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Verhexte Außenwirkung

Vica

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Stand die Woche während der Arbeit tatsächlich jemand spontan aus der Familie vor meiner Türe, mit dem ich wirklich nicht gerechnet habe. Der auch weiß, dass ich zu der Zeit nicht zur Verfügung stehe. Er gehört zur Seite meines Mannes und eigentlich auch zum engsten Kreis - theoretisch zumindest. Zum Fernstudium hat er so die übliche Meinung, das ist ja Heftelesen im Bett. Auch so: wirklich auf einer Linie sind wir nicht. Ist auch ein Generationsproblem, finde ich - seine Vorstellungen von Fleiß und Leistung kommen aus der Adenauerzeit. Frauen bekommen höchstens mal Lob für gut gemachte Wäsche. Ich finde da einfach keinen gemeinsamen Zweig. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir in 20 Jahren jemals ein persönliches Gespräch gehabt hätten. Ist ja nicht schlimm.

Nun bin ich allerdings gegen nichts so allergisch wie gegen Spontanbesuche. Normalerweise stelle ich mich tot, wenn es an der Tür klingelt und ich niemanden erwarte. Diesmal hingegen war ich etwas zu vorfreudig auf das Erscheinen des DHLs gewesen, der mir noch 2 spannende Bücher zum Thema Narzissmus in der Psychologie bringen sollte. Normalerweise erscheinen die Fahrer auch so etwa in diesem Zeitrahmen. Tja, einmal nicht genau hingesehen und wie heißt es da in einem bekannten Hit von EAV? Ist erst die Tür auf, dann ist's zu spät...

Tja, wie kommt besagter Verwandter ausgerechnet auf mich? Unsere Beziehung ist, nun ja, ein wenig problematisch. Die Erklärung ist schnell gefunden.,, Bin zwischen 2 beruflichen Terminen und hab gerade Langeweile. " Da wolle er mal schauen, was die Hausfrau und Mutter so macht. (Klar, wenn's nicht mehr anders geht, schaut man mal, was die Resterampe macht 😆)
Vielleicht nen Kaffee trinken zusammen? (Er weiß vom Studium, den aktuellen Campuspräsenzen, Kinderbetreuung + Redaktionsjob und auch dem Zeitproblem dadurch. Ihm ist ebenfalls bekannt, dass ich morgens Home Office mache. So auch jetzt. Ich bereite zur Zeit die Präsentation für das klinische Seminar vor. Bevor ich Nachwuchs Nr.1 aus dem Kindergarten abhole, wollte ich noch 1 Stunde Klausurvorbereitung machen) 
Andere Familienmitglied, die auf der Arbeit sind, würde man ja auch nicht besuchen oder zum Kaffee abholen. 


Ich überlege mal für mich und entdecke: Tatsächlich gab es solche Dinger in den letzten Monaten häufiger (nur gemessen am Leuten, die wissen, was ich tue). 

Was mir so während der Arbeitszeit passiert:
- Freunde rufen an und fragen, ob ich heute mit auf Fest Hinz oder Veranstaltung Kunz gehe
- Andere Mütter in Elternzeit schicken WA-Nachrichten, ob ich vielleicht Lust hätte, auf den Spielplatz zu kommen?
- Der Kindergarten ruft an, ob ich das Kind wegen Kleinigkeiten abholen könnte (zu müde/gelangweilt/Personalnotstand etc.). Darauf angesprochen, dass er sich an seinen Betreuungsvertrag halten soll, rudert er in der Regel schnell zurück, fragt dann aber, ob ich dafür heute Nachmittag vielleicht im Bastelverein mitmachen könnte, auch wenn ich ja nicht Mitglied sei, aber es werden dringend neue Fensterbilder gebraucht. Wenn nicht heute, dann auch gerne an einem anderen Tag... 
- Alle Jubeljahre auch mal so ein Spontanbesuch. 
 

Sicher: Zum Feierabend oder am Wochenende ist das angenehm und toll. Aber:

Ich finde es schade, dass keiner die von mir festgelegten Bürozeiten akzeptieren kann -einige haben es sogar schriftlich. 

Scheint so, als hätten die Leute bei mir weniger ein Problem mit dem Fernstudium per se oder dessen Akzeptranz, sondern damit, daß Home Office als echte Arbeit zu definieren, die man auch respektieren muss. Obwohl ich die Zeiten immer wieder kommuniziere. Da alle meine Tätigkeiten inklusive der Redaktionsarbeit im Home Office erledigt werden, scheint meine Wirkung nach außen verzerrt zu sein. Zu Hause = Zeit. Fataler Trugschluss. 

Sieht so aus, als müsste ich demnächst mal an der Außenwirkung arbeiten.
Ein erster Schritt sind automatisierte Rückmeldungen meines Smartphones, bei Anrufen und Benachrichtigungen zurück zu melden, dass der "Teilnehmer keine Zeit" hat. Nur während der Bürozeit versteht sich. 
Leute immer wieder hinweisen tue ich schon - was diese aber nicht aufhält. 
Vielleicht fehlt mir noch ein "Bitte nicht stören" - Schild an der Wohnungstüre.

Und der Verwandte?
Der hat sich korrigiert: ,,Okay, du bist also offenbar nur nebenberuflich Hausfrau und Mutter!"  (😒)
Trotz Hinweisen, dass ich dringend arbeiten muss, hat er sich von selbst in mein Wohnzimmer eingeladen und einen Espresso abgestaubt. 
Ob da ein schönes Café nicht spannender gewesen wäre? Ich persönlich hätte das so empfunden. Bin aber auch noch nie auf die Idee gekommen, mich bei Freunden oder Bekannten aufzudrängen. Ich wurde beim Anrufen auch schon weggedrückt und verstehe das absolut. 

LG

 

Edit:

Bevor ihr euch Sorgen macht: Dem Verwandten hat es hier sehr gut gefallen. Er will sogar bald schon wieder kommen und hat bereits definiert, dass er nicht störe - und darum halte er eine Anmeldung auch für unnötig. Vielleicht schenke ich mir ein Bürozeiten-Schild zu Ostern. 

Feature Foto: pexels.com 

 



21 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich kann das schon nachvollziehen, denn ich bin @Vica da glaube ich nicht ganz unähnlich. Ich würde mir in so einem Fall zumindest wünschen, dass der Besuch vorher kurz anruft und fragt, ob ich Zeit für ihn habe (bzw.: ob ich mir Zeit für ihn nehmen möchte), denn ich habe es ganz gern, wenn nicht der Besucher entscheidet, sonder der/die Besuchte. 😉
Umgekehrt gehöre ich eben auch nicht zu den Leuten, die irgendwo unangemeldet vor der Tür stehen.
Da tickt aber wahrscheinlich jeder anders...
Von solchen Befindlichkeiten aber mal ganz abgesehen hasse ich aber auch nichts so sehr wie diesen "Hausfrau und Mutter, hat halt immer Zeit"-Stempel. 
 

Bearbeitet von Anyanka

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Alle Jubeljahre ein Spontanbesuch! Oh mein Gott, das muss ja eine schreckliche Belastung für dich sein! 😉

 

Sorry, das war salopp. Ich kann mir vorstellen, dass das für dich auch tatsächlich so ist, weil du gerne akribisch Sachen planst.

 

Und warum stören dich freundliche watsapp-fragen, ob du Zeit hast, denn beim lernen? Wenn ich lerne (oder arbeite) ist das Handy auf lautlos. Fertig.

 

Ist dir geholfen, wenn keiner mehr fragt? Keiner mehr anruft? Keiner mehr klingelt? Die Erwartungshaltung, dass alle respektieren müssen, dass dein Studium so etwas ist wie ein Beruf und du natürlich selbstverständlich nicht so viel Zeit hast wie "andere Mütter in Elternzeit" (weißt du das ganz sicher, dass die weniger leisten als du?) - der kann ganz schnell als Überheblichkeit ausgelegt werden. Man läuft als Student, vor allem als nebenberuflicher, immer Gefahr, das andere denken, man hielte sich für was besseres. Ich denke, man sollte diesen Eindruck auf keinen Fall noch unterstützen und mit Empörung auf Einladungen zu 'trivialen' Dingen reagieren. Und automatisierte Rückmeldungen wirken genau so. Das kann man vielleicht im beruflichen Kontext machen ("ich bin im Urlaub bis..."), aber doch nicht mit Freunden.

 

Einem Verwandten, den man sowieso nicht leiden mag, dagegen zu sagen "ich hab keine Zeit, bitte melde dich das nächstemal an" und ihn an der Tür abzufertigen, ist dagegen was anderes. Wer unangemeldet kommt, muss damit leben, auch mal eine Abfuhr zu bekommen.

 

 

Bearbeitet von lilienthal

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Vica

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vor 2 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

Ich lese aus dem Text eine gewisse Dramatik heraus und auch Verärgerung und ich kann das nicht ganz nachvollziehen. Denn all diese Anfragen sind doch auch Wünsche nach sozialem Kontakt.

 

Stellen Sie sich vor, kein Mensch würde Sie anrufen oder anschreiben oder - wie im aktuellen Fall - auch vor der Tür stehen? Daraus könnte man ja auch schließen, dass die Welt draußen nicht (mehr) an Ihnen interessiert ist.

 

Mit dem Verwandten hätte es vielleicht gar keine Diskussion sein müssen, nur ein "Nett, das Du vorbeischaust. Leider hab ich überhaupt keine Zeit. Aber wenn Du magst, dann setz Dich ins Wohnzimmer. Ich mach Dir ne Tasse Kaffee."

 

Dann wäre die Botschaft doch auch klar gewesen. Und auch eindeutig.

 

Hm, wirklich?? Sie würden während Ihrer Arbeitszeit ehrlich noch einen unliebsamen Verwandten nett umsorgen, für den Sie lediglich eine Option gegen Langeweile sind, der sich aber ansonsten nicht für Sie interessiert? :42_confused: 
Wünsche nach sozialem Kontakt während der Arbeitszeit sind generell ein schwieriges Ding. Gegen den Feierabend spricht doch auch nichts, finde ich. 

 

LG

Bearbeitet von Vica

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Vica

Geschrieben (bearbeitet)

vor einer Stunde, lilienthal schrieb:

Alle Jubeljahre ein Spontanbesuch! Oh mein Gott, das muss ja eine schreckliche Belastung für dich sein! 😉

 

Sorry, das war salopp. Ich kann mir vorstellen, dass das für dich auch tatsächlich so ist, weil du gerne akribisch Sachen planst.

 

Und warum stören dich freundliche watsapp-fragen, ob du Zeit hast, denn beim lernen? Wenn ich lerne (oder arbeite) ist das Handy auf lautlos. Fertig.

 

Ist dir geholfen, wenn keiner mehr fragt? Keiner mehr anruft? Keiner mehr klingelt? Die Erwartungshaltung, dass alle respektieren müssen, dass dein Studium so etwas ist wie ein Beruf und du natürlich selbstverständlich nicht so viel Zeit hast wie "andere Mütter in Elternzeit" (weißt du das ganz sicher, dass die weniger leisten als du?) - der kann ganz schnell als Überheblichkeit ausgelegt werden. Man läuft als Student, vor allem als nebenberuflicher, immer Gefahr, das andere denken, man hielte sich für was besseres. Ich denke, man sollte diesen Eindruck auf keinen Fall noch unterstützen und mit Empörung auf Einladungen zu 'trivialen' Dingen reagieren. Und automatisierte Rückmeldungen wirken genau so. Das kann man vielleicht im beruflichen Kontext machen ("ich bin im Urlaub bis..."), aber doch nicht mit Freunden.

 

Einem Verwandten, den man sowieso nicht leiden mag, dagegen zu sagen "ich hab keine Zeit, bitte melde dich das nächstemal an" und ihn an der Tür abzufertigen, ist dagegen was anderes. Wer unangemeldet kommt, muss damit leben, auch mal eine Abfuhr zu bekommen.

 

 

 

 

@lilienthal: Ich fürchte, es liegt an mir, aber: So ganz habe ich den Einwand nicht verstanden: Hat man Sozialkontakte nur während der Arbeitszeit bzw. Home-Office-Zeit? :42_confused: Und nicht nachmittags, am Wochenende bzw. dann, wenn die Bekannten sicher wissen, dass man wieder kann?
Der Punkt leuchtet mir gerade nicht ganz ein. 

Das sind meine Gedanken dazu, dass von mir kommunizierte Grenzen (Ich habe von dann bis dann keine Zeit) nicht eingehalten (Kannst du genau jetzt kommen, obwohl ich sicher WEIß, dass du nicht kannst, denn ich hab ja schon bestätigt, dass ich das voll verstehe?) werden 😊

Vielleicht hab ich das auch zu kryptisch geschrieben. Ich bin ja schlecht im Kurzfassen.

Und ein wenig auch, wie man als arbeitende Mutter wahrgenommen wird 😉
Stößt es dir nicht auf, wenn wir als dauerverfügbar gelten, weil unsere Tätigkeit nicht als echt gilt? Also da bin ich wirklich anderer Meinung. Ich finde auch, dass wir aber auch ein wenig um die Wahrnehmung kämpfen müssen. Ist nicht jedermann's Ding, das ist klar.

 

Wenn du das Handy auf lautlos stellst, dann willst du in deiner Arbeitszeit aber offenbar auch nicht gestört werden, oder? 🤪 Dann dürfte dir mein Problem ja nicht so fremd sein. 

 

Macht euch bitte keine Sorgen, euch würde ich natürlich jederzeit reinlassen. 😎

Bearbeitet von Vica

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vor einer Stunde, Vica schrieb:

Wenn du das Handy auf lautlos stellst, dann willst du in deiner Arbeitszeit aber offenbar auch nicht gestört werden, oder? 🤪 Dann dürfte dir mein Problem ja nicht so fremd sein. 

 

Ich will während der Arbeitszeit nicht gestört werden. Richtig. Und deswegen ist das Handy auf lautlos. Ich könnte es natürlich auch auf maximallautstärke stellen, um mich über jede Nachricht aufzuregen, die während meiner Arbeitszeit dreisterweise ankommt - dabei wissen doch alle, dass ich arbeite. 😉

 

Ich bin überhaupt nicht verpflichtet, sofort auf jede Nachricht zu reagieren. Aber es ist auch niemand verpflichtet, mir Dinge nur dann mitzuteilen, wenn ich zufällig Zeit dafür habe. Genau dafür ist so eine versetzte kommunikation wie Whatsapp ja gut.

 

Ich empfinde mich überhaupt nicht als dauerverfügbar. Ich habe zwei Jobs, ein Ehrenamt, ein Studium, Freunde und Haustiere. Nein, eine Familie habe ich nicht. Was es offenbar für z.b. Leute mit Kindern scheinbar schwer macht, sich vorzustellen, dass man ohne Kind nicht den ganzen Tag Freizeit hat und auf ihre WhatsApp Nachrichten wartet, weil sie einen Kaffee mit einem trinken wollen.

Respektieren die meine Arbeit/meine Grenzen denn nicht?! 

 

Man kann es auch wohlwollend sehen: Sie mögen mich und wollen Zeit mit mir verbringen. Und es könnte ja sein, dass ich mir welche nehme, weil ich gerade eine Pause brauche. 🙂

 

 

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Vica

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vor 11 Minuten, lilienthal schrieb:

Respektieren die meine Arbeit/meine Grenzen denn nicht?! 


Ich weiß nicht, es kommt sehr drauf an, finde ich, wie häufig du das sagen musst :13_upside_down:. Wenn zum wiederholten Male immer wieder die Frage kommt, ob man sich mitten in der Arbeitszeit trifft, käme mir schon die Frage: Hören diese Freunde auch mal zu, was ich sage? :confused: Oder interessiert die das im Grunde nicht? Man muss schließlich immer wieder absagen, was genau so blöd ist. Tatsächlich kann man dann in's Grübeln kommen, ob die Grenzen akzeptiert werden, oder ob es mehr in die Richtung geht: Ach komm, du hockst zu Hause, du hast Zeit. Tu nicht so. Andere Mütter, die z.B. irgendwo im Vorstand arbeiten, bekommen solche Anfragen zur Arbeitszeit ja auch nicht. Warum nicht? Auch da ruft beispielsweise der Kindergarten nicht an. Der Unterschied ist, der eine ist zu Hause, der andere nicht. 

Dass sie mich mögen, ist ja klar. Ich mag sie umgekehrt ja auch!  :13_upside_down: 

Bearbeitet von Vica

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Wann "mitten in der Arbeitszeit" ist, das ist ja durchaus unterschiedlich. Und ja, ich bin auch jemand, der sich anmeldet, bevor er irgendwo vor der Tür steht. Aber ich weiß und akzeptiere auch, dass andere Menschen das anders sehen und für die Spontanbesuche etwas völlig Normales sind.

 

Einen Verwandten, den ich ewig nicht gesehen habe und der meinem Herzen nicht so ganz wahnsinnig nahe steht, würde ich vielleicht nicht unendlich lange umsorgen, wenn er plötzlich unangemeldet vor meiner Tür steht. Ein bisschen Zeit für ihn würde ich mir auf alle Fälle nehmen und sei es einfach aus Höflichkeit heraus.

 

Ich würde auch nicht auf die Idee kommen, jemanden NICHT auf ein Treffen oder eine Unterstützung anzusprechen, nur weil er berufstätig ist, studiert und/oder Kinder hat. Dass Leute (Männer/Frauen) keine Anfragen solcher Art bekommen, das halte ich für ein Gerücht.

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vor 10 Minuten, Vica schrieb:

Wenn zum wiederholten Male immer wieder die Frage kommt, ob man sich mitten in der Arbeitszeit trifft, käme mir schon die Frage: Hören diese Freunde auch mal zu, was ich sage? :confused: Oder interessiert die das im Grunde nicht? Man muss schließlich immer wieder absagen, was genau so blöd ist.

 

Nicht unbedingt. Man kann die Anfrage auch stoisch ignorieren und nach der Arbeitszeit schreiben: "Oh, nicht gesehen, musste ja arbeiten - du hast doch sicher jetzt noch Zeit, oder?" Das ist erstens keine Absage, (was immer so ein bisschen nach Entschuldigung klingt) und zweitens macht es klar: dein Gegenüber hätte es wissen müssen. 

 

Verfügbarkeit runterschrauben. Tief durchatmen. Die anderen sind, wie sie halt sind. Die einen rücksichtsvoll, die anderen eher elefantös oder alles dazwischen, je nach Tagesform... Man ist ja selber auch nicht perfekt. 😉

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Vica

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vor 18 Stunden, KanzlerCoaching schrieb:

 

 

Einen Verwandten, den ich ewig nicht gesehen habe und der meinem Herzen nicht so ganz wahnsinnig nahe steht, würde ich vielleicht nicht unendlich lange umsorgen, wenn er plötzlich unangemeldet vor meiner Tür steht. Ein bisschen Zeit für ihn würde ich mir auf alle Fälle nehmen und sei es einfach aus Höflichkeit heraus.

 


Da stimme ich Ihnen schon zu, so wirklich ganz die schlechte Kinderstube raushängen lassen will ich da auch nicht. Krawalliges Vor-Die-Tür-Setzen liegt mir bislang auch nicht wirklich :5_smiley: Nun ja, seinen Espresso hat er ja bekommen im Endeffekt 🙂 

LG

Bearbeitet von Vica

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Vica

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vor 18 Stunden, lilienthal schrieb:

 

Nicht unbedingt. Man kann die Anfrage auch stoisch ignorieren und nach der Arbeitszeit schreiben: "Oh, nicht gesehen, musste ja arbeiten - du hast doch sicher jetzt noch Zeit, oder?" Das ist erstens keine Absage, (was immer so ein bisschen nach Entschuldigung klingt) und zweitens macht es klar: dein Gegenüber hätte es wissen müssen. 

 

Verfügbarkeit runterschrauben. Tief durchatmen. Die anderen sind, wie sie halt sind. Die einen rücksichtsvoll, die anderen eher elefantös oder alles dazwischen, je nach Tagesform... Man ist ja selber auch nicht perfekt. 😉


Obiges kann man tatsächlich mal ausprobieren - vielleicht bringt es auch mal frischen Wind in den Ablauf und es bleibt dann besser hängen. Grundsätzlich haben meine Freunde allerdings auch viel um die Ohren und vermutlich liegt da auch der Hase im Pfeffer. Zwei Jobs, Fortbildung + Kinderbetreuung, Zeit ist begrenzt. Ist vielleicht auch so ein Ding, wenn man versucht, 2-3 Leben in 1 zu klatschen :42_confused:

Na, wer mag denn perfekte Menschen :11_blush:

LG

Bearbeitet von Vica

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Spontanbesuche sind auch gar nicht meins.

Dieses Image, nichts zu tun zu haben, hängt aber nicht generell an Hausfrauen und Müttern, sondern am Homeoffice generell.

Mein Freund ist auch häufig im Homeoffice. Da klingelt es auch gern mal, weil ja „das Auto vor der Tür steht“.

Das Handy habe ich auch immer auf lautlos, so werde ich nicht gestört. Und der mehrfache Verweis auf die Arbeit oder aufs Lernen lässt es irgendwann bei jedem ankommen. 😉

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Nur die westliche Welt hat mit der freundlichen Spontanität ein Problem. In anderen Kulturen wäre es ein Unding, großartig vorher zu fragen. Und ein noch größeres Unding wenn man sich über Besuch nicht freut und so bewirtet, als wäre er eingeladen. Ich finde da können wir First World Problems Menschen schon auch mal hingucken und lernen. 

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vor 23 Minuten, Luulaa schrieb:

Nur die westliche Welt hat mit der freundlichen Spontanität ein Problem. In anderen Kulturen wäre es ein Unding, großartig vorher zu fragen. Und ein noch größeres Unding wenn man sich über Besuch nicht freut und so bewirtet, als wäre er eingeladen. Ich finde da können wir First World Problems Menschen schon auch mal hingucken und lernen. 


Komm gerne auf einen Kaffee vorbei, @Luulaa 😎 .
 

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Vica

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vor 5 Minuten, Luulaa schrieb:

Tee. Kaffee habe ich keinen. Aber gerne 😃

Du kannst gerne zu mir kommen, ich hab auch guten Tee! Wenn du spontan kommen willst, brauchst du aber gut trainierte Fußsohlen. Die Wohnung ist aktuell übersät mit Legosteinen. Reintreten ist wie Tretmiene. 😩

Bearbeitet von Vica

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vor 1 Stunde, Luulaa schrieb:

Nur die westliche Welt hat mit der freundlichen Spontanität ein Problem. In anderen Kulturen wäre es ein Unding, großartig vorher zu fragen. Und ein noch größeres Unding wenn man sich über Besuch nicht freut und so bewirtet, als wäre er eingeladen. Ich finde da können wir First World Problems Menschen schon auch mal hingucken und lernen. 

 

 

Wieso muss ich da was „lernen“?  Andere Kultur, andere Sitten.

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Vica

Geschrieben (bearbeitet)

vor 5 Stunden, Markus Jung schrieb:

Unangemeldete Besuche gehen gar nicht bei mir und macht mittlerweile auch niemand mehr. Die meisten wissen, dass ich aufgrund meines vollen Lebens Wochen bis Monate für einen freien Termin brauche.

 

Das Homeoffice-Problem kenne ich auch. Führte eine Zeit lang zum Beispiel dazu, dass ich hier zum Concierge für die halbe Nachbarschaft wurde, täglich 2-3 Paketdienste geklingelt haben und ebenso viele Abholer. Da habe ich dann irgendwann auch mal nicht mehr aufgemacht, besonders wenn später zum Beispiel noch Live-Interviews angestanden haben.

 

 

 

Das ist exakt, wie ich das Ding meine ☺️ ich glaube, anders kann man als Selbstständiger auch nicht Ernst genommen werden,wenn man da nicht Arbeits/Bürozeit und Privates trennt. Finde es interessant, dass viele es hier anders sehen. Aber ich glaube, das Thema steckt auch noch in den Kinderschuhen, was die Anerkennung angeht. Ich hoffe aber mal, dass die Toleranz da auf lange Sicht wächst👍

Bearbeitet von Vica

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Wenn auch spät, aber ich kenne das.

Mit meinem Arbeitgeber habe ich eine recht großzügige Homeoffice-Variante ausgehandelt und nutze sie inzwischen gern und oft. Nur mein Umfeld hat noch nicht verstanden, dass Homeoffice arbeiten heißt.

Ich sitze nicht zu hause und spiele am Laptop, sondern bin in Telefonkonferenzen, bearbeite Aufgaben oder muss andere Deadlines einhalten.

Freundlich kommt man da oft nicht weiter, ich bin inzwischen dazu übergegangen sehr deutlich zu werden: Ich arbeite und im Büro hätte ich jetzt auch keine Zeit, können wir das heute Abend klären?

 

Langsam kommt es an, aber es dauert....

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