach so haben dürfen). Danke sehr.

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Ich würde PQ4R empfehlen, und die Inhalte primär über Abruf lernen.


PQ4R
https://methodenkompetenz.blogs.uni-hamburg.de/pq4r-methode/


Bücher die mich im Bereich Lernen/ Lernstrategie weiter gebracht haben:

Wenn ich nur eins empfehlen dürfte, dann wäre es "make it stick." Allerdings hab ich "How we learn" zuerst entdeckt und finde es deutlich sympathischer zu lesen und anwendungszentrierter.

Prinzipiell ist "das Lernen zu verteilen" ne gute Strategie - sie fühlt sich nur deutlich weniger produktiv an. Evtl. bist du also gar nicht so schlecht aufgestellt, hast aber den Eindruck, du würdest nicht gut voran kommen? Oder bleibst zu lange bei einem Thema, anstatt  erstmal weiter zu gehen, und dann zu wiederholen?
 

 

Bearbeitet von DerLenny
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Ich glaube, der wichtige Punkt ist aber: Was bringt dich dazu zu glauben, dass es ein Problem werden könnte?

So Rund-Um-Schläge sind zwar immer recht einfach, aber Lernen ist doch immer sehr situationsabhängig. Welche Probleme präsentieren sich dir? Was stellt sich als problematisch heraus/ könnte isch als problematisch erweisen?

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Guten Morgen,

 

ich hatte eine ähnliche Ausgangslage wie du, aber 2 Kinder weniger. 

 

ich kann deinen Unmut bezüglich meckernder Studis wirklich sehr gut nachvollziehen. Ich glaube, dass da vieles auch gar nicht so heiß gekocht wird, wie am Ende gegessen - sondern dass das nur eine Methode ist, sich ein wenig zu erleichtern. Ist meist ein Anzeichen dafür, dass Leuten etwas der Ausgleich fehlt. (Ich sehe dasselbe Phänomen hier auf der Arbeit!). 

Ich kann das aber grundsätzlich auch nicht gut leiden, wenn Leute eine Beschwerde nach der anderen absetzen, dabei aber überhaupt nicht lösungsorientiert vorgehen. 

 

Zu den Lern/Strukturtipps. Im Laufe der Zeit hat sich bei mir folgendes bewährt:
- Rausfinden, was für ein Lerntyp man ist. Visuell, auditiv, mnemonisch etc. Bei mir war das für jedes Fach verschieden. Bei Statistik bin ich rein visuell, also lerne z.B. durch Filme oder zuschauen. Bei extrem textlastigen Fächern hingegen mnemonisch, also habe ich dort die loCI-Methode angewandt. Passend dazu habe ich mit Mindmaps Ordnung reinzukriegen in meine Gedanken.

- Gerade wenn du Kinder hast, die du beim Lernen auch mal betreuen musst. Wir haben dann einen gemeinsamen Mal-Nachmittag gemacht, sie malten was anderes und ich  saß mit am Tisch und machte dafür die Mindmaps.  

- Wichtiges von Unwichtigem trennen: Geht mehr durch Übung über die Zeit, nach jedem Kapitel die Fragen machen, wenn es welche gibt. Hausaufgaben und Klausuren schärfen da mit der Zeit auch das Gespür für. 


LG

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Bei mir ist es nur ein Kind, aber ein Job mit stark wechselnder Auslastung. Für mich gibt es die folgenden Erkenntnisse, die ich auch über das Studium fortsetzen:

 

- Wie überall im Leben gilt: "love it, change it or leave it" als oberste Prämisse! Wenn man sich nicht motivieren kann, muss auch mal eine Pause her - wenn das ein Dauerzustand ist, darf man sich zurecht fragen, ob man auf der richtigen Veranstaltung ist.

- Jammern und Meckern hat noch niemanden wirklich weiter gebracht.

- im Studium neben Job und Familie half es mir einen Schritt nach dem Anderen zu gehen - erst wenn eine Sache fertiggestellt ist, habe ich das nächste Thema begonnen. Das funktioniert allerdings nur so lange, wie man sich die Zeit entsprechend einteilen kann und nicht einem Fremdtakt unterliegt.

- Lerntyp hatte @Vica schon angeführt - für mich war es sogar modulspezifisch schon mal anders. Ich habe zudem verschiedene Kanäle zu unterschiedlichen Tageszeiten in den Ablauf integriert. Ich habe morgens z.B. mit selbstgemachte Karteikarten erst mal Stoff wiederholt (beim Spaziergang mit Hund), später im Laufe des Tages "ruhige Zeitfenster" (wenn ich auch alleine daheim war) zum Lesen genutzt und abends dann Tutorien, Austausch, etc.

 

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Meine Lern"strategie" ist sehr vom Lustprinzip geleitet. An manchen Tagen bin ich kreativ, an anderen steht mir mehr der Sinn nach auswendig lernen, und wenn ich überhaupt keine Lust auf ein Skript/Modul habe, nehme ich mir erst mal ein anderes vor. Wichtig ist für mich in erster Linie, am Tagesende überhaupt etwas gemacht zu haben. Die Möglichkeit, auch spontan zwischen verschiedenen Inhalten/Lernarten (oder auch Weiterbildungen/Studiengängen) wählen/wechseln zu können und mich nicht zu etwas Bestimmtem zwingen zu müssen, empfinde ich als motivierend. So ein Hin- und Herspringen ist aber sicher nicht jedermanns Sache und widerspricht vermutlich auch allen Lernempfehlungen.

 

Ab und zu mal ein bisschen zu jammern, finde ich übrigens gar nicht schlimm. Wir haben alle mal schlechte Tage oder ein Thema auf dem Tisch, mit dem wir uns gar nicht anfreunden können. Dauermeckern oder meckern um des Meckerns willen finde ich aber auch ganz furchtbar und halte ich für einen unnötigen Zeitfresser. Da bin ich ganz bei @Splash - würde ich das bei mir feststellen, würde ich die Wahl meines Studiengangs noch mal gründlich auf den Prüfstand stellen.

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Besonders zeitintensive Module habe ich mir in kleine Abschnitte unterteilt, damit ich die Übersicht besser behalten und bei Verzögerungen (zum Beispiel durch Krankheit oder hohe Arbeitslast) schneller reagieren konnte. In meinem Studium betraf das vor allem Module mit einer Hausarbeit als Prüfungsleistung, denn die waren nach meinem Empfinden zeitaufwändiger als Klausurmodule (dafür gab es auch mehr CP`s).

Für mich gab es immer die Abschnitte Themenfindung, Literaturbeschaffung- und Recherche, Gliederung, Schreibphase, letzte Korrekturen, und dazu einen groben Zeitplan. 

Abgesehen davon, dass mir die Struktur geholfen hat, den Überblick zu behalten, war es auch immer eine kleine "Belohnung", wenn ich wieder einen Schritt geschafft hatte.

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Am 24.6.2021 um 10:19 hat Vica geschrieben:

Zu den Lern/Strukturtipps. Im Laufe der Zeit hat sich bei mir folgendes bewährt:
- Rausfinden, was für ein Lerntyp man ist. Visuell, auditiv, mnemonisch etc. Bei mir war das für jedes Fach verschieden. Bei Statistik bin ich rein visuell, also lerne z.B. durch Filme oder zuschauen. Bei extrem textlastigen Fächern hingegen mnemonisch, also habe ich dort die loCI-Methode angewandt. Passend dazu habe ich mit Mindmaps Ordnung reinzukriegen in meine Gedanken.

 

Es gibt keinen (also wirklich 0) Belege dafür, dass Lerntyoen existieren Es gab aber genug Versuche, dies zu prüfen.


Die Zusammenhänge in Statistik lassen sich grafisch leichter erfassen, as auch daran liegt, dass die meisten Dinge auf Funktion und diversen Rechenoperationen auf diesen Funktionen (Fläche unter der Kurve, Regression, etc) basieren.

 

Das beim Auswendiglernen eine Mnemotechnik gut funktioniert liegt auch weniger am Lerntyp (wobei der mnemotechnische Lentyp zumindest mir auch nicht geläufig war), sondern daran, dass die eben genau dafür gedacht sind: Dinge auswendig lernen.

 

Mindmaps haben sich in (kleinen) Experimenten als sinniger als PQ4R herausgestellt, wobei ich hier auch etwas die Methodik des Experiments anzweifele, TBH.

 

Konsistent haben sich

- Lernen durch Abrufen (also Test-basiertes Lernen)

- Beschäftigungstiefe (das schließt Bezüge zu bestehenden herstellen, Transferleistungen, etc) und

- Verteiltes Lernen  (also Lernpausen zwischen den Lementen, was bei einem längeren Lernblöcken auch immer die Beschäftigung mit unterschiedlichen Material notwenig macht - um eben die Pausen zu erhalten)

als nutzbringend bewiesen.

 

Sorry fürs Dozieren, Lernmethoden sind so ein kleines Steckpferd von mir.

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vor 5 Stunden hat Alanna geschrieben:

So ein Hin- und Herspringen ist aber sicher nicht jedermanns Sache und widerspricht vermutlich auch allen Lernempfehlungen.

Ich glaube mehrere Themen parallel zu lernen ist gar nicht schlimm, eher das Gegenteil. Es kommt halt auf die Zusammenstellung an, bei einem Thema mehr Mathe bei dem anderen eher Auswendiglernen. So gönnt man dem Gehirn etwas Abwechslung. Wenn es aber zuviele Module werden verzettel man sich halt.

 

 

vor 5 Stunden hat Alanna geschrieben:

 

Ab und zu mal ein bisschen zu jammern, finde ich übrigens gar nicht schlimm. Wir haben alle mal schlechte Tage oder ein Thema auf dem Tisch, mit dem wir uns gar nicht anfreunden können. Dauermeckern oder meckern um des Meckerns willen finde ich aber auch ganz furchtbar und halte ich für einen unnötigen Zeitfresser.

Das sehe ich auch so. Man muß ja das Gemeckere auch nicht zwanghaft lesen und selbst damit Zeit verschwenden.

1) Die ständig und aus Selbstzweck meckern kann man getrost ignorieren. Die stellen sich selbst ein Bein.

2) Manchmal wird einfach nur Dampf abgelassen, was auch gut tut.

3) Gezieltes Meckern als konstruktiven Kritik in die richtigen Kanäle kann auch zu Änderungen in den Institutionen führen. Was hoffentlich den nachfolgenden Studenten weiterhilft.

 

 

 

vor 4 Stunden hat DerLenny geschrieben:

Mindmaps haben sich in (kleinen) Experimenten als sinniger als PQ4R herausgestellt, wobei ich hier auch etwas die Methodik des Experiments anzweifele,

 

Ich halte die klassischen Mindmaps per Hand für komplexe Themen als ungeeignet. Die hübschen Beispiele, die man oft sieht sind vermutlich erst entstanden, nachdem man das Thema schon sehr gut beackert hat.

 

Vor einigen Jahren habe ich mit einer elektronischen Variante (Docear) experimentiert und das war echt gut. Man kann schnell Links, Bilder, Texte usw. ablegen und strukturieren. Und man kann damit eben auch die "Gliederung" sehr schnell umstrukturieren, indem man Knotenpunkte per Maus woanders hinhängt anstatt alles neu zeichnen zu müssen.

 

Gibt es da inzwischen etwas besseres?

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vor 8 Stunden hat Alanna geschrieben:

So ein Hin- und Herspringen ist aber sicher nicht jedermanns Sache und widerspricht vermutlich auch allen Lernempfehlungen.

Ganz im Gegenteil. Viele Studien (*) belegen, dass dies sogar vorteilhaft ist.

 

vor 2 Stunden hat WiInfo geschrieben:

Ich halte die klassischen Mindmaps per Hand für komplexe Themen als ungeeignet. Die hübschen Beispiele, die man oft sieht sind vermutlich erst entstanden, nachdem man das Thema schon sehr gut beackert hat.

 

Der Lerneffekt bei Mindmaps liegt im Erstellen, nicht im lesen.

Die hübschen Mindmaps sind meist dafür da, irgendeinen Bereich aufzuschlüsseln. Hierfür sind MindMaps aber nicht wirklich geeignet. Allein schon wegen der individuellen Natur der MindMap. Andere Darstellungen, in denen ebenfalls Wissensknoten durch  Kanten verbunden sind, dürften hier besser geeignet sein.

 

Mindmaps helfen beim erschließen eines Themas die unterschiedlichen Dinge zu verbinden und vor allem auch mit bereits bekannten Informationen in Verbindung zu bringen. Durch die tiefere Beschäftigung wird der Inhalt gefestigt. Es kombiniert einige positive Aspekte, besonders, wenn die MindMap nach der Beschäftigung mit einem Thema angelegt wird (wodurch dann wieder eine Recall Leistung erbracht wird), besonders wenn man dann nochmal (nach einigen Überlegen) nachschlagen muss.

 

In der von mir beschriebenen Studie war der Mangel meiner Meinung nach, dass die Mindmap kontinuierlich benutzt wurde, die PQ4R Methode aber nur auf die einzelnen Lektionen, und es keine Rekapitulaltion und Integration des neues Stoffes in das bestehende Wissen gab.

 

 

Referenzen

Interleaving

  • Rohrer, D. (2012). Interleaving helps students distinguish among similar concepts. Educational Psychology Review, 24(3), 355-367.
  • Birnbaum, M. S., Kornell, N., Bjork, E. L., & Bjork, R. A. (2013). Why interleaving enhances inductive learning: The roles of discrimination and retrieval. Memory & cognition, 41(3), 392-402.
  • Pani, J. R., Chariker, J. H., & Naaz, F. (2013). Computer‐based learning: Interleaving whole and sectional representation of neuroanatomy. Anatomical sciences education, 6(1), 11-18.
  • Zulkiply, N., & Burt, J. S. (2013). The exemplar interleaving effect in inductive learning: Moderation by the difficulty of category discriminations. Memory & Cognition, 41(1), 16-27.
  • Carpenter, S. K. (2014). Spacing and interleaving of study and practice. Applying the science of learning in education: Infusing psychological science into the curriculum, 131-141.
  • Szpiro, S. F., Wright, B. A., & Carrasco, M. (2014). Learning one task by interleaving practice with another task. Vision research, 101, 118-124.

Mindmapping / PQ4R:

  • Şahin, E., Atak, H., & Köydedurmaz, T. S. (2019). The effect of creating a mind map on how prospective science teachers learn about the lives of scientists: The case of Albert Einstein. European Journal of Education Studies.
  • Sarimanah, E. (2016). Efeectivenes Of PQ4R Metacognitive Strategy Based Reading Learning Models in Junior High School. Ijlecr-International Journal Of Language Education And Culture Review, 2(1), 74-81.
  • Whitman, N. R. (2015). A Comparison of the Impacts of PQ4R and Mind Mapping. Victoria Stewart, University of Toledo, Toledo, OH, 63.

Wissensdarstellung:

  • Moise, G., & Dumitrescu, S. (2003). Applications of visual knowledge representation in instruction models. Proceeding of Sixth Computer Based Learning in Science, 9963-8525.
  • Davies, M. (2011). Concept mapping, mind mapping and argument mapping: what are the differences and do they matter?. Higher education, 62(3), 279-301.
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