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Der Druck der 1,0!


Kristin_Z

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Hallo liebe Mitlernenden,

 

heute ein etwas bedrückendes Thema, bei dem ich auch nicht ganz genau weiß ich ich das beschreiben kann. 

 

Schon in der Schule gab es einen Personenkreis, der immer die 1,0 angestrebt hat. Daran ist auch nichts auszusetzen. Aber zum Teil ging es dann soweit, dass genau diese Gruppe auf andere gezeigt hat, dafür das sie nicht die 1,0 erreicht haben. Oder das man das Gefühl bekommt, dass wenn man keine 1,0 erhalten hat super schlecht ist. 

 

In Berichten zur Fernschule/Fernstudium lese ich immer wieder das selbe:

 

"Ich habe eine 1,7 erhalten. Das ist ok."

"Mit der 1,3 bin ich gar nicht zufrieden."

"Also eigentlich kann man schon locker ein 1,0 Durchschnitt erreichen"

"Meine Antworten haben für eine 2,0 gereicht."

"Ist doch alles easy peasy!"

 

Ich verstehe, dass man manchmal mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden ist. Aber die meisten dieser Aussagen sind so formuliert, dass man sich einfach super schlecht fühlt, wenn man in diesem Modul eine gute bis befriedigende Note bekommen hat. 

 

Ich würde mir wünschen, dass man etwas mehr reflektiert warum man diese Note bekommen hat. 

 

Beispiel:

"Ich habe eine 1,7 erhalten. Das ist ok."

 

Ich habe bei dieser Einsendeaufgabe eine 1,7 erhalten. Dies entspricht nicht meiner Zielvorstellung. Die Kommentare des Dozenten konnte ich folgen/nicht folgen[...]. Beim nächsten Mal muss ich darauf achten, dass [...]

 

ODER

 

"Also eigentlich kann man schon locker ein 1,0 Durchschnitt erreichen"

 

Für mich war es sehr einfach eine 1,0 zu erreichen, da ich mich ausgiebig mit den Themen befasst habe. 

 

Für mich war es sehr einfach eine 1,0 zu erreichen, da mir das lernen sehr leicht fällt. Jedoch weiß ich, dass dies nicht bei jedem so ist.

 

Du kannst auch eine 1,0 erreichen, wenn du dich intensiv mit den Themen auseinandersetzt, an deinen Schwächen arbeitest und diese zu deiner Stärke machst. 

 

UND

 

Solche Aussagen einfach komplett sein lassen : "Ist doch alles easy peasy!"

 

NEIN ist es verdammt nochmal nicht. Jeder Lernende hat seine eigene Situation, für den einen ist es einfach und für den anderen nicht. Fragt doch einfach die Personen wie sie das ganze empfindet und gebt dann Zuspruch oder konstruktive Kritik. 

Mich kotzt es so an, dass auch gerade viele die eben nicht in der gleichen Situation sind solche Aussagen treffen. Das ist einfach extrem respektlos und macht einem nur ein schlechtes Gewissen. 

 

Wie seht ihr das? Habt ihr auch schon mal so eine Situation erlebt? Wie geht ihr damit um? 
 

Ich für meinen Teil werde in Zukunft mehr darauf achten, wie ich Informationen und gerade Leistungen an andere weitergebe. Mehr Empathie zeigen und den Druck nicht weiter erhöhen, für mich nicht und auch für andere. Unterstützen statt Unterdrücken. 

 

Und es tut mir sehr leid, wenn ich je einem so ein Gefühl gegeben habe. 

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31 Kommentare


Empfohlene Kommentare



Moin,

ich kann dem überhaupt nicht zustimmen.

 

Ich ziele zwar nicht auf die 1.0 ab, aber alles was schlechter als 2.0 ist finde ich für mich persönlich enttäuschend. Das entspricht einfach nicht meiner Zielstellung und auch nicht dem Aufwand den ich für das Studium aufbringe.

 

Zitat

Ich habe bei dieser Einsendeaufgabe eine 1,7 erhalten. Dies entspricht nicht meiner Zielvorstellung. Die Kommentare des Dozenten konnte ich folgen/nicht folgen[...]. Beim nächsten Mal muss ich darauf achten, dass [...]

Es vermittelt mehr Informationen als "Das ist ok" aber... eigentlich sind die beiden Aussagen nicht vergleichbar^^' Ich muss nicht jede meiner Einschätzungen sofort begründen.

 

Wenn ich der Meinung bin, dass man in "Algorithmen und Datenstrukturen" recht einfach eine 1.X bekommen kann, werde ich das auch in Zukunft so sagen. Das sind meine Einschätzungen zu Kursen, die ich auch meistens äußere BEVOR ich meine eigene Note erfahre.

Ob jemand anderem dieses Thema schwerer fällt... ja kann halt passieren, das merkt die Person ja beim Lernen und kann dann eben die Erwartungshaltung anpassen.

 

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden wo die eigenen Ansprüche liegen, und ob die eigene Leistungsfähigkeit UND die verfügbare Zeit zur Vorbereitung auf Prüfungen diese Ansprüche überhaupt unterstützt.

Ob jemand sagt: "Der Abschluss mit einer 3.5 ist gut, immerhin gibt es viele die in ihrer Freizeit nur rumhängen und gar nichts machen" oder eher "Ich verbringe so viel Zeit mit dem Studium, da darf der 1.X-Schnitt schon drin sein" ist mir persönlich völlig egal.

Ich kann mich eher mit zweitem identifizieren, aber was geht es mich an wie andere Menschen ihre Ziele setzen.

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vor 4 Minuten hat PVoss geschrieben:

Moin,

ich kann dem überhaupt nicht zustimmen.

 

Ich ziele zwar nicht auf die 1.0 ab, aber alles was schlechter als 2.0 ist finde ich für mich persönlich enttäuschend. Das entspricht einfach nicht meiner Zielstellung und auch nicht dem Aufwand den ich für das Studium aufbringe.

 

Es vermittelt mehr Informationen als "Das ist ok" aber... eigentlich sind die beiden Aussagen nicht vergleichbar^^' Ich muss nicht jede meiner Einschätzungen sofort begründen.

 

Wenn ich der Meinung bin, dass man in "Algorithmen und Datenstrukturen" recht einfach eine 1.X bekommen kann, werde ich das auch in Zukunft so sagen. Das sind meine Einschätzungen zu Kursen, die ich auch meistens äußere BEVOR ich meine eigene Note erfahre.

Ob jemand anderem dieses Thema schwerer fällt... ja kann halt passieren, das merkt die Person ja beim Lernen und kann dann eben die Erwartungshaltung anpassen.

 

Im Endeffekt muss jeder selbst entscheiden wo die eigenen Ansprüche liegen, und ob die eigene Leistungsfähigkeit UND die verfügbare Zeit zur Vorbereitung auf Prüfungen diese Ansprüche überhaupt unterstützt.

Ob jemand sagt: "Der Abschluss mit einer 3.5 ist gut, immerhin gibt es viele die in ihrer Freizeit nur rumhängen und gar nichts machen" oder eher "Ich verbringe so viel Zeit mit dem Studium, da darf der 1.X-Schnitt schon drin sein" ist mir persönlich völlig egal.

Ich kann mich eher mit zweitem identifizieren, aber was geht es mich an wie andere Menschen ihre Ziele setzen.

 

Danke für deine Meinung. 

Du sagst selber, dass für dich persönlich das Ganze enttäuschend ist, dies deckt sich mit meinem geschrieben schon.

Mir geht es nur darum, dass Aussagen wie du sie beschreibst: 
"Wenn ich der Meinung bin, dass man in "Algorithmen und Datenstrukturen" recht einfach eine 1.X bekommen kann, [...]"

sehr allgemein gehalten sind und viele Personen ansprechen, die daraus aber eine negative Folgerung schließen. Ich möchte niemanden den Mund verbieten, da bin ich auch gar nicht dazu in der Lage oder Position. Aber vielleicht sollte man trotzdem ein wenig mehr darauf achten, welche Wirkung die eigenen Worte haben. 

 

Aber ganz klar, gibt es total viele verschiedene Einschätzungen dazu, ob das jetzt schlimm ist oder nicht. Einige würden sogar sagen, es ist förderlich so etwas zu lesen. Das spornt an und motiviert. 

 

Persönlich habe ich einfach die Erfahrung gemacht, dass ich mit solch einem Verhalten/Aussagen meine Mitmenschen verletzt habe, ohne das so zu meinen. Ich möchte einfach mein Verhalten ändern und andere darauf hinweisen, dass es da eben große Unterschiede gibt. 

 

 

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Silberpfeil

Geschrieben

Ich habe die interessante Möglichkeit, beide Perspektiven zu sehen: im Studium habe ich selbst Noten erhalten und an Auszubildende/Studierende vergebe ich Noten. 
Als Studierende habe ich festgestellt, dass die Note am Ende eines Moduls überhaupt nichts ausgesagt hat darüber, was ich gelernt habe und ob oder wie sehr mich ein Inhalt beeindruckt und gebildet hat. Bewertung ist eben immer subjektiv.

Trotzdem ist der Stellenwert von Noten für viele Menschen sehr groß. Die Gründe dafür sind sicher vielfältig. Auch ich muss mir immer wieder klar machen, dass das dann das Problem der anderen ist und ich trotzdem mit meinen Leistungen glücklich sein darf. 😉

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vor 2 Minuten hat Luna-Sophie geschrieben:

Diejenigen, die eine 2.x oder 3.x schreiben, behalten das eher für sich.

Und eine 2.x oder auch 3.x kann eben auch eine gute Note sein, je nach Vorraussetzung. Wenn ich mein Lebenlang eine totale Matheniete war, dann fühlt sich eine 2,7 in Statistik mit Sicherheit bahnbrechend an - und vielleicht sogar besser, als für einen Mathe-Nerd im gleichen Modul eine 1,3. 😅
 

vor 3 Minuten hat Luna-Sophie geschrieben:

Auf der anderen Seite sind solche Aussagen wie "war alles easy" oder "also ich hab ja nur eine Woche lang gelernt" ohnehin mit Vorsicht zu genießen sind.

Auch ein wichtiger Punkt.

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vor 11 Minuten hat ClarissaD geschrieben:

Ich empfinde ehrlich gesagt diesen Blogeintrag eher als etwas.... übergriffig? Es klingt so, als wolltest du anderen reinreden, wie sie über ihre persönlichen Erfahrungen berichten sollen, und das stößt mir etwas sauer auf.

Schade, dass es bei dir sauer aufstößt. Leider kann ich das nicht nachvollziehen. Jeder darf über seine Erfahrungen berichten wie er/sie will. Ich für meinen Teil habe eben genau solche Aussagen gelesen und mich beeinflussen solche Aussagen schon. 

Natürlich muss ich diese nicht lesen, aber woher soll ich wissen was in manchen Berichten steht?

 

Mir stößt sauer auf, dass du mir vorwirfst, dass ich anderen reinreden will. Um Himmels willen, das will ich auf keinen Fall. Die Beispiele sind eine Wunschvorstellung und kein Appell! Keiner muss jetzt plötzlich seine Art und Weise Dinge auszudrücken wegen mir ändern. Es geht mir rein um die Wirkung die solche Aussagen haben können. 

 

Durchaus schreibe auch ich Dinge wie. Thema XY war super einfach für mich ohne eine Begründung darüber zu schreiben. Aber ich bin mir der Auswirkungen bewusst.

 

Ich war mir auch bewusst, dass dies ein super kontroverses Thema ist. Ich kann durchaus beide Seiten verstehen. Positioniere mich aber auf der Seite, dass solche Erfahrungen ein bisschen mehr eigenen Kontext bedarf, da es eben häufig vorkommt, dass sich Lernende mit Noten ab 2,0 nicht trauen dies zu veröffentlichen. Dafür gibt es viele Gründe, aber das Szenario oben ist eben eins davon. 
 

 

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vor 16 Minuten hat Silberpfeil geschrieben:

Aber den Druck übst Du eigentlich selbst aus, nicht „die anderen“, die Module als leicht empfinden. 

Vollkommen richtig. In den meisten Fällen ist dies auch so. Aber wenn jemand zu dir sagt: "Du musst das easy peasy bestehen" dann übt jemand Druck aus. 

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vor 6 Minuten hat Alanna geschrieben:

Ich habe in meiner Schulzeit (stellenweise) das Gegenteil erlebt, nämlich mich über gute Noten nicht freuen zu "dürfen", um nicht den Frust der einen oder des anderen aus meinem engeren Freundeskreis zu spüren zu bekommen. Nach der Schulzeit musste ich regelrecht erst wieder lernen, dass es okay ist, sich über seine eigene Leistung zu freuen und das auch auszudrücken.

 

Vor diesem Hintergrund war es mir damals sehr wichtig zu lernen, die "Vergleichsbrille" auszuziehen und mich mit anderen auch da ehrlich mitfreuen zu können, wo ich selbst eher zu kämpfen habe. Stören würde mich, wenn jemand mit seiner "Glanzleistung" bewusst vor meiner Nase hin und her wedelt, um sich selbst zu profilieren. Diesen Eindruck hatte ich aber bisher bei keinem der Beiträge, die ich hier im Forum gelesen habe.

 Auch das habe ich erlebt. Die Medaille hat natürlich zwei Seiten. Jemanden für sehr gute Leistungen fertig zu machen ist auch überhaupt nicht fair, aber eben ein ganz anders Thema.  

Richtig das Vergleichsverhalten muss man selbst ablegen und jeder kann hier sagen, das ist doch dein Problem, dass du dich damit vergleichst. Mir ist es ein Anliegen offen zu berichten, dass es eben einigen so geht. 

 

Gerne kann ich auch die andere Seite beleuchten!

 

Wirklich spannend welche Erfahrungen ihr alle gemacht habt. 

Finde es toll wie wir uns hier austauschen. 

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vor 9 Minuten hat Kristin_Z geschrieben:

Aber wenn jemand zu dir sagt: "Du musst das easy peasy bestehen" dann übt jemand Druck aus. 

Du lässt also von einer beliebigen Person Druck auf dich ausüben, warum? 

 

"Ich würde mir wünschen, dass man etwas mehr reflektiert warum man diese Note bekommen hat."

 

Wieso muss jemand für dich seine Aussage so gewählt (reflektiert) treffen, dass du dich davon nicht unter Druck gesetzt fühlst? Die Frage kannst du vermutlich nur für dich beantworten. 

 

Ich gehöre bei besten Willen nicht zu den 1, Kandidaten, aber ich bin reflektiert genug, dass ich mich davon nicht unter Druck gesetzt fühle. Ich habe andere Talente, die sich eben leider nicht in 1, Noten ausdrücken. Zumindest meistens nicht :D

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vor 26 Minuten hat Kristin_Z geschrieben:

Vollkommen richtig. In den meisten Fällen ist dies auch so. Aber wenn jemand zu dir sagt: "Du musst das easy peasy bestehen" dann übt jemand Druck aus. 

 

Also das war genau mein Punkt: In einem persönlichen Erfahrungsbericht oder Blog über ein Studium sagt doch niemand zu dir "Du musst das easy peasy bestehen." Sondern vielleicht: "Prüfung habe ich mit 1,0 bestanden - war easy."

 

Die Botschaft, dass du persönlich das nun auch erreichen müsstest, dich deswegen nicht über eine 2,0 freuen dürftest oder dich im Vergleich zu dieser Person irgendwie minderwertig fühlen solltest, steht da nicht, sondern das ist deine (selbstabwertende) Interpretation. 

 

Etwas anderes wäre es vielleicht, wenn jemand schreiben würde "Wer diese Prüfung nicht mit 1,0 besteht, ist dumm" aber so was habe ich noch nie in einem Erfahrungsbericht gelesen.

 

Ich habe früher meine sehr gute Leistungen auch eher verschwiegen, weil andere sich davon angegriffen gefühlt haben. Und meine Erfahrung ist, manche Leute verstehen die Aussage "Ich fand die Prüfung einfach und habe ohne Probleme eine 1,0 bekommen"  einfach als Angriff , egal wie freundlich oder zurückhaltend man das kommuniziert. Für deren Interpretation fühle ich mich aber nicht zuständig, vor allem wenn ich über meine eigenen Erfahrungen (!) berichte.

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vor 3 Minuten hat Vica geschrieben:

Der eine will promovieren und brauch daher die 2,55 im Gesamtschnitt - der wird natürlich nervös, wenn zweimal eine 2,3 in der Klausur zurückkam und kommt in existenzielle Nöte, wenn Noten über 2,5 kommen. 
Der Nächste hat sehr viele Mitbewerber, sein Weiterbildungsinstitut macht Aufnahmestop bei Noten über 2,3. In manchen Master ist es mit 1,5 schon nicht mehr reinzuschaffen. Fernstudis zahlen viel Geld und stecken Zeit ins Studium. Ist eine 2,7 dann das, was man als Endergebnis wirklich wollte? 

Auf jeden Fall Kontextbezogen. Dein Punkt finde ich gut, aber das sind ja ganz konkrete Fälle, bei denen ich jede Enttäuschung verstehen kann.

 

vor 4 Minuten hat Vica geschrieben:

Was würde sich denn ändern, wenn alle Leute nun aufhören, phänomenale Noten schlechtzureden oder ihre enormen Ansprüche runterzuschrauben bzw. einfach für sich zu behalten?
Warum sollten sie nicht darüber schreiben dürfen, bzw. warum dürfen sie keine anderen Ziele verfolgen, auch wenn das aus meiner Sicht vielleicht nervig ist?

Was genau hat diese Gleichung, die die da machen, eigentlich mit mir zu tun?

Es geht nicht darum geile Noten schlechtzureden oder eigene Ansprüche runterzuschrauben. Sondern den Kontext zu liefern.

 

Ich verbiete keinem das Schreiben. Jeder darf seine Erfahrungen äußern wie er möchte, ich muss diese ja nicht gut finden. So wie einige meine Meinung oder diesen Bericht nicht gut finden oder anderer Meinung sind.

 

Was hat den die Berichterstattung mit mir zu tun?

Naja relativ einfach. In meinem Fall möchte ich Erfahrungen verstehen. Bei Personen die den gleichen Lehrgang machen vergleiche ich mich leider häufig.

Klar, das ist mein Problem, aber trotzdem darf es mich stören. 

 

 

 

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vor 18 Minuten hat ExReWe87 geschrieben:

Du lässt also von einer beliebigen Person Druck auf dich ausüben, warum? 

 

"Ich würde mir wünschen, dass man etwas mehr reflektiert warum man diese Note bekommen hat."

 

Wieso muss jemand für dich seine Aussage so gewählt (reflektiert) treffen, dass du dich davon nicht unter Druck gesetzt fühlst? Die Frage kannst du vermutlich nur für dich beantworten. 

 

Ich gehöre bei besten Willen nicht zu den 1, Kandidaten, aber ich bin reflektiert genug, dass ich mich davon nicht unter Druck gesetzt fühle. Ich habe andere Talente, die sich eben leider nicht in 1, Noten ausdrücken. Zumindest meistens nicht :D

 

Ja lasse ich. Warum? Weil ich Erfahrungen gemacht habe, dass ich für alles das ich mache verglichen werde. 

Ob ich selbst für diese Reaktion verantwortlich bin, ja klar.

Auch kann nur ich das ändern. Ändert jedoch nichts daran, dass einige diese Erfahrung gemacht haben und diese Sorge plagt.

 

 

vor 5 Minuten hat ClarissaD geschrieben:

 

Also das war genau mein Punkt: In einem persönlichen Erfahrungsbericht oder Blog über ein Studium sagt doch niemand zu dir "Du musst das easy peasy bestehen." Sondern vielleicht: "Prüfung habe ich mit 1,0 bestanden - war easy."

 

Die Botschaft, dass du persönlich das nun auch erreichen müsstest, dich deswegen nicht über eine 2,0 freuen dürftest oder dich im Vergleich zu dieser Person irgendwie minderwertig fühlen solltest, steht da nicht, sondern das ist deine (selbstabwertende) Interpretation. 

 

Etwas anderes wäre es vielleicht, wenn jemand schreiben würde "Wer diese Prüfung nicht mit 1,0 besteht, ist dumm" aber so was habe ich noch nie in einem Erfahrungsbericht gelesen.

 

Ich habe früher meine sehr gute Leistungen auch eher verschwiegen, weil andere sich davon angegriffen gefühlt haben. Und meine Erfahrung ist, manche Leute verstehen die Aussage "Ich fand die Prüfung einfach und habe ohne Probleme eine 1,0 bekommen"  einfach als Angriff , egal wie freundlich oder zurückhaltend man das kommuniziert. Für deren Interpretation fühle ich mich aber nicht zuständig, vor allem wenn ich über meine eigenen Erfahrungen (!) berichte.

 

Tut mir leid, da hab ich andere Erfahrungen gemacht. Nicht hier in diesem Forum, aber in Gesprächen.

 

Ich fühle mich nicht grundsätzlich angegriffen, wenn ich Kontext dazu habe ist doch alles fein. 

 

Richtig manche fühlen sich einfach angegriffen, damit muss man rechnen. Viele fühlen sich ja auch an diesem Beitrag angegriffen. Jedoch geht es auch hier um meine eigenen Erfahrungen und Wünsche. 

 

Ich empfinde meinen Beitrag weder als übergriffig noch als unberechtigt. 

 

Man ist natürlich nicht verantwortlich dafür wie jemand das Ganze interpretiert. Jedoch soll man sich bewusst sein, dass es eben verschiedenen Meinungen gibt und das es unterschiedlich wirkt. Aber deswegen muss man nicht seinen Stile ändern. 

 

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Muddlehead

Geschrieben

@HeinerTown Kann ich so unterschreiben - wenn es nach meinen früheren schulischen Leistungen ginge, dürfte ich gar nicht da stehen wo ich heute bin. Erfolg ist die Summe aus vielen Variablen, wie Ehrgeiz (natürlich!), Chancen ergreifen, Mut, richtige Einsatz zum richtigen Zeitpunkt, aber auch ein wenig Gelassenheit, "Gottesvertrauen", "Berufung finden" und klar "Mensch sein". Das einzige was Verbissenheit bringt ist "Burnout". Mehr auch nicht und damit auch keine "tolle Karriere".

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Meine Klassenlehrerin in der Grundschule wollte mich mit aller Macht in die Sonderschule schicken, es gab viel Ärger und meine Eltern konnten sich erfolgreich wehren. Mein Klassenlehrer in der Oberstufe, wollte dass ich lieber eine Ausbildung starte, weil ich keine Chance für einen Abi hätte, so seine Meinung.

 

Unser Dozent war immer sehr kritisch zu mir, weil er meinte, aus mir wird kein Entwickler, Gott sei Dank sah das mein damaliger Chef anders und unterstütze mich total. Ich habe in der Firma so viel gelernt, das am Ende auch der Dozent mich respektierte. Dieser Chef stellte mich übrigens nicht wegen dem 3er Schnitt ein, sondern weil ich nebenbei viele Jahre als Kellner gearbeitet hatte. Die Schwäche, war hier ein entscheidender Vorteil gegenüber meine Mitbewerber.

 

In der Bank war es ungemein schwer ohne Master voranzukommen. Ich fand einen Job, der mir wahnsinnig viel Spaß gemacht hat. Ich musste nicht wirklich hart arbeiten, dass war wie ein Hobby für mich. Mein Deutsch ist nicht perfekt, da muss ich mir heute noch was anhören. Aber ich kann viele Sprachen, daher suche ich die, die diesen Wert erkennen und mich wollen.


Ich habe früh gelernt: Alles ist möglich! Ich muss es nur wollen und wie du es oben beschrieben hast, man benötigt auch Glück. Glück ist aber nur mit dem Tüchtigen. Ich habe schon immer meinen Fähigkeiten vertraut, egal was andere sagen, klar habe ich Schwächen. In meinem Berufsfeld bekomme ich aber alles hin, wenn die Unterstützung da ist. Das weiß ich einfach!

 

Daher mir Schnuppe was andere sagen, ich höre hin, könnte ja auch was daraus lernen, aber es tangiert mich peripher ;)

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Gast LaVie

Geschrieben (bearbeitet)

vor einer Stunde hat Muddlehead geschrieben:

Von daher kann ich den Blogpost nicht ganz verstehen, ausser das man sich traurigerweise von fremden Personen abhängig macht. Wen interessiert es was Andere über einen Denken oder wer was wo in irgendwelchen Whatsapp-Gruppen schreibt?

 

Das interessiert leider sehr sehr viele Menschen. Irgendwann vor 20 Jahren hat mich sowas auch zumindest ein wenig interessiert. Mit dem Alter wird man dann weiser.

 

vor einer Stunde hat Muddlehead geschrieben:

Ich versteh nicht, wieso einen das auch nur minimal emotional berühren kann. Vielleicht sollte man an der Front mal arbeiten.

 

Das kann man denke ich nur verstehen, wenn man in seinem Leben die gleichen Erfahrungen gesammelt hat.

An der Front arbeiten finde ich gut. Liebe Kristin, versuch dir Aramons Beitrag zu Herzen zu nehmen. Geh deinen Weg, vergleich dich nicht und versuch zumindest dich nicht runterziehen zu lassen. Für alles, das jemand anderes besser kann, gibt es auch etwas, das du besser kannst.

 

Aus meiner eigenen Erfahrung als Student und Tutor: Noten sagen sehr wenig über Intelligenz aus. Vorwissen, Vorerfahrungen, Neugierde, Interesse am Thema, intrinsische Motivation und der aus all diesen Punkten resultierende eingesetzte Zeitaufwand zum Lernen sind das, was am Ende die Klausurnote ausmacht. Plus ein wenig Glück, dass die richtigen Themen in der Klausur drankommen.

 

Im Anhang ein kleiner Text vom Philosophen Peter Bieri, den ich gerne an die Erstsemester verteile.

Hoffe er gefällt dir.

 

@Markus Jung: Angehängtes PDF ist CC BY-NC 3.0 DE

IGK 2021 - Einführung - Bildung - Bieri - Handoutversion.pdf

Bearbeitet von LaVie
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