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Die Sache mit der Mathematik...


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Liebes Forum,

ich möchte hier mal ein allgemeines Thema ansprechen, das mir hier, aber auch im normalen Leben immer mal wieder begegnet...

Mathematik scheint ja ein unbeliebtes Fach zu sein, durch das sich viele Leute eher "durchquälen". Gleichzeitig kommt sie in vielen Fächern vor, bei denen das auf den ersten Blick vielleicht nicht offensichtlich ist. Ich selbst studiere ja Psychologie und habe in dem Studium selten jemanden getroffen, der für statistische Themen wirkliches Interesse hat. Die meisten wollen das ganze wohl nur irgendwie "durchstehen". 

Ich habe festgestellt, dass ich für eine solche Haltung nur begrenztes Verständnis aufbringen kann. Nicht dafür, dass jemandem Mathematik schwerfällt - so geht es mir selbst. Eher um die Haltung "da muss ich jetzt irgendwie durch, wie ist egal". Zumindest in Psychologie ist Statistik ja keine Beschäftigungstherapie, die erfunden wurde, um die Studenten zu quälen. Vielmehr kommt Statistik in allen Bereichen der Psychologie immer wieder vor. Man hat auch in den meisten Berufen damit zu tun. Ich weiß nicht, wie es in anderen Fächern ist, aber ich gehe davon aus, dass auch in BWL, Informatik etc. Mathematik mit einem Zweck gelehrt wird. Da nur "gerade so durchkommen" zu wollen, scheint mit da nicht das beste Mindset zu sein. Vielmehr frage ich mich, wieso man ein Fach wählt, das auf statistischen und/oder mathematischen Methoden basiert, wenn man das gar nicht mag? Was ist der Sinn dahinter? (Vielleicht ein schlechter Vergleich aufgrund von Unkenntnis meinerseits, aber ich studiere doch auch nicht Chemie und beschwere mich dann, dass ich mit Laborarbeit zu tun habe...)

Bin ich mit meiner Ansicht da schiefgewickelt? Wie seht ihr das? Ist Mathematik für euch ein "notwendiges Übel"? Würdet ihr lieber weniger Mathematik im Studium haben? Wie nützlich/sinnvoll/hilfreich findet ihr im Nachhinein die mathematischen Inhalte eures Studiums? Habt ihr ein mathematiklastiges Studium gewählt, obwohl ihr Mathematik nicht mögt, und warum?

Würde mich über viele verschiedene Ansichten und Erfahrungen zu dem Thema freuen :)

Bearbeitet von ClarissaD
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Bei Aufnahme meines Fernstudiums der Web- und Medieninformatik habe ich das Thema Mathematik durchaus als Knackpunkt empfunden. Zwar mochte ich Mathematik zu Schulzeiten und war darin auch ganz gut. Aber meine letzte Beschäftigung damit lag auch eine ganze Weile zurück. Während ich der Ansicht war, die Mittelstufen-Mathematik eigentlich noch ganz gut zu können, hatte ich den Eindruck, die Oberstufen-Mathematik komplett vergessen zu haben.

 

Dieser Eindruck erwies sich als nicht ganz zutreffend. Die entsprechenden "Trampelpfade" im Hirn waren zwar "zugewachsen" und somit nicht mehr auf den ersten Blick sichtbar, aber sie waren da und ließen sich - mit entsprechender Mühe - wieder freilegen. Also: Abneigung gegen Mathematik gab es keine, wohl aber die Sorge, ob ich das noch einmal schaffen würde. Zumal mir die Anforderungen in Mathematik auch immer wieder als Grund für einen Studienabbruch genannt wurden.

 

Ich war dann entsprechend froh, dass ich mit dem ersten Mathematik-Modul einen sanften Wiedereinstieg ins Thema finden durfte, mit sehr guter Betreuung durch meinen Tutor. Insgesamt hat mich die Mathematik im Fernstudium zwar viel Zeit und Mühe gekostet aber mir durchaus auch Spaß gemacht.

 

Mathematik wird häufig als unverzichtbar für die Informatik gesehen. Sie beschäftigt sich mit formalen Strukturen und schult das abstrakte Denken. Davon profitiert man als Informatiker. Allerdings denke ich mittlerweile, dass die vermittelten Themen häufig nicht optimal für Informatiker sind. In vielen Studiengängen wird vor allem Analysis und lineare Algebra vermittelt. Informatiker profitieren auch auch von Logik, Mengenlehre, Numerik, Graphentheorie, analytischer Geometrie, Statistik und Zahlentheorie (als Grundlage der Kryptographie). Ich glaube, dass es sich in einigen Studiengängen lohnen würde, die Themen etwas anders zu gewichten.

 

Als Informatiker hätte ich es natürlich cool gefunden, wenn das ganze eine stärker "algorithmische" Ausprägung bekommen hätte. Wir haben Mathematik mit Papier und Bleistift betrieben. Aber man kann mathematische Konzepte auch in Code ausdrücken. Das schafft Möglichkeiten, mit Mathematik zu "spielen und experimentieren". Ich glaube daher, dass es sich lohnen könnte, nach anderen Formen der Vermittlung zu suchen. 

 

Was Mathematik im Psychologie-Studium angeht: Ich glaube, das Problem ist dort, dass vielen Studierenden unzureichend bewusst ist, dass Psychologie zunächst einmal eine empirische Wissenschaft ist. Wenn man im Alltag mit einem Psychologen zu tun bekommt, dann dürfte das meistens in einer beratenden oder therapeutischen Situation sein. Das prägt wahrscheinlich die Erwartungen im Hinblick auf ein Studium. Ein psychologischer Psychotherapeut wird in seinem beruflichen Alltag ja auch tatsächlich mit Statistik nicht mehr viel zu tun haben.

 

Möglicherweise verbessert sich diese Situation ja mit der Einführung neuer Studiengänge für Psychotherapie, so dass Leute, die eigentlich kein ausgeprägtes wissenschaftliches Interesse an Psychologie haben, in einem anderen Studiengang sitzen. Natürlich wird man auch dort der Statistik nicht entkommen können.

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Ich habe was ingenieurwissenschaftliches studiert und Mathematik war für mich auch eher ein Übel, das es zu bestehen galt und vor dem ich Respekt hatte. 

 

Der Inhalt der Mathevorlesung hatte auch großteils nichts mit dem zu tun, was man hinterher für die fortgeschrittenen Fächer brauchte. Vielleicht 30% davon muss man wirklich häufiger nutzen. Im Beruf wird es dann sogar noch weniger. 

 

Rechnen tue ich gerne und manche der gelernten Tricks sind nützlich, aber die mathematische Theorie überlasse ich auch lieber anderen.

 

In der Forschung sind sicherlich andere mathematische Methoden wichtiger, aber für eher anwendungsorientierte Berufe ist Mathematik in Form der heutigen Vorlesungen inhaltlich eher überdimensioniert. 

 

Ich verstehe durchaus, warum es Teil des Studiums ist, aber ich verstehe auch, dass vielen dann das Bestehen reicht. 

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Ich habe gerade so für mich überlegt, ob es wirklich Angst war, die ich vor dem Statistik-Modul meines Studiengangs hatte - ich denke aber es war eher Respekt.  Ich wusste halt nicht so wirklich was mich erwarten würde, und habe eben lange nichts mehr mit Mathe zu tun gehabt. Rückblickend hat es ja sehr gut geklappt, auch wenn ich sehr viel dafür lernen musste. Einen höheren Mathe-Anteil im Studium würde ich mir nun nicht gerade wünschen, aber ich kann trotzdem sagen: ich habe echt viel gelernt und es hat mir sogar richtig Spaß gemacht. Ich könnte mir vielleicht vorstellen, mich in meiner Freizeit ab und an mit so etwas zu beschäftigen (ja, ihr lest richtig!  😂), einfach um den Kopf fit zu halten. In der Schullaufbahn meiner Kinder wird das ja vielleicht sowieso noch auf mich zukommen.

 

Wenn man allerdings ein Psychologiestudium beginnt, sollte man sich schon über den hohen statistischen Anteil im Klaren sein.  Mit Augen zu und durch ist es da meiner Meinung nach nicht getan.

Zitat

Vielmehr frage ich mich, wieso man ein Fach wählt, das auf statistischen und/oder mathematischen Methoden basiert, wenn man das gar nicht mag?

Tja, die Erkenntnis, dass ein Studienfach für einen nichts ist, erfordert ja zumindest genaues Wissen darüber, was das Studium beinhaltet. 🤓☝️ Wenn ich da an meinem Abi-Jahrgang zurückdenke, tauchen da vor meinem inneren Auge Leutchen auf, die mit verklärtem Blick sagen „Ich möchte so gerne was mit Menschen machen“, den NC mit guten Noten in Deutsch, Englisch und Sozialwissenschaften schaffen und sich das Curriculum eher aus einer Traumvorstellung herleiten als wirklich vorher anschauen. 🙄

Fernstudenten halte ich tatsächlich für deutlich reflektierter und vorbereiteter -  daher hätte ich so etwas in einem Psychologie-Fernstudium weniger erwartet, aber das kannst Du natürlich besser beurteilen. An der IUBH wechseln gefühlt gerade viele aus dem Studiengang Soziale Arbeit in den neuen Studiengang Psychologie, hoffen wir mal die haben sich das wenigstens genau überlegt 😉

Bearbeitet von Anyanka
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Meine Therapeutin meinte letztens zu mir, sie und ihre Kollegen im näheren Umfeld würden Statistik gar nicht einsetzen.

 

Ich habe mir das Statistikmodul der HFH angeschaut und erstmal nur Bahnhof verstanden. Aber Angst habe ich vor Statistik nicht. Ich weiß ja, wozu ich es brauche und was man damit alles machen kann. Es ist eher eine Art Neugier als Angst vor Statistik im Psychologiestudium.

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Ich hatte Mathe (wie wohl jeder) in allen von mir durchlaufenen Schulstufen (Grund- und Hauptschule, Realschule, FOS). Es hat so lange Spaß gemacht, bis die ersten Schwierigkeiten auftauchten (glaube 7. Klasse), die dann entsprechend mit schlechten Noten honoriert wurden. Das hat dann leider immer wieder an meinem mathematischen Selbstbewusstsein gerüttelt und mich entsprechend ausgebremst. Einmal Angstfach. Immer Angstfach. Das hält mich auch klar davon ab, etwas ingenieurwissenschaftliches zu studieren.

 

Grundsätzlich habe ich alle behandelten Themen verstanden. Die Beispielaufgaben dann auch spätestens irgendwann. Nervig/unnötig waren für mich die Herleitungen der Formeln, die letzten Endes nie gebraucht wurden. Aber Mathematik ist halt für mich vor allem ein ziemlicher Zeitfresser, der nach viel Aufmerksamkeit verlangt. Man muss immer wieder üben. Und wehe ich lasse es mal über einen längeren Zeitraum sein. Dann bricht wieder alles auf höchstens Mittelstufe zusammen. Am besten übt man also jeden Tag. Ich habe mal scherzhaft angedeutet, dass ich in Mathe erst richtig gut wäre, wenn ich Mathelehrer wäre. Aber nicht aufgrund des Ausbildungsweges. Sondern weil ich es dann nahezu täglich vor der Nase hätte und mich damit (in ständiger Wiederholung der Themen) dauerhaft beschäftigen würde.

 

Aber man braucht es halt schon für viele Bereiche. Und wie einige angedeutet haben, schult es auch das logische bzw. abstrakte Denken.

 

Die vergiftete Beziehung, die einige zu Mathematik haben (mich eingeschlossen) wurzelt aber meiner Meinung nach definitiv in der Schulzeit. Vor allem durchschnittliche bis schlechte Lehrer leisten ihren entsprechenden Beitrag. Ich sag nur meinen letzten Mathelehrer an der FOS. War einer der Sorte, dem das Abi heute viel zu einfach ist und grundsätzlich Themen in die Prüfungen eingebaut hat, die in den Abschlussprüfungen schon lange nicht mehr dran kamen. Hat dann immer wieder über sein Mathestudium an der Tafel philosophiert "Im Studium war das so...da wurden die Formeln nicht großartig besprochen...da hat der Prof einfach "trivial" über die Pfeile geschrieben". Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich die Augen gerollt habe. Außer in seiner Form als Korrektor meiner Aufgaben konnte ich diesen Menschen nicht wirklich ernst nehmen.

 

Interessanterweise scheinen einige "schlechte Matheschüler" dann im Studium in den entsprechenden mathematischen Fächern auf einmal aufzublühen und ihre schlechten Noten hinter sich zu lassen. Wie bewertet Ihr die Wissensvermittlung der Mathematik in Eurem Studium verglichen mit Eurer Schulzeit?

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Hallo, vielen Dank für die interessanten Antworten! 

 

Das hier ist mir aufgefallen:

 

vor 7 Stunden, kurtchen schrieb:

Mathematik wird häufig als unverzichtbar für die Informatik gesehen. Sie beschäftigt sich mit formalen Strukturen und schult das abstrakte Denken. Davon profitiert man als Informatiker. Allerdings denke ich mittlerweile, dass die vermittelten Themen häufig nicht optimal für Informatiker sind. In vielen Studiengängen wird vor allem Analysis und lineare Algebra vermittelt. Informatiker profitieren auch auch von Logik, Mengenlehre, Numerik, Graphentheorie, analytischer Geometrie, Statistik und Zahlentheorie (als Grundlage der Kryptographie). Ich glaube, dass es sich in einigen Studiengängen lohnen würde, die Themen etwas anders zu gewichten.

 

vor 4 Stunden, Chepre schrieb:

Ich fände es gut, wenn die Inhalte der Mathematik-Module in späteren Modulen wieder aufgegriffen werden würden, sodass man nachher auch versteht, wieso man sich damit beschäftigen musste.

Ich hatte z.B. Matrizenberechnungen im Bachelor und nach dem Abschluss dieses Moduls habe ich diese Techniken NIE wieder gebraucht bzw. irgendwo erwähnt, was der tatsächliche praktische Nutzen dafür ist.

Mathematik ist richtig und wichtig, aber auch nur wenn es tatsächlich eine Daseinsberechtigung hat und nicht der Mathematik Willen gelehrt wird.

 

Ich denke, es ist ein großer Unterschied, ob Mathematik bzw. Statistik in einem Studiengang explizit für dieses Fach unterrichtet wird (wie in Psychologie) oder ob man allgemeine Mathematikkurse, ggf. sogar mit den Mathematikern zusammen, besuchen muss. In letzterem Fall kommt wahrscheinlich eher die Frage auf, wozu man das eigentlich braucht...

 

vor 7 Stunden, Anyanka schrieb:

Wenn ich da an meinem Abi-Jahrgang zurückdenke, tauchen da vor meinem inneren Auge Leutchen auf, die mit verklärtem Blick sagen „Ich möchte so gerne was mit Menschen machen“, den NC mit guten Noten in Deutsch, Englisch und Sozialwissenschaften schaffen und sich das Curriculum eher aus einer Traumvorstellung herleiten als wirklich vorher anschauen. 🙄

Fernstudenten halte ich tatsächlich für deutlich reflektierter und vorbereiteter -  daher hätte ich so etwas in einem Psychologie-Fernstudium weniger erwartet, aber das kannst Du natürlich besser beurteilen. An der IUBH wechseln gefühlt gerade viele aus dem Studiengang Soziale Arbeit in den neuen Studiengang Psychologie, hoffen wir mal die haben sich das wenigstens genau überlegt 😉

 

Das ist es gerade, was mich wundert: Mittlerweile ist es eigentlich ziemlich bekannt, dass Psychologie einen relativ hohen Statistikanteil hat. Die Leute, die ich getroffen habe (nicht hier, sondern im echten Leben), wussten das auch alle vorher - und trotzdem haben sie sich eingeschrieben, nur um sich dann lauthals über Statistik zu beklagen. Da frage ich mich, warum man nicht eine Alternative wie z.B. Soziale Arbeit, Soziologie oder Philosophie wählt - vielleicht aus Prestigegründen?

 

Das hier kann ich übrigens leider nur bestätigen:

 

vor einer Stunde, duke1976 schrieb:

Die vergiftete Beziehung, die einige zu Mathematik haben (mich eingeschlossen) wurzelt aber meiner Meinung nach definitiv in der Schulzeit. Vor allem durchschnittliche bis schlechte Lehrer leisten ihren entsprechenden Beitrag. Ich sag nur meinen letzten Mathelehrer an der FOS. War einer der Sorte, dem das Abi heute viel zu einfach ist und grundsätzlich Themen in die Prüfungen eingebaut hat, die in den Abschlussprüfungen schon lange nicht mehr dran kamen. Hat dann immer wieder über sein Mathestudium an der Tafel philosophiert "Im Studium war das so...da wurden die Formeln nicht großartig besprochen...da hat der Prof einfach "trivial" über die Pfeile geschrieben". Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich die Augen gerollt habe. Außer in seiner Form als Korrektor meiner Aufgaben konnte ich diesen Menschen nicht wirklich ernst nehmen.

 

Ich habe zwar keine ganz so schlechte Beziehung zu Mathe, aber mir sind in meinem Leben auch überdurchschnittlich viele schlechte Mathematiklehrer begegnet. Diese Sprüche à la "ihr seid alle viel zu dumm", "euch wird ja alles hinterhergeworfen", "nicht mal das könnt ihr" etc. habe ich eigentlich ausschließlich von Mathematiklehrern gehört. Das ist natürlich eine Einzelbeobachtung, aber mir scheint es da doch eine Häufung an eher, naja, ungeeigneten Kandidaten zu geben.

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vor 15 Minuten, ClarissaD schrieb:

Das ist es gerade, was mich wundert: Mittlerweile ist es eigentlich ziemlich bekannt, dass Psychologie einen relativ hohen Statistikanteil hat. Die Leute, die ich getroffen habe (nicht hier, sondern im echten Leben), wussten das auch alle vorher - und trotzdem haben sie sich eingeschrieben, nur um sich dann lauthals über Statistik zu beklagen. Da frage ich mich, warum man nicht eine Alternative wie z.B. Soziale Arbeit, Soziologie oder Philosophie wählt - vielleicht aus Prestigegründen?

Sehr gute Frage. Vielleicht ist auch ein gewisser Trotz dabei, à la „Ich will das aber unbedingt!“, und dann setzt der erste Verdrängungsmechanismus ein? 😉 Prestigegründe halte ich auch für möglich. Ich stelle manchmal fest, dass die Leute tatsächlich mit der Aussage „Ich studiere soziale Arbeit“ gar nicht so viel anfangen können. Das war mir vorher nicht bewusst und ist für mich auch ein sehr unerklärliches Phänomen. Vielleicht könnte ich mit Psychologie mehr beeindrucken? 😂  

Grundsätzlich gilt meiner Meinung nach: eine große Menge Matheschwäche kann man schon mit Motivation, Disziplin und einer positiven Herangehensweise ausgleichen. 😉

 

vor 15 Minuten, ClarissaD schrieb:

aber mir sind in meinem Leben auch überdurchschnittlich viele schlechte Mathematiklehrer begegnet.

Hier unterschreibe ich zu 100 % und kann für mich das gleiche auch für Geschichte bestätigen.  Es ist sehr schade, dass manche Lehrer es tatsächlich schaffen, ein grundlegendes Interesse bei ihren Schülern durch miese Wissensvermittlung und unpädagogisches Verhalten auszulöschen. 

Bearbeitet von Anyanka
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vor 8 Minuten, Anyanka schrieb:

Hier unterschreibe ich zu 100 % und kann für mich das gleiche auch für Geschichte bestätigen.  Es ist sehr schade, dass manche Lehrer es tatsächlich schaffen, ein grundlegendes Interesse bei ihren Schülern durch miese Wissensvermittlung und unpädagogisches Verhalten auszulöschen. 

Ja so war das bei mir.

Ich war in der Grundschule schon sehr schlecht in den Grundrechenarten (2. Klasse in Mathe ne 4) und logischerweise auch in allem darüber hinaus.

Wobei es in der 1. - 3. Klasse keine Katastrophe war, weil ich das Gefühl hatte, Unterstützung und Verständnis zu haben, da ich in allen anderen Fächern gut war.

Dann musste ich für die 4. Klasse die Schule wechseln und der Mathelehrer dort hat mir zu Verstehen gegeben, dass ich "zu doof" für´s Rechnen sei und "garnicht erst anfangen solle".

Und dieses eine Jahr (danach musste ich ja in die Realschule wechseln) hat mich derart geprägt, dass ich mein Selbstvertrauen in Sachen Rechnen und Mathematik komplett verloren habe. Ich habe oft die Aufgaben garnicht angefangen, weil ich ja eh "zu doof" war.

Ich musste erst viel später (erst in der Fachhochschule) verstehen, dass ich garkein so hoffnungsloser Fall war. Ich hatte einfach nur keinerlei Selbstvertrauen, es überhaupt zu probieren.

Heute weiß ich: Ich bin zwar kein Mathegenie, aber bis zu einem bestimmten Level (ich würde mal so Abitur-Niveau schätzen) und mit mehr Übung wie vielleicht manch anderer braucht, kann ich Mathematik verstehen und auch anwenden.

Man unterschätzt oft, wieviel - gerade in der Grundschule - die Lehrer einen prägen und auch teilweise die Zukunft mitbestimmen. Denn ohne meine schlechte Note in Mathe wäre ich auf´s Gymnasium gekommen und hätte Abitur gemacht und dann wäre mein Leben vielleicht ganz anders verlaufen.

Und das ist übrigens auch einer meiner Grundmotivationen für mein eigenes Berufsziel Lehrer: Niemals eine/n Schüler/in abschreiben!

Sorry, ich glaub das war jetzt ein bisschen off topic :D

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