Blog Fernstudienakademie

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
  • Einträge
    133
  • Kommentare
    1.411
  • Aufrufe
    8.950

Fernlehrgang SachbuchautorIn: Warum gibt es in Buchhandlungen so wenige Sachbücher?

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Fernstudienakademie

46 Aufrufe

Wer viel in Buchläden unterwegs ist, kennt das Bild: Überall liegen im Grunde dieselben Bestseller herum – Jussi Adler Olsen neben Rebecca Gablé und natürlich die unvermeidlichen Regionalkrimis.

Wenn eine Buchhandlung etwas auf sich hält, besitzt sie auch noch eine gut bestückte Kinderbuchabteilung, in denen Oma/Opa die Geschenke für ihre Enkelkinder kaufen können.

Nur wenige Buchhandlungen haben eine überzeugende Sachbuchabteilung

Die wenigsten Buchläden haben allerdings eine wirklich überzeugende Buchabteilung für Sachbücher. Wenn es hoch kommt, klemmt dann zwischen Reiseführen und Kochbüchern (die sich noch relativ gut verkaufen) ein Regalbrettchen mit Bewerbungsratgebern, Leitfäden zum Verfassen von Geschäftskorrespondenz und der 1050. Ausgabe von „ganz legalen Steuertricks“.

Sachbücher werden also vom stationären Buchhandel in der Regel ziemlich stiefmütterlich behandelt. Woran liegt das?

Sachbücher haben meist eine kleine Zielgruppe

Man muss sich bei Sachbüchern klar machen, dass sie sich in der Regel an eine relativ kleine Zielgruppe wenden: Wer nicht gerade in einer Bewerbungsphase steckt oder die Steuererklärung vor der Brust hat, hat einfach keinen Bedarf an solchen Titeln.

Ein Buchladen, der für solche Sach-Themen viele Regalmeter “reserviert“, macht damit einfach keine großen Umsätze. Wer dagegen Gablé, Jussi Olsen oder aber die Regionalkrimis im Geschäft vorrätig hat, kann seine Kunden mit genau dem bedienen, was sie auch – ganz unabhängig von ihrer derzeitigen Lebenslage – interessiert.

Da schließt sich dann auch wieder der Kreis: Die Buchläden halten kaum noch Sachbücher vor, weil sie damit nur geringe Umsätze machen, woraufhin die Kunden gar nicht mehr erwarten, dass sie in ihrem Buchladen tatsächlich ein Sachbuch zu „ihrem“ Thema finden könnten.

Die Kunden informieren sich im Internet – und kaufen auch dort!

Was macht dann der „durchschnittliche“ Kunde? Klar, er schaut im Internet z.B. bei Amazon nach einem für ihn passenden Sachbuch und bestellt es, der Einfachheit halber, auch direkt dort.

Was bedeutet dies nun für einen (angehenden) Sachbuchautor?

Er (Sie) muss sich klar machen, dass die potenziellen Leser vor allem im Internet nach einem passenden Sachbuch suchen. Je präsenter ein Autor mit seinem „Thema“ und seinen Veröffentlichungen im Internet ist, desto eher wird ein potenzieller Leser auf ihn und seine Werke stoßen – und sie dann letztendlich auch kaufen.

Ein ganz spannendes Interview zu diesem Thema findet Ihr übrigens hier: http://www.buchreport.de/nachrichten/handel/handel_nachricht/datum/2011/08/04/belletristik-kann-jeder.htm

Anne Oppermann

P.S: Wie geht Ihr selbst beim Kauf Eurer Studien- und Sachbuchliteratur vor? Bestellt Ihr sie im „normalen“ Buchhandel oder macht dann doch Amazon das Rennen? Wo informiert Ihr Euch über interessante Neuerscheinungen?


Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0


13 Kommentare


Ich bestelle Bücher generell nur im Internet. Für mich war amazon die grosse Erleichterung. Zwar mochte ich Buchhandlungen immer, aber ich habe dort immer mit dem Gefühl "es muss doch noch mehr geben" gesucht - was ja auch stimmte.

Einerseits möchte ich mich manchmal umfassender über ein bestimmtes Buch informieren, das dann in der Buchhandlung bestimmt nicht vorhanden ist. Andererseits möchte ich gerne wissen, was es zu einem Thema so gibt. Und da bekomme ich einfach mehr im Internet als in der Buchhandlung. Ich nutze vor allem amazon, aber auch online Bibliotheken.

Man mag den Niedergang der Buchhandlungen bedauern. Für mich aber ist das der Lauf der Zeit. Gerade hier finde ich das Internet eine echte Erweiterung der Möglichkeiten.

Um unverbindlich ein bisschen zu stöbern gehe ich in die Bibliothek.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Ich informiere mich meist bei amazon was es gibt und gehe dann in meine Lieblingsbuchhandlung um dort das Buch zu bestellen (oft mit einem Ausdruck der Amazon-Seite ;)). Manchmal ist es direkt vorhanden, wenn nicht können die auch zu 95 % bis zum nächsten Tag liefern und es liegt auch noch eher auf meinem Weg als die Packstation :)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Hallo Anne,

neben der geringen Zielgruppe möchte ich noch einen weiteren Grund ergänzen, warum meiner Meinung nach so wenige Sachbücher im stationären Buchhandel zu finden sind.

Wenn ich in einen Buchladen gehe, dann mache ich das in erster Linie, um beraten zu werden. Und das können die Mitarbeiter(innen) meist sehr gut bei Romanen, Kinderbüchern oder auch der nachgefragten Ratgeber-Literatur.

Aber sofern es sich nicht um eine spezialisierte Fachbuchhandlung handelt, ist eine qualifizierte Beratung in Sachthemen aufgrund der Fülle der Angebote vermutlich kaum sinnvoll möglich - der interessierte Leser hat hier vermutlich schon mehr Wissen als die Mitarbeiter. Und somit bleibt dann doch nur das "wir schauen mal im Computer" - und da ist das Internet einfach überlegen.

Vielleicht haben mittlerweile viele Händler auch ihren Weg gefunden. Mich hat es zum Beispiel erstaunt, dass in dem Vorort Kölns, in dem ich lebe (Dellbrück), jetzt der dritte Buchladen aufgemacht hat. Es gibt ein ganz klassisches Buchgeschäft mit den Schwerpunkten, die Du oben genannt hast, dann einen christlichen Büchershop und jetzt noch eine Neueröffnung, die vor allem auf Kalender und reduzierte Bücher zu setzen scheint.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

In Hamburger Buchhandlungen gibt es noch große und vielfältige Sachbuchabteilungen. Aber im Urlaub oder auf Elternbesuch fällt mir das auch auf, wie schlecht die Buchhandlungen sortiert sind. Da gibt es wohl Unterschiede zwischen Metropolregionen und dem "Ländlichen"

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Hier in der näheren Umgebung kenne ich fast nur kleine Buchlädchen. Der Platz ist begrenzt und bei der Entscheidung, für welche Genres Plätze reserviert werden, werden Sachbücher meist hintenan gestellt. Ich persönlich habe früher fast ausschließlich im Internet gesucht und im Laden bestellt. Bevor ich ein Kind hatte, wurde ich in dem Laden stets hofiert. Seitdem ich ein Kind habe, habe ich vermittelt bekommen, dass Kinder dort weniger gern gesehene Gäste sind und seitdem bestelle ich vermehrt über das Internet. (Wobei es ganz einfach ist: Stühlchen hinstellen, ein paar an verschiedenen Altersgruppen ausgerichtete "Leseexemplare" auslegen und das Kind kann sich ein Bilderbuch angucken, während Mama kurz schaut.)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
werkstattschreiber

Geschrieben

Am liebsten lade ich mir die Bücher auf meinen Kindle, dann habe ich sie sofort!

Das zuletzt angeschaffte Sachbuch („Drei Seiten für ein Exposé“) habe ich im Internet bestellt, weil mir die Herumfahrerei in den nächst größeren Ort zu lästig ist, am Ende müssen die das Buch bestellen und ich fahre ein zweites Mal los. Das Thema hatten wir ja schon öfter.

Ich musste erstmal im Internet schauen, wo und ob es eine Buchhandlung in meinem Wohnort gibt. Mir ist noch keine aufgefallen, seit ich hier wohne... Das Internet sagt, dass wir 1 Buchhandlung haben, aber dort gibt es alles, außer Bücher: Mal- und Bastelbedarf, Druckerpatronen, Karten aller Art, Zeitungen und Zeitschriften, Tabak, Knopfpatronen. :blink:

OT: Was mir aber wirklich fehlt, ist eine Leihbüchrei. Nicht alles muss ich kaufen, was ich lesen will. Außerdem wäre so ein Angebot auch für die Jugend bzw. Schüler nicht schlecht.

kporsch: Das ist schon bedauerlich, wenn in einem Geschäft (egal, ob Buchladen oder anderes) kein Platz für Kinder ist.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Fernstudienakademie

Geschrieben

Danke für das viele tolle Feedback!

@Dimebag: Die Idee mit dem Amazon-Auszug beim "Bücherdealer Deines Vertrauens" aufzutauchen, finde ich super. Wie reagiert er denn darauf? Ich hoffe, eher angenehm überrascht! ;)

@Markus: Leider gibt es ja wirklich wenige richtig breit aufgestellte Fachbuchhandlungen. Und wenn man in einer Unibuchhandlung steht, die sich auf medezinische Texte spezialisiert hat, kriegt man von den MitarbeiterInnen natürlich dann auch nur Wald- und Wiesentipps, wenn man sich etwa über Neuerscheinungen im Bereich Marketing informieren will... ;)

@kporsch: Das mit der nicht gerade übertriebenen Kinderliebe von Buchhändlern ist sicherlich etwas dran.

Ich krieg es bloß auch von der anderen Seite bei meiner Buchhändlerschwester mit: Selbst wenn man sich mit der schönsten Kinderbuch- und Malecke ausrüstet, ist nie ganz geklärt, wer die "Aufsicht" über die jungen Gäste hat: Manche Eltern schreiten wohl noch nicht einmal ein, wenn ihre Kinder anfangen, neue (!) Bücher, die noch verkauft werden sollen (!), zu zerfetzen.

Das soll jetzt keine Entschuldigung sein dafür, dass manche Buchhändler wirklich doof sind zu Kindern und diese zukünftigen Leser (und Käufer!) schlecht behandeln. Aber es geht bei manchen Kunden-Kindern wohl wirklich eine ganze Menge an Büchern über die Wupper, wenn Eltern ihren Nachwuchs nun so gaaaaaaar nicht im Griff haben. Das ist dann aus Buchhändlersicht auch ärgerlich....

@Werkstattschreiber: Ich oute mich mal als regelmäßige Besucherin der Kirchenbücherei.. ;) Diese Institutionen verfügen oft über ein wirklich gutes Budget, so dass hier echt viele Titel der oberen Hälfte der Spiegel-Bestseller-Liste zur sofortigen Ausleihe bereit liegen. Denn das ist auch der Vorteil: Fast niemand hat Kirchenbüchereien so wirklich auf dem Schirm, so dass da auch die Mega-Bestseller ganz geduldig auf mich warten. ;)

Und ein weiterer Vorteil: Kirchenbüchereien sind oft richtig ortsnah! Da kommt man eigentlich immer irgendwie hin.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
werkstattschreiber

Geschrieben

Ich krieg es bloß auch von der anderen Seite bei meiner Buchhändlerschwester mit: Selbst wenn man sich mit der schönsten Kinderbuch- und Malecke ausrüstet, ist nie ganz geklärt, wer die "Aufsicht" über die jungen Gäste hat:

Eigentlich sollte das geklärt sein:

Man lässt seine Aufsichtspflicht ja nicht, wie z. B. einen Schirm, beim Betreten des Geschäftes an der Tür zurück und nimmt diese dann bei Beendigung des Besuchs wieder mit. :ohmy:

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Ich finde es schade, dass man als eher unbekannter Sachbuchautor selten bis nie ins Regal kommt, denn ich würde mir da schon auch einen Verkaufsschub erwarten, ohne dass man als Autor ständig durchs Internet hüpft und halbwegs Kluges von sich gibt, damit die Leute aufmerksam werden.

Ich habe ja das Glück, bei einem Verlag mit gewisser Marktmacht zu sein. Und in einer Reihe zu erscheinen. Ich habe neulich nämlich Bilder von einer Aktion bekommen, die sie gemacht haben: Büchertische mit allen Büchern dieser Reihe! Macht schon was her und ich würde es auch gerne zeigen...ich bin bloß zu dämlich, das Foto hier hochzuladen. :(

Es ist auch schade, dass man nicht automatisch die Verkaufszahlen nach Zeiträumen und nach Verkaufsorten (Verlagsbestellungen, Buchhandel, Onlinehändler) aufgeschlüsselt bekommt. Denn dann könnte man sehen, welche Aktionen ggf. Wirkung zeigen und welche nicht.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Foto hier hochzuladen. :(

Wo soll es denn erscheinen? Hier im Kommentar kann man direkt keine Fotos hochladen, das wäre nur über einen Umweg möglich. Es ginge aber zum Beispiel, wenn Sie einen Blog-Beitrag schreiben und darin das Foto einblenden.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
KanzlerCoaching

Geschrieben

Puh, doch nicht zu dämlich... :rolleyes:

Ich schau mal, ob ich es im nächsten Beitrag unterbringen will, denn es sah doch zu und zu hübsch aus, das eigene Meisterwerk so richtig in echt im Verkauf zu sehen.

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Ich kann an keinem Buchladen vorbeigehen, ohne wenigstens kurz reinzuhüpfen und zu gucken :) Wir sind hier in jedem Einkaufszentrum mit Hugendubel sehr gut ausgestattet - da gibt es dann auch eine recht ordentliche Sachbuch-Ecke. Und wenn etwas nicht vorrätig ist, wirds auch schnell und unkompliziert bestellt.

Wenn ich allerdings ein bestimmtes Buch suche und nicht zufällig gerade in ein Einkaufszentrum oder die Stadt komme, schau ich auch mal bei amazon vorbei.

Für nicht mehr ganz neue Bücher hab ich mittlerweile eine gute Seite für gebrauchte Bücher entdeckt, auf der ich gute Schnäppchen mache :)

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar
Markus Jung

Geschrieben

Für nicht mehr ganz neue Bücher hab ich mittlerweile eine gute Seite für gebrauchte Bücher entdeckt, auf der ich gute Schnäppchen mache :)

Welche Seite nutzt Du da?

Diesen Kommentar teilen


Link zu diesem Kommentar

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
  • Aktuell beliebte Blogbeiträge

    • MichiBER
      Von MichiBER in Elektro- und Informationstechnik an der WBH... oder der Versuch, sich einsam durchzuschlagen 3
      Hallo,
      im Folgenden möchte ich gerne versuchen, meine Erfahrungen, welche sich während des Studiums angesammelt haben, kurz darzustellen. Ich hoffe, dies motiviert noch-Unentschlossene, sowie derzeit Studierende gleichermaßen.
       
      Warum ein Fernstudium?
       
      Ich habe bereits mehrere Jahre lang als Fertigungsmitarbeiter gearbeitet und habe gemerkt, dass ich diese Arbeit nicht mein Leben lang machen möchte. Schichtdienst, geringer Lohn und auf Dauer ziemlich anspruchslose Tätigkeiten.
      Allerdings hatte ich mir mit einer eigenen Wohnung (ledig, damals keine Freundin, keine Kinder) schon Kosten geschaffen, die ohne die Arbeit nicht zu finanzieren gewesen wären. Deshalb entschied ich mich für ein Fernstudium. Mit meinem Chef bin ich diverse Studiengänge durchgegangen. Letzten Endes hatte er für mich diesen Studiengang bei der Wilhelm Büchner Hochschule ausgesucht. Das war die einzige Hochschule, die diesen Studiengang mit dieser Vertiefungsrichtung angeboten hatte, die auch genau der Sparte der Arbeit entsprach. Mein Chef übernahm 50% der Kosten. Dafür verpflichte ich mich bei ihm für 3 weitere Jahre (eigentlich nur eine Form der Sicherung des Arbeitsplatzes). Sein Angebot, halbtags zu arbeiten, hatte ich abgelehnt. Somit hatte ich durchweg eine 40-Stunden-Woche. Somit ist das Fernstudium nicht vergleichbar mit der Ausbildung, da man ja nicht nebenbei noch etwas macht, sondern in Vollzeit.
       
      Meine Wenigkeit
       
      Ich bin gelernter Mikrotechnologe und arbeite seit (Stand: Nov 2016) 9 Jahren in der gleichen Firma (Bereich: Nachrichtentechnik, Entwickeln optoelektronischer Bauelemente) als Fertigungsmitarbeiter (mittlerweile als Techniker). Ich habe es für richtig gehalten, die Hefte modulweise durchzuarbeiten. Also zuerst alle Hefte, die bspw. Mathe1 betreffen (dann ggf. die Klausur dazu schreiben) und dann alle Hefte von BWL durcharbeiten. Diese freiwilligen Einsendeaufgaben habe ich nur von den mir wichtigsten Themen gemacht. Diese waren die Grundlagen der Mathematik, Elektrotechnik und Physik. Wenn ich diese Themen grundsätzlich verstehen würde, dann würde ich später die höheren Schwierigkeitsgrade ebenso verstehen. Das war mein Gedanke dahinter.
      Zu Beginn des Studiums hatte ich alle Prüfungen mit einer 1,x schaffen wollen. Irgendwann habe ich’s eingesehen, dass man dafür entweder sehr, sehr viel mehr Zeit benötigen würde (die ich nicht verballern wollte), oder dass man ein Überflieger sein muss (was ich ebenfalls nicht bin). So bin ich nach 80/20 verfahren. Mit 80 % schafft man schon fast alles und der Rest ist das i- Tüpfelchen, wenn man noch etwas Zeitreserven hat. Eines habe ich allerdings nie aus den Augen verloren: Ich wollte das Studium mit einer Gesamtnote <2,4 abschließen. Das ist mir auch gelungen. Ich habe eine 2,14 erlangt (alle Noten samt deren Gewichtung. Dafür empfehle ich www.gradeview.de).
      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
      Motivation, wo bist du?
       
      Es ist so schön, wenn man es geschafft hat ein weiteres Heft abgearbeitet zu haben. Umso schlimmer ist es, wenn wieder eine neue Lieferung voller Hefte kommt. Die den Heftstapel gefühlt exponentiell in die Höhe schnellen lässt.
      Die Hefte selbst sind nicht wirklich gleichermaßen gut. Die einen sind gefüllt mit komplexen, undurchsichtigen Sätzen, die anderen weisen ganze Rechenfehler auf, auf die (laut Forum bei Study online) bereits vor Jahren von Studenten entdeckt, aber nachweislich noch nicht korrigiert wurden.
      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
      Es ist sehr faszinierend, dass man immer wieder Phasen erlebt, an denen man einfach nur unmotiviert und lustlos ist. Deshalb hatte ich mir das Lernen als einen Termin gemacht. Wenn ich lediglich sagen würde, täglich nach der Arbeit etwas zu lernen, dann (ich kenn mich) würde ich es ziemlich schleifen lassen. Deshalb hatte ich mir gesagt, dass ich um x-Uhr mit dem Lernen beginne. Das Ende ließ ich offen. Wenn es nicht so ganz gut lief, dann hatte ich schon nach einer Stunde aufgehört, wenn es sehr gut lief, dann wurden es auch schon mal 9 Stunden. (Essen nicht vergessen). Hinzufügen muss ich noch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet hatte. In der Spätschicht konnte ich viel besser lernen als in der Frühschicht, da ich früh aufgestanden bin, von 9-13 Uhr gelernt hatte und dann (zum Entspannen lach) zur Arbeit gegangen bin. Man muss lernen, sich zu organisieren. Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen sind drei absolut wichtige Dinge, die man beherrschen muss. 
      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.