Knowhow-Sauger

Habe noch keine Berufsausbildung> Fernstudium empfehlenswert?

41 Beiträge in diesem Thema

Hallo

Schönes Forum hier:-)

Ich werde in 2 Wochen 22 und habe noch keine Berufsausbildung.

Daher meine Frage: Würde sich ein Fernstudium lohnen? Ist das mit einer Lehre gleichzusetzen?

Ich würde gerne in den IT-Bereich einsteigen und habe mich dort schon genauer informiert. Es sieht leider so aus, dass die IT-Branche derzeit ziemlich gesättigt ist und dass sogar Leute mit Informatik-Studium, Berufserfahrung + Tausenden von Zertifikaten sich schon schwer tun, überhaupt keinen Job zu finden. Unter diesen Umständen hat sich natürlich das Thema IT für mich erledigt...

Ich habe auch nur einen Hauptschulabschluss und zum richtigen Hochschul-Studium habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Dann müsste ich erst Matura nachmachen (3,5 Jahre), dann nochmal 6 Jahre studieren... Das ist mir alles zu hoch.

Welcher Beruf ist heute gefragt? Welches Fernstudium lohnt sich?

Würde ich z.B. den Kurs "Netzwerkadministrator" machen, würden mich die Personalchefs auslachen, da es so viele andere Bewerber gibt die viel mehr aufzuweisen haben.

Für ein paar Tipps wäre ich sehr dankbar!!

Gruss

Knowhow-Sauger

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Hallo,

ich will mich mal durch die Vielzahl deiner Fragen wuseln und fange mal an:

Also: Zunächst ist ja das, was dich interessiert kein akademisches Fernstudium, sondern ein weiterbildender Fernunterricht. Das ist natürlich weder mit einem Hochschulstudium vergleichbar, noch ersetzt es eine Berufsausbildung. Ein weiterbildener Fernunterricht macht Sinn, wenn eine entsprechende Ausbildung die Basis dessen ist.

Welche Berufe heute gefragt sind, ist natürlich ein weitläufiges Gebiet. Da müsste man sicher noch mal eingrenzen.

Und meine Meinung, wenn der akademische Weg für dich auszuschließen wäre: Ausbildungsplatz suchen und sich anschließend fortbilden.

Viele Grüße

Steffi

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Hallo Steffi,

danke für die Antwort.

Aber in den Broschüren der Fernstudieninstitute steht bei vielen Kursen drin: "Keine Vorkenntnisse erforderlich".

Die Fernlehrinstitute wie Beispielsweise ILS bieten nicht nur Weiterbildungskurse an, sondern auch Ausbildungen.

Dass so ein Fernstudium nicht so gut ist wie ein akademisches ist klar. Aber als Lehrling lernt man ja auch nicht gerade mehr. Eher weniger. Ich kenne viele Lehrlinge die müssen putzen, Kaffee kochen und ganz normal arbeiten wie alle anderen auch. Den wirklichen Lehrstoff lernt man doch sowieso nur in der Berufsschule. Und die ist nicht gerade sehr oft.

Meine Mutter besucht selbst ein ILS-Fernstudium als "geprüfte Office-Managerin" und möchte dann damit im Büro und Außendienst arbeiten. Gelernt hat sie allerdings Gymnastiklehrerin. Also was völlig anderes....

Sie meinte zu mir, dass ich mit einem ILS-Fernstudium auf jeden Fall eine Berufsausbildung hätte. Ist dem definitiv nicht so?

Schönen Dank

Knowhowsauger

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Hallo Knowhowsauger,

ich persönlich ordne ein ILS-Fernstudium mit deren eigenem ILS-Diplom definitiv nicht als Berufsausbildung ein. Ich sehe darin auch nur eine nette Ergänzung zu bereits vorhandenem Grundwissen, welches z. B. durch eine Lehre (IHK, HWK, ...) erworben wurde.

Deine Ansicht über Berufsschulen wundert mich. Wenn die dort vermittelten theoretischen Sachen sooo einfach wären und auch unabhängig vom Ausbildungsbetrieb gelernt werden könnten, warum schaffen dann etliche Leute die Gesellenprüfung/Facharbeiterprüfung nicht?

Die Berufschule hat bestimmt kein superhohes Niveau, dennoch führt eben dieses theoretische Wissen erst mit dessen Anwendung im Betrieb zu einem berufsqualifizierenden Abschluss.

Ich würde mir an Deiner Stelle einen Ausbildungsplatz suchen und die Lehrzeit aufgrund hervorragender schulischer Leistungen einfach verkürzen. Dann bist Du schnell fertig mit der Ausbildung und hast meiner Meinung nach eine realistischere Chance einen Job zu bekommen als es "nur" mit einem ILS-Abschluss der Fall ist.

Viele Grüsse

Marco

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... und wie schon anderweitig diskutiert:

Die Praxis ist durch nichts zu ersetzten!

Berufsausbildung = Praxis + Theorie

Fernunterricht = Theorie

Ja, Du hast damit je nach Ausbildung + Prüfung auch eine Ausbildung. Doch ziehe ich als Personalentscheider den Bewerber vor, der seinen Abschluss in einer dualen Ausbildung erworben hat.

Vergleich es mal mit dem Führerschein. Die Theorie lernt man in der Fahrschule, doch Fahren kann ich nur auf der Straße lernen.

Sorry, aber als Personaler hättest Du mit einer rein schulischen Ausbildung bei mir keine Chance.

Sei Realist, absolviere eine Ausbildung und bilde dich dann fort um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Informationen über die vielzähligen Berufe kannst du unter www.berufenet.de nachlesen.


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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Hi du!

un möchte ich mich noch einmal zu Wort melden:

Bei mir sieht es ähnlich aus wie bei dir. Ich habe keine Berufsausbildung. Allerdings mache ich ein akademisches Studium anstatt eines Präsenzstudiums. (Ein Präsenzstudium ging / geht bei mir aus diversen Gründen nicht). Ich sehe mein STUDIUM (keine Fortbildung) definitiv als meine Berufsausbildung an. Allerdings gehe ich in der Zeit des Studium auch arbeiten (mal mehr, mal weniger).

Ich denke man muss ganz klar unterscheiden zwischen einem "ILS- Diplom" und einem FH-Abschluss. Auf keine Fall würde ich dir ein ILS- Diplom als Berufsausbidung empfehlen. Als Weiterbildung wenn du einen Beruf hast, ist das mehr wie ok. Ein Studium dagegen schon.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen.

lg

rita


Abschluss 2010 Euro-FH zur Dipl. Kauffrau (FH)

Sonderstudium Technik HFH

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Hallo,

ich würde Dir auch empfehlen lieber eine Ausbildung zu, obwohl ich aus der Erfahrung sagen muss, dass es sich auch nicht unbedingt einfach darstellt ohne mind. einer Mittleren Reife eine Ausbildung im IT-Bereich zu bekommen.

Aber, um Dir nicht den Mut zu nehmen, ich habe auch nochmal recht spät eine Ausbildung im IT-Bereich gemacht, damit ich, wie es in Deutschland sehr gefragt ist, einen Schein habe, auf dem steht, dass ich etwas kann.

Außerdem lauten die Prognosen in den Medien etwas anders was den IT-Arbeitsmarkt angeht. Zum einen schließen jährlich immer weniger IT'ler die Uni ab und zum zweiten haben sie teilweise nicht das von den Firmen gewünschte Know-How. Somit sind bereits einige Firmen dazu übergegangen ihren Personalbedarf im Ausland zu recruitieren!!!

Gruß

Oli


LG

Oli

---------------------------------------------------

1. Semester WS 06/07

grundständiger Studiengang Diplom-Wirtschaftsinformatik an der HS Wismer / WINGS

voraussichtliches Studienzentrum: Heidelberg

"Quantenmechanisch ist alles eine Frage der Statistik. Auch wenn der Mensch zigmillionenmal derjenige war, der den Rechner ausgeschaltet hat, kann es doch beim zigmillionenersten Fall einmal der Rechner sein, der den Menschen ausschaltet."

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Danke erstmal für die vielen Antworten!

Ihr schreibt, in einer Lehre hat man nicht nur Theorie, sondern auch Praxis und genau die würde im Fernstudium fehlen. Das ist richtig! Aber wie ist das denn mit den akademischen Studien? Die sind doch auch alle Theoretisch, oder?

Und außerdem kann man ja neben dem Studium noch jobben gehen, man kann klein anfangen (z.B. bei einer Zeitarbeitsfirma) und sich somit Berufspraxis aneignen.

Ich stelle mir so ein ILS-Fernstudium gar nicht so leicht vor. Mich wundert es, dass das als so "billig" in der Arbeitswelt eingestuft wird.

Ein Hochschulstudium halte ich für absolut "abgehoben". Alleine die Zeit, die Geduld, der Ehrgeiz, die vielen Studien-Jahre halte ich für eine ganz besondere Leistung. Mir wäre das jedoch zu anstrengend. Außerdem kenne ich so viele die studiert haben und trotzdem nur einen Hungerslohn verdienen. Wenn man schon 10 Jahre studiert, jeden Tag stundenlang lernt, dann soll das auch dem entsprechend honoriert werden. Das ist meine Meinung.

Ich finde die Arbeitgeber sind grösstenteils viel zu anspruchsvoll und bezahlen im Gegenzug zu wenig. Sprich: Viel Leistung, wenig Geld.

Und was die Ausbildungen betrifft, wird es ja auch immer schlimmer. Heute muss man ja sogar als Müllmann schon Abitur haben, nur weil man dann Beamter ist.

Ich befürchte, dass ich den ganzen harten Anforderungen der Arbeitswelt nicht gewachsen bin.

Ich möchte gerne was lernen, aber es soll sich auch lohnen und ich muss die Gewißheit haben, das ganze auch durchzuhalten.

Eine Lehre würde ich z.B. mit nur einem Hauptschulabschluss nur in den billig bezahlten Jobs wie Maurer, Bäcker,.. kriegen. Dann kann ich auch gleich weiter Teller waschen gehen...

Ich wollte Matura nachmachen, habe 1 Semester (von 8) auf einem Abendgymnasium gemacht, musste dann aber leider abbrechen, weil sich das mit den Arbeitszeiten nicht mehr ausgegangen ist. Des weiteren würde es noch 3,5 Jahre dauern bis die Matura dann fertig wäre. Dann hätte ich mit 25 immer noch keine Berufsausbildung.

Alles sehr verhext, wie ich finde.

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Auch ich möchte mich kurz zu Wort melden. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann spielt der Faktor Zeit bei dir eine große Rolle. Wenn Du eine anerkannte Ausbildung machen willst gleichzeitig aber auch Geld verdienen willst, dann solltest Du eine Verpflichtung bei der Bundeswehr Unteroffizierslaufbahn) als Soldat auf Zeit in Erwägung ziehen. Dort wirst Du an Lehrlingsgehältern gemessen gut bezahlt und erhältst eine militärische Ausbildung die als Berufsabschluß anerkannt ist. Ferner kannst Du eine Fachausbildung/Spezialisierung(z.B. zum Informatiker) absolvieren. Zur Wiedereingliederung stehen Dir dann gegen Ende der Dienstzeit verschiedene bezahlte/geförderte Weiterbildungsmöglichkeiten offen (Fachschulausbildung, Meisterprüfung Studium usw.)

Fragen kostet ja nichts - vielleicht bringt Dich ja mein Tipp ein wenig weiter.

LG Rudolf:D

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Auch ich möchte mich kurz zu Wort melden. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann spielt der Faktor Zeit bei dir eine große Rolle. Wenn Du eine anerkannte Ausbildung machen willst gleichzeitig aber auch Geld verdienen willst, dann solltest Du eine Verpflichtung bei der Bundeswehr Unteroffizierslaufbahn) als Soldat auf Zeit in Erwägung ziehen. Dort wirst Du an Lehrlingsgehältern gemessen gut bezahlt und erhältst eine militärische Ausbildung die als Berufsabschluß anerkannt ist. Ferner kannst Du eine Fachausbildung/Spezialisierung(z.B. zum Informatiker) absolvieren. Zur Wiedereingliederung stehen Dir dann gegen Ende der Dienstzeit verschiedene bezahlte/geförderte Weiterbildungsmöglichkeiten offen (Fachschulausbildung, Meisterprüfung Studium usw.)

Fragen kostet ja nichts - vielleicht bringt Dich ja mein Tipp ein wenig weiter.

LG Rudolf:D

Danke für die sinnvolle Ergänzung. Hieran hatte ich im ersten Moment nicht gedacht.

Verpflichtung zum Unteroffizier + ZAW (zivile Aus- und Weiterbildung). Das ist in dieser Situation sicher sinnvoll.

Doch nicht zu vergessen. Man wird Soldat mit allen Rechten und Pflichten und sollte auch hinter dem Soldatenberuf stehen. Wer bei einem Auslandseinsatz dann den Schwanz einzieht, hat in der Uniform nichts zu suchen. Ich war 1997 beim 1. Kontingent SFOR in Bosnien im Auslandseinsatz und hätte "Mitläufer" dort nicht gebrauchen können.

Empfehlung: Unbedingt einen Termin beim nächsten Wehrdienstberater in der Nähe vereinbaren (i.d.R. beim Kreiswehrersatzamt zu finden).

Da KnowhowSauger aber immer von der "Matura" schreibt, gehe ich davon aus, dass sein Wohnort in der Schweiz liegt. Richtig?

Wenn nein, denke mal über diese Möglichkeit nach, die Rodolf hier eingebracht hat.

Mit einem Gruß von einem ehem. Soldaten auf Zeit


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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