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Janekke

Soziale Anerkennung Fernstudium

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Hallo zusammen,

 

ich habe hier im Forum jetzt schon reichlich Zeit damit verbracht nach einem Erfahrungsaustausch bzgl. sozialer Anerkennung zu suchen, aber bisher nur Blogeinträge dazu gefunden. Falls es das Thema schon mal gab, freue ich mich also über einen Link dorthin.

 

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen. Ich mache in den letzten Wochen die Erfahrung, dass man als Fernstudent und besonders als Fernstudent an einer privaten Hochschule immer ein wenig belächelt wird. Gemeint sind "dumme Sprüche" und unangemesse Klischeevorwürfe wie "Fernstudenten müssen viel weniger leisten als Präsenzstudenten", "An privaten Hochschulen bekommt man den Abschluss geschenkt und muss keine Eigenleistung bringen" und zahlreiche weitere Sätze, die so oder so ähnlich fallen und eigentlich alle darauf abzielen, dass man als Fernstudent (an einer privaten Hochschule) seinen Abschluss im Schlaf bekommt. Natürlich wissen wir hier alle, dass das so nicht richtig ist, aber ehrlich gesagt erlebe ich das ständige Gegenargumentieren als ermüdent und besonders demotivierend.


Leider kommen solche Vorurteile nicht nur von Freunden und Familie, sondern mitunter auch von Ämtern. Ich finde alleine die Tatsache, dass man für einige Leistungen jedes Semester einen Leistungsnachweis vorlegen muss und eine Studienbescheinigung alleine nicht ausreichend ist, fast schon ein bisschen diskriminierend. Besonders weil auch genau so argumentiert wird. "Da es sich um ein Fernstudium handelt, bitte zum Ende eines jeden Semesters einen Leistungsnachweis vorlegen" stand z. B. im Bescheid über das Kindergeld.

 

Andererseits erlebe ich natürlich auch das Gegenteil davon. Es gibt auch viele interessierte Nachfragen und auch gelegentlich Anerkennung in Bezug auf die Selbstdisziplin, aber diese machen eher den geringeren Anteil aus.

 

Nun würde mich interessieren, wie ihr das erlebt? Und natürlich wie ihr damit umgeht. Gibt es da kluge Argumente oder Verweise, wie man das Thema klären kann? Oder gibt es da nur Augen zu und durch?

 

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Also ich erlebe es selten negativ. Die meiste negativen Bemerkungen kamen zu Beginn von Uni Präsenzlern, bis ich mich eben auch ein Stück weit beweisen konnte. Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber, einer Behörde, war das im Vorstellungsgespräch überhaupt kein Problem, es wurde sogar als positiv erachtet, da man in einem selbst organisierten Studium manche Kompetenz erlangt, die der Präsenzler danach ggf. noch erlernen "darf" (auch das soll kein Vorurteil sein.

 

In Bezug auf den Leistungsnachweis, das hat bei manchen Behörden nichts mit dem Fernstudium an sich zu tun, sondern dem Faktor Studium. Oftmals ist auf der Studienbescheinigung (es sei denn man besorgt sich eine erweiterte) nicht zu erkennen, ob in Vollzeit- oder Teilzeit oder überhaupt studiert wird. Etwas, was auch bei Präsenzlern in Frage gestellt werden kann oder aufkommt. Gerade das ist aber manchmal wichtig z.B. wenn der Studierende Sozialleistungen ergänzend erhält, die aufgrund bestimmter Angaben nur bewilligt werden konnten. Anders herum denke ich mir aber auch, wo das Problem ist einen Leistungsnachweis vorzulegen, wenn doch alles gut läuft.

 

Und noch was, das Bafög Amt verlangt ihn auch und zwar von ALLEN Studierenden ab einem bestimmten Semester. Zudem denke ich, dass es zum Teil im Umfeld auch damit zusammenhängt, wie man sich in Bezug auf sein Studium gibt. Was hören die anderen, wenn man darüber spricht, was sehen sie wenn es um Klausurphasen oder Aufgaben geht, wie äußert man sich, was ist man bereit noch mehr zu machen oder bleibt es beim Studienbrief.… und und und.

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Danke für die zahlreichen Antworten 😊

 

Ich wollte nochmal verdeutlichen, dass es mir gar nicht um einzelne Personen mit negativen Meinungen geht, sondern tatsächlich darum, dass es eben den Großteil des Meinungsbildes ausmacht. Ich spreche hier natürlich nur von meinen Erfahrungen. Es scheint ja bei anderen eben nicht so zu sein, was ich natürlich toll finde.

 

vor 6 Stunden, Anyanka schrieb:

Ich glaube da ist auch viel Neid dabei

Das wäre auch bei vielen dieser Menschen meine Vermutung, gerade wenn es darum geht, dass das Studium ja doch einen Haufen Geld kostet. Diese Personen wissen ja dann auch nicht, dass ich mir das Geld dafür nun auch nicht aus der Portokasse nehme 😂

 

vor 5 Stunden, Roland78 schrieb:

Ich kenne jetzt deinen Einzelfall nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dein Gegenüber es immer wieder mit Tricksereien zu tun hat und damit berufsbedingt misstrauisch ist.

Das kann ein guter Grund sein, würde ich aber in diesem speziellen Fall nicht vermuten, da ich diese Leistung nicht von der regulären Familienkasse beziehe.

 

vor 4 Stunden, Vica schrieb:

Der Eindruck, dass jedermann sich einen Abschluss beim Discounter kaufen kann, trägt leider nicht dazu bei, dass da gescheit differenziert wird.

Da muss ich gestehen, das es mir am Anfang ganz genau so ging. Als ich von der Existenz meines Studiengangs erfahren habe, war ich auch reichlich misstrauisch und habe erstmal viel dazu gelesen.

 

vor 4 Stunden, Vica schrieb:

Gleichzeitig tun sich viele in D noch schwer, jegliche Art Heimarbeit (Kinderbetreuung, Pflege Angehöriger, Hausfrau/mann, Home Office, Autorentätigkeit etc.) anzuerkennen.

Den Punkt übersehe ich immer gerne, weil ich es persönlich nicht so sehe, aber klar, das ist einfach so verankert in unserer Gesellschaft. Besonders im Bereich Home Office hängen wir ja auch stark hinterher. "Das Internet ist für uns alle Neuland" hat Fr. Merkel ja mal so schön formuliert. 
Wenn ich mir dagegen die Situation bei einigen Bekannten im Ausland anschaue, ist es hier tatsächlich noch etwas absolut ungewöhnliches.

 

vor 3 Stunden, polli_on_the_go schrieb:

Oftmals ist auf der Studienbescheinigung (es sei denn man besorgt sich eine erweiterte) nicht zu erkennen, ob in Vollzeit- oder Teilzeit oder überhaupt studiert wird.

Klar kann das sein, ist aber in meinem Fall absolut nicht so. Die Studienbescheinigung ist sehr ausführlich und übersichtlich. Vielleicht wurde sie aber auch einfach nicht (richtig) gelesen 😂

 

vor 3 Stunden, polli_on_the_go schrieb:

Anders herum denke ich mir aber auch, wo das Problem ist einen Leistungsnachweis vorzulegen, wenn doch alles gut läuft.

Ein Problem ist es nicht, das wollte ich damit gar nicht sagen. Es ist nur ein zusätzlicher Aufwand, der ja auch nicht allein das Kindergeld betrifft und es war auch nur ein einziges Beispiel. Ich habe in den letzten Wochen so viele Zusatzbescheinigungen und Formulare abschicken müssen, das es wirklich unverschämt wirkt. Ich mache sehr gerne Papierkram, aber irgendwann kann man die Begründung "weil es sich um ein Fernstudium handelt" wirklich nicht mehr sehen.

Ich denke alles in allem muss ich mir da einfach ein dickeres Fell wachsen lassen 😂 Und vielleicht ist es auch nur am Anfang so schlimm, weil eben so viele Dinge zu klären sind und ich mich eben allein deswegen ständig rechtfertigen muss. Einfach mal abwarten und Tee trinken 😊

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Solche Sprüche habe ich auch schon öfter gehört. Meistens von Leuten, die entweder gar nicht studiert haben und es gern getan hätten, oder anderweitig unzufrieden mit ihrer Lebenssituation sind. Das nehme ich dann mit einem Schmunzeln. 😉

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Verrückt, ich habe immer und ohne eine einzige Ausnahme ausschließlich Anerkennung und positives Feedback erhalten. Ganz egal ob vom Arbeitgeber, Kollegen, Freunden, Bekannten, Freunde der Freunde oder der Familie. Es gab während meiner kompletten, 10-Jährigen "Karriere" als Fernstudent (zuerst Fachabi, dann Bachelor, dann Master) keine einzige (!) kritische Anmerkung.

 

Keine Ahnung ob die Tatsache, dass ich an der FernUni Hagen und an keiner privaten FH Informatik studiert habe, die Reaktionen beeinflusst. Glücklicherweise musste ich mir aber solche Sprüche, wie ihr sie beschreibt, nie anhören.

Bearbeitet von StefanK

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Ich denke, es hängt viel damit zusammen, mit welchen Menschen man sich umgibt, bzw. man täglich, beruflich, wie privat, zu tun hat.

 

Negative Äußerungen oder gar Kritik habe ich all die Jahre auch nie vernommen - nicht dass mich das wirklich gestört oder beeinflusst hätte.

 

Kritisch hinterfragt, warum ich das Ganze mache und wo die Reise einmal hingehen soll, wurde allerdings häufiger.

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